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ALDI

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Irrlichtprojektor:

--- Zitat ---Original von alfred
Dein Denkansatz klingt gut, trotzdem werde ich aber auch weiterhin gültig wählen gehen...
--- Ende Zitat ---

Und genau darin sehe ich unsere Chance. Wir schaffen damit den Spagat von Nichtwählern zur Linken. Wir ziehen quasi am selben Strang, anstatt uns gegenseitig abzugrenzen oder Fronten aufzubauen. Ohne das jeder von uns  seine Ansichten aufgibt oder die Grundhaltung aufweicht. Unsere aller Positionen bleiben unberührt, wir stellen sie damit ja nicht in frage. Sind aber in der Lage gemeinsam gegenüber Ausbeutung agieren zu können. Intern, innerhalb der linken Szene (ich drücke es jetzt so mal aus) können die Diskussionen weiterhin geführt werden und vielleicht regt dies sogar an.

gruß irrlicht

Sepp79:

--- Zitat ---man muß klar sagen, da gibt es keine unterschiede, wobei edeka usw noch bei weitem schlechter bezahlen als lidl oder aldi.

--- Ende Zitat ---

Das Rewe und Edeka die Mitarbeiter schlechter bezahlen als Aldi und Lidl und sich auch Krücken leisten weiß ich, aber zwei Dinge solltest du dabei nicht vergessen (habe selber lange als Aushilfe bei nem Edeka gearbeitet als weiß ich wovon ich rede):

1: Beim Edeka ist die Arbeit nicht so körperlich belastend wie beim Aldi, da es meistens ausreichend Personal gibt und andere Arbeitsaufgaben (z.B. Prdodukte vorziehen damit die Regale ordentlich aussehen). Auch hat das Personal Leerlaufzeiten in denen es mal ein Schwätzchen halten und sich erholen kann kann, bei Aldi wird durchgearbeitet weil das Pensum sonst nicht zu schaffen ist. Gerade die Discounter zahlen nur mehr weil sie das doppelte verlangen! Würden die das selbe zahlen würde dort niemand arbeiten!

2: Ein Edeka mit identischem Umsatz wie ein Aldi beschäftigt viermal so viel Personal. Die verdienen zwar weniger, aber insgesamt sind die Lohnausgaben bei nem Edeka trotzdem immens höher als bei nem Aldi.


--- Zitat ---Es ist nicht falsch, was du sagst, aber jemandem, der nichts hat, vorzuwerfen, daß er seine paar lumpigen Kröten beim Discounter lässt, wohingegen du bei so edlen Läden wie Rewe und Edeka (daß ich nicht lache!) einkaufst, das ist - wie soll ich sagen - hm ... interessant ...
--- Ende Zitat ---

Ich möchte mich nochmals entschuldigen.
Es ist mir klar das von den Gerinverdienern nicht die Impulse für ein Umdenken ausgehen können. Ich hatte mich da missverständlich ausgedrückt, tut mir leid!

Es muss ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden das bei der Mittel und Oberschicht anfängt. Wenn sich eine Gesellschaft als ganzes ändert, ändern sich letztendlich auch die Unternehmen, denn dort sitzen letztendlich auch keine Maschinen am Drücker, sondern ebenfalls formbare Menschen.

Genaugenommen sind es die unteren 20-30% die von den restlichen 70-80% ausgebeutet werden. Je besser das eigene Einkommen, des höher ist der herausgeschlagene Nutzen. Das witzigste daran ist das ein guter Prozentsatz derjenigen die jetzt noch gut verdienen und von den miesen Arbeitsbedingungen anderer profitieren auch selber an ihrem eigenen Stuhl sägen. Das der Mittelstand schrumpft ist längst bekannt.



--- Zitat ---und das gilt für alle branchen, wie schon erwähnt, wo finden wir denn noch wirklich deutsche wertarbeit in unseren autos?
--- Ende Zitat ---

Frag doch mal die 1 Million beschäftigten die direkt oder indirekt von der Autoindustrie leben wohin ihre Arbeit fliesst.

Wenn alles so Schwarz Weiss wäre wie du sagst müsste ja das ganze Land arbeitslos sein, weil alles aus Billigländern käme...

Was ich dir aber sagen kann ist das das halbe Land arbeitslos wäre wenn es keinen Export gäbe. Der macht nämlich bald schon die Hälfte unserer Wirtschaftsleistung aus, weil der Deutsche kaum noch bereit ist den Lohn zu geben den er selber für sich beansprucht!

Der Staat welcher eigentlich Vorbild sein sollte lebt das ganze sogar noch vor, indem er regulären Firmen Aufträge entzieht die dann von 1 Euro Jobbern übernommen werden!!!


--- Zitat ---
ich schätze mal, die eigentlichen verlierer sind die, die mehr bezahlen als nötig.

--- Ende Zitat ---

Das ist genau die Antwort die man von einem "Asbeuter" Unternehmen zu hören kriegen würde wenn man es nach seinen gezahlten Löhnen fragen würde. "Der Markt gibt den Preis her, warum sollte ich mehr zahlen..." Ja warum sollte er eigentlich, wenn seine Wettbewerber nur den selben Hungerlohn zahlen und die Leute begeistert dort kaufen aufgrund des billigeren Preises?

