Autor Thema: Unruhige Krankenhäuser?  (Gelesen 292552 mal)

Nikita

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #570 am: 13:23:37 Fr. 03.Juni 2022 »
Uniklinik Bonn

✊🏥 We Care For Bonn 🚐🔥, [02.06.2022 11:50]
📣 Morgen: Demo in Bonn! 📣

🚨 Unsere Uniklinik braucht Entlastung 🚨

✊🏽 Seit über einem Monat streiken die Beschäftigten des UKB. Es geht nicht um mehr Geld, sondern um Entlastung.
👩🏽‍🦽 Es geht darum endlich wieder Patient*innen gut versorgen zu können.
🤕 Es geht darum, dass niemand mehr aus dem Beruf oder in den Burnout getrieben wird.

Doch die Arbeitgeber bewegen sich auch nach 2 Verhandlungswochen nicht. Sie werden sich erst unter öffentlichem Druck bewegen. Deswegen brauchen wir jetzt die Unterstützung der Stadtgesellschaft!

👉🏽 Kommt Freitag zur Demo und bringt viele Unterstützer*innen mit!

🕐 Freitag, 03.06 um 12:30 Uhr
🚩 Kaiserplatz, Bonn

🤝 Wir für euch - ihr für uns?

Nikita

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #571 am: 13:28:46 Fr. 03.Juni 2022 »

Nikita

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #572 am: 13:53:25 Fr. 03.Juni 2022 »

ManOfConstantSorrow

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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #574 am: 12:00:01 Mi. 08.Juni 2022 »
Zitat
Die wachsende globale Bewegung von Pflegern und Gesundheitspersonal

Überall auf der Welt beteiligen sich Pfleger und andere Beschäftigte des Gesundheitswesens an einer wachsenden Streik- und Protestwelle gegen die Unterbesetzung, die erschöpfende Arbeitsbelastung und den sinkenden Lebensstandard durch den starken Anstieg der Inflation.

In Deutschland streiken seit über einem Monat mehr als 2.500 Pflegekräfte an den Universitätskliniken in NRW, um gegen Personalmangel und niedrige Bezahlung zu protestieren. Eine Krankenschwester aus der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Essen sagte: „Wir können einfach nicht mehr. Wir kommen physisch und psychisch kaputt nach Hause – das muss endlich ein Ende haben.“
Streikende Pflegekräfte und Beschäftigte des Gesundheitswesens in aller Welt (Foto: WSWS) [Photo: WSWS]

Im Vereinigten Königreich wollen 40.000 Pfleger in öffentlichen und privaten Einrichtungen in Schottland die Arbeit niederlegen, wenn ihre Forderung nach einer 10-prozentigen Lohnerhöhung nicht erfüllt wird. Hunderttausende Beschäftigte des britischen Gesundheitswesens National Health Service (NHS) wollen sich den Streiks der Eisenbahner, Lehrer und anderen Beschäftigten des öffentlichen Diensts in diesem Sommer anschließen.

In Frankreich streiken landesweit Beschäftigte im Gesundheitsbereich, nachdem ihnen Prämien verweigert wurden. Im vergangenen Monat traten 11.000 Ärzte und Krankenschwestern in Spanien und 20.000 Ärzte in der Türkei in einen Streik und forderten bessere Löhne und Leistungen.

In Indien bestreiken 20.000 Krankenpfleger die staatlichen Krankenhäuser in Nagpur im westlichen Bundesstaat Maharashtra. Im nahe gelegenen Sri Lanka stehen die Beschäftigten des Gesundheitswesens an der Spitze der Streiks und Massenproteste, die den Rücktritt der Regierung Rajapaksa und ein Ende der steigenden Preise und der Sparauflagen des IWF fordern. 

Im vergangenen Monat legten 10.000 Pflegekräfte in Neuseeland ihre Arbeit nieder, um höhere Löhne und eine sichere Personalausstattung zu fordern. Es folgten die ersten Streiks von Pflegern in öffentlichen australischen Krankenhäusern in New South Wales seit mehr als einem Jahrzehnt. Sie streikten zweimal, im Februar und im März, trotz des Verbots der Regierung, und befinden sich nach wie vor im Kampf.

