Autor Thema: Die Tafeln  (Gelesen 64451 mal)

schwarzrot

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Die Tafeln
« Antwort #30 am: 12:06:43 Mi. 02.April 2008 »
Top link den du da aufgetan hast Hartzhetzer.
Ich teile deine meinung, dass einem in dem forum dort schlecht werden kann, genauso wie vom essen einiger 'suppenküchen'.

Ist schon heftig wie sie sich dort über 'luxus' streiten auf armutsniveau:

Zitat
Zitat
Ich hätte auch mal ganz gerne, daß sich mein Kühlschrank bis zum Platzen füllt.

Ich bekomme auch ALGII, aber ich würde nie auf die Idee kommen, zu einer Tafel, etc. zu gehen. Ich würde mir immer denken, ich nehme den Leuten dann was weg, die es vielleicht noch viel nötiger haben, als ich.
@ulknudel,

ich denke, wenn es für mich wichtig und notwendig ist, meine Lebensmittel von einer Tafel zu beziehen, dann muß ich auch mit der Laune der Köchin klarkommen. Denkst Du, die macht ihren Job aus Jux und Dollerei? Die meisten Leute, die bei einer Tafel arbeiten, sind entweder ehrenamtliche oder 1,- € Jobber. Was meinst Du, wie viele nörgelnde "Kunden" die Köchin am Tag vor sich hat?
Ihr leistet Euch keinen Luxus, aber mietet zweimal im Jahr ein Auto. Wenn ich als ALGII Empfänger ansonsten kein Auto habe, dann ist es Luxus, wenn ich mir eins miete. Von den 600,- € im Jahr, die Ihr mit monatlich 50,- € anspart, würde ich mir ganz andere Sachen leisten. Vielleicht mal was für die Kinder?
http://forum.kijiji.de/ptopic64177.html

Muss mensch sich mal auf der zunge zergehen lassen, da mietet die eine ganze ZWEI MAL IM JAHR(!) ein auto (ev. um mal aus der bude heraus zu kommen, mal einen tagesurlaub zu machen, etc.). Wird zugleich von der anderen angemacht, sie solle diese viele kohle doch lieber für die kinder verwenden (ist ein familienausflug nix für die?).

Solche devoten ALGII bezieher, die sich dann noch um den 'billiger leben' orden streiten, finden westerwelle&hundt bestimmt ganz prima und erinnert mich an diesen BLÖD-artikel-thread: Wer sollte sich wohl hier eher schämen?   :(
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Wilddieb Stuelpner

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Die Tafeln
« Antwort #31 am: 12:23:05 Mi. 02.April 2008 »
Von wegen werden die staatlichen Hilfen durch ehrenamtliche Aktivitäten ergänzt!!!

Zitat
Zitat: Original von Eivisskat
Zitat:

Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MAP) Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (16/7972) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/7807) hervor.

Die Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln sei eine wichtige Ergänzung der vorhandenen staatlichen Hilfen. Etwa 32.000 ehrenamtliche Helfer stünden hinter der Tätigkeit der Tafeln.

http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_035/06.html
Wann werden die ersten Politiker auf die hinterhältige Begründung kommen:

Wenn die ehrenamtliche Hilfe zunimmt, dann können wir die staatliche Hilfe herunterfahren und wieder mal diese Art der Unterstützung ersparen.

Das ist wie bei der Förderung der Verbraucherzentralen. Wenn in Not geradene Bürger auf fremde Hilfe zunehmend angewiesen sind, streicht man die staatliche Förderung schrittweise, weil man auf die private, gegenseitige Unterstützung spekuliert. Schneller als man denkt, gehen den ehrenamtlichen Kräften die Finanzmittel oder die materiellen Mittel aus und dann wird es grundsätzlich zappenduster. Jeder wird des anderen sein Teufel und wird ihm an die Gurgel springen.

Das bringt uns die katholische Verlogenheit und Hinterhältigkeit der zur Schau getragenen christlichen Nächstenliebe ein.

Man sollte die Schwarzgeldkontenparteien CDU/CSU/SPD, die für die Armuts- und Verelendungspolitik von Arbeitslosen, prekär Beschäftigten und Rentnern verantwortlich sind, verbieten und zur Schadenersatzleistung namentlich pro Abgeordneten und Parteimitglied zwingen.

