Autor Thema: Die Tafeln  (Gelesen 74597 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Re: Die Tafeln
« Antwort #60 am: 14:01:11 So. 29.März 2009 »
Neues Deutschland, vom 2. Februar 2009

Rettungsschirm für Kinder - Die Tafel muss auch in Dresden retten, was die Politik versäumt Von Hendrik Lasch, Dresden

Sachsens Landtag hat sich gegen ein kostenloses Mittagessen für Schulkinder entschieden. Mit den Folgen muss auch die Dresdner Tafel
ringen: Jeder dritte Besucher ist dort ein Kind.

Unlängst erhielt Edith Franke am Freitagabend einen Anruf. Am Telefon war ein ratloser Vater, dem das Arbeitslosengelt nicht pünktlich gezahlt worden war und der am Wochenende kein Essen für die Kinder hatte. »Wir haben ohne viel Federlesens geholfen«, sagt Franke, die Chefin der Dresdner Tafel: »Wir kümmern uns und fragen erst danach nach Hintergründen.« Seit 14 Jahren verhilft die Tafel in Sachsens Landeshauptstadt Bedürftigen zu Nahrungsmitteln – mit ständig steigender Nachfrage.

Bevor die Hartz-IV-Gesetze in Kraft traten, kamen 6000 Menschen, ein Vierteljahr danach 9000. Jetzt sind es gar 11 000. »Die Reserven sind aufgebraucht«, sagt Franke: »Die Armut greift immer tiefer.« Vor allem Kinder leiden sehr unter der wirtschaftlichen Not ihrer Eltern, sagte Franke anlässlich einer von der sächsischen Linksfraktion veranstalteten Konferenz zu Kinderarmut am Samstag in Dresden. Sie würden in der Schule ausgegrenzt und litten unter der in der Gesellschaft verbreiteten »Diffamierung« sozial Schwacher, »obwohl sie keinerlei Schuld tragen«.

Die Zahl der Betroffenen steigt. Bei der Tafel in Dresden sind 30 Prozent der 11 000 Gäste Kinder. Offiziellen Angaben der Bundesregierung zufolge stieg der Anteil armer Kinder seit 1998 von 16 auf 26 Prozent. Kinderarmut sei eine »soziale Herausforderung«, sagt Katja Kipping, Bundesvize der LINKEN, und verlangt einen »Rettungsschirm« nicht nur für Banken, sondern auch für arme Kinder. Nicht nur sie beklagt aber, dass die Politik sich der Aufgabe bislang verweigere. Ein Antrag im sächsischen Landtag, ein kostenloses Mittagessen an Schulen zu ermöglichen, wurde unlängst abgelehnt. Man halte an der Forderung fest, sagt Familienpolitiker Falk Neubert. Einstweilen sollten aber wenigstens die Kommunen ihre Möglichkeiten nutzen und bedürftigen Kindern das Essen ermöglichen.

Benachteiligt sind Kinder armer Familien freilich nicht nur beim Essen. Neubert weist auf Kosten für Lehrmittel von 300 Euro pro Jahr oder unbezahlbare Vereinsbeiträge hin. Ein sieben Punkte umfassendes Programm der LINKEN fordert auch dort Abhilfen. Generell müsse für Kinder ein »soziokulturelles Existenzminimum« von 420 Euro garantiert werden, meint Kipping. Der Regelsatz beim Arbeitslosengeld II solle nach dem Urteil des Bundessozialgerichts schnell angepasst werden. Der Paritätische Wohlfahrtsverband geht von einem Bedarf zwischen 276 Euro für Kinder unter sechs bis 358 Euro für Teenager aus. Im Landtag beantragt die LINKE, zunächst den Erwachsenensatz von 351 Euro zu zahlen.

Auch Edith Franke hofft, dass die Hartz-IV-Regelungen »wenigstens auf eine gesetzliche Grundlage gestellt« werden. Generell lehnt sie diese ab: »Das ist eine Maßnahme zur Erniedrigung weiter Bevölkerungskreise.« Einziger Trost: Immer mehr Menschen engagieren sich für Bedürftige. Zu Weihnachten spendete ein Zirkus 4000 Karten, und die Dresdner Philharmonie spielte ein Konzert nur für Menschen, die sich sonst nie Karten leisten können.

Hartzhetzer

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Re: Die Tafeln
« Antwort #61 am: 09:09:21 Mo. 30.März 2009 »
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg
Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
- Albert Einstein -

Jedoch ist das genau das, was in einer Marktwirtschaft Alternativlos ist.

Wilddieb Stuelpner

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Re: Die Tafeln
« Antwort #62 am: 13:43:34 Mo. 30.März 2009 »
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(mfg

Ich erinnere mich an diese "Dokumentation".

Die Frau war doch richtig nett und verständnisvoll und so engagiert für ihre Tafelarbeit, daß man meinen könnte, sie kam gradewegs von einer der Charity-Partíes der Politiker, Reichen und Schönen, die neben all den gespendeten Wohltätigkeiten mal eben wieder einen Jaguar an die edle Spenderin verlosten.

Ach soll der Mensch immer so edel und gut sein bei all diesem Elend, was diese Charity-Clique jahraus, jahrein anrichtet.

Oder nehmem wir solche Leute vom Lions Club oder den Rotariern - alles die gleiche Bande von edelmütigen Menschen von Protz, Prans und Co. Wozu dienen derartige Vereine?

