Autor Thema: Unruhige Krankenhäuser?  (Gelesen 292224 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #240 am: 14:31:04 Di. 15.September 2009 »
Die Ärzteskandale sind auch eine der Ursachen für steigende Gebühren der Kranken- und Pflegeversicherung, wobei die AG-Anteile eingefroren wurden und nur die AN-Beitragsanteile künftig steigen werden.

Und zu welcher politischen Klientel zählen Ärzte?

Sie sind die Hätschelkinder der Unternehmer- und Leistungseliteparteien CDU/CSU/FDP.

Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #241 am: 13:41:11 Fr. 13.November 2009 »

ManOfConstantSorrow

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #242 am: 17:04:46 Do. 26.November 2009 »
Zitat
Pflegekräfte sind auf Streik eingestellt
Gewerkschaft strebt vor allem faire Bezahlung von Überstunden an


NÜRNBERG - Die Vorzeichen stehen schon auf Streik: 150.000 Beschäftige der kommunalen Kliniken in Bayern wollen im Januar 2010 mehr Lohn und eine bessere Bezahlung von Überstunden fordern.

«Wir werden bei der Tarifrunde nichts geschenkt bekommen«, sagte Dominik Schirmer, Gesundheitsexperte bei ver.di Bayern. Er geht bereits jetzt davon aus, dass es wohl Warnstreiks an mindestens 70 bayerischen Kliniken geben wird.

Entlastung in der Pflege gefordert


In Nürnberg haben 60 Betriebsräte mit dem Bundesvorstand von ver.di ihre Forderungen für Entlastungen in der Pflege diskutiert. Bei der Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst wollen sie neben Lohnerhöhungen auch eine gerechte Bezahlung von Mehrarbeit verlangen. Allein am Klinikum Nürnberg seien derzeit 200.000 Überstunden aufgelaufen, sagte Schirmer. Pausenzeiten und freie Tagen seien nicht einzuhalten, weil die Personaldecke zu dünn ist. Beschlossen werden die Forderungen am 15. Dezember.

Claudia Freilinger
24.11.2009
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1128148&kat=27&man=3
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Eivisskat

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #243 am: 23:42:23 So. 06.Dezember 2009 »
Zitat
Zitat
Aufstand bei Asklepios- Klinikkonzern will Gründung eines neuen Betriebsrats verhindern - mit rüden Methoden.

Hamburg: Gewerkschafter beim Klinikkonzern "Asklepios" sind Kummer gewohnt. Erst Anfang des Jahres wurde zum Beispiel die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Katharina Ries-Heidtke Opfer eines bis heute nicht aufgeklärten Lauschangriffs mit Wanzen (MOPO berichtete). Jetzt plagen die Arbeitnehmervertreterin neue Sorgen: In einer Tochterfirma von "Asklepios Kliniken Hamburg" (ehemals Landesbetrieb Krankenhaus) will das Management mit rüden Methoden die Gründung eines Betriebsrats verhindern. Lidl und Schlecker lassen grüßen!

Es geht um die "Dienstleistungsgesellschaft DLG". Diese hat 450 Beschäftigte, die in den fünf Hamburger Kliniken vor allem im Küchendienst oder in der Gebäudereinigung zum Einsatz kommen. Fünf Jahre nach Gründung der DLG hatten sich fünf Mitarbeiter für den Wahlvorstand - der Vorstufe eines Betriebsrats - aufstellen lassen. Alle kamen aus Barmbek. Doch nach wenigen Wochen hatten vier der fünf Kandidaten ihre Bewerbung wieder zurückgezogen. Zu stark war der Druck des Managements, zu cholerisch das Auftreten des dortigen Objektleiters.

So soll ein Kandidat beispielsweise in die Spätschicht versetzt worden sein, mit der Folge dass er sich nicht mehr um seine behinderte Schwester kümmern kann. Ein anderer Bewerber, so schildert es Ver.di, wurde indirekt unter Druck gesetzt: Der Arbeitsvertrag seiner Frau würde nicht verlängert, wenn er kandidieren würde. In einem dritten Fall wurde ein Raucher wegen angeblichen Zigarettenkonsums außerhalb der Pausen abgemahnt - obwohl er sich nichts zu Schulden habe kommen lassen. Nur der designierte Vorsitzende des Betriebsrats ließ sich auch durch Psychoterror nicht von einer Kandidatur abbringen. Folge: Sein Bereich, die Logistik, wurde aus der DLG überraschend und komplett ausgegliedert - offiziell begründete "Asklepios" dies mit wirtschaftlichen Überlegungen.

