Autor Thema: caterpillar (KN 27.2.03)  (Gelesen 19054 mal)

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caterpillar (KN 27.2.03)
« am: 21:22:55 Do. 27.Februar 2003 »
Caterpillar: Weit unter 100 Entlassungen?
Lohnkürzungen sollen Arbeitsplätze retten
 
 
Kiel (jög) Heidelberger Druckmaschinen, HDW und Caterpillar Motoren: Bei allen drei Kieler Großbetrieben ist ein deutlicher Stellenabbau geplant, im schlimmsten Fall würden bis Mai 2004 mehr als 1700 Industrie-Arbeitplätze wegfallen. Doch bei Caterpillar in Friedrichsort sind sich gestern Betriebsrat und Geschäftsführung näher gekommen. Laut IG Metall könnten es bei dem Dieselmotorenhersteller deutlich weniger als die bisher maximal 230 (von insgesamt 1200) Stellen sein. Ein Ergebnis soll schon bald vorliegen. Am Montag wollen beide Seiten sich erneut zu Gesprächen treffen.
Einsparungen im Personalbereich von 13 Millionen Euro jährlich sind der Kern des Kostensparpakets, das die Geschäftsführung erstmals im Dezember 2002 präsentierte. Über Kürzungen bei übertariflichen Lohn- und Gehaltsbestandteilen wollte das Unternehmen die Zahl der wegfallenden Stellen auf 125 senken, sollte man sich darüber mit den Arbeitnehmervertreter nicht einigen, dann müssten 230 abgebaut werden, hieß es. Nach der gestrigen Verhandlungsrunde ist Kiels IG Metall-Chef Wolfgang Mädel jedoch optimistisch, dass es weniger als 100 sein werden. Vielleicht könne man sogar der Zahl Null sehr nahe kommen, sagte er den Kieler Nachrichten. Erreicht werden soll das vor allem über eine kürzere Arbeitszeit für alle Mitarbeiter ohne Lohnausgleich. "Und wir sind zu Lohnkürzungen bereit, aber nur dann, wenn das Unternehmen ERA einführt", so die Betriebsratsvorsitzende Annegret Weiß. ERA, das Entgelt-Rahmen-Abkommen, wurde im Sommer 2002 bundesweit vereinbart und sieht vor, dass die Einkommen von Arbeitern und Angestellten angeglichen und nach einem einheitlichen Maßstab festgelegt werden. Gegenwärtig sperren sich die Arbeitgeber aber wieder gegen die Einführung.

Auch über die von Caterpillar geplante Ausgliederung der Lehrwerkstatt wird wieder gesprochen. "Die Sicherung der Ausbildung hier am Standort hat für uns einen hohen Stellenwert", so Frau Weiß. Caterpillar will sie an einen öffentlichen Träger abgeben. Ohne eine entsprechende Lösung, zum Beispiel durch die Beteiligung anderer Unternehmen, werde man keine Einigung erzielen, sagte die Betriebsratsvorsitzende.

Gestern gegen 13.30 Uhr hatten einige hundert Mitarbeiter bei Caterpillar ihren Arbeitsplatz verlassen und waren vor das Verwaltungsgebäude des Unternehmens gezogen, um ihre Verhandlungskommission zu unterstützen.

guido12mh

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caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #1 am: 20:25:13 Do. 12.April 2007 »
hallo
ich habe mal ne frage.
unser chef war vor einigen jahren manager bei caterpillar bei kiel.
er möchte jetzt ein arbeitszeitenmodell einführen von dem er sagt das es bei caterpillar super angenommen wurde.
die leute sind ihm heute noch dankbar.
eine contischicht.7 tage die woche rund um die uhr.
2 tage frühschicht 2tage spätschicht 2 tage nachtschicht dann 2 tage frei.
er würde mit uns nach kiel fahren und wir könnten die leute selber befragen.hahaha

meine frage.
kennt jemand einen der von dem arbeitszeitmodell betroffen war oder ist.
oder ist eventuell einer von euch dabei?
welche erfahrungen wurden damit gemacht?
ich denke es macht einen auf dauer kaputt.
danke aus NRW
guido

rendolf

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caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #2 am: 21:01:50 Do. 12.April 2007 »
Schau doch mal hier nach.


