Autor Thema: [HDW] KN 11.2.03  (Gelesen 74754 mal)

Kuddel

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #60 am: 14:56:46 Do. 14.Mai 2020 »
Eine Fusion von Kriegstreibern:

Zitat
Marineschiffbau
Lürssen-Werft und German Naval Yards verbünden sich

Die Bremer Lürssen-Werft und die Werft German Naval Yards Kiel wollen im Marineschiffbau zusammenarbeiten. Das gemeinsame Unternehmen soll unter Führung von Lürssen stehen.
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-luerssenwerft-und-german-naval-yards-verbuenden-sich-_arid,1913216.html

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #61 am: 16:57:36 Mo. 22.Juni 2020 »
Zitat
Bau von Kriegsschiffen. Das Geschäft mit dem Tod floriert


Kieler Nachrichten: "Corona kann U-Bootbau nicht stoppen" ++ Übergabe eines U-Bootes an Ägypten ++ Proteste: "U-Boote sind nicht systemrelevant" ++ Kriegsschiffe für Brasilien ++ Streit um neues Mehrzweckkampfschiff der Bundeswehr

Mit der Schlagzeile "TKMS arbeitet weiter - Corona kann U-Bootbau nicht stoppen" machten die Kieler Nachrichten am 1.4.2020 auf einen noch aktiven Produktionsbereich in Kiel aufmerksam. Manch eine/r dachte wohl zunächst an einen Aprilscherz. Doch, so die KN weiter: "Die Lage auf den deutschen Werften ist aufgrund der Corona-Krise angespannt. Fast alle Werften haben Kurzarbeit angemeldet und die Produktion heruntergefahren. Bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel-Gaarden allerdings wird in drei Schichten rund um die Uhr weitergearbeitet."


     U-Boot Bau bei ThyssenKrupp Marine Systems    
 
Das sollte wohl die Kieler Bevölkerung beruhigen, denn immer noch gelten die Werften als einer der wichtigen Industriezweige in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt.

Gleichzeitig hatte die German Naval Yards Kiel (GNYK) ab dem April Kurzarbeit angemeldet und Teile des Betriebs, wie die Werkstätten sowie die Fertigung und damit die Arbeiten an und in den Schiffen, geschlossen.
 
U-Boote für Ägypten

Ein Grund für die Fortführung des Betriebs auf der TKMS wurde am 9. April deutlich: Das dritte von vier U-Booten wurde an den Oberbefehlshaber der ägyptischen Marine, Vizeadmiral Werft TKMS U Boot Aegypten 20 04 09Ahmed übergeben. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen auf der Werft erfolgte die Übergabe ohne Zeremonie im engsten Kreis der Projektverantwortlichen, so die TKMS.



Laut Angaben der Kieler Nachrichten sollen alle vier Boote rund eine Milliarde Euro einbringen.


Doch Kieler Aktivist*innen ließen das U-Boot nicht ohne öffentlichen Widerspruch vom Stapel. Eine Gruppe hatte sich zur Mittagszeit des 9. April vor dem Haupttor der Werft mit Transparent und Protestschildern versammelt. Sie stellten mit ihrem Protest auch die Frage, ob der U-Boot-Bau in Kiel systemrelevant ist, denn während allerorts die Produktion wegen der Corona-Pandemie runtergefahren wurde, läuft die Werft auf Hochtouren weiter.



Der Protest gegen Rüstungsexporte wächst in der Bevölkerung, die Forderung nach einem Verbot von Waffenexporten wird lauter. Kritisiert wird, dass mit der Auslieferung des U-Bootes an Ägypten außerdem die von Saudi-Arabien geführte Kriegskoalition im Jemen unterstützt wird, zu der auch Ägypten gehört. Deutlich wird hier die Rolle Deutschlands und der TKMS, die an den Toten dieses Krieges verdienen.

Dass die Aktion vor dem Haupttor der TKMS kurz vor Ostern stattgefunden hat, ist ein wichtiger Protest, da in diesem Jahr die Ostermärsche abgesagt waren und hier aber deutlich wird, wie wichtig auch in Corona-Zeiten die politische Aktion ist. "Krieg beginnt hier!" ist nicht nur eine Parole der Friedensbewegten, sondern die Rüstungsindustrie selbst zeigt, dass sie rund-um-die-Uhr den Kriegen in der Welt die Waffen liefert.