Marco Paschke, Ver.di-Gewerkschaftssekretär: "Es hat noch viele weitere Beispiele gegeben. Mitarbeiter sind so eingeschüchtert, dass sie anfangen zu weinen, wenn man sie nur auf das Thema anspricht. Die Einschüchterung hat System." Ver.di prüft mittlerweile sogar eine Strafanzeige gegen den Objektleiter in Barmbek.

"Asklepios" selbst will sich auf MOPO-Anfrage nicht zu den Vorgängen äußern. Wie notwendig ein Betriebsrat wäre, lässt sich beispielsweise daran ablesen, wie die DLG mit kranken Mitarbeitern umgeht: Fällt ein Angestellter aus und erfüllt so nicht die vorgesehene Wochenarbeitszeit, sinkt sein Stundenlohn für die geleistete Arbeit. Will er in dem Monat auf den vollen Verdienst kommen, so muss er beispielsweise am Wochenende nacharbeiten.

http://www.mopo.de/2009/20091207/hamburg/panorama/aufstand_bei_asklepios.html

rendolf

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #244 am: 23:01:26 Mo. 14.Dezember 2009 »
Es sind nicht nur die Ärzte,haupsächlich ist es die Verwaltung die eine gesundung des Systems verhindert. Sicher sind die Ärzte auch mehr oder weniger daran beteiligt, aber die meisten haben auch nur noch einen Zeitvertrag. Deshalb spielen sie den Verwaltungschefs in die Hand.

Komme gerade aus einer REHA, da wurden nur Resourcen verwaltet und nicht die leiden der Leute.
Ein gutes Beispiel ist http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-paul-ehrlich-klinik-homburg-bad-homburg  es ist zum ko..... wie die mit den Patienten umgehen.
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Carpe Noctem

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #245 am: 15:10:24 Di. 15.Dezember 2009 »
es ist zum ko..... wie die mit den Patienten umgehen.

Da kenne ich auch ein Beispiel. Ich musste auf Geheiss meines HNO 2006 eine OP in der Uniklinik durchführen lassen. Das Ohr wurde für eine Gehörgangmanipulation abgetrennt und sollte nach der OP wieder anwachsen. Leider hat der besoffene Pfleger den Verband so schlampig angelegt, dass mein Ohr neben dem Kinn hing und 90° vom Kopf abstand. Als ich sagte dass ich vorher anders ausgesehen hatte, erwiderte die genervte Schwester, ich sei noch breit von der Narkose und benehme mich wie ein Psychotiker. Herzlichen Dank. Folglich nötigte ich das Personal mir Verbandszeug zu geben und legte mir einen neuen Verband selbst an, nicht ohne vorher mein Ohr zu richten. Der Arzt hatte natürlich die ganzen 3 Tage meines Aufenthaltes keine Zeit. Eine AU an meinen Arbeitgeber zu faxen damit ich nicht wegen unentschuldigten Fehlens gefeuert werde, das liess alle kalt. Nein, keine Zeit. Ich soll bei der Entlassung in der Verwaltung eine AU abholen und mit der Post schicken. Oder die Angehörigen sollen das regeln. Ohne Aussenkontakte ist man da aufgeschmissen, genau wie im Knast. Mein bester Kumpel hat mir abends Pizza mitgebracht weil der Frass zum Rückwärtsessen war.

In manchen Krankenhäusern ist der Umgang mit den Patienten erst der Anfang. Ich ging jemanden in der Psychiatrie besuchen. Hab extra abgewartet bis offiziell Besuchszeit ist. Die Pfleger fragten mich jedes Mal, wer ich sei und was ich da zu suchen hätte! Als ich gehen wollte hielten sich alle Pfleger in der Küche auf um das Abendessen vorzubereiten. Es huschte nur eine selten zu bestaunende Tierart über den Flur, nämlich ein Arzt. Ich: "Ich möchte gehen, können Sie mir bitte die Tür aufschliessen?" (Es handelte sich um eine geschlossene Station). Arzt: "Wer sind SIE denn? Die neue Patientin?" - Ich: "Nein, ich bin hier nur zu Gast und möchte nach Hause" - Arzt: "Das sagen alle" (warum wohl?) - und wech war er... Der Patient den ich besucht habe, bemerkte daraufhin spitzfindig: "Jetzt weisste wie is das mit nem Stempel auffer Stirn" *grins*

