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Arbeits-, Arbeitslosenbedingungen & Zusammenhänge

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ManOfConstantSorrow:
Die Politik gegen die Arbeitslosen ist nicht nur "Sparpolitik" um weniger Sozialabgaben zu bezahlen. Für die ganzen Maßnahmen mit denen das Arbeitsamt Arbeitslose nervt, diese ganzen Pseudo-Kenntnisauffrischungskurse, die Übungen zur Bewerbung und andere Psychomaßnahmen ist Geld da. Wer solche Maßnahmen schon mitgemacht hat überlegt sich beim nächsten Mal doch lieber irgendeinen Job mit fiesen Arbeitsbedingungen anzunehmen als nochmal diesen erniedrigenden Mist über sich ergehen zu lassen, völlig unbezahlt.

Wenn Bedingen für Arbeitslose verschlechtert werden bedeutet das auch Verschlechterung für Leute, die Arbeit haben. Arbeitslose unter finanziellem- und Psychodruck vom Amt können als Lohndrücker eingesetzt werden.

Deshalb sind die Spanischen Arbeiter in den letzten 10 Jahren 2 Mal in den GENERALSTREIK getreten als die Bedingungen für Arbeitslose verschlechtert werden sollten.

:
Tja, zu den erwähnten Psychomaßnahmen (oder sollte man lieber Gehirnwäsche sagen?) eine Anekdote am Rande aus einer sogenannten "Empowerment"-Maßnahme (würg!):
Die ca. 20 teilnehmenden Arbeitslosen sollten in kleinen Gruppen die "Ursachen des Mißerfolgs" erarbeiten und zusammenstellen. Jede Gruppe kam unabhängig voneinander nun zu dem Ergebnis, daß es sowohl individuelle Gründe für den sogenannten "Mißerfolg" gibt (kein Bock, zu blöde etc.) aber auch selbstverständlich jede Menge Faktoren wie Wirtschaftslage, "falsches" Geschlecht, Diskriminierung usw. usw.
Am nächsten Tag gabs dann eine "schriftliche Zusammenfassung" der Gruppenergebnisse vom Dozenten als Handout. Witzigerweise waren hier nur noch die individuellen Faktoren genannt; Ergo: Wer nicht "erfolgreich" ist, ist eben selbst schuld.

Um es mal auf den Punkt zu bringen: Was in solchen vom Arbeitsamt finanzierten Pflichtmaßnahmen vermittelt wird, ist ein mit Anglizismen aufgepeppter Sozialdarwinismus, "survival of the fittest", Jeder gegen Jeden ...

CoLa:
Ja, Geld ist da. Wenn anstelle der "Eignungstests" und "Fortbildungen" komplette "Ausbildungen" bezahlt werden würden, dann wäre es erstens billiger und zweitens sinvoll ausgegebenes Geld.

Ernsthaft, für das, was der Staat für Verwaltung und Verwahrung seiner Klienten(Bürger?) ausgiebt, ließe sich jeder hier zum Fachmann ausbilden.
Das ist finanziell zu schaffen, gar kein Problem.

Es ist offenbar nicht gewollt. Oder könnt ihr mir logisch erklären, warum ne Postkarte für 3 Euro irgendwas nach Brasilien reisen darf, ich aber als Tourist über 800 Euro zahlen muss für die Gleiche Strecke? 8)

Ergo, die Wirtschaft macht hier die Politik, niemals das Volk, schon garnicht der Bundeskanzler......


Geld ist da. Es verschwindet ja auch nicht. Grabt nen Euro im Garten ein und einen Monat später ist er immer noch da. Gleiches in der Wirtschaft, Bill Gates, die Brüder Albrechtsen und alle anderen Millionäre graben ihr Geld in Banken ein. Weg ist es nicht, aber es wird nicht ausgegeben. Uns sagt man, der Wirtschaft geht es schlecht. Stimmt nicht, sie wird nur schlecht behandelt. Denn keiner der kochen kann(Geld ausgeben kann), füttert sie(gibt Geld aus)......

Bobby:
Wir haben hier keine Gewerkschaften, die einen Generalstreik zugunsten der Arbeitslosen organisieren. Der DGB ist Mitbetreiber von den Maßnahmeeinrichtungen am Seefischmarkt, damit beteiligt sich der DGB daran die Arbeitslosen weichzukochen.

Aber wie kann sich der Einzelne gegen eine solche Maßnahme wehren???

Und wie könnte eine politische Kampagne gegen den Maßnahmenterror aussehen?

gast72:

--- Zitat ---Original von Bobby


Und wie könnte eine politische Kampagne gegen den Maßnahmenterror aussehen?
--- Ende Zitat ---


http://www.rafinfo.de/hist/schley1.jpg

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