Autor Thema: Die Tafeln  (Gelesen 73698 mal)

Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #120 am: 23:23:23 Mo. 14.Mai 2012 »
Heute wurde die 45. Ausgabestelle der Berliner Tafel eröffnet!

Zitat
Laib und Seele“ eröffnet neue Ausgabestelle

Die 45. Ausgabestelle der Aktion „Laib und Seele“ in Berlin ist an der Grevesmühlener Straße 16 eröffnet worden. Die Verteilung der Lebensmittel erfolgt immer montags, 14–16 Uhr, an Bedürftige aus den Postleitzahlgebieten 13051, 13057 und 13059.
Infos unter www.berliner-tafel.de.


http://www.morgenpost.de/bezirke/lichtenberg/article106311537/Laib-und-Seele-eroeffnet-neue-Ausgabestelle.html

Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #121 am: 15:05:25 Mi. 14.November 2012 »
Zitat
Die REWE Spendentüte

Diese Produkte spenden Sie mit dem Kauf einer REWE Spendentüte für 5 Euro an die TAFELN:
500-g-Packung ja! Penne
425-ml-Dose ja! Tomaten
400-ml-Dose ja! Tomatensuppe
300-g-Packung ja! Knödel
500-g-Packung ja! Haferflocken
150-g-Beutel ja! Erdnüsse
500-g-Packung ja! Gnocchi
50-g-Packung ja! Pfefferminztee
500-g-Beutel ja! Sauerkraut
100-g-Packung ja! Schokolade

http://www.rewe.de/nachhaltigkeit/listing/rewe-unterstuetzt-die-tafeln.html

Gerade läuft in den Läden wieder mal diese unsägliche Aktion, bei der die Leute ihre Mitmenschen mit Dreck Pampe füttern sollen.

Bei Rewe läuft so was übrigens unter ihrem "Nachhaltigkeits-Programm" zur Imagepflege...

 kotz

Eivisskat

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Armgespeist - 20 Jahre Tafeln sind genug!
« Antwort #122 am: 08:55:22 Mi. 12.Dezember 2012 »
Zitat
Menschen retten, nicht Lebensmittel!

Stellungnahme zur Pressemitteilung des Verbraucherministeriums "Wir retten Lebensmittel!"

Das Verbraucherministerium hat laut einer Pressemitteilung gemeinsam mit „Slow Food Deutschland e.V.“ und dem „Bundesverband Deutsche Tafel e.V.“ bundesweite Aktionstage gegen Lebensmittelverschwendung ins Leben gerufen.

Knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut einer vom BMELV geförderten Studie jährlich in Deutschland im Müll, daher wird nun das „Bewusstsein für die Wertschätzung von Lebensmitteln“ geschärft und zu einem „bundesweiten Bündnis gegen Lebensmittelverschwendung“ aufgerufen.  

Neben der öffentlichen Verköstigung von Bürgern mit „leckeren Reste-Gerichten“ hat das BMEV einen Ratgeber zu den „rechtlichen Aspekten der Weitergabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen“ produziert, damit die „Weitergabe von Lebensmittelspenden an Tafeln und ähnliche Organisationen einfacher gemacht“ wird.

Lebensmittelverschwendung ist ohne Frage aus ökologischen und moralischen Gründen unbedingt zu vermeiden.

Es ist allerdings zynisch, wenn die Bundesregierung einerseits den Armutsbericht schönt, indem sie kritische Passagen zur immer ungleicheren Einkommens- und Vermögensverteilung streicht und andererseits für die „Rettung von Lebensmitteln“ durch die Tafeln wirbt.

Während die Tigerbananen und abgelaufenen Joghurts unbedingt gerettet werden müssen, werden die vielen Armen hierzulande weiterhin systematisch vernachlässigt.

Anstatt die Menschen zu „retten“, sie vor Armut, sozialer Ausgrenzung und demütigendem Schlangestehen bei den Tafeln durch eine die Menschenwürde wahrende Sozialpolitik zu bewahren, schwingt sich die Regierung zum Retter der Tigerbananen auf.

