Autor Thema: Karstadt  (Gelesen 19462 mal)

Rudolf Rocker

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Re:Karstadt
« Antwort #30 am: 09:56:22 Sa. 25.Oktober 2014 »
Sorry Hochseefischer, da hatte ich Dich wohl falsch verstanden! :-*
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

Hochseefischer

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Re:Karstadt
« Antwort #31 am: 11:08:43 Sa. 25.Oktober 2014 »
Sorry Hochseefischer, da hatte ich Dich wohl falsch verstanden! :-*

Macht nüscht, Rudolf  ;)

Troll

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Re:Karstadt
« Antwort #32 am: 16:45:37 Sa. 13.Dezember 2014 »
Zitat
Tarifverhandlungen bei Karstadt
"Paket der Grausamkeiten"

....
Wie es für Karstadt-Mitarbeiter weitergeht

Bei Karstadt hingegen haben die 17 000 Beschäftigten die Hoffnung auf eine Rückkehr zu Tariflöhnen noch nicht aufgegeben. Am Dienstag sollen die Verhandlungen darüber zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern in Ratingen bei Düsseldorf fortgesetzt werden.

Zum ersten Mal seit Benkos Ankündigung, sechs Filialen zu schließen und knapp 2000 Vollzeitstellen zu streichen, wird es dem Vernehmen nach auch um all die strittigen Punkte gehen. "Die Zeit der Situationsbeschreibungen ist vorbei. Jetzt geht es ans Eingemachte", heißt es in informierten Kreisen.

Weit, sehr weit liegen die Positionen von Management und Gewerkschaftern auseinander. Die Arbeitgeber wollen dem Vernehmen nach in den Warenhäusern frühestens Ende 2016 wieder zur Tarifbindung zurückkehren, und selbst dann noch nicht auf einen Schlag. Ursprünglich plante Karstadt, schon im kommenden Jahr wieder Tariflöhne zu zahlen.

Aber das ist noch nicht das Ende der Giftliste: Nach dem Willen der Karstadt-Chefs sollen die Beschäftigten von 2015 an für drei Jahre auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten und statt durchschnittlich 37,5 Wochenstunden künftig 40 Stunden arbeiten. Durch ihren Verzicht sollen sie in den nächsten Monaten das Gros zur Sanierung des Warenhauskonzerns beitragen.
....

Quelle: SZ

Zitat
Karstadt ist schon lange Tod!

Es gibt noch Goldzähne und verwertbare Organe die Gewinne für den "Retter" abwerfen können. Heute gehört es zum Erfolgreichen Unternehmer zu behaupten das man ein totes Pferd Gesundreiten könnte.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re:Karstadt
« Antwort #33 am: 08:12:56 Di. 03.Februar 2015 »
Zitat
Kaufhauskonzern
Billiglöhne sollen Karstadt retten

Die Kaufhauskette Karstadt hat ihre Sanierungspläne konkretisiert. Vorgesehen sind weniger Vollzeitstellen und deutliche Lohneinbußen für einen Teil der Mitarbeiter.


Die Pläne für den Abbau von rund 2.000 Stellen bei dem angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt werden konkreter. Die Süddeutsche Zeitung hat aus dem 32-seitigen Zukunftskonzept zitiert, welche Maßnahmen der Konzern zur Rettung des Unternehmens im Einzelnen ergreifen will. 

Bis 2016 soll demnach die Zahl der Vollzeitbeschäftigten in den Karstadt-Filialen um 1.271 auf 8.170 reduziert werden, heißt es in dem Papier. Die Personalkosten sollen auf diese Weise um 64 Millionen Euro auf 308 Millionen Euro gesenkt werden. Im Bereich der Abteilungsleiter im Verkauf soll dem Bericht zufolge fast jede zweite Stelle wegfallen.

Dem Konzept zufolge soll es in den Häusern außerdem künftig drei Gruppen von Karstadt-Mitarbeitern geben: Verkäufer, Kassierer und Mitarbeiter, die in neu geschaffene Warenservice-Teams wechseln sollen. Diese Warenservice-Mitarbeiter sollen künftig vor allem die Ware auspacken und die Regale einräumen.
 
