Autor Thema: Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten  (Gelesen 6851 mal)

Kater

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Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten
« am: 16:10:56 Do. 08.März 2007 »
Zitat
Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten
Donnerstag 8. März 2007, 13:39 Uhr
Berlin (ddp.djn).

- Mehr als ein Viertel aller Deutschen betrachten Schwarzarbeit lediglich als «Kavaliersdelikt».

- Nur 3,6 Prozent der Deutschen würden einen Schwarzarbeiter bei den Behörden anzeigen.

- Rund 21 Prozent der Deutschen schätzen die Wahrscheinlichkeit, als Schwarzarbeiter erwischt zu werden, als sehr gering ein.

- Mehr als jeder fünfte Deutsche hat einer repräsentativen Umfrage zufolge in den vergangenen zwölf Monaten schwarz gearbeitet.

- Durchschnittlich arbeitet ein deutscher Schwarzarbeiter 6,5 Stunden pro Woche in der Schattenwirtschaft.

- Der Stundenlohn für einen Schwarzarbeiter in Deutschland beträgt im Schnitt zehn Euro.

- Mehr als 30 Prozent der Befragten gaben an, im letzten Jahr jemanden schwarz beschäftigt zu haben.

- Die durchschnittliche Auftragssumme bei Schwarzarbeiten in Deutschland beträgt etwa 1000 Euro.

- Die meiste Schwarzarbeit in Deutschland gibt es beim Hausbau (18,7 Prozent), gefolgt von der Hausarbeit (15,8 Prozent).

- Für dieses Jahr rechnen die Forscher mit einem Anstieg des Schwarzarbeitvolumens in Deutschland auf 349 Milliarden Euro.

(Quellen: Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Universität Linz)

http://de.biz.yahoo.com/08032007/336/schwarzarbeit-deutschland-daten.html

Kater

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Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten
« Antwort #1 am: 16:23:26 Do. 08.März 2007 »
Zitat
Jeder fünfte Deutsche arbeitet schwarz
Donnerstag 8. März 2007, 14:42 Uhr
 
Berlin (ddp). Der Gas-Wasser-Installateur macht es, die Haushälterin tut es, aber auch der Mathematik-Student oder die Architektin: Jeder fünfte Deutsche hat im vergangenen Jahr schwarz gearbeitet - ohne Rechnung, am Fiskus vorbei. Fast jeder dritte Deutsche hat im vergangenen Jahr bei sich einen Schwarzarbeiter beschäftigt, wie eine am Donnerstag in Berlin vorgestellte Studie ergab. Der Schattenwirtschaft-Forscher Friedrich Schneider von der Universität Linz hat berechnet, dass das Auftragsvolumen für Schwarzarbeit in diesem Jahr um etwa ein Prozent auf 349 Milliarden Euro steigen wird. Der Experte macht dafür unter anderem die Erhöhung der Mehrwertsteuer verantwortlich.

Der Volkswirtschaftsprofessor aus dem österreichischen Linz hat nichts gegen Schwarzarbeiter. Er hat vielmehr Verständnis für sie. Und er hält sie anscheinend sogar für volkswirtschaftlich wichtig. Die Schattenwirtschaft stabilisiere die Binnennachfrage, erläuterte der Schwarzarbeit-Experte. So trägt sein neues Buch denn auch den Titel «Ein Herz für Schwarzarbeiter. Warum die Schattenwirtschaft unseren Wohlstand steigert». Sieben bis elf Millionen Deutsche hätten einen normalen Job und arbeiteten nebenbei schwarz. «Wollen wir die denn alle einsperren?», fragte Schneider.

