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Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen

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Wilddieb Stuelpner:
Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, vom 30.08.2006

Bahn-Börsengang schadet Beschäftigten und Fahrgästen

Angesichts der aktuellen Debatte über die Modalitäten des geplanten Börsengangs der Bahn hat die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag erneut vor dem Vorhaben gewarnt.

"Ob mit oder ohne Netz: Bei einer Privatisierung zahlen Beschäftigte und Fahrgäste die Zeche", sagte Dorothee Menzner, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion.

Dass die Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet nur gegen die Trennung von Netz und Betrieb, nicht jedoch gegen den Börsengang als solches protestiere, sei unverständlich, so Menzner. "Auch in einen integrierten Konzern wird für die privaten Kapitalgeber nur die Rendite zählen, aber nicht die Arbeitsplätze und Kundenwünsche." Die Politik der letzten Jahre, mit der die Bahn fit für die Börse gemacht werden sollte, habe bereits zu massiven Streckenstilllegungen, Preiserhöhungen, Personalabbau und Investitions-Zurückhaltung geführt; dieser Trend werde sich nach der erfolgten Teilprivatisierung verstärken, so Menzner. "Wir hoffen, dass sich die Gewerkschaft auf ihren 'Plan B' besinnt und gegen den Börsengang mobilisiert. Auf die Unterstüzung unserer Fraktion kann sie dabei zählen."

Skandalös sei zudem, dass die Politik derzeit den Eindruck erwecke, die Entscheidung über Art und Umfang des Börsengang sei schon gefallen, erklärte Menzner. "Statt das Parlament auf diese Weise zu entmündigen, sollte im Gegenteil ohne Zeitdruck eine ausführliche Debatte über die Konsequenzen der Bahn-Privatisierung ermöglicht werden."

Weitere Informationen:
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag,
Pressestelle Platz der Republik 1,
D-11011 Berlin
pressesprecher@linksfraktion.de,
hrrp://www.linksfraktion.de
Fax: +49.30.227.56801
Hendrik Thalheim, Pressesprecher,
Tel. +49.30.227.52800
Malte Kreutzfeldt, 2. Pressesprecher,
Tel. +49.30.227.52803
Marion Heinrich, Redakteurin,
Tel. +49.30.227.52801

Consultant:
1. Die Zeiten, in denen der Bundeshaushalt jährlich Milliarden in eine
   defizitäre und dennoch 'miefige' Bahn (veraltete, langsame Züge,
   verdreckte Bahnhöfe) steckte, müssen endlich zu Ende sein

2. Private Bahnen bedeuten nicht automatisch höheren Komfort,
   mehr Pünktlichkeit, besseren Service u.s.w.

   Ich komme ja dienstlich in viele Länder; schon Mal da Bahn gefahren ?
   Beispiel Grossbritannien :
  1. Klasse deutlich verschliessen (von wenigen neuen Zügen
  abgesehen); schlechter als ICE 1. Klasse in D

Seit es die ICEs gibt, sehe ich sie für Strecken von 300 - 800 km als ideale Alternative zu PKW einerseits und Flugzeug andererseits
(unkomplizierte Ein- und Aussteigen, in 1. Klasse mehr Platz als in der Business Class in Flugzeugen, kein Fahrstress (schlechtes Wetter, Brummis und andere Linksbummler auf der Überholspur)

So bin ich sehr interessiert, dass das hohe Leistungsniveau der DB erhalten bleibt und weiter ausgebaut wird.

Wettbewerb kann da helfen. Aber der funktioniert nur, wenn das Schienennetz eigenständig wird. Sonst kann die Bahn jeden Wettbewerber mit hohen Nutzungsgebühren aus dem Geschäft drängen.

Hat sonst jemand Erfahrungen mit privaten Bahnem im In- und Ausland ?

Wilddieb Stuelpner:
Wenn man einschlägige Eisenbahnsendungen verfolgt, ganz speziell Eisenbahnromantik, dann hört man so manches Mal Seitenhiebe auf die Bahn AG und der vorbildliche Service bei den Schweizer Bundesbahnen. In Grenznähe Schweiz/BRD fährt die SBB lieber etwas in deutsches Gebiet hinein, um die Züge zu übernehmen statt die Bahn AG in die Schweiz zu lassen.

Consultant:
Zustimmung !

Ist schon etliche Jahre her, als ich mit Bahnen in CH unterwegs war
(deshalb habe ich es wohl nicht erwähnt), habe aber sehr gute Erinnerungen daran.

ManOfConstantSorrow:
Demokratie live: Politik macht das Gegenteil von dem, was die Bevölkerung will:

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid sind 71 Prozent der Bundesbürger dafür, daß die Deutsche Bahn öffentliches Eigentum bleibt. Das Bündnis "Bahn für alle", das die Umfrage in Auftrag gegeben hatte, forderte die Bundesregierung auf, alle Pläne zum Verkauf der Bahn aufzugeben.

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