Autor Thema: Heimkinder....  (Gelesen 1080055 mal)

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1705
Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch.
« Antwort #1515 am: 06:20:54 Mi. 02.Dezember 2020 »
.
● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweissach in den unterfränkischen Haßbergen, in Bayern (1948-1979)

Basaltsteinbruch der Erste Bayerische Basaltstein-AG (EBAG)

.
IN BAYERN: Verein ehemaliger Heimkinder stellt berechtigte Fragen an die Diakonie, die Diakonie aber antwortet nicht !
Siehe @
http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=2056#p2056 (sowohl wie auch noch – meinerseits – an sieben weiteren Stellen im Internet) :

Und der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. berichtet darüber ebenso @
https://www.facebook.com/VEHeV/ :
Ein neuer Beitrag auf unserer Homepage

https://blog.veh-ev.eu/2020/12/01/desinteresse-oder-doch-etwas-zu-verheimlichen/?fbclid=IwAR1RWPIOiG4tJbyrRJcAoYIgsPLghrZOcz3FeZuW_CVq3bApVrMAcz-Jsoc
BLOG.VEH-EV.EU
Disinteresse? Oder doch etwas zu verheimlichen – Aktuelle Infos – Blog


https://twitter.com/intent/favorite?ea_u=1131180533407293440&ea_e=1608051797&tweet_id=1333730600126181376&ea_s=ede55fbf81bb6c2e81f27acc7f51511b69d0d89d&cn=ZmxleGlibGVfcmVjcw%3D%3D&refsrc=email :

Tweet

VEH e.V. @VEHeV 18h


Diakonie Bamberg - keine Auskunft über das Heim "Voccawind", von dem aus die Jugendlichen zum malochen in den Basaltsteinbruch mussten.
https://blog.veh-ev.eu/2020/12/01/desinteresse-oder-doch-etwas-zu-verheimlichen/
21:42 Uhr, Dienstag, 1. Dezember 2020•
2 Retweets
2 Likes

Klaus Spyra @KSpyrs 12h

Replying to
@VEHeV and @KaMaZhe

Schäbiges Verhalten der Diakonie !


.
#endlichEntschaedigung
#Schadensersatz
#compensationnow
#AlmosenNeinDanke
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1705
Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch.
« Antwort #1516 am: 07:45:01 Fr. 04.Dezember 2020 »
.
● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweissach in den unterfränkischen Haßbergen, in Bayern (1948-1979)

Basaltsteinbruch der Erste Bayerische Basaltstein-AG (EBAG)

.
MAIN POST @ https://www.mainpost.de/regional/hassberge/menschen-fuer-soziales-begeistern-art-3952360#:~:text=Norbert%20Kern%20leitet%20ein%20Mann,Aschbach%20bis%20nach%20Gr%C3%A4fenberg%20z%C3%A4hlt.&text=Norbert%20Kern%20leitet%20seit%201,das%20Diakonische%20Werk%20Bamberg%2DForchheim

gab schon am 05.04.2007 bekannt :


Zitat
.
LKR. HASSBERGE

Menschen für Soziales begeistern

Seit 1. April [2020] hat das Diakonische Werk Bamberg-Forchheim einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Mit Dr. Norbert Kern leitet ein Mann der Praxis das Werk, das rund 750 Mitarbeitende von Bamberg und Forchheim über Ebern und Aschbach bis nach Gräfenberg zählt.

Redaktion – 05.04.2007 | aktualisiert: 09.04.2007 03:08 Uhr

[ „Foto: FOTO Privat | Dr. Norbert Kern leitet seit 1. April das
Diakonische Werk Bamberg-Forchheim.“ ]

Der Diplom-Pädagoge entschied sich früh dafür, im sozialen Bereich arbeiten zu wollen, berichtet
das Diakonische Werk in einer Pressemitteilung. Vor und nach dem Zivildienst sammelte er erste Erfahrungen in der offenen Kinder- und Jugendhilfe; nach dem Studium war er geschäftsführender Heimleiter einer stationären Einrichtung für geistig und psychisch behinderte Menschen in Olpe, wechselte dann in den Bereich der Altenhilfe und leitete ein Seniorenheim in Pforzheim. Zuletzt war Kern vier Jahre Geschäftsführer des Epilepsiezentrums in Kork und dort verantwortlich für die Wohnangebote für geistig behinderte und ältere, pflegebedürftige Menschen.

