Autor Thema: Unruhige Krankenhäuser?  (Gelesen 258507 mal)

Fritz Linow

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #405 am: 12:36:53 Mi. 19.September 2018 »
Zitat
(...)
Nach Berechnungen von ver.di wäre das Personal in deutschen Krankenhäusern bereits am 22. Oktober aufgebraucht, wenn eine sichere Patientenversorgung durch eine angemessene Schichtbesetzung mit dem derzeit vorhandenen Personal gewährleistet würde. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, ruft ver.di die Beschäftigten dazu auf, am Dienstag, dem 23. Oktober, ein Zeichen zu setzen und ihren Arbeitgebern anzukündigen, an diesem Tag nicht aus dem Dienstplanfrei einzuspringen.(...)
https://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++1c5e3158-ba7f-11e8-9f43-525400940f89

Diese weichgespülten Kuschelaktionen muss man nun wirklich nicht mehr ernst nehmen.

Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #406 am: 17:15:35 Di. 06.November 2018 »
Zitat
Streik an der Charité
Physio- und Ergotherapeuten fordern Bezahlung nach Tarif

An der Universitätsklinik wollen Physio- und Ergotherapeuten schon in einigen Tagen die Arbeit niederlegen: Die Charité-Tochterfirma CPPZ zahle zu wenig.


Wieder Arbeitskampf an der Charité - nach Tagesspiegel-Informationen streiken Physio- und Ergotherapeuten in der nächsten Woche. Dabei dürften Hunderte Termine mit Patienten ausfallen. Intern wird damit gerechnet, dass sich fast die Hälfte der 170 Therapeuten an einem eintägigen Ausstand beteiligt. Die zuständige Gewerkschaft Verdi bestätigte am Donnerstag lediglich, dass es bald einen Arbeitskampf gebe, ohne Zeit und Umfang zu nennen.

Öfter Streit in Tochterfirmen


Die meisten Physio- und Ergotherapeuten an der Universitätsklinik arbeiten für die Tochterfirma CPPZ und erhalten bis zu 800 Euro Monatsbrutto weniger als die Stammangestellten, für die gleiche Tätigkeit. Letztere werden nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes (TvöD) bezahlt. Der Charité-Vorstand bot ihnen zwar mehr Geld an, aber nicht den TvöD der Stammbelegschaft.

In Tochterfirmen eskalierten Tarifverhandlungen vergleichsweise oft. Die rot-rot-grüne Koalition kündigte 2016 die Rekommunalisierung solcher Ausgliederungen an – nun soll tatsächlich eine andere Charité-Tochter, die CFM, wieder Landeseigentum werden. Seit der Gründung der Firma für rund 2000 Wachleute, Reinigungskräfte und Hausmeister 2006 halten private Geldgeber 49 Prozent der Anteile. Auch die CFM zahlt bislang knapper als im Charité-Stammhaus üblich.

Verstieß der Senat gegen das Gesetz?


Der Senat zwang die landeseigene Universitätsklinik lange auf einen Sparkurs. Der nun weitgehend ausgeglichene Haushalt ist schon durch den Rückkauf der CFM gefährdet. Deshalb zögert der Charité-Vorstand mit Blick auf die Therapeuten. Vielleicht bekommen die Hilfe von der Justiz. „Nach unseren Informationen liegt kein Beschluss des Abgeordnetenhauses zur Ausgliederung der Therapeuten und Masseure vor, wie vom Universitätsmedizingesetz gefordert“, sagt Verdi-Verhandler Kalle Kunkel. „Wir fordern den Senat auf, zu prüfen, ob die Gründung der CPPZ illegal war.“ Die Charité ist einer der größten Arbeitgeber Berlins und Motor für Forschung und Industrie in der Region.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/streik-an-der-charite-physio-und-ergotherapeuten-fordern-bezahlung-nach-tarif/23257574.html

Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #407 am: 16:15:29 Mo. 19.November 2018 »
Zitat
Bei Celenus tobt der Kampf um die öffentliche Meinung

Streik-Gegner und Befürworter wenden sich mit Appellen an die Öffentlichkeit und aneinander.




