Autor Thema: spargeldebatte 07  (Gelesen 4701 mal)

Hartzhetzer

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spargeldebatte 07
« Antwort #15 am: 10:02:55 Di. 10.April 2007 »
Zitat
Original von Stumme Ursel
Jungs, dass Thema ist zu traurig als das man Witze macht.  :rolleyes: Wer Spargel konsumieren möchte soll halt bluten dafür, das Kilo kann ruhig 20€ kosten, Hauptsache die Menschen die sich bücken beim Spargelstechen werden anständig bezahlt.

Das Kilo müsste bei anständiger Bezahlung der Erntehelfer nicht einmal teurer werden, wenn sich der Unternehmer/ Bauer nicht so viel Gewinn in die eigene Tasche stecken würde.
Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
- Albert Einstein -

Jedoch ist das genau das, was in einer Marktwirtschaft Alternativlos ist.

Stumme Ursel

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spargeldebatte 07
« Antwort #16 am: 18:13:53 Di. 10.April 2007 »
Heute im Lügenblatt "Der Spiegel" erschienen, "Deutsche Löhne sind polnischen Hilfskräften zu niedrig!"

Auszug aus dem Artikel: Auf deutschen Spargelfeldern fehlen Erntehelfer. Weil polnische Saisonkräfte hier schlechter bezahlt werden als in anderen Ländern, kehren sie Deutschland den Rücken. In Skandinavien und den Benelux-Staaten sind sie willkommen.
Nichts im Universum ist ohne Wert, denn die Natur tut nichts vergeblich (Aristoteles)
Ein böses Wort ist wie ein Stein, der in einen Brunnen geworfen wird: die Wellen mögen sich glätten, doch der Stein bleibt. (Konfuzius)

alfred

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spargeldebatte 07
« Antwort #17 am: 18:17:32 Di. 10.April 2007 »
Bei uns diese Woche im Diska: 1kg ("frischer") Spargel deutlich unter 7 Euro...
To be is to do (Socrates), To do is to be (Sartre), Do be do be do (Sinatra)

Paul Brömmel

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spargeldebatte 07
« Antwort #18 am: 18:58:31 Di. 10.April 2007 »
@alfred,
das kann nur minderwertiges Zeug sein,geerntet von notdürftig angelernten deutschen Arbeitslosen !
Ich denke,Du boykotierst standhaft den Kauf solcher wertlosen "Ware" und läßt Dir am Stand,wo der Spargel 11€ kostet,ein Zertifikat ausstellen,daß den ein gelernter und erfahrener polnischer Spargelstecher geerntet hat !  :D !

Wilddieb Stuelpner

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spargeldebatte 07
« Antwort #19 am: 22:20:21 Di. 10.April 2007 »
Heute in Phoenix lief 09.45 Uhr dieser Film:

"Neuengland - American Beauty mit europäischem Charme".

Neuenglandstaaten = US-Bundesstaaten Connecticut, New Hampshire, Maine, Massachusetts, Rhode Island und Vermont an der Ostküste

Da sagte doch ein interviewter us-amerikanischer Biofarmer sinngemäß: Esse das, was Du siehst!

Also kaufe nur daß, was es vor Ort und zu den üblichen Jahreszeiten angebaut, verarbeitet wird und zu kaufen gibt. Nur so bleibt man als Verbraucher auf den Teppich und weiß die eigene Landwirtschaft kostengünstig zu nutzen, zu schützen und zu schätzen.

Auf europäischen Tischen brauchen wir kein argentinisches Rindfleisch, wo man Regenwälder abholzt und brandtrodet, um die Weideflächen zu bekommen.

Wozu Erdbeeren aus Chile, Wein aus Kalifornien, Blumen aus Peru, wenn es gleichzeitig in der EU blödsinnige Stillegungsprämien für landwirtschaftliche Nutzflächen gibt? Das ist unnötiger Luxus, Verschwendung von Roh- und Kraftstoffen und Umweltverschmutzung.

Durch den Werbe- und Marketingterror haben die Verbraucher überzogene Ansprüche. Man sollte den Schäüble statt auf vermeintlich arabische Terroristen, besser auf die Werbe- und Marketingterror ausübenden Firmen und Medien Amok laufen lassen. Da handelt er endlich mal vernünftig.