Diese Aufgabenfelder begegnen dem neuen Vorstandsvorsitzenden auch im
Diakonischen Werk Bamberg-Forchheim, das Kinder und Jugendliche, psychisch behinderte, pflegebedürftige sowie ältere Menschen und Menschen in Notlagen begleitet und unterstützt. „Dieses vielfältige Angebot jetzt unter einem Dach mit zu verantworten, ist eine spannende Herausforderung“, so Kern.

In seiner neuen Funktion möchte der 45-Jährige Menschen für Soziales und Diakonisches begeistern. „Wie können wir es schaffen, bereits im Kinder- und Jugendalter ein Bewusstsein für gesellschaftliches Engagement zu wecken“, ist eines seiner Themen. In der Altenhilfe ist es ihm wichtig, vorhandene Ressourcen effektiv zusammenzuführen, nicht umsonst hat Kern über „Qualitätsentwicklung in der stationären Altenhilfe“ promoviert.

Auch auf sozialpolitischer Ebene möchte sich der dreifache Vater engagieren, um gute Rahmenbedingungen für soziale Belange schaffen zu können.

.

.
Diakonisches Werk Bamberg-Forchheim e.V. --- „Der Stiftungsbeirat
DieSpitzeund was sie bewegt erklärt von derSpitzepersönlich: DIE GEWÄHLTEN MITGLIEDER: Vorstandsvorsitzender: Dr. Norbert Kern, Vorstand: Karl-Heinz Seib, Die gewählten Mitglieder des Verwaltungsrats: Dekan Hans-Martin Lechner und Günter Kraus @ https://www.dwbf.de/spenden/stiftung/stiftungsbeirat/ ( Datum ( ? ) – Wann diese Seite erstellt wurde ist nicht bekannt ).

.
inFranken.de @ https://www.infranken.de/lk/gem/70-jahre-naechstenliebe-art-3533955 :

Zitat
.
BAMBERG - 12.07.2018

70 Jahre Nächstenliebe

Die Diakonie Bamberg-Forchheim feiert Jubiläum. Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden [ Dr. Norbert Kern ].

[ FOTO: „eine Abbildung / ein Passfoto des Herrn Dr. Norbert Kern in übermäßiger Größe“ (ungefähr 320cm x 58cm) ]

Am 13. April 1948 wurde die
Innere Mission Bamberg mit Satzungseintrag gegründet. Daraus wurde die Diakonie Bamberg-Forchheim, als es am 1. Januar 1999 zur Verschmelzung mit dem Diakonieverband im Landkreis Forchheim kam. Aktuell hat der Verband 1200 hauptamtliche Mitarbeiter, 100 Auszubildende und 450 Ehrenamtliche in rund 40 Einrichtungen und Projekten in den Regionen Bamberg, Forchheim und Haßberge.

Nun feiert die
Diakonie ihr 70-jähriges Bestehen unter anderem mit einem Festgottesdienst am kommenden Sonntag, 15. Juli, um 10 Uhr in der Stephanskirche mit dem Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm. Im Interview erklärt der Vorstandsvorsitzende Norbert Kern, wie die Diakonie Bamberg-Forchheim ihren 70. Geburtstag begeht.

70 Jahre - was wird bei diesem kleinen "Zwischenjubiläum" gefeiert?

Norbert Kern: Die
Diakonie Bamberg-Forchheim begleitet seit 70 Jahren Menschen durch das Leben in all seinen Höhen und Tiefen. Wir feiern in diesem Jahr vor allem das Engagement unserer Mitarbeiter, die jeden Tag in ihrer Arbeit für andere da sind und unseren Auftrag der Nächstenliebe verwirklichen. Deshalb stehen sie auch bei unseren Aktionen rund um das Jubiläum im Zentrum: Ein Diskussionsforum im April mit Politikern und Entscheidern aus Politik und Wirtschaft, bei dem unsere Mitarbeiter die Möglichkeit hatten, Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen, direkt anzusprechen, war eine solche Veranstaltung.

Heinrich Bedford-Strohm übernimmt die Predigt im Festgottesdienst zum Jubiläum der Bamberger Diakonie. Ist das auch exklusiv für die Mitarbeiter?

Norbert Kern: Nein. Zu unserem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Stephanskirche sind alle herzlich eingeladen, insbesondere unsere Unterstützer und Förderer. Aber das Fest im Anschluss ist für unsere Mitarbeitenden und deren Familien, um auch auf diese Weise einmal als Träger und Arbeitgeber danke zu sagen für ihren täglichen Einsatz, ohne den unsere Einrichtungen und unser Werk gar nicht denkbar sind.

In welche Richtung geht es mit der Diakonie Bamberg-Forchheim in den nächsten Jahren?