Um zusätzliches Vermögen der Promis, Reichen und Schönen an der Steuer vorbei zu schleusen. Ähnlich läuft's doch auch mit den Stiftungen. Bertelsmann ist für Letzteres das Protobeispiel.

ausgewählte, aufgelistete Rotarier in Deutschland - auch eine Art Netzwerks und Klüngellgesellschaft

Konrad Adenauer †, ehemaliger deutscher Bundeskanzler
Götz Alsmann, Entertainer 
Roland Berger, Unternehmensberater
Ole von Beust, Erster Bürgermeister von Hamburg
Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssen-Krupp und Siemens
Hans-Dietrich Genscher, ehemaliger deutscher Außenminister - der Hallorenwerber für Halle
Herbert Hainer, Vorstandschef bei Adidas-Salomon
Roman Herzog, ehemaliger deutscher Bundespräsident
Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
Klaus Kinkel, ehemaliger deutscher Außenminister
Paul Kirchhof, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht
Klaus Kleinfeld, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Siemens
Horst Köhler, deutscher Bundespräsident
Otto Graf Lambsdorff, ehemaliger deutscher Bundeswirtschaftsminister
Sandra Maischberger, Fernsehmoderatorin
Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin
Friedrich Merz, Politiker
Franz-Josef Paefgen, Vorstandsvorsitzender von Bentley
Ferdinand Piëch, Aufsichtsratsvorsitzender von Volkswagen
Heribert Prantl, Journalist, Ressortleiter bei der Süddeutschen Zeitung
Walter Scheel, ehemaliger deutscher Bundespräsident
Helmut Schlesinger, ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank
Horst Seehofer, bayerischer Ministerpräsident
Richard von Weizsäcker, ehemaliger deutscher Bundespräsident
Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen

Ach, die feine, ehrenwerte Gesellschaft, wo so mancher Dreck auf der feinen Weste hat.

Wilddieb Stuelpner

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Re: Die Tafeln
« Antwort #63 am: 22:53:09 Di. 07.April 2009 »
Meldung der Nachrichtenagentur ddp, vom 1. April 2009

Vereinschefin sächsischer Tafeln kandidiert für die Linke - Hahn beruft 66-Jährige in Kompetenzteam - Porsch unterstützt Mattern

Dresden (ddp-lsc). Die Landesvorsitzende des Vereins sächsischer Tafeln, Edith Franke, kandidiert zur Landtagswahl für die Linkspartei. Deren Spitzenkandidat André Hahn stellte die 66-Jährige am Mittwoch in Dresden zudem als erstes Mitglied seines sogenannten Kompetenzteams vor. Die Parteilose werde dort "für den Bereich Soziales verantwortlich sein", sagte Hahn. Zugleich wurde bekannt, dass Hahns Vorgänger als Spitzenkandidat und Landtagsfraktionschef der Partei, Peter Porsch, die Landtagsabgeordnete Ingrid Mattern dabei unterstützt, trotz gegenteiliger Beschlusslage der Parteigremien erneut für ein Landtagsmandat nominiert zu werden.

Franke soll sowohl auf einem sicheren Platz der Landesliste als auch als Direktkandidatin in Dresden antreten. Die Rentnerin kündigte an, ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Chefin der Dresdner Tafel und als Vorsitzende des Vereins der sächsischen Tafeln auch als Landtagsabgeordnete fortsetzen zu wollen.

Ihre Entscheidung für die Kandidatur begründete Franke damit, dass es angesichts der sozialen Lage notwendig sei, "den Armen eine Stimme zu geben". Ihre linke Haltung könne bislang niemandem verborgen geblieben sein. Zugleich betonte die "Hartz IV"-Gegnerin, dass die Dresdner Tafel "keine Reservetruppe der Linken" sei, sondern unabhängig bleiben werde.

Franke hatte 1995 die Dresdner Tafel gegründet, die inzwischen mit Hilfe von Spenden wöchentlich 11 500 Bedürftige versorgt. Zuvor war sie vier Jahre arbeitslos gewesen. 2006 wurde ihr für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Nach eigenen Angaben war sie als 18-Jährige in die SED eingetreten und verließ die Partei im Herbst 1990. Vor der Wende habe sie zwölf Jahre lang hauptamtlich in der SED-Kreisleitung der Technischen Universität Dresden und dort als Sekretärin für Agitation und Propaganda gearbeitet, bevor sie im Juli 1989 in gleicher Funktion in die SED-Stadtleitung gewechselt sei.

Hahn kündigte an, dass seinem Kompetenzteam sechs bis acht Personen angehören sollen. Die Entscheidung über Frankes Direktkandidatur fällt die Dresdner Linke am Sonntag. Franke soll im früheren Wahlkreis (WK 45) des nach einer Zustimmung zu einem Antrag Rechtsextremer im Stadtrat von der Landtagsfraktion degradierten Abgeordneten Ronald Weckesser antreten.

In einem anderen Dresdner Wahlkreis (WK 47) droht der Linken eine Kampfabstimmung. Neben dem vom Stadtvorstand empfohlenen Stadtratsfraktionschef André Schollbach will auch die Landtagsabgeordnete und Dresdner Ex-Parteichefin Mattern antreten. Wer auf Mattern verzichte, verzichte auch "auf ein beträchtliches Erfolgspotenzial für unsere Partei", heißt es in einer am Mittwoch bekanntgewordenen Stellungnahme Porschs. Mattern habe "außerordentliche politische Fähigkeiten".

Brisanz erfährt Porschs Empfehlung, da Matterns Nominierung der Beschlusslage von Parteigremien widerspräche. Der Landesvorstand und die Dresdner Linke hatten im Sommer 2008 angekündigt, Politiker wie Mattern nicht mehr zu unterstützen. Vorausgegangen war deren Votum im Stadtrat für einen mit dem Kandidaten der Linken konkurrierenden Bewerber für das Amt des Kulturbeigeordneten.