Bad Langensalza. Viereinhalb Monate – mit kurzen Unterbrechungen – dauert nun schon der unbefristete Streik an der Celenus-Rehaklinik an der Salza, die Auseinandersetzung selbst gärt schon wesentlich länger. Ein Ende ist nicht in Sicht. Nun scheint der Streit in die nächste Phase zu gehen: Mit offenen Briefen ringen die Gegner und Befürworter des Streiks um die öffentliche Meinung. Sie zeigen auch, dass die Belegschaft gespalten ist in der Frage, wie der Konflikt gelöst werden kann.

Am Samstag vor einer Woche erschien in unser Zeitung ein „Offener Brief der Mitarbeiter der Celenus Klinik in Bad Langensalza“. Dabei handelte es sich um eine bezahlte Anzeige, deren Inhalt alleine der Auftraggeber bestimmt. Unterzeichnet war das Schreiben von einem leitenden Oberarzt und „über 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ der Klinik.

Der Inhalt: Ein Appell an die Streikenden, die Gewerkschaft Verdi, die Politik, Medien und Bürger Bad Langensalzas. Der Tenor: Die 20 Streikenden seien gegenüber 120 Arbeitenden nur ein geringer Teil der Belegschaft. Mehrheitlich habe man sich entschieden, strittige Fragen nicht mit einem Tarifvertrag, sondern mit einer Verbesserung einer bereits bestehenden Betriebsvereinbarung zu lösen – dies gelte auch für Lohnfragen.

Angegriffen wurde der Betriebsrat, der den Streik schüre. „Das ist schade, aber wir werden unseren Weg auch ohne Betriebsrat gehen“, hieß es in dem Brief. Politiker aller Ebenen wurden aufgefordert, sich im Gespräch mit Mitarbeitern selbst ein genaueres Bild zu machen. Nach wie vor würden in der Klinik „sehr zufriedene Patienten“ behandelt, alle Vorgaben beachtet. Dennoch stünden wegen des Streiks Betten leer.

Den Medien wurde pauschal einseitige Berichterstattung und ein Aufpeitschen der Lage bis zum „Rufmord“ vorgeworfen. In dem Brief wurde schlussendlich ein Ende des Streiks gefordert.

Diese Woche erreichte unsere Redaktion ein Schreiben, das von drei Celenus-Beschäftigen unterzeichnet ist „im Namen von über 40 Streikenden und Gleichgesinnten“, wie eine der Unterzeichnerinnen sagt. Während es im offenen Brief hieß: „Wir sind auch da und wir sind mehr“ , heißt es in der Erwiderung: „Wir sind da und wir sind mehr als ihr denkt.“

Denn nur die Hälfte der 120 Mitarbeiter habe den offenen Brief unterzeichnet, was zeige, „dass längst nicht alle einer Meinung sind“. Auch in diesem Schreiben wird dem Tarifstreit „mittlerweile tatsächlich ein erschreckendes Ausmaß“ attestiert.

Betriebsrat sei nicht für Tariffragen zuständig


Schuld daran sei aber nicht der Betriebsrat. Denn der sei gar nicht für Entgeltverhandlungen zuständig.

Schuld sei vielmehr, dass die Geschäftsleitung der Klinik jedes Gespräch mit der Gewerkschaft verweigere und stattdessen „lieber zu Mitteln wie Einschüchterung, Aussperrung und sogar Kündigung“ greife.

Dabei sei es ein Grundrecht, für einen Entgelttarifvertrag zu streiken. Auch der Teil der Belegschaft, der hinter diesem Schreiben stehe, „wäre lieber für unsere Patienten da, um sie zu pflegen und zu behandeln, so wie wir es über bereits zwei Jahrzehnte mit viel Engagement getan haben“. Aber es gehe um angemessenen Bedingungen, zu denen ein Tarifvertrag gehöre.

Er bedeute „Rechtssicherheit für beide Seiten“. Nicht zuletzt sei in der Celenus-Klinik in Bad Blankenburg vor kurzem ein Tarifvertrag unterzeichnet worden: „Warum nicht auch bei uns?“

Zum Schluss appellieren die Unterzeichner an das Management von Celenus „die wiederholten Gesprächsangebote von Verdi“ anzunehmen: „Sonst steht der gute Ruf dieser Klinik, die wir mit aufgebaut haben und die uns am Herzen liegt, tatsächlich auf dem Spiel. Redet mit uns!“