Die so wieder erwirtschafteten Mittel gehören in die Hände der vorher arm gemachten Bevölkerungsgruppen.

Das hätte endlich mal auch eine abschreckende Wirkung für Politiker, die nur überall herumrühren (echt Volksmund: viele Köchen verderben den Brei oder Schuster, bleib bei Deinen Leisten), ständig die Posten wechseln oder nur zum Schein ausfüllen.

Wenn ich mir z.B. den Merz mit seinen 15 Posten in der Wirtschaft und Politik ansehe, dann spottet es jeder Beschreibung. Man kannn seinen Job nur einmal richtig machen und bei den 14 anderen Funktionen wirkt man nur als nutzloses Aushängeschild oder Werbeträger. Merz macht es gradewegs übertrieben so wie der verstorbene Rexrodt - überall nur die Hände aufhalten und abkassieren, bei so mancher Unternehmertagung kluge Reden über die Nützlichkeit der freien Martwirtschaft und seiner Selbstheilungskräfte schwingt oder sinnlose Aufsätze in Zeitschriften von sich gibt.

Hacker Olaf

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Die Tafeln
« Antwort #32 am: 22:29:38 So. 27.April 2008 »
Mit den Tafeln wird , dies kann ich als stark Betroffener berichten.
          1. Dem Lebensmittelspender die Müllkosten gesenkt.
          2. Den kirchlichen Einrichtungen Spendengelder ermöglicht,
              da man die Armen entwürdigt,  als Kulisse benutzt und so  
              Bargeld aufs hohe christliche Herren -
              Betreiberkonto kommt.
          3. Bedürftige als Almosenempfänger degradiert werden
          4. Demenzkranke Arme als Statisten mit Bewacher missbraucht
              werden, um so Pflegekosten einzusparen.
         
 Achtung : Es gibt verschiedene Tafeln und verschiedene Arten der
                Tafeln.
            A.  Hat die Tafel einen Zusatz e.V.  ( 10 % ) ist sie ein    
                                           Verein von
                 freien Bürgern. Du könntest Deine eigene TAFEL gründen.
                 Ich helfe Dir dabei. Dann hast Du das soziale
                 Betreiber-Konto und nicht die Kirche.
             B.  Hat die Tafel den Namen der Stadt vorgestellt ohne e.V.,
                 dann gehört man zur Kirche oder zur Stadt ( 90 % )
            C.  Heisst Sie Humane Tafel, dann bietet Sie zusätzlich
                 bezahlte Arbeitsplätze an. Nur dann ist eine Tafel sinnvoll,
                 wenn sie human ist. Also Brot und Arbeit gibt.
             D. Sage zu Deiner Tafel, einfach Humane Tafel  Nr. ( PLZ )
                 und mach Sie selbst. Trete als eigener Chef  auf  !
                 Ein Spendenkonto ist in Deiner Hand.
                 Es gibt in Deutschland nur eine Humane Tafel, Meine !
                 Deshalb hat mich auch die Kirche ganz schön verarscht !
                 Doch meine Idee wurde 3 Monat vor den Kirchentafeln
                 beim Amtsgericht eingetragen. Pech für die Kirche !
         
                Gruß Olaf ( Spitzname Bürgermeister der Armen )
Olaf Hacker - Umweltprojekt Worms

Pinnswin

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Die Tafeln
« Antwort #33 am: 21:18:48 Mo. 28.April 2008 »
Zitat
... Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement...
- "Die" freuen sich über den Schaden, den sie selbst angerichtet haben. Mahlzeit!
--

Zitat
...
So, 04.05. um 13:15 Uhr ard


ARD-exclusiv

Die Wiederkehr der Suppenküchen - Wie die Tafel-Bewegung den Hunger bekämpft

Es ist beschämend, aber eine Tatsache: In einem der reichsten Länder der Welt ist die Zahl der Menschen dramatisch gewachsen, die auf Essensspenden angewiesen sind. Was nach Weimarer Republik und Zweitem Weltkrieg überwunden schien, ist seit Ende der 90er Jahre ein nicht mehr zu übersehender Trend: Immer stärker breitet sich die Tafel-Bewegung in Deutschland aus. Sie versorgt Menschen mit Lebensmitteln, die ohne diese Spenden nicht über die Runden kommen würden.