Die Devise des Schattenwirtschaft-Experten: Nicht der kleine Mann ist schuld am Ausmaß der Schwarzarbeit - die Politik ist es. «Wer in seiner Freizeit zusätzlich arbeitet, macht das doch nicht um dadurch sein Sparbuch zu füllen», meinte Schneider. 16,5 Prozent aller Schwarzarbeiter in Deutschland seien Rentner oder Arbeitslose, der Anteil der illegal beschäftigten Ausländer sei in etwa ebenso hoch. Zwei Drittel aller Schwarzarbeiter hätten eine reguläre Stelle und wollten sich etwas dazuverdienen. Das betreffe aber nicht nur untere Einkommensschichten - auch Besserverdiener würden schwarz jobben.

Im Jahr 2003 hatte das Auftragsvolumen der Schattenwirtschaft in Deutschland ein Rekordhoch von 370 Milliarden Euro erreicht. Seither waren die Zahlen rückläufig, sagte Schneider. Ein Grund sei die Einführung der so genannten Mini-Jobs: «Dadurch wurden viele kleinere Jobs aus der Illegalität in die reguläre Wirtschaft zurückgeholt.» Die Anhebung der pauschalen Versicherungsbeiträge für Mini-Jobs habe einen Teil zurück in die Schattenwirtschaft gedrängt und das Volumen der Schattenwirtschaft um rund zwei Milliarden Euro erhöht. Weitere 3,8 Milliarden Euro habe die Mehrwertsteuererhöhung dazu beigetragen.

Das Ausmaß der Schattenwirtschaft in Deutschland ist weit größer als in vielen anderen mitteleuropäischen Ländern. Die 349 Milliarden Euro für 2007 entsprechen laut Schneider 14,7 Prozent des deutschen Bruttoinlandprodukts (BIP). In England mache die Schattenwirtschaft nur 10,6 Prozent des BIP aus, in Frankreich seien es 11,8 Prozent, in der Schweiz gerade einmal 8,2 Prozent. Das Schlusslicht unter den 25 OECD-Ländern bilde Griechenland mit 25,1 Prozent des BIP.

Um die Schattenwirtschaft einzudämmen, forderte der Experte zum Beispiel, die Lohnnebenkosten deutlich zu senken und die steuerliche Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen auszuweiten. Es müsse gelingen, Jobs aus der Schatten- in die offizielle Wirtschaft zu holen. Das ist nicht einfach. 78 Prozent der Befragten gaben an, dass sie unter den aktuellen Rahmenbedingungen schwarz vergebene Aufträge offiziell gar nicht vergeben oder selbst erledigt hätten.

Dominik Enste vom arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) sagte, dass allein über einen Bürokratieabbau bis zu 500 000 der derzeitigen Schattenwirtschafts-Jobs in reguläre Arbeitsstellen werden könnten. Dies habe eine IW-Studie ergeben. Das Vorbild sollten die angelsächsischen Länder sein: «Wir brauchen statt des deutschen Vorschriftendschungels einen englischen Rasen», sagte Enste.

http://de.biz.yahoo.com/08032007/336/jeder-fuenfte-deutsche-arbeitet-schwarz.html

Pinnswin

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Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten
« Antwort #2 am: 09:46:12 Sa. 10.März 2007 »
Zitat
...Fast jeder dritte Deutsche hat im vergangenen Jahr bei sich einen Schwarzarbeiter beschäftigt, wie eine am Donnerstag in Berlin vorgestellte Studie ergab. Der Schattenwirtschaft-Forscher Friedrich Schneider von der Universität Linz hat...

Das was hier als Schwarzarbeit bezeichnet wird, ist Nachbahrschaftshilfe. Hilft du mir, helf ich dir. Evtl. könnte man es noch als Anthrazit-Arbeit bezeichnen.
Völlig lächerlich.

Die im großen Stil agierenden realen und organisierten Schwarzarbeiter Kolonnen lachen über unsere Busgeld-Bescheide & planen sie bei der Lohn "nicht" Auszahlung gleich mit ein. 1 Mio. Ausländer leben in Deutschland illegal & arbeiten auch so. Wieviele Deutsche hier "illegal" und nicht registriert leben, weiß ich nicht. Das sind die Sklaven für den Groß-Schwarzarbeiter Markt.
Die öffentlichen Haushalte finanzieren oft diese Subunternehmer.