Wir finden: es wird Zeit für die Rettung der sozialen Bürgerrechte, für politisches Handeln statt symbolischem Aktionismus, für eine Bekämpfung der Armut statt deren bloßer Linderung.


http://aktionsbuendnis20.de/news/detail/menschen-retten-nicht-lebensmittel.html?cHash=af59335e544bda7ce84fb907db889ee1

http://aktionsbuendnis20.de/fileadmin/user_upload/Kernforderungen_AK20.pdf


Eivisskat

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Re:Die Tafeln - 20 Jahren Elend
« Antwort #124 am: 10:24:36 Do. 28.Februar 2013 »
Zitat
“Tafeln sind weder sozial noch nachhaltig”

Vor 20 Jahren startete die sogenannte Tafel-Bewegung auch in Deutschland. Inzwischen gibt es rund 900 Tafeln, die allein im vergangenen Jahr von mehr als 1,5 Millionen Bürgern genutzt wurden.
Doch gibt es tatsächlich Grund zum Feiern? Im Gespräch mit Prof. Dr. Stefan Selke.

[...]
Es ist heute einfacher öffentliche Akzeptanz für symbolische Armutslinderung zu erhalten, als Legitimation für echte (d.h. nachhaltige) Armutsbekämpfung. Oder anders: Engagementpolitik ist Engagement statt Politik.

Die Shifting Baselines, die ich gegenwärtig beobachte, beziehen sich auf viele Dimensionen: Grenzen der Erträglichkeit ändern sich (Stichwort: Pferdelasagne für Arme), Sichtweisen auf Armut ändern (… gut aufgehoben bei Tafeln), gesellschaftliches Engagement wird umgedeutet (CSR statt Steuern zahlen), politische Verantwortung ebenso (Schirmherrschaften und Kampagnen statt Programme). Diese Liste lässt sich fortsetzen…
[...]


weiter: http://www.spreezeitung.de/5689/tafeln-sind-weder-sozial-noch-nachhaltig/#sthash.GIrDDcRn.dpuf

Eivisskat

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Re:Die Tafeln - 20 Jahre Elend
« Antwort #125 am: 15:26:42 Mo. 04.März 2013 »
Zitat
»Zeichen einer verfehlten Sozialpolitik«

Eine verläßliche Existenzsicherung statt Almosen fordert das »Kritische Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln«. Ein Gespräch mit Bernhard Jirku als Bereichsleiter für Erwerbslosenpolitik bei ver.di

Die Erwerbslosen in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gehören dem »Kritischen Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln« an, das Aktionstage vom 26. bis 28. April in Berlin vorbereitet.
Das Bündnis will unter anderem über »die Gewinner des schlanken Staats« informieren, die »behilflich sind, Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung zu beschönigen und zu verewigen«.

Von wem ist die Rede?
weiter:
http://www.jungewelt.de/2013/03-04/045.php


Eivisskat

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Re:Die Tafeln - 20 Jahre Elend
« Antwort #126 am: 09:02:57 Fr. 08.März 2013 »
Zitat
Zitat des Tages in jungewelt.de

"Daß trotz der abnehmenden Zahl von Hartz-IV-Empfängern stetig neue Tafeln eröffnet werden, ist kein Beleg für eine wachsende Bedürftigkeit, sondern ein Indiz dafür, daß auch die Sozialindustrie auf Wachstum aus ist."

Dorothea Siems in einem Kommentar in der Welt vom Donnerstag zum Armutsbericht der Bundesregierung


http://duckhome.de/tb/archives/8767-Und-dann-war-da-noch-Dorothea-Siems.html

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Re:Die Tafeln
« Antwort #127 am: 22:00:48 Sa. 09.März 2013 »
Was heißt hier trotz abnehmender Zahl von H4 Empfängern. Sind die wirklich weniger geworden oder hat sich das nur verlagert. z. B. auf die Kinder mit Kindergeldzuschlag und Wohngeld?

Das mit den Tafeln mag sich auch nur verlagern, z. B. Abkettungen von einer Großtstadttafeln in so Kleinsttafeln in Dörfern. Muss man mal statistisch erfassen, wie sich die Infrastruktur bezüglich der Tafeln entwickelt.

