Autor Thema: Unruhige Krankenhäuser?  (Gelesen 292224 mal)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 19673
  • Fischkopp
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #495 am: 16:15:10 Mo. 20.September 2021 »
Wichtig!

Zitat
Nach Streikverbot durch die Regierung nun wilde Streiks der Pflegekräfte in Dänemark
 
Die Streiks der Krankenpfleger in Dänemark dauern nun über 10 Wochen. Während der Sommerferien waren die Streiks in den Medien im Land fast unbemerkt. Das hat sich mit dem Gesetzeseingrif der sozialdemokratischen Staatsministerin Mette Frederiksen rasant geändert. Die Regierung will den Streikenden die Bedingungen aufzwingen, die diese zweimal bei Urabstimmung abgewiesen haben. Jetzt kommt es in den Städten Herlev, Aalborg, Aarhus, Kopenhagen zu wilden Streiks in den Krankenhäusern. Jeden Morgen legen die Krankenschwestern ihre Arbeit für eine Stunde nieder, um sich außerhalb deren Arbeitsplätze zu treffen und zu demonstrieren. Immer mehr Sympathisanten anderer Berufsgruppen besuchen die Protestkundgebungen.
https://www.labournet.de/?p=193513

Uuups, danke für den Hinweis, Dagobert. Link korrigiert.

dagobert

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 5592
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #496 am: 16:25:03 Mo. 20.September 2021 »
Der Text hinter dem Link ist nicht uninteressant, passt aber nicht zum Zitat.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Nikita

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1824
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #497 am: 16:45:00 Fr. 08.Oktober 2021 »
"Hier noch einer zur Pflege-Apokalypse: Bei der Uniklinik in Marburg haben die nicht gestreikt sondern gekündigt.
Die Uniklinik in Marburg wird derzeit von einer Kündigungswelle eingeholt. Auf einer Station warfen 15 von 16 Pflegekräften auf einmal hin - wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Die Klinikleitung beschwichtigt.
15 von 16! Holla!
Fast die ganze Station wechselt geschlossen an das Evangelische Krankenhaus in Gießen.
Überlegt euch mal, was das über das Evangelische Krankenhaus in Gießen sagt, wenn die mal eben 15 Pflegekräfte einstellen können, weil sie so viele unbesetzte Plätze haben.
Ach wisst ihr was, das muss man sich gar nicht vorstellen:

Wie hart umkämpft der Markt inzwischen ist, zeigt auch, dass das EV seit 2018 eine Einstellungsprämie von 1.000 Euro zahlt. Dietrich betont aber: Es habe keine gezielte Abwerbeaktion stattgefunden.
SO KRASS ist die Lage, dass die Einstellungsprämie zahlen. Wie beim Stromanbieterwechsel!
Die Pflegerin bemerkt in letzter Zeit vermehrt, dass Patientinnen und Patienten nicht mehr klingeln, um dem offensichtlich gestressten Personal nicht zur Last zu fallen. Die Folge: Notfälle würden zu spät bemerkt oder Menschen hätten zu lange Schmerzen.
Ach du Kacke!
Man vergleiche mal den Aufwand, den der Staat für "Geldwäschebekämpfung" auf sich nimmt, und vergleiche das mit den Zuständen, die sie in Krankenhäusern durchgehen lassen. (Danke, Ulrich)"