In den Vereinigten Staaten streiken seit mehr als zwei Wochen 350 Krankenpfleger, Beatmungsspezialisten und Radiologietechnologen im St. Michael’s Medical Center in Newark, New Jersey. 1.300 Assistenzärzte an öffentlichen Krankenhäusern in Los Angeles, die regelmäßig 12-Stunden-Schichten arbeiten und kaum mehr als den Mindestlohn erhalten, haben gerade mit überwältigender Mehrheit für einen Streik gestimmt. Letzte Woche haben 12.500 Krankenschwestern in Minnesota einen eintägigen Streik durchgeführt, und Zehntausende Pflegekräfte in Michigan, New York, Kalifornien, Washington und anderen Bundesstaaten stehen in den kommenden Wochen und Monaten vor Tarifkämpfen. (...)
https://www.wsws.org/de/articles/2022/06/07/pers-j07.html

Kuddel

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #575 am: 20:45:47 Mi. 08.Juni 2022 »
Zitat
Zweitägiger Streik der Helios-Beschäftigten in Herzberg

Die Klinik-Beschäftigten der Helios-Klinik in Herzberg legen in einem zweitägigen Streik ihre Arbeit nieder. Der Streik beginnt morgen gegen 10:15 Uhr vor der Klinik und führt zum Herzberger Marktplatz, an dem die zentrale Streikversammlung stattfinden soll. Hintergrund sind die andauernden Tarifverhandlungen zwischen dem Verbund der Helios-Niedersachsen-Kliniken und der Gewerkschaft ver.di. Die Mitarbeiter der Klinik fordern eine monatliche Lohnsteigerung von 15 Prozent sowie eine Coronaprämie von 1500 Euro. Wie es in einer Mitteilung von ver.di heißt, liegen die derzeitigen Angebote des Konzerns weit unter den Forderungen. Demnach würde der Konzern aktuell eine Coronaprämie von 200 Euro anbieten, sowie eine monatliche Lohnsteigerung von 2,3 Prozent für das Jahr 2022 und weiteren 2,3 Prozent für das Jahr 2023. Eine Notdienstbesetzung zur Sicherstellung der Notfallversorgung wurde für den Zeitraum des Streiks eingerichtet. Die Verhandlungen gehen am 14.06. in die nächste Runde.
https://www.stadtradio-goettingen.de/redaktion/nachrichten/zweitaegiger_streik_der_helios_beschaeftigten_in_herzberg/

dagobert

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #576 am: 20:54:04 Mi. 08.Juni 2022 »
2,3% sind bei der aktuellen Inflation ein schlechter Witz.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Fritz Linow

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Nikita

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #578 am: 14:39:35 Mo. 13.Juni 2022 »
Uniklinik Bonn

⚠️ Juristischer Angriff auf den Entlastungs-Streik ⚠️
‼️ Dienstag Demo in Bonn ‼️

Der Vorstand des Uniklinikums Bonn versucht gemeinsam mit der Kanzlei Seitz den Streik durch eine einstweilige Verfügung verbieten zu lassen. Am Dienstag um 10 Uhr kommt es am Arbeitsgericht Bonn zur Anhörung.

Das UKB macht damit klar, dass es nicht um echte Entlastung der Klinikbeschäftigten und eine menschenwürdige Patientenversorgung verhandeln möchten.

Sie verbessern die Arbeitsbedingungen seit Jahren nicht.
Sie hatten 100 Tage Zeit auf das Ultimatum einzugehen.
Sie hatten weitere 40 Tage im Streik Zeit, um in der Sache voranzukommen und zu verhandeln.
Jetzt stellen sie sich gegen die Beschäftigten und probieren auf den letzten Metern den Tarif-Vertrag zu torpedieren.

Jetzt braucht es eine starke solidarische Zivilgesellschaft die sich hinter die Beschäftigten stellt!

