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Gewerkschaften

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Kuddel:
Nicht nur die IGM, auch der DGB ist dieser Meinung:


--- Zitat ---Konjunkturprogramme
DGB will Auto-Kaufprämien auch für Verbrenner

Der Deutsche Gewerkschaftsbund pocht auf Prämien zur Förderung des Autokaufs. Vorstandsmitglied Körzell sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, ein solcher Zuschuss sei sinnvoll, wenn er technologieoffen sei und auch für emissionsarme Verbrenner gelte. Darüber hinaus fordere der DGB auch ein generelles Konjunkturprogramm, um den den Konsum anzukurbeln.
--- Ende Zitat ---
https://www.deutschlandfunk.de/konjunkturprogramme-dgb-will-auto-kaufpraemien-auch-fuer.1939.de.html?drn:news_id=1133354


--- Zitat --- Umstrittene Auto-Kaufprämie: DGB beharrt darauf – trotz Expertenkritik

    Die Kritik an einer möglichen Kaufprämie für Autos reißt nicht ab.
    Doch der Deutsche Gewerkschaftsbund hält das Instrument für sinnvoll.
--- Ende Zitat ---
https://www.rnd.de/wirtschaft/umstrittene-auto-kaufpramie-dgb-beharrt-darauf-trotz-expertenkritik-CUU6OMOHW2GJMXBF6HIWXFS45M.html

Fritz Linow:
Laut Geschäftsbericht erzielte die IG Metall im Jahr 2018 allein durch Mitgliedsbeiträge Einnahmen von 600 Mio Euro. Für Streiks wurden bummelige 28 Mio ausgegeben. Die Personalkosten beliefen sich auf 124 Mio Euro. Dieses Geschäftsmodell hat keine Pointe.

https://www.igmetall.de/download/20191104_IGM_Geschaeftsbericht_2015_2018__gesamt2__01b426da7c85f3facc1c2c0a00103377beef8037.pdf

Kuddel:
Die Zeit bringt ein Beispiel aus Österreich.


--- Zitat --- Verwirrende Kampfansagen
Im Konflikt bei Laudamotion stellen sich die schlecht bezahlten Angestellten gegen ihre eigene Gewerkschaft.
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---Er stand vor Angestellten, die in der Gewerkschaft keine Verbündeten, sondern Gegner sahen. "Wir müssen uns fragen, wie wir die Menschen in den Unternehmen heute erreichen."
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---Man müsse zur Organisation werden, in der sich alle solidarisieren, die einen vermeintlich übermächtigen Gegner haben – vom selbstständigen Lkw-Fahrer und der Leiharbeitskraft bis zum Kapitän. "Wir müssen uns wandeln von einer Arbeiterbewegung – und ich verwende bewusst die männliche Form", sagt Hebenstreit, "hin zu einem Interessenverband der Arbeit in ihrer vielfältigen Form." Es klingt wie eine Kampfansage an die eigene Organisation. Es wäre eine andere Gewerkschaft.
--- Ende Zitat ---
https://www.zeit.de/2020/25/laudamotion-tarifverhandlung-arbeitnehmer-gewerkschaft-solidaritaet

Kuddel:
Ich finde dieses Abwarten, das Schweigen zu den entscheidenden Konflikten ziemlich bedrückend.

Es stehen die größten Massenentlassungen und Angriffe auf die Arbeitsbedingungen in der Geschichte der Bundesrepublik an und man duckt sich einfach weg und hofft darauf, es möge vorüberziehen, wie ein Gewitter.

Wir müssen uns wehren und sollten uns bereits im Vorfeld Gedanken machen, welche Möglichkeiten es denn gin. In der Bundesrepublik der letzten Jahrzehnte sind die Kampferfarungen eher dünn gesät.

Ich habe kein Interesse an einem Gewerkschaftsbashing, ich stelle aber fest, daß die Gewerkschaften nicht nur unvorbereitet sind, sie wollen auch nicht kämpfen. Das einzige, was sie interessiert, ist mit ihrer Standortpolitik die Deutsche Wirtschaft gegen die ausländische Konkurrenz zu verteidigen.


--- Zitat ---"In so einer Situation ergeben Streiks keinen Sinn"
Bis zu 26.000 Jobs sollen bei der Lufthansa wegfallen, trotz Rettung durch den Staat. Gewerkschafterin Christine Behle will im Aufsichtsrat für den Erhalt von Stellen kämpfen - auch wenn das oft aussichtslos scheint.
--- Ende Zitat ---
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-aufsichtsraetin-zum-stellenabbau-in-so-einer-situation-ergeben-streiks-keinen-sinn-a-244377a8-8176-4c99-b9b2-5029ca0a21f1

Im Aufsichtsrat kämpfen. Was für eine Lachnummer!

Warum werden nicht überall Kampfstrukturen für anstehende betriebliche Kämpfe diskutiert?

Ferragus:
Es wäre doch begrüßenswert, wenn die Kritik am DGB und seine Unfähigkeit in Bezug auf den Klassenkampf mal pointiert in einer Broschüre oder Ähnlichem zusammengefasst würden - vielleicht gibt es da bereits auch etwas. Jedenfalls müssen diese enttäuschenden Erfahrungen weitergegeben und tiefgehend reflektiert werden. Wenn es wirklich an den Aufbau neuer Strukturen ( seien es Betriebsgruppen oder Solidaritätsnetzwerke oder Unionen etc.) in größerem Maßstab gehen sollte, dürfte eine solche Analyse große Bedeutung bekommen. Auch für viele jüngere Mitglieder der FAU, denen die entsprechenden Erfahrungen fehlen, wäre eine solche Zusammenstellung sehr hilfreich - vor allem wenn sie die Weiterentwicklung ihrer syndikalistischen Gewerkschaft voranbringen und nicht eine unwiderbringliche Organisation der Vergangenheit restaurieren wollen.

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