Die Grundidee stammt aus den USA. Dort entstanden über Jahrzehnte so genannte "Foodbanks", "Harvesters" und "Tables", um durch private Initiative das auszugleichen, was der traditionell kaum entwickelte Sozialstaat nicht leisten konnte oder wollte. In Westeuropa dagegen schienen Suppenküche und Lebensmittelhilfen ein Relikt aus lange überwundener Vorzeit. Das hat sich in den letzten Jahren erheblich geändert. Das gewaltige Auseinanderdriften von Vermögen und Einkommen, Massenarbeitslosigkeit, sinkende Reallöhne und -Renten bei steigenden Lebenshaltungskosten und zuletzt Hartz IV haben zu einer erheblichen Zunahme der wirtschaftlichen Not am unteren Ende der sozialen Skala geführt. Und diese Not kann fast täglich öffentlich besichtigt werden. Inzwischen gibt es bundesweit schon 760 Tafeln mit mehr als 1.700 Läden und Ausgabestellen.

Allein in den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Kunden, die regelmäßig kommen, um 40 Prozent gestiegen. Betroffen sind alle Altergruppen, nicht zuletzt auch Familien und Alleinerziehende mit Kindern, bei denen das Einkommen nicht mehr reicht, um sich ohne Unterstützung über Wasser zu halten. Der Bundesverband der Tafeln erwartet, dass noch dieses Jahr die Grenze von einer Million Bedürftigen erreicht wird. Meist sind es ehrenamtliche Helfer, die Lebensmittel und Sachspenden einsammeln, verwalten und an Bedürftige ausgeben. Unter den Spendern sind örtliche Bäckereien, Metzge reien und Supermärkte, aber auch größere Unternehmen, die Fahrzeuge und Ausrüstung zur Verfügung stellen. SR-Autor Lars Ohlinger und sein Team begleiten am Beispiel von drei Tafeln im Saarland die Ehrenamtlichen und die Kunden und zeigen den täglichen Kampf der Tafel-Mitarbeiter um Spenden, ihren Mut und ihre Hilfsbereitschaft bei der Arbeit. Er stellt aber auch kritische Fragen:

Wie lebt es sich tatsächlich mit Hartz IV, wenn alle Rücklagen aufgebraucht sind? Und was ist an dem Vorwurf dran, dass manche Lebensmittelspende nicht nötig wäre, wenn die Betroffenen nicht so hohe Kosten für Handy und Zigaretten hätten?
blah
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

Hamburgerin

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Die Tafeln
« Antwort #34 am: 22:39:12 Di. 20.Mai 2008 »
Ich gehe notgedrugen an die "Tafel". ich habe mittlererweile keine andere Wahl, wenn ich nicht ab dem 20. mit meinen Kindern in einen leeren Kühlschrank gucken möchte.
Ich gehöre nicht zu den "dankbaren Abnehmern", die froh sind, wenn man sie beachtet und sich freuen, wenn ihnen ein Brosamen vom Tische des reichen Mannes hinunterfällt.
Ich weiß, dass die "edlen Spender" auf diese Weise billig ihren Müll entsorgen. Und das auch noch als Spende von der Steuer absetzen können.
Sich einen Platz als "Wohltäter" in der Gesellschaft sichern, und gleichzeitig mit ihren Niedriglöhnen dafür sorgen, dass die eigenen Angestellten mit Hartz IV aufstocken müssen, die sich plötzlich selbst als "Gäste" an einer Tafel wiederfinden.
Mich widert es auch an, wenn ich sehe w a s man uns alles als noch verwertbares Lebensmittel andient. Fauliges Obst, matschiges Gemüse, angeschimmelte Wurst oder steinhartes Brot - nicht immer, doch häufig genug findet sich derartiges dazwischen.
Ich bin mir dann stets im Klaren, dass man in mir nicht mehr sieht, als den Müllverwerter der Lebensmittelkonzerne. Und das macht mich auch wütend. Und es machte mich derart wütend, dass ich zwei Jahre lang jeder Tafel fern blieb. Doch mittlererweile hat mich die Kostenexplosion bei Lebensmitteln, Energie und allen anderen Alltäglichkeiten gezwungen erneut eine Tafel anzusteuern.
Und ich finde es auch eine Ungeheuerlichkeit, dass ich dafür auch noch bezahlen muss - zwei Euro pro Einkauf, das bedeutet Lebensmittel für
z w e i Personen. Ich brauche jedoch welche für f ü n f Personen, und so muss ich für jede weitere je 1€ zahlen. Ich brauche nur dran zu denken, w a s die Lebensmittelkonzerne zahlen müssten, um ihren Gammel regelrecht zu entsorgen.
Doch auch wie die Tafeln organisiert sind. Egal ob da Ehrenamtliche arbeiten oder EEjobber, da ist erst mal jeder selbst der nächste. Gibt es richtig gute Sachen, verschwinden die in mitgebrachten Beuteln, Taschen und sonstigen Behältnissen. Oder es tauchen von irgendwo Leute auf, die sich Tomaten, Paprika und anderes Grünzeug für ihren Laden "bestellen"!!! Kein Witz! Da maschieren manche mit vier, sechs Tüten raus, stellen sich nochmals an um erneut schwer beladen die Tafel zu verlassen, und niemand stört sich daran, während die regulären Tafelgäste mit ein paar Radieschen, einem Stück Brot und einer Ecke Käse heimgehen. Und die Sympatie spielt eine große Rolle. Mag man dich nicht, siehts schlecht aus, anständiges mit nach Hause zu nehmen. Originell wirds an der Tafel wenn die Mitarbeiter aus einem Clan-Klüngel aus Familie, Freunde und befreundeten EEjobbern bestehen. Was da für ein Schmuh mit den Lebensmitteln betrieben wird, was da geschoben wird, manche kriegen Berge von Fleisch mit, andere müssen jeden Fitzel extra zahlen....Hör´ mir auf!

