Autor Thema: Die Tafeln  (Gelesen 74597 mal)

Kater

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"Es gibt eine neue Armut in Deutschland"
« Antwort #75 am: 13:39:51 Di. 05.Mai 2009 »
Spiegel-Interview mit Gerd Häuser, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel. Der Verband vertritt mehr als 830 lokale Tafeln in Deutschland, die jeden Tag fast eine Million bedürftige Personen mit Lebensmitteln versorgt.

Zitat
"Es gibt eine neue Armut in Deutschland"

Eine Million Menschen bekommen inzwischen täglich Essen von den Deutschen Tafeln - und wegen der Rezession werden bald noch viel mehr auf sie angewiesen sein, sagt Gerd Häuser, Chef der Helfer. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE spricht er über neue Arme und die Spaltung der Gesellschaft.

SPIEGEL ONLINE: Herr Häuser, Sie wissen, wie Armut in Deutschland aussieht. Macht Ihnen die sich verschärfende Krise Angst?

Gerd Häuser: Angst nicht, aber ich bin unsicher geworden. Die wirtschaftliche Entwicklung lässt sich nicht mehr voraussagen, die Prognosen sind nicht mehr verlässlich. Nur eines ist klar: Die Zahl der Arbeitslosen wird deutlich steigen - und damit auch die Zahl der Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind.

SPIEGEL ONLINE: Spüren Sie das schon?

Häuser: Noch nicht. Die Krise macht sich zeitversetzt bemerkbar, erst einmal greifen die Sozialsysteme. Aber langfristig wird die Zahl der Hartz-IV-Empfänger steigen - und die können kaum von dem Geld leben, das sie bekommen. Schon heute kommen täglich eine Million Menschen zu uns, das entspricht etwa einem Siebtel der Empfänger staatlicher Transferleistungen in Deutschland.

SPIEGEL ONLINE: Spenden die Unternehmen weniger, weil sie von der Krise betroffen sind?

Häuser: Natürlich gibt es die eine oder andere Sparmaßnahme in bestimmten Bereichen, etwa bei den Zulieferern. Aber noch bemerken wir keinen Rückgang der Sachspenden. Der Lebensmittelhandel spürt die Krise weniger, denn es wird eher bei Luxusgütern denn am täglichen Bedarf gespart. Selbst in schlechten Zeiten gibt es beispielsweise fünf verschiedene Tiefkühlpizzen im Angebot. Da bleiben immer welche für uns übrig.

SPIEGEL ONLINE: Sind es nur Hartz-IV-Empfänger, die auf Ihre Hilfe angewiesen sind?

Häuser: Nein. Früher hatten wir vor allem Obdachlose als Kunden. Heute aber gibt es eine neue Armut, die vor allem Familien mit Kindern trifft. Das sind Menschen, die Vollzeit arbeiten - deren Einkommen aber trotzdem nicht reicht. Das betrifft Leute mit Teilzeitjobs, alleinerziehende Mütter oder Angestellte im Niedriglohnsegment, die ihr Einkommen mit ALG II aufstocken müssen. Und zu uns kommen immer mehr Senioren, die nun auf Grundsicherung angewiesen sind.

SPIEGEL ONLINE: Diese Leute sind komplett auf Ihre Versorgung angewiesen?

Häuser: Wir können die Leute nicht voll verpflegen, wir bieten nur eine Ergänzung zu dem, was die Familien selbst haben. Meistens die Dinge, die frisch sind: Obst, Gemüse, Brot oder Wurst. Wir sind nicht Teil des Sozialsystems - wenn das funktionieren würde, wären wir überflüssig. Aber die Differenz zwischen den Menschen, die genug haben, und denen, die zu wenig haben, wird leider immer größer. Langfristig gefährdet das den sozialen Frieden.

SPIEGEL ONLINE: Genau das befürchten die Gewerkschaften und die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan ...

