Autor Thema: Gewerkschaften  (Gelesen 163198 mal)

counselor

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #615 am: 06:08:17 Di. 17.Dezember 2019 »
Fritz Linow: Du erklärst den Gewerkschaftsapparat wegen seiner Sozialpartnerschaft zum Gegner der Arbeiter. Das halte ich für falsch und spalterisch und angesichts der aufkommenden faschistischen Gefahr für gefährlich. Gegner der Arbeiterklasse ist das Kapital, nicht der DGB. Für die 'linken' besonders 'revolutionären' Alternativen Organisationen wie die FAU hat sich die Arbeiterklasse bisher nicht interessiert. Sie sind nicht massenhaft dort eingetreten, sondern beim DGB geblieben. Das wird sich auch durch die Gründung der nächsten 'reinen' 'linken' Organisation nicht ändern.

Zitat
Das funktioniert aber auch nur bis zu dem Punkt, solange es den sozialpartnerschaftlich orientierten DGB-Funktionären passt

Da täuscht Du Dich. Man kann den gewerkschaftlichen Rahmen auch verlassen, und selbstständige Streiks organisieren. So geschehen beim Opel-Streik 2004 und ich glaube auch, die Amazonies verlassen hin und wieder den gewerkschaftlichen Rahmen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Fritz Linow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #616 am: 21:45:44 Di. 17.Dezember 2019 »
Zitat
Da täuscht Du Dich. Man kann den gewerkschaftlichen Rahmen auch verlassen, und selbstständige Streiks organisieren. So geschehen beim Opel-Streik 2004 und ich glaube auch, die Amazonies verlassen hin und wieder den gewerkschaftlichen Rahmen.

So richtig aussagekräftig und überzeugend finde ich das auch nicht. Vielleicht ist es ja interessanter, wie viele selbständige Streiks vom Apparat unterbunden oder abgewürgt wurden, obwohl die Bereitschaft vorhanden war? Und dann kommen wir wieder zu der Frage, ob nun der DGB oder das Kapital der Gegner ist...oder ob beides nicht doch ein und dasselbe ist. 

Fritz Linow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #617 am: 21:56:33 Do. 26.Dezember 2019 »
...sähe Deutschland bezüglich der Arbeiterrechte ganz anders, nämlich schlechter aus, gäbe es keinen DGB...

Das ist hypothetisch. Wir wissen es nicht. Ich habe ernste Zweifel daran, daß du Recht hast mit dieser Vermutung.
Das sollten wir im dem Gewerkschaftsthread weiterdiskutieren.

Wir wissen es halt nicht, weil es eigentlich nie eine wirkliche Alternative zum DGB bis heute gab. Es gibt bestimmt einige Arbeiterrechte, die der DGB aus einer Machtposition heraus erkämpft hat. Mir fallen da gerade nicht so viele ein, und in letzter Zeit, also in den letzten Jahrzehnten, nehme ich den DGB eher als zahnlosen Tiger wahr, der eine vermeintliche Machtposition hat und sich zu sehr auf das herrschende Recht beruft und darauf auch ausruht. Wenn Gewerkschaftsfunktionäre nur noch eine beratende Funktion bei der Gestaltung der Klassenharmonie haben, dann läuft irgendetwas schief.
Eine kritische Auflistung der erkämpften Arbeitsrechte abseits der historischen DGB-Folklore wäre mal nicht schlecht. Es könnte ja auch sein, dass die erkämpften Arbeitsrechte auch nur der längerfristigen Erhaltung der Arbeitskraft dienen. Das wäre ja nichts neues.

counselor

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #618 am: 00:19:02 Fr. 27.Dezember 2019 »
Der DGB kann nur ökonomische Streiks um Tagesforderungen (Lohn- und Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit, Urlaubsregelungen usw) führen, soweit sie Tariffragen berühren. Dabei hat der DGB ein arbeitsgemeinschaftliches Vorgehen. Das führt einerseits dazu, dass Streiks zugunsten Verhandlungen vermieden werden, anderseits ausgebrochene Streiks möglichst rasch beendet werden. Ein anderes Vorgehen dürfte das Missfallen der herrschenden Klasse hervorrufen und den DGB der Gefahr eines Verbots aussetzen; jedenfalls dann, wenn der DGB die Grenzen des kapitalistischen Systems antasten würde. Und die sind eng. So habe ich im Studium in VWL gelernt, dass die Wirtschaftswissenschaft den Platz der Gewerkschaften dort sieht, wo überlange Arbeitszeiten, Kinderarbeit, unsoziale Lohnsenkungen usw drohen. Eine überzogene Lohnhöhe dürfen sie nach der volkswirtschaftlichen Lehrmeinung nicht anstreben.