Im September 2008 trat Mattern aus der von der Parteispitze nicht unterstützten Fraktion Linkspartei.PDS aus. Sie begründete das mit der vorherigen Zustimmung der Stadträte um Weckesser zu einem Antrag des rechtsextremen Nationalen Bündnisses.(ddp)

Pinnswin

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Re: Die Tafeln
« Antwort #64 am: 07:38:24 Mi. 08.April 2009 »
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg
Reg dich nicht darüber auf, was im TV gelabert wird, die labern nur scheiBe, kriegen bestenfalls anständig bezahlt dafür, das sie scheiBe labern und haben hinterher noch ein gutes Gewissen. pAnne Will, Matschperger, Ih Gitt Illner und Tagessau, TV iss ne Sau - Lass se fliegen: Aus m Fenster. Und ab dafür, vg  :)
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

Wilddieb Stuelpner

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Re: Die Tafeln
« Antwort #65 am: 11:29:44 Mi. 08.April 2009 »
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg

Ich hatte diese Sendung mit dem abwertenden und abfälligen Kommentar einer Tafelchefin auch gesehen und es könnte sein, daß es eben die Chefin der Dresdner Tafel, eben die jetzt von der sächsischen Linke nominierte Frau Edith Funke war, die dort als Sozialexpertin auftreten soll.

Es kann aber auch der umstrittene Heinz Buschkowsky, SPD-Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln gewesen sein, der diese Bemerkung in der Anne-Wil-Sendung fallen ließ.l

siehe dazu bei Anne Will: Videopodcast aus der Anne-Will-Sendung vom 27.07.2008, 21:45: Die Dresdner Tafel

ARD, Sendung "Anne Will" - "Kein Geld für Drückeberger - ist jeder Job besser als keiner?" vom 27.07.2008, 21.45 Uhr

Videopodcast der gesamten Sendung - "Kein Geld für Drückeberger - ist jeder Job besser als keiner?"

Gäste bei Anne Will am 27.07.2008

Edith Franke, Gründerin der Dresdner Tafel, sagte in dieser Sendung:



"Wenn ich erleben muss, dass in Dresden neuerdings Putzkolonnen (Von 1-Euro-Jobbern, Anm.d.Red.) unterwegs sind, die Lampen putzen wie um die Jahrhundertwende, und dann noch erleben muss, dass das Ehrenamtliche von der Dresdner Tafel sind, die bei uns freiwillig ehrenamtlich arbeiten, Arbeitslose, die man wegzieht, um sie in einen so genannten Ein-Euro-Job zu pressen, dann hat das mit Fördern nichts zu tun. Es hat nur mit Fordern von irgendwelchen Tätigkeiten zu tun, die nicht die Persönlichkeit des Arbeitslosen im Blick haben."

Kater

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Re: Die Tafeln
« Antwort #66 am: 12:46:13 Do. 09.April 2009 »
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg

du meinst wahrscheinlich diese Sendung:

Fragwürdige Hilfe – Lebensmittelspenden hemmen Eigeninitiative

hier noch ein Zitat aus dem Beitrag:

Zitat
Dominik Enste, Institut der Deutschen Wirtschaft
„Kernproblem kann bei den Tafeln dadurch entstehen, dass Menschen längerfristig die Fähigkeit verlieren, für sich selber zu sorgen. Das heißt, dass sie fast wie bei einer Fütterung in der freien Wildbahn, man falsch erzogen wird, man selber nicht mehr in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, also bildlich gesprochen jagen zu gehen und für sich selber zu sorgen, sondern immer stärker angewiesen wird auf diese Hilfe.“


Gesamttext:

http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_19_03/beitrag_2.html

Wilddieb Stuelpner

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Re: Die Tafeln
« Antwort #67 am: 15:34:16 Do. 09.April 2009 »
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg

du meinst wahrscheinlich diese Sendung:

Fragwürdige Hilfe – Lebensmittelspenden hemmen Eigeninitiative

hier noch ein Zitat aus dem Beitrag:

Zitat
Dominik Enste, Institut der Deutschen Wirtschaft
„Kernproblem kann bei den Tafeln dadurch entstehen, dass Menschen längerfristig die Fähigkeit verlieren, für sich selber zu sorgen. Das heißt, dass sie fast wie bei einer Fütterung in der freien Wildbahn, man falsch erzogen wird, man selber nicht mehr in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, also bildlich gesprochen jagen zu gehen und für sich selber zu sorgen, sondern immer stärker angewiesen wird auf diese Hilfe.“


Gesamttext:

http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_19_03/beitrag_2.html[/size]

Wahrscheinlich war es sogar die Kontrastesendung.

Es ist schon bezeichnend wie menschenverachtend, arrogant und zynisch die Medienvertreter der Leistungselite (z.B. Dominik Enste, Institut der Deutschen Wirtschaft) im Namen der Arbeitslosigkeit verursachenden Unternehmenspolitiker und Wirtschaft über ihre arbeitslosen Opfer herziehen und diese in den Dreck treten. Eben, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Den Spott bekommt man noch umsonst dazu!

So sieht die Menschenwürde und die gesellschaftpolitische Verantwortlichkeit der Eigentümer von Produktionsmitteln, also durch das Unternehmerpack, praktisch aus. Die Produktionsmittel werden eben nun nicht zum Allgemeinwohl eingesetzt, sondern zur Befriedigung der Machtgier und Raffsucht, zum Eigennutz des eigensüchtigen Eigentümers. Das Grundgesetz ist voll von schönen, hohlen Sprüchen wie man sieht - wieder mal unverbindliche Selbstverpflichtungen, an die sich keiner der Sprücheklopfer gebunden fühlt. Ist wie das Wort zum Sonntag - sobald man die Kirche verläßt, vergißt man sofort wieder seine abgegebene Selbstverpflichtung.

Also was ist die BRD wert?

Lügen, Betrügen, Bestehlen ... bis zum Entsorgen des verelendeten und verarmten Volkes.

Und genau diese hinterhältigen, verlogenen Selbstverpflichter sind die Verursacher dieser Mißstände. Das sollte man an den Eingangstüren zu den Wahllokalen und an die Wahlurnen groß und breit dranschreiben, damit die narkotisierten Wähler der Unternehmensparteien, die aus spießigen, kleinbürgerlichen, miefigen Verhältnissen kommen und immer noch diesen Mist = Unternehmensparteien wählen, endlich begreifen, was für einen Schaden sie mit ihrer abgegebenen Stimme an sich selbst und an den sozial Schwachen anrichten.