In einem ebenfalls diese Woche erschienenen Flugblatt der Gewerkschaft wird dies unterstrichen: Der Arbeitgeber habe auf keines der vielen Verdi-Angebote zu Gesprächen reagiert. Auch die vorgeschlagene Schlichtung sei abgelehnt worden. „Ausdrücklich wiederholen wir unsere sämtlichen Gesprächsangebote“, so die Gewerkschaft.
https://muehlhausen.thueringer-allgemeine.de/web/muehlhausen/startseite/detail/-/specific/Bei-Celenus-tobt-der-Kampf-um-die-oeffentliche-Meinung-1457772398

Fritz Linow

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #408 am: 22:50:19 Do. 29.November 2018 »
Zitat
28.11.18
Arbeitskampf am Uni-Klinikum Jena
(...)
Die Demo wirft dennoch gewisse Fragen auf. Neben streikenden Arbeiter*innen und Gewerkschafter*innen hatte ver.di auch zahlreiche Politiker*innen eingeladen, um Reden zu halten. Es sprachen der neue FDP-Oberbürgermeister Jenas Thomas Nitzsche, die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner von der SPD (wohl eher LINKE)und weitere Stadträte und Landtagsabgeordnete. Darüber hinaus durfte die FDP neben der Linkspartei und der SPD bei der Abschlusskundgebung sogar einen Infostand machen. Damit hatte ver.di eben die politischen Kräfte eingeladen, die auf Bundes- wie Landesebene für den Pflegenotstand direkt verantwortlich sind. Entsprechend kam es während der Abschlusskundgebung von Seiten einiger Arbeiter*innen zu Unmutsbekundungen und Zwischenrufen. Geht die ver.di–Strategie hier auf, durch das enge Bündnis mit der herrschenden Politik Verbesserungen durchzuklüngeln, oder führt die Beteiligung von Politiker*innen nicht eher zu einer Beschwichtigung, dazu, dass den Arbeiter*innen falsche Hoffnungen gemacht werden und diese sich auf genau jene Politiker*innen verlassen, die an der ganzen Misere schuld sind?
(...)
https://direkteaktion.org/der-kampf-der-gesundheits-arbeiterinnen/

Fritz Linow

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #409 am: 23:20:03 Fr. 30.November 2018 »
Zitat
29.11.18
Drei Monate nach dem Ende der Streiks an der Uniklinik Düsseldorf spüren viele Mitarbeiter noch keine Entlastung. Die Klinik begründet das unter anderem damit, dass sie auf dem Markt kurzfristig nicht so viele Pflegekräfte findet.

Bisher wurden erst 20 Pflegekräfte eingestellt. 50 sind bis Ende des Jahres vereinbart. Auch würde die verabredete Entlastung nicht auf allen Stationen konsequent umgesetzt, kritisiert der Personalrat. (...)
"Die Uniklinik tut bislang zu wenig, damit sich wirklich dauerhaft was verbessert." Innerhalb der Belegschaft habe sich die Stimmung wieder etwas beruhigt, so Böhmer. Kollegen, die nicht gestreikt hatten, hätten sich von den Protestlern im Alltagsbetrieb im Stich gelassen gefühlt.
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/entlastung-uniklinik-duesseldorf-102.html

Hauptsache, es hat sich die Stimmung etwas beruhigt. Nicht auszudenken, was wäre, wenn Streikschlichtung und Personaltratsdeppen nicht solchen Einfluss auf die Belegschaft hätten. Natürlich gibt es nicht genügend Pflegekräfte, also müssen Betten gesperrt werden, langfristig, damit es den korrupten Kapitaleignern samt Anhang ans Eingemachte geht. Die Beschäftigten wissen das, Verdi macht Kleckermatschaktionen, wenn überhaupt.


Kuddel

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Re:Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #410 am: 12:10:49 Fr. 14.Dezember 2018 »
Zitat
Altmark-Klinikum
Lautstarker Protest gegen Tarif-Ausstieg



 Beschäftigte des Altmark-Klinikums haben in Magdeburg gegen einen Ausstieg aus dem öffenlichen Tarifvertrag demonstriert.


