Autor Thema: Todesfalle Kirche  (Gelesen 3016 mal)

Hartzhetzer

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Todesfalle Kirche
« am: 23:19:22 So. 22.April 2007 »
Der Fall Anneliese Michel

Zitat
Als die 23jährige Anneliese Michel aus Klingenberg am Main im unterfränkischen Landkreis Miltenberg am 1. Juli 1976 starb, wog sie nur noch 31 kg. Zuletzt verweigerte sie die Nahrungsaufnahme. Als die Tragödie öffentlich wurden, fragten sich viele: Hätte sie verhindert werden können? Und: Welcher Zusammenhang besteht zwischen ihrem Tod und dem offiziellen römisch-katholischen Exorzismus nach dem Rituale Romanum von 1614, der kurz zuvor 67 mal an ihr durchgeführt wurde? Der Würzburger Bischof Josef Stangl hatte die Teufelsaustre-ibung an der Pädagogikstudentin in der von Papst Pius XII. 1954 erweiterten Form des Rituale Romanum zuvor genehmigt. Doch was als “Gottes“ Hilfe gedacht war, hat offensichtlich alles nur noch schlimmer gemacht. Der römisch-katholische Glaube des Mädchens und der späteren jungen Frau war für sie letztlich die Sackgasse, aus der kein Weg zurück ins Leben mehr möglich war. Dass hier womöglich nur die Spitze eines Eisbergs sichtbar wurde, deutet der Exorzismus-Experte Pater Adolf Rodewyk an, der im Auftrag der römisch-katholischen Kirche auch die Teufelsaustreibungen in Klingenberg prüfte und diese nicht beanstandete. "Sie können annehmen, dass es immer Fälle von Besessenheit gibt. Sie kommen wenig in die Öffentlichkeit, aber es läuft immer was." ( Main-Echo, 7.4.1978 ), so der Jesuit Rodewyk. Und auf die Frage, ob es auch schon ähnliche Fälle mit tödlichem Ausgang gegeben habe, antwortete der Exorzist: "Ja, natürlich."
Der Evangelische Theologe und Exorzismus-Forscher Uwe Wolff nannte sein Buch zum Thema: “Das bricht dem Bischof das Kreuz – Die letzte Teufelsaustreibung in Deutschland 1975/76”. Doch ist dem Bischof tatsächlich – im übertragenen Sinn – das Kreuz gebrochen? Kurze Zeit später (1979) ist Bischof Josef Stangl gestorben, doch weder er noch die römisch-katholische Kirche wurden bis heute für den Tod der jungen Frau zur Verantwortung gezogen. Die nachfolgende Untersuchung zeigt jedoch auf, warum Anneliese Michels römisch-katholischer Glaube und ihre Bindung an die römisch-katholische Kirche für sie zur Todesfalle werden mussten.

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- Albert Einstein -

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scalpell

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Todesfalle Kirche
« Antwort #1 am: 02:43:40 Mo. 23.April 2007 »
Dabei ist weiterhin zu untersuchen, inwieweit Papst Benedikt XVI. damals von der Tragödie wusste oder vielleicht gar als möglicher Berater von Bischof Stangl direkt in die Vorfälle verwickelt war. Dies ist insofern von großer Bedeutung, da Joseph Ratzinger als Benedikt XVI. die Praktiken des Exorzismus in der Kirche wieder ausweiten möchte. Auch aus diesem Grund ist es also notwendig, dass man nicht vergisst, was vor ca. 30 Jahren in Klingenberg und Würzburg passierte und dass bekannt wird, warum dies so gekommen ist.


http://www.theologe.de/bischof_josef_stangl.htm
Scallpell  ?(
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ManOfConstantSorrow

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Todesfalle Kirche
« Antwort #2 am: 16:02:33 Do. 28.Juni 2007 »
Wenn die sozialen Konflikte wachsen setzt die Politik nicht nur Waffen und Desinformation ein, auch die reaktionären Strömungen von Religionen sind ein hilfreiches Werkzeug gegen die Wut der Bevölkerung:

63 von 119 Mitglieder des Europarats lehnten es ab, ein von dem französischen Mathematikprofessor Lengagne verfasstes Papier "Die Gefahren des Kreationismus" zu verabschieden. Lengagne kritisierte, die auf der Bibel aufbauende Theorie sei unwissenschaftlich und eine Grundlage des religiösen Fundamentalismus und einer reaktionären Politik. Das Papier wurde an den Europarats-Ausschuss für Kultur, Wissenschaft und Bildung zur Überarbeitung zurück überwiesen. Es findet sich im Internet unter http://www.assembly.coe.int.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!