Häuser: Es wird sich zeigen, ob unsere Sozialsysteme gut genug sind, das zu vermeiden. Es ist völlig unklar, welche Risiken auf den Staat zukommen und ob Leistungen zurückgefahren werden müssen. Allein die Pläne für die "Bad Banks" sind eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Die Menschen verstehen nicht, dass unten um jeden Cent gefeilscht wird, oben aber Milliarden vergeben werden. Da verliert so mancher den Glauben an den Staat, was langfristig zu einer Gefahr für die Demokratie werden kann.

SPIEGEL ONLINE: Wie kann man genau das verhindern?

Häuser: Letztlich geht es darum, die Würde des Menschen zu bewahren. Wir machen das, indem bei uns jeder einen symbolischen Obolus zahlt. Etwa eine Münze pro Familie und Einkauf. Damit sich die Leute als Kunden verstehen und nicht als Almosenempfänger. Heute rutschen die Menschen schneller in Hartz IV - damit kann jeder in die Situation kommen, auf Hilfe angewiesen zu sein. Trotzdem gibt es immer noch eine Schamgrenze, vor allem bei älteren Leuten.

SPIEGEL ONLINE: Welche Folgen hat es, dass eine steigende Zahl von Menschen so leben muss?

Häuser: Wenn junge Menschen von Anfang an stigmatisiert werden, von Anfang an keine Chancen bekommen, sorgt das für Unzufriedenheit. Das heißt nicht, dass in Deutschland die Massen auf die Straßen gehen werden. Das wird wohl eher in Frankreich passieren. Aber dass sich auch hierzulande der eine oder andere mit Gewalttätigkeiten Gehör verschaffen will, ist nie auszuschließen.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,621758,00.html

schwarzrot

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Re: Die Tafeln
« Antwort #76 am: 14:47:57 Di. 05.Mai 2009 »
Zitat
Häuser: Letztlich geht es darum, die Würde des Menschen zu bewahren. Wir machen das, indem bei uns jeder einen symbolischen Obolus zahlt. Etwa eine Münze pro Familie und Einkauf. Damit sich die Leute als Kunden verstehen und nicht als Almosenempfänger.

Die ober-typen der tafeln sind ja wirkliche spassnasen.
Und wie gekonnt die betroffenenabzocke und dort das verbundende 'berechtigten' überprüfungsverfahren damit umgelogen wird,... ganz grosses kino!
 ;D ;D ;D

Dass das mit nur einer 'münze' gehen würde, wär mir ausserdem neu, bei den tafeln die ich kenne, wollen die zwischen 1eu und 2 eus, dafür bekommt mensch dann aber auch netterweise, lekker, teils schimmelige abfälle...
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Eivisskat

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Re: Die Tafeln
« Antwort #77 am: 22:52:01 Do. 16.Juli 2009 »
Zitat
Essener Tafel muss Arme abweisen
 
Essen. Schweren Herzens hat der Vorstand der Essener Tafel die Entscheidung getroffen, die Ausgabe von Lebensmittelkarten bis September einzustellen. Immer mehr Menschen sind auf die kostenlose Mahlzeit angewiesen. "Wir haben unsere Kapazitätsgrenzen erreicht", sagt der Vorstand.

Sie kann das dumme Geschwätz über die Menschen, die von Hartz-IV leben, nicht mehr hören. Auch nicht mehr: „Die sollen sich doch Arbeit suchen.” Für Antje Peters vom Vorstand der Essener Tafel ist die Armut in Deutschland in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wer das nicht glauben mag, den lädt sie gerne ein zu einem der vier Lebensmittel-Ausgabetage der Tafel am Wasserturm an der Steeler Straße: 250 Menschen stehen da vor der Tür, junge Paare, Rentner, Mütter mit Kindern, viele Alleinstehende, alle Altersschichten sind vertreten, man findet sogar Akademiker.

