Autor Thema: Gewerkschaften  (Gelesen 155856 mal)

dagobert

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Re:Gewerkschaften
« Antwort #570 am: 17:39:15 Do. 20.Dezember 2018 »
Danke.
Jetzt passt zwar der Link, aber der Hoffman hat immer noch keine Ahnung. Sitzt der eigentlich schon im Kerker?

Rudolf Rocker

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Re:Gewerkschaften
« Antwort #571 am: 21:24:37 Do. 20.Dezember 2018 »
Danke.
Jetzt passt zwar der Link, aber der Hoffman hat immer noch keine Ahnung. Sitzt der eigentlich schon im Kerker?

Wurde grade eingeliefert. Zelle 111.
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

ManOfConstantSorrow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #572 am: 11:14:33 Mo. 21.Januar 2019 »
Die asozialen Verhältnisse fliegen uns gerade um die Ohren.
Zitat
Die Kluft zwischen arm und reich hat der Organisation Oxfam zufolge im vergangenen Jahr weltweit gefährlich zugenommen.

Nach einer Studie der Hilfsorganisation stiegen die Vermögen der Milliardäre um 12 Prozent, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung elf Prozent verloren hat. Die Geschäftsführerin von Oxfam International, Byanyima, sagte, die soziale Ungleichheit sei politisch gewollt. Sie betonte, die Armen würden doppelt benachteiligt. Sie müssten zum einen eine relativ höhere Steuerlast tragen, zum anderen würden sie unter den Auswirkungen der zunehmenden Unterfinanzierung der staatlichen Dienstleistungen, wie Gesundheit oder Bildung, leiden.
https://www.deutschlandfunk.de/oxfam-soziale-ungleichheit-nimmt-zu.2932.de.html?drn:news_id=968625

Die Mehrheit der Bevölkerung wird schrittweise enteignet durch die Reichen.

Eine wirkungsvolle Gegenwehr wird nur dann möglich sein, wenn man den Kampf auch in den Betrieben führt. Dort ist alles noch von dem (schwindenden) Einfluß des DGB dominiert. Die Kollegen sind oftmals stinksauer und verzweifelt ob der Rolle dieser Gewerkschaften, die nicht bereit sind die notwendigen Kämpfe im Betrieb und auf der Straße zu führen. Es gibt aber bisher kaum eine brauchbare Diskussion, wie Kämpfe ohne die DGB Strukturen geführt werden können. Bisher preschen hauptsächlich faschistische "Arbeiterführer" in das entstandene Vakuum und versprechen das Blaue vom Himmel ("Generalstreik gegen Leiharbeit"), also Kämpfe, die sie nicht führen wollen und nicht führen werden. Wenn wir uns nicht bald um dieses Kampffeld kümmern, werden wir verdammt alt aussehen!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #573 am: 18:55:32 Di. 22.Januar 2019 »
Ein hilfreicher Blick in die Geschichte:

Zitat
1919: Frieden mit Stinnes
Aus Angst vor dem revolutionären Umsturz führt Deutschland den Achtstundentag ein. Industrielle und Gewerkschaften haben dabei wenig Probleme miteinander

