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ALDI

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ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Original von Junge Welt

06.05.2004  

Nick Brauns, München
 
Miese Tricks
 
Kein Betriebsrat bei Aldi Süd. Unternehmen soll Wahl hintertrieben und Zeitung abgestraft haben
 
Auf Platz drei der Liste der reichsten Männer der Welt setzte das US-Wirtschaftsmagazin Forbes zu Jahresbeginn den 84jährigen deutschen Unternehmer Karl Albrecht und seinen Bruder Theo. Beide sind Eigentümer des Lebensmitteldiscounters Aldi, dessen Unternehmenswert auf 25 Milliarden Euro geschätzt wird. Während Theo Herrscher über den Norden der BRD ist, bestimmt Karl über Aldi Süd, obwohl sich beide vor einigen Jahren aus dem operativen Geschäft zurückgezogen haben.

Aldi ist ein Konzern mit gewaltiger Marktmacht. Nur Betriebsräte sind Mangelware in den rund 3 500 deutschen Filialen. Während im nördlichen Teil des Familienimperiums immerhin etwa zwei Dutzend Betriebsräte existieren, versucht das Management in den rund 1 500 süddeutschen Filialen, dies weiterhin mit allen Mitteln zu verhindern.

Arbeitshetze gehört nach Gewerkschaftsangaben bei Aldi zum Alltag. Nicht zuletzt wegen der Arbeitsbedingungen hatten drei Angestellte einer Aldi-Filiale in München-Großhadern Anfang April die Initiative für die Bildung eines Betriebsrats ergriffen. Das Management reagierte Presseberichten zufolge mit massiven Behinderungen. Eine Mitarbeiterin sei am Arbeitsplatz bespitzelt worden, um herauszufinden, wer hinter der Betriebsratskampagne steckt. Ein Filialleiter soll mit der Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld gedroht haben. So berichtete die Süddeutsche Zeitung (SZ), daß bei einer Filialversammlung Anfang April ein Regionalgeschäftsführer sich weigerte, den Raum zu verlassen.

Um individuelle Einschüchterungen zu erschweren, beschloß ver.di, mehrere in einem Bezirk zusammengeschlossene Aldi-Filialen zur gemeinsamen Vorbereitung der Betriebsratswahl zu rufen. Der SZ zufolge schien die Idee eines Betriebsrates auf Zustimmung zu treffen. Schließlich folgten Ende April gleich 50
von 54 Wahlberechtigten dem Aufruf zur Betriebsversammlung in einem Münchner Hotel. Doch dann sei es einer Kollegin herausgerutscht: »Wir sind hier, um die Betriebsratswahl aufzuhalten.« Bis auf die drei Initiatorinnen stimmten alle anwesenden Mitarbeiter gegen die Gründung eines Wahlvorstandes zur Vorbereitung der Betriebsratswahl.

Jasna Schmidt, die zu den Initiatorinnen der Betriebsratskampagne gehört, werde nun vom Filialleiter nur noch allein in die Mittagspause entlassen, um sie von ihren Kolleginnen zu isolieren. »Wenn wir nicht rechtzeitig Öffentlichkeit organisiert hätten, wären die Initiatorinnen der Betriebsratswahl längst rausgeflogen«, meinte Dagmar Rüdenburg von ver.di München in der SZ.

Diese Öffentlichkeit könnte das Blatt, das im Lokalteil über die Schikanen der Unternehmensführung berichtete, jetzt teuer zu stehen kommen. Offenbar aufgrund der kritischen Berichterstattung hat Aldi eine zweimal wöchentlich erscheinende ganzseitige Werbung in der Zeitung stoppen lassen. Mit einer Verleumdungsklage hatte man bei der SZ durchaus gerechnet. Doch Aldi konterte offenbar mit ökonomischem Druck. Bislang jedenfalls berichtet die SZ weiter über die Vorgänge beim Discounter.