http://www.gesundheit.de/familie/arbeit-umwelt/schichtdienst-schlaf/index.html

Arbeitgeber bestimmt Anzahl

Der Arbeitgeber kann die Anzahl der in Folge zu leistenden Nachtschichten festlegen, soweit durch Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag keine Regelung getroffen ist. Es gibt keine gesicherten arbeitsmedizinischen Erkenntnisse darüber, ob eine kurze oder längere Schichtfolge die Gesundheit der Arbeitnehmer stärker beeinträchtigt.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11. Februar 1998 - 5 AZR 472/97

und noch ein paar lnk zu dem Thema, gugst du da

http://www.stern.de/wissenschaft/gesund_leben/medizin/550382.html?nv=ct_mt

und da

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=50299

sind nur ein paar ausgewählte. Aber erstmal als Info dienen.

greets
rendolf
.

guido12mh

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caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #3 am: 01:50:02 So. 15.April 2007 »
@rendolf
danke für deine antwort.
kenst du nimanden von da?
gruß guido

Pinnswin

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caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #4 am: 11:39:05 So. 15.April 2007 »
dazu: IG-Metal

dann evtl. noch Krieg der Belegschaft

falls intressant.

Und noch n büschen Hardcore =lang und anstrengend & fast am Thema vorbei.

... hab ne Bekannte bei Cat in Kiel, aber die redet nicht gerne über ihre *Arbeitsbedingungen* - alles Gute!
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

guido12mh

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caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #5 am: 17:15:46 Di. 17.April 2007 »
@Pinnswin
danke auch dir.
wenn deine bekannte nicht darüber reden will wird sie meinem chef wohl nicht so dankbar sein.
gruß guido

ManOfConstantSorrow

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caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #6 am: 12:12:05 Fr. 14.September 2007 »
Kieler Nachrichten vom 14.09.2007  
Zitat
Caterpillar will den Standort Kiel stärken

Kiel – Neuer Schwung für den Industriestandort Kiel: Mit einer dreistelligen Millioneninvestition will der US-Konzern Caterpillar seine Produktion von Schiffsmotoren an der Förde erweitern. Auf dem Werksgelände in Friedrichsort könnten damit zwischen 150 und 300 neue Arbeitsplätze entstehen.
Für die Planung des Projektes habe der Konzern bereits einen zweistelligen Millionenbetrag bewilligt, sagte Oswald Schöffel, Geschäftsführer der Caterpillar Motoren GmbH&Co. KG, gestern nach einem Gespräch mit Wirtschaftsminister Dietrich Austermann und Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz. Zwar hat der Konzern die Erweiterung noch nicht endgültig besiegelt, doch Schöffel zeigte sich zuversichtlich: „Vieles spricht dafür, dass wir das Vorhaben bereits Anfang 2008 umsetzen können.“
Erst im vergangenen Frühjahr hatte Caterpillar seine Kapazitäten in Kiel durch eine neue, zehn Millionen Euro teure Portalbearbeitungsmaschine erweitert. Der anhaltende Boom auf dem Weltschiffbaumarkt macht nun eine Erweiterung in größerem Stil erforderlich. Um die Kapazitäten der Motorblock-Bearbeitung zu vergrößern, soll die 7000 Quadratmeter große Halle 5 um 5000 Quadratmeter erweitert und mit modernsten Maschinen ausgestattet werden. Darüber hinaus plant Caterpillar den Bau eines Trainings- und Bildungszentrums, von dem auch andere Unternehmen der maritimen Wirtschaft Schleswig-Holsteins profitieren sollen. Volquartz sprach von einem „großen Vertrauensbeweis für Kiel“ und sicherte – wie auch Austermann – dem Unternehmen „jede mögliche Hilfe“ zu. So werden Stadt und Land die Kosten für die erforderliche Neuordnung von Gleisanschlüssen auf dem Friedrichsorter Industrieareal übernehmen.
Schöffel betonte, das Caterpillar-Werk in Kiel mit aktuell 1200 festen Mitarbeitern und 200 Zeitarbeitskräften habe in den vergangenen Jahren seine Wettbewerbsfähigkeit „klar unter Beweis gestellt“. Dies sei vor allem ein Verdienst der Beschäftigten, die durch Flexibilität und unentgeltliche Mehrarbeit von einer Stunde pro Woche zur Senkung der Standortkosten beigetragen hätten. Aus diesem Grund habe Caterpillar auch die Strategie revidiert, Kiel langfristig auf Entwicklung und Prototypenbau zu reduzieren und die Serienfertigung von Motoren nach Rostock und Guandong (China) zu verlagern.
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ManOfConstantSorrow

