Autor Thema: TAZ,22.2.03 Mindestlohn  (Gelesen 3442 mal)

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TAZ,22.2.03 Mindestlohn
« am: 15:04:50 Sa. 22.Februar 2003 »
Mindestlohn für Zeitarbeiter
BERLIN taz  In den Tarifverhandlungen der Zeitarbeitsbranche ist ein Durchbruch erzielt worden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einigte sich mit dem Bundesverband Zeitarbeit (BZA) auf Eckpunkte für einen Tarifvertrag, in dem auch Regelstundensätze für die Beschäftigten vereinbart wurden. Für Leiharbeiter, die vorher langzeitarbeitslos waren, wurde für die westlichen Bundesländer ein Mindeststundenlohn von 6,85 Euro vereinbart. Beide Verhandlungspartner zeigten sich zufrieden mit der Einigung. Der Personaldienstleister Randstad sprach von einem "guten Signal"." BD

ManOfConstantSorrow

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TAZ,22.2.03 Mindestlohn
« Antwort #1 am: 15:21:41 So. 23.Februar 2003 »
Wenn man sich die Einträge unter "Hungerlohn" hier im Forum ansieht scheint es eine gute Sache zu sein. Und für einige ist auch bestimmt gut. Es gibt Leute, die sind völlig Unsicher und können für sich nichts durchsetzen und mit denen macht ein Arbeitgeber was er will. Denen sollte es damit zumindest etwas besser gehen und da ist nichts gegen zu sagen.

Das Hauptproblem ist doch, daß damit der DGB eine Schweinerei wie Leiharbeit überhaupt erst anerkannt hat. Leiharbeit gehört abgeschafft!!!!
Mit Leiharbeit werden keine Arbeitsplätze geschaffen, es werden weniger. Eine Stammbelegschaft bleibt auch im Betrieb wenn es ein kleineres Auftragsloch gibt, dann werden halt Maschinen geputzt und man läßt alle Arbeiten ganz sutsche angehen. Der Leiharbeiter ist sofort in einem anderen Betrieb, wenn mal kein Auftrag da ist. So können Arbeitsplätze eingespart werden.

Und es ist doch kein Zustand, daß 2 Leute in einem Betrieb arbeiten und völlig unterschiedlich für die gleiche Arbeit bezahlt werden. Jeder Unternehmer wird den teureren Arbeiter feuern und durch einen billigeren ersetzen, nur noch eine kleine Stammbelegschaft bleibt über. (Ich erlebte auch mal auf dem Bau, wie der Meister sagte, "Nö, Auszubildende haben wir nicht mehr, für die einfachen Arbeiten haben wir jetzt Leiharbeiter.")

Mit der Mischung in einem Betrieb von Stammbelegschaft und Leiharbeitern sind beide die Verarschten. Die Stammbelegschaft ist eingeschüchtert, wiel sie Angst hat durch billiger arbeitende Kollegen ersetzt zu werden.

Da fragt man sich wirklich, ob der DGB hier überhaupt die Interessen seiner Mitglieder im Auge hat oder nur die der Wirtschaft.

Man sollte das grundsätzliche Verbot der Leiharbeit fordern.
Vorerst aber zumindert: GLEICHER LOHN FÜR GLEIHE ARBEIT!!!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Klaus

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TAZ,22.2.03 Mindestlohn
« Antwort #2 am: 08:57:16 Mi. 18.Februar 2004 »
Aus dem Arbeitsamtsbezirk Bautzen in Sachsen - man vermittelt euch gerne weiter:
- Stelle sofort = 4,00 - 5,00 Euro Stundenlohn brutto als Kfz-Mechaniker, Briefzusteller, Kellnerin, Physiotherapeutin, Tankstellenbelieferer, Regalauffüller usw..
- Trotzdem: Auch zu diesen Stundenlöhnen kaum Einstellungen, aus Tschechien, der Slowakei, Polen und Ungarn vor allem - kommen die Arbeitnehmer schon für 2,50 - 4,00 Euro die Stunde!
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Toll, nicht wahr.? In Sachsen ist man heute schon lohnmäßig da - wo die anderen Bundesländer erst in 3-5 Jahren sein werden.
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In diesem Zusammenhang mal bitte die Diskussion unter
"Arbeitslos und Spass dabei" und hier die "Aktion Stinkefinger" lesen.
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Frage an den Forenbetreiber:
Habt Ihr evtl. Interesse daran, dieses Thema auszuweiten???