Ich weiß das alles, ich seh´ das alles, und trotzdem habe ich keine Wahl. Das Alg II reicht einfach nicht, um vernünftig über den Monat zu kommen, gleichzeitig Telefon -und Energiekosten zu zahlen, Rücklagen zu bilden für Weihnachten und/oder Geburtstage, Kleidung, Schulsachen, Reparaturen, Anschaffungen usw. davon zu bestreiten. Ich musste mich entscheiden, entweder nur zu essen, meine Kinder und mich nie wieder zu kleiden, und somit mit dem Regelsatz knapp auszukommen, oder zur Tafel zu gehen.....

Hamburgerin

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Die Tafeln
« Antwort #35 am: 10:12:42 So. 25.Mai 2008 »
Jetzt gibts was neues an "unserer Tafel".

Für seine zwei Euronen bekommt man wie bisher Brot, Obst (kann man fast immer alles wegwerfen), Quark oder Nudeln, Kuchen oder Kleingebäck, gemischtes Hack oder Bauchfleisch, Käse oder Butter, dazu Gemüse.

Das ganze macht, abzüglich des Mülls, etwa drei Einkaufstüten voll.
So weit - so schlecht.

Nun hat man die Möglichkeit, "Mehrbedarf" anzumelden. Man bezahlt 2,4,6 € dazu und darf sich in den Tiefen der Tafel an die Schlange stellen.
Und in diesem Hinterzimmer gibt es dann die richtigen Lebensmittel. Alles was das Herz begehrt, und was im offenen Bereich nur in homoöpatischen Dosen verteilt wird. Aufschnitt, Fleisch, Käse, Braten, Spezialitäten, Markenprodukte - in Hülle und Fülle.
Interessanterweise gehen nur ca. 1/3 der Tafelbesucher in dieses Hinterzimmer, um sich mit weiteren Lebensmitteln einzudecken, vorallem solche, die man tatsächlich noch gut und lecker essen kann.
Aber da stehen kistenweise Lebensmittel herum, aufgetürmt, Unmengen. Das sind S p e n d e n eines Tages, w a s passiert mit dem Rest???? Und wieso muss ich die extra und damit teuer bezahlen?????
Schließlich sind auch diese sehr guten Lebensmittel nahe des Mindeshaltbarkeitsdatum und können nicht unendlich lange gelagert werden.
Meine Idee ist, dass sich zum einen die Mitarbeiter der Tafel gut und günstig bedienen, und zum anderen unter der Hand weiterverkaufen. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Das Dollste war, als ich da nun stand und wartete, dass die Verteilung losging, plötzlich ein Pritschenwagen, zu einem Gutteil mit Schutt beladen, hielt, der Fahrer ausstieg, zur Verteilungsstelle marschierte, es fand ein kurzes Gespräch statt, dann verschwand der Fahrer in der Verteilungsstelle und kehrte kurz darauf mit Kisten beladen zurück. Diese waren prall gefüllt mit den verschiedensten Lebensmitteln. Das wiederholte der Fahrer mehrmals. Auf Frage, was das wohl solle, antwortete man mir, dass der Fahrer andere Tafeln beliefern würde! Ah, mit einem Lastwagen, der teilweise mit Schutt beladen ist???? Und das, obwohl noch zwei original Tafelwagen am Straßenrand hielten????  X(

