Autor Thema: Arbeitslosigkeit und Psychosoziale Folgen  (Gelesen 2469 mal)

Eivisskat

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Arbeitslosigkeit und Psychosoziale Folgen
« am: 12:02:52 Do. 12.April 2007 »
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Hartzhetzer

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Arbeitslosigkeit und Psychosoziale Folgen
« Antwort #1 am: 11:37:31 Fr. 13.April 2007 »
Naja, teils- teils

Was mir bitter aufstößt, ist mal wieder die Grundideologie durch Erwerbsarbeit würde man Lebensinhalt und Selbstverwirklichung erfahren. Was ist es denn für ein Lebensinhalt nie ausschlafen zu können, früh im Dunkeln los zu gehen und abends im Dunkeln nach Hause zu kommen.
Dient es den der Selbstverwirklichung den ganzen Tag an einem Ort zu sein, wo man nicht sein will, monotone Tätigkeiten unter Stress tun zu müssen, die einen schon ohne Stress nerven würden?

Was ist den die Hauptursache dafür, dass man die Freizeit nicht als Freizeit empfindet und stattdessen seelisch Mürbe wird? Das man sich Sozial Isoliert und dadurch Ängstlich und Depressiv wird? Das sich Frust bis hin zur Gewaltbereitschaft anstaut?
Die Hauptursache laut Text ist die Untätigkeit in Form von Erwerbsarbeit.
Das ist Falsch!
Es ist eher die erzwungen Untätigkeit, die durch die von oben gewollte Armut entsteht. Hier meine ich nicht Intellektuelle Armut in Form von Ideen und Fantasie. Ich meine die finanzielle Armut die selbst den Einkauf von Grundnahrungsmitteln zur Schikane werden lässt. Geschweige denn die Möglichkeit sich an Gesellschaftlichen/ Kulturellen Ereignissen beteiligen zu können.
Die finanzielle Armut sorgt doch letztendlich dafür das man mit seiner Freizeit nichts anzufangen weis, obwohl man bestimmt genug Ideen hat.
Da wird dann selbst der Stadtbummel oder Spaziergang bei schönem Wetter zur frustrierenden Belastung. Spätestens dann, wenn einem aus einem Imbiss der Duft frischen Essens in die Nase steigt aber im Geldbeutel ebbe ist.
Irgendwann versucht man dann diese Dinge nur noch zu meiden, weil einen der Frust darüber innerlich ausbrennt, was wiederum selbst gewollte Soziale Isolation zur Folge hat. Dadurch entsteht später Depression, bis hin zum eventuellen Selbstmord, im schlimmsten Fall.

Selbst die angeratenen Psychologen, Sozialarbeiter und alle anderen Institutionen kotzen einen mit der Zeit nur noch an. Reden hilft Anfangs unumstritten, aber spätestens wenn man das ein oder andere Problem zum zwanzigsten mal durchgekaut hat, erkennt man auch darin keinen Sinn mehr. Die angeführten Leute sagen zwar ja und amen zu dem was man ihnen erzählt, geben auch den einen oder anderen gut gemeinten Tip/ Ratschlag aber das was einen wirklich am Leben fehlt können sie den Betroffenen nicht geben.
Das Geld zum Leben!
Im Gegenteil, dank Frau Schmidt und Hartz IV kosten diese Dinge dem Betroffenen zusätzliches Geld, Geld was er nicht hat.

Nun mag ein schlauer Fuchs daherkommen und sagen: "Suche dir Arbeit, dann hast du mehr Geld".
Ich werde jetzt gezielt die Working Poor Gedanken außer Acht lassen und vom Idealfall der Geldvermehrung durch Erwerbsarbeit ausgehen.
Nehmen wir an ich habe mit Arbeitsweg einen 12 Stunden Arbeitstag, was bringt mir dann das Geld noch?
Klar kann ich mir das ein oder andere dann kaufen, aber was habe ich denn selbst von den erworbenen Konsumgütern? Ich habe doch bedingt durch meinen Arbeitsalltag keine Freizeit mehr um die Früchte meiner Arbeit zu genießen. Und das bissel Freizeit was einem noch bleibt, ist dann auch keine wirkliche Freizeit, weil man in Gedanken schon beim nächsten Arbeitstag ist. Das bedeutet man hält den Haushalt noch einigermaßen in Schwung, bekommt bei Tätigkeiten die sich über 22 Uhr hinaus hinziehen schon ein schlechtes Gewissen, weil man ja den nächsten Tag nicht wie eine Schleiereule auf Arbeit rumlaufen möchte unsw.......