...
Da in vielen großen Städten Arbeiter- und Soldatenräte auftauchten, fürchteten beide Seiten einen revolutionären Umsturz, der zu einer Entmachtung der Industriellen wie auch der reformistischen Gewerkschaften führen konnte. Also sondierte man zügig, ohne staatliche Institutionen oder Parteien einzubeziehen. Dabei war der Achtstundentag für die Gewerkschaften von existenziellem Wert. Man wollte nicht nur einer Urforderung der Arbeiter genügen, sondern radikalen Kräften wie der Spartakusgruppe den Wind aus den Segeln nehmen. Aus Sicht der am 1. Januar 1919 gegründeten KPD waren die Mehrheitsgewerkschaften dennoch Verräter der Revolution, weil sie nicht auf einer Sozialisierung der Produktionsmittel beharrten.
...
In Kiel hatten sich die Matrosen gegen die Admiralität erhoben, und binnen wenigen Tagen brach eine nationale Massenbewegung aus, die sich zunächst gegen die Monarchie richtete. Was darauf folgte, blieb ungewiss, eine parlamentarische oder Räterepublik schien denkbar. Und falls sich nicht Spartakus und die Sozialisten aus der USPD, sondern die Mehrheitssozialdemokraten um Ebert und Scheidemann durchsetzen sollten, drohten zumindest (Teil-)Sozialisierungen. Als dann auch noch der Rat der Volksbeauftragten am 11. November mit SPD- und USPD-Führern besetzt wurde, knickten die Arbeitgeber ein.
...
Das ZAG-Abkommen hatte vor allem dazu gedient, die Arbeiterschaft zu besänftigen. Es sicherte das Eigentum der Unternehmer in der brisanten Lage von 1918/19 und langfristig ihren politischen Einfluss, der sich rasant ausbauen ließ.
https://www.freitag.de/autoren/benmen/1919-frieden-mit-stinnes

Die Gewerkschaften handeln Kompromisse aus, um die Macht des Kapitals zu erhalten.
So sieht sozialdemokratische- und Gewerksachaftspolitik bis zum heutigen Tag aus.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #574 am: 11:42:41 So. 17.Februar 2019 »
In Portugal ist scheinbar Leben ins Gewerkschaftsgefüge gekommen:

Zitat
Streiks in Portugal
Die Macht der neuen Gewerkschaften

Beschäftigte des öffentliche Dienstes streiken heute in Portugal. Die Regierung muss sich mit neu gegründeten Gewerkschaften auseinandersetzen, die ihren Arbeitskampf über Crowdfunding finanzieren. Besonders schmerzhaft sind die Streiks der OP-Schwestern und – Pfleger in den Krankenhäusern.

Zitat
Doch kein Streik hat eine so große Wirkung erzielt wie der Arbeitskampf in den Krankenhäusern. Und das ist durchaus so gewollt, sagt der Krankenpfleger Vitor Marques, der den wilden Streik in den Operationssälen zusammen mit einigen Kolleginnen und Kollegen geplant hat:
Zwei neue Gewerkschaften

Die konventionellen Streiks in den Krankenhäusern haben keinerlei Wirkung erzielt. Wir haben gestreikt und dabei einen Teil unseres Gehaltes verloren, und es hat trotzdem nichts gebracht. Unser Streik in den Operationssälen ist viel öffentlichkeitswirksamer und hat direkte soziale und politische Folgen.

Ende Januar waren die Verhandlungen zwischen Krankenpflegern und dem Gesundheitsministerium erneut gescheitert, weil die Regierung einer Erhöhung des Einstiegsgehalts um 30 Prozent nicht zustimmen will. Bis Ende Februar streiken nun Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger in den Operationssälen. Unterstützt wird der Streik von zwei neuen Gewerkschaften. Sie seien gegründet worden , weil sich viele Mitglieder von den großen Arbeitnehmerverbänden nicht mehr ausreichend repräsentiert fühlten

Zitat
„Eine der größten, alt eingesessenen Gewerkschaften der Krankenpfleger gehört zum kommunistisch beeinflussten Dachverband CGTP. Die waren immer die Stimme der Arbeiter. Doch jetzt geht es nur noch um Politik. Sie setzen sich nicht mehr für unsere Forderungen ein. Die Kommunisten unterstützen ja die sozialistische Minderheitsregierung. Und deshalb haben sie eine politische Agenda zu verteidigen.“

Der komplette Artikel: https://www.deutschlandfunk.de/streiks-in-portugal-die-macht-der-neuen-gewerkschaften.795.de.html?dram:article_id=441025


Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #575 am: 20:31:37 Mo. 18.Februar 2019 »
Rumpelt es nun selbst an der deutschen Gewerkschaftsbasis?

