Autor Thema: Hauptsache Arbeit!  (Gelesen 16625 mal)

Kuddel

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #45 am: 10:31:23 Mo. 17.August 2020 »
Sich selbst vermarkten?
Zitat
Wer erfolgreich sein will, muss sich selbst vermarkten, sagt die Unternehmerin Tijen Onaran. Im Interview erklärt sie, warum auch Pflegekräfte einen Markenkern brauchen.
https://www.zeit.de/arbeit/2020-08/tijen-onaran-migrationshintergrund-marketing-branding-digitalisierung-sichtbarkeit

Die sollen sich alle ihren Markenkern in den Arsch schieben!


Kuddel

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #46 am: 08:18:11 So. 23.August 2020 »
Vom Zwang zur Ausbeutung.
Wer im Kapitalismus nicht funktioniert oder nicht funktionieren will, wird fertiggemacht.
Durch Armut. Durch Bürokratie. Durch Sanktionen.

Durch gesellschaftliches Mobbing:
Zitat
„Wenn man sich nur über seinen Job identifiziert, sind Menschen ohne Job nichts“
Mit ihrem Buch „Die Elenden“ will Autorin Anna Mayr den Blick auf Arbeitslose verändern. Im Interview erzählt sie über ihr Aufwachsen mit Hartz IV und was sich ändern muss.
https://www.jetzt.de/kultur/anna-mayr-im-interview-ueber-arbeitslosigkeit-und-ihr-buch-die-elenden?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

counselor

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #47 am: 13:47:44 So. 23.August 2020 »
Es gab auch schon einen Spielfilm, der das Leben mit Hartz 4 gezeigt hat. Leider ist mir der Titel entfallen. Der Film lief hier in einem kleinen Kino. Er war sehr realistisch.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

BGS

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #48 am: 17:30:10 So. 23.August 2020 »
Vom Zwang zur Ausbeutung.
Wer im Kapitalismus nicht funktioniert oder nicht funktionieren will, wird fertiggemacht.
Durch Armut. Durch Bürokratie. Durch Sanktionen.

Durch gesellschaftliches Mobbing:
Zitat
„Wenn man sich nur über seinen Job identifiziert, sind Menschen ohne Job nichts“
Mit ihrem Buch „Die Elenden“ will Autorin Anna Mayr den Blick auf Arbeitslose verändern. Im Interview erzählt sie über ihr Aufwachsen mit Hartz IV und was sich ändern muss.
https://www.jetzt.de/kultur/anna-mayr-im-interview-ueber-arbeitslosigkeit-und-ihr-buch-die-elenden?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Das Mobbing ist uralt. Schon seit Jahrhunderten wurden materiell Arme ausgegrenzt, verleumdet, ihre Not schamlos ausgenutzt etc. pp.

Die Armut ist das Elend und erst durch andauernde, aussichtslose Armut kommen Depressionen, Ausrasten oder Obdachlosigkeit, Schwierigkeiten für die Kinder in vielerlei Hinsicht.. Abgesehen von traditionell unwürdigen und ungesunden Wohnbedingungen für Arme.
 

Es ist schlicht pervers und war es schon sehr lange so.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #49 am: 09:34:09 Mo. 24.August 2020 »
Leute, die ein Leben mit wirtschaftlich geringen Ansprüchen aber mit möglichst wenig Arbeit geführt haben, nannte man vor 20 Jahren noch respektvoll "Lebenskünstler" und es schwang auch ein wenig Neid mit.

Das änderte sich erst mit Schröders Agenda 2010 und Münteferings (SPD Arbeitsminister) „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“.
Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!
Dieser sozialdarwinistische Dreck wurde dann von den Drecksmedien in die Köpfe der Menschen gehämmert und jetzt sind "Lebenskünstler" halt "Sozialschmarotzer", das sitzt nun fest als gesellschaftliche Normalität.

counselor

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #50 am: 16:33:38 Mo. 24.August 2020 »
Hatte gerade eine Diskussion mit einem jüngeren Kollegen, der sich für das H4 Sanktionsregime ausgesprochen hat. Sein Argument für Sanktionen war, dass das Amt ohne Sanktionen den Kontakt zu den Sozialleistungsempfängern verlieren würde. Im Verlauf der Diskussion haben ich und ein weiterer Kollege ihm klar gemacht, dass es vor H4 wesentlich mehr Freiheiten im Sozialhilfebezug gab und dass jeder tatsächlich Hilfe vom Sozialamt bekommen hat, ohne drangsaliert zu werden. Ich hatte das Gefühl, der junge Kollege konnte sich diese Freiheiten gar nicht mehr vorstellen.

Ja, damals gab es einen "Sozialhilfeadel", aber man nahm es diesen Lebenskünstlern nicht übel.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #51 am: 16:10:42 Do. 31.Dezember 2020 »
Arbeit kommt nicht bei jedem gut weg.


Kuddel

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #52 am: 09:42:40 Mi. 17.März 2021 »

Kuddel

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #53 am: 10:12:16 Do. 10.Juni 2021 »
Die Themen rund um Arbeit gehören zu den politischten überhaupt.
Dieser unkritische Umgang auch von Linken mit dem Begriff ist eine Katastrophe.

Die Forderung nach einer radikalen(!) Kürzung der Arbeitszeit ist notwendig.

Zitat
20 Stunden Lohnarbeit pro Woche reichen

Zu tun gibt es auch sonst genug, sagt Charlotte Hitzfelder vom Konzeptwerk Neue Ökonomie.
https://www.fr.de/politik/mehr-zeit-statt-arbeit-charlotte-hitzfelder-ueber-sinnvolle-jobs-und-eine-20-stunden-woche-90792476.html

Troll

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #54 am: 10:44:29 Do. 10.Juni 2021 »
Fetisch Arbeit, dagegen anzugehen ist schwer, die Gesellschaft huldigt/akzeptiert diesen Fetisch.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti