Autor Thema: Die Tafeln  (Gelesen 74620 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Re:Die Tafeln
« Antwort #90 am: 13:03:05 So. 16.August 2009 »

Wenn ich so den Gaul sehe, habe ich sogar als Hartzer mal was zu lachen.  :D :D :D :D :D :D :D :D :D

Warum wohl?

Das Pferd hat noch alle Zähne im Gebiss und viele Arbeitslosen Zahnlücken?

Kater

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Re:Die Tafeln
« Antwort #91 am: 19:14:25 So. 16.August 2009 »
Eine besondere Mitfahrzentrale für Hartz-IV-Empfänger, so nach dem Strickmuster: Hier Sitzplätze nur für Weiße und hier für Farbeige, nicht für Juden, nicht für Hartz-IV-Empfänger usw. Schon sind wir bei der sozialen Selektion, die wir bereits schon in der Schulbildung und in der medizinischen Betreuung haben - hier die gesetzlich Versicherten aus sozial belasteten Haushalten, da die privat Versicherten der Herrenmenschen-Leistungselite-Klasse aus den Gated-Communities.

Sieg heil BRD!

@Wilddieb Stuelpner

"Eine besondere Mitfahrzentrale für Hartz-IV-Empfänger" wäre zur Zeit wohl eine mit einem Sozialrabatt, wie ihn die Linke fordert... und Hartz-IV-Empfänger könnten natürlich auch jede andere Mitfahrzentrale zum vollen Preis benutzen...

du baust dir nun einen Popanz, der nur in deiner Phantasie besteht: "Hier Sitzplätze nur für Weiße und hier für Farbeige, nicht für Juden, nicht für Hartz-IV-Empfänger usw." und kommst auch direkt zum Ergebnis deiner Analyse: "Sieg heil BRD!"

Ist es in Riesa auch so heiß wie in Berlin  ???

Gruß, Kater



ManOfConstantSorrow

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Die Tafeln ein neofeudales Begleitinstrument der Hartz IV Gesetze
« Antwort #92 am: 11:38:50 Do. 17.September 2009 »
Zitat
Denn die organisierte Nächstenliebe der wohltätigen Tafeln kennt nur ein Ziel: Den Wandel vom Sozialstaat zum Wohlfahrtsstaat zu unterstützen. Einhergehend mit einer Entdemokratisierung der einkommensschwachen Bürger. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Hilfe durch die Tafeln.

Der Unternehmensberater McKinsey schaffte die organisatorischen Vorgaben für dieses „Gesellschaftliche Projekt der Nächstenliebe“ und die deutsche Wirtschaft half bereitwillig nicht nur mit Sachspenden, wie Transporter und Räumlichkeiten. Deutschland nähert sich seit einigen Jahren der dritten Welt an und verwehrt immer mehr Bürgern die würdevolle Teilhabe an der Gesellschaft.

http://scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=6717&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=cc29a411a1
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Troll

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Re:Die Tafeln ein neofeudales Begleitinstrument der Hartz IV Gesetze
« Antwort #93 am: 16:52:13 Do. 17.September 2009 »
Zitat
Denn die organisierte Nächstenliebe der wohltätigen Tafeln kennt nur ein Ziel: Den Wandel vom Sozialstaat zum Wohlfahrtsstaat zu unterstützen. Einhergehend mit einer Entdemokratisierung der einkommensschwachen Bürger. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Hilfe durch die Tafeln.

Der Unternehmensberater McKinsey schaffte die organisatorischen Vorgaben für dieses „Gesellschaftliche Projekt der Nächstenliebe“ und die deutsche Wirtschaft half bereitwillig nicht nur mit Sachspenden, wie Transporter und Räumlichkeiten. Deutschland nähert sich seit einigen Jahren der dritten Welt an und verwehrt immer mehr Bürgern die würdevolle Teilhabe an der Gesellschaft.

http://scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=6717&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=cc29a411a1

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Die links von der Seite muß man sich gangbar basteln

[ ersetzen durch %5B
] ersetzen durch %5D

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Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #94 am: 11:00:02 Di. 01.Dezember 2009 »
Wieso sind die Esel vom ZDF nicht imstande, zuzugeben dass ohne H4 und den ungenügenden Regelsatz die Tafeln gar nicht notwendig wären?

Und dass die die Tafeln leiten & ausführen, gleichzeitig die Parteien wählen, die H4 etabliert haben und die Tafeln erst nötig machen.

 ::)

"Ärger mit dem Begriff Tafeln" - Wiso vom 30.11.09 - ZDF Mediathek >> http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,1001625,00.html?dr=1

Troll

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Re:Die Tafeln
« Antwort #95 am: 11:47:04 Di. 01.Dezember 2009 »
Wieso sind die Esel vom ZDF nicht imstande, zuzugeben dass ohne H4 und den ungenügenden Regelsatz die Tafeln gar nicht notwendig wären?

Weil sich die Sonne um die flache Erde dreht.
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Kater

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Catholic Worker: Auf der anderen Seite des Suppentopfs
« Antwort #96 am: 13:16:13 Do. 03.Dezember 2009 »
eine etwas andere Suppenküche in New York...

Zitat
Auf der anderen Seite des Suppentopfs
Ein Hilfszentrum in New York gibt in Not Geratenen Nahrung, Unterkunft, Zuspruch. Wer hier arbeitet, ist selbst obdachlos
Anne Lena Mösken

NEW YORK. Die Lower East Side in Manhattan, ein unscheinbares Backsteinhaus in der Third Street, eine blaue Holztür, die mit Graffiti übersät ist, dahinter ein langgestreckter Raum. Warm und feucht ist die Luft, es riecht nach Sellerie und gebratenen Zwiebeln. Schwere Suppentöpfe hängen an der Decke im Neonlicht. "Willkommen in unserem sehr bescheidenen Zuhause", sagt Jim Reagan und macht eine ausladende Armbewegung.

Es ist zehn Uhr morgens und die Bewohner des Catholic-Worker-Hauses St. Joseph bereiten das Frühstück vor. Es gibt Suppe, dazu grobes Brot und Kaffee. Etwa 180 Menschen werden in den nächsten zwei Stunden hierher kommen, an den langen Tischen sitzen, und für die Zeit, die es dauert eine Suppenschüssel leer zu löffeln, nicht erklären müssen, warum sie sich keine warme Mahlzeit leisten können.

St. Joseph's oder "St. Joe's", wie die Menschen, die hier leben, das Haus nennen, ist eine von zwei Catholic-Worker-Einrichtungen in New York. Es ist Suppenküche, Notunterkunft für Obdachlose und Zuhause von 28 Menschen, die hier als Freiwillige das Haus betreiben, Frühstück ausgeben und gebrauchte Kleidung.

Die Krise bringt Armut

Mit der Finanzkrise ist Armut als ein Massenphänomen in den USA zurück. Seit der "Great Depression" nach 1929 gab es keinen derart radikalen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Seit Beginn der Krise haben mehr als sechs Millionen Menschen ihren Job verloren. Allein in New York City lag die Arbeitslosenrate im Oktober bei zehn Prozent, Tendenz steigend. Wer Arbeitslosengeld bekommt, lebt von höchstens 400 Dollar in der Woche.

An diesem Morgen füllt sich St. Joe's binnen Minuten. "In den letzten Monaten kommen auf einmal Menschen zu uns, die man hier vorher nicht gesehen hat", sagt Reagan. Wie diese eine Frau, vielleicht Anfang 40, gut gekleidet, einen Koffer in der Hand. "Ich dachte, sie wäre gekommen um eine Spende abzugeben", erzählt er. Nein, habe die Frau gesagt und den Kopf geschüttelt. "Ich bin seit gestern obdachlos." Sie hat als Sekretärin im Finanzviertel gearbeitet.

"Vielen sieht man an, dass sie noch nicht lange arm sind", sagt Reagan, die Art wie sie geduckt an den Tischen sitzen, die Kleidung, die noch neu aussieht. "Da sind diese feinen Unterschiede zu denen, die seit Jahren auf der Straße leben." Außerdem stünden auch immer mehr Menschen in der Schlange, die zwar weder arbeits- noch obdachlos seien, deren Arbeitsstunden aber wegen der Krise gekürzt worden seien. Ihr Gehalt reicht in einer Stadt wie New York kaum mehr für die Miete.

