Autor Thema: Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen  (Gelesen 4346 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« am: 20:38:19 Mi. 30.August 2006 »
Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, vom 30.08.2006

Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen

Angesichts der aktuellen Debatte über die Modalitäten des geplanten Börsengangs der Bahn hat die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag erneut vor dem Vorhaben gewarnt.

"Ob mit oder ohne Netz: Bei einer Privatisierung zahlen Beschäftigte und Fahrgäste die Zeche", sagte Dorothee Menzner, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion.

Dass die Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet nur gegen die Trennung von Netz und Betrieb, nicht jedoch gegen den Börsengang als solches protestiere, sei unverständlich, so Menzner. "Auch in einen integrierten Konzern wird für die privaten Kapitalgeber nur die Rendite zählen, aber nicht die Arbeitsplätze und Kundenwünsche." Die Politik der letzten Jahre, mit der die Bahn fit für die Börse gemacht werden sollte, habe bereits zu massiven Streckenstilllegungen, Preiserhöhungen, Personalabbau und Investitions-Zurückhaltung geführt; dieser Trend werde sich nach der erfolgten Teilprivatisierung verstärken, so Menzner. "Wir hoffen, dass sich die Gewerkschaft auf ihren 'Plan B' besinnt und gegen den Börsengang mobilisiert. Auf die Unterstüzung unserer Fraktion kann sie dabei zählen."

Skandalös sei zudem, dass die Politik derzeit den Eindruck erwecke, die Entscheidung über Art und Umfang des Börsengang sei schon gefallen, erklärte Menzner. "Statt das Parlament auf diese Weise zu entmündigen, sollte im Gegenteil ohne Zeitdruck eine ausführliche Debatte über die Konsequenzen der Bahn-Privatisierung ermöglicht werden."

Weitere Informationen:
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag,
Pressestelle Platz der Republik 1,
D-11011 Berlin
pressesprecher@linksfraktion.de,
hrrp://www.linksfraktion.de
Fax: +49.30.227.56801
Hendrik Thalheim, Pressesprecher,
Tel. +49.30.227.52800
Malte Kreutzfeldt, 2. Pressesprecher,
Tel. +49.30.227.52803
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Tel. +49.30.227.52801

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #1 am: 16:01:56 Sa. 02.September 2006 »
1. Die Zeiten, in denen der Bundeshaushalt jährlich Milliarden in eine
   defizitäre und dennoch 'miefige' Bahn (veraltete, langsame Züge,
   verdreckte Bahnhöfe) steckte, müssen endlich zu Ende sein

2. Private Bahnen bedeuten nicht automatisch höheren Komfort,
   mehr Pünktlichkeit, besseren Service u.s.w.

   Ich komme ja dienstlich in viele Länder; schon Mal da Bahn gefahren ?
   Beispiel Grossbritannien :
  1. Klasse deutlich verschliessen (von wenigen neuen Zügen
  abgesehen); schlechter als ICE 1. Klasse in D

Seit es die ICEs gibt, sehe ich sie für Strecken von 300 - 800 km als ideale Alternative zu PKW einerseits und Flugzeug andererseits
(unkomplizierte Ein- und Aussteigen, in 1. Klasse mehr Platz als in der Business Class in Flugzeugen, kein Fahrstress (schlechtes Wetter, Brummis und andere Linksbummler auf der Überholspur)

So bin ich sehr interessiert, dass das hohe Leistungsniveau der DB erhalten bleibt und weiter ausgebaut wird.

Wettbewerb kann da helfen. Aber der funktioniert nur, wenn das Schienennetz eigenständig wird. Sonst kann die Bahn jeden Wettbewerber mit hohen Nutzungsgebühren aus dem Geschäft drängen.

Hat sonst jemand Erfahrungen mit privaten Bahnem im In- und Ausland ?
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Wilddieb Stuelpner

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #2 am: 16:16:58 Sa. 02.September 2006 »
Wenn man einschlägige Eisenbahnsendungen verfolgt, ganz speziell Eisenbahnromantik, dann hört man so manches Mal Seitenhiebe auf die Bahn AG und der vorbildliche Service bei den Schweizer Bundesbahnen. In Grenznähe Schweiz/BRD fährt die SBB lieber etwas in deutsches Gebiet hinein, um die Züge zu übernehmen statt die Bahn AG in die Schweiz zu lassen.