Norbert Kern: Alters- und Kinderarmut, Bildungsungleichheit und die großen Fragen rund um die Pflege: Diese Themen treffen unsere Gesellschaft und damit auch uns als Wohlfahrtsverband.

Hier neue Angebote zu schaffen, niemanden zu vergessen und auch als Werk selbst bestehen zu können – wirtschaftlich, politisch und sozial – sind die Herausforderungen, denen sich die
Diakonie Bamberg-Forchheim stellen muss und auch wird.

Die Fragen stellte
Ute Nickel

[Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Pressestelle der Diakonie Bamberg-Forchheim].

.

LESERKOMMENTAR von Tierfreund
#114. September 2011, 20:34 Uhr in ZEIT.DE
@ https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-09/missbrauch-kinderheim-kirche/seite-2?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F (bitte runter scrollen) und @ https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-09/missbrauch-kinderheim-kirche/komplettansicht (bitte runter scrollen) :

»Scheinheilig!Durch Nächstenliebe hat sich die Kirche seit ihrem Bestehen noch nie ausgezeichnet!«

.
#endlichEntschaedigung
#Schadensersatz
#compensationnow
#AlmosenNeinDanke
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1705
Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch.
« Antwort #1517 am: 06:42:31 Sa. 05.Dezember 2020 »
.
● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweissach in den unterfränkischen Haßbergen, in Bayern (1948-1979)

Basaltsteinbruch der Erste Bayerische Basaltstein-AG (EBAG)

Zitat
.
AKTUELLE INFOS --- BLOG

Homepage VEH e.V.

DEZEMBER 1, 2020 VON ADMIN

Desinteresse? Oder doch etwas zu verheimlichen?

Am 22. Oktober 2020 richteten wir eine Anfrage an die Diakonie Bamberg, bzw. dessen Leiter Dr. Norbert Kern.

Wir baten ihn höflich um Hilfe bei der Beantwortung einiger Fragen bezüglich des ehemaligen Erziehungsheim „Voccawind“

[ EINE BEIGEFÜGTE LANDKARTE worauf
Voccawind und Maroldsweissach markiert sind ]

1948 errichtete die
Innere Mission das Erziehungsheim auf dem Zeilberg, das 1954 erweitert wurde und bis in die 1970er Jahre bestand. Es hatte etwa 50 Plätze für Jugendliche ab 14 Jahren. Diese mussten unter anderem im Basaltsteinbruch arbeiten.

Warum die Anfrage an die
Diakonie Bamberg?

Die
Innere Mission und das nach 1945 gegründete „Hilfswerk der Evangelische Kirche Deutschland“ schlossen sich ab 1957 in landeskirchlichen Werken zusammen. Diese waren also als Vorläufer der heutigen Diakonischen Werke für Voccawind verantwortlich. 1975 wurden sie im Diakonischen Werk der EKD vereint.

[ Der diesbezügliche eingeschriebene Brief an die
Diakonie / EKD ist hier zu finden:

https://blog.veh-ev.eu/2020/12/01/desinteresse-oder-doch-etwas-zu-verheimlichen/ ] :


Zitat
.
Absender:
VEH e.V. Hans A. Kloos, Nerotal 2, 65193 Wiesbaden

Kontakt:
Verein ehemaliger Heimkinder e. V.
Schatzmeister
Hans A. Kloos
Nerotal 2
Tel.: 06115319051
E-Mail:
h.a.kloos[a]veh-ev.eu

.

.
Empfänger:
Diakonisches Werk Bamberg-Forchheim e.V.
Dr. Norbert Kern
Heinrichsdamm 46
96047 Bamberg


.
Datum:
22.10.2020


.
Subject:
Ehemaliges Erziehungsheim Voccawind

Sehr geehrter Herr Dr. Kern

Im Rahmen unserer Recherchen und Aufarbeitung zur Geschichte der deutschen Heime wurde der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. aufmerksam auf das Heim Voccawind.

Der vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages empfohlene "Runde Tisch Heimerziehung" wurde 2009 mit der Zielsetzung die Geschehnisse der Heimerziehung im westlichen Nachkriegsdeutschland unter den damaligen rechtlichen, pädagogischen und sozialen Bedingungen aufzuarbeiten. Notwendigerweise setzt dies voraus, dass Informationen an die mit der Aufarbeitung befassten Betroffenen und Wissenschaftler auch anhand konkreter Unterlagen übermittelt werden.