Wir sollten die gewerkschaftlichen Kämpfe unterstützen, innerhalb der Gewerkschaften mithelfen, sie vorzubereiten, und die Mitglieder auffordern, sie energisch durchzuführen und ggfs zu selbständigen Kämpfen ("wilde Streiks") überzugehen.
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Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #619 am: 09:07:08 Fr. 27.Dezember 2019 »
Es gibt hier noch viel zu erforschen und zu diskutieren.

Es geht darum betriebliche Kämpfe voranzutreiben und Solidarität innerhalb der Belegschaften und darüber hinaus zu entwickeln. Ich bin da erstmal ohne Vorurteile und es ist mir egal ob das mit oder ohne Gewerkschaft gemacht wird. Ich beobachte jedoch, daß die Gewerkschaften, die bisher eher ein biederer, träger, bürokratischer und reaktionärer Verein waren, sich heute selbst in einen neoliberalen Apparat wandeln. Es wird Personal gekürzt, Einrichtungen werden outgesourct, der Arbeitsdruck angezogen und statt sich um die Situation in den Betrieben zu kümmern, sind die Funktionäre nur noch angehalten, Mitglieder zu werben.

Innerhalb der Gewerkschaften herrscht ein Klima des Wegduckens. Funktionär wird man zumeist, weil man so seine Brötchen verdienen will und das ist dort zumeist noch angenehmer, als in der sogenannten Freien Wirtschaft. Es gibt da die Karrieristen und diejenigen, die nur auf das Erreichen ihrer Rente warten. Es gibt keinerlei Visionen oder Hoffnungen auf eine bessere Gesellschaft. Diejenigen, die die politschen Vorgaben machen, sind in der SPD und im Arsch der Wirtschaft.

Der Laden ist inzwischen derart verkommen, daß er sich nichtmal um sein Kerngeschäft kümmert, Sozialpartnerschaft und Friedhofsruhe im Betrieb. Das wird jetzt outgesourct. An den Staat. Die Lohnfrage ist bereits im prekären Bereich abgegeben, den Mindestlohn regelt der Staat. Auch für den wichtigen Bereich der Paketboten wurden nicht die Gewerkschaft aktiv, sondern sie schoben es an den Staat ab: Es wurde ein Gesetz erlassen zum Schutz der Beschäftigten  mit einer "Nachunternehmerhaftung" für Subunternhemen und mit diversen Hintertürchen. Im Bereich osteuropäischer Berufskraftfahrer (u.a.) gibt es mit "Faire Moblilität" ein recht gutes Projekt des DGB, doch das ist großteils finanziert durch das Bundesminsterium für Arbeit und Soziales.

Es gibt auch keine nennenswerten gewerkschaftslinken Strukturen, die zumindest versuchen, etwas Leben ist die Bude zu bringen. Ich sehe da wirklich nicht den geringsten klassenkämpferischen Ansatz.

counselor

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #620 am: 15:20:41 Fr. 27.Dezember 2019 »
Der Funktionärsapparat des DGB ist ein Thema für sich. Er verfolgt eigene Interessen und meist nicht die der Arbeiter.

Aber es gibt schon noch über den DGB hinausweisende Initiativen, wie zB:
https://offensivbochum.wordpress.com/

Gut scheint mir folgender Artikel mit Verweis auf eine von den Aktivisten zusammengestellte Dokumentation ihrer Kämpfe (ausgehend vom Opel-Streik 2004):
https://offensivbochum.wordpress.com/was-bleibt/

Auch die 'Offensiven Metaller' in Untertürkheim wären zu nennen.