Und gute Löhne bekommt man ohnehin nur noch bei Firmen die ihre Waren im Ausland absetzen können. Wer für eine Firma arbeitet die so wie mein Arbeitgeber für ein Unternehmen tätig ist das Flatrates fürs Handy zum Festnetz und zur XXX Gruppe für 10€ im Monat verkauft um neue Kunden zu bekommen, der kann Lohnmässig nichts erwarten.

In den 70ern waren die Unternehmen in Deutschland und die Menschen noch anders. Beide Gruppen haben sich ins negative verändert als Gesamtheit betrachtet. Sie unterscheiden sich meiner Meinung nach nicht viel. Ich bekomme das jeden Tag zu spüren wenn ich trotz Vollzeit Stelle nur knapp über der Armutsgrenze liege damit "das Volk" zu einem Bruchteil des Festnetzpreises von vor 10 Jahren heute mobil endlos telefonieren kann.

Ziggy:
Deutsche Autoindustrie:
In der Produktion werden zunehmend billige Leiharbeitskräfte eingesetzt. Ich war bei einem Zulieferer beschäftigt. Dort waren 70 % Leihkeulen für ca. 7 €/Std. am Werk.

Elektro:
Ich war bei AEG-Electrolux in Rothenburg o.d. Tauber. Dort findet nur noch die Endmontage und der Versand statt. Gefertigt werden die Teile in Fernost. Auch hier zunehmend Leiharbeiter am Band. Außerdem Lohndrückerei durch Erpressung: Lohnverzicht oder Produktionsverlagerung.
Randstad Inhouse. Pfui Deibel.

Nebenbei: Wer kauft eigentlich immer noch Produkte von Herrn Müller aus Aretsried?

Oder bei Schlecker?

Sektsauferle:

--- Zitat ---Frag doch mal die 1 Million beschäftigten die direkt oder indirekt von der Autoindustrie leben wohin ihre Arbeit fliesst.
--- Ende Zitat ---

dann frag doch mal, was die noch fertigen, was sie bezahlt bekommen usw.

ich habe in metall, elektro usw oft genug gearbeitet.
metall ist im bereich kfz die hölle, von wertarbeit will ich garnicht anfangen und elektro macht einen großen teil nur nioch nacharbeit, zusatzarbeit und kontrolle.

da lohnen sich dann 50 % ausschuß oft genug, um das zeug trotzdem aus dem ausland kommen zu lassen.

Sepp79:

--- Zitat ---Deutsche Autoindustrie:
In der Produktion werden zunehmend billige Leiharbeitskräfte eingesetzt. Ich war bei einem Zulieferer beschäftigt. Dort waren 70 % Leihkeulen für ca. 7 €/Std. am Werk.

ich habe in metall, elektro usw oft genug gearbeitet.
metall ist im bereich kfz die hölle, von wertarbeit will ich garnicht anfangen und elektro macht einen großen teil nur nioch nacharbeit, zusatzarbeit und kontrolle.

--- Ende Zitat ---

Das bestätigt doch nur das was ich gesagt habe. Was du beschreibst sind die Folgen, wovon ich spreche ist die Ursache. Es findet ein ruinöser Wettbewerb statt, jeder gegen jeden und den höchsten Preis zahlen die schwächsten!!!


Jeder will für sich den maximalen Profit rausschlagen. Wenn der Löwe LcdTV bei gleichen Produkteigenschaften und Testergebnissen wie der LG LcdTV für 1499 Euro verkauft wird, und sagen wir der LG für 1299 Euro, dann kaufen sich die Leute den LG Fernseher.

Nach spätestens 10 Jahren muss dann wieder ein neues Gerät her, natürlich wieder ein LG wenn der Unterschied nur im Preis liegt. Früher hätte man sich den Löwe gekauft und nen neuen erst nach 13 Jahren angeschafft, (die Kosten wären dann über die Jahre gerechnet gleich) heute sagen die Leute sie könnten sich das teurere Gerät nicht leisten (klar wenn in immer kürzeren Spannen neue Geräte gefordert werden).

Was wird die Firma Löwe nun machen? Von der Gier besessen so wie ihre Kunden auch, will sie von ihrer 5-10% Gewinnspanne nichts abgeben, folglich muss an der Kostenschraube gedreht werden. Die Konsequenz sind Lohnsenkungen bei den Beschäftigten, nochmals verringerter Lohn für neue Mitarbeiter, oder komplette Produktion im Ausland.

Ich habe mal letztens meine Großmutter gefragt wie lange eine neue Küche halten muss. Ihre Antwort war mindestens 20 Jahre. Als ich meiner Freundin die selbe Frage stellte nannte sie mir 10, maximal 15 Jahre. Die Ansprüche sind enorm gestiegen, und um diese zu befriedigen gehen alle über Leichen.

Besserung ist nicht in Sicht, weder bei den Firmen noch bei den Konsumenten.

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