https://blog.fefe.de/?ts=9f9eedcb

Nikita

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1824
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #498 am: 16:48:17 Fr. 08.Oktober 2021 »
"Noch ein Leserbrief zum Pflegenotstand:
vielleicht um den Ernst der Lage sich mal vor Augen zu führen: Die sind nicht nur seit 4 Wochen am Streiken, Vivantis will die am langen Arm verhungern lassen. Die Streikkasse ist gut gefüllt aber Gewerkschaften zahlen nur einen Teil des Lohns als Streikgeld aus (bei Verdi sind es 80%). Jeder kann sich jetzt mal die letzte Lohnzahlung nehmen und 20% davon abziehen. Und sich dann überlegen was es bedeutet =https://www.betterplace.me/solidaritaet-mit-den-streiks-im-krankenhauswenn die Streikenden zu Spenden aufrufen.
Faktisch ist es noch schlimmer, die Gehälter sind niedrig, werden aber durch Schichtzulagen erhöht. Jedenfalls für die, die Nacht-/Wochenendschichten machen können, auch eine Ungerechtigkeit aber anderes Thema. Verdi zahlt natürlich nur 80% vom Basisgehalt ohne Zulagen. In dem Zusammenhang darf man es bewerten, dass sie bei der Charite "nur" mit mehr Neueinstellungen zufrieden waren.

Vivantes hat übrigens alles versucht um den Streik zu verhindern. Nein, nicht durch Vorlage eines vernünftigen Angebots sondern indem sie der Notdienstvereinbarung nicht zustimmten und einen Besetzungsschlüssel forderten der dem normalen Dienstplan entspricht. Damit konnten sie noch eine einstweilige Verfügung erwirken, sind dann aber vor Gericht gescheitert. Danach drohten sie den Pflegenden die sich am Streik beteiligen mit Kündigung.

Demnächst gesellen sich drei Kliniken von Asklepios in Brandenburg zu den Bestreikten, da hat Verdi über 90% bei der Urabstimmung für einen unbefristeten Streik abgeholt.

Für die Notfälle in Berlin bedeutet das: Nach Brandenburg rausfahren is dann nicht mehr. Ich seh da ein großes Pulverfass was demnächst hochgehen wird, wenn wir als Öffentlichkeit weiter wegschauen und die Politik den Markt regeln lässt. Und die Lunte brennt...

Haha und wir haben uns über das verkackte System der Amis lustig gemacht!"

https://blog.fefe.de/?ts=9f9edead

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 19673
  • Fischkopp
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #499 am: 11:35:13 Sa. 09.Oktober 2021 »
Ich war gerade in Berlin. Ein Gewerkschaftslinker, mit dem ich quatschte, kam aus dem Schwärmen nicht mehr raus über die aktuelle Krankenhausbewegung. Er sieht da eine hochpolitische Bewegung, die nicht nur die Verbesserung der Arbeitsbedingungen fordert, sondern sich gegen die Privatisierung von Krankenhäusern und gegen die Fallpauschalen/Ökonomisierung des Gesundheitwesens wendet. Er beschrieb sie als Initiative von unten, alles, was da passiert, kommt von den Beschäftigten selbst, auch wenn zwischendurch Funktionäre dort redeten. Eine betriebliche Bewegung mit einer solchen Dynamik hätte er seit Jahrzehnten nicht erlebt.

Ich bin gespannt wie es weitergeht.
Ob man diese Bewegung ins Leere laufen lassen, abspeisen oder abwürgen kann...

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8047
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #500 am: 14:19:17 So. 10.Oktober 2021 »
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

dagobert

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 5592
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #501 am: 17:25:58 So. 10.Oktober 2021 »
Er sieht da eine hochpolitische Bewegung, die nicht nur die Verbesserung der Arbeitsbedingungen fordert, sondern sich gegen die Privatisierung von Krankenhäusern und gegen die Fallpauschalen/Ökonomisierung des Gesundheitwesens wendet.
So optimistisch bin ich da nicht.
Es könnte zwar sein, dass sich da noch was draus entwickelt, aber bis jetzt geht es nach meiner Einschätzung in erster Linie um die Arbeitsbedingungen. Der "Rest" ist nur Beiwerk.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 19673
  • Fischkopp
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #502 am: 17:53:01 So. 10.Oktober 2021 »
Der Druck geht in eine gute Richtung.