Etwas ändern

Reagan sagt, sein Motto sei: "Wenn ich ein Problem sehe, liegt es an mir, etwas zu ändern." Er zuckt mit den Schultern: "Ob ich das dann gut mache, ist eine andere Frage." Die Freiwilligen laufen zwischen den Tischen hin und her, gießen dünnen Kaffee in Becher, die zur Hälfte voll geschaufelt sind mit Zucker. Ein dünner Mann schneidet sich scheibenweise Butter in seine Suppe.

An den Wänden des Speisesaals von St. Joe's hängen Fotografien und eine Zeichnung mit den Porträts von Gandhi, Martin Luther King und einer Frau mit herben Gesichtszügen. "Das ist Dorothy", sagt Reagan. Sie war es, die 1933 zunächst eine Zeitung unter dem Titel The Catholic Worker herausbrachte, um darin pazifistische und sozialistische Ideen kombiniert mit katholischen Glaubensprinzipien zu propagieren.

Es war die Zeit der Weltwirtschaftskrise, auf den Straßen New Yorks wimmelte es von Obdachlosen. Deshalb öffnete Dorothy Day mit ihren Anhängern ein Haus der Gastfreundschaft, dessen Tür immer offen stehen sollte - menschliche Nähe statt nur materieller Hilfe. Die Bewegung breitete sich aus, Catholic-Worker-Häuser entstanden über die gesamten USA verteilt. Heute gibt es etwa 185 von ihnen weltweit. In Deutschland hat die diakonische Basisgemeinschaft in Hamburg ein Haus nach den Prinzipien der Catholic Worker eröffnet.

Am Suppentopf steht Will Travers, 29, er fährt mit der schweren Kelle durch die Brühe. Sein T-Shirt ist so zerschlissen, dass die Tätowierungen auf seinen Schultern durchschimmern. Der Topf ist riesig, einen Meter im Durchmesser, die Kelle so groß wie ein Kinderkopf. Leute aus New Jersey bringen die Lebensmittel jeden Tag in Lieferwagen, die dort durch die Straßen fahren und Spenden einsammeln. Unterstützung vom Staat will hier keiner: "Uns ist es wichtig, unabhängig zu bleiben", sagt Travers. Sozialer Ungehorsam sei immer Teil der Catholic-Worker-Philosophie gewesen, sie haben gegen den Irakkrieg protestiert, gegen Guantanamo und den Umgang der Bush-Regierung mit illegalen Einwanderern.

Will Travers ist erst seit Mai bei den Catholic Workers, davor hat er für eine Non-Profit-Organisation in Boston gearbeitet. "Ich bin nicht religiös", sagt Travers, während er eine der tiefen Blechschüsseln mit Suppe füllt. "Aber die meisten Religionen lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Hilf deinen Mitmenschen, und lebe ein anständiges Leben." Er zuckt mit den Achseln: "Ich versuche, die Leute so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte. Das könnte man meine Religion nennen."

Freiwilligenarbeit ist Teil des amerikanischen Selbstverständnisses, ein kulturelles Phänomen: die Amerikaner fühlen sich verpflichtet, aufgrund der staatsbürgerlichen Freiheiten, die sie genießen, etwas zurückgeben. Auch Religion spielt eine große Rolle. Und wo wie hier sozialstaatliche Maßnahmen auf ein Minimum reduziert sind, ist Freiwilligenarbeit nahezu unerlässlich, damit das soziale System funktioniert. Mehr als 60 Millionen Menschen in den USA engagieren sich nach Angaben des Freedom Corps, der Regierungsinitiative für Freiwilligenarbeit, in Wohltätigkeitsorganisationen.

Travers hat vor drei Jahren damit angefangen, nach und nach Sachen loszuwerden, "einfacher zu leben", wie er sagt. "Ich wollte keine Steuern mehr bezahlen an einen Staat, der mit diesem Geld in den Krieg zieht." Er wollte nach New York umsiedeln, von den Catholic Workers hatte er schon vorher gehört, schaute eines Tages in der Suppenküche vorbei, und dachte: "Das könnte gehen." Einige Wochen später zog er von Boston in das Haus in der East Third Straße - mit einem Koffer und seinem Fahrrad. Die Arbeit mache ihn glücklich, sagt er. "Etwas in der Welt zu verändern, und sei es noch so klein, das inspiriert mich jeden Tag."