Es könnte eine Schlange bei Kaufhof an der Kasse sein, bei Karstadt am Limbecker Platz, oder beim Bäcker um die Ecke. Doch hier stehen sie um Lebensmittel an, die die Essener Tafel kostenlos verteilt an diejenigen, die den Hartz-IV-Bezug oder die Grundsicherung nachweisen können. Über 3500 sind es inzwischen, die einmal pro Woche kommen dürfen, rund 2000 werden über zehn weitere Verteilstellen im Stadtgebiet versorgt. Es sind zu viele: Weil der Andrang zu groß geworden ist, weil selbst die vielen Lebensmittel-Spenden nicht mehr reichen, hat die Essener Tafel zum ersten Mal seit 1995 einen Aufnahmestopp verfügt. Damit nicht genug: Wer ab September eine der begehrten Ausgabe-Karten erhält, muss sie nach einem Jahr wieder abgeben.
 

30 glückliche Menschen erhielten am Mittwoch noch einmal ihre Lebensmittel-Karte, bis September ist damit erstmal Schluss. Nur in Notfällen werde man eine Ausnahme machen. „Es geht einfach nicht mehr”, begründet Klaus Wehlmann die Entscheidung des Vorstands. „Wir haben einfach unsere Kapazitätsgrenzen erreicht.” Wehlmann befürchtet: „Das wird die Leute hart treffen.” Andererseits, sagt Antje Peters, wolle man ja auch keine lebenslange Versorgung anbieten: „Die Hilfe soll immer nur eine Zeit lang laufen, um die gröbsten Probleme aufzufangen.”

weiter: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/essen/2009/7/15/news-125835200/detail.html


Workless

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Re: Die Tafeln
« Antwort #78 am: 01:23:44 Fr. 17.Juli 2009 »
Zitat
30 glückliche Menschen erhielten am Mittwoch noch einmal ihre Lebensmittel-Karte, bis September ist damit erstmal Schluss. Nur in Notfällen werde man eine Ausnahme machen. „Es geht einfach nicht mehr”, begründet Klaus Wehlmann die Entscheidung des Vorstands. „Wir haben einfach unsere Kapazitätsgrenzen erreicht.”

Gut so! Auch wenn es mir für die Betroffenen echt leid tut. Aber vielleicht werden so endlich langsam mehr und mehr Leute wach und merken, dass sich der Staat nicht mittels Tafeln aus seiner sozialen Verantwortung stehlen kann.

Wilddieb Stuelpner

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Re: Die Tafeln
« Antwort #79 am: 11:08:34 So. 19.Juli 2009 »
... Gut so! Auch wenn es mir für die Betroffenen echt leid tut. Aber vielleicht werden so endlich langsam mehr und mehr Leute wach und merken, dass sich der Staat nicht mittels Tafeln aus seiner sozialen Verantwortung stehlen kann. ...

... und auch Privatunternehmer mit Lohndrückerei und Lohnwucher nicht gut fahren werden.

Wer soll denn ihre Waren und Leistungen kaufen können unter solchen Lebensbedingungen?

Zahlt den Belegschaften menschenwürdige Arbeitsverdienste, führt Steuern und Sozialbeiträge ab, keine Steuer- und Beitragsgeschenke, keine Subventionen und Förder- wie Schmiergelder mehr an Unternehmen, bildet auf eigene Firmenkosten wieder den Nachwuchs zu eigenem versiertem Stammpersonal aus, schafft neue und erhaltet die vorhandene Arbeit.

Dann sind Armutstafeln nicht nötig, dann ist eine stabile, zahlungskräftige Binnenachfrage da, funktionieren das Staatswesen und die sozialen Sicherungssysteme, das Volk bleibt ruhig, einen Inneneinsatz der Bundeswehr kann man sich sparen.