Kriegsschiffe für Brasilien

Dazu gehört auch das eingefädelte Milliardengeschäft der TKMS mit Brasilien. Eine Werftentochter von ThyssenKrupp soll in Brasilien vier Kriegsschiffe bauen. Der brasilianische Staatskonzern Emgepron wird mit einem dazu gegründeten Konsortium aus ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), der brasilianischen Embraer Defense & Securities sowie der Embraer-Tocher Atech vier Kriegsschiffe bauen. 2025 soll das erste Schiff ausgeliefert werden.

Auch wenn die Produktion mit einem Wert von 1,7 Milliarden Euro nicht in Kiel, sondern in Brasilien stattfindet, wird die TKMS auch hier mit ihrem technischen Know-how, wie es beschrieben wird, mit Wissenstransfer für Kriegsschiffbau verdienen.

Goldesel Rüstung

Wie eine Randnotiz wirkte da der Hinweis am 10.4.2020 in den Kieler Nachrichten: "Deutsche Marine U-Boot-Krise ist überstanden - Fast zweieinhalb Jahre dauerte die Reparatur. Jetzt bereitet sich "U 35" auf die Rückkehr in die Marine vor. In dieser Woche kam das U-Boot im Kieler Hafen wieder ins Wasser. Die Werft Thyssen Krupp Marine Systems hatte das Boot repariert."

Noch vor wenigen Jahren wurde das "Werftensterben in Deutschland" beklagt und negative Auswirkungen auf die norddeutsche Wirtschaft insgesamt erwartet. In dieser Situation fusionierte die HDW-Kiel im Jahr 2005 mit ThyssenKrupp Marine Systems. Dies und der noch stärkere Ausbau der Rüstungsproduktion - die HDW war immer Werft für Kriegsschiffbau - wurde den Beschäftigten auf den Werften und der Bevölkerung als Mittel gegen den Abbau von Arbeitsplätzen "verkauft". Die TKMS gliederte 2005 den zivilen Überwasserschiffbau aus. 2011 wurde dieser Teil dann von "Abu Dhabi Mar" übernommen. Da die israelische Regierung an diesen Teil der Werft vier Korvettenschiffe in Auftrag gegeben hatte und sich an dem arabischen Namen störte, wurde die Werft 2015 in German Naval Yards umbenannt. Gleichzeitig war dies der Start für das Ende des zivilen Schiffbaus.

Arbeitsplätze hat dies alles nicht gerettet. Bei ThyssenKrupp Marine Systems ist die Zahl von 6.024 Beschäftigten im Jahr 2006 auf 3.441 Beschäftigten in 2019 gesunken. Die German Naval Yards hatte 2015 noch 964 Beschäftigte, in 2019 waren es 915. (Zahlen lt. Statista)

Kein Geheimnis ist, dass die Bundesregierung Deutschland den Export von U-Booten mit Kreditzusagen und Kaufsubventionen fördert. Im März 2010 hat die deutsche Regierung z.B. von Griechenland als Voraussetzung für das Kreditpaket gefordert, zwei U-Boote in Lizenz der HDW für eine Milliarde Euro zu kaufen. Ebenso gehen Rüstungsaufträge der Bundeswehr an die deutschen Werften und sind bereits bei der Auftragsvergabe eine sprudelnde Quelle der Finanzierung.



(Rüstungs-)Aufträge für deutsche Werften erwartet werden, wurde unlängst deutlich, als die Kieler Werft German Naval Yards das Rennen um den größten Marineauftrag in der Geschichte der Bundeswehr verloren hat. Den Zuschlag für das neue Mehrzweckkampfschiff "MKS 180" im Volumen von 5,3 Milliarden Euro erhielt am 14. Januar die niederländische Damen Shipyards Group. Dies sorgte für Kritik in Politik und Wirtschaft, insbesondere in Schleswig-Holstein. Die Kieler Wert German Naval Yards (GNYK) will die milliardenschweren Auftragsvergabe an den Konkurrenten Damen stoppen und geht mit Unterstützung der Landesregierung juristisch gegen die Bundesregierung vor.

Die Produktion und der Verkauf von Rüstungsgütern aus Deutschland sollte Anlass sein, die Bewegung gegen Krieg und Militarisierung zu stärken! Gerade im 75. Jahr nach dem Ende des von Nazi-Deutschlands begonnenen Krieges muss die Forderung "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!" nicht nur virtuell, sondern konkret, sichtbar und hörbar gestellt werden. Dazu bedarf es unter den Beschränkungen für Veranstaltungen Kreativität und vielleicht auch Mut – dass dies nicht unmöglich ist, zeigen erfolgte Aktivitäten zu Ostern und zur Rettung Geflüchteter.

txt: Bettina Jürgensen, marxistische linke
fotos: G. Stahmer, https://forum.chefduzen.de
https://kommunisten.de/news/inland/7852-bau-von-kriegsschiffen-das-geschaeft-mit-dem-tod-floriert

ManOfConstantSorrow

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #62 am: 20:48:17 Sa. 11.Juli 2020 »
Zitat
Vom 9.-22.9.1969 gab es bei HDW einen "Wilden Streik" mit gewissen Erfolgen, unterstützt vom Kieler AstA!

Großartige Zusammenstellung der Geschichte von HDW und die Verknüpfungen zur Waffenindustrie:
http://www.gegenwind-online.de/stadtrundfahrt/betriebe.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #63 am: 16:34:12 Sa. 01.August 2020 »
Zitat
...Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie scheinen für die IG Metall alternativlos zu sein, jetzt in der Krise erst recht.

Das Bremer und Kieler Friedensforum sehen diese Position der IG Metall kritisch und fordert die Gewerkschafter zum Umdenken auf.
https://linx01.sozialismus-jetzt.de/component/content/article/62-uncategorised/3504-07-2020-kriegsschiffe-aus-bremen-und-kiel.html?Itemid=28

Kuddel

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #64 am: 13:09:18 So. 02.August 2020 »
In Bremen hat sich auch die Linkspartei positioniert.

Zitat
Kein Großkonzern im Marineschiffbau!

Jetzt haben sich die Werften der ‚German Naval Yards‘ und der Bremer ‚Lürssen-Gruppe‘ zusammengeschlossen, um gemeinsam einen Auftrag für den Bau mehrerer Mehrzweckkampfschiffe für die Bundesmarine mit einem Auftragsvolumen von knapp 6 Mrd. Euro zu erhalten. Diese Boote dienen nicht dem Frieden, sie sind für Kriegseinsätze konzipiert.


Diese Fusion zielt auf eine massive Stärkung des militärischen Schiffbaus ab. Das sehe ich sehr kritisch. Wir brauchen vielmehr eine Konversionsstrategie, um die Kriegsmaschinerie einzudämmen. Die jetzige Freigabe des Bundestages über die 6 Mrd. Euro kritisiere ich scharf.

Positionspapier zum Großkonzern im Marineschiffbau: http://gleft.de/3U3
https://www.dielinke-bremen.de/politik/presse/presse-detail/news/kein-grosskonzern-im-marineschiffbau0/

Kuddel

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #65 am: 13:05:05 Di. 29.September 2020 »
Es geht weiter mit der Kriegstreiberei und den Profiten an der Rüstungsproduktion. Hier produziert man Fluchtursachen und gleichzeitig will man sich vor Flüchtenden abschotten.

Zitat
Kiel: Viertes U-Boot für Ägypten getauft

Mit einer Flasche Nilwasser ist ein neues U-Boot für Ägypten auf der Kieler Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) getauft worden. Es ist bereits das vierte U-Boot, das in Kiel für Ägypten gefertigt wurde.




Bei der Zeremonie in Anwesenheit des Chefs der ägyptischen Marine, Vize Admiral Hassan Said, wurde das U-Boot am Dienstag in Kiel auf den Namen „S44“ getauft. Das vierte U-Boot aus deutscher Produktion für Ägypten soll in einigen Monaten übergeben werden. Es stehen noch technische Tests aus, wie ein Werftsprecher erläuterte. Bereits vor einer Woche ist das U-Boot aus der Halle gezogen worden.

Die Auslieferung ist für das Frühjahr 2021 geplant. Das Boot verdrängt rund 1400 Tonnen, ist 62 Meter lang und hat rund 30 Crewmitglieder. Für die Marine Ägyptens sind diese U-Boote bei der Überwachung des Seeraums im Mittelmeer und im Roten Meer im Einsatz.

Das erste U-Boot war 2016 übergeben worden, weitere 2019 und im April 2020. Über den Preis der U-Boote gab es offiziell keine Angaben. Nach KN-Informationen sollen die vier Boote rund eine Milliarde Euro kosten.
https://www.kn-online.de/Kiel/Viertes-U-Boot-fuer-Aegypten-Taufe-in-Kiel-mit-Flasche-Nilwasser

Zur Erinnerung:
Zitat
Ägypten in der Krise

Auf dem Tahrir-Platz kämpften die Menschen 2011 für eine freies und demokratisches Ägypten. Gut fünf Jahre später ist davon nicht viel übrig geblieben: Die Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Und die Militärregierung unter Abdel Fattah al-Sisi geht massiv gegen politische Gegner vor. Das Land hat schwere Zeiten vor sich.