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caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #7 am: 12:31:48 Fr. 14.Dezember 2007 »
Zitat
Kieler Nachrichten vom 14.12.2007  

Caterpillar investiert Millionen an der Kieler Förde

Kiel – Es ist ein Wechselbad der Gefühle: Nur einen Tag nach dem verkündeten Aus für das Fotogroßlabor Eurocolor mit mehr als 100 Beschäftigten gab es gestern eine erfreuliche Nachricht für den Wirtschaftsstandort Kiel: Der US-Konzern Caterpillar gibt für die geplante Erweiterung seiner Schiffsmotorenfertigung an der Förde grundsätzlich grünes Licht.

Damit ist der Weg frei für die bereits im September – damals allerdings noch unter Vorbehalt – angekündigte Investition eines dreistelligen Millionenbetrages. Zwischen 150 und 300 neue Arbeitsplätze könnten damit auf dem Werksgelände in Friedrichsort entstehen. Über die endgültigen Details des Vorhabens werde Anfang des Jahres entschieden, sagte Oswald Schöffel, Geschäftsführer der Caterpillar Motoren GmbH&Co. KG. „Dass wir investieren, steht nun aber fest.“

Erforderlich wurde die Erweiterung – wie berichtet – durch den anhaltenden Boom auf dem Weltschiffbaumarkt. Um die Kapazitäten der Motorblock-Bearbeitung zu vergrößern, soll die 7000 Quadratmeter große Halle 5 um 5000 Quadratmeter vergrößert und mit modernsten Maschinen ausgestattet werden. Darüber hinaus plant Caterpillar den Bau eines Trainings- und Bildungszentrums, von dem auch andere Unternehmen der maritimen Wirtschaft Schleswig-Holsteins profitieren sollen. Caterpillar beschäftigt in Kiel-Friedrichsort aktuell rund 1200 feste Mitarbeiter und etwa 200 Zeitarbeitskräfte. Das Unternehmen produziert Großmotoren in Rostock.
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The_Duke

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caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #8 am: 23:55:30 Do. 28.Februar 2008 »
200 Leiher das ich nicht lache !!!!! Aktuell sind die zahlen bei 300 - 400 !!!!!

Und alle Leiher vom Transport, Hauptlager und was weis ich wo noch werden in dieser Firma niemals eine Chance auf eine Festeinstellung bekommen, da diese Berufe nicht zu den Facharbeiter Berufen gehören auch wenn derjenige gelernter Facharbeiter im Lagerbereich ist, wird dieses damit abgetan das dieser Beruf nicht zu den gesuchten Berufen zählt. Punkt aus ende !!


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caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #9 am: 17:33:57 Mo. 21.April 2008 »
Kieler Nachrichten vom 17.04.2008