Eivisskat

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Re: Tafel schließt Hartz IV Betroffene aus
« Antwort #80 am: 13:59:33 Sa. 15.August 2009 »
Zitat
Münsteraner Tafel schließt ein Ehepaar vom Essen aus, weil der Ehemann ein kritisches Interview gab

Kritik können viele Menschen nur sehr schlecht vertragen. Bei der Tafel in Münster können die Betreiber überhaupt keine Kritik vertragen und schlossen einen Hartz IV Betroffenen kurzerhand vom Essen aus. Damit nicht genaug, auch eine sog "Sippenhaft" gilt, denn die Ehefrau darf zukünftig die Tafel auch nicht mehr nutzen. Die "Tafeln" sammeln von unterschiedlichen Unternehmen Essen ein, um es an Bedürftige weiter zugeben. Doch als Gegenleistung wird zu mindestens in Münster augenscheinlich erwartet, dass man keine Kritik äußert. Allein in Münster sind fast 7000 Menschen auf die Essensausgabe angewiesen.

Mitte Juni 2009 gab Moritz Seegers* ein Interview der Tageszeitung "Junge Welt". >> http://www.jungewelt.de/2009/06-12/014.php
In diesem Interview kritisierte Herr Seegers die Praxis der Tafel und deren Arbeit. Gegenüber der Zeitung "Junge Welt" berichtete Herr Seegers, dass nach dem Interview bereits der Vorsitzende der Tafel ihn an der Eingangstür erwartete und den Einlass verwehrte.
"Als ich zwei Wochen nach dem Interview das erste Mal wieder zur Essensausgabe der Münster-Tafel kam, erwartete mich schon der Vorsitzende und teilte mir mit: Sie bekommen von uns nichts mehr".

Muss man immer schön "artig sein" um die Lebensnotwendige Unterstützung durch die Tafel zu erhalten? Gilt das demokratische Grundrecht der Freien Meinungsäußerung für bedürftige Menschen nicht mehr? "Hört die Nächstenliebe dort auf, wo die Meinungsfreiheit beginnt?", fragt sich der 56jährige Hartz-IV-Betroffene, der aufgrund einer Behinderung nicht mehr Vollzeit arbeiten kann und deshalb auf Arbeitslosengeld II Leistungen angewiesen ist.

Doch die Münsteraner Tafel stellt sich quer und pocht auf das Vereinsrecht. Der Vereinsvorsitzende der Tafel Münster, Roland Goetz, pocht auf das Hausrecht. Bei der Tafel würden alle ehrenamtlich arbeiten, "aber nicht für Leute, die uns ans Schienbein treten", sagt Herr Goertz. Herr Seegers bekommt nun kein Essen mehr und seine Frau auch nicht. Immerhin erhält die Tafel e.V. 10.000 Euro pro Jahr von der Stadt Münster, also Steuergelder die dafür verwendet werden sollen, damit Bedürftigen geholfen werden kann. Ob es auch eine Klausel gibt, bei freier Meinungsäußerung die Essensausgabe zu verweigern? Das will auf jeden Fall die Linkspartei heraus finden und stellt nun eine kleine Anfrage im Stadtrat.

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tafel-schliet-hartz-iv-betroffenen-aus9554.php

Wilddieb Stuelpner

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Re:Die Tafeln
« Antwort #81 am: 14:38:27 Sa. 15.August 2009 »
Die Restefresser
von Mathias Wedel

Wer kommt schon zu der Ehre, an einer Tafel zu dinieren?

Horst Köhler zum Beispiel, richtig. Und was der fallen lässt, landet an einer anderen Tafel, wenn Köhlers Hund nicht schneller ist oder seine Frau. Und egal wie sehr die Wirtschaft schrumpft, die Industrie der Armenspeisungen boomt wie sonst nix.

Quelle: http://www.eulenspiegel-zeitschrift.de/Magazin/magazin.html

besorgter bürger

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Re:Die Tafeln
« Antwort #82 am: 16:05:10 Sa. 15.August 2009 »
Zitat
aber nicht für Leute, die uns ans Schienbein treten


und da sage noch einer, 1968 das kleine rote Buch gelesen zu haben hätte nichts gebracht.

bestrafe Einen erziehe Hundert. Mao Tse-Tung

Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.

KI-SH

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Re:Die Tafeln
« Antwort #83 am: 17:54:22 Sa. 15.August 2009 »
Es gibt neuen Abfall für uns:

In Schleswig Holsteins Landeshauptstadt gibt es ab nächster Woche einen Hartz IV Bäcker Laden, integriert in einen Sozialladen.
2 weitere Hartz IV Bäcker Shops wird es in den Tafel Läden geben. Das Brot gibt es für eine symbolische Spende von 10 Cent.
Gefordert wird ein Bezugsnachweis der Bedürftigkeit.

Da soll mal einer sagen, daß es nicht vorwärts geht. Nach Supermärkten, Boutiquen, Möbelhäusern, nun auch Back Shops. Neulich las ich sogar von einem Hartz IV Baumarkt.
Umsonst arbeiten darf man dann nach der Wahl auch noch, das rundet die Sache ganz ab.
Da werden sicherlich einige Michel aber mächtig neidisch werden, auf die Hartzies , wenn es nun leckere Backwaren umsonst gibt.


besorgter bürger

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Re:Die Tafeln
« Antwort #84 am: 18:05:34 Sa. 15.August 2009 »
Zitat
Das Brot ... Gefordert wird ein Bezugsnachweis der Bedürftigkeit.

ham wir schon wieder einen Krieg verloren? Kommt mir alles so Bekannt vor.



ein-euro-jobber gabs auch schon mal



Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.

KI-SH

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Re:Die Tafeln
« Antwort #85 am: 18:43:33 Sa. 15.August 2009 »

Hier der Baumarkt:

Leider dürfen sich bisher nur die Wittener erfreuen u. auf Schnäppchen Jagd gehen.

Einfach mal nachfragen, ob es eine erweiterte Ortsabwesenheit für einen solchen Einkauf gibt.
Die netten SB erhöhen sicherlich die 21 Tage freundlicher Weise.
Über eine Mitfahrzentrale dürfte sich`s dann lohnen.

Zitat
Es ist ein Paradies für Sammler, Hobbyhandwerker und nimmermüde Stöberer ohne großen Geldbeutel. Alte Türbeschläge liegen neben seltenen Waschbecken in den ausgefallensten Farben, daneben steht ein Stapel woanders längst nicht mehr erhältlicher Fliesen, von der Decke baumeln alte Lampenfassungen. Der laut den Betreibern erste Gebraucht-Baumarkt Deutschlands in Witten hat eine Menge zu bieten.

Die ausgefallene Geschäftsidee stammt von Marion Schmitt, Geschäftsführerin der QuaBeD - der Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie Ennepe-Ruhr/Hagen.

http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/2009/7/6/news-124709731/detail.html

BakuRock

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Re:Die Tafeln
« Antwort #86 am: 02:33:39 So. 16.August 2009 »
Zitat
..... ham wir schon wieder einen Krieg verloren? Kommt mir alles so Bekannt vor.
......

Moin, nun mal langsam mit den jungen Pferden @besorgter bürger, immer schoen der Reihe nach - wenn wir Geschichte schon wiederholen wollen, dann aber auch gruendlich und genau - wie wir so sind!

Bevor es Lebensmittelmarken und Truemmerfrauen gibt, wird der Wert von Briefmarken und Geldscheinen erst mal erhoeht:





danach werden wir wohl hoeflich, aber bestimmt, dazu aufgefordert, die Staatsschulden als Staatsbuerger mit staatsbuergerlichen Pflichten zu begleichen - auch mit "kleinem Geld":



und, bevor jetzt jemensch schon meint, es sei mit einem blauen Auge (Truemmerfrauen in wieder aufbaufaehigen Gefielden) davon zu kommen, dem hat A. Einstein, so weit ich erinnere, einen verdammten Denkriegel vorgeschoben - Albert meinte naemlich (sinngemaess):

Mit welchen Waffengattungen im dritten Weltkrieg gekaempft wuerde, wisse er nicht, aber er ahne, dass in einem darauffolgendem "Krieg" mit Faustkeilen und Keulen gekaempft werden wuerde ......

Es wuerde mich verdammt wundern, wenn dieses Tier noch lachte, und nicht taumelnd vor der Apotheke kotzen wuerde:



Das Bild war irgendwann zu DDR-Zeiten in der "Funzel" - einer Beilage des "Eulenspiegel"?

Es liegt an uns allen diejenige Typen, welche im Moment die Haende auf dem roten Knopf zum Absenden von Massenvernichtungswaffen ("..... 99 Kriegsminister streichelten Benzinkanister...." |Nena|) mit Keulen zum Teufel zu jagen - Ein fuer Allemal!
---
Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, gibt es für sie keine Hoffnung. .... A. Einstein

Eigentumsfragen stellen!

Wer sind FAUistas

KI-SH

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Re:Die Tafeln
« Antwort #87 am: 08:21:55 So. 16.August 2009 »

Wenn ich so den Gaul sehe, habe ich sogar als Hartzer mal was zu lachen.  :D :D :D :D :D :D :D :D :D


Wilddieb Stuelpner

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Re:Die Tafeln
« Antwort #88 am: 12:46:04 So. 16.August 2009 »
Zitat
Das Brot ... Gefordert wird ein Bezugsnachweis der Bedürftigkeit.

ham wir schon wieder einen Krieg verloren? Kommt mir alles so Bekannt vor.



ein-euro-jobber gabs auch schon mal





Während und nach dem Krieg Lebensmittel rationiert zugeteilt über Marken und danach abgeschafft und mit der Hartzgesetzgebung wird diese Rationierung wieder eingeführt. Klasse Fortschritt für ein gefeiertes 60jähriges Bundesbaby. Warum die Marken nicht für Alle und nur für Alg-II-Empfänger? Sind vor dem Gesetz nicht alle gleich? Warum soll das Merkel bei Staatsempfängen ihren Hummer oder Kaviar nicht auch auf Marken zugewiesen bekommen?

Eigentlich müßten die Verursacher für eine menschenwürdige Lebensführung der von ihnen Entlassenen aufkommen - die Unternehmerbande und es nicht dem deutschen Steuer- und Beitragszahler aufhalsen.

Wilddieb Stuelpner

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Re:Die Tafeln
« Antwort #89 am: 12:54:02 So. 16.August 2009 »

Hier der Baumarkt:

Leider dürfen sich bisher nur die Wittener erfreuen u. auf Schnäppchen Jagd gehen.

Einfach mal nachfragen, ob es eine erweiterte Ortsabwesenheit für einen solchen Einkauf gibt.
Die netten SB erhöhen sicherlich die 21 Tage freundlicher Weise.
Über eine Mitfahrzentrale dürfte sich`s dann lohnen.

Zitat
Es ist ein Paradies für Sammler, Hobbyhandwerker und nimmermüde Stöberer ohne großen Geldbeutel. Alte Türbeschläge liegen neben seltenen Waschbecken in den ausgefallensten Farben, daneben steht ein Stapel woanders längst nicht mehr erhältlicher Fliesen, von der Decke baumeln alte Lampenfassungen. Der laut den Betreibern erste Gebraucht-Baumarkt Deutschlands in Witten hat eine Menge zu bieten.

Die ausgefallene Geschäftsidee stammt von Marion Schmitt, Geschäftsführerin der QuaBeD - der Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie Ennepe-Ruhr/Hagen.

http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/2009/7/6/news-124709731/detail.html

Eine besondere Mitfahrzentrale für Hartz-IV-Empfänger, so nach dem Strickmuster: Hier Sitzplätze nur für Weiße und hier für Farbeige, nicht für Juden, nicht für Hartz-IV-Empfänger usw. Schon sind wir bei der sozialen Selektion, die wir bereits schon in der Schulbildung und in der medizinischen Betreuung haben - hier die gesetzlich Versicherten aus sozial belasteten Haushalten, da die privat Versicherten der Herrenmenschen-Leistungselite-Klasse aus den Gated-Communities.

Sieg heil BRD!