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ALDI

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ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Original von spiegel-online 39.3.04

      
MILCHPREIS-PROTEST
1000 Bauern belagern Aldi-Zentrale

Wütender Protest gegen die Discounter: Landwirte werfen Aldi, Lidl und ihren Wettbewerbern vor, Milch zu ruinösen Ramschpreisen zu verkaufen. Am Montag demonstrierten sie vor der Zentrale von Aldi Nord.

Essen - Bereits vor einer Woche hatten rund 400 nordrhein-westfälische Bauern vor der Zentrale des Handelsriesen Metro in Düsseldorf demonstriert. Zur Aldi-Zentrale kamen jetzt gut 1000 Landwirte.

"Wir sind heute hier, um dem drittreichsten Mann der Welt zu sagen, dass Geiz nicht geil ist", sagte der Vorsitzende des Westfälischen Landwirtschaftsverbandes, Franz-Josef Möllers, und spielte damit auf Aldi-Mitgründer Theodor Albrecht an.

Die Discounter, so der Vorwurf, drückten mit ihrem "Preisdumping" die Landwirte an die Wand. Im Schnitt werden 27 Cent pro Liter Milch an die Bauern gezahlt - so wenig wie seit 1977 nicht mehr. Die Produktion kostet dagegen rund 32 Cent pro Liter. "Die Höfe werden ruiniert", klagte ein Milchbauer. Die Demonstration stand unter dem Motto "Lebensmittel sind mehr wert! - Faire Verhandlungen und faire Milchpreise". Sie ist Teil einer bundesweiten Kampagne des Deutschen Bauernverbandes.

Aldi signalisiert Willen zum Kompromiss

Jüngere Teilnehmer der Kundgebung warfen Wasserbeutel über den Zaun auf das Gelände des Discounters. Andere Teilnehmer benutzten Trillerpfeifen, um ihre Wut auszudrücken. Mittendrin stand Milchkuh Reni. Unter ihren Hufen floss literweise ausgegossene Milch in den Rinnstein, die Bauern symbolisch verschüttet hatten.
"So kann es nicht weiter gehen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Milchbauern im Kreis Borken liegt bei 21.000 Euro. Nötig zum Überleben wären 45.000 Euro", rechnete Hubert Seggewiss vor, ein Milchbauen aus Borken. Er ärgert sich nicht nur über Aldi & Co, sondern auch über die Politik: "Wir haben die höchsten Umweltansprüche, die höchsten Energiekosten und die beste Qualität. Nur bezahlen will das niemand." So lebten viele die Landwirte auf Kredit und von dem, was sonst noch abfällt - wie der Mastviehzucht.

Die Aldi-Konzernspitze signalisierte eine Bereitschaft zum Einlenken. Noch während der Demonstration wurde eine Delegation der Landwirtschaftsverbände zu Gesprächen in die Aldi-Zentrale gebeten. Der Discounter zeigte sich bereit, die Preise anzuheben. Allerdings nur, wenn die Endpreise der Konkurrenz dabei nicht überboten würden.

Karl Nacke von der Landwirtschaftskammer Rheinland freute sich über diesen Erfolg. "Wie viel Cent pro Liter für den Bauern schließlich bei den Verhandlungen raus kommen, müssen wir noch abwarten. Aber es ist zumindest ein erster Schritt." Falls Aldi doch nicht einlenkt, sollen die Proteste weiter gehen. "Wenn es nicht klappt, werden die Bauern noch radikaler", warnte ein Landwirt.

--- Ende Zitat ---

(weiteres hierzu im Agrar-Thread:  http://www.chefduzen.de/viewtopic.php?p=3116&sid=a2c8c3afebab3fcdfff7acb7e46a47a1#3116 )

Ziel sollte es sein, daß gegen die konzentrierte Wirtschaftsmacht nicht vereinzelt gekämpft wird. Von den Profitinteressen und dem Wirtschaftlichen Druck (z.B.) des ALDI-Konzerns sind verschiedene Gruppen: Neben die Produzenten Landwirtschaftlicher Produkte gibt es die industriellen Hersteller, die unter ausbeuterischen Bedingungen und unter Mißachtung von Sicherheitsbestimmungen produzieren und nicht zuletzt hat auch das ALDI-Personal unter schlechter Bezahlung und entwürdingenden Arbeitsbedingungen zu leiden.

Gemeinsame Aktionen der Betroffenen würden selbst einen Wirtschaftsgiganten das Fürchten lehren.

ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Original von spiegel-online

ANTI-ALDI-PROTEST

"Brot wird heute in Tunesien hergestellt"

Erst die Milchbauern, nun die Bäcker: Immer mehr Branchen protestieren dagegen, dass Aldi und Lidl sie unter ruinösen Preisdruck setzen. Die Discounter seien nur so billig, weil sie im Ausland produzierten.

Berlin - "Das Bäckerhandwerk steht unter einem irrsinnigen Wettbewerbsdruck", sagte Eberhard Groebel, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks der "Bild am Sonntag". Im vergangenen Jahr hätten die Bäckereien einen Umsatzrückgang von neun Prozent verzeichnet. Zwischen 600 und 800 Bäcker hätten aufgeben müssen.

Groebel machte regelrechte Dumpingpreise einiger Discounter verantwortlich sowie Selbstbedienungsbäckereien und Aufbackstationen in den Supermärkten. Die Konkurrenz könne die Preise so stark drücken, weil sie in Billiglohnländern produziere, sagte der Obermeister der Bäckerinnung Köln, Josef Pelzer. "Brot wird heute in Rumänien, Tunesien oder Bulgarien hergestellt."

Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, warf den Handelsketten unterdessen vor, den Milchpreis "um bis zu zehn Prozent drücken" zu wollen. "Der Lebensmittelhandel muss mit seinem Preisdumping aufhören", sagte Sonnleitner dem "Focus" laut Vorabbericht aus der Montagsausgabe. Er forderte erneut die Europäische Union (EU) auf, mit einer schnellen Senkung der europäischen Milchquote gegenzusteuern.

--- Ende Zitat ---

Hier organisieren sich nun kleine Betriebe gegen die Riesen.
Doch wann organisiert sich das zu miesen Bedingungen arbeitende ALDI(Lidl etc.)-Personal?

ManOfConstantSorrow:
Oha, beim Personal bewegt sich auch was:
--- Zitat ---Original von rf-news.de

08.04.04

Betriebsratswahl bei Aldi in München
Aldi-Süd hat in München rund 500 Beschäftigte, davon 90 Prozent Frauen. Sie arbeiten in 21 Filialen. In etwa der Hälfte soll demnächst ein Betriebsrat gewählt werden. Nach Angaben von Verdi wäre es der erste Betriebsrat in den 1.500 deutschen Niederlassungen von Aldi-Süd überhaupt. Bei Aldi-Nord gibt es Betriebsräte nur in etwa zwei Dutzend Filialen und Lagern.
 
--- Ende Zitat ---

ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Original von rf-news.de

18.04.04
Australien: Aldi schikaniert Gewerkschafter

In Australien hat die Supermarkt-Kette Aldi gedroht, die Bezahlung der Beschäftigten zu stoppen und sie auszusperren, wenn sie sich weigern, neue individuelle Arbeitsverträge zu unterschreiben. Im Aldi-Verteilerzentrum von Sidney werden Arbeiter schikaniert, die sich gewerkschaftlich organisieren.

Nach Angaben der australischen Zeitung "Sidney Morning Herald" vom 17.4. berichtete der australische Parlamentsabgeordnete Paul Gibson, dass dort Vertreter von Aldi mit jedem Beschäftigten Einzelgespräche geführt haben, sie wurden gefragt, was sie über die Gewerkschaft wissen und wieweit sie dort engagiert sind. Entsprechend wurden sie auch über ihre Kollegen ausgefragt.
Gibson zitierte aus einem Brief vom 8. März, der unter anderem von Aldi-Manager Stefan Kopp unterzeichnet ist: "Wenn ein Angestellter sich entschließt, keinen neuen AWA (Australischer Arbeitsvertrag) zu unterzeichnen, nachdem der vorherige ausgelaufen ist, könnte Aldi beschließen, den Beschäftigten auszusperren und keinen Lohn mehr zu zahlen, bis ein neuer Vertrag unterschrieben ist."

Behinderung der Gewerkschaftsarbeit auch in Deutschland

Aldi Nord/Süd hatte 2003 einen Jahresumsatz von 25 Milliarden Euro - die Beschäftigten, meistens Frauen, stehen unter enormem Arbeitsdruck bei niedrigen Stundenlöhnen und langen Arbeitszeiten.
Die Gewerkschaft ver.di kritisiert auch in Deutschland die großen Handelsmonopole Schlecker, Lidl und Aldi wegen Behinderung gewerkschaftlicher Rechte. Franziska Wiethold, Vorstandsmitglied in ver.di für den Handel: "Die Beschäftigten bei Aldi Süd arbeiten ohne Betriebsräte". Tarifliche Arbeitszeitregelungen und Freizeitansprüche würden von Aldi regelmäßig missachtet.
Die gewerkschaftliche Organisierung ist ein wichtiger Schritt für die Beschäftigten, ihre Rechte zu erkämpfen. Für freie politische und gewerkschaftliche Betätigung im Betrieb - auch bei Aldi!

Mehr Informationen unter:

www.smh.com.au/articles/2004/04/17/1082140112750.html
--- Ende Zitat ---

ToTo:

--- Zitat ---Aldi boykottiert «Süddeutsche Zeitung»

Der Discounter Aldi-Süd schaltet in der «Süddeutschen Zeitung» keine Anzeigen mehr. Zuvor hatte das Blatt kritisch über die Handelskette berichtet.
--- Ende Zitat ---


Mehr: Netzeitung.de

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