Wer´s glaubt, wird seelig, wer nicht, kommt auch den Himmel.

Aloysius

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Die Tafeln
« Antwort #36 am: 11:01:41 So. 25.Mai 2008 »
Ich denke mal, der kauft halt, was da an Überschuss ist, das Zeug, das sonst eben weg müßte oder verschenkt werden.

Das Prinzip der Tafeln ist ja, das sie auch finanziert werden müssen, durch Spenden und durch die Zahlungen der Notleidenden.

Wenn die also am Ende des Tages die Reste verschenken würden, würde doch keiner mehr früher kommen und bezahlen, sondern lieber den Müll durchwühlen.

So würden die sich selbst kaputt machen, so traurig das ist.

Also ist das wohl so wie es ist nötig...

Hamburgerin

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Die Tafeln
« Antwort #37 am: 11:43:48 So. 25.Mai 2008 »
Zitat
Original von Aloysius
Ich denke mal, der kauft halt, was da an Überschuss ist, das Zeug, das sonst eben weg müßte oder verschenkt werden.

Das Prinzip der Tafeln ist ja, das sie auch finanziert werden müssen, durch Spenden und durch die Zahlungen der Notleidenden.

Wenn die also am Ende des Tages die Reste verschenken würden, würde doch keiner mehr früher kommen und bezahlen, sondern lieber den Müll durchwühlen.

So würden die sich selbst kaputt machen, so traurig das ist.

Also ist das wohl so wie es ist nötig...


Ich vermute, du meinst mit "der", den Fahrer, der kistenbeladen wieder wegfuhr. Der hat nichts bezahlt, der hat angehalten, ist in die Verteilerstelle gegangen (dort bezahlt man nicht, dort bekommt man nur, bezahlt wird vorher an der Kasse), hat mit einem der Mitarbeiter geredet, das ging alles ganz fix, beinahe konspirativ, und dann hat der die Kisten in sein Auto geladen.

Und es geht gar nicht darum, dass man am Ende alles verschenken soll, sondern darum, dass der Großteil der Spenden zurückgehalten wird, damit die Tafelbesucher nochmals in den ohnehin schmalen Beutel greifen, um ausreichende und vernünftige Lebensmittel zu erhalten. Und es geht darum, dass am Ende, in diesem Hinterzimmer noch lange nicht alles verkauft ist, sondern noch in Unmengen herumsteht.
Und es geht darum, dass alle diese gespendeten Lebensmittel nicht im offenen Verteilerbereich zu erhalten sind. Dort bekommt man verhältnismäßig wenig. Wer am Ende dran ist, bekommt oft kaum noch etwas und d a s  obwohl im Hinterzimmer Lebensmittel in Hülle und Fülle zu haben sind - wenn man zuzahlt!!!!

Die Lebensmitel aus dem Hinterzimmer gehören in die reguläre Verteilung.

Und das was der Fahrer da abholte, war kein Überschuß und es war auch keine Ausschußware. Das waren Lebensmittel von guter Qualität, insbesondere das Obst - was in der Regel derart verfault ist, dass es nur noch zum Wegwerfen reicht. Nicht immer, doch häufig. Und der ist auch nicht erschienen nachdem die Tafel zu Ende war, sondern bevor die Tafel eröffnet wurde!!!
Die Leute, die da kommen, und dieser Fahrer ist nicht der erste, bekommen auf Nachfrage Lebensmittel. Ohne Tafelausweis, ohne Alg II-Nachweis, einfach dadurch, dass sie einen der Mitarbeiter kennen, sogar Ladenbesitzer habe ich dort schon gesehen, die sich Zutaten oder Ware für ihre Geschäfte besorgen.

