Autor Thema: Hauptsache Arbeit!  (Gelesen 16626 mal)

Randalinsky

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Hauptsache Arbeit!
« Antwort #30 am: 14:10:29 Di. 13.Februar 2007 »
Zitat
Original von Carinchen
Für mich ist Arbeit nur dann Arbeit, wenn ich davon auch meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Sprich: Ein Praktikum ist keine Arbeit für mich.
Ich bin da ganz konsequent. Weil viele aber nicht so konsequent sind, gibt es genug "Opfer" die völlig gratis und kostenlos arbeiten. Das Einzige was sie haben ist die Hoffnung sich selbst zu verwirklichen. Toll: Von Selbstverwirklichung bezahlt sich meine Wohnung nicht und satt werde ich auch nicht.
Ich möchte gerne arbeiten und ich möchte nicht auf die Gnade des Staats angewiesen sein. Aber ich möchte auch von meiner Arbeit leben können. Sonst wird das Ganze witzlos.

Viele Grüße
Carinchen

Genauso sehe ich das auch.
Nur sehen das unsere korrupten Machthaber anders
Menschen sind mit einer Großen Koalition konfrontiert, die offensichtlich die Republik mit einem Metzgerladen verwechselt, in dem so tief ins soziale Fleisch geschnitten wird, dass das Blut nur so spritzt.
"H.Geißler"
http://infokrieg.tv/index.html

Offshore-Horst

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Hauptsache Arbeit!
« Antwort #31 am: 19:33:37 Do. 22.Februar 2007 »
Jau diese Aussage kenne ich von vielen Sklaventreibern (Arbeitgebern), welche sich nach außen gerne als "ehrliche Kaufmänner" darstellen.
Ich gehörte zu den New Media-Geblendeten und habe sehr intressante Erfahrungen in diversen Online-Klitschen gemacht. Diese hochspezialisierten Think-Thanks waren meistens darauf spezialisiert, Geschäfte nahe bzw. im vollem Umfang im Bereich der Wirtschaftskriminalität zu tätigen, nen paar haben sogar noch Ausbildungszertifikate vom Arbeitsamt bekommen, da sie ja Auszubildene verheizen. Teilweise waren die Chefs so kriminell, daß ich jedentag mit dem Besuch der Polizei in der Firma gerechnet habe, aber nein, nix passierte. Und die Angestellten wurden entweder mit tollen Versprechen bei Laune gehalten (ey wenn wir den break even checken, dann fährste hier mit ne Masarati vor), mit dem moralisch/gesundem (Nur zuhause rumhängen, dass füllt sie seelisch doch nicht aus) oder es wurde einfach vom Chef oder dessen Arschintruder gedroht (ey isch hab supa Kontakte, 50 000 Euro zahl ich locker und die hauen jedem auf´s Maul).

Kalle_Arsch

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Hauptsache Arbeit!
« Antwort #32 am: 09:52:26 Mo. 11.Juni 2007 »
Arbeit ist ein notwendiges Übel.

Leider läuft nur das System falsch. Als erstes gehören die Zeitarbeit verboten, in ganz Deutschland. Gibt es keine Zeitarbeit, ist jede Firma gezwungen, einzustellen.

Aber Deutschland wird nie erwachen, ich für mich habe es mir schon lang abgeschminkt.

Ratrace

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Hauptsache Arbeit!
« Antwort #33 am: 17:13:47 Mo. 11.Juni 2007 »
Zitat
Für mich ist Arbeit nur dann Arbeit, wenn ich davon auch meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Sprich: Ein Praktikum ist keine Arbeit für mich.
Endlich mal sagt jemand klar aus, was Sache ist. Hier in der BRD wird immer um das goldene Kalb "Arbeit" herumgetanzt und so getan, als gebe es nicht Wichtigeres auf der Welt - egal, für welchen Lohn.
Dieses ganze unappetitliche Gewese rund um die sakrosankte Arbeitsmoral ist nichts weiter als neoliberaler Scheiß und jeder Vollidiot macht da mit, ohne auch nur eine Weile darüber nachzudenken, wer eigentlich von der ewigen Bereitschaft zur Selbstausbeutung profitiert: Diejenigen nämlich, die den Mehrwert der Arbeit als Löwenanteil einstreichen. Und das sind nicht etwa die, die den Mindestlohn fordern sondern die, die über ihn debattieren und ihn schlechtreden.

Unterbezahlte Lohnarbeit, Praktika, 1-€-Jobs usw. sind keine Erwerbsarbeit. Wenn ich aus Gründen der Sinnsuche unterbezahlt oder umsonst arbeiten will, dann tue ich das in Form eines Ehrenamtes. Alles andere ist schlicht Ausbeuterei.
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« Antwort #34 am: 00:49:04 Mi. 13.Juni 2007 »
@Ratrace
im Prinzip stimm ich dir zu. Aber die Verherrlichung der arbeit ist nicht nur "neoliberaler Scheiß" sondern hat lange Tradition in der christlichen Welt und besonders in deutschland. Beten & arbeiten, preusische Tungenden und andere dogmen um das hirn weich zu bekommen und den Körper zu ernidrigen.

Die blöden sprüche bekommt man natürlich trotzdem oft von neoliberalen spinnern zu hören.

Mein erster Beitrag hier - tolles Forum!
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Ratrace

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Hauptsache Arbeit!
« Antwort #35 am: 06:39:48 Mi. 13.Juni 2007 »
Zitat
Aber die Verherrlichung der arbeit ist nicht nur "neoliberaler Scheiß" sondern hat lange Tradition in der christlichen Welt und besonders in deutschland. Beten & arbeiten, preusische Tungenden und andere dogmen um das hirn weich zu bekommen und den Körper zu ernidrigen.
Du hast natürlich recht. Die protestantische Arbeitsethik ist schon uralt, klar. Da war ich ungenau. Sorry.

Und herzlich willkommen bei Chefduzen!

Ratrace
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Galenit

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Hauptsache Arbeit!
« Antwort #36 am: 12:16:55 Mi. 13.Juni 2007 »
Zitat
Original von manbar
Kennt ihr diese Einstellung?

Ich mein dieser Spruch wenn man froh ist einem Sklaventreiber entkommen zu sein,weil man von dem kargen "Gehalt" nicht leben kann z.B., oder weil die Arbeitsmethoden unter aller Sau sind.

"Warum hast du da gekündigt? Hattest doch Arbeit?"
"Ich konnt aber nich von Leben - der Hartz IV Satz is höher!"
"Is doch egal, Hauptsache du hast erstmal Arbeit! oder willst du den ganzen Tag faulenzen?"

BOAAAAA! ich Hasse das! Gehirnwäsche vom feinsten!!! Alle sind hochzufrieden wenn sie den ganzen Tag Puckeln können, aber nix im Kühlschrank haben?! MERKT DEUTSCHLAND ES NOCH??

Ihhr ahnt nicht wie oft ich diesen Satz in den Letzten Monaten gehört hab.. ich musst das eben mal einwerfen..


good n8t

'"Mit den Wölfen heulen und mal den Mund halten" ist auch sehr beliebt.
Darauf antworte ich immer, das das Zitat falsch ist, und sie sicher "Mit den Schafen blöken" meinen.
Und auf "Hauptsache Arbeit" bekommen sie meist ein freundliches "stimmt schon, Arbeit macht ja bekanntlich frei, wie unsere Geschichte bewiesen hat".
Und dazu dann die freundlich Frage, was sie sagen würden, wenn ihr Chef plötzlich sagen würde: "Du arbeitest ab jetzt 2h mehr am Tag und bekommst 30% weniger Lohn, oder ich werf Dich raus und hol mir nen Zeitarbeiter".
Meist reicht das um die Leute zum nachdenken zu bringen und beim Rest ist die multimediale, permanente Gehirnwäsche leider schon zu weit fortgeschritten, so das sie erst durch ein grosses einschneidendes Ereigniss wie z.B. die eigene Kündigung oder einen Aufstand rückgängig gemacht werden kann.

Auch "Tina und die Aliens" hat schon manch einen zum nachdenken gebracht, der Vergleich der Arbeitsmartkreformen des 3. Reiches und unserer Zeit auch. Selber denken ist es, was die Masse erstmal wieder lernen muss, bevor sie aufhört papageiengleich die hohlen Propagandaphrasen zu wiederholen.
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Galenit

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« Antwort #37 am: 12:20:46 Mi. 13.Juni 2007 »
Zitat
Original von Kalle_Arsch
Arbeit ist ein notwendiges Übel.

Leider läuft nur das System falsch. Als erstes gehören die Zeitarbeit verboten, in ganz Deutschland. Gibt es keine Zeitarbeit, ist jede Firma gezwungen, einzustellen.

Aber Deutschland wird nie erwachen, ich für mich habe es mir schon lang abgeschminkt.

Oder einfach wie in andere europäischen Ländern equalpay einführen aber das würde bei uns ebendsowenig funktionieren wie die Mindestlöhne, sagen unsere Politiker.  X(

Ich versteh bloss nicht, wieso beides im Rest von Europa funktioniert, nur bei uns nicht aber ich bin ja auch keiner von den "Klügsten Männern der Welt".  :rolleyes:
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« Antwort #38 am: 17:07:48 Mi. 13.Juni 2007 »
Was ist denn equalpay? Kenn den Begriff garnicht. Liegt vermutlich dran das ich seit Jahren weder Zeitung lese noch Fernsehen schau.

Vermutlich gehts darum Verwaltungskosten zu sparen indem man allen arbeitslosen einen festensatz zahlt. Lieg ich da richtig?

Oder meinst du http://en.wikipedia.org/wiki/Equal_pay ?
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Galenit

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« Antwort #39 am: 18:38:18 Mi. 13.Juni 2007 »
Damit ist gemeint, das ein Zeitskalve den selben Lohn für die selbe Arbeit wie ein Festangestellter im Leihbetrieb bekommt.
Funktioniert in einigen europäischen Ländern sehr gut und bewirkt das Zeitarbeit wirklich nur als Übergang herhält, weil es die Firmen teurer kommt als eine Festanstellung.

Nur leider sind unsere Politiker da absolut lernresistent ...
Equalpay? Ne, bei uns geht das nicht, egal wies in Holland läuft ...
Mindestlöhne? Ne, bei uns kostet das Arbeitsplätze auch wenns im Rest von Europa welche geschaffen hat ...
Du bist Deutschlad? Geil, das hats bei Adolf doch auchschonmal gegeben!
Hartz IV? Wie geil ist das denn, 20 Punkte aus der Arbeitsmarktreform des 3. Reiches, das kann nur gut sein!

In diesem Sinne: Heil Merkel, die denkbefreiten wählen Dich!
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Re:Ausser Kontrolle
« Antwort #40 am: 17:58:28 Sa. 22.Februar 2014 »
Manifest gegen die Arbeit

Ein nicht mehr ganz neuer (1999), sehr guter und wie ich finde sehr wichtiger Text der Gruppe "Krisis",
an dem meines Wissens der im letzten Jahr verstorbene Robert Kurz maßgeblich mitgearbeitet hat.
Vorweg und zum Thema passend ein Zitat von Hans-Jürgen Krahl:

"Die Frage: warum lassen sich die Lohnarbeiter ausbeuten, wäre also präziser zu fassen: Warum lehnen sich die Lohnarbeiter nicht gegen das Kapitalverhältnis auf? Denn nur auf dem Sachverhalt, dass sie sich ausbeuten lassen, beruht die Reproduktion des Kapitals - das heißt, ein entscheidender »subjektiver Faktor« ist Träger des kapitalistischen Reproduktionsprozesses oder tendiert nach Maßgabe des Möglichen zu dessen Zerstörung im Sinne des Proletariats: das Bewusstsein des Proletariats. Dieses - wo es eine kollektive Solidarität begründet, die auf der Einsicht in die objektive Stellung der Lohnarbeiter im Produktionsprozess beruht - stellt sich im engeren Sinn als ein Zeitbewusstsein dar, sowohl dort, wo dem Proletariat ein Klassenbewusstsein zukommt, als dort, wo dieses verunmöglicht wird.
In der Phase der ursprünglichen Akkumulation kam es durchaus vor, dass Lohnarbeiter zu arbeiten aufhörten, wenn sie ausreichend verdient hatten und den Rest des Tages oder der Woche versoffen, verspielten oder verhurten - was durch die Art der Entlohnung möglich war. Dieses Faktum zählt zu den subjektiven Bedingungen der Notwendigkeit einer terroristischen außerökonomischen Zwangsgewalt, wie sie vom absoluten Staat repräsentiert wird (Hobbes). Das heißt: die ökonomische Gewalt war von den Lohnarbeitern noch nicht derart verinnerlicht worden, dass ihnen das Kapitalverhältnis als eine unabänderliche Naturgegebenheit erschien. Durch einen blutigen Expropriationsprozess wurden die Massen in sie hineingezwungen. Verinnerlichung ökonomischer Gewalt heißt vor allem: die Internalisierung der Arbeitsnormen ins Zeitbewusstsein,das Bewusstsein der Lohnarbeiter über ihre objektive Stellung im Produktionsprozess und damit die Erinnerung an Ausbeutung auszulöschen,die Bildung von Klassenbewusstsein zu verhindern. Die Vernichtung des wie auch immer religiös kanalisierten emanzipatorischen Zeitbewusstseins lässt die Lebenszeit zur Arbeitszeit werden. Darauf beruht also das zentrale Naturgesetz der kapitalistischen Entwicklung.
Arbeitszeit ist verdinglichte Zeit, auf ihr Gegenteil, den Raum, rein quantitative Ausdehnung reduziert. Die emanzipatorische Lebenszeit wäre aber mit der kapitalistischen Produktionsweise nicht nur religiös kanalisiert, sondern als geschichtlich qualifizierte Zeit der Freiheit - Konstituens der Individualität - möglich. Arbeitszeit ist deren Gegenteil - entzeitlichte und ontologisierte Zeit. Es liegt im Interesse des Kapitals, dass die Herabsetzung der Arbeitszeit und die darin implizierte Möglichkeit einer Befreiung von gesellschaftlich überflüssiger Arbeit den Arbeitern als unmöglich sich darstellt. Zeit - das Medium des Lebens und der Geschichte - wird zu ihrem Gegenteil, einem blinden Naturgesetz. Nicht erfüllen die Menschen ihr Wesen in der Zeit, sondern die Zeit subsumiert sich schicksalhaft naturwüchsig die Menschen - so wie die Kantische Natur, der Hegelsche Weltgeist, das Selbstbewusstsein. Zeit - das was nicht dinglich ist - erscheint als verdinglicht, im Geld; Zeit - das was nicht natürlich ist (dreidimensional) - erscheint als naturwüchsig; Zeit, der Inbegriff qualitativer Veränderungen erscheint als unveränderliche - bloß auszufüllende - Form. Die Vernichtung emanzipatorischen Zeitbewusstseins durch außerökonomische Zwangsgewalt, die Verdinglichung der Lebenszeit zur rein quantitativen Arbeitszeit ist eine  Bedingung der Möglichkeit des allgemeinen Wertgesetzes, des sich verwertenden Werts - dessen Qualität die reine Quantität der Arbeitszeit, reine Größe ist."

Hans-Jürgen Krahl (Transzendentalität und Kapital - zur Konstitution der Arbeitszeit als des verhängnisvollen Naturgesetzes der kapitalistischen Entwicklung)



Nicht mehr der alttestamentarische Fluch “Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen”
lastet auf den Herausgefallenen, sondern ein neues, erst recht unerbittliches Verdammungsurteil
 “Du sollst nicht essen, denn dein Schweiß ist überflüssig und unverkäuflich”.
Manifest gegen die Arbeit: http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit
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-Karl Kraus-

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Re:Hauptsache Arbeit!
« Antwort #41 am: 10:56:38 So. 09.März 2014 »
BR-Alpha-Reihe WORLD WIDE: WORK
(Die Infos auf der Senderhomepage sind leider ziemlich dürftig)


Denkzeit
WORLD WIDE: WORK, Eine globale Debatte - Arbeit ohne Heimat?





Denkzeit
World Wide:Work, Was ist humane Arbeit?





Weiterführende Informationen unter http://www.worldwidework-project.org bzw. http://www.goethe.de/ges/prj/www/deindex.htm
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Dieter Hildebrandt
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Jiddu Krishnamurti

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Re:Hauptsache Arbeit!
« Antwort #42 am: 10:15:25 Fr. 15.August 2014 »
Zitat
Sozialer Abstieg
Im Fahrstuhl nach unten

Meine Kinder sollen es einmal besser haben, dieser Wunsch ging vor allem im Nachkriegsdeutschland häufig in Erfüllung. Doch die Zeiten des sozialen Aufstiegs sind längst vorbei. Die deutsche Gesellschaft wird zu einer Abstiegsgesellschaft - und nicht einmal Bildung schützt davor.
....
Es war der 31. Dezember 1996, als Bundeskanzler Helmut Kohl in seiner Neujahrsansprache das deutsche Volk auf das kommende Jahr einstimmte:

"Der Sozialstaat muss umgebaut werden, damit er auf Dauer finanzierbar und erhalten bleibt. Seine Leistungen müssen den wirklich Bedürftigen zugutekommen."
....

Quelle: DLF

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BGS

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Re:Hauptsache Arbeit!
« Antwort #43 am: 16:21:16 Fr. 15.August 2014 »
Z. B. die Fingernägel, die Zehennägel, die Haare wachsen tagein. tagaus.

So wächst auch das Getreide.

Vorhersehbar.

Doch zum Zeitpunkt der Ernte wird plötzlich selbst der Arbeitslose gefragt: kannst Du in einer Stunde mithelfen?

Vorher wird er das ganze Jahr beschuldigt, indirekt oder direkt.

In einer Welt, in der die Arbeit verschwindet.

Verweigert Euch.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re: Hauptsache Arbeit!
« Antwort #44 am: 11:40:25 Do. 23.April 2020 »
»Erwerbsarbeit ist wie eine Ersatzreligion«



Ein Gespräch mit der Sozialwissenschaftlerin Mona Motakef über Prekarität und Geschlechterverhältnisse:

https://jungle.world/artikel/2020/16/erwerbsarbeit-ist-wie-eine-ersatzreligion