Vom Glück des Gebens

Die Arbeit ist hart, die Schüsseln sind glühend heiß. Kommen in der Wirtschaftskrise mehr Menschen? Reagan zuckt mit den Achseln. "Unten gibt es immer arme Menschen", sagt er, Wirtschaftskrise hin oder her. Doch, ja, in letzter Zeit habe er gespürt, dass es mehr geworden sei. Er geht von einem Tisch zum nächsten, scherzt mit den Stammgästen, viele kennt er mit Namen, dazwischen sitzen immer wieder welche, die stumm bleiben. Viele Obdachlose seien wütend, wird Reagan später erklären. "Wen wundert's?", sagt er. "Den ganzen Tag über werden sie wie Abschaum behandelt. Ich bin morgens auch nicht gut gelaunt, und wenn ich mir dann vorstelle, ich hätte die Nacht auf einer Parkbank verbracht ..." Dorothy hätte einmal gesagt: "Ich hoffe, sie vergeben mir das Brot, das ich ihnen gebe." Reagan habe das damals nicht verstanden, bis er selbst anfing, in St. Joe's zu arbeiten. Jetzt sagt er: "Was gibt mir das Recht, derjenige zu sein, der auf der anderen Seite des Suppentopfes steht? Ich konnte meine Armut wählen, die Menschen, die hierherkommen, hatten dieses Privileg nicht."

Ab und zu gelingt es Reagan und seinen Kollegen, mit ihrer Arbeit jemandem den Sprung von der Straße weg zu ermöglichen. Aber es sind nicht diese vereinzelten Erfolgsgeschichten, die Reagan glücklich machen. Dafür gibt es davon zu wenige. Trotzdem sagt er: "Ich lebe ein unglaublich glückliches Leben." Der Job ist härter als jeder andere, den er jemals in seinem Leben hatte. "Gott hat mich hierhergeschickt", sagt Reagan und lacht dann sofort. "Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade gesagt habe."

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Millionen Jobs sind weg

Rekordstand: Die US-amerikanische Arbeitslosenquote ist laut Arbeitsministerium im Oktober über die Marke von zehn Prozent gestiegen. So hoch lag sie seit mehr als 26 Jahren nicht mehr. Seit Beginn der Rezession vor knapp zwei Jahren sind 7,3 Millionen Jobs verloren gegangen. Ökonomen hatten nicht mit dem Überschreiten der Zehn-Prozent-Marke gerechnet - zumal die Wirtschaft zuletzt an Schwung gewonnen hat. Die New York Times meldete, die reale Arbeitslosenquote der USA liege inzwischen bei etwa 17,5 Prozent.

Maßnahmen: Die hohe Arbeitslosigkeit gilt als Gefahr für den Aufschwung, da die Binnennachfrage schwach bleibt. Von der Regierung werden weitere Konjunkturstützen erwartet. Präsident Obama räumt dem Arbeitsmarkt zwar Priorität ein, sein Spielraum ist aber wegen des Rekorddefizits im Haushalt klein.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1203/horizonte/0004/index.html

Pinnswin

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Re:Die Tafeln
« Antwort #97 am: 12:24:46 Di. 09.Februar 2010 »
http://moltaweto.wordpress.com/2009/08/12/hartz-iv-und-tafeln-lebensmittelentzug-fur-kritische-meinungsauserung/
Zitat
Münster-Tafel bestraft Widerspruch
Weil ein Hartz-IV-Empfänger junge Welt ein kritisches Interview gab, bekommt er keine Lebensmittel mehr.
Sippenhaft: Seine Frau auch nicht
Von Gerrit Hoekman
********************
Wer widerspricht, bekommt zur Strafe nichts zu essen... »Als ich zwei Wochen nach dem Interview das erste Mal wieder zur Essensausgabe der Münster-Tafel kam, erwartete mich schon der Vorsitzende und teilte mir mit: "Sie bekommen von uns nichts mehr" erzählt Seegers, der seinen wirklichen Namen nicht in der Zeitung sehen möchte... Seegers mag sich nicht gefallen lassen, wie die Münster-Tafel ihn behandelt. Deshalb hat er Ewald Halbach um Hilfe gebeten... Vor kurzem gingen die beiden frühmorgens zur Ausgabestelle der Tafel, um noch einmal mit den Verantwortlichen zu reden.

