Autor Thema: [prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?  (Gelesen 6181 mal)

muffpuddi

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« am: 16:33:48 Fr. 29.September 2006 »
Da ich bereits Erfahrung in der Branche habe, möchte ich mich mit einer sauberen  Callgirl-Agentur selbständig machen. (Ich bin Studentin in Wartezeit, bis Sept. 07)

Unsere Gegend ist ein solventes Pflaster, die Konkurrenz überschaubar, und hübsche Studentinnen (keine "für 30 ohne" Bordsteinschwalben) gibts auch sehr viele.

Nun wollte ich die Marktlücke eines absolut diskreten (keine Rosa Lackstiefelchen usw) und v.a. niveauvollen Services schliessen, quasi für die Leute, die sich aus Diskretionsgründen nicht in ein Bordell trauen und auch keine "Grotten" haben wollen.

Geschätzer Umsatz sind bei 150€-200€ Stundentarif 5-10 Termine pro Woche, wovon ich die Gewerbeübliche "50/50"-Regel anwenden möchte.


Jetzt meine Fragen:
Wie versteuere ich das ganze ohne zuviel zu bezahlen?
Kann ich da einfach so zum FA hingehen und sagen: "Moin, ich bin frischgebackene Puffmuddi, was darf ich euch in den Rachen schmeissen?"
Soll ja sauber sein (oder wenigstens aussehen ;) ) und das FA wohlgesonnen.

Habt ihr ein paar freche Werbeideen ausserhalb der Blöd/Werbezeitung ? Tageszeitung hat hier keine Gewerbeanzeigen, und Gelbe Seiten ist (noch) zu teuer :/   Golfbälle mit Aufdruck aufm Golfplatz "verteilen" *g*?
Zielgruppe: Solvent und Anspruchsvoll ;)

Weiss jemand noch weitere Tipps & Tricks, z.B. wie ich Geld von Fakern holen kann (Fernabsatzgesetz, AGB), die anrufen und nicht da sind bzw das Mädel ins blaue schicken (Routenplaner und Das Örtliche sind mir ein Begriff  ;)), oder woran man evtl. Nummern von Telefonzellen erkennen kann?

(Okay bei letzterem Punkt könnte ich mal nen Pizzaservice fragen lol)

Liebe Grüße,

muffpuddi
Der alltägliche Wahnsinn zwischen gewaltigem Vorwärtsdrang im Leben, Geldparanoia und Zukunftsangst...
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Mel

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #1 am: 21:20:40 Fr. 29.September 2006 »
Such dir n Steuerberater. Der will aber sicher bezahlt werden.

Und ich freu mich schon auf die Angebote von der AA, die mich ins horizontale Gewerbe vermitteln möchte. Ist ja nicht mehr sittenwidrig.

Ich kann es nicht fassen, dass das dein Ernst ist in diesem Forum. Mir ist schier schlecht.

Carsten König

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #2 am: 21:31:23 Fr. 29.September 2006 »
Zitat
Weiss jemand noch weitere Tipps & Tricks, z.B. wie ich Geld von Fakern holen kann (Fernabsatzgesetz, AGB)

Sklaverei mit dem Fernabsatzgesetz in Verbindung zu bringen, zeigt eine gehörige Portion chuzpe.

Prostitution - auch wenn in diesem Räuberstaat "legalisiert" - ist Sklaverei und primitive Verdinglichung des Menschen zur absoluten Ware. Du wirst hier kaum Verständnis und keinen Rat finden.

Vielleicht überlegst Du Dir mal, was die Bedingungen eine Gesellschaft haben muß, um so was hoffähig zu machen.

Es ist vernunft- und sittenwidrig.

Der Rechtsnihilismus hat schon 1933 ff ins Verderben geführt, welch ein Ungeist die Prostitution zu legalisieren.

ManOfConstantSorrow

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #3 am: 14:40:02 Sa. 30.September 2006 »
Zitat
Original von Carsten König

Prostitution - auch wenn in diesem Räuberstaat "legalisiert" - ist Sklaverei und primitive Verdinglichung des Menschen zur absoluten Ware. Du wirst hier kaum Verständnis und keinen Rat finden.

