Autor Thema: "Freie" Journalisten  (Gelesen 38241 mal)

schwarzrot

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Re:\
« Antwort #15 am: 07:53:23 Di. 11.März 2014 »
Wo finde ich detailierte Statistiken zu den Künstlerkassen?

Muss ich jetzt schon für dich googeln?
Du bist der jenige, der hier ins blaue dinge behauptet hat, sogar ohne eigene erfahrungen in dem bereich... ::)
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Dirk76

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Re:\
« Antwort #16 am: 11:57:30 Fr. 07.November 2014 »
Zitat
"Brigitte" entlässt alle schreibenden Redakteure
Der Verlag Gruner + Jahr entlässt betriebsbedingt alle festangestellten, schreibenden Redakteure der Zeitschriften Brigitte, Brigitte Woman und Brigitte Mom.
Neun Redakteursstellen sollen in Zukunft wegfallen.
Die Führungsebene der Zeitschrift wird hingegen aufgestockt.
Auch in den Redaktionen der Zeitschriften GEO, GEO Saison und GEO Special entfallen 14 Stellen.

Quelle: Süddeutsche

Journalismus, was soll nur aus dir werden....

dagobert

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Re:\
« Antwort #17 am: 00:01:20 Sa. 08.November 2014 »
Journalismus, was soll nur aus dir werden....
... der verlängerte Arm des Propagandaministeriums.

Fritz Linow

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Re: "Freie" Journalisten
« Antwort #18 am: 11:18:20 Mo. 17.Oktober 2016 »
Zitat
Das Schweigekartell der Medien

Freier Journalismus ist oft prekär – insbesondere, wenn für große Verlagshäuser gearbeitet wird, die gnadenlos das Recht des Stärkeren auszuspielen versuchen. Dr. Laurent Joachim über eine Ausbeuterbranche, über die so gut wie niemand berichtet, weil „keine Krähe der anderen die Augen aushackt“. Auch die Politik unternimmt nichts, weil man sich der Macht der Medien besser beugt.
Deutschlands Journalisten, so wagemutig in fremden Angelegenheiten, so unterwürfig in den vier Wänden des Verlagshauses. Warum denn eigentlich?
In kaum einer anderen Branche sind die Stundenlöhne so schlecht wie in den Medien . Und kaum irgendwo sonst wehren sich die Betroffenen so selten dagegen.(...)
Sittenwidrige Honorare(...)
Mindestlohn? Nicht für Verlage(...)
Gewonnene Prozesse bedeuten den Verlust des Broterwerbs(...)
Leiharbeiter des Journalismus(...)
Ein perfektes Machtsystem samt Schweigekartell(...)
https://rheinneckarblog.de/17/das-schweigekartell-der-medien/114507.html

Alternativer Link:
https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:Y55tBF0j58YJ:https://rheinneckarblog.de/17/das-schweigekartell-der-medien/114507.html+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de
Ursprünglicher Text:
http://www.carta.info/83508/medien-honorare-david-gegen-goliath/

Auch nicht schlecht ist die Replik des Gutsherren des Rheinneckarblogs, nachdem der Text entfernt werden musste:
Zitat
(...)
Sind Sie am Ende Kommunist?
(...)
Sie arbeiten also für die Otto-Brenner-Stiftung. Also den Deutschen Gewerkschaftsbund. Möglicherweise haben Berichte bei uns, die ein Ende von durch Linke klammheimlich legitimierte Gewalt fordern, irgendwo, irgendwie, irgendwem für „Unbehagen“ gesorgt.
(...)
Sie, Herr Dr. Joachim, scheinen mir ein Vertreter eines anderen Kartells zu sein. Eines linksaggressiven Diffamierungskartells, das welche Ideologien auch immer durchsetzen will.
https://rheinneckarblog.de/18/journalismus-durch-journalisten-massiv-bedroht/114822.html

 

shitux

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Re:\
« Antwort #19 am: 06:50:24 Di. 25.Oktober 2016 »
Gab es eine Solidarität  unter denen z.B. in SH als Springer nach und nach dort den kompletten Medienmarkt übernommen hat?
Wer hat denn noch als 4.Macht im Staat funktioniert?
Jmd von den Journalisten in der Vergangenheit mal weitsichtig den freien Markt kritisch hinter fragt? Doch wohl die wenigsten.
Wer hat sich denn immer grün gemacht? Und wundert sich jetzt, dass er von den Ziegen gefressen wird?