Eingruppiert in die Logistikbranche

Die Süddeutsche Zeitung zitierte informierte Kreise mit den Worten, dass Karstadt so die Möglichkeit gegeben werde, diese Beschäftigten nach den niedrigeren Tarifen für die Logistikbranche zu bezahlen.

Von dieser Regelung könnten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di bis zu 1.100 Mitarbeiter betroffen sein. Demnach bedeutet das Lohneinbußen für die Mitarbeiter in Höhe von etwa 300 Euro. Ver.di kritisierte, es sei kontraproduktiv, wenn Kundenberater künftig Regale auffüllten. Service und Beratung seien die Stärken eines Kaufhauses.

Karstadt will in diesem Jahr sechs Filialen schließen. Davon betroffen sind über 300 Mitarbeiter. Weitere Standorte stehen nach Angaben der Karstadt-Spitze auf dem Prüfstand, weshalb ver.di zufolge zusätzliche 2.000 der insgesamt 17.000 Karstadt-Mitarbeiter um ihren Job fürchten müssen. Im Gespräch sind außerdem Einsparungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld.
http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-02/karstadt-sanierung-jobabbau

eichkatz

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Re:Karstadt
« Antwort #34 am: 09:59:48 Di. 03.Februar 2015 »
Hm. Dass Karstadt Löhne drücken will und es versuchen wird, glaube ich sofort. Aber der Weg, den der Artikel beschreibt, kann eigentlich nicht stimmen. Um Beschäftigte in den Logistiktarif zu bekommen, müsste Karstadt für sie eine eigene Gesellschaft gründen. Davon steht aber nichts im Text. Oder Karstadt steigt dauerhaft (nicht nur zeitweise über "Sanierungs-Tarif") aus der Tarifbindung aus. Dann müssten sie sich keine Gedanken mehr um einen Logistiktarif machen. Wahrscheinlicher ist für mich, dass im Einzelhandelstarif die neu geschaffene Niedriglohngruppe für ausschließliche Warenverräumer_innen angewandt werden soll. Die war nach dem letzten Streik eingerichtet worden, um Beschäftigte aus Logistikdienstleistungsfirmen (nicht zu verwechseln mit Versandhandel; es geht um Buden wie Sachs oder Teamwork mit Löhnen von 6.13€ aufwärts) wieder in den Einzelhandelstarif zu bekommen. Diesen Weg scheinen Unternehmen zu nutzen, um nicht Beschäftigte zu höheren Löhnen (und unter Ausschaltung der Werkvertragsfirma) zu übernehmen, sondern um Angestellte abzugruppieren.

eichkatz

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Re:Karstadt
« Antwort #35 am: 11:46:18 Di. 03.Februar 2015 »
Eine Korrektur zu meinem Beitrag oben: Der "vorübergehende" Ausstieg von Karstadt aus der Tarifbindung 2013 war einseitig und nicht im Rahmen eines "Sanierungstarifvertrags". Das scheint mir zu bedeuten, dass das Unternehmen bei Neuverträgen grundsätzlich machen kann, was es will, solange es sich nicht die Kooperation von Ver.di und Betriebsräten verscherzen will. Um diese scheint es hier zu gehen. Denn bisher sprach Karstadt immer von einem nur zeitweisen Ausstieg aus der Tarifbindung, könnte also durchaus an Änderungen innerhalb der Tarifverträge interessiert sein: Eine Lohnkürzung durch Tarifvertrag, nicht durch den Ausstieg aus dem TV.

CubanNecktie

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Re:Karstadt
« Antwort #36 am: 18:33:02 So. 22.Februar 2015 »
Zitat
Kaufhauskonzern
Billiglöhne sollen Karstadt retten

Die Kaufhauskette Karstadt hat ihre Sanierungspläne konkretisiert. Vorgesehen sind weniger Vollzeitstellen und deutliche Lohneinbußen für einen Teil der Mitarbeiter.