Ralf Hagelstein

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Die Tafeln
« Antwort #38 am: 16:47:47 So. 25.Mai 2008 »
Zitat
DIE TAFELN - oder: Die konzeptionelle Aushöhlung des Sozialstaats
Mit der herzlichen Einladung an unsere LeserInnen, sich an einer aktuellen politisch-konzeptionellen Diskussion zu beteiligen.
von Thomas Meese

Von US-Amerika lernen, heißt nicht nur Siegen lernen, sondern heißt auch zu lernen, wie durch den systematischen Rückzug des Staates aus der sozio-ökonomischen Grundversorgung eine ständig wachsende Bevölkerungsschicht ökonomisch verelendet und damit die soziale Desintegration der Gesellschaft wächst. Auf der einen Seite wird die Bewachung und Bestrafung der perspektivlos gemachten underdogs durch gewerbliche Sicherheitsdienste und Gefängnisse privatisiert. Die anderen – formal Freien, aber Mittellosen – bleiben auf die private Mildtätigkeit ihrer (“wär’ ich nicht arm, wärst du nicht reich“) wohlhabenderen Zeitgenossen angewiesen. Bei den food banks erhalten sie ihr Gnadenbrot.
Weiterlesen bei: forced labour
"Zynisch ist nicht der Satiriker, sondern die Gesellschaft." Gabriella Lorenz


Pinnswin

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Die Tafeln
« Antwort #39 am: 09:58:30 Mo. 02.Juni 2008 »
Zitat
... "Die Tafel", das ist in vielen Städten ein Konzept, um bedürftige Menschen mit Essen und Nahrungsmitteln zu versorgen. Sponsoren und Vereinsmitglieder spenden und geben Essen an bestimmten Orten und Uhrzeiten aus. Ähnlich funktioniert die Tiertafel. Hier werden vor allem Futter und Sachspenden in Form von Zubehör und Spielzeug für Tiere gesammelt und an bedürftige Menschen weitergegeben, die sonst ihr Tier nicht mehr ernähren und halten könnten. Das Konzept findet immer mehr Interessenten und Nachahmer. Zuletzt wurden Tiertafeln in Nürn [...]
 

http://www.pfotenundfell.de/50226711/tiertafel.php

edit: Jetzt fehlt noch die Kindertafel.  :rolleyes:
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Hamburgerin

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Die Tafeln
« Antwort #40 am: 20:36:22 Mo. 02.Juni 2008 »
Zitat
Original von Pinnswin


edit: Jetzt fehlt noch die Kindertafel.  :rolleyes:


Deine Bitte wurde prompt erhört.
Guck doch mal hier:

http://www.hannovertafel.de/index1157027.htm

oder hier

http://www.duesseldorfer-tafel.de/

oder auch noch hier:

http://coachhosting.de/tafel/index.php?KinderTafel


Lg, die Hamburgerin

Wilddieb Stuelpner

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Die Tafeln
« Antwort #41 am: 21:30:38 Mo. 02.Juni 2008 »
Zitat
Original von Pinnswin
... Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement... - "Die" freuen sich über den Schaden, den sie selbst angerichtet haben. Mahlzeit!

Dort wo der Staat mit gesellschaftlicher, sozialer Fürsorgeleistung in der Pflicht war, kann er sich dann dank privater Spenden und Hilfen entgültig vom Acker machen und nie wieder in Erscheinung treten. Und irgendwann, geht oder soll den Privaten die Luft ausgehen und dann ham 'mer gar nischt mehr.

Das scheint die Stategie und Taktik der Unternehmerparteien, egal, ob in Regierungsverantwortung oder auch nicht, zu sein. Erst Soziales, Karikatives, Gemeinnütziges privatisisieren, damit der Staat entsprechende Gesetze und Vorschriften schleifen lassen kann. Und danach läßt man private Initiative sang- und klanglos einschlafen.

Und genauso wird es im Gesundheitswesen, in der Pflege, in der Rente laufen. Diesen Parteien traue ich keinen Zollbreit über den Weg. Die sind alle so kaltschnäuzig, abgebrüht, verlogen, heuchelnd.

Alles eine Frage der Zeit.