Schuld sind keine Banken- und Finanzkrisen, sondern, diejenigen die an den Schalthebeln der Macht sitzen und diese Krisen gegen die Völker anrichten. Gibt es die Vertreter der Unternehmerparteien nicht mehr an der Macht und keine selbstherrlichen "Gutsherren" in der Wirtschaft, dann hört's auch auf mit den Krisen. Wir brauchen keine Unternehmerdiktatoren mit selbsternannten Kompetenzteams, sondern Basisdemokratie in der Politik, Verwaltung und Wirtschaft - also echte Volksdemokratie.

In der letzten Sendung "Münchner Runde": Umdenken in der Krise - Was hält uns jetzt zusammen? im Bayerischen Rundfunk hatte man auch solche unfähigen Vertreter von CSU- und Wirtschaftskompetenzteams eingeladen, die dem dämlichen Volk die Finanzkrise erklären sollten. Und welche Niete tauchte da wieder auf?

Dr. Edmund Stoiber, der seinen Doktor wohl an einer Schießbude gewonnen haben musste. Ohne Grund gibt es über diesen abgeschobenen Drückeberger ins Europaprlament auch keine Klagen von seinen "Artgenossen" - gibt dort nur hohle Sprüche zum europäischen Bürokratieabbau ab und ist ansonsten faul, untätig und inkompetent - aber für Talkrunden in heimischen, bayerischen Landen immer noch zu gebrauchen, ums Wahlvolk mit seinen Schaumschlägereien besoffen zu machen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Neoliberalismus und christlichen Unternehmensparteien mit entsprechender Ausrichtung zum rechtsradikalen, christlichen Fundamentalismus und Terrorismus?

Ich meine, der einzige Unterschied liegt im Entwicklungsstadium und im offenem, aggressiven Vertreten eigener Machtansprüche. Beim neolibaralem Verhalten der Unternehmerparteien werden die menschenverachtende Ziele und Absichten schön unter demokratischen Mäntelchen eingehüllt und bei den rechtsradikalen, christlichen Fundamentalisten hat man das demokratische Mäntelchen abgeworfen und tritt gewalttätig und aggressiv auf - kein großer Unterschied mehr zu den Neonazis.

Unsere christlichen Unternehmensparteien und Gewerkschaften haben noch ihr Demokratiemäntelchen umgehängt. Eine Frage: Wann werfen sie das Mäntelchen weg?

Darüber sollte sich mal Schäuble, Koch, Schönbohm eine Rübe machen, was in ihren Reihen für Splittergruppen rumrennen, welche Ideen, Ziele und Absichten sie verfolgen.

Auch die Tafelbewegung gehört zu so einem christlich Nächstenliebenden-Mäntelchen, zur Verschleierungstaktik.

Und wie's sich so trifft: "1978 bis 1982 war er außerdem als Syndikus für die Lotto-Toto-Vertriebsgemeinschaft Bayern tätig." Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Stoiber

Auch der Wolfgang Clement kennt Glücksspielautomatenhersteller, denen er als politischer Lobbyist die entsprechenden Gesetze so maulgerecht zusammenzimmert, daß der Glücksspielautomatenhersteller zum Milliardär werden kann.

Stoiber hat sich in ausgewählten Politikfeldern eindeutig positioniert:

Seine christlich-konservative Weltsicht, insbesondere zu den Themen Ehe, Frauen, Homosexualität und Ausländer sowie seine scharfe Rhetorik wirken oft polarisierend. Er folgt damit der schon von seinen Vorgängern verfolgten Linie, konservative Kreise in die Partei zu integrieren und keine Partei „rechts der CSU zuzulassen“.

Eingetragene Lebenspartnerschaften: Stoiber trat vehement gegen die Einführung der von Sozialdemokraten und Grünen befürworteten gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaften in Deutschland ein. Dies beeinflusste seinen Bundestagswahlkampf im Jahre 2002 gegen Schröder. Das von Bayern zusammen mit den Bundesländern Sachsen und Baden-Württemberg angestrengte abstrakte Normenkontrollverfahren gegen die Eingetragene Lebenspartnerschaft wurde vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe abgewiesen. Gegen die im Jahr 2005 beschlossene Novelle zum Lebenspartnerschaftsgesetz, die von Sozialdemokraten, Grünen und der FDP getragen wurde und zum 1. Januar 2006 in Kraft trat, strebte Stoiber erneut ein gerichtliches Verfahren gegen die Einführung der Stiefkindadoption durch gleichgeschlechtliche Paare vor dem Bundesverfassungsgericht an, das diesmal allein vom CSU-regierten Bundesland Bayern betrieben wird.

Kontroverse Äußerungen zur Gesellschaftsstruktur: „durchrasste Gesellschaft“ : Laut Süddeutscher Zeitung vom 4. November 1988 soll Stoiber während eines Gesprächs mit Journalisten vor einer durchmischten und durchrassten Gesellschaft gewarnt haben. Stoiber sprach damals von einem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat; es gab heftige Vorwürfe. Später entschuldigte Stoiber sich für die Äußerung

Als Gegner gegen Gleichgeschlechtliche, gegen Abtreibung und gegen Ausländer ist Stoiber sich eins mit rechtsradikalen, religiösen Christfundamentalisten in den USA - auch eine Art internationaler Terroristen - seine Bush-Anhänger-Vorbilder.

Phoenix: Die letzte Schlacht

Christliche Fundamentalisten in den USA

Wenn in den Medien die Rede von Fundamentalisten ist, ist meist der Islamismus gemeint. "Die letzte Schlacht" hingegen handelt vom christlichen Fundamentalismus und seinen Anhängern in den USA. Ihr angestrebtes Ziel: eine christliche Nation, die auf den wörtlich ausgelegten Gesetzen der Bibel aufbaut.

Für christliche Fundamentalisten ist derzeit eine Schlacht im Gange - ein geistiger Krieg zwischen den wahren Gläubigen, den wiedergeborenen Christen, und jenen, die ihrem Todfeind, dem Antichristen, folgen. Was für manche an Fanatismus grenzt, ist für viele Menschen in den USA der Weg, den sie gehen möchten. Doch was macht diese Bewegung für sie so attraktiv?

Regisseurin Claudia Willke analysiert in vier Etappen, mit welchen Mitteln die christlichen Fundamentalisten es geschafft haben, sich zu einer der einflussreichsten gesellschaftlichen und politischen Mächte zu entwickeln: Rekrutierung der Basis, Training der neuen Führungselite, Zusammenarbeit mit den Mächtigen und Aufbau eines Kreises von Auserwählten.

Für die erste Etappe ist unter anderem Ron Luce zuständig. Er gehört zu der neuen Generation von evangelikalen Predigern des 21. Jahrhunderts. Er ist smart, selbstsicher, erfolgreich und mit großem politischem Einfluss - einer der Topführer der stetig wachsenden Anzahl von Großkirchen. Luce benutzt die Medien, um neue Anhänger zu rekrutieren. Neben der spirituellen Botschaft bietet er Hilfestellungen und Freizeitdienste in kleinen Gruppen an: Jobtraining, Eheseminare und Bibelkreise, Mountainbike-Touren, Jugendversammlungen, Single-Treffs und so weiter. Sobald sie für die Botschaft Jesus' gewonnen sind, werden die Kirchenmitglieder ermutigt, sich für soziale oder politische Basisarbeit zu engagieren. Dabei stehen der Kampf gegen die Abtreibung und die Schwulenbewegung, Lobbyarbeit für die Einhaltung der Parole "Abstinence Only" sowie die Unterstützung der so genannten Homeschooling-Bewegung ganz oben auf der Liste der Aktivitäten.

Im Gegensatz zu früher ist die religiöse Rechte heute solide in der Mittelschicht verankert. Sie ermuntert zum Unterrichten der Kinder zu Hause und hat ein christliches Elite-College gegründet, um den religiösen Kindern eine gute Weiterbildung zu ermöglichen. Schließlich wollen die christlichen Fundamentalisten vor allem, dass "ihre" Jugend aktiv ins politische Geschehen eingreift und dazu ist eine gute Ausbildung nötig. Das Patrick Henry College ist eines dieser aufstrebenden christlichen Elite-Colleges. Schon während ihres Studiums können interessierte Studenten durch Praktika im Weißen Haus oder die Mitarbeit in Wahlkampfteams konservativer Abgeordneter erste politische Erfahrungen sammeln. So bekommen sie Einblick in die hohe Kunst des "Networking", für sie eine wichtige Voraussetzung, um "das Königsreich Gottes" voranzutreiben.

Einer der einflussreichsten christlichen Fundamentalisten in den USA ist James Dobson, Gründer des ultrakonservativen Medienimperiums "Focus on the Family" und der Organisation "Family Research Council". Er arbeitet mit den Mächtigen zusammen und hat sogar Einfluss auf die Wahl des Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei. Sein Ziel ist es vor allem, die fundamentalistischen Werte innerparteilich stärker voranzutreiben.

Dafür engagiert sich auch die Fellowship Foundation, die den Aufbau eines Kreises von Auserwählten übernimmt. Sie richtet seit über 50 Jahren das jährliche National Prayer Breakfast in Washington DC aus - eine ideale Gelegenheit für Politiker, Staatsoberhäupter, Diplomaten und Industrielle, Netzwerke zu bilden. Leiter der still im Hintergrund operierenden Organisation ist Doug Coe, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in Washington. Das offizielle Ziel der "Familie" - wie sich die Organisation selbst nennt - ist es, 200 Weltführer einzusetzen, die von Gott angeführt und in einem Netzwerk von Gebetszellen vereint sind. Bei der Fellowship Foundation gibt es keine Aufzeichnungen, Memos oder Sitzungsprotokolle. Alle Treffen sind streng vertraulich, und nichts dringt vom inneren Kern an die Öffentlichkeit. Somit geht der Einfluss dieser christlichen Organisation weit über die USA hinaus.

Film von Claudia Willke

Die Sendung "Jesus Camp" wiederholte Phoenix vor wenigen Tagen.

Sendetermin
Mi, 08.04.09, 00.00 Uhr
Mi, 08.04.09, 06.45 Uhr
 
Diese Dokumentation zeigt wie Gehirnwäsche von machtgeilen, christlichen Fundamentalisten in den USA an Kindern ausgeübt wird - auch eine Form von Terrorismus und Rechtsradikalismus. Hat viel Ähnlichkeit mit unseren christlichen Unternehmensparteien und christlichen Hungerlohndrücker-Gewerkschaften.

Phoenix: Themenabend: "Abwege des Glaubens"

PHOENIX zeigt, wie auch bei Christen durch fundamentalistische Auffassungen extreme und erschreckende Formen annehmen kann und wie vor allem Kinder als Werkzeuge dieser Auffassungen benutzt werden.

"Jesus Camp"

Becky Fischer, Pastorin der evangelikalen Christen betreibt ein Sommercamp für Kinder und Jugendliche aus christlich-fundamentalistischen Familien. Ihr Plan, gleich ganze Generationen für einen Kulturkampf auszurüsten, sie für die Sache Gottes zu trainieren. In Kriegsbemalung und Tarnanzügen üben sie den Kampf gegen Abtreibung oder die Meinungshoheit der Naturwissenschaften. Harry Potter sei "Teufelszeug", und sie beten für den Endsieg über Darwinismus und Humanismus. Der 2007 gedrehte Film von Rachel Grady und Heidi Ewing zeigt, wie schnell religiöse Verzückung in Missbrauch übergehen kann.

Phoenix: Jesus-Camp

Die Gotteskrieger vom Teufelssee

Sie sollen genauso radikal ihr Leben für das Evangelium aufs Spiel setzen, wie junge Moslems es für den Islam tun. Das will Becky Fischer, Pastorin der evangelikalen Christen, die mit über 80 Millionen Mitgliedern in den USA zunehmend an Macht und Einfluss gewinnen.

Am Devil's Lake, dem Teufelssee in North Dakota, werden junge Christen in "Gotteskrieger" verwandelt. Der Film zeigt die deutsche Bearbeitung der amerikanischen Dokumentation, die für den Oscar® 2007 nominiert war.

Becky Fischer betreibt ein Sommercamp für Kinder und Jugendliche aus christlich-fundamentalistischen Familien. Ihr Ziel: gleich ganze Generationen für einen Kulturkampf auszurüsten, sie für die "Sache Gottes" zu trainieren. In Kriegsbemalung und in Tarnanzügen üben die Kinder den Kampf gegen Abtreibung oder die Meinungshoheit der Naturwissenschaften. Harry Potter sei "Teufelszeug", und sie beten für den Endsieg über Darwinismus und Humanismus. Dabei winden sie sich in Trance auf dem Boden. Solche Zeremonien enden oft in Massenhysterie. Glaube geht in Psychoterror über. Die Grenzen zwischen religiöser Verzückung und Kindesmissbrauch sind fließend.

Dokumentation von Rachel Grady und Heidi Ewing (2007)

Und jetzt sagt mir noch einer wie abscheulich es ist, wenn islamistische Fundamentalisten ihre Kinder zu religiösen, fanatischen Selbstmordattentätern erziehen. Dasselbe treiben die christlichen Fundamentalisten in den USA, aber keine Nationalgarde, kein Heimatschutzministerium bekämpft die eigenen, eben diese Terroristen.

"Mit Gott gegen Darwin"

Strenggläubige Kreise haben die wissenschaftliche Lehre nie akzeptiert, dass Mensch und Affe gemeinsame Vorfahren haben. Ihr setzten sie die wörtliche Auslegung der Bibel entgegen, wonach der Mensch von Gott an einem Tag erschaffen wurde. Nie zuvor allerdings sind konservative Christen so nah an einer Durchsetzung ihrer Ziele gewesen. Sie wissen, dass ihr Versuch, die Biologiebücher umzuschreiben, von höchster Stelle unterstützt wird. Auch der Präsident George W. Bush hat sich in einem Interview dafür stark gemacht, neben der Evolutionslehre auch die Schöpfungslehre als Alternative zu unterrichten. Die Reportage von Thomas Berbner legt offen, wie radikale christliche Gruppen die bisher gültigen wissenschaftlichen Grundlagen von der Entstehung des Lebens und die Lehre Charles Darwins in Frage stellen.

"Satan lebt"

Der Film von Helge Cramer zeigt, was damals wirklich geschah, welche Rolle die Amtskirche dabei spielte und wie eine an Epilepsie Erkrankte für religiöse Zwecke benutzt wurde, um mit ihrem "freiwilligen" Menschenopfer die reale Existenz des Teufels zu beweisen.
Am Ende der unglaublichen Qualen durch den von der offiziellen Kirche abgesegneten Exorzisten starb das Opfer, die Studentin Anneliese Michel aus der fränkischen Kleinstadt Klingenberg. Erstmals sprechen ehemalige Kommilitoninnen über ihre hilflosen Versuche, Anneliese Michel aus der Umklammerung des eingeweihten Exorzisten-Zirkels zu befreien, dem neben Priestern, Eltern und Vertrauten offenbar auch eine studentische Rosenkranzgruppe angehörte.

"Die Kinderhexen von Kinshasa"

Das Geschäft mit dem Aberglauben ist im Kongo eines der wenigen, das nach 40 Jahren Plünderdiktatur und vier Jahren Bürgerkrieg noch floriert. In der Flucht ins Übersinnliche suchen die Menschen Erklärungen für ihr Elend und einige glauben, diese in ihren Kindern gefunden zu haben. In Kongos Hauptstadt Kinshasa gibt es circa 20.000 sogenannte "Kinderhexen", die betteln, stehlen und auf der Straße leben, weil sie von ihren Eltern aus Angst vor Unglück verstoßen wurden. Der Film von Werner Zeppenfeld untersucht die Hintergründe dieses Phänomens.
 

Hoffnungslos

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Re: Die Tafeln
« Antwort #68 am: 19:44:14 Sa. 11.April 2009 »
Hallo,

leider mußte ich auch mal zur Tafel gehen.  Ich fand das Publikum zu 90 % entsetzlich,. sorry...Auch wenn sich das überheblich anhört.

Was mich dort gewundert hat war, dass man keinen ARGE-Bescheid zeigen mußte oder sowas. Es wird gesagt, dass jeder, der meint was zu brauchen es bekommt. DS ist wohl auch dort ein Problem, denn mit Sicherheit die Hälfte der Leute dort bräuchte eigentlich nichts! Und ICH schäme mich fast zu Tode, dass ich dort hin MUSS.... :o
Nur nach dem Ausweis fragen die mal angeblich, damit man nicht mehrere Städte abklappert. So Mülheim, Duisburg auch noch usw....

Erstmal dauerte es dann 3 Stunden ohne Sitzmöglichkeit und im Freien (!!) bis ich endlich dran kam (trotz Nr, die 1 Euro kostet) und das Gedrängel und Geschnauze unter den Leuten - auch die Angestellten sind dort unter aller Sau, schubsen einen sogar!- ist teilweise fürchterlich.Am liebsten würde man denen, die die ersten waren, schon was aus den Tüten klauen...