Zu wenig verdienen ist immer schei..e. Aber wer dies von anderen verlangt muss sich kaum wundern wenn es ihn selber treffen kann.
Gerade Bertelsmann, zu dem Gruner+Jahr gehört. Gute Journalisten dort hätten es mindestens ahnen können ...
Kadavergehorsam begünstigt Verbrechen u. Verbrecher

Fritz Linow

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Re:"Freie" Journalisten
« Antwort #20 am: 09:27:35 Di. 25.Oktober 2016 »
Dein wirres Zeugs geht mir langsam auf den Keks. Es geht da um freie Journalisten, von denen wohl kaum einer schreibt, dass andere weniger verdienen sollen. Gleichzeitig haben sie das Problem, ihre eigene Lage aufgrund der Abhängigkeit von den Verlagen nicht thematisieren zu können, was Bestandteil einer Gegenwehr wäre. Nebenbei hat Springer nicht den kompletten Medienmarkt in SH übernommen.

Rudolf Rocker

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Re:\
« Antwort #21 am: 11:22:57 Di. 25.Oktober 2016 »
Zitat
Dein wirres Zeugs geht mir langsam auf den Keks
Danke Fritz! Du sprichst mir aus der Seele!

Fritz Linow

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Re:"Freie" Journalisten
« Antwort #22 am: 21:29:14 Mo. 10.April 2017 »
Der Höllepreis 2017 steht an. Nominiert für miese Bezahlung und Ausbeutung von Journalisten sind:

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV)
Der Freitag
Süddeutsche Zeitung
Deutsche Presse-Agentur (dpa)
Travel House Media GmbH

Die Begründungen gibt es hier:
https://www.freischreiber.de/aktuelle/nominierungen-fur-den-hollepreis-2017/

Kuddel

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Re:"Freie" Journalisten
« Antwort #23 am: 12:56:21 Di. 11.April 2017 »
Nominiert für miese Bezahlung und Ausbeutung von Journalisten sind:

Der Freitag


Hab mal nen Artikel für den Freitag geschrieben. Es dauerte 6 Monate, bis das mickrige Honorar auf meinem Konto war.

Ich kriege das Kotzen, wenn Geschäftsführer Jakob Augstein uns als spon-Kolumnist oder als Teilnehmer zahlloser Podiumsdiskussionen und Talkshows linke Politik und die Welt erklärt.

Kuddel

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"Freie" Journalisten
« Antwort #24 am: 12:17:21 Mo. 16.Oktober 2017 »
Zitat
1.) Du kennst ja unser Budget.
2.) Spesen sind schwierig. Kennst du da nicht jemanden, bei dem du privat übernachten kannst?
3.) Wenn du dann schon da bist, könntest du schnell noch ein Foto machen?
4.) Nein, das können wir leider nicht extra bezahlen.
5.) Danke für den Text, aber kannst du den bitte um ein Drittel kürzen? Das Layout hat sich verändert, hatte ich ganz vergessen, dir zu sagen.
6.) Entschuldige, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber könntest du die Änderungen spätestens in einer Stunde schicken? Das wäre total wichtig ...
7.) Die Praktikantin hat den Text jetzt auch mal gelesen und die hat nicht verstanden, warum …
8.) Vielen Dank für Ihre Interviewanfrage, leider wird das terminlich in der nächsten Zeit schwierig … ja, auch 2018.
9.) Stell' ich mir ja total spannend vor, als freier Journalist.
10.) Aber kannst du davon eigentlich leben?


Es gibt derzeit 30.000 freie Journalisten in Deutschland (freie Bildjournalisten eingeschlossen). Das Durchschnittseinkommen der Freien liegt gemäß der Freien-Umfrage des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) von 2013 bei 2.100 Euro brutto. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Journalisten und Redakteure ist rückläufig, 4.000 waren es im Juli 2017. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass Journalisten lieber frei arbeiten als sich arbeitslos zu melden.
Freien Journalisten wird eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie bescheinigt. Mütter allerdings sind rar im Journalismus, mehr als zwei Drittel der Journalistinnen bleiben kinderlos, das zeigt eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung.
http://www.zeit.de/arbeit/2017-10/journalismus-freie-journalisten-arbeitsbedingungen

Kuddel

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Re:\
« Antwort #25 am: 15:55:55 Mo. 23.April 2018 »
Zitat
Freie Mitarbeiter im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Versteckte Opfer des Spardrucks

ARD, ZDF und das Deutschlandradio müssen neue Sparvorschläge machen. Die Ministerpräsidenten wollen den Rundfunkbeitrag möglichst nicht oder nur gering anheben. Sollte der Spardruck steigen, könnten vor allem die freien Mitarbeiter der Sender darunter leiden.


"Insgesamt 18.000 Freie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gegenüber 28.000 Festangestellten, da sieht man mal so die Verhältnismäßigkeit, und daraus wird auch klar ersichtlich: Ohne die Freien geht nichts im öffentlich-rechtlichen Rundfunk."

Zwei Drittel der Programmmacher arbeiten freiberuflich

"Wir Freie sind das Ventil des Spardrucks in ganz vielfältiger Weise: Es wird immer mehr Arbeit auf Freie abgewälzt, die kriegen aber dasselbe Honorar. Wenn ich ein Honorar bekomme für den Film und mehr Aufgaben erledigen muss, dann arbeite ich mehr Stunden für dasselbe Honorar, dann krieg ich ja dadurch einen geringeren Stundenlohn, im Grunde genommen ist das ja sogar 'ne Lohnkürzung."

Crossmediale Beiträge: mehr Arbeit für das gleiche Geld

Hat eine freie Mitarbeiterin früher nur den Radiobeitrag geliefert, muss sie heute für dasselbe Honorar oft auch Fotos machen und den Beitrag online stellen - was erhebliche Mehrarbeit bedeuten kann. An anderen Stellen führen Sender neue Tarifmodelle ein und bezahlen Mitarbeiter für dieselbe Arbeit schlechter als bisher.

Die freien Mitarbeiter wenden sich jetzt mit einer Resolution an die öffentlich-rechtlichen Sender. Sie fordern, nicht weiter an der Qualität zu sparen und wollen die gleiche Mitbestimmung wie feste Mitarbeiter haben. Außerdem geht es den Freien um mehr sozialen Schutz und solchen vor Machtmissbrauch und Übergriffen jeglicher Art, wie sie gerade im WDR aufgedeckt werden. Die Anstalten können ohne die freien Mitarbeiter kaum Programm machen - diese hätten also durchaus Macht, ihre Lage zu verbessern, wie Verhandlungserfolge in einzelnen Sendern gezeigt haben.
http://www.deutschlandfunk.de/freie-mitarbeiter-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk.2907.de.html?dram:article_id=416298 (stark gekürzt)

Kuddel

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Re:\
« Antwort #26 am: 19:50:22 Do. 27.Dezember 2018 »
Oft berichten Medien über prekäre Arbeitsbedingungen in der Arbeitswelt - für viele freie Journalisten gehört der eigene Beruf inzwischen auch dazu, sie kommen kaum über die Runden.

https://www.ndr.de/themenwoche/gerechtigkeit/Mindestlohn-Selbst-Ausbeutung-im-Journalismus,luxusjob100.html

Kuddel

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Re: \
« Antwort #27 am: 12:26:34 Mo. 18.Februar 2019 »
Studie enthüllt schlechte Arbeitsbedingungen bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten

Etwa 42.000 Menschen arbeiten für ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle. Doch nur gut die Hälfte von ihnen hat eine Festanstellung. Rund 19.000 Personen arbeiten freiberuflich. Aber wie?


“Bisweilen prekär”, hat jetzt eine Untersuchung zur Situation von freien Mitarbeiter*innen ergeben, beauftragt von der Bundestagsfraktion DIE LINKE und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Das erschreckende Ergebnis: 94 Prozent der befragten Freien fühlen sich gegenüber den fest angestellten Mitarbeiter*innen benachteiligt. Als Gründe werden schlechtere Arbeitsbedingungen, geringere Vergütung, schlechtere soziale Absicherung sowie ein unzureichender Kündigungsschutz genannt. Freie leisten der Studie zufolge oft unbezahlte Überstunden und können ihre Tätigkeit schlecht mit der Familie vereinbaren. Bei einigen reicht die Tätigkeit nicht einmal zum Leben aus, so dass sie Zweitjobs annehmen müssen, wie diese Mitarbeiterin eindrücklich schildert:

»Ich bin jetzt 21 Jahre beim ZDF, habe inzwischen geheiratet, ein Kind bekommen und würde jetzt gerne fest angestellt werden. Wenn ich nicht für das ZDF arbeite, arbeite ich für andere Sender und Unternehmen, immer. Weil ich nie weiß, was nächste Woche ist. Manchmal möchte ich gerne freimachen, ohne Reue. Mein Honorar vom ZDF reicht für meine Miete und ab und an meiner Tochter ein Eis zu kaufen.«

Darüber hinaus weist die Studie darauf hin, dass ein Großteil der Freien keine durchsetzungsfähige Mitarbeitervertretung hat, da in vielen Sendern Freie nicht durch die Personalräte vertreten werden können.

https://www.ard-freie.de/studie-enthuellt-schlechte-arbeitsbedingungen-bei-den-oeffentlich-rechtlichen-anstalten