Autor Thema: Unruhige Krankenhäuser?  (Gelesen 255594 mal)

Pink Panther

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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #30 am: 21:05:33 Di. 07.Dezember 2004 »
Irgendwie hoffe ich immer darauf, daß es eine ansteckende Wirkung hat wenn es anderswo (quasi weltweit) im Gesundheitswesen gährt...


6.12.04
Brüssel: Proteste im Gesundheitswesen
2.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen demonstrierten in der belgischen Hauptstadt für ihre Forderung, 13.700 neue Beschäftigte im Gesundheitswesen einzustellen. Außerdem forderten sie die Aufhebung von Beschränkungen für die Krankenhäuser bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen.
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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #31 am: 11:39:46 Do. 16.Dezember 2004 »

15.12.04 - Nicaragua: Streik im Gesundheitswesen


20.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen sind in einen dreitägigen landesweiten Streik getreten. Sie fordern anlässlich der Verabschiedung des Haushaltsplans für 2005 von der Regierung eine drastische Erhöhung der staatlichen Mittel für das Gesundheitswesen, einschließlich für ihre Löhne.
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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #32 am: 13:46:36 So. 16.Januar 2005 »

15.01.05 - Krankenpfleger in USA streiken seit einem Monat

Über 1.500 Krankenpfleger des Krankenhauses St. John's Mercy Medical Center in St. Louis stehen seit fast einem Monat im Streik und trotzen der Kälte. Sie verlangen Gewerkschaftsfreiheit, eine ausreichende personelle Besetzung der Stationen und vernünftige Arbeitsbedingungen im Dienste der Gesundheit der Patienten. St. John's versucht dagegen über die U.S. Nursing Corp., Krankenpfleger als Streikbrecher anzuheuern.

Weitere Infos gibt´s hier!
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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #33 am: 15:35:48 Di. 18.Januar 2005 »
In einem Bremer Anzeigenblatt vom 12.1.05 habe ich folgende Kurzmeldung gefunden:

Streik in der Heines-Klinik

Die Belegschaft der Klinik Dr. Heines legte gestern für drei Stunden die Arbeit nieder. Hintergrund: Die Geschäftsleitung ist zu Tarifverhandlungen nicht bereit. "Bleibt das so, wird ab 31. Januar länger gestreikt", sagt Gewerkschafter Uwe Schmidt.


Hab da mal hinterhergegoogelt:

http://www.taz.de/pt/2004/11/20/a0113.nf/text
http://www.taz.de/pt/2004/12/18/a0085.nf/text
http://www.geocities.com/syndikalist2002/heines.htm
http://www.radiobremen.de/tv/buten-un-binnen/news.php3?d=11&m=01&j=05
http://www.radiobremen.de/tv/buten-un-binnen/index.php3?d=16&m=12&j=04

Die psychatrische Privatklinik hat auch schon auf anderem Gebiet Negativschlagzeilen gemacht:

http://www.taz.de/pt/2005/01/10/a0271.nf/text
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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #34 am: 14:57:03 Mo. 24.Januar 2005 »
Labournet hat ein paar aktuelle Links zu den Auseinandersetzungen in der Heines Klinik zusammengetragen.
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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #35 am: 17:26:59 Fr. 28.Januar 2005 »
28.01.05 - Belgische Krankenschwestern streiken für neue Arbeitsplätze undkürzere Arbeitszeiten

Heute streiken in Belgien landesweit Angestellte von Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen. Sie fordern die Schaffung von 13.500 neuen Arbeitsplätzen und eine 37-Stunden-Woche. Für Krankenschwestern und Pfleger über 45 Jahre soll die 35-Stunden-Woche gelten, für über 50jährige die 33-Stunden-Woche und für über 55jährige die 31-Stunden-Woche. Außerdem wird ein 13. Monatsgehalt gefordert.
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hartzilein

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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #36 am: 11:53:40 Sa. 29.Januar 2005 »
Mich würde zu den Forderungen der belgischen Pflegekräfte interessieren:
Die Herabsetzung der Wochenarbeitsstunden erfolgt über vollen Lohnausgleich?
Weisst du da näheres drüber?

Pink Panther

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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #37 am: 20:03:19 Mo. 14.Februar 2005 »
Hallo Hartzilein,

sorry, ich hab mich um Hintergrundinfos bemüht, aber leider nix gefunden, was über das bereits gepostete hinausgeht.

Ansonsten hier ein paar aktuelle Meldungen über Kämpfe im Gesundheitswesen:


12.02.05 - Kanadische Anästhesisten streiken
Gestern streikten im kanadischen Bundesstaat Ontario mehrere hundert Anästhesisten aus Protest gegen die schlechte finanzielle Ausstattung des Gesundheitswesens. Zwei Drittel der Operationssäle blieben wegen des Streiks geschlossen. Nach Angaben des Ärzteverbandes fehlen mindestens 100 Anästhesisten, was zu langen Wartelisten bei Operationen führt.


14.02.05 - Klinik-Beschäftigte verweigern Streikbrecherarbeiten
In der Ameos-Klinik Dr. Heines in Bremen streiken die Beschäftigten seit zwei Wochen für einen Haustarifvertrag. Der Versuch der Geschäftsleitung, Personal aus einer Ameos-Klinik in Sachsen-Anhalt einzufliegen, scheiterte an der Weigerung des dortigen Personals, sich als Streikbrecher missbrauchen zu lassen. Die Klinik will das Urlaubs- und Weihnachtsgeld streichen bzw. reduzieren. Letzte Woche hatten die 240 Beschäftigten ein erstes "Angebot" abgelehnt.

Zum Streik bei Heines sollte man sich auch folgende Links (Verdi-Flugblätter) anschauen:

http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/gw/ameos10.pdf
http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/gw/ameos9.pdf
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flipper

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Streik in der Ameos-Klinik-Dr.Heines
« Antwort #38 am: 21:26:09 Di. 01.März 2005 »
pressezitat:

Streik in der Ameos-Klinik-Dr.Heines
Es wird ausgesperrt!

Bei der Urabstimmung Ende Januar hatten sich 94% der im Betrieb gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten für die Durchsetzung der Forderungen, wie gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und vergleichbare Vergütungen wie in anderen Bremer Krankenhäusern, ausgesprochen. Seit nunmehr über zwei Wochen wird die Klinik Dr.Heines deshalb bestreikt. Täglich beteiligen sich ca. 60 der dort Beschäftigten an den Streikmaßnahmen, so daß schon zwei der neun Stationen geschlossen wurden. Die Patientenbelegung ist schon in der ersten Woche von ca. 180 Patienten auf ca. 120 Patienten gesunken. Besonders unter den Ärzten, die zu einem großen Teil kurzfristige Arbeitsverträge haben, ist die Entschlosssenheit für gerechtere Vergütungen einzustehen groß. Täglich solidarisierten sich Menschen mit den Streikenden, die unter widrigen Bedingungen Tag ein und Tag aus vor dem Tor des Krankenhauses ausharren. Doch bis jetzt zeigte sich die Klinikleiterin Fr. Maria Mensen entschlossen, die harte Linie im Tarifkonflikt beizubehalten und den Arbeitskampf eskalieren zu lassen. Sie weigerte sich nicht nur entschieden, den Beschäftigten ein annehmbares Angebot vorzulegen, sondern lehnte auch sämtliche Vorschläge der Gewerkschaft ab. Sogar das Angebot, einen Schlichter hinzuzuziehen, stößt bei ihr auf taube Ohren. Sie versucht wohl die angezielte Rendite - von 20% die, so Axel Paeger, Vorstand von Ameos, jede Klinik ein halbes Jahr nach Übernahme erziele -, zu ereichen. Es ist total Irrwitzig, eine Gewinnsteigerung im Gesundheitssektor und dpas bei sinkenden Tagessätzen der Krankenkassen. Es ist ja davon auszugehen, daß die Krankenkassen nur das Notwendige bewilligen. Das geht wohl nur auf Kosten der Patienten und der Beschäftigten. - Gleichzeitig appeliert die Klinik an die Streikenden, doch an die Patienten zu denken, und setzt sie moralisch unter Druck. Dieses Verhalten ist unsozial. Denn wer unter diesen Vorraussetzungen moralisch argumentiert weiß wohl nicht was Moral überhaupt ist. Verständlicherweise betritt Fr. Mensen neuerdings das Gelände durch einen Hintereingang. Auch auf andere Weise wird versucht, auf die Streikenden Druck auszuüben und sie zu spalten. Der ärztliche Direktor der Klinik, Dr. Brücher, hatte am vergangenen Freitag eine einstweilige Verfügung erwirken lassen, wonach die Besetzung der Ärzte über die Notversorgung hinaus gesteigert werden sollte. Doch wurde diese Verfügung nicht verlängert. Weiter drohte Brücher der ärztlichen Belegschaft mir der Ärztekammer und der Prüfung, inwiefern sich ihr Verhalten mit dem ärztlichen Eid vereinbar sei! Einigen Ärzten wurde sogar angedroht, ihre auslaufenden Verträge nicht zu verlängern, würden sie ihren Dienst nicht wieder aufnehmen. Auch die Pflegedienstleitung läßt nichts unversucht, die Belegschaft zu spalten. So sollen sich zeitweise an den Streikmaßnahmen Beteiligende entgültig entscheiden, ob sie nun streiken oder arbeiten wollen. Um den Profit in der Klinik zu sichern, hatte die Klinikleitung zunächst versucht, Beschäftigte aus anderen Ameos-Kliniken als Streikbrecher zu benutzen, was aber die dort Werktätigen verweigerten. Nun hat die Geschäftsführung Leiharbeiter verpflichtet um zu versuchen, den Profit der Klinik aufrechtzuerhalten. Heute ist der Streikleitung ein Schreiben zugestellt worden, in dem die Streikenden angewiesen wurden, ihre Schlüssel abzugeben, und ihnen das Betreten des Klinikgeländes untersagt wurden. Die Klinikleitung sperrt also die Streikenden aus; Dies ist das erste mal in der Geschichte, dass eine Klinik zu solchen Maßnahmen greift. Die Unternehmensleitung hat wohl nicht begriffen, daß qualitativ hochwertige Patientenversorgung nur durch motiviertes und qualifiziertes Personal zu ereichen ist; Und die gibt es nicht zum Billigpreis. In diesem Sinne Kämpfen die Streikenden nicht nur für sich, sondern auch für die Patienten!
"Voting did not bring us further, so we're done voting" (The "Caprica Six" Cylon Model, BSG)

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« Antwort #39 am: 21:50:17 Fr. 04.März 2005 »
4.03.05 - Belgische Krankenhäuser bestreikt
Gestern wurde in belgischen Krankenhäusern erneut für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne gestreikt. Die Gewerkschaften fordern geringere Arbeitszeiten für Ältere und die Zahlung eines 13. Monatsgehaltes. Der Gesundheitsminister hatte den Beschäftigten bereits Zugeständnisse angekündigt, gegen die dann der Finanzminister sein Veto einlegte.
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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #40 am: 19:20:09 So. 06.März 2005 »
5.03.05 - Ärzte-Streik in Italien
Erneut sind heute in Italien die Krankenhausärzte in einen 24stündigen Streik getreten. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligen sich auch weitere 150.000 Krankenhausangestellte. Sie fordern vor allem einen neuen Tarifvertrag mit Verbesserungen gegen über dem alten Vertrag, der bereits vor drei Jahren ausgelaufen ist. (rf-news)
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Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #41 am: 21:41:10 Mo. 07.März 2005 »
Marburger Bund ruft zum Warnstreik auf
„Die Krankenhausärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) ruft die angestellten Ärztinnen und Ärzte des Universitätsklinikums Marburg zum 08. März 2005 zu einem Warnstreik auf. Anlass ist, dass wichtige Tarifregelungen von Seiten des Landes Hessen als Arbeitgeber gekündigt wurden und das Land zudem aus dem Arbeitgeberverband – Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) - ausgetreten ist. In den Unikliniken des Landes müssen neu eingestellte Klinikärzte sowie Ärzte, deren Verträge verlängert werden, seither auf Urlaubsgeld und einen Teil des Weihnachtsgeldes (Zuwendung) verzichten sowie eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf bis zu 42 Stunden hinnehmen. Das führt zusammen zu einem Einkommensverlust von etwa 10 %....“

http://www.mbhessen.de/aktuell/streikpm050303.htm
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Streik in der Ameos-Klinik-Dr.Heines
« Antwort #42 am: 21:47:37 Mo. 07.März 2005 »
Offener Brief an die Betriebsratsvorsitzenden der Ameos-Kliniken
Eine Gruppe von Ameos-MitarbeiterInnen, die an verschiedenen Standorten arbeiten, bittet die Betriebsratsvorsitzenden aller Standorte „kreative Ideen der Solidarität“ zu entwickeln.

http://www.ungesundleben.de/privatisierung/images/ameos01.pdf
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« Antwort #43 am: 18:20:27 So. 13.März 2005 »
Zitat
Original von hartzilein
Mich würde zu den Forderungen der belgischen Pflegekräfte interessieren:
Die Herabsetzung der Wochenarbeitsstunden erfolgt über vollen Lohnausgleich?
Weisst du da näheres drüber?

Jetzt hab ich doch noch ein paar Infos in der Presse gefunden:
"Belgische Krankenhausbeschäftigte im Streik für mehr Geld, Neueinstellungen und Arbeitszeitverkürzung für Ältere."

Den vollständigen Artikel gibt´s in der Jungen Welt
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Streik in der Ameos-Klinik-Dr.Heines
« Antwort #44 am: 13:03:21 Di. 15.März 2005 »
Schlichtung kommt in Gang – der Streik geht weiter

http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/gw/ameos13.pdf
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