Autor Thema: [Knastarbeit] Arbeitslager  (Gelesen 3872 mal)

Panzerknacker

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[Knastarbeit] Arbeitslager
« am: 17:27:32 Do. 20.Februar 2003 »
In deutschen Knästen wurde unlängst der Arbeitszwang eingeführt. Nicht erst seit Schill wird in den Städten hart vorgegangen gegen die Schwächsten in der Gesellschaft, die sich an dem Prozess von Ausbeutung und Konsum nicht beteiligen, weil sie nicht wollen oder nicht können. Es gibt Innenstadtverbote für Obdachlose, Junkies und Obdachlose. Inzwischen werden zunehmend Leute weggeschlossen wegen wiederholtem Schwarzfahren. Es gibt inzwischen Initiativen, die einen Tariflohn im Kast fordern, zur Zeit reicht der Lohn kaum zum Tabakkauf.

In Großbritannien füllten sich die Knäste derart mit Leuten, die keine Rechnungen bezahlen konnten, daß Gesetze geändert werden mußten. Dort sitzt in etwa ein ebensogroßer Anteil der Bevölkerung ein, wie in der Türkei und die Kapazitäten an Knastplätzten reichte nicht mehr.

In den USA ist das System der Knastarbeit derart lukrativ, daß die privatwirtschaftlich geführten Knäste wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Knastlobby ist stark und hat in einigen Bundestaaten durchgesetzt, daß die 3. Vorstrafe (es kann sich auch um Ladendiebstahl handeln) automatisch zu lebenslänglicher Haftstrafe führt. Der Anteil der inhaftierten Bevölkerung ist in den USA etwa 10mal so hoch wie hier. Es sitzen mehr Schwarze im Knast, als im College.

admin

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[Knastarbeit] Arbeitslager
« Antwort #1 am: 15:04:42 Mi. 26.Februar 2003 »
es gibt eine Website einer Gewerkschaft für Knastarbeit in Texas unter:


http://members.tripod.com/~tplu/


Sind auch sehr interessante Links drauf!

Arbeiter

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[Knastarbeit] Arbeitslager
« Antwort #2 am: 00:04:58 Do. 03.April 2003 »
Zitat
Original von Panzerknacker

... zur Zeit reicht der Lohn kaum zum Tabakkauf ...
Ist doch ok, solange er zum Käffchenkauf reicht.   :?

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[Knastarbeit] Arbeitslager
« Antwort #3 am: 11:10:08 Mi. 24.Dezember 2003 »
@ Panzerknacker
Sollte Freiheitsentzug nicht eine Strafe sein? So schnell, wie Du es hier beschrieben hast, kommt man nicht in den Knast! Ich verdiene u.a. mein Brot mit der Bearbeitung von Verfahrensausgängen und habe daher einen guten Überblick über den Verlauf einer Person, die straffällig geworden ist und in den Knast muss. Zuvor wird viel Rücksicht genommen und immer wieder versucht den Personen eine Chance zu geben (meist 3-4mal). Ich finde nach so vielen "Chancen" sollte doch jeder gecheckt haben, dass der Knast droht! Wenn es denn mal soweit sein sollte, warum soll man diese Leute noch belohnen und Ihnen den Aufenthalt im Knast so gemütlich wie möglich machen? Eine Ausbildung im Knast anzubieten ist eine gute Sache, es wird immerhin damit ermöglicht ein Leben nach dem Knast ohne Straftaten zu führen. Das man natürlich keinen garantierten Job damit bekommt ist klar. Da gibt es auch viele, die sich an Gesetze halten und dennoch keinen Job finden.
 
Zum Thema Obdachlose und Junkies.... meistens liegen hier völlig andere Gründe für Kriminalität vor. Die können natürlich nicht im Knast "kuriert" werden, aber leider kann man nur diesen Leuten helfen, wenn diese auch die Hilfe wollen und annehmen. Irgendwann muss man auch dort eine Grenze ziehen! Noch haben wir in Deutschland ein Sozialnetz und niemand muss auf der Strasse leben oder hungern, aber das ist eine Entscheidungssache der Personen selbst, ob sie Hilfe auch annehmen und nach den Spielregeln leben wollen.
Solange aber der Weg zur Platte keine Eigeninitiative benötigt rutschen immer mehr Menschen ab. Das hat weniger mit Konsum und Ausbeutung zu tun! Es ist eher die Selbstaufgabe, die nach unten zieht!
Würdest Du Dein Hab und Gut mit jemandem teilen, der Dich dann undankbar ruinieren würde? Natürlich ist irgendwann der Punkt angekommen, an dem man nicht mehr sinken kann, aber leider sind die Spielregeln im Leben anders als man das gerne hätte... In der Urzeit ging es immer um den Stärkeren, jetzt geht es eben um den Reicheren. Anstatt aber die anzuklagen, die etwas besitzen, sollte man sich anpassen und versuchen das Beste daraus zu machen, als sich einfach hinzusetzen, sich betäuben und zu kapitulieren.

Für die sonstigen Kriminellen habe ich weniger Mitleid. Sie haben der Gesellschaft (zu der ich auch gehöre) etwas genommen und sollten dafür bestraft werden. Nach der Strafe soll dann auch vergeben werden (zugegeben, das klappt meist nicht). Aber es soll ja auch abschrecken vor Straftaten und niemand kann mir erzählen, dass diese Kriminellen selbstlos  wie Robin Hood nur Reiche bestehlen oder die, die es verdient haben!!!
Pah, das wäre gelogen! Es wird immer gerne und schnell gegen Konsum und Ausbeutung gewettert, aber oftmals habe ich den Eindruck das solche Leute sehr egoistisch sind und auf alles zeigen was erfolgreicher ist.

Mein Resumee zu der Forderung "Tariflöhne für Knasties" lautet daher:
Zunächst sollten nicht straffälligen erstmal zu Ihrem Recht kommen (siehe z.B. die Diskussion Callcenter)!
Ich fände es bestimmt nicht lustig, wenn Geschäftsführer solcher Firmen verknackt werden und dann noch mehr verdienen im Knast, als ich es unter Ihnen habe!

Gruß

Regulator

ManOfConstantSorrow

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[Knastarbeit] Arbeitslager
« Antwort #4 am: 15:30:45 So. 28.Dezember 2003 »
Zitat
Original von Regulator

Ich fände es bestimmt nicht lustig, wenn Geschäftsführer solcher Firmen verknackt werden und dann noch mehr verdienen im Knast, als ich es unter Ihnen habe!


Ach, Regulator,
ich glaub da brauchst Du Dir gar keine Sorgen zu machen. Wir leben ja schließlich nicht in Rußland, wo jetzt auch ein Milliardär sitzt.

Hier sind Knäste halt fester Bestandteil dieses Wirtschaftssystems. Sie sind vollgestopft mit armen Schluckern, einige sogar weil sie ihre Rechnungen nicht mehr begleichen konnten.

Wer Macht und Geld hat, findet meist auch einen Weg da nicht hinein zu müssen. Ein Helmut Kohl konnte ja auch all das belastende Material vernichten lassen und gilt ja juristisch als unbescholten. FDP - Otto Graf Lambsdorff ist zwar wegen Koruption vorbestraft aber weiterhin in Amt und Würden.

Die Gewerkschaft der Polizei kommentierte die Einfürung des Kleinen Lauschangriffs folgendermaßen: Wollte man wirklich etwas gegen die Organisierte Kriminalität tun, bedürfte es keiner neuer Gesetze. Man bräuchte z.B. nur Baufirmen bei der Ausschreibung großer Projekte genauer auf die Finger zu schauen!

Aber eben genau daran besteht staatlicherseit kein Interesse.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

clandestino

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[Knastarbeit] Arbeitslager
« Antwort #5 am: 12:42:20 Di. 30.Dezember 2003 »
Ich habe auf www.x-berg.de einen Text zum Thema Knast verfasst, vielleicht auch hier von Interesse: http://x-berg.de/capital/03/08/15/169224.shtml

Regulator

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[Knastarbeit] Arbeitslager
« Antwort #6 am: 22:01:00 Mi. 07.Januar 2004 »
@ManOfConstantSorrow

Hmm, da hast Du wohl Recht...  Das beste Beispiel dafür wäre der Betrug vieler EU-Abgeordneter in Brüssel. Die hatten Wochenend-Heimflüge in teilweise 4stelliger Höhe geltend gemacht und sind aber in ihrer Eigentumswohnung in Brüssel geblieben. Ganz klar ein Betrug, aber anstatt vor Gericht als Betrüger verdonnert zu werden, hatten die einfach das Geld, für die der Betrug nachgewiesen werden konnte, zurück erstattet und damit war die Sache erledigt. Für den einfachen Dieb würde das bedeuten, er macht soviele Diebstahlversuche wie er kann und jedesmal wenn er erwischt wird, gibt er einfach die Sachen zurück... ich denke, da könnte ein Dieb ein gutes Geschäft machen.
Natürlich ist unsere Justizia nicht mehr so blind wie sie sein sollte. Mit Geld oder Status ist vieles zu machen!
Aber man sollte dabei nicht vergessen, dass nicht nur Unschuldige im Knast sitzen und ich behaupte aber einfach mal, dass Zahlungsunwillige / -unfähige den kleinsten Teil ausmachen.

Zum Thema Lauschangriff....
Ganz klar, dass Grossbaustellen nicht Ziel einer Fahndung sein sollen. Es würde Arbeitsplätze kosten und meistens hat der Staat auch Subventionsgelder in den großen Baustellen... da würde sich die Maus ja selbst in Schwanz beissen!

Generell bin ich dafür, gleiches Recht für alle! Ebenso auch die gleichen Strafen... bzw. angemessene Strafen... Ein Multimillionär würde ja auch über eine Strafe von 50000 Euro lachen... unsereins wäre ruiniert...
Die Proportionen sollten da schon stimmen!
Aber das wäre eine ewige Diskussion und solange die politische und wirtschaftliche Lobby das sagen hat, ändert sich nichts daran.... naja, es sei denn es wären sich sehr viele Leute in dieser Sache einig und würden handeln, aber das ist Utopie.... Solange es dem Menschen gut geht, regt dieser sich maximal in der Stammtischrunde auf, wenn es aber mal heisst sich zu erheben, wartet er lieber auf andere, die sich die Finger verbrennen...

Achja, zum Thema "staatliches Interesse".... Der Staat ist ja nicht irgendwer aus der Bildzeitung oder dem TV ...  Der Staat sind wir, nur müssen WIR auch einig sein und handeln...
(Wieviele Wählerstimmen sitzen im Knast zur Zeit in Deutschland?) ;-)


Gruß

Regulator
Gruß

Regulator

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