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Siemens weltweit

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meet_twice:
Wer sich mal über diese Organisation detailierter informieren will, sollte unter dieser Adresse http://www.nci.migm.de nachsehen.

Meine persönliche Erfahrung mit Siemens ist folgende:

"Wer mit Siemens einen Vertrag schließt, zum Beispiel einen Arbeitsvertrag, wird bildhaft gesprochen mit einer bösartigen und schleichend verlaufenden Krankheit infiziert. Beginnend mit dem Anfang steht das Ende bereits fest. Dazwischen mag es heiter oder regnerisch sein. Das Ende heißt immer Hagel und Blitz.

Vergleichbar der Anlagenbuchhaltung in der Finanzbuchhaltung und abschreibbaren wirtschaftsgütern wird das Ende der Nutzungsdauer festgeschrieben. Es gibt kein Entrinnen. Das Programm läuft unbeirrbar. Wie im normalen Leben kann man das "Ende" hinauszögern. Das Ende aber kommt sicher und zielstrebig. Und es betrifft auch den engsten Familienkreis.

Siemens kann kein Interesse daran haben, dass Mitarbeiter die mit den schrecklichsten Methoden zur Kündigung gebracht wurden, ihre traumatischen Erlebnisse der breiten Bevölkerung, den Konsumenten, zugänglich machen. Noch dazu in einer Zeit, wo Siemens in seiner Geschäftsstrategie fast ausschließlich auf das Markenimage, auf die Verpackung, auf die Ausstrahlung seiner Marke und den damit verbundenen Gefühlen als Kaufanreiz setzt, für seine Produkte.

Folgerichtig ist es naheliegend, dass diejenigen, die so grausam aus der Firma gekündigt wurden, auch schnellstens aus ihrem gesellschaftlichem Umfeld, aus der Gesellschaft der Konsumenten verschwinden müssen.

In totalitären Systemen geschieht dies am einfachsten durch spezialisierte Organisationen gegen Entgeld. In sogenannten Demokratien geschieht dies durch den Einsatz wirtschaftlicher Zwangsmittel.

Wer sich als Gekündigter in einer besonderen Datenbank der Arbeitgeber wiederfindet, von der Systematik vergleichbar einem Antikorruptionsregister, bekommt nirgendwo mehr bezahlte Arbeit. Zugleich werden seine "Alltagsfeinde und Widersacher" auf jede nur erdenkliche Art sozusagen aufgebaut. Sinnvollerweise übernehmen Mitarbeiter der Personalabteilung, die nur diese eine Aufgabe haben, vergleichbar einem Zielfahnder beim Bundeskriminalamt, die Koordination aller Aktivitäten. Zusätzlich ist die Herabwürdigung durch das Streuen von Gerüchten jeder Art im gesamten persönlichem Umfeld bekannt von stalinistischen Repressionsmethoden.

Es ist grundsätzlich nur eine Frage der Zeit, bis man ohne Einkommen und umgeben von Leuten, die alles versuchgen um einem das Letzte zu nehmen, in der Sozialhilfe landet oder sich vorher aus dem Leben verabschiedet.

So sieht das aus.

Die wenigsten schaffen es in dieser Situation gegen Siemens oder besser gegen die Person, die einen Namen hat und der man sein "Ende" zu verdanken hat, aussichtslose und belächelte rechtliche Maßnahmen mit der Leidenschaft des unfreiwilligen Märtyrers einzusetzen. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter haben ihre Funktion als Beistand in dieser schwierigen Situation weitgehend bei Arbeitnehmern verloren. Zu oft ist bekannt geworden, dass sie die Firma gegen einzelne Betroffene unterstützt haben und offiziell das Gegenteil verkündet haben.

Wer wie Siemens durch den Schulterschluss mit den mächtigsten und ältesten Finanzorganisationen dieser Welt über unbegrenzte und rückzahlbare finanzielle Möglichkeiten verfügt, hat - zur Zeit - in Deutschland unbegrenzte totalitäre Macht. Deutsche Bürger haben Billionen von Euro als sparguthaben zum verlieren.  Siemens will das Geld auch haben. Die Politiker gebärden sich als willfähriger Vollstrecker und handeln folgerichtig mittlerweile im vorauseilendem Gehorsam. Der Deutsche Bundeskanzler verbindet sein Schicksal mit Siemens Interessen. Hunderte von Milliarden Euro wurden Kleinanlegern an den Börsen in 2 Jahren - ohne jede Strafe - abgenommen.
Wer wie Siemens einer 4-köpfigen Familie zuerst den Ernährer wegnimmt und der verbliebenen "Ernährerin" auch noch kündigt, ihr auch noch als "Heilsbringer" eine sogenannte Beschäftigungsgesellschaft anbietet, von der jeder weiß, vor allem die fachkundigen Richter am Arbeitsgericht, dass sie nur als rechtliche Krücke dient, um eine rechtlich auf tönernen Füssen stehende Kündigung begründbarer aussprechen zu können, wer dies alles ohne Gewissensbisse und voller Elan tut, der dokumentiert zweierlei:

Erstens:
Es geht bei den Kündigungen nicht nur um wirtschaftliche Notwendigkeiten sondern um die öffentliche Exekution eines Schauspiels, mit dem Ziel die eigene Macht möglichst schmerzvoll und grenzenlos gegen das Volk als Warnung für Alle zur Schau zu stellen.