Es sieht ganz so aus. Die Beschäftigten der Flughafen-Security lehnten den von Verdi abgeschlossenen Tarifvertrag ab:

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21592.msg345754.html#msg345754

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #576 am: 11:54:47 Do. 14.März 2019 »
Die DGB Gewerkschaften beweisen Tag für Tag ihre Unfähigkeit als Interessenvertretung der ArbeiterInnen.
Es ist im Grunde keine "Unfähigkeit", sondern sie positionieren sich auf Seiten des Kapitals.


DGB-Chef Reiner Hoffmann (l.) mit Arbeitsminister Hubertus Heil (M.) und Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)

Der Streik von DHL Fahrern wurde in der Vorwehnachtszeit von Verdi abgebrochen, weil er Gefahr lief, den notwendigen wirttschaftlichen Druck zu erzeugen. Die IGBCE hatte damals den Streik prekärer ArbeiterInnen bei Neupack sabottiert und die Wiederaufnahme der Arbeit ("Flexistreik") durchgesetzt. Inzwischen organisieren sie Demos für RWE und gegen die Hambacher Forst-Besetzer. Die IG Metall organisierte "Stahl Proteste" gemeinsam mit Unternehmern und Politikern, um gegen zu hohe Umweltauflagen und die chinesische Konkurrenz zu demonstrieren.

Verdi ist ein weiterer Coup gegen Arbeiterrechte gelungen: Unter dem sowieso erbärmlichen deutschen Streikrecht dürfen die Beschäftigten einmal im Jahr im Rahmen von Tarifauseinandersetzungen streiken. Mit den neuerdings bei Verdi üblichen Tarifverträgen über drei Jahre wurden den Beschäftigten 2/3 ihrer Streikmöglichkeiten geklaut. Arbeiter stören wohl zu sehr bei den sozialpartnerschaftlichen Aktivitäten.

Prekäre Arbeit ist für die DGB Gewerkschaften sowieso kein Kampffeld.
Sie haben nichteinmal eine Ahnung, wie es da aussieht.

Es sind eher Autobahnbullen, die zumindest hin und wieder die Einhaltung des Arbeitsrechts der Berufskraftfahrer überprüfen und durchsetzen. Weitgehendes Schweigen von Gewerkschaftsseite. Auch auf dem Bau ist es eher der Zoll, der gegen die Ausbeutung osteuropäischer Kollegen vorgeht, als daß es ein organisiertes gewerkschaftliches Vorgehen gibt.

Das gewaltige Vacuum, das die Gewerkschaften im Sektor der prekären Arbeit hinterlassen, kann bisher von den in dem Bereich aktiven Organisationen und Einzelkämpfern nicht gefüllt werden.

Es sind Leute aus dem kirchlichen Bereich, die sich für Osteuropäische Wanderarbeiter einsetzen, für Leiharbeiter und Werkvertragler, der Fleischindustrie, auf dem Bau und den Werften oder für Beschäftigte der Paketdienste. Es sind Teilweise NGOs oder ähnliche Organisationen, die sich in dem Bereich engagieren (z.B Arbeitsunrecht), gegen den Fleischfabrikanten Tönnies in Kellinghusen ist es eine lokale Bürgerinitiative, unterstützt von Jour Fixe der Gewerkschaftslinken Hamburg. Der Name letzterer ist Irreführend. Es handelt sich um eine gewerkschaftunabhängige Initiative, auch wenn die Großteil Aktivisten Mitglied einer Gewerkschaft sind.

Im Bereich der Paketfahrer haben kritische Journalisten eine gute Arbeit geleistet. Die kriminellen Zustände in der Branche sind inzwischen so bekannt, daß sich die Politik gezwungen sah, zu reagieren. Der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will in der Paketbranche die sogenannte Nachunternehmerhaftung einführen, dass der eigentliche Auftraggeber für die Arbeitsbedingungen bei allen Subunternehmern verantwortlich ist. Ob diesen Worten auch Taten folgen, bleibt abzuwarten.

Wir sollten nicht darüber rumheulen, daß die DGB Gewerkschaften so scheiße sind, wie sie sind, wir sollten uns selbst dieser Thematik annehmen und dafür sorgen, daß kontinuierlich arbeitende Strukturen entstehen.