Es ist vernunft- und sittenwidrig.

Unser kleiner Spießer Carsten schon wieder, für den ja auch Rauchen und laute Musik unmoralisch sind...

Zitat
Original von Carsten König
welch ein Ungeist die Prostitution zu legalisieren

Jede Lohnarbeit ist Prostitution.
Die Legalisierung das horrizontalen Gewerbes ist logisch, folgerichtig und bedeutet eine Verbesserung der Situation der dort Beschäftigten.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Carsten König

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #4 am: 19:13:07 Sa. 30.September 2006 »
Es ist zynisch, mich einen Spießer zu schimpfen, bloß weil ich das Erbe der Ideen der europäischen Aufklärung verteidige oder mal Herrn Gremliza zitiere. Wo bleibt denn da die Gedankenfreiheit?

Und: Es macht die Prostitution nicht besser, wenn es noch andere Formen der Lohnarbeit gibt, die auch zu überwinden sind.

regenwurm

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #5 am: 19:51:02 Sa. 30.September 2006 »
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bitte weiterspielen oder spülen++++++++

untersterstes niveau bäh kotz

wenn jemand rumnervt ich hab auch ne eisenstange gegen dämliche sprüche °!aua!


Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

Klassenkampf

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #6 am: 13:07:48 So. 01.Oktober 2006 »
Der Kampf wider der Ausbeutung endet nicht dort, wo der Ausgebeutete sich damit einverstanden gibt, zum Objekt des Profits und dessen Maximierung, degradiert zu werden. Anders: Es bleibt Ausbeutungsverhältnis auch dann, wenn derjenige, der Opfer dieses Verhältnisses ist, dies als Segen tituliert. Bestenfalls dient das Beschwichtigen dazu, das Schamgefühl zu kanalisieren, um es zu einem falschen Stolz zu formen.

Wo also ein Ja zur Selbstausbeutung formuliert ist, ist dies nicht zwangsläufig der Tod des Ausbeutungsprozesses, sondern lediglich ein Vortäuschen. Scham: Hier ist nicht die Unterbindung der Scham des horizontalen Gewerbes gemeint, also das Erröten, sexuelle Phantasien zur Berufung zu erheben, sondern die Scham, kein menschliches Individuum im Ausbeutungsvorgang zu sein. Zum Objekt des Profits, zum Gegenstand der Geldgewinnung und -vermehrung, zum Etwas das beschafft ist man gezwungen.

Objekt, Gegenstand, Etwas: Dies bleibt man auch, selbst wenn man sich mit dieser Situation arrangiert und es als Segen beschwört. Wer also selbst und mit Vorliebe, beinespreizendes Objekt sein möchte, bleibt eben doch Objekt und damit Mittel zum Zweck, folglich Gegenstand der Ausbeutung.

Auf der Hand liegt zudem: Wer sich selbst zum Wurme macht, d.h. sich selbst der Prostitution, des menschenverachtenden Frönens sexueller Vorlieben, des geldlastigen Geschlechtsverkehrs hingibt, kann gegenüber seinem Mitmenschen nicht Freiheit gelten lassen. Wer also seiner eigene Person nicht liberal entgegentritt, sich selbst Ketten anlegt, kann auch nicht liberal seinem Nächsten begegnen. Immer schwebt dem Prostituierenden im Raume: Wenn ich mir dies aufbürden kann, wenn ich Entbehrungen freiheitlicher Art ertragen kann, so soll es der Andere auch ertragen können. - Das eigene Leid, daß nicht mal als solches erkannt wird, wird zum Maßstab gekrönt. Dieser wird fortan angewandt bei der Bewertung des Nächsten.

Das Forum der Ausgebeuteten: Eine klare Ansage, ein ersichtliches Bestreben wider dieses menschlichen Makels. Das eigene Ja, scheinbar in freier Manier, zur Selbstausbeutung darf davon nicht fernbleiben. Es stellt nur einen Randbereich der breiten Palette der Ausbeutungsszenarien dar.
Frei bleibt diese Art aber nur oberflächlich, denn würde sich die junge Frau dazu durchringen, wäre sie finanziell bessergestellt?

Diese Frage muß gestellt werden. Würde sie Nein sagen, bei einem prallen Konto, so ist das vermeintlich freie Ja nur eine Selbstlüge. Sagt sie aber auch dann Ja, tut sie es um der Freude willen. Damit könnte man vom Tatbestand der Selbstausbeutung abrücken und ihr tatsächliche Freiheit attestieren. Wenn also die Freude am sexuellen Verkehr im Zentrum steht, nicht aber der Gelderwerb, degradiert sie ihren Körper zwar weiterhin zum Objekt der Gelüste ihrer Freier, doch geistig ist sie dann mit sich im Reinen.

Der ersteren Version, mehr noch als der zweiteren, ist mit Widerwillen zu begegnen. Respekt kann man solchen Objekten nur schwer zollen. Vom Menschsein haben sie sich so sehr entfernt, daß der Mensch der Aufklärung, nur schwer seinesgleichen dahinter vermuten mag. Ein Beitrag zur Ausbeutung und/oder Selbstausbeutung aber, in gar hagiographischer Manier, hat hier nichts verloren.
„Diese Verhältnisse sind nicht die von Individuum zu Individuum, sondern die von Arbeiter zu Kapitalist... Streicht diese Verhältnisse, und ihr habt die ganze Gesellschaft aufgehoben.“
--- Karl Marx, "Das Elend der Philosophie" ---

muffpuddi

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #7 am: 16:24:16 Mo. 02.Oktober 2006 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Jede Lohnarbeit ist Prostitution.
Die Legalisierung das horrizontalen Gewerbes ist logisch, folgerichtig und bedeutet eine Verbesserung der Situation der dort Beschäftigten.

So halte ich es auch. Ich zwinge meine "Sklavinnen" (Services aus dem BDSM-Bereich wollte ich eigentlich nicht anbieten) ja nicht dazu, um Gottes Willen! Förderung der Prostitution ist weiterhin strafbar, besteht aber erst wenn man die Damen versucht zu überreden, einen Kunden wider Willen zu "machen".

Ich frage mich was manche Leute für ein Bild von diesem Gewerbe haben...

nein, ich trage keine Versace-Hosen und Louis-Vuitton-Taschen, ich bin ne einfache STUDENTIN die keinen Bock hat in einem dubiosen Callcenter Rentnern irgendwelche Kaffeefahrten aufzuschwatzen, in deren Verlauf sie ausgenommen werden, und dann auch nur mit viel Glück an ihren Lohn kommt. Ich trage H&M, wäre in meinen Sneakern und Jeans an jeder Mensa anzutreffen und der "fette Karren" vorm Haus ist 16 jahre alt und gehört meinem bei einer Zeitarbeitsfirma versklavten (er konnte sich diesen Job NICHT aussuchen) Freund.

Meine Damen dürfen aber auch einen Kunden ablehnen, z.B. wenn ein 85 jähriger Opa mit vollgeschissener Inkontinenzwindel vor ihnen steht. Ausserdem bekommen sie die dringliche Order, zu kontrollieren ob ein Kunde alkoholisiert ist (bei Drogen ja etwas schwieriger, z.B. Koka) - hat er ne Fahne, soll sie die Anfahrtskosten kassieren und die Sache canceln, scheiss aufs Geld!

Übrigens ist es hochvernünftig Prostitution zu legalisieren: Die Vergewaltigungsquote ist in Regionen/Ländern, wo sie legal ist, weitaus niedriger als in Ländern, in denen sie illegal ist! Wenn Eure Frauen und Töchter nicht vergewaltigt werden, bedankt Euch wenigstens still mal bei der "leichten Dame" an der Ecke.

Gründe sich im horizontalen das Geld zu verdienen sind höchst unterschiedlich:

- meist im "unteren Preissegment": Geldnot. Kinder durchbringen.
- meist im mittleren bis oberen "Preissegment": Geldgier / Lust auf schnelles Geld, keine Lust auf einen Stressjob (Studentinnen), und, man höre und staune: Anerkennung!
- in beiden Segmenten vertreten: Frauen, die tatsächlich Spass daran haben. Sind dann meist die tabulosen, die alles schlucken was der Freier absondert (*kopfschüttel*).

Anerkennung und das schnelle Geld waren der Antrieb für mich, als ich mal als Domina gearbeitet habe. Geht aber nicht mehr, da das zuviel Zeit  in Anspruch nimmt und ich wegen einer vernarbten Körperseite (Motorradunfall) nicht mehr attraktiv genug bin.
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Carsten König

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #8 am: 18:16:14 Mo. 02.Oktober 2006 »
Ich verweise auf eine Aussage von Joachim Kühnel, der zu recht feststellte:

Zitat
In der BRD gelten die drei Ks als ungeschriebenes Gesetz für die Frau wie zu Zeiten des finsteren Mittelalters: Küche, Kirche, Kinder. Hier hat man noch nichts vom sozialistischen Frauenbild gehört und gelesen. Zu empfehlen wäre August Bebel, Die Frau und der Sozialismus damit sich der bundesdeutsche Machtklüngel mal weiterentwickelt.

weiter hier: http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=4688&threadview=0&hilight=August+AND+Bebel+AND+Frau+AND+Sozialismus&hilightuser=0&page=2

zu August Bebel:

http://www.mlwerke.de/beb/beaa/beaa_000.htm

Zitat
Die Ehe stellt eine Seite des Geschlechtslebens der bürgerlichen Welt dar, die Prostitution die andere. Die Ehe ist der Avers, die Prostitution der Revers der Medaille. Findet die Männerwelt in der Ehe keine Befriedigung, so sucht sie dieselbe in der Regel bei der Prostitution. Und wer von der Männerwelt aus irgendeinem Grunde auf die Ehe verzichtet, sucht ebenfalls in der Regel Befriedigung bei der Prostitution. Für die freiwillig oder gezwungen in Ehelosigkeit lebenden Männer wie für jene, denen die Ehe das Erwartete nicht bietet, liegen also die Verhältnisse für Befriedigung des Geschlechtstriebs ungleich günstiger als für die Frauen.

Die Männerwelt hat stets die Benutzung der Prostitution als ein ihr von "Rechts wegen" zukommendes Privilegium betrachtet. Um so härter und strenger wacht und urteilt sie, wenn eine Frau, die keine Prostituierte ist, einen "Fehltritt" begeht. Daß die Frau die gleichen Triebe hat wie der Mann, ja daß diese in gewissen Zeiten ihres Lebens sich heftiger als sonst geltend machen, beirrt sie nicht. Kraft seiner Herrschaftsstellung zwingt sie der Mann, ihre heftigsten Triebe gewaltsam zu unterdrücken und macht von ihrer Keuschheit ihr gesellschaftliches Ansehen und die Eheschließung abhängig. Durch nichts kann drastischer, aber auch in empörenderer Weise die Abhängigkeit der Frau von dem Manne dargetan werden als durch diese grundverschiedene Auffassung und Beurteilung der Befriedigung desselben Naturtriebs. Die Verhältnisse liegen für den Mann besonders günstig. Die Natur hat die Folgen des Zeugungsaktes der Frau zugewiesen, der Mann hat außer dem Genuß weder Mühe noch Verantwortung. Diese vorteilhafte Stellung gegenüber der Frau hat jene Zügellosigkeit in den ge- |208| schlechtlichen Anforderungen gefördert, durch die sich ein großer Teil der Männerwelt auszeichnet. Da aber viele Ursachen vorhanden sind, welche die legitime Befriedigung des Geschlechtstriebs verhindern oder ungenügend erreichen lassen, ist die Folge Befriedigung desselben in der Wildnis.

Jawohl, weg mit dieser asozialen absoluten Ausbeutungsform!

Klassenkampf

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #9 am: 19:10:07 Mo. 02.Oktober 2006 »
Zitat
Ich zwinge meine "Sklavinnen" (Services aus dem BDSM-Bereich wollte ich eigentlich nicht anbieten) ja nicht dazu, um Gottes Willen!

Der Zynismus schlägt einem direkt ins Gesicht. Dem Willen eines Gottes entspricht dies kaum, eher - und wohl treffender - dem Willen derer, die sich Damen hält. Gleich also der Verweis - dahingeplappert im Alltagsgeschwafel - auf eine höhere Instanz, um dasjenige, welches sich im Inneren der "Unternehmerin" regt, das moralische Gewissen, weiterzuschieben. Aber davon soll es hier nicht handeln, auch wenn es bezeichnend ist.

Zu nichts werden die Damen gezwungen. Nein, sie mieten sich bei der Bordellvorsteherin ein Zimmer an, um darin ungezwungen nichts zu tun. Wie würde die werte Vorsteherin dies finden? - Ein Zimmer, welches keinen Profi abwirft! Ein horizontaler Skandal! Alleine an diesen polemischen Zeilen läßt sich ablesen, wie verworren, wie verfälscht die Aufmachung ist.

Sie zwingt zu nichts, sieht sich aber doch - wohl aus finanziellen Gründen - dazu gezwungen, den Schritt zur Ausbeutung anzutreten. Wie also könnte aus denen, die aus der finanziellen Misere herausführen sollen, kein Zwang angewandt werden, während man selbst doch unter Zwängen zu leiden hat. Anders: Die gezwungene Vorsteherin gibt, so deutet sie es an, Freiheit und Selbstverfügung an ihre Angestellten weiter, nicht aber den Zwang, der so krampfhaft an der Gurgel drückt. Fast wittert man darüber einen Heiligenschein...

Aber die Verantwortung schiebt man weiter, freilich, dies hat sich bewährt. Man müsse nichts, man darf ja nur. Die Gewinne aber werden nicht weitergeschoben, die behält man ein. Tatbestand der Ausbeutung, direkter, menschenverachtender und bizarrer geht Ausbeutung selten vonstatten. Den Zynismus kann sich die Dame getrost sparen, das wortlose Szenario ist zynisch genug.
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muffpuddi

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #10 am: 21:51:06 Mo. 16.Oktober 2006 »
Zitat
Original von Klassenkampf
Zitat
Ich zwinge meine "Sklavinnen" (Services aus dem BDSM-Bereich wollte ich eigentlich nicht anbieten) ja nicht dazu, um Gottes Willen!
Der Zynismus schlägt einem direkt ins Gesicht. Dem Willen eines Gottes entspricht dies kaum, eher - und wohl treffender - dem Willen derer, die sich Damen hält.

Nunja, man kann mit vielen Worten wenig sagen aber auch mit wenig Worten viel. Ich präferiere leider letztere Textarten und hab deswegen nach diesem Absatz abgeschalten.  

Ich würde ausserdem gerne Antworten auf meine Fragen haben, was ich ja klar ausgedrückt habe, nicht mir anhören was für ein böser böser Mensch ich doch sei/bin.  

Wenn Du mir keine Antworten auf meine FRAGEN geben kannst, halte Dich einfach aus diesem Thread raus, denn ich habe nicht darum gebeten dass man mir sage, wie widerwärtig ich doch bin und wie verfänglich doch mein Vorhaben sei.

DANKE fürs KAPIEREN!  =)
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Carsten König

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #11 am: 22:10:54 Mo. 16.Oktober 2006 »
Zitat
Original von muffpuddi


Wenn Du mir keine Antworten auf meine FRAGEN geben kannst, halte Dich einfach aus diesem Thread raus, denn ich habe nicht darum gebeten dass man mir sage, wie widerwärtig ich doch bin und wie verfänglich doch mein Vorhaben sei.

DANKE fürs KAPIEREN!  =)

Wer öffentlich postet, muß auch kritische Nachfragen dulden. Hier gilt das freie Wort. Zum einen.

Zum anderen denke ich, dass aus Deinen Worten ein bißchen auch der Neid spricht, denn der Analyse vom geschätzten Klassenkampf ist nichts hinzuzufügen, vielmehr ist sie eine druckreife Ausführung tiefer Gedanken, die sicher Deinen Interessen nicht entgegenkommen, das sei konzidiert; aber aus einem über-subjektiven Standpunkt, der die Bedingung eines kritisch-reflexiven Nachdenkens ist, verrücken halt die Dinge, Prioritäten, Werte. Man stellt einfach mal die eigene Vernunft auf die Probe - überraschend, was alles zu Tage kommt. Distanz, Nähe und Rückblick, die ganze Dialektik des Denkens...

Das kann man tolerierend zur Kenntnis nehmen. Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte nicht mit Steinen auf Zeitgenossen werfen, von denen wir leider viel zu wenige unter uns haben.

Zitat
halte Dich einfach aus diesem Thread raus

Mit Verlaub, aber das geht Dich wohl Nichts an.

muffpuddi

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #12 am: 23:07:53 Mo. 16.Oktober 2006 »
Nunja, wenn jemand etwas fragt würde ich mir jedenfalls nur die Mühe machen zu antworten, wenn ich weiss, dass ihn meine Antwort auch interessieren wird.

Und ich habe hier konkret nach Informationen gefragt, nicht nach Ansichten und Denkanstössen.

Ich hab auch garkeine Zeit mich genau durchzulesen, was er da geschrieben hat, ich hab beim Überfliegen gemerkt dass es keine Infos sind sondern "nur" kritische Standpunkte, die mich nicht interessieren (und seien sie noch so literarisch oder philosophisch exquisit), da meine Zielsetzung durchaus schon durchdacht ist.

Ich habe eben selbst Erfahrungen in diesem Gewerbe gemacht, er als Mann sicher nicht. Und so erschien mir das soweit Geschriebene eben als nicht konstruktiv, da kein "Branchenwissen" dahinter steht.  

Ferner erschien mir seine Ausführung, als habe er hier eine benerzte und schwer goldbehangene Madame vor seinem inneren Auge, die sich in der S-Klasse vorfahren lässt und jetzt dreist nach Steuertipps fragt, damit die nächste Versace-Kutte abgesetzt werden kann.

Da ich aber lediglich ca. 400 euro PRO MONAT an Gewinn aus diesem Unternehmen habe, habe ich mich durch seine "Denkanstösse" eher als (Achtung Euphemismus ;)) "komplett fachfremd, dennoch dogmatisch" aufgefasst.


Man ist halt nur dafür verantwortlich, was man schreibt, nicht wie es ein anderer auffasst.  :rolleyes:
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Selena

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #13 am: 12:48:14 Di. 17.Oktober 2006 »
Hallo,

muffpuddi schrieb:
Zitat
hat er ne Fahne, soll sie die Anfahrtskosten kassieren und die Sache canceln, scheiss aufs Geld!

Da hoffe ich für deine Mädels, dass die Betrunkenen kooperativ und verständnisvoll reagieren (was ich aber arg bezweifle, in  d e m  Zustand).

Dass Prostitution die Vergewaltigungsrate senkt, bezweifle ich ebenfalls sehr stark, denn Vergewaltiger haben einen anderen Ansatz (Macht ausüben...) als ein Freier.

Und wer etwas wegen des schnellen Geldes macht, ist mir auch sehr suspekt.

Und dadurch bist du mit deinem Plan hier durchaus im  f a l s c h e n  Forum.

Viele Grüße
Selena

uwenutz

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[prostitution] Callgirlagentur: Versteuern, Gesetze?
« Antwort #14 am: 23:19:47 So. 22.Oktober 2006 »
Unabhängig meiner Einstellung zu Prostitution im Allgemeinen und
der von der Bundesrepublik für mich fehlerhaften Zielprämisse
des Entkriminalisierungsprinzips im Besonderen, idealer wäre, wie
das so oft der Fall ist, daß schwedische Modell des
Abolitionsprinzipes zu verwenden, es für Dich, muffpuddy@
vielleicht sinnvoll Ratschläge und Ideen von Hydra e.V. abzufragen.