Toller Rettungsplan - Lohnverzicht hat bei den PRAKTIKERBAUMÄRKTEN auch gut gewirkt.  kotz
Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?
ZAF Fragebogen
Passwort: chefduzen.de

... und nun die durchgeschröderte Masse noch stärker unterdücken und nochmals ordentlich durchmerkeln, bis es ordentlich braun wird.

Tiefrot

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Re:Karstadt
« Antwort #37 am: 21:39:24 So. 22.Februar 2015 »
Man sollte diesen "Rettern" mal einprügeln, daß Lohn = Nachfrage ist.
Wo keine Nachfrage, da kann auch Karstadt seinen Krempel nicht verkaufen.

Wem erzähle ich das eigentlich ?  :rolleyes:
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Auferstanden

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Re:Karstadt
« Antwort #38 am: 17:55:22 Fr. 27.Februar 2015 »
was bitteschön sollte im Musterland der Sklaverei und Ausbeutung anderes passieren?
Selbst wenn es betriebswirtschaftlich, wettbewerbsorientiert kurzfirstig sinnig wäre, geringere Löhne
auszubezahlen, könnte man dessen Nachteile per Lohnverzicht über Anteile am Unternehmen bei zukünftigere Gewinne
kompensieren.
Aber wie erwähnt ist dies im "Hochlohnland von Arbeit macht frei"  Lichtjahre entfernt.

Kuddel

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Re:Karstadt
« Antwort #39 am: 18:03:26 Di. 11.September 2018 »
Zitat
Karstadt und Kaufhof
Das wahre Motiv für die Kaufhaus-Fusion: Immobilien-Spekulation

...
Hier verbündeten sich nicht zwei "Giganten", wie viele meinen. Zwar kennt fast jeder in Deutschland die Namen Karstadt und Kaufhof. Beide befinden sich aber selbst verschuldet in einem erbarmungswürdigen Zustand. Sie stehen auch nicht in Konkurrenz zueinander. Der Onlinehandel, insbesondere Amazon, ist ihr größter Rivale. Der US-Internetkonzern ist heute eine Billion Dollar wert, das Warenhausgeschäft von Karstadt und Kaufhof so gut wie nichts. Beide haben den Anschluss an die moderne Einkaufswelt komplett verschlafen.
...
Wohl gemerkt gilt dieses düstere Szenario nur für das Warenhausgeschäft, also den Verkauf von Bekleidung, Haushaltswaren oder Kosmetik - nicht aber für die Immobilien, in denen dieses Geschäft betrieben wird. Deren Wert ist zuletzt immens gestiegen, so wie der von Handelsimmobilien in zentraler Stadtlage generell.
...
Das Spekulieren auf weiter steigende Preise ist das eigentliche Motiv für das beharrliche, jahrelange Interesse von Karstadt an Kaufhof. Die Immobilien sind dem österreichischen Unternehmer René Benko so viel wert, dass er dafür sogar das schwierige Warenhausgeschäft auf sich nimmt. Wegen der Immobilien lässt auch die kanadische Kaufhof-Mutter HBC nicht ganz vom Kölner Warenhauskonzern los. Im Kern geht es also um Spekulationsgeschäfte mit Immobilien: Ware Haus statt Warenhaus. HBC hat mit den Immobilien viele Millionen verdient.
...
Der Zusammenschluss bedeutet sicher keine Rettung für die Institution Warenhaus. Er beendet unmittelbar weder die Not von Kaufhof noch von Karstadt.
...
Für die Mitarbeiter bedeutet das nichts Gutes. Auf Seiten Kaufhofs wird vorerst weiter ungewiss sein, was aus den Jobs wird. Jeder vierte Arbeitsplatz könnte wegfallen. Bestehende Mietverträge, die Mitbestimmung und die aus Arbeitgebersicht hohen Kosten für Sozialpläne verhindern zwar Massenentlassungen. Dennoch wird beim Personal gekürzt werden. Aufschlussreich dabei ist, sich anzuschauen, wie Karstadt die Wende zum Besseren schaffte: im Wesentlichen durch eine konsequente Sparpolitik vor allem auch beim Personal, durch Lohn- und Gehaltsverzicht...
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/karstadt-und-kaufhof-immobilien-spekulation-das-wahre-motiv-fuer-die-kaufhaus-fusion-1.4124818