Zitat
Zeitarbeit: IG Metall Küste will „Wildwuchs“ stoppen




Kiel – Der Streit um den Boom der Zeitarbeit in Deutschland gewinnt an Schärfe. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern IG Metall und SPD-Bundestagsabgeordnete gesetzliche Maßnahmen, um den „Wildwuchs“ zu stoppen. Die Arbeitgeber verurteilten die Kampagne als „Instrument zur Werbung neuer Gewerkschaftsmitglieder“.
„Leiharbeit ist ein Mittel zur Sicherung der Flexibilität von Unternehmen – sie darf nicht zu Lohndumping und zur Schaffung von Austauschbelegschaften missbraucht werden“, sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, gestern in Kiel. Neben einem Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche fordern Gewerkschaft und SPD-Abgeordnete, Leiharbeitskräfte nach der Einarbeitung genauso zu bezahlen wie fest angestellte Mitarbeiter, die maximale Verleihdauer auf weniger als zwölf Monate zu begrenzen und die Einführung einer Höchstquote für Leiharbeiter. Blankau: „Manche Unternehmen, vor allem Werften, beschäftigen bereits mehr Leiharbeiter als feste Kräfte – das hat mit Flexibilität nichts zu tun, das ist Missbrauch.“ Der Sprecher der schleswig-holsteinischen SPD-Parlamentarier, Ernst-Dieter Rossmann, warf den Arbeitgebern vor, die Zeitarbeit zu instrumentalisieren, um die Bezahlung von Tariflöhnen zu umgehen.
Aus Sicht des Arbeitgeberverbandes Nordmetall wäre eine staatliche Regulierung von Zeitarbeit „wirklichkeitsfremd und beschäftigungsfeindlich“. Nach Angaben von Nordmetall-Sprecher Peter Haas beträgt die durchschnittliche Zeitarbeitsquote in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie lediglich sechs Prozent. Von einem Verdrängen fester Belegschaften könne nicht die Rede sein: „Unsere Mitgliedsunternehmen haben in den vergangenen zwölf Monaten drei Mal so viel Stamm- wie Zeitarbeitsbeschäftigte eingestellt.“ Wer die Zeitarbeit begrenzen wolle,müsse den Kündigungsschutz infrage stellen.
Nach Angaben der IG Metall hat sich die Zahl der Zeitarbeitsverhältnisse von 2003 bis zum Sommer 2007 bundesweit mehr als verdoppelt – auf rund 770000. In Schleswig-Holstein waren Ende 2006 rund 34000 Zeitarbeiter im Einsatz – gut 50 Prozent mehr als drei Jahre zuvor.
Auftragsspitzen erforZu den intensiven Nutzern von Zeitarbeit gehört Caterpillar in Kiel. Nach Angaben der Betriebsratsvorsitzenden Annegret Weiß beschäftigt der Motorenhersteller bei rund 1300 festen Mitarbeitern mehr als 270 Zeitarbeitskräfte. Dies sei „deutlich mehr“ als zur Abarbeitung von derlich sei. Die Unterschiede in der Bezahlung seien „gravierend“ Immerhin habe die Unternehmensführung zugesichert, sich bei Neueinstellungen vor allem aus dem Pool von Zeitarbeitskräften zu bedienen. Die Geschäftsführung will sich „an der Diskussion über Zeitarbeit derzeit nicht beteiligen“. Auch Vossloh setzt auf Zeitarbeit: Von den knapp 600 Mitarbeitern des Kieler Lokbauers ist etwa jeder fünfte ausgeliehen.
Doch es gibt auch Unternehmen, die das Instrument Zeitarbeit kaum nutzen. Bei SauerDanfoss in Neumünster sind gerade 20 von rund 800 Mitarbeitern Leihkräfte. Als Grund nennt Personalchef Achim Heinzer hohen Zeitbedarf für die Qualifizierung und mögliche Risiken für den Betriebsfrieden. Um schnell auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können, setzt der Spezialist für Hydraulikgetriebe auf flexible Arbeitszeitmodelle.
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ManOfConstantSorrow

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Streik bei Caterpillar in Grenoble
« Antwort #10 am: 11:10:37 Do. 02.April 2009 »
01.04.09 - 2.500 Beschäftigte des US-Baumaschinenherstellers Caterpillar im französischen Grenoble traten gestern in den Streik, nachdem der Konzern angekündigt hatte, in Frankreich 733 Stellen zu streichen. Die Arbeiter sperrten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, den Frankreich-Chef des Unternehmens und drei weitere Manager im Büro des Standortleiters ein.
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ManOfConstantSorrow

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #11 am: 20:15:34 Mi. 29.April 2009 »
Zitat
Frankreich
Caterpillar-Arbeiter rebellieren gegen Gewerkschaften

Von Antoine Lerougetel
29. April 2009
aus dem Englischen (28. April 2009)

Arbeiter der Caterpillar- und Continental-Werke in Frankreich rebellierten vergangene Woche gegen die Entlassungen, die zwischen den Gewerkschaften, den Unternehmern und dem Staat ausgehandelt worden waren.

Der transnationale Bau- und Landmaschinenhersteller Caterpillar plant in seinen beiden Werken in Grenoble 733 Entlassungen. Einen Kompromissplan, den die Gewerkschaft mit der Geschäftsleitung ausgehandelt hatte, wiesen die Arbeiter entschieden zurück.

Am 1. April richteten die Gewerkschaftsführer von Caterpillar einen feierlichen Appell an Präsident Nicolas Sarkozy, nachdem sie vier Chefs einen Tag lang in ihrem Büro eingesperrt hatten, um einen besseren Sozialplan zu erreichen. Sie forderten Sarkozy auf, sich für EU-Gelder für die Firma einzusetzen, damit die Produktion in den Grenobler Werken fortgesetzt werden könne.

Am 19. April trafen sich dann Gewerkschaftsvertreter und Caterpillar-Management unter Beteiligung des Wirtschaftsministeriums in Paris, wo der Entwurf einer Vereinbarung zur Beendigung des Arbeitskampfs unterzeichnet wurde. Für dieses Frühjahr wurde der Verlust von 600 Arbeitsplätzen vereinbart. Die übrigen 2.000 Arbeiter müssen mit verschärfter Ausbeutung rechnen, weil die Höchstzahl an Überstunden pro Woche abgeschafft wird. Stattdessen soll im Oktober eine Jahresarbeitszeitregelung eingeführt werden.

Am nächsten Tag wurden die Gewerkschaftsvertreter von Caterpillar (hauptsächlich CGT-Funktionäre, die der KP nahe stehen), bei einer Belegschaftsversammlung niedergeschrien, als sie versuchten, die Caterpillar-Arbeiter zur Annahme des Ergebnisses zu bewegen. Im Anschluss sollten die Details bei einem Treffen im Büro der Arbeitsverwaltung DDTE in Grenoble ausgearbeitet werden.

Die Tageszeitung Libération berichtet, dass die Gewerkschaftsvertreter nicht in der Lage waren, ihre Erläuterungen zu Ende zu führen, und dass sie übereilt zum Treffen im DDTE-Büro aufbrachen, "um die Verhandlungen wieder aufzunehmen... Aber 200 militante Arbeiter eilten kurz entschlossen zur DDTE, um ihren Delegierten den Zutritt zu verwehren... Als die Funktionäre eintrafen, wurden sie von einem Hagel von Eiern empfangen. Sie ergriffen die Flucht. Eine Gruppe von Arbeitern rief: ‚Ab jetzt werden die Verhandlungen im Betrieb geführt, und wir, die Arbeiter, werden entscheiden.’ Dann riefen sie: ‚Zu den Waffen! Wir sind die Arbeiter! Wir werden siegen, wir werden Caterpillar zum Nachgeben zwingen’." Ein wütender Arbeiter habe noch gerufen: "Sie sind als Bittsteller nach Paris gegangen. Sie hätten nicht unterschreiben dürfen, wir werden nichts aufgeben."

Ein CGT-Vertreter erklärte: "Der Entwurf hat keine rechtliche Bindung. Wir werden eine Belegschaftsversammlung haben und die Verhandlungen fortsetzen. Wir haben nur der Form halber, als Zeichen guten Willens unterzeichnet. Aber ich kann verstehen, dass die Arbeiter das anders sehen." Caterpillar will das Gewerkschaftskomitee allerdings vor Gericht zerren, weil es eine unterzeichnete Vereinbarung gebrochen habe.

Nicolas Benoît von der CGT, der Mitglied der Gewerkschaftsdelegation in Paris war, sagte in einem Interview mit Le Monde : "Wir saßen mit dem Management, mehreren Rechtsanwälten und einem Staatsvertreter dort fest, die alle Druck auf uns ausübten. Wir sollten einen Entwurf zu Beendigung des Konflikts unterzeichnen... Schließlich akzeptierten wir einen Kompromiss, weil wir irgendwie die Unterschrift des Direktors bekommen mussten." Die geringfügigen Zugeständnisse, die erreicht wurden, zielten offensichtlich darauf ab, die militanteren Arbeiter zu isolieren. Benoît rechtfertigte die Zustimmung damit, dass "die Diskussionen andernfalls für überhaupt nichts gut gewesen wären".

Er empfahl, man solle sich auf den Staat verlassen, er werde schon eine Konfliktlösung finden: "Wir wollen ein dreiseitiges Treffen, an dem die sechs Vertreter des Streikkomitees, das Caterpillar-Management und auch Vertreter des Staates und der Kommune teilnehmen." Dann schlug er einen neuen Kompromiss vor: "Es darf nicht mehr als 450 Arbeitsplätze kosten, statt der vom Management verkündeten 600, und die geplante Jahresarbeitszeit muss komplett annulliert werden."

Benoît’s Eingeständnis - dass die Notwendigkeit, die Unterschrift des Direktors zu bekommen, der CGT angeblich keine andere Wahl ließ, als die Lebensgrundlage der Arbeiter zu verkaufen - zeigt den Kern der politischen Probleme, mit denen die Arbeiterklasse konfrontiert ist. Die korporatistische Perspektive der Gewerkschaftsbürokratie ist der Grund dafür, dass Benoît auf die Kollision objektiver Klassenkräfte reagiert, indem er sich auf die Seite der Unternehmer stellt. Die Verteidigung von Arbeitsplätzen, Betrieben und Lebensstandard erfordert heute nicht nur einen militanten und politischen Kampf gegen die Bosse, sondern auch gegen die Gewerkschaften. Die Arbeiter müssen um ihre unabhängige Kontrolle über die Industrie kämpfen.

Auch bei Continental kam es zu turbulenten Ereignissen. Als die Arbeiter des Continental Werks in Clairoix am 21. April erfuhren, dass ihr juristischer Einspruch gegen die Schließung ihrer Fabrik mit 1.120 Beschäftigten gescheitert war, verwüsteten sie die Büros der Präfektur, der örtlichen Vertretung der Zentralregierung.

Am 16. März waren Continental-Arbeiter in eine Aufsichtsratssitzung der Firma in Reims eingedrungen und hatten ihre Bosse mit Eiern und Schuhen beworfen. Seither hält die Firma ihre Aufsichtsratssitzungen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einem eintausend Kilometer entfernten Hotel in Nizza ab.
http://www.wsws.org/de/2009/apr2009/cate-a29.shtml
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Kuddel

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Re:caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #12 am: 12:38:01 Mo. 30.Juli 2012 »
Ein weiterer Blick über den Kieler Tellerrand hinaus....

Zitat
Der Streik bei Caterpillar und die Verelendung der amerikanischen Arbeiterklasse
Von Joseph Kishore
28. Juli 2012

Fast vier Jahre nach Beginn der Wirtschaftskrise im Herbst 2008 verschärfen die amerikanischen Konzerne ihre Angriffe auf die Arbeiterklasse. Mit Rückendeckung der Regierung in Washington verfolgen sie eine Strategie des Lohndumpings bis unter die Armutsgrenze. Um sich dagegen zu wehren, sind die Arbeiter einer Schwermaschinenfabrik des Herstellers Caterpillar in Joliet im Bundesstaat Illinois vor drei Monaten in einen Streik getreten.

Caterpillar - mit mehr als 150.000 Beschäftigten weltgrößter Hersteller von Baumaschinen – verlangt von den streikenden 700 Arbeitern in Joliet das Einverständnis zu einem Einfrieren der Löhne und einer kräftigen Erhöhung des Zuzahlungsbeitrags zu den Gesundheitskosten. In der Absicht, ältere und besser bezahlte Arbeiter aus der Firma zu drängen, verlangt die Firmenleitung auch, dass Arbeiter, die die Altersgrenze erreicht haben, den Betrieb innerhalb eines Jahres verlassen oder alle Vergünstigungen verlieren.

Die schlechtest bezahlten Arbeiter bei Caterpillar, einer der ersten Firmen, die ein zweigeteiltes Lohnsystem eingeführt hat, erhalten bereits nicht mehr als 13 Dollar die Stunde. Die Firma will dies zum Standard machen - und anschließend zur Grundlage für noch niedrigere Löhne. Caterpillar, ein globaler Konzern mit Niederlassungen in China, Indien, Brasilien, Europa, Australien und Nordamerika, verfolgt eine internationale Strategie. Nachdem Arbeiter in London in der kanadischen Provinz Ontario im vergangenen Jahr die Forderungen nach einer fünfzigprozentigen Lohnkürzung (von 28 Dollar auf 14 $Dollar) abgelehnt haben, hat die Konzernleitung die Fabrik einfach geschlossen und die Produktion in den US-Bundesstaat Indiana verlegt – wo den Arbeitern 12,50 $ pro Stunde bezahlt werden.

Dieser Angriff auf die Arbeiterklasse hat einen rasanten Anstieg der Profite bewirkt. Diese Woche wurde ein Rekordgewinn in Höhe von 1,7 Mrd. Dollar für das zweite Quartal bekannt gegeben. Dieser Gewinnsprung hat den Drang, die Löhne zu kürzen, nicht etwa verringert, sondern nur den Appetit des Managements geweckt, das versucht, die Profitabilität der Produktion in den USA zu erhöhen, indem sie die Arbeiterklasse in die Armut treibt.

In einem Kommentar über dieses Phänomen schrieb die New York Times vor kurzem: „Caterpillar versucht sich als Pionier auf neuem Terrain, indem es von seiner Belegschaft gewaltige Zugeständnisse fordert, obwohl das Geschäft brummt.“

Für die Wirtschafts- und Finanzelite geht es nicht nur um eine einzelne Firma, sondern um eine dauerhafte Restrukturierung der Klassenbeziehungen. Dieser bereits 2008 weit fortgeschrittene Prozess ist seit dem Einsetzen der größten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression erheblich vorangetrieben worden. Massenarbeitslosigkeit wird als „großer Motivator“ gesehen, der die Arbeiter veranlasst, Löhne zu akzeptieren, die kaum zum Überleben reichen – die neue „Normalität“.

Die Stahlfirmen in den USA versuchen, ihre Stundenlöhne und Zusatzleistungen um 36 Prozent zu senken, wenn die bestehenden Verträge Ende August auslaufen. ArcelorMittal, einer der größten Stahlproduzenten der Welt, verlangt dem Wall Street Journal zufolge das „Recht einseitig die Löhne in Zeiten verringerter Produktion zu kürzen und 32-Stunden-Wochen anzusetzen.“

Erwünschtes Ergebnis ist eine Situation, in der Arbeiter in der Industrie nur wenig mehr verdienen als Arbeiter im Dienstleistungssektor. Dies ist in vielen Firmen bereits der Fall. In der Three-Rivers-Fabrik, die vom amerikanischen Autozulieferer American Axle betrieben wird und wo 2008 ein Streik stattfand, der von der Autoarbeitergewerkschaft isoliert wurde und in einer Niederlage endete, beträgt der Einstellungslohn zehn Dollar pro Stunde. Das sind etwa 21.000 $ im Jahr und liegt um 2000 $ unter der Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie. Die Arbeitskosten im Produktionssektor sinken dramatisch und das, obwohl die Produktivität rasant ansteigt und die Lebenskosten der Menschen ebenfalls in die Höhe schießen.

Der Trend ist nicht auf Arbeiter im produzierenden Gewerbe beschränkt. Beim New Yorker Energiegiganten Con Edison organisierte das Konzernmanagement am 1. Juni die Aussperrung von 8500 Arbeitern mit dem Ziel, sie zur Annahme einer Erhöhung der Gesundheitsabgaben, eines höheren Rentenalters und eines neuen Rentenplans für Neueinstellungen zu bewegen. Am Donnerstag wurde eine vom Gouverneur der Demokratischen Partei ausgehandelte Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Management angekündigt, die sich dem Diktat der Firma beugt.
http://www.wsws.org/de/2012/jul2012/cate-j28.shtml

Kuddel

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Re:caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #13 am: 16:17:01 Mo. 05.September 2016 »
Zitat
Caterpillar: 2.000 Arbeitsplätze weg

Der US-Baumaschinenhersteller Caterpillar schließt seine Fabrik in Belgien und vernichtet rund 2.000 Arbeitsplätze. Die Produktion in Gosselies in der Nähe von Charleroi solle auf andere Standorte verteilt werden, erklärte das Unternehmen am Freitag.
https://www.rf-news.de/2016/kw35/03.09.16-caterpillar-vernichtet-2.000-arbeitsplaetze

BGS

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Re:caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #14 am: 17:33:12 Mo. 05.September 2016 »
Also ab jetzt keine Arbeitsschuhe mehr von denen.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

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(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)