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Irrlichtprojektor:
hallo Sepp,
dafür lyncht dich Niemand. ;)

Wir müssen die Zusammenhänge richtig ergründen. Du schreibst selbst :


--- Zitat --- von der Senkung der Kosten durch Druck aufs Personal zu profitieren!!!
--- Ende Zitat ---

weiter


--- Zitat --- Wir beuten uns gegenseitig aus, die Unternehmen machen ihren Profit sowieso, egal ob die Angestellten viel oder wenig verdienen.
--- Ende Zitat ---

Die Ursache für billige Nahrungsmittel gründet sich nicht nur in billigen Löhnen der Discountangestellten, sondern vielmehr im billigen Einkauf der Produkte. Natürlich kann man den Laden Boykottieren aber ohne Solidarität wird man über das eigene reine Gewissen nichts erreichen. Und viele Menschen sind schlichtweg darauf angewiesen auf jeden, wirklich auf jeden Cent zu schauen. Oftmals reicht das Geld so schon nicht um über den Monat zu kommen. Die Zahlen der Tafel belegen dies recht deutlich das immer mehr Menschen gezwungen sind, sich mit minderwertigen Lebensmitteln versorgen zu müssen. Geld ist für viele zu Recht ein sehr gewichtiges Argument, leider!

Das Anspruchsdenken senken um Veränderung bewirken zu können halte ich für fatal. Wir würden letztendlich genau das Gegenteil erreichen. Also nicht Verzicht kann die Lösung sein, sondern Organisation und allg. Bewusstsein zur Lage durch Bildung und Aufklärung. Um anschließend daraus Handlung zu ermöglichen.

gruß irrlicht

Sepp79:
Hallo Irrlichtprojektor


--- Zitat ---Die Ursache für billige Nahrungsmittel gründet sich nicht nur in billigen Löhnen der Discountangestellten, sondern vielmehr im billigen Einkauf der Produkte.
--- Ende Zitat ---

Ja da hast du recht, das zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Wertschöpfungskette, schon klar das es da nicht reicht nur den Discounter Angestellten mehr zu geben. Aber das wäre ja der erste und kleinste Schritt, und schon dabei würde es scheitern. Ich wollte nur die grundsätzliche Gesellschaftliche Haltung in diesem Land verdeutlichen.


--- Zitat ---Und viele Menschen sind schlichtweg darauf angewiesen auf jeden, wirklich auf jeden Cent zu schauen. Oftmals reicht das Geld so schon nicht um über den Monat zu kommen. Die Zahlen der Tafel belegen dies recht deutlich das immer mehr Menschen gezwungen sind, sich mit minderwertigen Lebensmitteln versorgen zu müssen
--- Ende Zitat ---

Ich weiß, aber es ist ja nun nicht so das nur die Hartz4 Familien bei denen das Geld meist wirklich verdammt knapp ist beim Discounter einkaufen.
Jeder dritte Euro geht mittlerweile bei einem Discounter über die Theke, und nahezu die gesamte Mittelschicht verkehrt dort, ohne das es für sie Überlebenswichtig wäre.

Ich nenne mal ein Beispiel: Ein Bekannter von mir ist Lehrer an einem Gymnasium und verdient ca 2200 Euro NETTO! Seine Frau ist ebenfalls Lehrerin am Gymnasium. Zusammen kommen sie mit Ehe Freibeträgen usw (die ja eigentlich richtige Familien fördern sollten anstatt Doppelverdiener die in Wirklichkeit zusammen weniger Lebenshaltungskosten haben als zwei Singles) auf irgendwas in Richtung VIERTAUSENDACHTHUNDERT € Netto jeden Monat Den Großteil ihrer Einkäufe erledigen sie beim Discounter, ihre Möbel kommen ausnahmslos von Ikea aus China, ihr Auto ist ein gebrauchter Kia und auf dem Dach ihres geerbten Hauses haben sie mit nem fast zinslosen Kredit (dessen "verschenkte" Zinsen man auch kreditunwürdigen aber ideenreichen Existenzgründern hätte geben können) ne Solaranlage aufgestellt die armen Menschen wie vielen in diesem Forum den Strom unnötig verteuert weil sich die Technologie noch nicht rechnet, und fühlen sich dadurch als Weltverbesserer.Faslls in fünfzig Jahren die fossilen Energieträger ausgehen müsste eh ne neue Anlage aufs Dach, also bringts jetzt noch nichts, aber egal... Jeden Monat Bunkern die beiden über 3000  Euro auf ihrem Konto, was sie an Mieteinnahmen und Stromerlösen haben weiß ich nicht, aber was ich weiß ist das sie auch Ausbeuter sind, nur im kleineren Stil...

Viele Leute sind so wie diese beiden, die meisten nicht so extrem, das ist klar, aber sie tendieren in die selbe Richtung. Dabei ist es fast egal ob sie ihr Geld sparen oder komplett ausgeben, denn was zählt ist nur der maximale Profit. Wenn sie alles Geld sparen gibt es viel mehr Arbeitslose, und wenn sie alles ausgeben gibt es ganz viel tolle Arbeit für 7 Euro die Stunde, weil sie immer das billigste Angebot wählen würden und sich die Firmen daher auf Kosten des Personals gegenseitig unterbieten...


--- Zitat ---Das Anspruchsdenken senken um Veränderung bewirken zu können halte ich für fatal.
--- Ende Zitat ---

Vielleicht habe ich mich da etwas misslich ausgedrückt, das Anspruchsdenken sollte man nicht senken, ich finde man sollte es nur ändern in eine andere Richtung. Weg vom maximalen Eigennutz, und hin zu mehr Gemeinnutz. Die Skandinavischen Länder machen es uns vor, die Arbeitslosenquote ist niedrig, und das Lohnniveau für alle akzeptabel. Würde man dort nicht für alles doppelt soviel Zahlen während man "nur" 70-80% mehr verdient, wäre das nicht möglich.

Klar ist auch  (insofern muss ich meine Äusserungen korrigieren) das die Impulse hierfür nicht von den Schwächsten kommen können, sondern das sie von der Mittel und Oberschicht ausgehen müssen. Die Geringverdiener und ehemals Arbeitslosen müssten dann nachtziehen sobald sie ihre neue Stelle und/oder mehr Gehalt haben. Bis wir irgendwann aber mal soweit sind, muss noch viel geschehen. Bis dahin wird das Streben nach Eigennutz wohl noch weiter zunehmen.

Irrlichtprojektor:
Du nennst es Eigennutz, ich gebrauche dafür immer das Wort Selbstbezogenheit. Für mich klingt es treffender wir meinen aber sicherlich das gleiche.
Wege gibt es sicherlich einige wie man dem begegnen könnte. Ich fürchte wir kämpfen da auch auf weiter Ebene gegen Windmühlen. Die mediale Macht der Volksverblödung, die gesellschaftliche Ausrichtung nach dem göttlichem Geld usw. sind derart stark und tief verankert, das wir dem bislang nicht wirklich effektiv etwas entgegen setzen können. Zumindest nicht so wie wir es bislang versucht haben. Also das alte Muster von Klassenkampf über Gewerkschaft-Generalstreik ......... Ich schätze das wird nicht funktionieren. Die Arbeiterklasse ist dafür viel zu sehr gegeneinander ausgespielt und verfügt über kaum noch Klassenbewusstsein. Auf dem Gebiet haben sich unsere Mächtigen recht gut eingerichtet und können jederzeit mit ihrer allmächtigen Macht in aller Form zuschlagen, falls doch regional mal was "anbrennen" sollte.
Wir müssten etwas aufgreifen was alle irgendwie dennoch verbindet, wo ein erkennbarer Faden durch die gesamte Arbeiterschaft zu spüren ist. Ich meine, das wir diesen Faden in der allg. Politikverdrossenheit finden könnten. Ihrem eigenem Produkt, das selbst hergestellte Fabrikat aus Lügen, Hoffnung und präventiver Paranoia. Die letzten Wahlen, genauer die Wahlbeteiligung in Sachsen haben mich da recht zuversichtlich gemacht. Gerade mal 20%-30% der Wahlberechtigten sind an die Urne gegangen. Würde sich eine ähnlich geringe Wahlbeteiligung zu den Bundestagswahlen abzeichnen, ist es mehr an der Zeit den Nichtwählern eine "Stimme" zu geben. Die Debatten der Etablierten kann ich mir schon recht gut vorstellen, ich kann mir aber auch sehr gut vorstellen dagegen zu argumentieren nicht wählen zu gehen. Unter Umständen könnte sich daraus sogar eine Staatskrise entwickeln, habe ich mal irgendwo gelesen. Das will ich natürlich gar nicht ^^ Für unsere Ausbeuterfraktion kann ich es ja mal übersetzen: Ich finde es näHmlich total Scheiße das immer über die Nichtwähler hergezogen wird und man mit solchen Phrasen daher kommt "Wer nicht wählen war, kann auch jetzt die Klappe halten." Das ist nicht nur Falsch, sondern auch total daneben. Denn wenn man sich mit dem Wahlakt und Demokratie auseinandersetzt, bleibt einem gar nichts anderes übrig nicht wählen zu gehen wenn das Angebot Scheiße ist. Die Nichtwähler wollen eine Alternative welche wir (damit meine ich jetzt nicht DICH Kapitalist) ihnen geben sollten. Da würde ne Menge an Arbeit und Diskussion auf uns zu kommen und wir müssten jetzt damit beginnen die Fraktion der Nichtwähler zu erreichen. Wie heißt es so schön, der demokratische Konsens bildet sich aus der Mehrheit.....na dann man los. ;)

gruß irrlicht

Irrlichtprojektor:
Wir hatten hier schon recht hitzige Debatten im Zusammenhang mit Wahlen. In der Fraktion der Nichtwähler sehe ich keine größere Bedrohung auf das Ergebnis der Linken bei einer möglichen Bundestagswahl. Denn die einbehaltenen Stimmen dürften sich im gesamt aus den dann ehemals Etablierten ergeben. Stimmen, die eh schon von denen nach Links oder allg. in kleinere Parteien wandern. Bislang hatte der Nichtwähler immer so ein Schmuddelimage aufgesetzt bekommen. Logisch, denn er bestätigte durch sein eigentlich verbrieftes Recht nicht die bestehenden Machtverhältnisse. Unsere Aufgabe könnte darin bestehen dem Nichtwähler ein Gesicht zu geben womit er sich identifizieren kann. Damit können wir über die künstlich erzeugten Grenzen der Ausgespielten recht einheitlich agieren unabhängig vom sozialen Stand.

gruß irrlicht

Irrlichtprojektor:
Ich führe den Gedanken mal weiter....

mögliche Aufhänger:

-Workfare ! !
-Überwachung/Zensur
-Energie- Spritpreise
-Lebensmittelverteuerung
-EU-Reform oder Vertrag von Lissabon

Warum verspreche ich mir so viel davon?
Es dürfte leichter sein in diesem Fall Bequemlichkeit zu unterstützen, da sie durch das verbriefte Recht nicht den Urnengang vollführen zu müssen, der Einzelne in der Anonymität unangreifbar bleibt und dennoch Macht durch diesen "Ungehorsam" angreift. Eben dadurch das er seine Stimme behält und nicht einen gewählten Vertreter sein kleines Stück Macht, die Befugnis zukünftig seine Interessen zu vertreten, ihm überträgt. Eine Wahlbeteiligung von weniger als 30% würde den Gewinner gehörig unter Druck setzen durch gegnerische politische Akteure. Letztendlich haben wir dabei nichts zu verlieren und könnten eigentlich als Gewinner der Fraktion Nichtwähler hervorgehen und darüber hinaus evtl. Mitstreiter gewinnen wenn dieses ad absurdum den einen oder anderen "erwachen" lässt.

gruß irrlicht

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