Bei den Tafeln frage ich mich auch  immer. Ist es ein übergeordneter Verein mit vielen Zweigstellen oder sind es doch unterschiedliche Modelle in Eigenregie Einzelner.

Soll doch mal einer ein Gegenmodell aufmachen. Hier würde ich auch kostenlose Kochkurse mit anbieten  z. B. mit Grundnahrungsmitteln was zubereiten. Grundsätzlich auch nichts abgelaufenes anbieten.  Schön wäre auch ein Grundstück dazu, um selbst was ökologisches anbauen zu können.
Wenn man dann noch was davon  auf dem Markt verkauft hat man ggf. die Unkosten raus.
Würde es auch  anders nennen z. B. Malzeit für alle, Essensrunde oder Selbstversorgungsprojekt und schauen was passiert.

Zumindest wäre das mal was anderes als H4 Empfänger mit Konsumüberschuss abzuspeisen.
Finde das mit den Tafeln so wie es praktiziert wird, auch wenn ich es nur aus den Medien kenne, ethisch sehr fragwürdig.

Ziemlich zu Anfang der Tafelrunde in den Medien habe ich mir auch mal die Website des Vereins angeschaut, kam mir ziemlich kommerziell rüber.
Uneigennützige Vereine bzw. Interessensgemeinschaften haben meistens was selbstgestricktes, was nichts kosten darf..

rebelflori

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Re:Die Tafeln
« Antwort #128 am: 23:42:51 Sa. 09.März 2013 »
das hört sich doch geil an aber!!!

nur eine frage wie bekommt man dafür ??10 hektar und ein paar arbeiter !! aber dann währe man schon wieder in der maßnahmen scheiße drin  kotz kotz kotz
und eine selbständigkeit unter 100 hektar lohnt sich einfach nicht

in gärtner
bei mir ist es jedes jahr grün :D :D

p.s. die chlli zucht ist schon am start

counselor

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Re:Die Tafeln
« Antwort #129 am: 14:59:41 So. 10.März 2013 »
Was heißt hier trotz abnehmender Zahl von H4 Empfängern. Sind die wirklich weniger geworden oder hat sich das nur verlagert. z. B. auf die Kinder mit Kindergeldzuschlag und Wohngeld?
Die Statistik der BA sagt klar, es verlagert sich:

Im Januar 2013 zB gab es einen Abgang aus der offenen Arbeitslosigkeit im Bereich des SGB II von 277.196 Hartz-Opfern. Davon 123.988, das sind rund 45 Prozent der Abgänge, in die Nichterwerbstätigkeit abgegangen. Nichterwerbstätigkeit ist eine schöne Umschreibung für Rente. 56.564 Hartz-Opfer, das sind rund 20 Prozent der Abgänge, wurden in die latente Arbeitslosigkeit anbgeschoben (Ausbildung / Qualifizierung) und ganze 51.845 Hartz-Opfer, das sind rund 18 Prozent der Abgänge, haben eine Arbeit aufgenommen. Von 277.196 Abgängen aus der offenen SGB-II-Arbeitslosigkeit sind 180.255 oder 65 Prozent auf andere Kostenstellen des Sozialsystems verschoben worden. An der Armut ändert das massenhafte Abschieben von Hartz-Opfern in Minirenten und Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit wie "Qualifizierungen" nichts,




Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #130 am: 08:13:41 Mi. 17.April 2013 »
Zitat
"Für viele ist Hartz-IV die existentielle Entlassungsurkunde aus der Mehrheitsgesellschaft"

Zitat
Die Würde des Menschen ist unauffindbar

Zur Reise eines öffentlichen Soziologen durch das Land der Tafeln und Suppenküchen

Was haben der Genfer See, Castrop-Rauxel, ein Sammellager für Asylbewerber in Bayern, eine Suppenküche in Thüringen und ein Sozialkaufhaus an der belgischen Grenze gemeinsam? Es sind Stationen innerhalb der Entstehungsgeschichte des Buches "Schamland - Die Armut mitten unter uns", das am 12. April erscheint.