Zweitens:
Man hat von staatlichen Organen, Gesetzen und Volksvertretern nichts aber auch gar nichts zu befürchten. Im Gegenteil und  - besonders zynisch - die Richter am Arbeitsgericht gehen auf Siemens ein.

So stehen die Dinge und angesprochen ist jeder, der Siemens nicht im vorauseilenden Gehorsam beim Kampf jeder gegen jeden und somit im Ergebnis gegen sich selbst, mit gewissenlosestem Einsatz unterstützt. Die mögliche persönliche Konsequenz bleibt überschaubar. Nicht in Bezug auf das Ergebnis, einzig auf dem Weg dorthin.

Meine Persönliche Beurteilung - und ich habe es mir nicht leicht gemacht  - ist folgende:
Siemens ist nicht böse, Siemens ist das Böse. Und Böse ist, wie in einer anderen Dimension und außerhalb hiesiger Naturgesetze, in diesem Fall ein absoluter Begriff.

ManOfConstantSorrow:
Wow!
Harter Tobak!
Vielleicht ist es sinnvoller sich mit der Politik des Siemens Konzerns auseinanderzusetzen als mit der der Bundesregierung!

Ersteinmal Hut ab! Die oben angebene Webadresse ist wirklich ergiebig an Informationen und ernstzunehmen in ihrer Zielsetzung! Egal wie sozialpartnerschaftlich die Gewerkschaftsführungen sein mögen, es gibt wirklich gute Leute, die in den Gewerkschaften aktiv sind und die man auf jeden Fall unterstützen sollte!!!

Hier sei jetzt auf den den nationalen Aktionstag gegen die Politik des Siemens-Konzerns hingewiesen:




--- Zitat ---Original von rf-news 15.5.04

Am 18. Juni: bundesweiter Aktionstag der Siemens-Kollegen

Am 14.5. fand in Nürnberg eine Konferenz der IG Metall für Siemens-Betriebsräte und Vertrauensleute statt. Siemens will Tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland vernichten - der Gesamtbetriebsrat spricht von bis zu 74.000. Gleichzeitig hat die Unternehmensleitung damit gegenüber den Arbeitern und Angestellten ein Erpressungsmanöver eingeleitet. Vor allem will Siemens-Chef von Pierer (CSU) die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich einführen. Nach Angaben der IG Metall würde das bei Siemens 20.000 Arbeitsplätze gefährden.

In den letzten Wochen gab es gegen diesen Kurs in verschiedenen Werken Protestaktionen. So blockierten am 10. Mai 350 Kolleginnen und Kollegen der Siemens-Niederlassung in Hannover im Anschluss an eine außerordentliche Betriebsversammlung die Hauptverkehrsader Hildesheimer Straße. In Hannover sollen nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden bis zu 160 der 1.600 Stellen vernichtet werden.

Auseinandersetzung um die Richtung

Bei der gestrigen Konferenz gab es eine engagierte Auseinandersetzung um die Richtung, die eingeschlagen werden soll. Berthold Huber, zweiter IG Metall-Vorsitzender, kündigte Verhandlungsbereitschaft mit der Konzernleitung an. Denn die Unternehmer erzeugten "eine Stimmung von Angst und Druck", es gehe darum, "den Fortbestand unserer Gesellschaft nicht zu gefährden".
Tatsächlich stellt aber eine wachsende Zahl von Arbeitern und Angestellten mehr und mehr ein gesellschaftliches System in Frage, das allein den Profit- und Machtinteressen der internationalen Konzerne untergeordnet ist. Viele suchen nach neuen gesellschaftlichen Perspektiven.
In verschiedenen Redebeiträgen kam eine ausgesprochen kämpferische Tendenz zum Ausdruck. So ein Siemens-Kollege aus Nürnberg unter großem Applaus: "Hier geht es um reine Profitgier. Wir müssen um jeden Arbeitsplatz kämpfen! Nachgeben ist keine Lösung. Vereinbart keinen Lohnverzicht - umsonst arbeiten können wir überall. Wir brauchen die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!"

Beschlossen wurde auf der Konferenz ein bundesweiter Aktionstag gegen die Jobvernichtung am 18. Juni. Warnstreiks, Demonstrationen und Aktionen vor den Toren sind dafür im Gespräch.
--- Ende Zitat ---

Hier bei Chefduzen.de taucht der Name Siemens in unterschiedlichten Threads auf. Zur Vereinfachung hab ich hier mal versucht alles zusammenzutragen:
http://www.chefduzen.de/viewtopic.php?t=705
http://www.chefduzen.de/viewtopic.php?t=59
http://www.chefduzen.de/viewtopic.php?t=382
http://www.chefduzen.de/viewtopic.php?t=499

ManOfConstantSorrow:
21.05.04 - Siemens plant "feindlichen Einstieg" bei Alstom
Die EU-Kommission soll eine Subvention von 3,2 bis 4,7 Mrd. Euro für Alstom durch die französische Regierung nur genehmigen, wenn der angeschlagene Konzern einen "Industriepartner akzeptiert". Das fordert Siemens, um in den Bereich Verkehrstechnik und Gasturbinen bei Alstom einzusteigen. Bundeskanzler Schröder will am 1. Juni entsprechende Gespräche mit der französischen Regierung führen.

ManOfConstantSorrow:
Hier findet man einen interessanten Artikel, der sich mit der Rolle von SIEMENS bei Überwachung und Krieg beschäftigt:

http://www.labournet.de/branchen/medien-it/siemens/isaristanbul.html

ManOfConstantSorrow:
Der Siemens Aktionstag hat stattgefunden:


--- Zitat ---Original von rf-news 18.06.04



Siemens-Belegschaften bundesweit auf der Straße - Manager-Magazin spricht von "Chaostag"

Mehrere 1000 Beschäftigte bei Siemens legten heute am 18. Juni die Arbeit nieder. Alleine in Bayern beteiligten sich über 10.000 Kolleginnen und Kollegen. Aufgerufen zum bundesweiten Aktionstag hatte die IG Metall und verschiedene Kollegeninitiativen.

Informationen liegen vor über Aktionen an den Siemens-Standorten München, Nürnberg (mindestens 600 Beteiligte), Dortmund (mindestens 150), Kamp-Lintfort (1200), Bocholt, Bielefeld, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Krefeld (250), Mülheim, Regensburg (Autokorso mit 150 Autos), Cham, Amberg, Augsburg, Rosenheim, Bremen, Schweinfurt, Würzburg, Münster, Paderborn, Köln (200), Karlsruhe (1000), Bruchsal (1000), Kirchheim/Teck (700), Freiburg, Gaggenau, Mannheim, Stuttgart, Esslingen, Böblingen, Göppingen, Singen, Ulm, Rostock, Villingen-Schwenningen, Erlangen (mindestens 900), Berlin (2500) und Hamburg (200). Auch Kollegen anderer Betriebe unterstützen die Siemensianer mit Delegationen, z.B. in Dortmund von HSP, Vogt Witten und Hoesch-Westfalenhütte.

Die Kolleginnen und Kollegen wehren sich gegen Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich, gegen die drohende Vernichtung Zehntausender der 170.000 Arbeitsplätze bei Siemens in Deutschland und gegen die Erpressung der Belegschaften mit der Drohung nach Verlagerung. "Wir verzichten auf keinen Cent - wir arbeiten keine Minute länger für die Profitsteigerung von Siemens!", konnte man auf dem Transparent der Kollegen von Siemens VDO in Dortmund lesen.

Reichlich Kritik ernete die IGM-Spitze in München von ihrer eigenen Basis, weil sie kurzfristig die geplante Großkundgebung abgesagt hat und lieber dezentrale kleinere Aktionen durchführte. Auch in anderen Städten ging von der Gewerkschaftsspitze zum Teil Desorganisation aus, so dass größere Kundgebungen und Demonstrationen vermieden wurden. Auch in Badem-Württemberg wurden nur die unmittelbar betroffenen Werke zu öffentlichen Kundgebungen aufgerufen, während die anderen "nur" Aktionen im Betrieb durchführen sollten.

In Kamp-Lintfort und Bocholt (beide NRW) sind die Werke unmittelbar von Verlagerung bedroht. Unmittelbar vor dem Siemens-Aktionstag war das Konzept des dortigen Betriebsrat, durch freiwilligen Verzicht die Verlagerung zu verhindern, gescheitert. Die Stimmung auf der Kundgebung mit ca. 1200 Beteiligten in Kamp-Lintfort war aufgewühlt und kämpferisch. Eine Delegation von 120 Bergleuten mit Azubis überbrachte die Solidaritätswünsche, ebenso von TKS. Auch von Siemens TS Krefeld und von Siemens Essen sind 70 Kollegen mit dem Bus nach der dortigen Aktion nach Kamp-Lintfort gekommen.

Das Unternehmerblatt "Managermagazin" sprach im Zusammenhang mit dem Aktionstag vom "bundesweiten Chaostag". Was sie als Chaos fürchten, ist der standortübergreifende Kampf der Siemens-Belegschaften. Dieser Weg hat Zukunft. "Wir müssen im ganzen Siemens-Konzern gemeinsam kämpfen, nicht nur in Deutschland - weltweit", so fasste ein Kollege seine Schlussfolgerungen zusammen.
--- Ende Zitat ---

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