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #3 am: 16:32:37 Sa. 02.September 2006 »
Zustimmung !

Ist schon etliche Jahre her, als ich mit Bahnen in CH unterwegs war
(deshalb habe ich es wohl nicht erwähnt), habe aber sehr gute Erinnerungen daran.
Consultant

ManOfConstantSorrow

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #4 am: 14:07:50 Sa. 11.November 2006 »
Demokratie live: Politik macht das Gegenteil von dem, was die Bevölkerung will:

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid sind 71 Prozent der Bundesbürger dafür, daß die Deutsche Bahn öffentliches Eigentum bleibt. Das Bündnis "Bahn für alle", das die Umfrage in Auftrag gegeben hatte, forderte die Bundesregierung auf, alle Pläne zum Verkauf der Bahn aufzugeben.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

uwenutz

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #5 am: 21:37:29 So. 12.November 2006 »
... und vor allem, wem gehört die Bahn eigentlich?, wohl kaum dessen
geschmierten Volksverdre(t)hern, die Antwort ist einfach, sie gehört
allen Bürgern der Bundesrepublik gemeinsam, dazu gehört dessen
gesamtes Equipment und seiner Infrastruktur, sie wurde schlicht und
ergreifend von allen Bürgern über dessen vielfältigen Steuern bezahlt.
Privatisierung heißt hier, sowie es schon bei der damaligen Post
gewesen ist, Enteignung des Volkskapitals um über dessen Kapitalstock
handelbares Aktienkapital zu erwirken, der Dumme wird der finanziell
schwächere Kunde sein. Es ist es jetzt schon so, daß mehr Augenmerk
auf finanzstarke Cityverbindungen wert gelegt werden um gleichzeitig
den klassischen Pendlerverkehr zuvernachlässigen, die daraus zu
resultierende Gefahr wäre dann im nächsten Schritt der eigens dafür
auszulagender Streckennetzbereich, der dann vielleicht als
eigenständiges Unternehmen auftreten wird. Desweiteren ist es ein
leichtes zu prognostizieren, daß Personalkürzungen nicht lange auf
sich warten lassen. Kurz und gut, die gesamte in ihr wohnende
Liberalisierungsseuche wird sein Labsal auf uns ausschütten.
Apropo, es mag ja schön sein im so wunderbaren Switzerland durch die
Toblerone Welt zu steuern nur und das ist das Entscheidende, haben
wir (inländischen Bürger) als Steuerzahler dessen Bahn nicht bezahlt,
b.: diese war im 19. Jahrhundert noch zu hundert Prozent privatisiert
und heute zwar eine Aktiengesellschaft (seit 1999) aber dessen
Eigentümer ist die C.:
Schweizer Eidgenossenschaften.

koko

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #6 am: 15:00:16 Di. 14.November 2006 »
Zitat
Original von Consultant
1. Die Zeiten, in denen der Bundeshaushalt jährlich Milliarden in eine
   defizitäre und dennoch 'miefige' Bahn (veraltete, langsame Züge,
   verdreckte Bahnhöfe) steckte, müssen endlich zu Ende sein

[...]

Zitat
Original von Consultant
So bin ich sehr interessiert, dass das hohe Leistungsniveau der DB erhalten bleibt und weiter ausgebaut wird.

[...]

du widersprichst dir gerade selbst!

nimm bitte stellung dazu.

ps: einen mindestens ebenso langen anhang wie dein kommentar ist hier durchaus angebracht

koko

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #7 am: 10:26:29 Mi. 15.November 2006 »
aus dem Bereich:
=> Industrie & Handwerk & Agrar » Betriebe aus Süddeutschland und im Allgemeinen » Preiserhöhung der Bahn

eine passende ergaenzung, die wohl einiges erklaert:

http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=7564

auf diesen kommentar, wenn er denn war sei, glaube ich nicht, dass die DB nach dem boersengang bessere leistung sehen laesst,
..fuer den kunden, nur aktionaere werden durch personalentlassungen mit gleichzeitig einhergehender preiserhoehung befriedigt.

frage: ist die, viel gepriesene, schweizer bahn nicht staatlich?

uwenutz

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #8 am: 17:30:45 Mi. 15.November 2006 »
Nur darum geht es, Befriedigung der Aktionäre und nochmals
Befriedigung der Aktionäre und das bedeutet unter Massgabe
der Privatisierung, Befriedigung der Aktionäre und wer jetzt
fragt wo bleibt in meiner Aussage der Mitarbeiter hat es verstanden.

ManOfConstantSorrow

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #9 am: 19:03:21 Mo. 01.Januar 2007 »
1. Januar 2007

Bahn frei für privates Kapital

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn darf sich berechtigte Hoffnungen machen: 2007 könnte als das Jahr der Privatisierung in die Geschichte der Deutschen Bahn eingehen.

http://www.handelsblatt.com/news/Journal/So-wird-2007/_pv/_p/302441/_t/ft/_b/1198217/default.aspx/bahn-frei-fuer-privates-kapital.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Wilddieb Stuelpner

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #10 am: 00:28:19 Di. 02.Januar 2007 »
Das ist genau das Gegenteil von dem, was man sich von der damaligen Gründung der Deutschen Reichsbahn zum 01.04.1920 erhoffte, die aus den Privat- und Länderbahnen einst hervorging.

Eins der Ziele war den Kraut- und Rübenzustand der unterschiedlichen Lokomotiven und des Wagenparks zu standardisieren, zu vereinheitlichen, damit größere Stückzahlen an rollendem Material durch Serien- und Massenfertigung rentabel bei den Herstellerwerken geordert werden konnten und für verschiedene Einsatzzwecke das gleiche rollende Material reichsweit eingesetzt wurde. Auch eine Frage des Reparaturaufwandes, ob man eine beschädigte Lok wieder aus dem Ganzen feilen muß oder nur Baugruppen tauscht.

Ich hatte am 30.12.2006 im NDR mir diese Sendung angesehen: Die beliebtesten Trecker Norddeutschlands

und kam zu dem Schluß, daß eine unübersehbare Vielfalt von Zugfahrzeugen typisch für reichsdeutsche und bundesdeutsche Kleinstaaterei ist, ein volkswirtschaftlicher Humbug. Es herrschte Verdrängungswettbewerb auf einen bereits gesättigten Absatzmarkt. Es wurden Kleinserien und Einzelstücke produziert, die nie rentabel sein konnten. Das ist das wirtschaftliche Niveau der deutschen Kleinstaaten vor 1848 und das Privateigentum an Produktionsmitteln wird so ein teurer Klotz am Bein, ein Hemmnis in der Entwicklung von Wissenschaft und Technik. Die vorhandenen Kräfte und Kapazitäten sind nicht konzentriert, sondern gespalten und der eine ist des anderen Teufel.

Genossenschaftlichem und volkseigenem Eigentum gehört die Zukunft und nicht den Garagenfirmen oder den großen Ausbeuterkonzernen. Die Wirtschaft hat dem sozialen Wohl der Bevölkerung zu dienen und nicht die arbeitende Bevölkerung den Brieftaschen der Unternehmer.

ManOfConstantSorrow

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #11 am: 14:33:41 Do. 11.Januar 2007 »
Es wurde schon oft berichtet über die Katastrophalen Bahnunglücke in Britannien berichtet, die auf den Rückgang der Sicherheit durch die Privatisierung zurückzuführen sind. Es wird nicht aus den Fehlern gelernt und jetzt heißt es auch hier: profit before people!


Fragwürdige Ausbildung zum Lokführer

Mit einer Anzeige in einem Werbeblättchen sucht das Essener Verkehrsunternehmen Abellio künftige Lokführer. Die sollen ab Dezember 2007 unter anderem auf der Ruhr-Sieg-Strecke eingesetzt werden. Die Ausbildung zur Lokführer soll in nur zehn Monaten (!) erfolgen und zum Teil von der Agentur für Arbeit bezahlt werden. Denn bewerben kann sich nur, wer über einen sogenannten Bildungsscheck der Arbeitsagentur verfügt.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

nikeen

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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen
« Antwort #12 am: 15:32:01 Do. 11.Januar 2007 »
Also wenn die Bahn noch teurer wird wars das für mich. Außer ICE is schon jetzt alles den Preis nicht wert. Die neuen RE Züge sin eng, ungemütlich, laut und meist voll, sehn nur von außern toll aus  :O . Da warn die alten Züge mit ihren Abteils bequemer.