Jetzt geht der Kampf um den Aldi-Betriebsrat in die nächste Runde. Ver.di-Anwalt Rüdiger Helm hat unter Berufung auf das Betriebsverfassungsgesetz beim Arbeitsgericht beantragt, einen Wahlvorstand aus den drei Initiatorinnen der Kampagne sowie Gewerkschaftssekretärin Rüdenburg gerichtlich einzusetzen. In geheimer Wahl könnte die Aldi-Beschäftigten demnächst zeigen, wie sie wirklich zum Betriebsrat stehen.
 

--- Ende Zitat ---

ManOfConstantSorrow:
25.05.04 - Aldi erpresst Beschäftigte und Zeitungen
Aldi-Süd versucht mit allen Mittel die Wahl von Betriebsräten in seinen Filialen zu verhindern. In einer Mitteilung heißt es: "Wenn sie einen Betriebsrat wählen, werden Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen." Als die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtete, stornierte Aldi einen Anzeigenauftrag über 1,5 Mio. Euro bei der Zeitung. Dass andere Tageszeitungen nicht über die Vorfälle bei den Aldi-Betriebsratswahlen berichten, belegt für die Gewerkschaft ver.di dass solche Erpressungsversuche mit Anzeigen kein Einzelfall seien.

ManOfConstantSorrow:
spiegel-online 21. November 2005

ALDI

70 Überstunden im Monat

Auf Aldi in Salzgitter kommt offenbar ein Bußgeld von mehreren Tausend Euro wegen drastischer Überschreitung von Arbeitszeiten zu. Die Praktiken sind von der Gewerbeaufsicht gestoppt worden.

 Hamburg - Jürgen Reif, Leiter des zuständigen Gewerbeaufsichtsamts in Braunschweig bestätigte gegenüber dem SPIEGEL "beharrliche Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz", wobei er Aldi nicht ausdrücklich nannte. Vor allem im Zentrallager der Lebensmittelkette in Salzgitter-Bad war es bei Mitarbeitern zu Mehrarbeit von bis zu 70 Stunden im Monat gekommen.

Auch die Lkw-Fahrer sollen von dem Überstundendruck betroffen sein. Die lange gängige Praxis stoppte offensichtlich nicht der Betriebsrat, sondern Anwälte und das Gewerbeaufsichtsamt, die im Spätsommer von den Verstößen erfuhren.

Es kam zu einigen hektischen Neueinstellungen im Zentrallager, das über 70 Filialen zwischen Braunschweig, Wernigerode und Hildesheim beliefert. Geschäftsführer Uwe Iders sagte, es gebe "keine Probleme" mit Überstunden. Wenn doch welche aufgetreten seien, so Iders weiter, hingen die mit der Erweiterung des Lagers zusammen. Die neue Fläche wird allerdings noch gar nicht bewirtschaftet.

ManOfConstantSorrow:
Aldi-Nord und die Gewerkschaften
Moral zum Discount-Tarif

Auch die Supermarktkette Aldi Nord gerät in den Sog der Affären um verdeckte Einflussnahmen auf Arbeitnehmer-Organisationen. Der Discounter wollte sich ein handzahmes Gegengewicht zur Gewerkschaft Verdi schaffen. Das Unternehmen sägt damit an einem Kernelement des deutschen Sozialmodells.

Zuerst Siemens, dann der Briefzusteller Pin, nun Aldi. Ein Unternehmen nach dem anderen fliegt auf, das über dunkle Kanäle heimlich daran gearbeitet hat, ein über Jahrzehnte hinweg bewährtes Kernelement der deutschen Sozialpartnerschaft rigoros plattzumachen: nämlich die freie Wahrung von Arbeitnehmerinteressen in Unternehmen.

Viel Geld hat man ausgegeben, um sich in letzter Konsequenz eine Arbeitnehmerorganisation zu kaufen, sich zumindest aber ihre Vertreter gefügig zu machen. Im Idealfall wollte man in den Betriebsräten willfährige Lakaien haben, die absegnen, was die Manager sonst nicht so ohne weiteres hätten durchsetzen können. Nicht dem Wohl der Mitarbeiter und des Unternehmens sollte dies dienen, sondern ausschließlich dem Profit der Eigentümer. Es ging schlichtweg um Macht.

