Autor Thema: Ecuador - Südamerikanischer Linkstrend hält an  (Gelesen 968 mal)

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Ecuador - Südamerikanischer Linkstrend hält an
« am: 23:11:36 Mo. 27.November 2006 »

Zitat
Abkehr von den USA
Überraschung bei Präsidentschaftswahlen in Ecuador: Linkskandidat Rafael Correa mit großem Vorsprung vorn. Annäherung an Venezuela
Timo Berger

Der südamerikanische Links trend hält an. In der  Nacht zum Montag erklärte sich Rafael Correa zum Sieger der Präsidentschaftswahlen in Ecuador. Zuvor hatten vier Umfrageinstitute dem Exminister vom »Bündnis Land« (Alianza País), einem »linksgerichteten Wirtschaftsexperten« (AFP), einen Vorsprung von mindestens 13 Prozent gegenüber seinem Rivalen in der Stichwahl, Álvaro Noboa, bescheinigt. Der Bananen-Magnat und reichste Mann Ecuadors, der bereits zum dritten Mal für das höchste Staatsamt kandidiert hatte, wollte Correas Sieg zunächst nicht anerkennen. Er forderte am Sonntag abend eine Auszählung »Stimme für Stimme«.

Die ersten Runde der Präsidentschaftswahlen hatte Noboa, der für die »Institutionelle Erneuerungspartei Nationale Aktion« (PRIAN) antrat, noch mit 26,8 Prozent gegen Correa (22,8 Prozent) gewonnen, ohne die erforderliche absolute Mehrheit zu erreichen oder vierzig Prozent der Stimmen bei zehn Prozent Abstand zum Zweitplazierten. Mit einem amtlichen Endergebnis ist laut dem Obersten Wahlgericht (TSE) nicht vor Mittwoch zu rechnen, aber Correa lag nach Auszählung etwa der Hälfte der Stimmen mit 68,2 Prozent deutlich vorn. Das Ergebnis könnte sich noch relativieren, da aus der bevölkerungsreichsten Provinz Guayas noch keine Daten vorlagen, doch mit einer Wende wurde nicht mehr gerechnet.

Mit Correas überraschend gutem Abschneiden werden die progressiven Kräfte des Kontinents weiter gestärkt. Der Kandidat, der sich selbst als »katholischer Linker« bezeichnet, erklärte auf einer Pressekonferenz in der Wahlnacht, 2007 würde »das ecuadorianische Volk die Macht übernehmen«. Er will durch ein Referendum am 15. Januar einen Nationalkonvent einsetzen lassen, der dem Land eine »zeitgemäße Verfassung« geben soll. Correa versprach einen radikalen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik. Der 43jährige Politiker forderte ausnahmslos alle Ecuadorianer auf, sich dem Wandel anzuschließen. »Die Hoffnung hat gesiegt«, erklärte er, nach einer »zwanzig Jahre dauernden, langen und tristen Nacht des Neoliberalismus, die uns großen Schaden zugefügt hat«. Er werde keine weitere Annäherung an Washington zulassen und auch kein Freihandelsabkommen mit den USA unterzeichnen: Ein solches würde die Landwirtschaft Ecuadors zerstören.

Vielmehr kündigte Correa den Schulterschluß mit Venezuela und anderen linksregierten lateinamerikanischen Staaten an: »Sollten wir uns etwa nicht Ländern wie Venezuela annähern, die uns soviel unterstützen können, nur weil Chávez der Oligarchie nicht geheuer ist?« Was ihn und Hugo Chávez vereine, sei der »bolivarische Geist«, das Streben nach der »lateinamerikanischen Einheit«.

Verhandeln will Correa auf jeden Fall auch über die exorbitanten Auslandsschulden des Landes: »Das Leben ist wichtiger als die Schulden.« Er werde die Außenstände genau untersuchen und die, die ihm »illegitim« erscheinen, nicht bezahlen. Auch ein einseitiges Moratorium schloß er nicht aus. Schon als die letzten Umfrageergebnisse vor den Wahlen Correa vorne sahen, fielen an der Börse die Kurse für die Schuldentitel Ecuadors. Correa wird nun seine Kritiker davon überzeugen müssen, daß er nicht der Garant für »Instabilität« ist, den sie in ihm sehen. Unvergessen ist, daß das Andenland in den vergangenen zehn Jahren acht Präsidenten hatte. Drei von ihnen wurden durch Volksaufstände aus dem Amt gejagt, zuletzt der einstige Hoffnungsträger der Linken, Lucio Gutiérrez.
Quelle: http://www.jungewelt.de/2006/11-28/001.php
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Grüße


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Re: Ecuador - Südamerikanischer Linkstrend hält an
« Antwort #1 am: 21:29:27 Sa. 19.Januar 2019 »
Zitat
Im Regenwald Ecuadors - Wie sich Ureinwohner mit Giftpfeilen und Macheten gegen die Ausbeutung durch Konzerne wehren

Das Volk der Shuar Arútam wehrt sich im Amazonas-Regenwald Ecuadors gegen die Ausbeutung von Bodenschätzen durch chinesische Konzerne. Mit Giftpfeilen, Mut und Macheten. Und visionären Träumen.

Quelle: https://www.stern.de/wirtschaft/geld/im-ecuador-kaempfen-ureinwohner-gegen-ausbeutung-durch-konzerne-8538100.html
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