Die Ware selber war zu 90 % Schrott! Ich wurde schon scheel angeguckt, weil ich Vieles ablehnte!
Ich habe aber gesehen, dass die "Ehrenamtler" einiges gebunkert hatten, was noch ganz gut aussah! Ist ja wohl auch ne Sauerei! Oder wird für Bekannte zurückgehalten; kann ja auch sein....Ist aber so oder so ja wohl nicht Rechtens! >:(

Die schmeißen einen nur tot mit gammeligem Salat / Obst / Brot! Was soll ich zum Henker mit 15 Salatköppen? Die kann ich nicht alleine fressen und einfrieren geht auch nicht! "Geben Sie´s den Nachbarn!" "Ne!" sagte Ich "Mit Sicherheit nicht!"
Mal Milch, Käse, Wurst, Butter usw- FEHLANZEIGE!  Auch das Obst war matschig / braun, das Brot hart und abgelaufen. Auch mampige Brötchen, die offen im Korb lagen, schmiss man mir in die Tüte. Nachdem schon 30 Leute dran rumgetatscht haben, *würg*! Flog natürlich zuhause direkt in die Tonne...
Also das Allerletzte an Tafel! Da kommt man sich echt vor wie ein Schwein, das nur Abfälle bekommt, ehrlich  :(! Als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, so arm zu sein...
Kann sein, dass ich Pech hatte, weil ich eine hohe Nr. hatte - oder vielleicht auch den falschen Tag! Weil eine Frau mir sagte, die Tafel am Freitag wäre besser. Aber ich möchte das nicht ausprobieren, echt nicht....  :(

Wilddieb Stuelpner

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Re: Die Tafeln
« Antwort #69 am: 11:08:15 So. 12.April 2009 »
Hallo,

leider mußte ich auch mal zur Tafel gehen.  Ich fand das Publikum zu 90 % entsetzlich,. sorry...Auch wenn sich das überheblich anhört. ....
Die Ware selber war zu 90 % Schrott! Ich wurde schon scheel angeguckt, weil ich Vieles ablehnte! ...

Ich habe aber gesehen, dass die "Ehrenamtler" einiges gebunkert hatten, was noch ganz gut aussah! Ist ja wohl auch ne Sauerei! Oder wird für Bekannte zurückgehalten; kann ja auch sein....Ist aber so oder so ja wohl nicht Rechtens! >:( ...

Das kommt eben raus, wenn man auf private Eigeninitiative setzt, staatliche Organisationen und Fürsorgeeinrichtungen mangels gestrichener Zuwendungen sich raushalten und durch das christliche Nächstenliebegewissen ersetzt werden. Da muß man zu diesen vergammelten Gnadengaben noch unendliche Dankbarkeit und unterwürfige Dehmut zeigen.

Warum kommen solche Verhältnisse zustande?

Weil die Schönen, Reichen, Prominenten und Unternehmer alle naselang über ihre Lobbyisten beim Gesetzgeber im Bundestag erreichen, daß sie  sozialschmarotzend immer neue Steuer- und Beitragsgeschenke, Fördermittel, Subventionen, Zuschüsse und andere Segnungen aus öffentlichen Haushalten auf Kosten des Volkes bekommen müssen. Andererseits verhindern Ministerialbüttel in den Finanzministerien der Länder auch eine regelmäßige Steuerprüfung der Schönen, Reichen, Prominenten und Unternehmer per Dienstanweisung bzw. sorgen für personelle Unterbesetzung mit Finanzbeamten und Buchprüfern vor Ort. Was dann noch in den öffentlichen und kommunalen Kassen verbleibt, reicht nicht mehr zur Versorgung der sozial Bedürftigen, Arbeitslosen, Kranken und Senioren. Also sind eben die sozial Bedürftigen, Arbeitslosen, Kranken und Senioren auf solche privaten Ersatzlösungen wie die Tafeln angewiesen, die keine vertraglichen Lieferbeziehungen mit Mindestqualitätsforderungen Richtung Versorgungswirtschaft und Einzel-/Großhandel oder Zentrallagern aushandeln dürfen. Die Gesundheits- und Hygienebehörden kreuzen wegen bewußt organisiertem Personalmangel bei den Tafeln auch nur aller Jubeljahre mal auf, vielleicht auch nur dann, wenn Fälle von Lebensmittelvergiftungen sich auf die Tafeln zurückverfolgen lassen.

Das kommt aus neoliberaler CDU/CSU/FDP-Gaunerpolitik der Eigenverantwortung und -vorsorge raus, wenn der Staat und die Unternehmen entgegen Artikel 14 GG sich ihren sozialen Fürsorgepflichten entziehen. Die sind nur auf umfassende staatliche Rettungsschirme für sich selbst aus und das Volk kann auf der Gusche liegen. Das rührt diese politische und wirtschaftliche Gaunerbagage überhaupt nicht. Sie sitzen ja großkotzig und frech in der ersten Reihe der Freßtröge und lassen sich von dort auch nicht vertreiben.

So sieht soziale Gerechtigkeit in der bundesdeutschen Deutschland-über-alles-Praxis aus.

Man sollte alle Ex-DDR-Bürger strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, die 1990 das Kreuzel bei der CDU und FDP setzten und uns damit an den Westen verhöckerten. Die soziale Sicherheit und Gesundheitsversorgung war in der DDR besser und vor allem preiswerter als das soziale Elend der BRD. Hinzu kommt noch die Verlogenheit und Hinterhältigkeit der bundesdeutschen, raffenden Machthaber.

klaus72

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Re: Die Tafeln
« Antwort #70 am: 11:10:44 So. 12.April 2009 »
Die Tafel gehört verboten ! Die Tafel, die vergammelte Lebensmittel verteilen, sollte vom Ordungsamt sehr hart bestraft werden !

Wilddieb Stuelpner

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Re: Die Tafeln
« Antwort #71 am: 11:32:47 So. 12.April 2009 »
Die Tafel gehört verboten ! Die Tafel, die vergammelte Lebensmittel verteilen, sollte vom Ordungsamt sehr hart bestraft werden !

Die so vergammelte Waren verteilen, sollten gezwungen werden, das Zeug zunächst selbst zu konsumieren und dann um Gnade betteln, daß sie medizinische Notversorgung erhalten dürfen.