Ich sehe es auch so, daß diese Auseinandersetzung die Fallpauschalen noch nicht zu Fall bringt.
Und doch ist es ein Kampf, der weitgehender und politischer ist, als die üblichen ritualisierten gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen.

Der Druck von der Basis und die Solidarität von außen (also von potentiellen Patienten) ist für Deutschland ungewöhnlich.

NachbarArsch

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 188
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #503 am: 14:03:48 Mo. 18.Oktober 2021 »
Zitat
Und wie ist das ausgegangen?

Mitte Mai 2020 gab es einen Beschluss, dass die Stadt einen Stufenplan zur Eingliederung in den TVöD erarbeiten soll. Das hat sie einfach nicht gemacht. Nun wurde gesagt, dass dieser Plan nächsten Monat vorgelegt werden soll, vielleicht aber auch später. Kann man glauben oder aber auch sein lassen. Für verdi wäre ein Erfolg nicht unwichtig, da sie beim Servicebereich des UKSH nichts zu melden haben. Bessere Arbeitsbedingungen werden aber nicht in Ratsversammlungen erkämpft.

Ja und nun...

Zitat
Servicekräfte am Krankenhaus: SPD Kiel liest Gerwin Stöcken die Leviten:

Die SPD in Kiel knöpft sich ihren Stadtrat Gerwin Stöcken vor. Sie widerspricht seiner Absage an eine Eingliederung der Servicekräfte am Städtischen Krankenhaus in den Tarifvertrag im Öffentlichen Dienst. Linke und SSW stoßen ins selbe Horn. Der DGB nennt Stöcken verantwortungs- und respektlos.

