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Gewerkschaften

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Kettensägenmassaker:
Werft nicht gleich die Flinte ins Korn, die organisierte Arbeiterklasse verdient und verträgt Kritik:

"Deutschland war das klassische Land des (...) Organisationsdünkels. Um Organisation willen hatte man (...) die Aktionsfähigkeit der Bewegung preisgegeben. (...) Die Organisation der revolutionären Aktionen muß und kann eben nur in der Revolution selbst gelernt werden, wie das Schwimmen nur im Wasser gelernt wird. Dazu ist die geschichtliche Erfahrung da! Aber man soll eben aus der Erfahrung auch lernen."

Rosa Luxemburg (8.1.1919)

Abstrampler:
Auch wenn es nicht ganz zum Thema passt, wollte ich dennoch etwas anmerken.

Klar finde ich ne Gewerkschaft wichtig, sie halfen mit unser Land zu einem Hochlohnland ( auch für Hilfsarbeiter ) zu machen.
Je höher die Löhne stiegen, umso höher stiegen aber auch die Mieten, kommunale Gebühren/Steuern( Abwasser, Müll, Kfz-Steuer etc), Gas, Strom, und was auch immer.

Alle haben sie von den hohen Löhnen profitiert, darum frage ich mich nun folgendes:

Haben diese mit den Gewerkschaften erkämpften Lohnerhöhungen wirklich den Arbeitern genutzt, wenn doch dadurch die Mieten stiegen und Abgabe stiegen?

Warum habe ich das Gefühl, das in Zeiten in welcher die Löhne eher fallen als steigen, das ganze nicht umgekehrt funktioniert?

Ich meine, warum fallen nicht die Mietpreise Kfz-Steuern, Abwassergebühren, Schorsteinfeger-Zwangsabgaben .....

Wer kämpft denn dafür, daß diese Belastungen Stück für Stück wieder abgebaut werden?
Wäre das nicht auch eine Aufgabe einer Gewerkschaften, oder soll das der paritätische Wohlfahrtsverband alleine machen?

Ich denke die Gewerkschaft sollte sich in Zeiten, in welchen es nur noch sehr schwer ist Löhne zu halten oder Lohnerhöhungen durchzusetzen, sich darauf besinnen an den Abbau der Belastungen mitzuwirken, denn so hat am Ende auch der Arbeiter/Arbeitslose/Rentner/bzw. Familien mehr Geld in der Tasche.

MfG

ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Andy1000 schreibt
Gewerkschaften sind wichtig.
Ohne hätten wir wohl zustände wie in China.
Das sollten wir nie vergessen.
--- Ende Zitat ---

Ich muß hier Andi 1000 rechtgeben.

Natürlich wurden die Gewerkschaften nach dem Krieg von den Allierten eingesetzt um für soziale Kontrolle und Ruhe im Land zu sorgen.
Sie waren und sind stets bemüht um "Sozialpartnerschaft", wo doch Partnerschaft mit den Ausbeutern das Letzte ist, was wir brauchen.

Aber die Gewerkschaften trugen auch die großen Streikwellen der 70er und 80er Jahre mit, weil hier ein Bewußstein und Kampfeswillen herrschte, daß man auch notfalls ohne Gewerkschaften gekämpft hätte. (In den 50er Jahren z.B. gab es einen wilden Streik bei HDW-Kiel. Die Gewerkschaften hängten sich nachträglich ran, erklärten es für ihre Sache und setzten dann bundesweit die sofortige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch.)

Die Gewerkschaften sind nicht gewillt zu kämpfen.
Es wäre aber dumm und falsch sie für den Feind zu halten.

Im Moment gibt die IGM bei dem AEG-Streik nicht das schlechteste Bild ab. Das liegt daran, daß auch außergewerkschaftlich diskutiert und organisiert wird und die Arbeiter einfach stocksauer sind und nichts zu verlieren haben. Da ist es dann das schlaueste sich mit dem Kampfgeist der Arbeiter zu schmücken, den man nichteinmal selbst organisiert hat.

Nach langer, langer Zeit könnte es nun mal wieder zu einem größeren Arbeitskampf im Öffentlichen Dienst kommen. Hier scheint sich VERDI auch zu bemühen um den Massenaustritten von Gewerkschaftsmitgliedern Einhalt zu gebieten. Sonst droht der ganze Laden zu implodieren und auch die schönen Pöstchen der Gewerkschaftsfunktionäre wären futsch.

Die Gewerkschaften haben trotz allem eine große Autorität be der Bevölkerung (auch wenn die Medien das Gegenteil behaupten) und können sehr viele mobilisieren (wenn sie nur wollen). Es gibt massenhaft Leute in der Gewerkschaft, die hassen die Politik der Gewerkschaftsführung. Sie sind trotzdem Mitglied, weil es keine Alternative gibt. So sind viele Vertrauensleute in wilden Streiks aktiv und kämpfen gegen den Willen ihrer Gewerkschaft. Keinen Kontakt zu solchen Leuten zu haben und auf den Schutz, den eine solche Organisation auch bietet zu verzichten wäre fatal.

LinksDenker:
KwTm

jensen:
(.)

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