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Siemens München

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Roter Stern:
Hallo!
Mich wundert, dass hier so wenig steht. Es gibt doch wohl noch mehr Drecksfirmen die man anprangern muss, ein Beispiel: die Siemens AG in München. Siehe unter:
http://www.labournet.info/kampagnen/inken/

Gruss
RS

ManOfConstantSorrow:
Hallo Roter Stern!

Ist wohl eher ein Ordnungsproblem in diesem Forum. Siemens wird jedenfalls schon in dem Thread "Betriebe aus Kiel" behandelt: http://www.chefduzen.de/viewforum.php?f=2

Kuddel:
Am Freitag, den 28.5., fand vor dem Münchner Arbeitsgericht der Kündigungsschutzprozess von Inken Wanzek gegen Siemens statt. Inken Wanzek war von Siemens fristlos gekündigt worden. Sie hatte in einer Email über das Mitarbeiternetz NCI - das mit dem Firmennetz von Siemens nicht zu tun hat - Kollegen und Freunde an einer Nachricht teilhaben lassen, dass sich eine frühere Kollegin das Leben genommen hat. Diese Kollegin war eine der ersten gewesen, die bei der Entlassungswelle von Softwareentwicklern und Ingenieuren einen Aufhebungsvertrag unterschrieben hatte und offenbar weder finanziell noch psychisch damit zurecht kam.

In der Email von Inken Wanzek heißt es: "Das Wichtigste im NCI ist der Mensch, ist jeder Einzelne in seiner Persönlichkeit, mit seinen Fragen, Ängsten und Problemen. (...) Ich kann es nur noch mal sagen, in der Hoffnung, dass es sich in Euren Herzen verankert: Ihr seid nicht allein und wenn Ihr es braucht, nehmt NCI in Anspruch - dazu ist es da. Vielleicht könnt Ihr in der Zielstattstraße eine Schweigeminute einlegen für Liane und für die, die wir vielleicht nicht kennen. (...) Ich hoffe sehr, dass es keine Opfer mehr gibt." (Im Wortlaut abgedruckt ist die ganze Email auf der Homepage des NCI-Netzwerks, siehe "Weitere Informationen")

130 Besucher stärkten Inken Wanzek bei ihrem Prozess den Rücken. Noch einmal fragt die Richterin nach der Möglichkeit einer "gütlichen Einigung". Für die gekündigte Kollegin kommen Aufhebungsvertrag und Abfindung jedoch nicht in Frage. "Das bin ich meinen Kollegen schuldig", sagt sie. "Sie haben mich unterstützt, und sie stärken mir den Rücken, dass ich diese Auseinandersetzung bestehe."
Auf die Frage, wie sie sich diese kompromisslose Haltung erkämpft hat, antwortet Inken Wanzek: "Ich bin ja mit Unterstützung eines Siemens-Betriebsrats schon mal knapp an einer betriebsbedingten Kündigung vorbei gekommen. Damals habe ich mir das sehr bewusst überlegt: Ich nehme keine Abfindung, ich kämpfe um meinen Arbeitsplatz, ich leiste einen Beitrag für den Zusammenschluss der Kollegen, damit sie nicht vereinzelt sind. Seither bin ich nie mehr wirklich schwankend geworden. Man muss schon Mut haben und einiges aushalten. Du hast ja gesehen und gehört, mit welchen Methoden die Siemens-Geschäftsleitung arbeitet, wenn sie einen los haben will. Aber ich glaube, es lohnt sich. Diejenigen, die sich etwas trauen, werden immer mehr."

ManOfConstantSorrow:
Beendigung Kündigungsschutzprozess: ein paar persönliche Worte von Inken Wanzek  vom 21.01.05
„Ich habe am Di, den 18.01.05, mein Arbeitsverhältnis mit der Siemens AG beendet. Vor dem Arbeitsgericht München wurde nach längeren Verhandlungen ein Vergleich geschlossen, der sich am Sozialplan aus der Betriebsvereinbarung 2002 von Siemens Hofmannstraße orientiert.
Es ist richtig, ich hätte den Prozess aller Voraussicht nach gewonnen. Ob Siemens mit ihrem Antrag auf Zerrüttung vor Gericht durchgekommen wäre oder nicht, hätte allein beim Richter gelegen.
Ich möchte mich bei allen, insbesondere aber bei den NCI-lern und den Kollegen von Netzwerk IT, für die große Unterstützung bedanken, mit der sie mich in meiner persönlichen Auseinandersetzung mit Siemens begleitet haben….“

Der LAG-Termin am 25.01.05 entfällt hiermit….

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