Kommt morgen zur NRW-weiten Streikdemo!
⏰ Start: 10 Uhr, Streikposten am UKB (Bushaltestelle Kiefernweg)

❗️Gemeinsam für eine menschenwürdige Gesundheitsversorgung! ❗️

📣 Sprecht mit allen, die ihr kennt. Denn es geht hier um die Gesundheitsversorgung von uns allen!
📣 Schickt Grußbotschaften, Fotos und Videos. Damit könnt ihr zeigen, dass Bonn hinter den Klinikbeschäftigten steht!

Kuddel

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Nikita

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #580 am: 22:02:55 Di. 14.Juni 2022 »
Der juristische Angriff des Vorstands der Uniklinik Bonn auf die Beschäftigten wurde vom Gericht als unrechtmäßig verworfen:

💥BREAKING NEWS💥

Gerade ist das Urteil ergangen: Der Antrag des Vorstands der Uniklinik Bonn wurde in allen Punkten abgewiesen!

Die Richterin hat gesagt:
👉 Euer Streik ist rechtmäßig
👉 Eure Anliegen und Forderungen sind tarifierbar
👉 Die Kolleg*innen in Bonn halten ihrer Meinung nach die NDV ein

DIE BESCHÄFTIGTEN DES UKB HABEN GEWONNEN UND ES GEHT WEITER! JETZT ERST RECHT! 🥳

Die Arbeitgeber haben jederzeit die Möglichkeit den Streik zu beenden, indem sie einen Tarifvertrag Entlastung vereinbaren, der seinen Namen verdient hat. Die Kolleg*innen sind jederzeit verhandlungsbereit.

Jetzt sind die Arbeitgeber und die Landespolitik am Zug!

Kuddel

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Kuddel

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #582 am: 08:24:46 Mi. 22.Juni 2022 »
Medial ausgeblendet:

Zitat
Mit gebrochener Hüfte auf dem Gang: Warum der Pflegestreik uns alle angeht



Dass die Pflege in Deutschland notorisch unterbesetzt ist und dadurch Patient:innen gefährdet werden, ist bekannt. In NRW streiken die Pflegekräfte deshalb seit knapp zwei Monaten. Warum bekommen sie so wenig öffentliche Aufmerksamkeit?
https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/pflegestreik-in-nrw-die-oeffentliche-aufmerksamkeit-fehlt

Kuddel

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #583 am: 17:13:38 Mi. 22.Juni 2022 »

Kuddel

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Re: Unruhige Krankenhäuser?
« Antwort #584 am: 21:27:17 Mi. 22.Juni 2022 »
Zitat
Der vergessene Streik der Pflegekräfte

wissen Sie, dass in Nordrhein-Westfalen seit mehr als acht Wochen die Mitarbeiter der sechs Unikliniken streiken? Wer nicht in Köln oder Münster wohnt und die Protestzüge gesehen hat oder die heute neu errichtete Zeltstadt, bekommt wenig mit vom Aufstand der Pflegenden.

Seite dem 4. Mai befinden sich etwa 2.000 Mitarbeiter*innen der Unikliniken Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen und Münster im Streik. Die Gründe dafür sind eigentlich lange bekannt und wurden gerade in der Corona-Pandemie deutlich: Die Krankenhäuser sind chronisch unterbesetzt, die Belastung ist hoch, das Privatleben und die Gesundheit leiden unter den Arbeitsbedingungen.

Die Forderungen sind dagegen schon etwas komplizierter: Es geht nicht um einfach X Prozent mehr Geld auf dem Lohnzettel der Pflegekräfte. Die Beschäftigten wollen Entlastung, bessere Bedingungen bei der Ausbildung und bessere Arbeitsbedingungen in nicht-pflegerischen Berufen.

Es geht nicht nur um die Pflege am Bett, sondern auch um die Menschen, die Blut transportieren, Hebammen, Labormitarbeiter. Ohne sie könne ein Krankenhaus nicht funktionieren, sie gehören aber nicht zum sogenannte "refinanzierbaren Bereich", der über die Krankenkassen abgerechnet wird.
https://www.zdf.de/nachrichten/briefing/pflege-streik-nrw-zdfheute-update-100.html