Rudolf Rocker

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #577 am: 13:33:43 Do. 14.März 2019 »
Zitat
Es sind eher Autobahnbullen, die zumindest hin und wieder die Einhaltung des Arbeitsrechts der Berufskraftfahrer überprüfen und durchsetzen. Weitgehendes Schweigen von Gewerkschaftsseite. Auch auf dem Bau ist es eher der Zoll, der gegen die Ausbeutung osteuropäischer Kollegen vorgeht, als daß es ein organisiertes gewerkschaftliches Vorgehen gibt.
Naja, die Gewerkschaft hat keine Befugnisse, die Papiere der Leute zu kontrollieren.

Zitat
Es sind Leute aus dem kirchlichen Bereich, die sich für Osteuropäische Wanderarbeiter einsetzen,...
Bin ich auch nicht so ganz einverstanden. Da gibt es z.B. den EVM, europäischer Verein für Wanderarbeiterfragen, der auf initinative der IG BAU ins Leben gerufen wurde.
http://www.emwu.org/

Aber im Großen und Ganzen ist es natürlich schon so, das da wesentlich mehr getan werden müsste!
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #578 am: 13:45:28 Do. 14.März 2019 »
Naja, die Gewerkschaft hat keine Befugnisse, die Papiere der Leute zu kontrollieren.

Gewerkschaften brauchen auch nicht mit den gleichen Mitteln zu arbeiten, wie Polizeibehörden.
Gespräche mit Kollegen würden reichen, denn die haben auch keinen Bock mit gefährlichem Arbeitsmaterial (abgefahrene Reifen, defekte Bremsen)  zu arbeiten oder eine 90-Arbeitsstundenwoche zu haben. Sie finden es auch nicht lustig, weniger als den Mindestlohn zu beziehen. Sie würde mehrheitlich Klartext reden, wenn für sie damit klar ist, daß sie keine eigenen Nachteile durch die Aussagen haben.

Rudolf Rocker

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #579 am: 16:20:00 Do. 14.März 2019 »
Ja, da hast du recht. Dazu bräuchte man aber nicht mal die Gewerkschaft, sondern einfach nur Gespräche unter Kollegen. Da kommen dann aber wieder Sprachbarrieren ins Spiel und die Unsitte das Menschen offenbar nicht mehr miteinander sprechen!
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #580 am: 17:45:02 Do. 14.März 2019 »
Genau. Ich wollte nur sagen, wenn man will, kann man auch.
Viele Fahrer gehen den Osteuropäischen Kollegen aus dem Weg (aus diversen komischen Gründen) und andere haben keine Berührungsängste und kriegen es hin, sich notfalls mit Händen und Füßen zu verständigen.
Gewerkschafter sind auch schon auf Rastplätzen gemeinsam mit Dolmetschern aufgetaucht, um den Kontakt zu den unbekannten Wesen aus dem Osten zu suchen. Für solche Organisationen eigentlich ein Klacks.
Das waren gute Aktionen, aber Verdi hat sogar kaum Kontakte zu deutschen Fahrern und bemüht sich auch nicht darum. Das beschreibt die Situation an der Front recht gut.

ManOfConstantSorrow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #581 am: 19:21:36 Do. 14.März 2019 »
Zitat
Verdi unterschreibt Knebelvertrag für Länderbeschäftigte:
Streikverzicht bis Herbst 2021

Am späten Samstagabend haben sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) auf einen Tarifvertrag für die rund 800.000 Tarifbeschäftigten der Länder geeinigt. Zentral ist die lange Laufzeit von 33 Monaten, die den Landesregierungen einen Streikverzicht bis zum Herbst 2021 beschert. Die Löhne und Gehälter steigen in drei Stufen um wenig mehr als die Inflationsrate.


Bsirske erklärte: „Das ist ein Erfolg für beide: Gewerkschaften und Arbeitgeber.“ Man möchte hinzufügen, aber nicht für die Beschäftigen.

Denn für die große Mehrheit der Landesbeschäftigten, die in den Warnstreiks ihre Kampfbereitschaft gezeigt haben, ist der Vertrag eine Zwangsjacke. Inflation und Mietsteigerungen sind weit höher als die Lohnzugeständnisse.