Und noch eins: Eine qualifizierte und berufserfahrene Arbeitskraft hat ihren realen Wert und dafür sollte man auch den realen Preis zahlen, egal ob der Landarbeiter, der Pflücker, der Weinleser in Portugal, in Griechenland, in der Ukraine oder Bulgarien arbeitet.

Wir brauchen kein Europa der profitgeilen Unternehmer, sondern ein Europa der gleichberechtigten und sozial abgesicherten Bürger. Der Anspruch auf gleiche, menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen gilt auch für jeden Menschen auf dieser Erde. Die Durchsetzung des Leistungsprinzips sollte dazu dienen, daß jeder seinen Teil beiträgt, damit die soziale Sicherung der Gesellschaft garantiert wird.

Stumme Ursel

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spargeldebatte 07
« Antwort #20 am: 07:53:54 Mi. 11.April 2007 »
Joachimkuehnel, dass was du beschreibst ist das Prinzip des Ayurveda. Mal am Rande notiert, für einen Big Mac benötigt man bis zum Verkauf 15.000 Liter Wasser! Für ein Kilo Reis 5.000 Liter und für 1 Kilo Weizen immerhin noch 1.000 Liter Wasser. Da sind dann die Transporte, also Energieverbrauch gar nicht mit drin.

Hier mal eine Adresse für die, die Interesse haben: http://www.gesundheitstrends.de/wellness/magazin/ayurveda2.php
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Wilddieb Stuelpner

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spargeldebatte 07
« Antwort #21 am: 10:19:04 Mi. 11.April 2007 »
Mit dem indischen Ayurveda-Hokuspokus hat vernünftiger Umgang mit den Nahrungsmitteln, der Natur und Umwelt nichts zu tun. Man entzieht sich als hoffentlich, vernunftbegabtes und einsichtes Lebewesen nicht seiner und der Mitmenschen eigenen Existenzgrundlage.

,,Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann."

"Only after the last tree has been cut down / Only after the last river has been poisoned / Only after the last fish has been caught / Then will you find that money cannot be eaten."

in ähnlicher Formulierung von Häuptling Seattle (Suquamish) in einer Rede 1854 vor Isaac I. Stevens, dem Gouverneur der Washington Territories. Der amerikanische Journalist Henry A. Smith, Ohrenzeuge der Rede, gab den Satz 1887 (also 33 Jahre später) in der Zeitung „Seattle Sunday“ aus seiner Erinnerung wie folgt wieder:

„Und wenn der letzte rote Mann von der Erde verschwunden und die Erinnerung des weißen Mannes an ihn zur Legende geworden ist, dann werden diese Gestade übervoll sein von den unsichtbaren Toten meines Stammes, ...dann wimmeln sie von den wiederkehrenden Scharen, die einst dieses Land bevölkerten und es immer noch lieben.“

Soviel der Ausrottungsfeldzug der weißen Siedler gegen die indianischen Ureinwohner, so wie heute die USA gegen alle Völker vorgeht, die über Rohstoffe und Bodenschätze verfügen, die die US-Konzerne begehren. Es hat sich an den Zielen und Absichten der USA nichts geändert, nur an den Ausmaßen. Die Völker sind eigentlich vernünftiger als ihre Regierungen.

Ab und zu sollten die US-Bürger in ihrer eigenen Unabhängigkeitserklärung nachsehen und diese erklärten Menschenrechte jedem anderen Menschen auf diesen Planeten genauso zugestehen.

Die erste deutsche Übersetzung der Unabhängigkeitserklärung veröffentlichte einen Tag nach ihrer Verabschiedung die deutschsprachige Zeitung Pennsylvanischer Staatsbote in Philadelphia. Sie gab diesen Abschnitt folgendermaßen wieder:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit sind. Dass zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; dass sobald eine Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volkes ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu sein dünkte.“

Dr. Martin Luther King, Jr., Protestkundgebung March on Washington for Jobs and Freedom am 28. August 1963 in Washington D.C.

„Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages diese Nation erheben wird und die wahre Bedeutung ihres Glaubensbekenntnisses ausleben wird: ‚Für uns soll als selbstverständlich gelten: Alle Menschen sind als gleich geschaffen.
Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.
Ich habe einen Traum, dass eines Tages selbst der Staat Mississippi, ein Wüstenstaat, der in der Hitze der Ungerechtigkeit und in der Hitze der Unterdrückung verschmachtet, in eine Oase der Freiheit und Gerechtigkeit verwandelt wird.
Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt.
Ich habe einen Traum, heute!“

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Was man von der USA halten sollte:

Dr. Martin Luther King:

„Wir können keine aufgeklärte Demokratie sein, wenn eine große Bevölkerungsgruppe ignoriert wird. Wir können keine starke Nation sein, wenn ein Zehntel der Bevölkerung schlecht ernährt und krank durch Bazillen ist, die keinen Unterschied zwischen Schwarzen und Weißen machen - befolgt die Jim Crow-Gesetze nicht [..]“ [1]

[1] Clayborne Carson: The Autobiographie of Martin Luther King, Jr. S. 9 : „We cannot have an enlighted democracy with one great group living in ignorance. We cannot have a healthy nation with one-tenth of the people ill-nourished, sick, harboring germs of disease which recognize no color lines - obey no Jim Crow laws [..]“

Stumme Ursel

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spargeldebatte 07
« Antwort #22 am: 17:11:44 Mi. 11.April 2007 »
Mein lieber joachimkuehnel, du hast von Ayurveda so wenig Ahnung wie ich vom Fliegen.  :D Ayurveda ist mehr als Hokuspokus wie du es bezeichnest. Kurz und bündig, man lebt am besten wenn man das isst was in seinem Kulturkreis natürlich gedeiht und wächst.  ;)
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alfred

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spargeldebatte 07
« Antwort #23 am: 17:19:17 Mi. 11.April 2007 »
Zitat
man lebt am besten wenn man das isst was in seinem Kulturkreis natürlich gedeiht und wächst
Gelb blühenden Raps und schlechtgelaunte deutsche Mitbürger - ich bin doch kein Direktzünder oder Kanibale  ?(
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Wilddieb Stuelpner

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spargeldebatte 07
« Antwort #24 am: 18:39:02 Mi. 11.April 2007 »
Spar|gel, der; -s, -, (schweiz. meist:) -n, (südd., schweiz. auch:) die; -, -n [spätmhd. sparger, über das ...

Quelle: Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 6., überarbeitete Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 2007.

Also gibt es zur Unterscheidung zwischen Einzahl (Singular) und Mehrzahl (Plural) in diesem speziellem Fall keine Veränderungen im Hauptwort (Nomen, Substantiv) und auch nicht im Geschlechtswort (Artikel).

Nomen stehen im Singular (Einzahl), wenn sie e i n e Sache bezeichen,
und im Plural (Mehrzahl), wenn sie sich auf z w e i oder m e h r e r e Sachen beziehen.

Einige Nomen kommen n u r im Singular vor!

Zum Beispiel: der Regen, der Schnee,
die Milch, die Butter,
das Gold, das Silber,
die Wärme, die Liebe,
das Vertrauen, das Glück,
der Neid, der Aberglaube

Also gibt es diesen Begriff in der Ein- wie Mehrzahl als der Spargel.

Es ist Unfug Zuwächse oder Tunnels zu sagen. Richtig wäre der Zuwachs, aber der bzw. die Tunnel.

Quelle: http://www.udoklinger.de/Deutsch/Grammatik/inhalt.htm

Es ist beschämend, wenn die eigenen Politiker, Medienfritzen die eigene Muttersprache nicht beherrschen und aktiv Sprachverhunzung betreiben (außen vor, Zuwächse, Tunnels, ...). Also sollten diese Leute es sich verkneifen, sich über schlechte Schulkenntnisse unserer Kinder und Jugendlichen auszulassen. Sie geben selbst ein schlechtes Pisa-Beispiel ab.

Wenn einige CDU-Politiker wie Koch, Beckstein und Stoiber zur Einbürgerung Bildungs- und Wissenstests verlangen, dann sollten sie diese Tests schnellstens an sich selbst ausprobieren. Ich wette, diese Politiker erhalten umgehend einen Ausweisungsbefehl und werden zu Staatenlose erklärt, weil niemand diese Säcke will. Sie sind auch zu Nichts nutze, außer zum eitlem Rumstolzieren und Sinnlosem palavern.