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Unruhige Krankenhäuser?

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Vor Jahren hat das Pflegepersonal unter dem Schlagwort "Pflegenotstand/Pflegeaufstand" Rabatz gemacht. Heute scheinen es hauptsächlich die Ärzte zu sein, die sich nichtmehr alles gefallenlassen...

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Dem Gesundheitswesen soll es jetzt gründlich an den Kragen gehen. Das wird Patienten und Personal gleichermaßen treffen. Gibt es hier jemanden, der sich an die Aktionen in Kieler Krankenhäusern erinnern kann?

non:

--- Zitat ---Original von Anonymous

Dem Gesundheitswesen soll es jetzt gründlich an den Kragen gehen. Das wird Patienten und Personal gleichermaßen treffen. Gibt es hier jemanden, der sich an die Aktionen in Kieler Krankenhäusern erinnern kann?
--- Ende Zitat ---


Ja.

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:

--- Zitat ---Original von non

Was möchtest Du wissen?
--- Ende Zitat ---


non,
eigentlich alles! Ich hab gehört, das waren weniger gewerkschaftliche Aktionen...

Wie fing das an?

Wie wurde das organisiert?

Warum passiert das heute nicht mehr?

Diese Erfahrungen scheinen verschütt gegangen zu sein. Leute, die erst ein paar Jahre dort arbeiten haben nochnichteinmal davon gehört. Und vielleicht würden die Erfahrungen ja auch Leuten aus anderen Branchen helfen!?!

Pink Panther:
non ist wohl aus diesem Forum auf nimmer-wiedersehen verschwunden.

Ich denke, ich kann aber einiges an Anekdoten beisteuern um deine Fragen zu beantworten.

Der Anfang des "PFLEGEAUFSTANDS" in Kiel hatte als Basis natürlich die ätzenden Arbeitsbdingungen im Pflegebereich. Aber es mußte noch etwas nachgeholfen werden. Es muß sich schon jemand um einen organisatorischen Anfang kümmern.

Der 1. Schritt kam von läppischen zwei Leuten: mein Kumpel machte gerade eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Ich selbst kam aus einen völlig anderen Bereich (Industrie). Wir sahen uns sowieso oft und redeten viel über unsere Jobs, die Kollegen, die Arbeitsbedingungen und das Funktionieren solcher Betriebe. Wir nahmen uns vor in diesem Bereich etwas zu unternehmen. Wir waren gößenwahnsinnig genug zu zweit die Krankenhäuser aufmischen zu wollen. Wir waren nicht politisch organisiert, kannten uns aber in der Politszene aus. Da standen wir aber allein auf weiter Flur und erntenten nur Kopfschütteln.

Zu unseren ersten Aktionen gehörte das Anbringen von mit Filzstift handgemalten Plakaten zu Arbeitsbedingungen in Kieler Kliniken bei einen Straßenfest und am Schwarzen Brett der PUMPE. Wir schrieben von einer gespannten Stimmung in dem Bereich um warben um Unterstützung für Aktionen der Belegschaft (die wir ersteinmal dreist behauptet haben). Wir wurden dafür aus der Politszene angegriffen, das wäre der falsche Zeitpunkt und schädlich, bzw. wir sollten das doch bleiben lassen, mit Krankenschwestern könne man sowieso nichts anfangen. "Die und kämpfen? Lächerlich!" In der Szene galt es allein als politische Aufgabe sich um Nazis oder Atomkraftwerke zu kümmern.

Ich werde nach und nach weitere Geschichten nachschieben. Kann aber dauern...

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