http://www.heise.de/tp/artikel/38/38915/1.html

 











http://www.aktionsbuendnis20.de/

http://www.jungewelt.de/2013/04-13/012.php






Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #131 am: 08:25:44 So. 28.April 2013 »
Zitat
Aktionstage: "20 Jahre Tafeln sind genug" - Aktionsbündnis fordert Armutsbekämpfung statt „Vertafelung“ der Gesellschaft

Anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens von Tafeln in Deutschland veranstaltet das „Kritische Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln“ vom 26.-28. April 2013 in Berlin ein Wochenende mit Aktionen, Vorträgen, Lesungen, künstlerischen Formaten und einer kritischen Stadtrundfahrt.

 Unter dem Motto „Armgespeist! 20 Jahre Tafeln sind genug“ werden politische Entwicklungen unter die Lupe genommen und Alternativen zur fortschreitenden „Vertafelung“ der Gesellschaft diskutiert. Gemeinsames Ziel der verschiedenen im Bündnis versammelten gesellschaftlichen Gruppen ist es, die Tafeln überflüssig zu machen.

Mit der Kernforderung einer „armutsfreien, existenzsichernden und bedarfsgerechten Mindestsicherung, die Tafeln und ähnliche Angebote überflüssig macht“, richtet sich das Bündnis in erster Linie an die Politik, aber auch das Tafelsystem selbst ist Gegenstand der Kritik:

 „Tafeln haben sich in den letzten 20 Jahren zu einem System entwickelt, das zunehmend marktförmig und nach Eigenlogiken operiert. Tafeln sind keine Bewegung, sondern eine Organisation, die als Monopolist im Markt der Bedürftigkeit auftritt und andere ebenso engagierte Anbieter von Hilfeleistungen zunehmend verdrängt.

Mittlerweile hat sich ein armutsökonomischer Markt etabliert, in dem aus Armut noch Gewinne erwirtschaftet werden“, so Bündnis-Initiator Prof. Dr. Stefan Selke.


weiter: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/aktionstage-jahre-tafeln-sind-genug-9001395.php

Rudolf Rocker

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Re:Die Tafeln
« Antwort #132 am: 11:07:17 Mo. 12.August 2013 »
Zitat
Dank der Sozialgesetzgebung in Deutschland, vor allem seit Gründung der Bundesrepublik schien das Problem der Armut in Deutschland lange Zeit weitgehend überwunden zu sein. Aber aufgrund der „Reformen“ seit den 80er Jahren und verschärft seit der Jahrtausendwende führen Niedriglöhne, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Rentenkürzungen millionenfach in Armut. Seit der Agenda 2010 zahlt der Staat Sozialhilfeempfängern neben Miete und notdürftiger Gesundheitsversorgung nur eine geringe Alimentation in Höhe von derzeit 382 Euro, darin sind für Nahrungsmittel knapp 140 Euro enthalten. Die Zuwendung ist derart knapp gehalten, dass immer mehr Menschen in unserem Lande auf Tafeln, Suppenküchen und Kleiderkammern angewiesen sind.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=18264

BGS

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Re:Die Tafeln
« Antwort #133 am: 11:58:06 Mo. 12.August 2013 »
Zitat
Fast jeder zehnte Bundesbürger mit einem regulären Arbeitsplatz bessert sein Einkommen inzwischen mit einem Minijob auf - ein Rekordwert. Das Arbeitsministerium vermutet als Grund dafür nicht nur pure Not, sondern die Lust der Multi-Jobber am Konsum.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/2-66-millionen-deutsche-bessern-einkommen-mit-mini-job-auf-a-915993.html

Da haben wirs: Tafeln, Suppenküchen und Kleiderkammern boomen wegen der "Lust am Konsum"... .

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Rudolf Rocker

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Re:Die Tafeln
« Antwort #134 am: 13:00:33 Mo. 12.August 2013 »
Dazu gibt es sogar einige ziemlich gute Kommentare unter dem Artikel! ;D