Oder treiben Menschen per Minijob in die Armut.
Ätzend.

Ehrlichkeit zahlt sich in D nun mal nicht aus.
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

nontestatum

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Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten
« Antwort #3 am: 10:57:43 Sa. 10.März 2007 »
Man sollte sich auch fragen, wer diese Studie in Auftrag gegeben und bezahlt hat. Vielleicht die INSM? Der Herr Dr.Dr. ..... Schneider wird wohl bestimmt nicht umsonst so eine Fleissarbeit erstellen.

http://www.diw.de/deutsch/dasinstitut/kooperationen/personen/lebenslauf_fschneider.pdf
Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. X(

Markus91085

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Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten
« Antwort #4 am: 11:33:44 Mo. 12.März 2007 »
wie soll man denn sonst noch geld verdienen ? von 6,50 in der stunde kann man ja wohl nicht sonderlich schön leben.
Wer ehrlich ist wird ausgenommen. Schau dir doch leiharbeiterbranche an. Einer geht in die arbeit und der andere freut sich weil er dadurch geld vedient.
EA Arbeitslos, verteidigen sie ihre Freizeit im kampf gegen den endgegner, der sachbearbeiter im arbeitsamt.

ManOfConstantSorrow

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Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten
« Antwort #5 am: 18:41:05 Mi. 23.April 2008 »
Jeder Zweite beauftragt Schwarzarbeiter

Jeder zweite Mensch in Deutschland hat einem Magazinbericht zufolge schon einmal Schwarzarbeit in Auftrag gegeben. Besonders die Reichen vergeben gerne Arbeiten unter der Hand.


STUTTGART. Den Befund ergab eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid für das Magazin „Reader's Digest“. Demnach ist Schwarzarbeit besonders in finanziell bessergestellten Familien verbreitet, wie das Magazin am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

64 Prozent der Befragten, die mehr als 2 500 Euro im Monat zur Verfügung hätten, gaben demnach zu, im vergangenen Jahr Arbeiten ohne Rechnung in Auftrag gegeben zu haben. 21 Prozent sagten, das sei sogar mehrfach der Fall gewesen.

Viele Bürger haben dabei der Umfrage zufolge kaum ein Unrechtsbewusstsein – sie lassen sich von illegalen Beschäftigten Wohnungen putzen, handwerkliche Arbeiten erledigen oder Häuser umbauen. Die illegale Beschäftigung ist der Befragung zufolge mit rund 70 Prozent besonders in den nördlichen Bundesländern verbreitet. In Sachsen und Thüringen gaben dagegen nur 29 Prozent der Befragten an, Arbeiten ohne Rechnung bezahlt zu haben. An der Umfrage nahmen 1 100 Menschen teil.

http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1421452/default.aspx/jeder-zweite-beauftragt-schwarzarbeiter.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten
« Antwort #6 am: 12:55:58 So. 02.August 2020 »
Zitat
Experte rechnet mit starkem Anstieg der Schwarzarbeit in Deutschland

In diesem Jahr könnte sich der Anteil der Schwarzarbeit am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von neun auf elf Prozent erhöhen.
https://www.rnd.de/wirtschaft/experte-rechnet-mit-starkem-anstieg-der-schwarzarbeit-in-deutschland-BPYIDIVB7GGMIGZT5GL46GBWQ4.html

Troll

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Re: Schwarzarbeit in Deutschland in zehn Daten
« Antwort #7 am: 13:13:42 Mo. 03.August 2020 »
Das Kleinvieh tötet den Staat, bei Milliarden schweren organisierten Steuerhinterziehern sieht es glücklicherweise nicht so übel aus, da wird regelmäßig bedauerlich verjährt, läuft alles wie gewünscht, kein Unfall, die Regierung ist ein wichtiger Teil des organisierten Staatlichen Versagens.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti