Autor Thema: caterpillar (KN 27.2.03)  (Gelesen 21424 mal)

Rudolf Rocker

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Re:caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #15 am: 18:26:51 Mo. 05.September 2016 »
Nee, die sind auch viel zu schwer! ;D

Kuddel

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #16 am: 18:24:46 Do. 08.Juli 2021 »
Zitat
Aus für Caterpillar in Kiel

Bis Ende 2022 will Caterpillar an seinen Standorten in Deutschland und China keine MSE Motoren mehr herstellen. Alleine in Kiel-Friedrichsort sind rund 670 Menschen angestellt.

Seit Jahren ist die Motoren-Abteilung von Caterpillar in Schieflage. In den vergangenen Jahren hat es immer wieder Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft gegeben. Außerdem sind wiederholt Arbeitsplätze abgebaut worden, zuletzt war das vor eineinhalb Jahren der Fall. Nun hat der US-amerikanische Mutterkonzern die Belegschaft darüber informiert, dass bis Ende 2022 der Verkauf der mittelschnelllaufenden Motoren (MSE) an allen seinen Standorten in Deutschland und China eingestellt wird.

Nur noch Service, keine Produktion mehr

Künftig wolle sich das Unternehmen auf Aftermarket-Service von MSE-Motoren konzentrieren, so ein Unternehmenssprecher. Und weiter heißt es in der kurzen Mitteilung wörtlich: "Die lokale Geschäftsführung beabsichtigt die erforderlichen Schritte zu unternehmen, um die Geschäftstransformation bis Ende 2022 im wesentlichen abzuschließen."

IG Metall will kämpfen

Kritik kommt von der IG Metall. Die Gewerkschaft kritisiert vor allem die Art und Weise, wie die Belegschaft über die Entscheidung informiert wurde. Das erfolgte nämlich zum größten Teil per Online-Videobotschaft. "Wir haben damit nicht gerechnet, da wir ja erst Ende 2020 einen Sozial-Tarifvertrag mit der Kieler Geschäftsführung vereinbart haben, damit der Standort gesichert ist", so Stephanie Schmoliner, Geschäftsführerin der IG Metall Kiel-Neumünster. Die Politik sei bereits informiert worden, so die Gewerkschaftlerin: "Wir können als IG Metall nur sagen, dass jetzt gekämpft werden muss. Eine Standortschließung nehmen wir nicht hin." Neben Kiel hat Caterpillar noch einen Standort in Henstedt-Ulzburg im Kreis Segeberg. Im dortigen Lager sind rund 60 Menschen beschäftigt, die nach der Auflösung in Rostock untergebracht werden sollen.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Aus-fuer-Caterpillar-in-Kiel,caterpillar134.html

Die IGM weiß nicht, wie kämpfen geht.

Zitat
Aus für Caterpillar in Kiel
Politik völlig überrascht

Die Meldung hat Politiker, Gewerkschaft und Arbeitnehmer kalt erwischt: Caterpillar will an seinen deutschen und chinesischen Standorten keine MSE-Motoren mehr bauen. In Kiel arbeiten gut 670 Beschäftigte.


Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) sprach von einem "ganz herben Schlag" und zeigte sich enttäuscht vom US-amerikanischen Unternehmen Caterpillar. Der große Einsatz der Beschäftigten in Kiel sei nicht belohnt worden. "Umso mehr steht der Konzern nun aber in der Pflicht, den betroffenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen über angemessene finanzielle Leistungen und eine Transfergesellschaft Perspektiven zu geben und die Härten so weit wie möglich abzufedern."

Wirtschaftsministerium will Gespräche aufnehmen

Thilo Rohlfs, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, reagierte ebenfalls überrascht und enttäuscht. "Der geplante Stellenabbau - wenn er denn so kommt wie jetzt angekündigt - ist ja quasi eine Schließung der Standorte." Nicht nur für die Mitarbeiter sei das hart, sondern es treffe auch den Industriestandort Schleswig-Holstein. Wir sind von dieser Meldung kalt erwischt worden." Laut Rohlfs gab es gerade Gespräche mit der Geschäftsführung in diesem Jahr - der Schritt jetzt in der Sommerpause sei deshalb "überraschend". Er kündigte an, erneut das Gespräch mit der Geschäftsleitung zu suchen. "Wir bemühen uns derzeit um einen Termin."
Suche nach sozialverträglichen Lösungen für Mitarbeiter

Zusammen mit der Gewerkschaft IG Metall will das Wirtschaftsministerium zunächst mehr Hintergründe erfahren über die Entscheidung. "Wir werden uns auch noch mal stark machen für Alternativpläne - und vor allem für sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Aus-fuer-Caterpillar-in-Kiel-Politik-voellig-ueberrascht,caterpillar136.html

...Transfergesellschaft... die Härten so weit wie möglich abzufedern... Gespräche... überraschend... Wir bemühen uns... Suche nach sozialverträglichen Lösungen...

Erbärmlich!

Kuddel

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #17 am: 18:59:51 Fr. 09.Juli 2021 »
Wir sollten uns mal ein paar Gedanken machen, wie man es verhindert, daß immer wieder und wieder sich das gleiche Drama abspielt. Der IGM Filz ist nicht bereit und nicht vorbereitet, den Strategien des Kapitals paroli zu bieten.

Sie hat ihren Job als Gewerkschaft völlig verfehlt, wenn sie so radikale Schritte des Managements nicht geahnt hat und völlig unverbereitet dasteht. Dieses Geheule vor der Presse und der Ruf nach der Hilfe "der Politik" (der Freunde aus der SPD) sind ein Trauerspiel.

Eine Gewerkschaft, die die Interessen der Beschäftigten vertritt, würde eine Niederlegung aller Arbeiten auf der Stelle organisieren. Der Betrieb sollte besetzt und verbarrikadiert werden. Der Maschinenpark dient als Faustpfand. Mit der Belegschaft sollte ein Konzept für eine Übernahme und eine selbstverwaltete alternative Produktion erarbeitet werden.

Hört auf zu flennen! Fangt an zu kämpfen!

Fritz Linow

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #18 am: 00:22:21 Sa. 10.Juli 2021 »
Eine zünftige Besetzung des Geländes seitens der Belegschaft wäre natürlich ein Traum. Kiel und die SPD/IGM sind aber Meister in der Befriedung, siehe großer abgewürgter HDW-Streik in den 50ern. Jetzt kommen viele Floskeln und Beschwichtigungen, eine grundsätzlich andere Herangehensweise wird es aber nicht geben, dafür fehlen Strukturen, die jahrzentelang vergessen und nicht wieder aufgebaut wurden.
Die Freakos von Urbantransitionstartupscheißdreck freuen sich eh auf das Gelände, - sollte es nicht total verseucht sein-, und die linken Klimatypen freuen sich wohl still, weil ja Dieselmotoren produziert wurden.

Knapp 700 Entlassungen mag für andere Städte nicht viel klingen, für Kiel ist es aber eine gewaltige Menge, weil es keine Alternative außer schlecht bezahlte Callcenterjobs und neoliberale Startup-Propaganda gibt.

Die Stadt Kiel stellt sich halt dem Wettbewerb, also sollte man da mit Besetzung und Ärgern mitmischen, ohne SPD und IGM, aber wie?

Fritz Linow

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #19 am: 11:28:37 Mo. 12.Juli 2021 »
Die dumme LINKE hält sich bisher mit Stellungnahmen vornehm zurück. Mir egal...

Kuddel

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #20 am: 17:30:55 Mo. 12.Juli 2021 »
Zitat
Caterpillar Aktie: Hammer Ergebnisse!

Der Baumaschinenriese Caterpillar hat am Donnerstag einen besser als erwarteten Gewinn für das erste Quartal gemeldet. Die CAT-Aktie stieg vor der Eröffnung und signalisierte einen Ausbruch über einen Kaufpunkt.

Der Dow-Jones-Riese meldete die Ergebnisse inmitten des Pandemie-Ära-Immobilienbooms und einer Erholung der Nachfrage nach Rohstoffen – was alles eine größere Nachfrage nach den Bau- und Bergbaumaschinen von Caterpillar bedeuten könnte.

Caterpillar-Ergebnisse

Schätzungen: Die Wall Street erwartete für Caterpillar einen Gewinnanstieg um 21% auf $1,93. Der Umsatz sollte um 4% auf $11,05 Mrd. steigen.
...
https://www.finanztrends.de/caterpillar-aktie-hammer-ergebnisse/

Kuddel

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #21 am: 18:48:40 Do. 29.Juli 2021 »
Zitat
Landeshauptstadt Kiel setzt sich für Erhalt der Caterpillar-Standorte ein

Kiels Arbeits- und Sozialdezernent Gerwin Stöcken hat sich mit Vertretern der IG Metall und mit Betriebsräten der Caterpillar-Standorte Kiel, Rostock und Henstedt-Ulzburg getroffen. Vereinbart wurde, dass gemeinsam dafür gekämpft werden soll, dass die beiden Standorte in Kiel (Motorenbereich und Gießerei) sowie die Standorte in Henstedt-Ulzburg und in Rostock erhalten bleiben.




"Zunächst geht es darum, den US-Konzern Caterpillar zu Gesprächen zu bewegen. Das ist leider schwieriger als gedacht, denn bisher hat das Unternehmen weder auf Gesprächsforderungen von Gewerkschaften noch auf gesetzliche Informationspflichten von Betriebsräten reagiert", so Stadtrat Gerwin Stöcken, der mit dem zurzeit im Urlaub weilenden Oberbürgermeister Ulf Kämpfer im engen Austausch steht.

"Sollte der Konzern weiterhin zu keinerlei Gesprächen bereit sein, werden wir gemeinsam den öffentlichen Druck auf das Unternehmen verschärfen. Es ist nicht hinnehmbar, dass berechtigte Fragen zur Zukunft von mehreren hundert Arbeitsplätzen einfach ignoriert werden."

Für das gemeinsame Vorgehen wird die Landeshauptstadt Kiel die Kräfte aus den vier bundesdeutschen Standorten Kiel, Rostock und Henstedt-Ulzburg bündeln. Gemeinsam mit der Landesregierung soll dann für den Erhalt der Standorte gekämpft werden.

An den Auftaktgesprächen haben teilgenommen: Anne Urban (Betriebsratsvorsitzende Rostock), Ralf Böhm (stellvertretender BR-Vorsitzender CCK), Günter Ernst (BR-Vorsitzender CCK), Steffen Kreis (IGM Kiel-Neumünster), Thomas Stark (BR-Vorsitzender CAT Kiel), Ronald Baukert (BR-Vorsitzender CAT Henstedt-Ulzburg), Matthias Erfurth (stellvertretender BR-Vorsitzender CAT Henstedt-Ulzburg), Stephanie Schmoliner (Geschäftsführerin IG Metall Kiel-Neumünster), Andre Rimkus (stellvertretender BR-Vorsitzender CAT Kiel), Stadtrat Gerwin Stöcken, Robert Schall aus dem Büro des Oberbürgermeisters.
https://www.kiel-magazin.de/artikel/landeshauptstadt-kiel-setzt-sich-fuer-erhalt-der-caterpillar-standorte-ein

Ich werde aus dem Text nicht recht schlau. "Es ist nicht hinnehmbar" heißt es da und "dass gemeinsam dafür gekämpft werden soll". Was stellt man sich unter einem "Kampf" eigentlich vor? Der Konzern hat nicht einmal Bock, sich mit Betriebsräten und anderen Gewerkschaftsfatzkes zu unterhalten. Jetzt holt man sich erbärmliche SPD Politiker zur Hilfe. Welch Drohkulisse!

Ich mehme mal an, man arbeitet brav im Caterpillar Werk weiter und sorgt dafür, daß in den Kassen der Aktionäre weiterhin klingelt. Man kommt nicht auf die Idee, die Tore des Werks zu verrammeln, um den Abtransport der Maschinen zu verhindern...

Kampf = Fototermin vor dem Gewerkschaftshaus??

Ziel: "den US-Konzern Caterpillar zu Gesprächen zu bewegen."

Wundert sich noch jemand über die "Krise der Gewerkschaften" und daß ihnen die Mitglieder in Scharen davonlaufen?

Fritz Linow

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #22 am: 12:47:53 Fr. 30.Juli 2021 »
Zitat
30.7.21
Caterpillar-Aus in Henstedt-Ulzburg schockt Mitarbeiter

Die Ankündigung der Konzernzentrale mit dem Aus für drei Standorte in Norddeutschland hat auch Auswirkungen auf Henstedt-Ulzburg. Dort hat Caterpillar vor zehn Jahren ein Lager errichtet. Um die 60 Jobs sind in Gefahr. Die Mitarbeitenden sind schockiert und sauer.
(...)
Auf den Einfluss der Politik auf die US-Konzernführung setzt die IG Metall. Deutsches Arbeitsrecht werde mit Füßen getreten. „Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, um unsere Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen“, betont Steffen Kreisl. Die Chance auf einen Erhalt der Standorte sei nicht riesig, „aber wir haben eine!“, meint der Gewerkschafter.
https://www.kn-online.de/Region/Segeberg/Auch-Caterpillar-Standort-Henstedt-Ulzburg-vor-dem-Aus

In Kiel soll es wohl zumindest die fixe Idee einer Rekommunalisierung des Geländes geben.

Kuddel

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #23 am: 19:07:58 Mo. 09.August 2021 »
Zitat
Eine hohe Nachfrage aus der Bauwirtschaft und aus den Bergwerksunternehmen sorgt beim US-Baumaschinenhersteller Caterpillar weiterhin für kräftiges Wachstum. Der Konzern beschleunigte sein Tempo im vergangenen Quartal nochmals. Dabei konnte Caterpillar über alle Regionen und Geschäftsbereiche hinweg wachsen. Der Erlös zog zwischen April und Juni im Vorjahresvergleich um 29 Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar (10,9 Mrd Eur) an, wie das Unternehmen am Freitag in Deerfield mitteilte. Unter dem Strich zog der Gewinn mit 1,4 Milliarden Dollar auf mehr als das Dreifache an. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten.
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/caterpillar-macht-weiter-gute-geschaefte-mit-der-bauwirtschaft-gewinnsprung-10392004

Zitat
(...) "Der geplante Stellenabbau - wenn er denn so kommt wie jetzt angekündigt - ist ja quasi eine Schließung der Standorte." Nicht nur für die Mitarbeiter sei das hart, sondern es treffe auch den Industriestandort Schleswig-Holstein. Wir sind von dieser Meldung kalt erwischt worden." Laut Rohlfs gab es gerade Gespräche mit der Geschäftsführung in diesem Jahr - der Schritt jetzt in der Sommerpause sei deshalb "überraschend". (...)

Der US-amerikanische Mutterkonzern hat am Mittwoch die Belegschaft darüber informiert, dass bis Ende 2022 der Verkauf der mittelschnelllaufenden Motoren (MSE) an allen seinen Standorten in Deutschland und China eingestellt wird. (...)

Die Gewerkschaft kritisiert vor allem die Art und Weise, wie die Belegschaft über die Entscheidung informiert wurde. Das erfolgte nämlich zum größten Teil per Online-Videobotschaft.  (...)

Caterpillar sei in Friedrichsort nicht irgendein Betrieb, sondern ein Ankerunternehmen. Daran würden auch Nachbarwerften hängen. (...)
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Aus-fuer-Caterpillar-in-Kiel-Politik-voellig-ueberrascht,caterpillar136.html (Mit Video)

Viele Mitarbeiter seien deshalb später zur Arbeit gekommen, berichtet der NDR Filmbeitrag.
Es gab heute eine Betriebsversammlung?
Es wäre spannend, mehr zu erfahren.



Kuddel

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #24 am: 17:18:02 Sa. 21.August 2021 »
Zitat
Resolution einstimmig verabschiedet
Kiel: Ratsversammlung erklärt Solidarität mit Beschäftigten von Caterpillar

Einstimmig hat die Kieler Ratsversammlung sich zu den Beschäftigten des Schiffsmotorenherstellers Caterpillar am Standort Kiel-Friedrichsort bekannt. Das Werk ist von Schließung bedroht. Eine weitere Resolution fordert die Aufnahme von Ortskräften aus Afghanistan in Kiel.


https://www.kn-online.de/Kiel/Kiel-Rat-erklaert-Solidaritaet-mit-Beschaeftigten-von-Caterpillar

Kuddel

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #25 am: 15:02:46 Sa. 11.September 2021 »

Kuddel

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #26 am: Gestern um 20:18:25 »
Zitat
Mitarbeiter von Caterpillar demonstrieren in Kiel



Nach Polizeiangaben waren rund 1.000 Menschen bei dem Demonstrationszug vom Exerzierplatz in Richtung Bootshafen dabei. Das bedeutete vor allem lange Wartezeiten für Autofahrer auf der Kaistraße stadtauswärts. Anschließend zogen die Demonstranten über den Dreiecksplatz, wo es die nächsten Reden gab, zurück zum Exerzierplatz, wo die Demo sich dann am späten Nachmittag auflöste.

670 Mitarbeiter von Schließung betroffen

Bis Ende 2022 will Caterpillar an seinen Standorten in Deutschland und China keine MSE-Motoren mehr herstellen. Alleine in Kiel-Friedrichsort sind rund 670 Menschen angestellt. Wie es für sie weitergeht, ist noch völlig unklar. Nach Angaben des Caterpillar-Betriebsrates soll nicht einmal die Geschäftsführung des Kieler Standortes vorab über das geplante Aus informiert gewesen sein.

Betriebsrat: Caterpillar muss verkaufen


Die Geschäftsführerin der IG Metall Kiel/Neumünster, Stephanie Schmoliner, sagte bei der Demo NDR Schleswig-Holstein: "Auf jeden Fall kann der Standort eine Zukunft haben. Wir können das zukunftsträchtigste, klimafreundlichste Motorenwerk werden. Dafür brauchen wir aber auch einen Konzern, der das zulässt." Für Thomas Stark, den Betriebsratsvorsitzenden von Caterpillar in Kiel, ist eine Schließung des Standortes keine Option: "Wir müssen den Konzern zwingen, uns zu verkaufen. Wir sind zukunftsfähig und wir haben zukunftsfähige Produkte und wir verstehen überhaupt nicht, warum Caterpillar uns einfach abstößt und nicht mit uns in die Zukunft gehen will."
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Mitarbeiter-von-Caterpillar-demonstrieren-in-Kiel,caterpillar166.html

Fritz Linow

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Re: caterpillar (KN 27.2.03)
« Antwort #27 am: Heute um 13:08:19 »
Die Demo war gut durchorganisiert. Mehr gibt es eigentlich nicht zu berichten. Viel Politikerblabla auch wegen Wahlkampf und phantasielose Appelle. Wie immer bei solchen Demos sind es die Azubis, die etwas Schwung reinbringen. Ansonsten eher Abwehrrhetorik und Empörung. Als der Bürgermeister Kämpfer (SPD) als Abschlussredner mit den Worten angekündigt wurde "Wer Kiel sagt, muss auch Kämpfer sagen!", war es Zeit zu gehen. Als Auftakt für einen längeren Kampf, der nun geführt werden soll, war es nicht wirklich motivierend.

(Die Gewerkschaft der Servicekräfte war ebenfalls anwesend)