Kuddel

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Re:Karstadt
« Antwort #40 am: 17:41:18 Mi. 12.September 2018 »
Es lohnt ein Blick auf die "Retter" des Kaufhauskonzerns:

René Benko


Zitat
Die von ihm gegründete Signa Holding ist Österreichs größtes privates Immobilien­unternehmen. Hauptgesellschafter der Signa-Holding ist die Familie Benko Privatstiftung mit einem kontrollierenden Anteil von 85 %. Die Unternehmensgruppe ist seit 1999 kontinuierlich gewachsen und zählt mittlerweile zu den größten privaten Immobilieninvestoren Zentraleuropas. Am 2. November 2012 wurde Benko am Landesgericht Wien gemeinsam mit seinem Steuerberater wegen „versuchter verbotener Intervention“ (Schmiergeld) zu einer bedingten Haftstrafe von einem Jahr verurteilt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Benko

Zitat
Für viele in der Branche ist es nicht mehr als ein Kavaliersdelikt und damit vergessen. Geschadet hat es seinen Geschäften ohnehin nicht. Im Gegenteil, auf der Liste der reichsten Österreicher schraubt sich der Sohn eines Gemeindebediensteten und einer Erzieherin immer weiter nach oben. Mittlerweile belegt er nach Angaben des österreichischen Wirtschaftsmagazins „Trend“ mit einem Vermögen von 3,18 Milliarden Euro bereits Platz acht.

Benko pflegt seinen Nimbus als Selfmademan und Krösus zugleich. Alles, was der Immobilienunternehmer anfasst, scheint zu Gold zu werden. Daher fließt ihm das Geld von Investoren quasi automatisch zu. „Sein Problem ist nicht die Liquidität, sondern der Mangel an Grundstücken, um die Projekte zu bauen“, sagt ein Insider in Wien.

Zu seinem Erfolgsimage gehört auch, den eigenen Luxus zur Schau zu stellen. Der in zweiter Ehe verheiratete Unternehmer verfügt im österreichischen Nobelskiort Lech über das luxuriöseste Chalet im Land und eine extravagante Villa am Gardasee. Im Privatjet und Helikopter ist er unterwegs. Hauptsache schnell. Auf Jachten im Mittelmeer entspannt er sich.

Politisch ist Benko bestens verdrahtet. Auf die Unterstützung von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kann sich Benko verlassen, etwa bei der Übernahme der österreichischen Möbelkette Kika Leiner im Juni mit 6500 Mitarbeitern und 100 Immobilien.

Zu seinen Freunden und Investoren gehören der österreichische Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ), der Unternehmensberater Roland Berger, der Strabag-Gründer Hans Peter Haselsteiner, der Airline-Betreiber Niki Lauda oder die rechtspopulistische Ex-Vizekanzlerin und Chefin der Bausparkasse Wüstenrot in Österreich, Susanne Riess.

Innerhalb weniger Jahre hat er ein Immobilienimperium der Luxusklasse geschaffen. Über seine Signa Holding, an dem seine in Innsbruck ansässige Familie-Benko-Privatstiftung maßgeblich beteiligt ist, hat er ein Portfolio an Einkaufszentren und Bürogebäuden gesammelt, das in Mitteleuropa seinesgleichen sucht.

Berühmte Architekten wie David Chipperfield loben den Österreicher über den grünen Klee. „René ist ein außergewöhnlicher Investor. Er ist sehr leidenschaftlich und engagiert“, sagte der Brite zuletzt dem Handelsblatt. „Wir arbeiten gern mit Investoren, die bereit sind, sich mit einem Projekt zu identifizieren. René ist so jemand.“ Der Stararchitekt baut für Benko in Hamburg den 233 Meter hohen Elbtower.

Signa teilt sich heute in zwei Teile: Signa Real Estate mit Immobilien im Wert von zwölf Milliarden Euro und Signa Retail für die Handelsgeschäfte mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro.

Benkos pompöse Selbstdarstellung und sein außergewöhnlicher Erfolg rufen in der Alpenrepublik viele Neider hervor. Das ist dem Unternehmer, der im Winter mit Pelz-besetztem Kaschmirmantel durch die von ihm geschaffene Wiener Luxusmeile Goldenes Quartier flaniert, durchaus bewusst.

„In Österreich ist Neid und Missgunst etwas ausgeprägter als in anderen europäischen Ländern“, sagte Benko bei einem Business-Lunch mit Johann Strobl, dem mächtigen Chef der auf Osteuropa spezialisierten Raiffeisen Bank International.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/karstadt-und-kaufhof-wie-rene-benko-zu-europas-kaufhaus-koenig-wurde/23009268.html

Zitat
Kann Karstadt diesen Männern vertrauen?

Beziehungen, Korruption, Manipulation


Benko ist nicht der einzige in der Führungsetage, dessen Weste nicht mehr blütenweiß ist. Auch der israelische Diamantenhändler Beny Steinmetz, der Anteile an den Karstadt-Sporthäusern sowie Prestigeprojekten wie dem Kaufhaus des Westens (Kadewe) besitzt, hat Ärger: In Guinea soll er mit seiner Firma BSGR die Witwe des ehemaligen Diktators bestochen haben, um an Schürfrechte zu gelangen. Das geht aus einem Untersuchungsbericht der Regierung von April hervor.

Der nächste im Bunde in Signas Beirat ist frühere österreichischen Kanzler Alfred Gusenbauer. Wie sein deutscher Amtskollege Gerhard Schröder pflegt auch Gusenbauer intensive Kontakte zu Herrschern, die nicht als lupenreine Demokraten durchgehen, und verkauft diese Beziehungen an seine Geschäftspartner. Im Fall Gusenbauers ist es vor allem der kasachische Diktator Nursultan Nasarbajew, den er berät.

Ein weiterer bekannter Name im Benko-Team: Wendelin Wiedeking. Der Ex-Porsche-Chef und heutige Signa-Beirat reiht sich in die Linie der mit allen Wassern gewaschenen Geschäftspartner von Benko ein. Er hat Porsche zur erfolgreichsten Sportwagenschmiede der Welt gemacht - um sich am Ende mit dem Versuch zu überheben, auch noch VW zu übernehmen. Juristisch geblieben ist davon der Vorwurf, er habe den Aktienkurs des deutschen Autobauers manipuliert – indem er falsche Angaben über die geplante Übernahme von Volkswagen machte. Das Landgericht Stuttgart hatte zunächst von einem Gerichtsprozess abgesehen, die Staatsanwaltschaft jedoch Beschwerde eingelegt.

Der fünfte im Bunde, der griechische Reeder George Economou, gilt ebenfalls als, vorsichtig gesagt, raffiniert. In Griechenland besitzt er als Reeder Steuerfreiheit. Sein Unternehmen Dryships hat er trotzdem auf den Marshallinseln angesiedelt, die sind auch bekannt als Steuerparadies. Nach dem Börsengang des Unternehmens und einem beispiellosen Absturz der Aktie beschäftigten sich US-Gerichte intensiv mit dem Thema. In der Branche heißt es, Economou sei ein Spieler, der große Risiken eingehe. In einem Gespräch mit dem Handelsblatt sagte er einmal: „Risiken sind relativ. Ich gehe Risiken ein, wenn ich sie einschätzen kann. Wer Angst hat, Fehler zu machen, sollte lieber morgens gar nicht erst aufstehen.“

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/die-plaene-von-rene-benko-beziehungen-korruption-manipulation/10338508-2.html?ticket=ST-9192753-jFZElMviYvCNIUClvIPo-ap3


Mit der Drohung von Massenentlassungen wird auch der Aufruf zum Lohnverzicht kommen.
Das Geld für das Luxusleben muß schließlich irgendwo herkommen.