In dieser Gesellschaftsordnung lernt man nur, wenn das soziale Elend am eigenem Leib hautnah erlebt wird. Vielleicht wollen diese Leute unbedingt diesen "Kick" wie vergleichbar mit Bungeeseilspringen als Eventerlebnis vermittelt bekommen.

Ich weiß, daß ich sarkastistisch und bissig klinge. Aber aus der vergammelten BRD ziehe ich eben meine Lehren für den Rest meines Lebens. Soviel Menschenverachtung habe ich bis vor 1989/90 nicht erlebt. Wozu auf 20 Jahre Zwangseinheit stolz sein? Die Machtverhälnisse der BRD und die Erziehungsmethoden der Menschen, ihr Desinteresse für soziale Mißstände, ihr Nachjagen nach Statussymbolen sind zum Kotzen. Die Menschen in der BRD haben bis heute nicht begriffen, daß das letzte Hemd keine Taschen hat. Hab, Gut und Vermögen kann man nicht in ein Leben nach den Tod mit rübernehmen. Also sind zwischenmenschliche Beziehungen, soziale Mindeststandards, erträgliche Arbeits- und Lebensbedingungen wichtiger als die Statussymbole.

Eivisskat

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Re: Die Tafeln
« Antwort #72 am: 15:03:01 So. 12.April 2009 »
Mich hat ziemlich entsetzt, dass die HH Strassenmagazin/Obdachlosen-Zeitschrift einen riesigen Aufmacher über die Tafel hat und leider jeglicher politischer Ansatz völlig fehlt.

Zitat
Danke, Ami! Danke, Hamburger Tafel!

Für Annemarie Dose ist es mindestens ihre achte Ehrung: Am 23. März bekam die Gründerin der Hamburger Tafel das Bundesverdienstkreuz verliehen – auch schon zum zweiten Mal, jetzt aber das Erster Klasse.

Bei einer Feierstunde im Rathaus heftete Hamburgs Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) Annemarie Dose das Bundesverdienstkreuz ans Revers. ::)

Ende gut, alles gut. Denn beinahe hätte Ami Dose die Zeremonie abgesagt.
Ursprünglich sollte sie nämlich nur 15 handverlesene Gäste mitbringen dürfen und nicht alle ihre Ehrenamtlichen. Wer auch immer sich das ausgedacht hat: Er hätte wissen müssen, dass eine Frau wie Ami, wie sie von allen genannt wird, das niemals mitmacht. „Ich bin keine One-Woman-Show“, sagte sie denn auch empört. Und: Wenn sie nicht alle mitbringen dürfe, dann solle man ihr eben das Bundesverdienstkreuz mit der Post schicken.
Das wollte natürlich auch keiner, aber die Verleihung der Auszeichnung verzögerte sich um Monate.
Natürlich ist die 80-jährige Powerfrau unverzichtbar und sozusagen das Gesicht des Projektes. Trotzdem hat Annemarie Dose recht: Die Hamburger Tafel beliefert rund 100 Einrichtungen, arbeitet mit rund 200 Lebensmittelspendern zusammen. „Wir haben alles auf Lager, außer Drogen und Waffen“, sagt Ami oft flapsig.
Kein Wunder also, dass das 1994 gegründete Projekt viele Helfer braucht. Die Ehrenamtlichen müssen die Waren abholen, sortieren, ins Lager räumen und wieder ausliefern. Derzeit sind es an die 100 Mitarbeiter, die dafür ihre Freizeit spenden.
Nicht alle Mitstreiter kamen ins Rathaus, aber immerhin 30. Warum die Hamburger Tafel für Ehrenamtliche so attraktiv ist, erklärte einer von ihnen, Teddy Sassenberg, so: „Wir duzen uns alle und es ist hier völlig egal, welchen Hintergrund jemand hat.“ Er beispielsweise war früher Manager bei Beiersdorf. Dass es auch andere Manager unter seinen „Kollegen“ gibt, stellte er einmal fest, „weil jemand ähnliche Leute kannte wie ich. Aber für unser Engagement hier spielt es keine Rolle.“ Was aber eine Rolle spielt: „Dass wir nach getaner Arbeit wieder nach Hause zurückkehren, schmutzig und mit gebrochenen Fingernägeln, aber zufrieden.“
Ähnliches gilt auch für Ami Dose selbst, die mit 66 Jahren das Projekt gegründet hatte: „Wir sind ja alle nicht mehr so taufrisch“, sagt sie über sich und ihre Mitstreiter. „Aber wir haben uns aufgerafft, etwas für die Zukunft zu tun. Und ich glaube, das ist uns gelungen.“

http://www.hinzundkunzt.de/hk/strassenmagazin/ausgabe/stadtgespraech/~article~1081/


Früher war das mal ein gutes, lesenswertes & kritisches Blatt, jetzt scheints unterwandert von neoliberaler Kackern. Ein paar Seiten weiter in der Printausgabe steht ein Artikel, der eindeutig Pro 1€-Job geschrieben ist...
Die Anzeigenkunden vermutlich mal wieder, die zu diesem drastischen Seitenwechsel zwingen, echt schade. Ich werde es nicht mehr kaufen.


Pinnswin

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Re: Die Tafeln
« Antwort #73 am: 09:07:19 Fr. 17.April 2009 »
Bei Hempels wird immer mehr neoliberaler Mist verzapft. Schade. Die können sich dem allgemein Sog der Presseagenturen irgendwie auch nicht entziehen.
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

CubanNecktie

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Re: Die Tafeln
« Antwort #74 am: 09:30:35 Sa. 18.April 2009 »
Zitat
«Was die Raupen übriglassen, das fressen die Heuschrecken, und was die Heuschrecken übriglassen, das fressen die Käfer, und was die Käfer übriglassen, das frisst das Geschmeiß.» (Joel 1,4) „Die Speisung der Viertausend“ (Matth. 15, 32-38)

passend dazu dieser Artikel: http://www.elo-forum.net/hartz-iv/hartz-iv/-20070601572.html
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