Wir wenden uns daher mit folgenden Fragen an Sie in der Hoffnung, dass Sie uns bei der Beantwortung behilflich sein können. Wir möchten betonen, dass wir nicht an einer individuellen Akteneinsicht und/oder der Übermittlung individueller Daten interessiert sind, sondern dass es uns um die allgemeine Situation der Kinder und Jugendlichen im ehemaligen Heim Voccawind geht. Uns interessieren in erster Linie die Jahre 1949 - 1975.

Die Einrichtung allgemein:
1. Wer waren die Eigentümer des Basaltsteinbruchs, in dem die Jugendlichen zum Einsatz kamen?
2. Wer waren evtl. die Pächter des Steinbruchs?
3. Seit wann genau existierte die "Einrichtung für Jungen" in Voccawind?
4. Wann wurde die Einrichtung geschlossen?
5. Mit welcher Begründung wurde das Heim geschlossen und wer veranlasste die Schließung?

Die "Zöglinge"
6. Wie viele Jungen haben die Erziehungseinrichtung im gesamten Zeitraum durchlaufen?
7. Wie lang war der durchschnittliche Aufenthalt der Jungen in Voccawind?
8. In welchem Alter waren die Jungen?
9. Standen besonders ausgebildete Erzieher zur Verfügung?
10. Gab es Wachpersonal?

Arbeit/Arbeitsunfälle/Lohn
11. Wie viele Stunden mussten die Jungen täglich bzw. wöchentlich arbeiten?
12. Welche Arbeiten mussten sie verrichten?
13. Gab es gravierende Arbeitsunfälle, von denen Heimzögliche betroffen waren?
14. Wie hoch war ihr Wochenlohn und wurde dieser direkt ausbezahlt oder ging es auf ein Sparbuch oder dergleichen?
15. Falls für die Jungen gespart wurde, wie hoch war das durchschnittliche Sparaufkommen bei Entlassung?

Freizeit/Schule/Ferien/Urlaub/Besuche
16. Wie verbrachten die Jungen ihre Freizeit? Gab es Freizeitangebote wie z.B. Sport, Kultur, kreatives Arbeiten?
17. Wurden den Jungen ein Schulbesuch/Schulabschluss/Weiterbildung/Ausbildung ermöglicht?
18. Kamen die Jugen in den Genuss eines regelmäßingen Urlaubs?
19. Konnten sie regelmäßig Familienbesuche tätigen, bzw. Familienangehörige empfangen?

Tagesablauf
20. Wie sah ein normaler Tageablauf an Werktagen aus?
21. Wie sah ein Tagesablauf an Sonn- und Feiertagen aus?

Reguläre Arbeitskräfte
22. Gab es im fraglichen Zeitraum regulär angestellte Arbeitskräfte?
23. Um einen Vergleich zu haben: Wie viel Wochenstunden arbeiteten diese und wie hoch war ihr Wochenlohn?

Ihrer Antwort blicken wir mit großem Interesse entgegen und bedanken uns im voraus um Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen

Heidi Dettinger

Heidi Dettinger
Sozialwissenschaftlerin

.

Unsere Anfrage blieb leider unbeantwortet. Hätten wir (in weiser Voraussicht) den Brief nicht als Einschreiben abgeschickt, müssten wir uns wohl wundern, ob er den Empfänger je erreicht hat.

Da der Empfänger jedoch alle Regeln der Höflichkeit außer Acht ließ, haben wir uns nun entschlossen, das Schreiben an dieser Stelle zu veröffentlichen und gleichzeitig nachzufragen, woran dieser Mangel an höflichen Gepflogenheiten wohl liegen mag.

Wir fragen uns:
– Ist die Diakonie Bamberg nicht an ihrer Vergangenheit interessiert?
– Geht ihr das Schicksal der ehemaligen Heimkinder sonst wo vorbei?
– Oder gibt es eher doch etwas zu verbergen?

.

.
#endlichEntschaedigung
#Schadensersatz
#compensationnow
#AlmosenNeinDanke
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1705
Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch.
« Antwort #1518 am: 23:38:07 Di. 08.Dezember 2020 »
.
● Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter.

Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweissach in den unterfränkischen Haßbergen, in Bayern (1948-1979)

Basaltsteinbruch der Erste Bayerische Basaltstein-AG (EBAG)

.
Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen ob „Christen“ oder „Atheisten“ – was auch immer ihre eigene damalige Stellung im Leben und ihr diesbezügliches damaliges Handeln in dieser Stellung war und bestimmte – jetzt Verantwortung übernehmen und Hilfsbereitschaft zeigen würden.

.
Vorweihnachtliche Kommunikation adressiert wie folgt:

.
Adressiert, unter anderen, an:
Interessenten-in-Unterfranken[a]unterfranken.de
klaus.wichler[a]frankenland-reisen.de
kontakt[a]frankenland-reisen.de
info[a]frankenland-reisen.de
touristic[a]frankenland-reisen.de


Zitat
.
Weil ich nicht weiß ob Sie diese Mail vor zwei Wochen schon auch wirklich erhalten haben und zur Kenntnis genommen haben, schicke ich sie heute noch einmal (heutiges Datum: Sonntag, 6. Dezember 2020).
.

.
[ Datum des Originals dieser Mail: Australien, Freitag, 20. November 2020 ]

Zitat
.
Hello Mr. Wichler junior,

Subject: Ich habe kürzlich jemanden gefunden, der in 1955 als „freier Lohnarbeiter“ im Basaltsteinbruch in Voccawind gearbeitet hat – Ihr Vater Richard Wichler; so zu entnehmen u.a. der regionalen Zeitung vom 09.10.2014 | aktualisiert: 23.12.2015, um 12:12 Uhr.

Subject: Ich habe seit Mittwoch, 4. Dezember 2019 schon viel über den
Basaltsteinbruch und dem ihm angeschlossenen bundesrepublikanischen Arbeitserziehungslager auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach in den unterfränkischen Haßbergen, Bayern dort betrieben ununterbrochen von der Evangelischen Kirche / Diakonie / Inneren Mission von 1948 bis 1979 im Internet zusammengetragen: in bisher 49 individuellen Beiträgen zu diesem Thema, in meinem schon seit dem 29.05.2013 bestehenden EHEMALIGE-HEIMKINDER-TATSACHEN.COM-Forum

Subject: … unter der Themenüberschrift: »
Noch so eine ev. Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch« bzw. »Noch so eine evangelische Fürsorgehölle – "Voccawind" mit Steinbruch für die jugendlichen Zwangsarbeiter«

beginnend @
http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=1828#p1828

All das diesbezüglich von mir im Internet Zusammengetragene steht jedem uneingeschränkt frei zur Verfügung !

.
Hello Mr. Wichler junior,

Ich habe kürzlich jemanden gefunden,
der in 1955 als Minderjähriger (19 Jahre alt), aus dem Osten (aus Thüringen) kommend im Basaltsteinbruch auf dem Zeilberg in Voccawind bei Maroldsweisach alsfreier Lohnarbeiterarbeitete.

Heute ist er seit vielen Jahrzehnten schon Geschäftsinhaber von ……
( sein Reisebüro hat er seither an seinen Sohn Klaus Wichler abgegeben )


.
Frankenland-Reisen
Richard Wichler-Paketreise-Veranstalter-Omnibusunternehmen


Frankenland Reisen e.K.
Frankenland Travel Group (
https://www.frankenland-travelgroup.de/ )
Fitzendorfer Straße 11
97496 Burgpreppach
E-mail:
kontakt[a]frankenland-reisen.de
Webseite: https://www.frankenland-reisen.de/das-sind-wir/unsere-geschichte/
Webseite / Impressum: http://www.frankenland-reisen.de
Tel: 09534 9220-20
Fax: 09534 9220-13

Richard Wichler (Jg.1936) (heute 89 Jahre alt)
hat als Neunzehnjähriger in 1955 alsArbeiter auf dem freien Arbeitsmarktim Basaltsteinbruch in Voccawind gearbeitet.
( 09.10.2014 | aktualisiert: 23.12.2015, 12:12 Uhr )

QUELLE: https://www.mainpost.de/regional/hassberge/zusammen-haben-sie-den-betrieb-aufgebaut-art-8369407

.
Artikel vom: 16.02.2006

Ein florierendes Reise-Unternehmen aufgebaut

Burgpreppach (bra) Vor 70 Jahren in Hümpfershausen bei Meiningen geboren [Meiningen ist eine Kreisstadt im fränkisch geprägten Süden Thüringens], hat Richard Wichler heute sein Domizil in der Marktgemeinde Burgpreppach [Burgpreppach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Haßberge], ist durch sein Busunternehmen und sein politisches Engagement bekannt, beliebt und fest verwurzelt.
QUELLE: https://www.mainpost.de/datum.=16-02-2006/

.
Ein florierendes Reise-Unternehmen aufgebaut

( 16.02.2006 | aktualisiert: 03.12.2006 22:29 Uhr )

Als der Jubilar am 17. Februar 1936 als jüngstes der sechs Kinder von Emma und Gustav Wichler zur Welt kam, konnte freilich noch keiner ahnen, dass er als junger Mann in den Westen übersiedeln würde. Zunächst arbeitete er nach der Schulzeit im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern [in
Thüringen], bevor er 1955 seinem Bruder Karl nach Leuzendorf folgte [Leuzendorf ist ein Gemeindeteil von Burgpreppach im Landkreis Haßberge in Unterfranken, Bayern], was damals noch problemlos möglich war, wie der Jubilar erzählt. Der damals 19-Jährige entschied sich, im Westen zu bleiben und fand im Steinbruch in Voccawind eine Anstellung [obwohl er ja im Westen mit 19 noch minderjährig war / garnicht mal volljährig war. Im Osten war man seit dem 22.05.1950 volljährig mit der Vollendung des 18. Lebensjahrs. Im Westen war man bis 01.01.1975 erst volljährig wenn man das 21. Lebensjahr erreichte.]. Gleich sein erstes Erspartes investierte Richard Wichler in einen Lkw-Führerschein – sein Ziel war damals schon die Selbständigkeit.
QUELLE: https://www.mainpost.de/regional/hassberge/ein-florierendes-reise-unternehmen-aufgebaut-art-3438273 .
.

.
Für alle die es interessiert.

Ich nutze das
EHEMALIGE-HEIMKINDER-TATSACHEN.COM-Forum, sowie jedes andere Forum und jede Social Network Site wo ich mich betätige, ausschließlich zu Bildungs- und Lehrzwecken aller dort Anwesenden über die DIE SCHMERZHAFTE NACHKRIEGSDEUTSCHE GESCHICHTE DER ʹKINDER UND JUGENDHILFEʹ (jahrzehntelang noch JUGENDWOHLFAHRT genannt); und alle Beiträge, die ich jeweilig wo auch immer diesbezüglich tätige und zur Diskussion stelle und jedwede Diskussion an der ich mich beteilige oder die ich versuche anzukurbeln, dienen ausschließlich diesem Bildungs- und Lehrzweck; und ich habe nicht vor irgend etwas daran zu ändern.

Ich betreibe nirgens Werbung und beziehe nicht den geringsten finanziellen Gewinn aus dieser meiner Aufklärungsarbeit/Bildungsarbeit mit der ich jetzt schon, ununterbrochen, siebzehn und einhalb Jahre lang beschäftigt bin: innerhalb meinen eigenen beschränkten persönlichen Möglichkeiten, Wissen und Können (auch meinem nicht so voll ausgeprägten deutschsprachlichen Können).

Meine Arbeit und wie ich sie ausführe ist überall hochgeschätzt, aber natürlich nicht von jedem, insbesondere nicht von denjenigen die etwas zu verbergen, zu verschweigen und zu verschleiern haben. Gegen Drohungen von Letzteren, und denjenigen die sich mit ihnen verbunden fühlen, jedoch bin ich völlig immun.

All denjenigen die mir nicht feindselig gegenüber stehen grüße ich ganz herzlich aus dem Exil in Australien

Martin MITCHELL
(
Ehemaliges Heimkind, Jg. 1946 )
(
ansässig in Australien seit dem 24.03.1964 )
(
seither unabhängig und frei - free as a bird )

.
.

.
#endlichEntschaedigung
#Schadensersatz
#compensationnow
#AlmosenNeinDanke
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16622
  • Fischkopp
Re: Heimkinder....
« Antwort #1519 am: 08:18:58 So. 20.Dezember 2020 »
Zitat
Tausendfacher Missbrauch in Kinderheim
»Die Nonnen waren Zuhälterinnen«
Ein ehemaliges Heimkind aus Speyer berichtet von Missbrauch durch Geistliche, Nonnen und pädophile Politiker. Ein Gericht nennt die Vorwürfe glaubwürdig, das Bistum gibt sogar den Namen des mutmaßlichen Haupttäters preis.
https://www.spiegel.de/panorama/speyer-tausendfacher-kindesmissbrauch-in-katholischem-kinderheim-a-3dfd7cde-0db1-4c52-b833-63f57877e95a

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1705
Missbrauch in der evangelischen Kirche – späte Aufarbeitung
« Antwort #1520 am: 03:34:17 Sa. 26.Dezember 2020 »
.
Zweierlei Möglichkeiten sich zu informieren = Diverse possibilities to inform onself

.
ERSTENS.

Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. gibt bekannt

auf
FACEBOOK @ https://www.facebook.com/VEHeV/posts/3065642846869516 :


Zitat
.
Donnerstag, 24. Dezember 2020, um 18:06 Uhr CET

Wir möchten hier das Manuskript „Das Schweigen der Hirten. Die Geschichte der Heimstätte Dünne in Fragmenten“ von JOHANNES LÜBECK vorstellen. Wie der Autor selber schreibt, ist dies eine vorläufige Fassung.
Die Heimstätte Dünne war Teil der sog. "Bodelschwingh'schen Anstalten".