Aufstand gegen Gerwin Stöcken: SPD, Linke, SSW und DGB widersprechen der Absage des Kieler Gesundheitsdezernenten an eine Eingliederung der Servicekräfte am Städtischen Krankenhaus in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD). Insbesondere die SPD schießt aus allen Rohren. Pikant: Stöcken gehört selbst der SPD an. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Service GmbH müssen eine angemessene Bezahlung erhalten“, sagt die Kieler SPD-Vorsitzende Gesine Stück. „Wer in der Pandemie systemrelevant die Stellung gehalten hat, hat das mehr als verdient!“ SPD-Chefin Gesine Stück fordert „ein Haus, ein Tarif“: Stück beschwört den Grundsatz: „Ein Haus, ein Tarif!“ Dem hatte Stöcken zuvor ausdrücklich widersprochen. Der Grundsatz gelte am Städtischen Krankenhaus schon lange nicht mehr, so Stöcken – schon deshalb nicht, weil die Ärztinnen und Ärzte nach eigenem Tarif bezahlt würden. Die SPD fordert „in einem ersten Schritt, in den laufenden Tarifverhandlungen die Löhne in der Service GmbH auf den voraussichtlichen Mindestlohn von zwölf Euro zu erhöhen“. Danach müsse „schnellstmöglich die Wiedereingliederung der Service GmbH in die Gesellschaft des Städtischen Krankenhauses umgesetzt werden“ – einschließlich TVöD. Die Stadt müsse als Trägerin des Krankenhauses jetzt „in Vorleistung gehen“, fordert Stück, „auch wenn dadurch das Risiko für ein zusätzliches Defizit im städtischen Haushalt steigt“. Zugleich hält die SPD-Chefin an der Forderung ihrer Partei fest, dass Länder und Bund „unbedingt die Krankenhausfinanzierung reformieren“ müssten. Stück will „weg von den Fallpauschalen“. Afa verlangt unverzügliche Auflösung der Service GmbH: Die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (Afa) geht noch weiter als die Kreispartei. Sie fordert unumwunden, „die ausgegliederte Service GmbH aufzulösen und die Servicekräfte wieder bei der Städtischen Krankenhaus GmbH anzustellen – und zwar zu den Lohnbedingungen des TVöD.“ SPD-Ratsherr Matthias Treu: „Menschen an der Armutsgrenze“: Auch die Ratsfraktion der SPD hat ihr Herz für die Servicekräfte wiederentdeckt. Diese Menschen befänden sich „in der Nähe der Armutsgrenze, die oft in Altersarmut mündet“, sagt ihr arbeitspolitischer Sprecher Matthias Treu. Der Ratsherr fordert für sie im ersten Schritt „einen großen Schluck aus der Pulle“. Der Sozialdemokrat räumt ein: „Das Outsourcen der Service GmbH 2004 ist aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen.“ Treu erinnert die Stadt Kiel an ihre Verantwortung als öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber und an ihre Fürsorgepflicht für die Beschäftigten. Treu: „Die Argumentation eines entstehenden Defizits darf nicht dazu führen, unsere Beschäftigten weiter schlecht zu entlohnen.“ Lesen Sie auch Absage der Stadt Kiel an die Servicekräfte des Städtischen Krankenhauses Servicekräfte am Städtischen Krankenhaus Kiel: Druck auf Stöcken steigt Kiel: Rat diskutiert Löhne der Servicekräfte am Städtischen Krankenhaus Kommentar: Servicekräfte am Städtischen Krankenhaus Kiel sind verraten und verkauft Die SPD-Fraktion hat den Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses und seiner Tochtergesellschaft, Roland Ventzke, zur Sitzung des Hauptausschusses am kommenden Mittwoch einbestellt. Dort wolle die Fraktion „noch einmal die Auffassung der Selbstverwaltung untermauern“. Treu an Ventzke: „Wir wollen nicht nur darüber reden, was alles nicht geht.“ SSW und Linke fordern TVÖD ohne Wenn und Aber: Die Ratsfraktion des SSW nennt die Auslagerung der Service GmbH 2004 einen Fehler, „für den die Mitarbeitenden seit Jahren die Zeche zahlen“. Fraktionschef Marcel Schmidt findet es „nicht akzeptabel, wenn Kiel als Arbeitgeber in diesem Bereich seit Jahren ungerechte Löhne zahlt und dies auch noch mehrere Jahre zu tun gedenkt“. Zuvor hat bereits die Linke ohne Wenn und Aber den TVöD für die Servicekräfte gefordert. DGB-Chef Frank Hornschu: „Die Stadt zeigt ihr wahres Gesicht“: Am heftigsten reagiert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf die Mitteilung von Stöcken. „Mit dieser Vorlage zeigt die Stadt ihr wahres Gesicht“, sagt der Vorsitzende des DGB in der Kiel-Region, Frank Hornschu (SPD). Sie verhalte sich „verantwortungslos und respektlos“ und verabschiede sich von ihrem Leitbild der Sozialen Stadt. Der DGB habe der Verwaltung und der Selbstverwaltung Kompromisslinien und Lösungswege aufgezeigt, versichert Hornschu. Die Stadt habe die Vorschläge stets begrüßt, aber nie umgesetzt. „Stattdessen wird den Servicekräften nun eine Absage erteilt.“ Hornschu fordert die Stadt auf, „ihren destruktiven Weg zu verlassen“.

https://www.kn-online.de/Kiel/Servicekraefte-am-Krankenhaus-SPD-Kiel-liest-Gerwin-Stoecken-die-Leviten

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2935
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #504 am: 20:57:38 Mi. 20.Oktober 2021 »
(...)
Ja und nun...
(...)

Und nun aber:

Zitat
20.10.21
Erfolg für die Servicekräfte am Städtischen Krankenhaus Kiel: Vom 1. Januar 2024 an werden sie nach dem Tarif im Öffentlichen Dienst bezahlt. Die Stadt Kiel garantiert, dass das Krankenhaus auf den Kosten nicht sitzenbleibt. Das gab Stadtrat Gerwin Stöcken im Hauptausschuss des Rats bekannt. (...)
https://www.kn-online.de/Kiel/Servicekraefte-am-Staedtischen-Krankenhaus-Kiel-jubeln-Neuer-Tarif-2024

Klingt erstmal gut, doch Sozialdemokraten sollte man nicht über den Weg trauen.

Frauenpower

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2168
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #505 am: 09:00:27 Mi. 27.Oktober 2021 »
In Stuttgart wurde in einen Krankenhaus eine neue Intensivstation fuer zig Millionen Euro eroeffnet. Schoen und gut - die Nahversorgung darf aber auch nicht verloren gehen. Hier Iim Ort komme ich zeitweise wegen dauerbesetzt nicht mehr telefonisch in Praxen durch.
Einen ganzen Tag lang gestern nicht.

Frauenpower

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2168
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #506 am: 12:50:15 Do. 28.Oktober 2021 »
SPD - Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit verkündet den Fachkärftemangel-Bericht
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/arbeitskraefte-mittelstand-einwanderer-mangel-101.html
vor allem im Gesundheitswesen ...- toll - und wer kriegt es nicht gebacken?
Ich sage nur DRG - Fallpauschale ...

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2935
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #507 am: 00:34:48 So. 31.Oktober 2021 »
Zitat
30.10.21
Tausende Personen demonstrieren in Bern für Pflege-Initiative

(...) Die Organisatorinnen des Bündnis' Gesundheitspersonal schätzten die Zahl auf 5000 Teilnehmende. Im Rahmen der Kundgebung berichteten Gesundheitsfachfrauen aus allen Landesteilen, wie sie im Alltag den «Notstand» in der Pflege erlebten. Derzeit seien 11'000 Stellen in der Pflege unbesetzt, was zu enormem Druck und einem für die Patienten gefährlichem Qualitätsverlust führe. (...)
https://www.srf.ch/news/abstimmungen-28-november-2021/pflege-initiative/vor-der-abstimmung-tausende-personen-demonstrieren-in-bern-fuer-pflege-initiative

Eigentlich galt die Schweiz ja immer als das Paradies für Pflegekräfte.

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2935
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #508 am: 18:40:14 Fr. 12.November 2021 »
Des Kanzlers kleiner Bruder in Hochform:
Zitat
12.11.21
„Dass sich die Gewerkschaft Ver.di nun ausgerechnet die Uniklinika als Streikobjekt für mehr Geld aus der Gießkanne aussucht, zeugt weder von Weitsicht für die Pflege noch von Nächstenliebe für die Patienten“, sagte Jens Scholz, Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands, WELT.
(...)
https://www.welt.de/wirtschaft/article235013224/Streiks-an-Unikliniken-Das-zeugt-nicht-von-Naechstenliebe.html



Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2935
Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #509 am: 18:12:52 Sa. 13.November 2021 »
Zitat
13.11.21
Kann es überhaupt einen „richtigen“ Moment geben? Streikaktionen der Pflegekräfte zwischen Notwendigkeit, Instrumentalisierung und dann auch noch „Nächstenliebe“

In den zurückliegenden Monaten wurde immer wieder mal über die an sich notwendige Erhöhung der Konfliktintensität bis hin zu Arbeitskampfmaßnahmen in „der“ Pflege gesprochen, bis hin zu wohlfeilen Verweisen von Politikern, „die“ Pflegekräfte sollten ruhig mal mehr Druck machen, damit sich beispielsweise bei der Vergütung und anderen Arbeitsbedingungen wirklich was verändert – ein Beispiel hierfür ist der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), der mit diesen Worten zitiert wird: »Ich wäre froh über einen Lokführer-Moment in der Pflege. Tarifverträge fallen nicht vom Himmel, sie müssen erkämpft werden. Die Beschäftigten in der Pflege müssen sich dringend besser gewerkschaftlich organisieren.«.
(...)
https://aktuelle-sozialpolitik.de/2021/11/13/pflegestreik-und-die-naechstenliebe/