Kurzum, dadurch dass ich ständig mit dem Erwerb neuen Geldes beschäftigt bin, habe ich gar keine Möglichkeiten mehr das bereits erarbeitete Geld für mich zu nutzen.
Wie das Marx und Engels bereits erkannt haben, das wirkliche Leben des Arbeiters fängt erst zum Feierabend an.

Fazit: Egal was ich mache, mein Leben ist so oder so sinnlos. Entweder Freizeit und Finanzielle Armut oder Arbeit und Armut an Freizeit.

Was nun besser ist............. ?(
Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
- Albert Einstein -

Jedoch ist das genau das, was in einer Marktwirtschaft Alternativlos ist.

CubanNecktie

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Arbeitslosigkeit und Psychosoziale Folgen
« Antwort #2 am: 13:11:11 Di. 10.Juli 2007 »
tja ... war gestern beim Arbeitsvermittler ... und nun warte ich auf Termine zum Arbeitsamtspsychologen ... die wollen mich testen ob ich noch als Kaufmann (Groß- & Außenhandel) vermittelbar bin, auf Grund von über 50 erfolglosen Bewerbungsversuchen in einem Jahr  ?(

Und also ob das nicht reicht ... sagte man mir auch, im freundlichen Ton, ich könne ja einen normalen Psychologen aufsuchen ... also Überweisung vom Hausarzt ... also 2 PSYCHOLOGEN SOLLEN JETZT HER die mich aufbauen  :(

warum machen die das so kompliziert? :( sollen die mich doch mal richtig beraten und mir ne Umschulung geben .. A) zu nem Beruf mit Zukunft B) zu nem Beruf der mir passt

 :aggressiv>
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Eivisskat

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Arbeitslosigkeit und Psychosoziale Folgen
« Antwort #3 am: 13:28:17 Di. 10.Juli 2007 »
Mir ist nicht klar, ob sich ein AA-, oder irgendein Psychologe überhaupt, über die miese "Relation Stellenangebote für Kaufleute/Anzahl eingegangener Bewerbungen auf diese Stellen" klar ist. X(
Und warum er meint, deine Absagen auf deine Persönlichkeit zurückführen zu müssen...
Lass`dich nur nicht verunsichern, diese Leute sind völlig lebensfremd und verfolgen die absurde Strategie, die Elo`s für nicht existierende Stellen fit machen zu wollen.
Lass' statt dessen den Psychologen für dich arbeiten und überzeuge ihn, für dich eine kompetente Beratung/Bildungsgutschein/Umschulung zu befürworten.

LG

oskar215

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Arbeitslosigkeit und Psychosoziale Folgen
« Antwort #4 am: 14:18:19 Di. 10.Juli 2007 »
Ich war auch 6 wochen krank geschrieben auf depressionen usw. nach 10 tagen nach lohnfortzahlung hat sich die AOK schon gemeldet...wollte mich zum MDK schicken....Hab mich dann gesund schreiben lassen....und musste gestern zu einer Tante im sozialpsychiatrischen Dienst.....

Wird zwar alles angesprochen, aber helfen kann einem letztendlich keiner......

Wenn man wirkliche Probleme hat......ich habe letztes Jahr meine Mutter an Krebs verloren, hab das Haus übernommen mit 60000 euro grundschulden....Meine Ex hatte mich zudem Zeitpunkt schon betrogen, dann habe ich Dussel eine Trunkenheitsfahrt mit Führerscheinentzug absolviert....Konnnte dann nur noch halbstags arbeiten..wegen fehlender Mobilität, auch weniger Geld......Muss auch zu dieser dämlichen MPU....klar berechtigt.

Im betrieb wird nur gemobbt, 5 Mann haben ne Abmahnung bekommen, die PDL wurde raus geekelt, an ihrer Stelle wurde eine unfähige Altenpflegerin gesetzt.....die nen Haufen Zusataufgaben gibt, stress Pur, bei uns sind 7 mannn krank geschrieben, wurden schon wieder neue eingestellt, davon sind 3 schon wieder weg.......

Ich hatte Nachtdienst immer, jetzt wurde ich in den Tagdienst versetzt, schikane....und es wird nach fehlern gesucht.....

Die Tante hat sich zwar alles angehört, aber wer soll mir helfen?? Ne Gute fee oder der papst.....leide seit 1 jahr an massiven schlafstörungen usw....der neurologe wo ich war , war total unfähig , unsymphatisch, hab mich bei dem nicht wohl gefühlt.......

Mein Kopf ist so voll, ich weiss bald nicht mehr ein und aus........kein wunder das manche in den Selbstmord getrieben werden......

Ist alles sehr schlimm........

geschfreak

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Arbeitslosigkeit und Psychosoziale Folgen
« Antwort #5 am: 17:38:41 Di. 10.Juli 2007 »
Zitat
Original von oskar215
Ich war auch 6 wochen krank geschrieben auf depressionen usw. nach 10 tagen nach lohnfortzahlung hat sich die AOK schon gemeldet...wollte mich zum MDK schicken....Hab mich dann gesund schreiben lassen....und musste gestern zu einer Tante im sozialpsychiatrischen Dienst.....

Wird zwar alles angesprochen, aber helfen kann einem letztendlich keiner......

Wenn man wirkliche Probleme hat......ich habe letztes Jahr meine Mutter an Krebs verloren, hab das Haus übernommen mit 60000 euro grundschulden....Meine Ex hatte mich zudem Zeitpunkt schon betrogen, dann habe ich Dussel eine Trunkenheitsfahrt mit Führerscheinentzug absolviert....Konnnte dann nur noch halbstags arbeiten..wegen fehlender Mobilität, auch weniger Geld......Muss auch zu dieser dämlichen MPU....klar berechtigt.

Im betrieb wird nur gemobbt, 5 Mann haben ne Abmahnung bekommen, die PDL wurde raus geekelt, an ihrer Stelle wurde eine unfähige Altenpflegerin gesetzt.....die nen Haufen Zusataufgaben gibt, stress Pur, bei uns sind 7 mannn krank geschrieben, wurden schon wieder neue eingestellt, davon sind 3 schon wieder weg.......

Ich hatte Nachtdienst immer, jetzt wurde ich in den Tagdienst versetzt, schikane....und es wird nach fehlern gesucht.....

Die Tante hat sich zwar alles angehört, aber wer soll mir helfen?? Ne Gute fee oder der papst.....leide seit 1 jahr an massiven schlafstörungen usw....der neurologe wo ich war , war total unfähig , unsymphatisch, hab mich bei dem nicht wohl gefühlt.......

Mein Kopf ist so voll, ich weiss bald nicht mehr ein und aus........kein wunder das manche in den Selbstmord getrieben werden......

Ist alles sehr schlimm........

Es wird zwar alles beim Amtsarzt angesprochen und notiert aber helfen tun die nicht. Der MDK ist in der Tat von der KK u.a. eingesetzt, die Versicherten schnell wieder gesundzuschreiben.
MFG

geschfreak

Eivisskat

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Arbeitslosigkeit und Psychosoziale Folgen
« Antwort #6 am: 18:00:30 Di. 10.Juli 2007 »
@Oskar215 erlebt eine schreckliche, bedauernswerte Lebenskrise, alles nur denkbar Traumatische kommt zusammen auf ihn herab.
Kein Wunder dass er die Nerven verliert, lange krank ist, & immer noch nicht richtig wieder hergestellt ist, das kann sehr lange dauern.
Er sollte erstmal unbedingt einen anderen Psychiater/Neurologen suchen, eine medikamentöse Behandlung solange fortsetzen, bis sein Zustand sich gebessert hat, natürlich mit gleichzeitiger psychologischer Betreuung, Medikamente allein bringens nicht.
Ob er überhaupt fähig ist, gleichzeitig zu arbeiten sollten mindestens 2 unabhängige Gutachten klären.