Und es soll noch Leute geben, die diese volksfeindlichen falschen Fuff'zger wählen?

regenwurm

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Die Tafeln
« Antwort #42 am: 06:52:40 Fr. 06.Juni 2008 »
Die Bereitschaft zu Lebensmittelspenden für die Hilfsorganisation Tafel geht zurück. Dadurch stünden für Bedürftige der jüngsten Erhebung (Stichtag: Mai 2007) zufolge 15 Prozent weniger Nahrungsmittel als noch 2005 zur Verfügung, wie der Bundesverband Deutsche Tafel anlässlich des 15-jährigen Bestehens am Donnerstag in Magdeburg mitteilte. Gleichzeitig sei der Anteil der Bedürftigen in diesem Zeitraum um 40 Prozent auf 700.000 gestiegen. Aktuell werden bundesweit etwa 800.000 Menschen durch die Tafeln versorgt.

Einen Grund für die rückläufige Spendenbereitschaft sieht der Tafel-Ländervertreter Sachsen-Anhalts, Mathias Gröbner, in den steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen. Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes, Gerd Häuser, warnte zudem vor einer zunehmenden Verarmung von Kindern und Jugendlichen. 2007 gehörte fast ein Viertel der Tafel-Kunden dieser Gruppe an. Es könne nicht sein, dass manche Kinder in der Schule nur ein Glas Leitungswasser bekämen und andere ein warmes Mittagessen. "Wir fordern, dass sozialpolitisch etwas geändert wird", sagte er. Die staatliche Daseinsvorsorge werde durch die Tafeln nicht überflüssig.

Seit der Gründung der ersten Tafel in Berlin 1993 habe sich auch die Klientel verändert. "Während früher Obdachlose versorgt wurden, kommen heute Familien und Alleinerziehende", sagte Häuser. Mit Sorge blickt der Vorsitzende auch auf die steigende Altersarmut. "Das wird noch ein Problem für die Tafeln werden", prognostizierte er.

Bundesweit gibt es nach Angaben der Bundesverbandssprecherin Anke Assig 785 Tafeln. Insgesamt unterstützen rund 35 000 ehrenamtliche Helfer deren Arbeit. Sie verteilen Spenden von Privatpersonen sowie mittelständischen Betrieben und Großunternehmen.

Noch bis Samstag tagen etwa 700 Tafel-Vertreter in Magdeburg. Dazu werden auch Vertreter aus Kirche, Kultur und Politik, darunter Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), erwartet. Die Tagungsorte, darunter ein Magdeburger Nobelhotel, werden nach Angaben von Häuser nicht aus Spendeneinnahmen finanziert, sondern gesponsort oder aus Anzeigenerlösen bezahlt.

Quelle
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Hochseefischer

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Die Tafeln
« Antwort #43 am: 19:41:47 Fr. 06.Juni 2008 »
Hi,

heute, bei meinem lokalen Kaiser's-Markt, draußen, vor den Kassen, standen da ein paar Tafel-Tanten herum und wollten Leute ansprechen, also mich auch, mit Namensschildern und so.

Die eine stand da mit einem vollem Einkaufswagen rum.

Beim Kaiser's-Markt gibt es ja diese durchsichtigen Einwurfboxen, da darf der Kunde seine Pfandbelege (geboren durch den Pfandautomaten) reinwerfen. Die ist immer prall mit diesen Belegen gefüllt.

Ich sachte denen: "Ich bin gegen Tafeln."

Erst Mal ungläubige Stille von seiten der Tafel-Tanten. Die dachten wohl "was ist das nur für ein herzloser Mensch?"

Dann sagte ich "Der Staat sollte dafür sorgen, dass niemand zu einer Tafel gehen muss. Die Tafeln tragen dazu bei, dass der Sozialstaat abgebaut wird. Und die Kirche macht da auch noch mit. Und ein Hartz-IV-Empfänger, der um 100% gekürzt worden ist, der muss dann da hingehen."

Danach betretenes Schweigen der Tafel-Tanten. Die eine meinte aber "Ja, diese Sichtweise kann ich nachvollziehen".

Na, immerhin.

Gruß

HSF

PS: Ich kann mir vorstellen, dass diese Leute auch noch an anderen Kaiser's-Filialen heute herumstanden, zumindest in Berlin ...

Hochseefischer

  • Gast
Die Tafeln
« Antwort #44 am: 19:44:49 Fr. 06.Juni 2008 »
Oh Mist, ich habe eben den falschen Button ("Zitat") geklickt, wollte eigentlich den "Edit"-Button geklickt haben ...