„Das Regime Mubarak war repressiv, eine Oligarchie, die die reichen Geschäftsleute bevorzugte, und es gab auch eine Menge Menschenrechtsverletzungen. Was wir aber heute haben, ist eine Art Mubarak unter dem Einfluss von Anabolika. Nie zuvor gab es in der jüngeren Geschichte Ägyptens so schreckliche Menschenrechtsverletzungen. Menschen werden gefoltert. Oder sie verschwinden einfach, besonders junge Leute.“

Menschenrechtlern zufolge sollen unter Sisi rund 900 Ägypter verschwunden sein. Manchmal tauchen sie später in Gefängnissen auf, manchmal wird irgendwo ihr Leichnam gefunden. Als freiberuflicher IT-Experte verdient Wael Iskander – anders als die meisten seiner Landsleute – ein Einkommen, das ihm zum Leben reicht.

„Auf dem Weg, den das Land gerade geht, verlieren die Leute nicht nur ihre Würde und ihre Freiheit, sondern auch ihren Lebensunterhalt. Und am Ende könnte ganz Ägypten ein gigantischer Sweatshop werden, in dem die schlechte Wirtschaftslage die Menschen versklavt. Wir werden nicht nur unterdrückt sein, sondern auch arm.“

„Anfang 2011 gab es 42 Gefängnisse in Ägypten. Heute sind es 64. Allein seit dem Amtsantritt von Sisi wurden 17 neue Gefängnisse gebaut. Wir haben 60.000 politische Häftlinge. Mehr als die Hälfte aller Gefängnisinsassen im Land wurde aus politischen Gründen verurteilt.“
https://www.deutschlandfunk.de/armut-stagnation-militaerdiktatur-aegypten-in-der-krise.724.de.html?dram:article_id=377600

Zitat
Die Zahl der Hinrichtungen ist unter der Herrschaft as-Sisis drastisch angestiegen. Bis zum 18. April 2019 waren 2019 nach AFP-Berechnungen 15 Menschen hingerichtet worden.[43]

Von Anfang 2017 bis Ende 2018 wurden in Ägypten einem aktuellen Bericht der Menschenrechtsgruppen Egyptian Initiative for Personal Rights und Adalah for Rights and Freedoms zufolge 92 Menschen hingerichtet.

Die UN-Sonderberichterstatterin für Hinrichtungen, Agnès Callamard, sagte der AFP, die zunehmende Anwendung der Todesstrafe entspreche „willkürlichen Tötungen“, die möglichen Widerstand in der Bevölkerung brechen sollen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Abd_al-Fattah_as-Sisi

Zitat
Ägyptens Präsident Al-Sisi reagiert auf Corona mit mehr Verhaftungen

Wer den offiziellen Angaben der Regierung über das Ausmaß des Coronavirus im Land widerspricht, muss mit Strafverfolgung und Haft rechnen.
https://www.mena-watch.com/aegyptens-praesident-al-sisi-reagiert-auf-corona-mit-mehr-verhaftungen/


Kuddel

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #66 am: 17:48:10 Mi. 28.Oktober 2020 »
Es läuft schon seit Jahrzehnten so.
Bereits in den 70ern schickte die IGM Werftarbeiter demonstrieren, damit ihre Ausbeuter Staatsknete kriegen:
Zitat
Demo für Unterstützung der Werftindustrie

Mit einem Protestmarsch und einer Kundgebung vor dem Landeshaus in Kiel soll für Aufmerksamkeit gesorgt werden.
https://www.ndr.de/wellenord/Demo-fuer-Unterstuetzung-der-Werftindustrie,audio770144.html

Das hatte natürlich Erfolg. Die Kriegsindustrie und die Politik sind in Kiel völlig verfilzt. Das hat eine lange Tradition.

Zitat
Werften-Demo in Kiel
Finanzhilfen für GNYK zugesagt

Die IG Metall fordert mehr Unterstützung für Schleswig-Holsteins Werft-Industrie. Am Vormittag haben Mitarbeiter von Werften und Zulieferern aus dem ganzen Land an einem Protestmarsch teilgenommen.


Die in finanzielle Schräglage geratene Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) erhält Staatshilfen in Millionenhöhe. Das hat Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Mittwoch auf dem Aktionstag der IG Metall angekündigt. Die Werft erhalte einen mittleren zweistelligen Millionen-Betrag aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes, so der Minister. Der Bescheid ist nach Angaben des Koordinators der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann, am Dienstag unterschrieben worden. Buchholz in seiner Rede weiter: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Werften Auslastung haben und Aufträge reinkommen." Eine Landesregierung könne sich Aufträge zwar nicht schnitzen, sie könne aber dafür sorgen, dass die Aufträge, die die öffentliche Hand vergibt, gegebenenfalls auch vorgezogen werden.