Alles Gute und lG

scalpell

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Arbeitslosigkeit und Psychosoziale Folgen
« Antwort #7 am: 22:24:36 Di. 10.Juli 2007 »
Bei psychischen Problemen ist man sehr schnell als Simulant abgestempelt


Beispiel:

Als ich den Grund für meine Angststörungen herausgefunden hatte,  der Auslöser dafür war eine so genannte Migräne mit Aura http://www.neuronews.de/index.php?ACTION=news.inc&ARTIKEL_ID=6538
war ich bereits schwer Tablettenabhängig geworden. Später kam dann auch noch der Alkohol dabei der mir den Rest gegeben hat. Man hatte mich die ganze Zeit falsch behandelt weil man die falsche Diagnose (Bluthochdruck) diagnostiziert hatte und mir Benzodiazepine verabreicht hatte ohne jeglichen Hinweis auf die Gefahren dieser Medikamente.  Psychischen Störungen sind zwar bei den Pillenherstellern sehr beliebt wegen des hohen Umsatzes den man mit Psychopharmaka macht. Gründe sind schnell gefunden an Hand dieser „Persönlichkeitsstörungen“  
http://www.gloggnitzer.com/icd-10/F60-F69.html .

Dazu anschließend noch etwas mehr.   Wenn man jedoch wegen einer dieser Störungen aus dem Erwerbsleben ausscheidet hat man ein nicht zu unterschätzendes Problem. Die Gutacher stellen dich dann sehr schnell als Simulanten hin, der nur zu faul ist seiner Arbeit nachzugehen. Krank war er anscheinend nur solange er mit den verordneten Pillen in der Lage war einer Tätigkeit nachzugehen. Dass man aber mit Psychopillen auf Dauer aber eher krank als gesund wird das ist doch inzwischen klar wie Hühnerbrühe.

Das Problem ist meiner Meinung nach dass heute zu viele „Spezialisten“ was auch immer darunter verstehen mag in der Medizin ihr Unwesen treiben. Jedoch nach einem guten Diagnostiker der die richtigen Schlüsse ziehen kann sucht man heute vergeblich. Die Gründe liegen vermutlich daran dass die Pillenindustrie inzwischen auch einen enormen Einfluss im „Krankheitswesen“ und auch großen Einfluss bei der Ausbildung im Fach Medizin hat. Deshalb ist man heutzutage gut beraten alles genauestens zu hinterfragen bevor man sich auf eine medikamentöse Behandlung einlässt denn hier habe ich festgestellt dass man sehr schnell die Arschkarte ziehen kann mit weit reichenden Folgen.

Diagnosen sollten als veränderbare Hypothesen verstanden werden die dem Arzt oder Therapeuten dazu dienen zielgerichtet und rechtzeitig auf seinen Patienten eingehen zu können. Das ICD und DSM
http://www.gloggnitzer.com/icd-10/F60-F69.html   sind hier eigentlich die schlechtesten Voraussetzungen um das herauszufinden. Wer hat denn all diese netten Sachen erfunden? Es ist schlichtweg unmöglich genaue Angaben zu machen ab welcher Ausprägung von Merkmalen man von einer Störung sprechen kann da es ein objektives Kriterium für eine Störung nicht gibt. Die Kriterien wann also eine Störung vorliegt ist also immer individuell zu sehen und deshalb sollten Ärzte und Therapeuten nicht sofort glauben dass der Patient an einer Störung leidet und sie alleine wüssten wie man diese "Störung" denn behandeln könne.


Patienten die an einer so genannten Pesönlichkeitsstörung leiden zeigen lediglich dass ihre normalen psychischen Funktionen extrem ausgeprägt sind. Behandlungsbedarf ist also nur dann gegeben wenn der Betroffene selbst dies als störende Beeinträchtigung empfindet. Wenn dies so ist dann kann er von Glück sprechen wenn er einen „Behandler“ findet der ihm keine ICD Diagnose aufstempelt sondern ihn nach seinen individuellen Bedürfnissen behandelt.
Scalpell
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