Von Antje Mewes

Magdeburg l Rund 70 Mitarbeiter des Altmark-Klinikums haben gestern Morgen in Magdeburg lautstark ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Sie protestierten vor dem Sitz der Salus-Altmark-Holding gegen den Ausstieg aus dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Im Vorfeld war deutlich geworden, dass der Aufsichtsrat der Gesellschaft plant, im Kommunalen Arbeitgeberverband nur noch eine Gastmitgliedschaft anzustreben. Das Gremium tagte an dem Vormittag.

Die Betriebsräte verdeutlichten, worum es ihnen geht. Die Krankenhäuser seien unzureichend finanziert. Gerade am Altmark-Klinikum gebe es mit den inzwischen 20 Jahre alten Bettenhäusern einen hohen Investitionsbedarf, der nicht mal im Ansatz mit den Zuweisungen vom Land ausgeglichen werde. Die Einzelförderung reiche nicht mehr.

Die wirtschaftlichen Probleme sollten nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, und das würde ein Ausstieg aus dem öffentlichen Tarifvertrag bedeuten. Sie forderten den Aufsichtsrat auf, den Beschluss nicht zu fassen.

Beschäftigte sauer

„Die Beschäftigten sind stink sauer“, erklärte Gewerkschaftssekretär Jens Berek. Die Gewerkschaft ver.di hatte den Protest unterstützt. Zu diesem Zeitpunkt gab es bei den Demonstranten „noch ein Fünkchen Hoffnung“. Doch dieses sollte sich nicht bestätigen. Der Aufsichtsrat sprach sich mehrheitlich für eine Gastmitgliedschaft des Altmark-Klinikums im Kommunalen Arbeitgeberverband Sachsen-Anhalt aus. Damit fällt die Bindung an den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes weg.

In einem Gespräch mit Betriebsräten hatte die Vorsitzende des Aufsichtsrates, Staatssekretärin Beate Bröcker, für eine Kultur des Miteinanders bei der weiteren Tarifvertragsentwicklung geworben, wie die Pressesprecherin der Holding, Franka Petzke, mitteilt. Sie sagte wörtlich: „Es geht um die wettbewerbs- und zukunftsfähige Weiterentwicklung des Altmark-Klinikums“, und verwies darauf, dass Veränderungen dafür unverzichtbar seien.

Situation schwierig

Bröcker habe eingeräumt, dass die aktuelle Situation in der Krankenhausfinanzierung schwierig ist. Die Diskussion über Veränderungen dahingehend müsse weiterhin geführt werden. Ein flexiblerer Tarifvertrag sei aber in jedem Fall sinnvoll, auch unter „verbesserten Rahmenbedingungen“. Mittelfristig werde ein einheitliches System mit der Salus GmbH, die ebenfalls zur Holding gehört, angestrebt.

Die Betriebsräte wollten gestern erst einmal abwarten. Gewerkschaftssekretär Berek schloss mittelfristig weitere Protestaktionen nicht aus.
https://www.volksstimme.de/lokal/salzwedel/altmark-klinikum-lautstarker-protest-gegen-tarif-ausstieg

Kuddel

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #411 am: 11:15:50 Mi. 23.Januar 2019 »
Zitat
Warum der Kronacher Frankenwaldklinik ein Streik drohen könnte

Die Tarifverhandlungen zwischen der Helios-Frankenwaldklinik Kronach und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gehen in eine vierte Runde. Besonders ein Thema sorgt dafür, dass ein Streik der Beschäftigten inzwischen näher gerückt ist.

...
"Die Arbeitgeber der Frankenwaldklinik verstecken sich in belangloser Symbolpolitik, was das Thema Entlastung und bessere Pflege angeht", kritisiert etwa Robert Hinke, Verhandlungsführer der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.
...
"Sie sind nur ein ganz kleines bisschen auf uns zugekommen", sagt Burdich im Gespräch mit unserer Redaktion. In Zahlen ausgedrückt heißt "ein bisschen" exakt 0,25 Prozent. Denn das Anfang Dezember 2018 gemachte Angebot einer Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent rückwirkend zum 1. Oktober 2018 (ver.di forderte 2,5 Prozent) verbesserte Klinik-Geschäftsführer Philipp Löwenstein in der jüngsten Tarifrunde auf lediglich 1,75 Prozent. Zu wenig für die Gewerkschaft. Das sei schließlich weniger als die Inflationsrate, die 2018 bei immerhin 1,9 Prozent gelegen habe, gibt Burdich zu bedenken.

Das Angebot der Klinik sieht in einem zweiten Schritt eine Gehaltssteigerung von 3,5 Prozent ab dem 1. Oktober dieses Jahres vor. Diese Steigerung würde ab dem 1. April 2020 aber wieder für sechs Monate auf das Inflationsniveau zurückgehen. Trotz der noch deutlichen Differenzen glaubt Burdich, der finanzielle Aspekt sei die wahrscheinlich am wenigsten umstrittene Forderung der Gewerkschaft.

Auf einen Kompromiss laufe es bei der Frage nach der Entlastung in der Pflege - der zweiten großen Forderung - hinaus. Während ver.di 25 neue Stellen in der Pflege gefordert hat, schlug die Klinik laut Burdich 15 Stellen vor. "Da besteht zumindest Einigkeit, dass man Stellen in der Pflege schaffen will. Wahrscheinlich werden wir uns da in der Mitte treffen", sagt der Betriebsratsvorsitzende. Eine andere Frage sei dann natürlich, ob es ausreichend Bewerberzur Jobbörse für die neuen Stellen gibt.

Kosten auf die Klinik kämen durch die neuen Stellen keine zu, erklärt er: "Die würden komplett durch das Pflegestärkungsgesetz refinanziert.
...
Im Konzernbetriebsrat sei zum Beispiel angekündigt worden, dass mehr ärztliche Tätigkeiten auf die Pflege verlagert und Arztstellen abgebaut werden sollen, sobald mehr Pflegestellen geschaffen werden. "Da läuft das Pflegestärkungsgesetz natürlich ins Leere, weil es zu keiner Entlastung führt, sondern im Gegenteil auch noch höherwertige Tätigkeiten übertragen werden", kritisiert Burdich. Die Arbeitsbelastung bliebe die Gleiche und letztlich würde der Stellenaufbau in der Pflege zulasten anderer Berufsgruppen, insbesondere der Ärzte, gehen. "Und das kann nicht der Wille der tarifschließenden Gewerkschaft sein. Es soll zu einer echten Entlastung kommen!"

Verhandlungsführer Hinke wird noch deutlicher. "Helios scheint das Pflegepersonalstärkungsgesetz als zusätzliche Finanzierungsquelle zu verstehen, nicht als ein Gesetz zur Entlastung des Personals und Verbesserung der Pflege", erbost er sich.
...
https://www.infranken.de/regional/kronach/warum-der-kronacher-frankenwaldklinik-ein-streik-drohen-koennte;art219,4004082

ManOfConstantSorrow

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #412 am: 13:49:04 Sa. 02.Februar 2019 »
Zitat
Streik
In Nepal schließen Krankenhäuser landesweit

Ärzte in Nepal haben landesweit für Reformen im Gesundheitswesen gestreikt. Krankenhäuser blieben am Freitag vielerorts bis auf Notaufnahmen und Intensivstationen geschlossen, wie mehrere lokale Medien berichteten.


Mit den Protesten unterstützen die Mediziner demnach einen Kollegen und Aktivisten, der sich seit 23 Tagen im Hungerstreik befindet. Der Chirurg Govinda KC fordert die Regierung dazu auf, die ärztliche Versorgung für sozial benachteiligte Menschen in abgelegenen ländlichen Regionen zu verbessern und die Studiengebühren für das Medizinstudium zu senken.

Der nepalesische Ärzteverband NMA rief zu den Protesten auf, nachdem das Parlament am Donnerstag einer umstrittenen Gesetzesvorlage zur medizinischen Ausbildung zugestimmt hatte. "Die Teilnahmslosigkeit der Regierung gegenüber Dr. KC, dessen Zustand sich in den letzten Tagen verschlechtert hat, schmerzt uns sehr", sagte der NMA-Sprecher Lochan Karki in einer Stellungnahme am Freitag. "Wir warnen die Regierung, uns nicht zu härteren Maßnahmen zu zwingen", so der Sprecher.
https://www.kma-online.de/aktuelles/politik/detail/in-nepal-schliessen-krankenhaeuser-landesweit-a-39698

Beeindruckend!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #413 am: 14:29:03 Fr. 08.Februar 2019 »
Zitat
Warnstreik - Für die Angleichung in Ost und West - Streik in Leipziger Helios-Kliniken

Heute, 7. Februar, hat die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten des Helios-Herzzentrums und des Helios-Park-Klinikums in Leipzig zu einem Warnstreik von 6 Uhr bis 22 Uhr aufgerufen.