Grüsse - CN
Art. 1 GG: "Die Menschenwürde steht unter Finanzierungsvorbehalt"

Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #246 am: 16:41:43 Sa. 20.März 2010 »
Zitat
Streik in den Kliniken der Damp Holding

Die Gewerkschaft Ver.di hat Mitarbeiter des Krankenhauskonzerns Damp Holding zu einem Warnstreik für mehr Lohn und Gesundheitsschutz aufgerufen.Am Montagmorgen sollen von 7.00 Uhr an rund 2000 Krankenschwestern, Ärzte, Physiotherapeuten und Erzieher in Damp, Schleswig, Kiel und Wismar ihre Arbeit ganztägig niederlegen.In Hamburg, Lehmrade, Ahrenshoop und Stralsund dauert der Warnstreik zwei Stunden.Operationen fallen aus, den Betrieb sichert ein Notdienst-Team. In Damp (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist eine Kundgebung geplant.

Die Gewerkschaft Ver.di hat Mitarbeiter des Krankenhauskonzerns Damp Holding zu einem Warnstreik für mehr Lohn und Gesundheitsschutz aufgerufen. Am Montagmorgen sollen von 7.00 Uhr an rund 2000 Krankenschwestern, Ärzte, Physiotherapeuten und Erzieher in Damp, Schleswig, Kiel und Wismar ihre Arbeit ganztägig niederlegen.

In Hamburg, Lehmrade, Ahrenshoop und Stralsund dauert der Warnstreik zwei Stunden. Operationen fallen aus, den Betrieb sichert ein Notdienst-Team. In Damp (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist eine Kundgebung geplant. Die Tarifverhandlungen dauerten schon fast acht Monate, sagte Ver.di-Verhandlungsführer Oliver Dilcher am Freitag in Kiel.

Das Krankenhausunternehmen beschäftigt insgesamt etwa 7800 Mitarbeiter und führt elf Akut- und Rehakliniken im Norden. lno
http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article6853858/Streik-in-den-Kliniken-der-Damp-Holding.html

Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #247 am: 21:04:43 Sa. 08.Mai 2010 »
Zitat
Minneapolis: Krankenschwestern demonstrieren für neuen Tarifvertrag

08.05.10 - Am Donnerstag beteiligten sich tausende Krankenschwestern in Minneapolis und St. Paul an Protesten vor mehreren Krankenhäusern. Zur Zeit wird über einen neuen Tarifvertrag verhandelt. Umstritten ist vor allem, dass die Krankenhäuser eine höhere Flexibilisierung durchsetzen wollen. So sollen die Schwestern je nach Bedarf in den verschiedenen Hospitälern eingesetzt  werden können.
http://www.rf-news.de/2010/kw18/08.05.10-minneapolis-krankenschwestern-demonstrieren-fuer-neuen-tarifvertrag

ManOfConstantSorrow

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #248 am: 18:47:24 Do. 27.Mai 2010 »
Zitat
6.000 bei Demo für Krankenhaus in Staßfurt

In Staßfurt in Sachsen-Anhalt gingen am Mittwochabend 6.000 Menschen auf die Straße und protestierten dagegen, dass der Klinikstandort Staßfurt weiter geschwächt werden soll. Das Klinikkonzept des Salzlandkreises sieht die Schließung der Chirurgie in Staßfurt vor. Es war die größte Demonstration in der Stadt seit dem Ende der DDR.
http://www.rf-news.de/2010/kw21/27.05.10-6.000-demonstrieren-in-stassfurt-fuer-krankenhaus
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Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #249 am: 23:00:00 Sa. 29.Mai 2010 »
Zitat
Streik am Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum

Potsdam (dpa/bb) - Am Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam streikt seit Donnerstag das Service-Personal. Die für Gebäudereinigung und Patiententransport zuständigen rund 350 Beschäftigten seien am Morgen in einen zunächst zweitägigen Ausstand getreten, sagte der Sekretär der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Ivo Litschke. Die in der Service-Gesellschaft der Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH angestellten Mitarbeiter fordern einen Tarifvertrag mit einem Mindestlohn von 7,50 Euro. Zudem verlangt eine Gruppe ausgegliederter Beschäftigter einen Überleitungstarifvertrag.
http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/berlinbrandenburg_nt/article7815104/Streik-am-Potsdamer-Ernst-von-Bergmann-Klinikum.html

Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #250 am: 14:19:55 Mo. 14.Juni 2010 »
12.000 Krankenschwestern streikten in Minnesota

Im US-Bundesstaat Minnesota führten am 10. Juni 12.000 Krankenschwestern einen eintägigen Streik durch im Kampf um die Verteidigung ihrer Arbeitsbedingungen. Betroffen von dem Streik waren 14 Krankenhäuser in der Region Minneapolis-St. Paul. Die Krankenschwestern wehren sich gegen die Versuche der Klinikkonzerne, die "Produktivität und Flexibilität" zu steigern, was nur auf Kosten der Arbeitsbelastung des Personals und der Gesundheit der Patienten gehen kann. Es war der bisher größte Streik von Krankenschwestern in den USA.

http://www.rf-news.de/2010/kw24/14.06.10-12.000-krankenschwestern-streikten-in-minnesota

ManOfConstantSorrow

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #251 am: 20:10:31 Mi. 23.Juni 2010 »
Zitat
Hamburger Kliniken - Tausend Mitarbeiter im Warnstreik
Die Gewerkschaft Ver.di fordert für die rund 17.000 Beschäftigten 3,5 Prozent mehr Lohn. Der Streik betrifft fast alle großen Hamburger Kliniken.


Hamburg. Rund 1000 Beschäftigte von Hamburger Kliniken haben am Mittwoch ihre Arbeit vorübergehend niedergelegt. Mit dem Warnstreik von 6.00 bis 10.00 Uhr sollte der Forderung nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck verliehen werden, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. An einer Kundgebung vor dem Universitätskrankenhaus Eppendorf mit dem Hamburger Verdi-Vorsitzenden Wolfgang Rose beteiligten sich rund 800 Beschäftigte.
http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1542783/Hamburger-Kliniken-Tausend-Mitarbeiter-im-Warnstreik.html
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Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #252 am: 12:51:54 Sa. 21.August 2010 »
Zitat
Südafrika
Vor Hospitälern brennt der Müll

Südafrikas Staatsdiener fordern einen kräftigen Lohnzuschlag. Polizisten gehen mit Wasserwerfern gegen die Streikenden vor.



Protest vor einem Krankenhaus in Soweto.


Der seit drei Tagen währende Streik für höhere Löhne am Kap der Guten Hoffnung eskaliert. Nachdem der Ausstand von mehr als eine Million Beschäftigten des öffentlichen Diensts bereits am Donnerstag zu Behinderungen von Krankenhäusern, Schulen sowie des Straßenverkehrs vor allem in den Ballungszentren des Landes führte und die Polizei an mehreren Orten mit Wasserwerfern und Gummigeschossen gegen Streikende vorgegangen war, verschärften sich die Auseinandersetzungen am Freitag.

Vor dem Helen-Joseph-Hospital in Johannesburg zündeten Streikende Müllhaufen an: Erneut setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Die Zufahrt zu einem Krankenhaus in der Provinz KwaZulu-Natal wurde blockiert: In praktisch allen staatlichen Hospitälern des Landes soll es zu erheblichen Behinderungen gekommen sein. Rettungssanitäter teilten mit, ein Mann, dessen Hand bei einem Unfall abgetrennt wurde, sei am Freitag von zwei Krankenhäusern bei Johannesburg abgewiesen worden. In mehreren Hospitälern werden inzwischen Sanitäter der Armee eingesetzt.

Auch in zahlreichen staatlichen Schulen geschahen Einschüchterungen und Gewalttätigkeiten. In den Schwarzensiedlungen sind so gut wie alle Bildungseinrichtungen inzwischen geschlossen.

Die Gewerkschaft fordert 8,5 Prozent mehr Lohn sowie einen monatlichen Mietzuschuss von umgerechnet über 100 Euro – deutlich mehr als die gegenwärtig bei knapp über vier Prozent liegende Inflationsrate nahelegen würde. Die Regierung bot sieben Prozent sowie andere Vergünstigungen an, die zusammengenommen einer Erhöhung des Gehalts von 8,4 Prozent entsprechen.

