Autor Thema: Gewerkschaften  (Gelesen 169821 mal)

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #630 am: 13:21:03 So. 24.Mai 2020 »
Nicht nur die IGM, auch der DGB ist dieser Meinung:

Zitat
Konjunkturprogramme
DGB will Auto-Kaufprämien auch für Verbrenner

Der Deutsche Gewerkschaftsbund pocht auf Prämien zur Förderung des Autokaufs. Vorstandsmitglied Körzell sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, ein solcher Zuschuss sei sinnvoll, wenn er technologieoffen sei und auch für emissionsarme Verbrenner gelte. Darüber hinaus fordere der DGB auch ein generelles Konjunkturprogramm, um den den Konsum anzukurbeln.
https://www.deutschlandfunk.de/konjunkturprogramme-dgb-will-auto-kaufpraemien-auch-fuer.1939.de.html?drn:news_id=1133354

Zitat
Umstrittene Auto-Kaufprämie: DGB beharrt darauf – trotz Expertenkritik

    Die Kritik an einer möglichen Kaufprämie für Autos reißt nicht ab.
    Doch der Deutsche Gewerkschaftsbund hält das Instrument für sinnvoll.
https://www.rnd.de/wirtschaft/umstrittene-auto-kaufpramie-dgb-beharrt-darauf-trotz-expertenkritik-CUU6OMOHW2GJMXBF6HIWXFS45M.html


Fritz Linow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #631 am: 17:18:11 Mo. 08.Juni 2020 »
Laut Geschäftsbericht erzielte die IG Metall im Jahr 2018 allein durch Mitgliedsbeiträge Einnahmen von 600 Mio Euro. Für Streiks wurden bummelige 28 Mio ausgegeben. Die Personalkosten beliefen sich auf 124 Mio Euro. Dieses Geschäftsmodell hat keine Pointe.

https://www.igmetall.de/download/20191104_IGM_Geschaeftsbericht_2015_2018__gesamt2__01b426da7c85f3facc1c2c0a00103377beef8037.pdf

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #632 am: 13:29:25 Di. 16.Juni 2020 »
Die Zeit bringt ein Beispiel aus Österreich.

Zitat
Verwirrende Kampfansagen
Im Konflikt bei Laudamotion stellen sich die schlecht bezahlten Angestellten gegen ihre eigene Gewerkschaft.
Zitat
Er stand vor Angestellten, die in der Gewerkschaft keine Verbündeten, sondern Gegner sahen. "Wir müssen uns fragen, wie wir die Menschen in den Unternehmen heute erreichen."
Zitat
Man müsse zur Organisation werden, in der sich alle solidarisieren, die einen vermeintlich übermächtigen Gegner haben – vom selbstständigen Lkw-Fahrer und der Leiharbeitskraft bis zum Kapitän. "Wir müssen uns wandeln von einer Arbeiterbewegung – und ich verwende bewusst die männliche Form", sagt Hebenstreit, "hin zu einem Interessenverband der Arbeit in ihrer vielfältigen Form." Es klingt wie eine Kampfansage an die eigene Organisation. Es wäre eine andere Gewerkschaft.
https://www.zeit.de/2020/25/laudamotion-tarifverhandlung-arbeitnehmer-gewerkschaft-solidaritaet

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #633 am: 11:36:23 Fr. 24.Juli 2020 »
Ich finde dieses Abwarten, das Schweigen zu den entscheidenden Konflikten ziemlich bedrückend.

Es stehen die größten Massenentlassungen und Angriffe auf die Arbeitsbedingungen in der Geschichte der Bundesrepublik an und man duckt sich einfach weg und hofft darauf, es möge vorüberziehen, wie ein Gewitter.

Wir müssen uns wehren und sollten uns bereits im Vorfeld Gedanken machen, welche Möglichkeiten es denn gin. In der Bundesrepublik der letzten Jahrzehnte sind die Kampferfarungen eher dünn gesät.

Ich habe kein Interesse an einem Gewerkschaftsbashing, ich stelle aber fest, daß die Gewerkschaften nicht nur unvorbereitet sind, sie wollen auch nicht kämpfen. Das einzige, was sie interessiert, ist mit ihrer Standortpolitik die Deutsche Wirtschaft gegen die ausländische Konkurrenz zu verteidigen.

Zitat
"In so einer Situation ergeben Streiks keinen Sinn"
Bis zu 26.000 Jobs sollen bei der Lufthansa wegfallen, trotz Rettung durch den Staat. Gewerkschafterin Christine Behle will im Aufsichtsrat für den Erhalt von Stellen kämpfen - auch wenn das oft aussichtslos scheint.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-aufsichtsraetin-zum-stellenabbau-in-so-einer-situation-ergeben-streiks-keinen-sinn-a-244377a8-8176-4c99-b9b2-5029ca0a21f1

Im Aufsichtsrat kämpfen. Was für eine Lachnummer!

Warum werden nicht überall Kampfstrukturen für anstehende betriebliche Kämpfe diskutiert?

Ferragus

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #634 am: 10:27:56 Mo. 27.Juli 2020 »
Es wäre doch begrüßenswert, wenn die Kritik am DGB und seine Unfähigkeit in Bezug auf den Klassenkampf mal pointiert in einer Broschüre oder Ähnlichem zusammengefasst würden - vielleicht gibt es da bereits auch etwas. Jedenfalls müssen diese enttäuschenden Erfahrungen weitergegeben und tiefgehend reflektiert werden. Wenn es wirklich an den Aufbau neuer Strukturen ( seien es Betriebsgruppen oder Solidaritätsnetzwerke oder Unionen etc.) in größerem Maßstab gehen sollte, dürfte eine solche Analyse große Bedeutung bekommen. Auch für viele jüngere Mitglieder der FAU, denen die entsprechenden Erfahrungen fehlen, wäre eine solche Zusammenstellung sehr hilfreich - vor allem wenn sie die Weiterentwicklung ihrer syndikalistischen Gewerkschaft voranbringen und nicht eine unwiderbringliche Organisation der Vergangenheit restaurieren wollen.

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #635 am: 14:01:53 Sa. 05.Dezember 2020 »
Zitat
Lobbyisten besonderer Art

Gewerkschaftsführer werben für Subventionen in "ihre" Betriebe


Der Vorsitzende der IG-Metall Jörg Hoffmann betätigt sich als Lobbyist, indem er im gemeinsamen Interview mit Arbeitsminister Hubertus Heil für Subventionen wirbt zugunsten der deutschen Elektro- und Metallindustrie, und zwar in Form eines staatlichen Zukunftsfonds‘: "Denn ob die Transformation unserer Industrie weg vom Verbrenner gelingt, entscheidet sich in den Regionen, in denen viele Zulieferer-Betriebe vom Verbrenner abhängen. Der Zukunftsfonds für die regionalen Initiativen und die Weiterbildungsverbünde können helfen, den Umbau aktiv anzugehen." (WAZ, 23.11.2020)
https://www.heise.de/tp/features/Lobbyisten-besonderer-Art-4975991.html

Fritz Linow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #636 am: 21:14:50 Do. 04.Februar 2021 »
Zitat
4.2.21
Stahlbranche: Die fragwürdige Politik der IG Metall

Die größte Gewerkschaft des Landes hat einen Rekonstruierungstarifvertrag bei den Deutschen Edelstahlwerken abgeschlossen. Wer aber profitiert davon?

"Die Zukunft der Deutschen Edelstahlwerke ist gesichert", vermeldete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung am 30. Januar, schränkte das Urteil aber mit dem Beisatz "zumindest für die kommenden zwei Jahre" ein. Das Blatt führte weiter aus: "Die Arbeitnehmer verzichten zur Rettung des kriselnden Unternehmens auf Urlaubs- und die Hälfte des Weihnachtsgeldes. Im Rahmen eines Sozialplans können aber bis 2024 bis zu 400 Stellen abgebaut werden."
(...)
https://www.heise.de/tp/features/Stahlbranche-Die-fragwuerdige-Politik-der-IG-Metall-5045365.html

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #637 am: 12:18:15 Di. 09.März 2021 »
Irgendwie bewegt sich in dem Bereich wenig.

Zitat
Petra Zahradka ist Feinmechanikerin bei Jenoptik und Gewerkschafterin, obwohl sie 1993 einmal im Zorn austrat
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-frauenstreik-tut-uns-gut

Wenn man mit Leuten redet, kommt man immer wieder darauf, wie wenig die Gewerkschaften bei uns taugen. Dann heißt es stets, man sei neidisch auf die Situation in Frankreich.

Hier sind die Gewerkschaften nicht nur lasch und ohne Biß. Mit ihrer Sozialpartnerschaft verhalten sie sich als Comanager, sie verteidigen das System der Ausbeutung und wollen es bestenfalls ein wenig abmildern.

Es wird auf die Gewerkschaften geschimpft, man tritt aus und entweder zieht man sich zurück aus den betrieblichen Auseinandersetzungen oder man tritt wieder ein in diese Gewerkschaften. Sie sind ja schließlich die einzige Vertretung der Beschäftigten.

Warum eigentlich?

counselor

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #638 am: 01:44:09 Mi. 21.April 2021 »
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #639 am: 12:19:09 Fr. 23.April 2021 »
Zitat
VW-Betriebsratschef wechselt die Seiten

Der "König von Wolfsburg" hat einen neuen Job: Bernd Osterloh war der größte Kontrahent von Volkswagen-Chef Herbert Diess. Jetzt wird er selbst Vorstand.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/volkswagen-osterloh-1.5273678

Ich sehe da keinen Seitenwechsel. Osterloh sah sich schon immer als Co-Manager und jetzt kriegt er den Lohn dafür, die Arbeiter so lange verraten zu haben.