Das sehen auch viele Mitglieder von Verdi und GEW so. Auf Facebook reagierten die meisten wütend. Dafür sei man nicht auf die Straße gegangen, schrieben viele in ihren ersten Reaktionen.
https://www.wsws.org/de/articles/2019/03/04/tvol-m04.html

Zitat
Gewerkschafts-Mitglieder protestieren gegen Abschluss im öffentlichen Dienst der Länder

Der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlägt wegen ihres Abschlusses für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder enorme Wut entgegen, die sich unter anderem auf Facebook entlädt. Vor allem die lange Laufzeit empört die Mitglieder.

Wolfgang Bauer fragt: „Was soll das? Wie kann man das als gutes Ergebnis verkaufen? Was haben die Arbeitgeber Verdi dafür gegeben? Das ist Verarschung aller ehrlichen Arbeitnehmer.“ Es sei kein Wunder, „dass das Vertrauen in die Staatsgewerkschaft immer mehr verloren geht“. Verdi trage mit solchen Abschlüssen dazu bei, „dass Arbeit und der Mensch immer weniger Wert wird“. Das sei: „Beschämend!“

Steve S. sagt: „Danke für nichts.“ Man spürt sein Kopfschütteln beim Lesen seines Posts. „Eine Reallohnsteigerung über 3 Jahre von 1 %. Geil. Und das dann noch als Sieg verkaufen...“
https://www.wsws.org/de/articles/2019/03/06/tvod-m06.html
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Rudolf Rocker

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #582 am: 19:56:44 Do. 14.März 2019 »
Genau. Ich wollte nur sagen, wenn man will, kann man auch.
Viele Fahrer gehen den Osteuropäischen Kollegen aus dem Weg (aus diversen komischen Gründen) und andere haben keine Berührungsängste und kriegen es hin, sich notfalls mit Händen und Füßen zu verständigen.
Gewerkschafter sind auch schon auf Rastplätzen gemeinsam mit Dolmetschern aufgetaucht, um den Kontakt zu den unbekannten Wesen aus dem Osten zu suchen. Für solche Organisationen eigentlich ein Klacks.
Das waren gute Aktionen, aber Verdi hat sogar kaum Kontakte zu deutschen Fahrern und bemüht sich auch nicht darum. Das beschreibt die Situation an der Front recht gut.
Das ist alles eine komplizierte Kiste: In der IG BAU gibt es einige unglaublich engagierte haupt- und ehrenamtliche Kolleg*innen die sich wirklich den Arsch aufreißen. Es sind aber nicht genug. Und überall können sie nicht sein.
Und auf der anderen Seite gibt es Leute, die überhaupt nichts von Gewerkschaft und Arbeitsrecht wissen wollten.
Denen ist alles scheißegal, solange die Kohle pünktlich auf dem Konto ist.
Irgendwie fehlt es an Klassenbewusstsein und Selbstvertrauen.
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

NachbarArsch

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #583 am: 20:27:48 Do. 14.März 2019 »
Irgendwie fehlt es an Klassenbewusstsein und Selbstvertrauen.

Klassenbewustsein und Selbstvertrauen, das is schon genau das ding. Leider arbeiten die Gewerkschaften durch Strucktur, Propaganda und Tarifverträgen oft genau dagegen.
Ich erinnere mich gerade an ein Flyeraktion bei der ich zu einen Treffen eingeladen hatte aber die Frau mich immer lauter werdend alle 2-5 sek unterbrochen hatte "da kann man nichts machen, DA KANN MAN NICHTS MACHEN!, DA KANN MAN NICHTS MACHEN!
Aber wie kann man Klassenbewusstsein und Selbstvertrauen wieder aufbauen?

Rudolf Rocker

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #584 am: 21:49:16 Do. 14.März 2019 »
Zitat
Aber wie kann man Klassenbewusstsein und Selbstvertrauen wieder aufbauen?
Das ist eine wichtige Frage!
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!