Schon jetzt wird sich der südafrikanische Staat in diesem Jahr vor allem wegen der Investitionen im Zusammenhang mit der Fußball-WM mit 6,7 Prozent des Bruttosozialproduktes neu verschulden müssen: Die zusätzlichen Lohnzahlungen würden den Haushalt mit weiteren 500 Millionen Euro belasten, teilte der Minister für Öffentliche Dienste, Richard Baloyi, mit. Die Regierung kündigte an, die von ihr vorgeschlagene Gehaltserhöhung auch ohne Einigung mit den Gewerkschaften einzuführen – weiterhin Streikenden droht dann die Kündigung.

Umstrittener Streik

In der Öffentlichkeit ist der Streik heftig umstritten. Ökonomen verweisen darauf, dass eine Lohnerhöhung um das Doppelte der Inflationsrate in der gegenwärtig noch schwachen Konjunktur und angesichts einer Arbeitslosenquote von offiziell mehr als 25 Prozent „unvernünftig“ sei: Eigentlich, so der Ökonom Mike Schüssler im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, müssten die Arbeitskosten unter solchen Bedingungen sinken. Andererseits wird jedoch auf die riesigen Differenzen in den Gehältern zwischen öffentlichen Bediensteten und Regierungsmitgliedern verwiesen: Während eine Krankenschwester mit einem Monatseinkommen von rund 500 Euro auszukommen hat, kann ein Angestellter in einem Ministerium mit dem 15-fachen Betrag rechnen. Zeitungskommentatoren kritisieren, dass die Regierung das Geld an den falschen Stellen ausgebe.

Der Streik in der Autoindustrie, in den die 16000 Beschäftigten der Branche Anfang vergangener Woche getreten waren, ist unterdessen am Freitag beendet worden. Gewerkschaften und Arbeitnehmer einigten sich auf eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/vor-hospitaelern-brennt-der-muell/-/1472780/4576002/-/index.html

Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #253 am: 18:16:39 Di. 12.Oktober 2010 »
Uniklinikum Erlangen plant fristlose Kündigung des PR-Vorsitzenden. Ein Armutszeugnis für die Uniklinik
„Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Absicht des Uniklinikums Erlangen, den langjährigen Personalratsvorsitzenden Hajo Ehnes kündigen zu wollen. Diese Absicht hatte die Verwaltung dem Personalrat Ende August mitgeteilt. Nachdem der hierfür die Zustimmung verweigert hat, liegt die Sache nun beim Verwaltungsgericht in Ansbach…“

http://www.buschtrommler.info/downloads/38.pdf
http://www.buschtrommler.info/downloads/ehnes/soli-ehnes.pdf
http://www.buschtrommler.info/downloads/ehnes/Solidaritaetserklaerung.doc

Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #254 am: 20:55:00 Do. 14.Oktober 2010 »
Zitat
Klinikum Darmstadt
Rebellion im Krankenhaus

Mitarbeiter des Klinikums Darmstadt protestieren gegen ihren neuen Chef. Eine Gruppe von mehreren Mitarbeitern hat sich an die Frankfurter Rundschau gewandt. Sie befürchten, dass Gerhard Becker das Klinikum noch tiefer in die roten Zahlen stürzt.


Bei den Mitarbeitern des Klinikums Darmstadt rumort es. Seit März hat das städtische Krankenhaus, das schon jahrelang Defizite in Millionenhöhe schreibt, einen neuen Geschäftsführer: Gerhard Becker. Der Endvierziger versteht sich mehr als Managertyp denn als Verwaltungsmensch. Als jemand, der anpackt und keine langen Diskussionen will. Im Gegensatz zu früheren Klinikchefs fährt er einen Dienstwagen. Er ist angetreten, um zu sparen. Daraus machen er und Darmstadts Klinikdezernent Dierk Molter (FDP) keinen Hehl. Ihr Businessplan gibt vor, ab Mitte 2013 schwarze Zahlen zu schreiben.

Die Unruhe in der Belegschaft ist dementsprechend groß. Eine Gruppe von mehreren Mitarbeitern hat sich an die Frankfurter Rundschau gewandt. Sie befürchten, dass Becker das Klinikum noch tiefer in die roten Zahlen stürzt. „Die Realität und die jetzt zu erwartende Entwicklung erscheinen uns sehr bedenklich“, sagt eine Mitarbeiterin (Name der Redaktion bekannt). Es seien Schritte eingeleitet, die, „statt aus den roten Zahlen zu führen, möglicherweise das Gegenteil bewirken und letztlich zu einem Verkauf des Klinikums an einen privaten Träger führen können“.

Zitat
Die Klinik

Das Klinikum Darmstadt hat rund 880 Betten und 2000 Mitarbeiter. Es hat eine vergleichbare Größe mit anderen städtischen Kliniken im Rhein-Main-Gebiet, etwa Wiesbaden und Offenbach. Schwerpunkte des Maximalversorgers, der fast alle medizinischen Bereiche abdeckt, sind die Behandlung von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Neue Rechtsform: Im Juni 2009 erhielt das Krankenhaus eine neue Rechtsform. Zuvor war es ein Eigenbetrieb der Stadt Darmstadt, seitdem ist es eine GmbH. Ein Großteil der Entscheidungen muss seitdem nicht mehr vom Stadtparlament, sondern nur noch von einem zwölfköpfigen Aufsichtsrat getroffen werden. Der rot-grün-gelbe Magistrat versprach sich dadurch schnellere Entscheidungswege. Die Linksfraktion, die nun nicht mehr mitkontrolliert, sah darin einen ersten Schritt zur Privatisierung.

Defizite: Für 2009 wies das Klinikum ein Minus von rund zwei Millionen Euro auf. 2008 betrug das Defizit vier Millionen, 2007 zwei Millionen Euro. frs

Die Gruppe bescheinigt Becker einen „absolutistischen Führungsstil“. Bei Besetzungen von leitenden Positionen bediene er sich aus einem Netzwerk von Leuten, das er sich als früherer Arbeitsdirektor der börsennotierten Mediclin AG sowie als Verwaltungschef der Unikliniken Hamburg-Eppendorf und Düsseldorf aufgebaut habe. Es sei zu befürchten, dass das Darmstädter Klinikum „eine weitere Versorgungsstation für ihn und seine Seilschaft“ werde, sagt eine Mitarbeiterin. Die Gruppe vermutet hinter drei wichtigen Neubesetzungen (Pflegedienstleiterin, Technischer Direktor, Verwaltungsdirektor) Leute aus Beckers „Netzwerk“.

Dezernent Molter weist diese Darstellung zurück: Besetzungen leitender Positionen kontrollierten krankenhausinterne Gremien und der Aufsichtsrat. Und Becker beteuert, er kenne nur den neuen Verwaltungsdirektor aus seiner Zeit bei der Mediclin AG. Dass dieser in Darmstadt eingestellt werde, resultiere allein aus dessen Qualitäten. Der Leitende ärztliche Direktor, Martin Welte, pflichtet Becker bei: Unter 40 Bewerbern sei der betreffende Kandidat „einfach der Beste“ gewesen.

Der Vorsitzende des Personalrats, Georg Faust, führt die Kritik aus Mitarbeiter-Kreisen auf den starken Umbruch zurück, den das Klinikum derzeit erfahre. Das sorge für Irritationen, auch „der neue Stil, das schnellere Tempo“, das Becker mitbringe.

Becker weist auf Wettbewerbsdruck hin


Becker räumt ein, dass er sich bei der Erfüllung seines Auftrags, das Klinikum aus den roten Zahlen zu führen, nicht bei allen beliebt mache. Er weist auf den enormen Wettbewerbsdruck hin, unter dem Krankenhäuser heute stünden. Seine Mitarbeiter würden aber immer noch nach Tarif bezahlt, was auch so bleiben solle. Ein Abbau von Stellen sei – außer in der Logistik – derzeit nicht geplant, auch kein weiteres Outsourcing. Schon vor Beckers Zeit wurden Catering, Wäscherei und Reinigung ausgegründet. Mitarbeiter dort werden untertariflich bezahlt. Es gebe keine Pläne für eine Privatisierung. Dann verlöre auch er schließlich seinen Job.
http://www.fr-online.de/rhein-main/rebellion-im-krankenhaus/-/1472796/4745282/-/index.html