[ALTE POSTKARTE: »Ansicht der ehemaligen „Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische bei Bielefeld“ – später in „Bethel“ umbenannt«]

Jetzt auch online als vollständiges fortlaufendes (insgesamt 106 Seiten umfassendes) PDF-Dokument @
https://www.veh-ev.eu/bodelschwingh-2/?fbclid=IwAR129Aou5W1DNlvkyKDqLWaUq2pNsDPoExOXgZMYIuEQdw_7186e8WHtd6M.
Zum lesen des Textes halten Sie die Maus direkt über den Text, so können Sie sich durch den gesamten Text scrollen.

.

.
ZWEITENS.

Es gibt einen neuen, hoch interessanten Thread im EHEMALIGE-HEIMKINDER-TATSACHEN.COM-Forum @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=22&t=221 betitelt »DER BODELSCHWINGH CLAN UND SEINE UNRÜHMLICHE GESCHICHTE (1831-2019)« auf den ich auch schon einige ehemalige Heimkinder, sowie auch andere an diesem Thema Interessierte mit meinerseitigen persönlichen E-mails aufmerksam gemacht habe.

Die meisten Beiträge in diesem neuen Thread (oder mindestens neun dieser insgesamt elf bisherigen Beiträge in diesem Thread) enthalten so um die 50.000 Textzeichen. Da steckt also unheimlich viel Arbeit drin.

Es handelt sich hier um die »VON BODELSCHWINGHSCHEN ANSTALTEN BETHEL BEI BIELEFELD« und for allen auch um die Zweiganstalten »FREISTATT IM WIETINGSMOOR« und »ECKARDTSHEIM IN DER SENNE«, sowohl wie auch um die »HEIMSTÄTTE DÜNNE IN BÜNDE« und diverse weitere seiner Anstalten in Deutschland und in den damaligen deutschen Kolonien in Afrika.

Einer meiner Korrespondenten auf meine Hinweis-E-mail hin schrieb mir dann auch sofort zurück, wie folgt:


Im neuen Forumsthread sieht das dann so aus:

»DER BODELSCHWINGH CLAN UND SEINE UNRÜHMLICHE GESCHICHTE (1831-2019)«
Beitrag von Martin MITCHELL » Mittwoch, 23. Dezember 2020, um 09:24 Uhr:


.
ANFANG DER VOLLSTÄNDINGEN MAIL.

FROM:
ev. Pastor Dierk SCHÄFER, i.R. @ ds[a]dierk-schaefer.de in Bad Boll in Deutschland

schrieb am Mittwoch 23.12.2020, um 19:30 Uhr CET


TO:
Martin MITCHELL @ martinidegrossi[a]yahoo.com.au in Adelaide in Süd Australien

erhalten am Donnerstag 24.12.2020, um 05:30 Uhr ACDT


.
Hallo, Herr Mitchell,

Danke für die Fundgrube!

Ich habe den Text retweetet:


Zitat
.
» „Er diente, wie eben nur ein Bodelschwingh dienen kann.“ DER BODELSCHWINGH CLAN UND SEINE UNRÜHMLICHE GESCHICHTE (1831-2019). Wenn Sie das lesen, halten Sie am besten eine Kotztüte parat. http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/phpBB3/viewtopic.php?p=2065#p2065 «
.

.
Wünsche Ihnen frohe Festtage.
ds


ENDE DER VOLLSTÄNDINGEN MAIL.

.
Worauf ich dann einfach antwortete: „Es freut mich sehr!

.
#endlichEntschaedigung
#Schadensersatz
#compensationnow
#AlmosenNeinDanke
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2419
Re: Heimkinder....
« Antwort #1521 am: 20:42:20 Fr. 29.Januar 2021 »
Zitat
Der Deutsche Bundestag hat den Entwurf eines neuen Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes am 29. Januar in erster Lesung beraten. Ziel des Gesetzes ist, Teilhabe und Chancengerechtigkeit von jungen Menschen zu stärken, die besonderen Unterstützungsbedarf haben.
(blablabla)
Junge Menschen, die in Einrichtungen der Erziehungshilfe oder in Pflegefamilien aufwachsen, werden zu mehr Eigenverantwortung motiviert und auf dem Weg in ein selbständiges Leben besser begleitet. Wenn sie etwa einen Ferienjob oder ähnliches haben, müssen sie künftig einen deutlich geringeren Teil ihres Einkommens als Kostenbeitrag an das Jugendamt abgeben: Statt jetzt 75 Prozent nur noch maximal 25 Prozent ihres Einkommens.
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/kinder-und-jugendliche-in-schwierigen-lebenslagen-staerken/162816

Bis jetzt muss man 75% abgeben?