In beiden Kliniken gibt es einen Haustarifvertrag. Ver.di fordert für die 800 Beschäftigten des Herzklinikums und für die 1.100 Beschäftigten im Park-Klinikum rückwirkend vom 1. Januar 2018 an 10 Prozent mehr Lohn; für das Park-Klinikum nochmals 10 Prozent für 2019. Im Vergleich zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) liegen die Einkommen, unter Berücksichtigung der dort bereits verhandelten Steigerungen, deutlich unter denen des TvöD.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw06/fuer-die-angleichung-ost-west-streik-in-den-helios-kliniken-in-leipzig
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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #414 am: 14:52:46 Fr. 08.Februar 2019 »
Was für eine Schande, daß immernoch keine gleichen Löhne im Osten und Westen gelten.
Der Osten wurde übernommen und bis zum heutigen Tag gnadenlos ausgeplündert.
Die DGB Gewerkschaften haben dabei immer brav stillgehalten.

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #415 am: 15:04:17 Fr. 08.Februar 2019 »
Im Marx-Forum gibt es einen aktuellen Lohnatlas für Deutschland. Man erkennt deutlich, dass der Osten Billiglohnland ist:
https://marx-forum.de/Forum/index.php?thread/925-lohnatlas-deutschland-2018/&postID=5196#post5196
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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #416 am: 17:33:17 Mi. 20.Februar 2019 »
Zitat
Arbeitskampf - Warnstreik: Uniklinik Erlangen muss am Mittwoch drei Stationen komplett schließen

Die Beschäftigten des Universitätsklinikums Erlangen führen am Mittwoch einen 24-stündigen Warnstreik durch.

Quelle: https://www.infranken.de/regional/erlangenhoechstadt/warnstreik-uniklinik-erlangen-muss-am-mittwoch-drei-stationen-komplett-schliessen;art215,4063712
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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #417 am: 14:12:07 Fr. 08.März 2019 »
Zitat
Erst die Bienen, jetzt die Pflege - Personalmangel im Krankenhaus: Kommt es jetzt zum Volksbegehren?

Eine neue Volksinitiative zum Personalmangel in Krankenhäusern hat genug Unterschriften zusammen, um den nächsten Schritt zu tun.

Quelle: https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.erst-die-bienen-jetzt-die-pflege-personalmangel-im-krankenhaus-kommt-es-jetzt-zum-volksbegehren.40f0ac4b-86a5-40e1-b483-42ddd60013e7.html
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Fritz Linow

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #418 am: 21:02:53 Sa. 16.März 2019 »
Zitat
16.3.19
Tarifverhandlungen mit der VKA sind gescheitert

Marburger Bund trifft Vorbereitungen für Arbeitskampfmaßnahmen

Die Große Tarifkommission des Marburger Bundes (MB) hat die seit Januar in drei Verhandlungsrunden geführten Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für gescheitert erklärt. Gleichzeitig wies sie das Angebot der VKA als nicht akzeptabel zurück. (...)
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/pressemitteilung/tarifverhandlungen-mit-der-vka-sind-gescheitert


Fritz Linow

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #419 am: 09:46:37 Do. 06.Juni 2019 »
Zitat
5.6.19
Slowakische Ärzte drohen mit Streik

Die Slowakische Ärztekammer hat die Regierung und insbesondere Gesundheitsministerin Andrea Kalavská dazu aufgefordert, dass sie schnellstens Maßnahmen ergreifen sollen, um die Finanzierung des Gesundheitswesens zu verbessern. Auch die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern sollen verbessert werden, verlangen die Ärztevertreter. Weil es noch immer zu keiner Einigung mit der staatlichen Krankenversicherungsgesellschaft über die Finanzierung gekommen ist, drohen die Ärzte, die in den kleineren und mittelgroßen Krankenhäusern angestellt sind, mit einem Streik ab dem 1. Juli. Die niedrige Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen seien schuld daran, dass die Krankenhäuser unter einem akuten Personalmangel litten, argumentieren die Ärztevertreter.
https://dersi.rtvs.sk/clanky/nachrichten/197582/slowakische-arzte-drohen-mit-streik