Autor Thema: DRadio: Helden der Arbeit - Trotzki, Stalin, Pavlov und Ford  (Gelesen 1575 mal)

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Deutschlandradio Feature  24.04.2007 · 19:15 Uhr

Helden der Arbeit - Trotzki, Stalin, Pavlov und Ford
Von Elke Suhr

"Der erstarrte Homo sapiens wird unter den eigenen Händen zum Objekt kompliziertester Methoden der Auslese und des psychophysischen Trainings werden", prophezeite Leo Trotzki in seinen berühmten Reflexionen über einen "höheren gesellschaftlich-biologischen Typus".

1923 hatte der Führer der Roten Armee die Militarisierung der sowjetischen Arbeitswelt in die Hand genommen. Unter seiner Regie erfand der zum Technologieprofessor avancierte avantgardistische Barde Alexej Gastev eine "Biomechanik der Arbeit": eine Synthese von amerikanischem Taylorismus und russischer Reflexologie.

Deren Begründer, der Nobelpreisträger Ivan Pavlov, hatte sich zusehends vom Sowjetregime vereinnahmen lassen und rühmte es schließlich als größten "sozialen Experimentator" seiner Zeit. Seine "Physiologiefabrik" galt weltweit als Wiege des neuen Menschen. Nach dem Vorbild der Pavlovschen Konditionierungskammern ließ der "Eiserne Gastev" im ganzen Land Arbeitsinstitute einrichten, in denen Hundertschaften künftiger Stachanov-Arbeiter zum Takt der Technik trainiert wurden.

Das faszinierte Henry Ford, der im Zeichen des Börsenkrachs die "größte Automobilfabrik der Welt" in Stalins Sowjetunion aufbaute.

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