Es ist entsetzlich, dass es Pseudogewerkschaften gibt, die sich prostituieren. Soweit es um die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) geht, zeigen die Vorgänge bei Aldi-Nord endgültig, dass die Gruppe nur dem Namen nach unabhängig war. Tatsächlich hing sie am finanziellen Tropf von Siemens und Aldi und womöglich auch noch anderen. Kämen die Fälle weiterer verdeckter Sponsoren ans Tageslicht - niemand würde sich wundern.

Doch nicht nur Arbeitnehmervertreter, auch Arbeitgeber brauchen Moral. Sie scheint in manchen Firmen zumindest zeitweise verkommen zu sein. Der neue Siemens-Chef Peter Löscher hat sich von den Machenschaften früherer Manager des Konzerns in Zusammenhang mit der AUB distanziert. Ein ähnliches Wort des Bedauerns stünde auch den milliardenschweren Aldi-Nord-Eigentümern gut zu Gesicht.

(SZ vom 7.4.2008/lala)
http://www.sueddeutsche.de/,tt5l1/wirtschaft/artikel/932/167450/

Sepp79:
Was dort teilweise bei einigen Discountern abgeht ist natürlich scheisse, aber was ich nicht verstehe ist warum die meisten darüber meckern um am nächsten Tag sich dort den Wagen voll zu machen und selber von der Senkung der Kosten durch Druck aufs Personal zu profitieren!!!

Ich verdiene selber verdammt wenig aber ich gehe trotzdem nur selten zu den Discountern, diese ganzen Grundnahrungsmittel bekomme ich beim Edeka und Rewe fast zum selben Preis, wenig Geld ist für mich da kein Argument, sry.

Diese ganzen Billigketten auch in anderen Bereichen z.B. Kik wo ne Angestellte in Vollzeit 5-6€ h verdient gibt es doch nur weil der Deutsche auf nen billigen Preis anspringt. Die akzeptablen Arbeitsplätze gehen dann zusehends verloren und es wird geklagt das zu wenig Geld da ist, weitere Billig Läden machen auf..Das ganze ist ein Teufelskreis.

Den Deutschen interessiert es nur fadenscheinig ob Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten werden, denn mit seinem Kauf bei einem Ausbeuter gibt er stillschweigend sein Einverständnis. Die Boykottierung eines Geschäfts ist das einzige Druckmittel das man als Verbraucher hat.

Gerade die Discounter sind bei Neuerungen doch sehr innovativ, jeder mag sich selber überlegen warum kleinere Discounter wie Norma die ganz scharf darauf sind Aldi Lidl usw das Wasser reichen zu können beispielsweise mit nem Butterpreis werben der 2 Cent unter dem von Aldi liegt, ansstatt jedes Produkt zwei Cent teurer zu verkaufen und Kunden dadurch zu gewinnen das es in jeder Filiale einen Betriebsrat und einen zusätzliche Stelle gibt damit die Arbeiter nicht nach 20 Jahren maloche bildlich gesprochen am Stock gehen müssen.

Wir leben nun mal in einer marktwirtschaft, und die Unternehmen geben den Kunden was sie wollen. Der deutsche Kunde will nen billigen Preis und den bekommt er auch. Mit allen Konsequenzen. Wir beuten uns gegenseitig aus, die Unternehmen machen ihren Profit sowieso, egal ob die Angestellten viel oder wenig verdienen. Oder glaubt jemand allen ernstes die Unternehmen in der Schweiz (und anderswo) wo ordentlich gezahlt wird würden einen geringeren Profit erzielen als die Deutschen mit ihren billig Kräften...???

Ihr könnt mich nun lynchen wenn ihr wollt, aber so ist nunmal meine Meinung, tut mir leid. Wer will das sich etwas ändert muss es in Kauf nehmen für weniger Konsum das selbe zu zahlen.

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