Interessant ist auch: https://automotiveworkers.org/de
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Fritz Linow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #621 am: 23:21:03 Fr. 27.Dezember 2019 »
(...)
Eine überzogene Lohnhöhe dürfen sie nach der volkswirtschaftlichen Lehrmeinung nicht anstreben.
(...)

Das ist ein spannender Punkt. Bis Mitte der 50er gab es beim DGB durchaus die Strategie der expansiven Lohnpolitik, also hohe Forderungen als selbstverständlicher Bestandteil einer Umverteilung von Oben nach Unten. Der einflussreiche Verfechter dieser Strategie, Viktor Agartz, wurde dann kaltgestellt und vergessen. Ende der 60er fühlte sich der DGB sogar dazu verpflichtet, keine Forderungen über die Inflationsrate hinaus zu stellen, was ein Mitauslöser für die "wilden" Streiks in den 70ern war.

Was jetzt als volkswirtschaftliche Lehrmeinung sinnvoll ist und wem sie vor allem nützt, davon habe ich keine Ahnung. Jedenfalls sind die Kabinettsprotokolle aus den 50ern online einsehbar, und da bekommt man schon den Eindruck, dass die Gewerkschaften als allergrößte Gefahr angesehen wurden, dass sie frech waren und dass man alles dafür tun müsse, um deren Einfluss einzudämmen und das ganze zu befrieden...was ja auch gelungen ist.

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #622 am: 12:46:44 Sa. 18.Januar 2020 »
Zitat
Porsche soll früheren Betriebsratsvorsitzenden weiter bezahlen

Der ehemalige Arbeiterführer Uwe Hück soll weiter Geld vom Unternehmen erhalten – und das so lange, bis er in Rente geht. Je nach Unternehmenserfolg können das rund 3 Millionen Euro sein.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/porsche-soll-frueheren-betriebsratsvorsitzenden-weiter-bezahlen-16577677.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #623 am: 08:32:35 Mo. 20.Januar 2020 »
Zitat
Der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, stemmt sich gegen konsequenteren Klimaschutz. In der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« wehrte sich Vassiliadis gegen zu großem Ehrgeiz beim Klimaschutz und sagte, »alle Politikfelder dem Klimaschutzplan zu unterwerfen, als müsse Deutschland die Welt retten«.
https://www.labournet.de/?p=99397
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

counselor

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #624 am: 18:38:09 Mi. 29.Januar 2020 »
Zitat
THYSSEN-KRUPP - IG-Metall-Sekretär wird Personalvorstand

Der IG-Metall-Sekretär Markus Grolms legt sein Amt als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei Thyssen-Krupp zur kommenden Hauptversammlung vorzeitig nieder. Das teilte der Konzern gestern mit. Als Nachfolger schlägt die Gewerkschaft Jürgen Kerner vor, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall in Frankfurt. Grolms ist ein wahrhaft "verdienter Mitarbeiter". Im Sommer 2018, als Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratschef sich vom Acker machten, hatte er die Führung des Aufsichtsrats übernommen (ähnlich wie Berthold Huber, früherer IG-Metall-Vorsitzender, der 2015 zeitweise als Aufsichtsratschef von VW agierte). Grolms wurde für seine bisherigen Verdienste gelobt ("... auch ein zuverlässiger Partner für die Entwicklung von Thyssen-Krupp“) und tritt am 1. April 2020 seinen neuen Posten als Personalvorstand an. Die Arbeiter brauchen ihre Gewerkschaften als Kampforganisationen, nicht als Co-Manager!

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw05/ig-metall-sekretaer-wird-personalvorstand
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Fritz Linow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #625 am: 15:56:43 Mo. 03.Februar 2020 »
Zitat
Organisiere die Arbeiter*innenklasse, nicht die Linke

Ich habe darüber nachgedacht, welchen Rat ich mir aus heutiger Sicht vor zehn Jahren geben würde, als ich mit dem Organizing begonnen habe. Ich habe seit damals viel gelernt und viele Fehler gemacht. Im Folgenden also das, was ich mir aufgrund diverser eigener Erfahrungen und Fehler mit auf den Weg geben würde. Auch einfach Sachen, die ich selber nicht vergessen will. Es ist ja nicht so, dass ich immer alles richtig mache.
 
– Organisiere für klare, erreichbare Ziele, die Orientierungpunkte haben und deren Erreichen man messen kann. Aufklärung oder „Bewusstseinsbildung“ sind nämlich nicht zu messen. Organisiere für Dinge, die das Leben der Menschen besser machen.

– Es geht nicht in erster Linie darum, sich an Protesten zu beteiligen. Das kann manchmal sinnvoll und nützlich sein, aber es gibt eine Tendenz, Proteste als „etwas tun“ zu betrachten und einfach von einer Demo zur nächsten zu springen.

– Hör dir die Meinungen der Leute an. Zuhören steht an erster Stelle. Schau, wo die Leute stehen. Lausche den Problemen der Menschen. Mutmaße nicht, welche Meinungen oder Probleme Menschen haben könnten.

 – Arbeite nicht nur mit Personen aus solchen Subkulturen und Szenen und sozialen Gruppen zusammen, die du am besten kennst. Dies führt dazu, dass Menschen, die nicht Teil dieser Subkultur sind, sich nicht zugehörig fühlen.
 
– Lass dich nicht in superideologische dogmatische Auseinandersetzungen hineinziehen. Die Leute interessieren keine Streitigkeiten über etwas, das 1936 geschah, oder für deine Zerwürfnisse mit wem auch immer. Theorie und Geschichte mögen als Hobby interessant sein, und auch zur Inspiration dienen, aber die Linke ist generell geradezu besessen von Ideologieinterpretation zur Identitätsfindung. Veranschauliche deine Methodik anhand deiner Art des Organizing.
 
– Respektiere kollektive Prozesse. Arbeitet bei Meinungsverschiedenheiten gemeinsam an Lösungen. Plant die Dinge gemeinsam.
 
– Klopfe an Türen, telefoniere, kontaktiere Leute. Verwende keine sozialen Medien zum Organisieren.
 
– Sei beständig. Wie ein Trommelschlag. Sei pünktlich. Erledige, was du versprochen hast zu tun.
 
– Schreibe Leute nicht ab, nur weil sie eine negative Haltung gegenüber einer Sache haben. Lass niemanden zurück und vergiss niemanden. Menschen sind kein Verschleißmaterial.
 
– Wende dich an jene Person(en) in einem Raum, die nicht bereits Autoritätspositionen haben. Zu oft betreten Organizer einen Raum und sprechen mit der Person, die bereits die meisten Machtbefugnisse besitzt.
 
– Die Macht ist unter den gewöhnlichen Arbeiter*innen an ihrem Arbeitsplatz zu finden, nicht in den Führungsetagen. Bau mit den Leuten an der Basis etwas auf.
 
– Frag nicht um Erlaubnis.
 
– Bleibe in engem Kontakt zu den Arbeiter*innen und ihrem Umfeld.
 
– Arbeite an den Organizing-Fähigkeiten von Schüler*innen. Sprich mit den Schüler*innen, als wären sie Erwachsene oder sogar Gleichaltrige, auch wenn du der*die Lehrer*in bist. Es gilt, echte Bindung aufzubauen. Bring sie zum Lachen.
 
– Hab keine Angst davor, anderer Meinung zu sein, aber sei nicht rechthaberisch.
 
– Beziehe die Menschen mit ein und vermittle ein Gefühl des Willkommenseins, indem du dich mit ihnen unterhälst und dich z.B. nach ihren Kindern erkundigst, solche Dinge eben.
 
– Beschäftige dich nicht zu sehr mit all dem Beiwerk der Organizingarbeit. Poster und Newsletter und Social Media sind toll, aber man bekommt keinen Nachtisch, wenn man vorher nicht sein Gemüse gegessen hat.
 
– Organisiere die Arbeiter*innenklasse, nicht die Linke.
https://www.iww.or.at/allgemein/organisiere-die-arbeiterinnenklasse-nicht-die-linke/

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #626 am: 08:43:41 Mo. 24.Februar 2020 »
Ich würde dieses Thema am liebsten ganz, ganz nach oben schieben.

Ich halte die Frage, ob die Ausgebeuteten Strukturen haben, mit denen sie sich kollektiv wehren können, für absolut zentral und für wichtiger, als die Prozentzahlen, die Parteien bei irgendwelchen Wahlen erhalten.

Ich halte die Chance, die DGB Gewerkschaften zu einem Werkzeug des Klassenkampfes zu reformieren, gleich Null. Ich halte die Möglichkeiten, die Strukturen der Gewerkschaften für den Kampf zu nutzen, für stark begrenzt. Amazon ist ein Sonderfall und nicht auf andere Branchen und Betriebe zu übertragen.

Die Basisgewerkschaften sind klein und werden ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht.

Kuddel

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #627 am: 14:16:10 Sa. 23.Mai 2020 »
IG Metall unterstützt Autokaufprämie...

Jörg Hofmann:
Zitat
Wir brauchen ein Signal der Politik, dass es im Rahmen eines Konjunkturprogrammes auch Maßnahmen zur Stützung der Schlüsselbranche Fahrzeugbau geben wird. Für die IG Metall kann es eine Kaufprämie nur bei einem nennenswerten Eigenanteil der Automobilbranche geben.
https://www.igmetall.de/presse/pressemitteilungen/ig-metall-zum-autogipfel

Tiefrot

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #628 am: 19:16:19 Sa. 23.Mai 2020 »
Ja klar. Auto kaufen löst alle Probleme.  Die haben doch einen am Kopp !  >:(
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Onkel Tom

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #629 am: 12:37:39 So. 24.Mai 2020 »
Wie beknackt ist das denn ?

Das die Gewerkschaft dahinter her ist, so viele Arbeitsplätze zu erhalten, ist verständlich aaaber..
Mal über Umstrukturierungen, von Consumerautos etwas runter zu kommen und z.B.
Nutzfahrzeuge für den Bereich Umwelttechnik (Tool für den Umweltschutz) zu gehen, ist wohl
voll zu anstrengend wa ?

Hatte vor ca. 3 Wochen mitbekommen, das die Niderländer z.B. ein Schwimmkran, der bislang
für Bohrinseln eingesetzt war, umgebaut haben, damit er nun für Umwelttechnik wie Offschore-
Windparks eingesetzt werden kann..  :)

Ich habe das mit der Abwackprämie schon gehört und dachte gleich.. Vergiss es, ollen Betonköpfen
die da die Musik spielen, müssen erst ins Gras beißen, bevor da mal ein bissel Erleuchtung durch
junge Leute rein kommt und umgedacht wird..

Die Technik ist ausgereift, um Schäden an der Umwelt wieder etwas gut machen zu können, doch
wirft es wohl nicht soo fette Gewinne ab, wie die Gierlappen das wollen.

Genau so könnte die HDW Schiffe bauen, die im Ozean die Plastikmüllwirbel ausfiltern könnten..
Wird es aber nicht.. Kriegsmaterial ist ja viel interesannter  :(

In diesen verunsicherten Zeiten werden Konsumennten sich das wohl ganz genau überlegen, ob sie
sich eine neue Kutsche unterm Hintern gönnen. Gibt andere Dinge, die mommentan für viele wichtiger
sind, wie z.B. Klopapier und co.. Stromgeneratoren sollen ja momentan auch weg gehen wie warme
Semmel.. Das Gespür, das eine Kriese die nächste folgt ist da..

Bonzen begreifen das ja nicht und wiegen sich beruhigt in ihr ergaunertes Geld..

Den Artikel, den Kuddel verlinkt hat, habe ich noch nicht gelesen. Das hole ich besser später nach..

Abwrackprämie ? Kann ich nur drüber kotzen.. Hauptsache Turbokapitalismus wie vor Coronazeiten
zu 100% weitert reiben wollen.. Echt dumm wie Brot, nicht erkennen zu wollen, das Veränderungen
angezeigt sind.Nach uns die Sinflut..  :(
Lass Dich nicht verhartzen !