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7413
Re: Heimkinder....
« Antwort #1522 am: 11:00:19 So. 07.Februar 2021 »
Kein Randphänomen, es geht und das Schicksal von vielen Millionen Kindern. In der Kultur der Kinderheime lebte die NS-Tradition weiter. Es war ein erfolgreiches kommerzielles Projekt.

Zitat
Das Tabu ist gebrochen
Literatur. In „Das Elend der Verschickungskinder“ der Pädagogin Anja Röhl können die Opfer endlich offen vom Horror der Heime berichten


Thomas Bernhard schilderte in seinen Jugenderinnerungen Ein Kind (1982), wie er vom Hausarzt zur Erholung in ein Thüringer Kinderheim „verschickt“ wurde. Seine alleinerziehende Mutter war überfordert, sie brauchte eine Auszeit. Im Heim war Bernhard „schon in der ersten Nacht als Bettnässer entlarvt“. Sein Leintuch wurde im Frühstückszimmer aufgespannt und er als Verursacher des Urinflecks bloßgestellt. „Der Bettnässer wurde aber nicht nur auf diese Weise bestraft, er bekam auch keine sogenannte süße Suppe wie die anderen, er bekam überhaupt kein Frühstück“, so der Schriftsteller.

Bernhards „Kur“ fand 1938 statt, und man könnte meinen, das seien damals eben noch altmodische Erziehungsmethoden gewesen. Doch weit gefehlt: Anja Röhl legt in Das Elend der Verschickungskinder dar, dass derlei Zucht- und Ordnungsmaßnahmen in westdeutschen Verschickungsheimen – teils bis in die 1990er-Jahre – flächendeckend Usus waren. Ihre Forschungsergebnisse erschüttern: Statt Erholung gab es vielerorts körperlichen und seelischen Missbrauch, unrechtmäßige Medikamentengaben, medizinische Versuche, Sedierungen durch Contergan und sogar einige nie aufgeklärte Todesfälle. Kinder, die mit der Verschickung gute Erfahrungen machten, hatten offenbar schlicht Glück.

Laut Autorin verbrachten ungefähr acht bis zwölf Millionen Kinder in den 1950er- bis 1990er-Jahren jeweils sechs Wochen, manchmal auch Monate, in weit über tausend westdeutschen Kindererholungsheimen und Heilstätten. In den zwei Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen regelrechten Verschickungsboom, der, wie Röhl zeigt, ein höchst einträgliches Geschäft war. Die Verschickungsorte, häufig auf Inseln, erlebten einen wirtschaftlichen Aufschwung, auch die Deutsche Bahn profitierte von den vielen kleinen Reisenden. Bekannte Kur- und Erholungsorte waren etwa Norderney oder Berchtesgaden. „Haus Glückauf“, „Bergfreude“ oder „Kinderparadies“ hießen manche Einrichtungen, jedoch verbargen sich dahinter oft sadistische Verwahrungsanstalten.
(...)
Die Kinderverschickungen gingen nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Kinderlandverschickungen unter den Nationalsozialisten hervor. Röhl weist in ihrer Suche nach den Ursachen für die ausführlich dargestellten Missstände nach, dass Klinikleiter, Mediziner und die „Tanten“, die während der NS-Zeit als Pflegerinnen und Schwestern ausgebildet worden waren, lange ungestört in der NS-Tradition weiteragierten. Die Verantwortlichen waren durch eine frühkindliche NS-Sozialisation, durch Gewalterziehung und ihre Berufe gänzlich vom NS-System geprägt. Erwiesene NS-Täter, die an der Euthanasie beteiligt waren, glänzten nach dem Krieg bis in die 1970er-Jahre als Leiter von Kinderheilstätten, gefeiert als Erziehungspäpste, ohne dafür psychologisch oder pädagogisch qualifiziert zu sein. Und dieselben „Schwestern“, die in den Euthanasieanstalten die tödlichen Spritzen setzten, betreuten als Erzieherinnen die ihnen anvertrauten Kinder, als wären diese Feinde, deren Autonomiebestreben es zu zerstören galt. Kindererholungsheime und -heilstätten, so Röhl, boten die idealen Bedingungen, um unbeobachtet Unheil über die Kinder zu bringen.
(...)
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/das-tabu-ist-gebrochen
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!