Kundgebung vor dem Landeshaus

Nach Angaben der IG Metall waren am Mittwochmorgen Beschäftigte von Werften und Zulieferern auf die Straße gegangen. Wegen der steigenden Corona-Zahlen war die Anzahl der Teilnehmenden auf etwa 300 beschränkt worden. Sie zogen von den Kieler Werften Thyssen Krupp Marine Systems und GNYK über die Hörnbrücke und die Kieler Förde bis zum Landtag. Dort gab es eine Kundgebung. Zuvor hatten auch der Oberbürgermeister von Kiel, Ulf Kämpfer (SPD), und seine Amtskollegin aus Flensburg, Simone Lange (SPD), wiederholt eine Unterstützung der Branche durch die Politik gefordert.

Kämpfer betonte, dass Werften und maritime Wirtschaft noch immer das industrielle Herz Kiels sei. "Deshalb kämpfen wir für jeden einzelnen Arbeitsplatz in dieser Branche. Wenn die Werften in Schieflage geraten, kommen ganze Regionen ins Rutschen." Flensburgs Oberbürgermeisterin Lange forderte: "Aufträge für Marine- und Behördenschiffe gehören an deutsche Werften."

Branche Thema im Landtag

Mit dem Aktionstag will die IG Metall auf die Situation des Schiffbaus im Land aufmerksam machen. Auch durch die Folgen der Corona-Krise müssen laut Gewerkschaft bereits rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Rettende Großaufträge sind nicht in Sicht. Daniel Friedrich, Bezirksleiter Küste der IG Metall, warnt: "Der Schiffbau in Schleswig-Holstein steuert momentan auf eine Katastrophe zu." Er befürchtet, dass weitere 1.000 Jobs in Gefahr sind und fordert ein deutliches Signal von den Verantwortlichen. Der Landtag beriet am Mittwoch auf Antrag der SPD unter anderem über die Situation der Branche. Oppositionsführer Ralf Stegner kritisierte: "Auch beim Thema Werftenhilfe zeigt sich, dass Leichtmatrose Günther zwar gut im Schnacken, aber schlecht im Anpacken ist."
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Werften-Demo-in-Kiel-Finanzhilfen-fuer-GNYK-zugesagt,werften426.html

Jetzt wird hier Germany First Politik gemacht. Und diese sozialdemokratischen Arschlöcher vom Oberbürgermeister Kämpfer (Kiel), -Bürgermeisterin Lange (Flensburg) und (Landes-)Oppositionsführer Stegner machen noch einen auf volksnah norddeutsch, wenn sie der Rüstungsindustrie Steuergelder in den Arsch schieben.

Fritz Linow

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #67 am: 16:58:43 Fr. 30.Oktober 2020 »
Dafür gab es aber Pyro:



ND bringt auch nur Hofberichterstattung:
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1143732.schiffbauer-funken-sos.html

Kuddel

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #68 am: 13:19:07 Mi. 11.November 2020 »
Kiel und seine Rüstungsindustrie:
Professionelle Beihilfe zum Morden.

Zitat
Israel stellt Korvette "Magen" in Kiel in Dienst



Im Kieler Hafen wurde am Mittwoch eine Korvette für Israel feierlich in Dienst gestellt. Die "Magen" ist die erste von vier hochmodernen Korvetten für das Land im Nahen Osten. Die vier Schiffe werden bei der Werft German Naval Yards in Kiel gebaut. Generalunternehmer ist TKMS.

https://www.kn-online.de/Kiel/Israel-stellt-in-Kiel-die-Korvette-Magen-feierlich-in-Dienst

Kuddel

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Re: [HDW] KN 11.2.03
« Antwort #69 am: 10:33:59 Sa. 21.November 2020 »
Mit Krieg läßt sich gut verdienen...

Zitat
Thyssen Krupp sucht Partner für Marine

Wird der Konzern Thyssen Krupp den Marine Bereich selbst weiterführen, verkaufen oder einen Partner als Option finden? Dieser steuert immerhin 18 Millionen Euro Gewinn an die angeschlagene Essener Mutter bei. Doch die Rendite ist eher schwach. Dafür soll weiter investiert werden.

https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Werft-Thyssen-Krupp-sucht-Partner-fuer-Marine-Systems