Die Stimmung beim Ortstermin ist gereizt. Ein Mitarbeiter ruft per Handy den Vorsitzenden, Roland Goetz, herbei... »Wir arbeiten hier alle ehrenamtlich, aber nicht für Leute, die uns ans Schienbein treten«, sagt Goetz.... Der Tafelchef bleibt unnachgiebig, moralische Bedenken hat er nicht:
Seegers bekommt keine Lebensmittel mehr. – Auch seine Frau nicht, die mit der ganzen Geschichte nichts zu tun hat.
»Niemand hat einen Anspruch auf die Hilfe unseres Vereins«, sagt Goetz.  "Wir entscheiden, wer etwas bekommt und wer nicht.«...
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

Alex22

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Re:Die Tafeln
« Antwort #98 am: 18:08:50 Di. 09.Februar 2010 »
Ach die Tafeln.
Auch so ein Erfolg. Die Opfer des Wirtschaftssystems verteidigen bereits in Foren "ihre" Tafeln. Ohne diese gänge es ihnen doch so viel schlechter.
Ich kann gar nicht so viel kotzen.
Eigentlich kann man D abschreiben. Hartz IV wirkt. Und wie es wirkt!

Grüße an alle CD, die ihre Würde verteidigen.

Carpe Noctem

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Re:Die Tafeln
« Antwort #99 am: 23:01:22 Di. 09.Februar 2010 »
»Niemand hat einen Anspruch auf die Hilfe unseres Vereins«, sagt Goetz.  "Wir entscheiden, wer etwas bekommt und wer nicht.«...

Genau das ist der Grund, Tafeln als Entlastung des staatlichen Systems anzusehen. Sie verteilen nur an Zustimmer ihre Lebensmittel, stopfen Kritikern das Maul mit gähnender Leere, wedeln gutsherrlich mit Hausverboten und berufen sich auf den Hauptkritikpunkt der gegen sie ins Feld geführt wird:

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Essen bei der Tafel.

Das ist ein Armutszeugnis, eine Bestätigung aller Kritik auf höchstmöglichem Niveau. Die übertreffen sich selbst.

Grüsse - CN
Art. 1 GG: "Die Menschenwürde steht unter Finanzierungsvorbehalt"

flocke

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Re:Die Tafeln
« Antwort #100 am: 00:59:24 Mi. 10.Februar 2010 »
O ein Thread über die Tafeln...

da habe ich doch gestern erst gedacht, dass diese Tafeln ziemlich zum kotzen sind. Und da finde ich heute einen Thread...wie schön :-*
lets have some fun this beat is sick...

- Lady Gaga auf RTL II -

Kater

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Medikamenten-Tafel hilft Hartz-IV-Empfängern
« Antwort #101 am: 17:59:24 Do. 25.Februar 2010 »
Zitat
Medikamenten-Tafel hilft Hartz-IV-Empfängern

Dülmen (dpa) - In die Apotheke vor ihrer Wohnung ist Simone Klinkenberg bei Husten, Schnupfen oder Durchfall früher selten gegangen. «Zu teuer», sagt die 49-Jährige, die mit ihrem Sohn Simon in Dülmen wohnt und wegen eines Gehirntumors nicht mehr arbeiten kann.

Wegen der Geldnöte ist Klinkenberg mittlerweile Expertin für alternative Medizin. «Bei Halsschmerzen hilft Salbeitee, bei Erkältung Zwiebelsaft und bei Durchfall ein geriebener Apfel», erklärt sie. Manchmal haben diese Hausmittel geholfen. «Manchmal aber auch nicht.» Dann wurde aus einer kleinen Erkältung schnell mal eine schwere Grippe, die sie oder ihren Sohn tagelang ans Bett fesselte.

Mittlerweile ist das anders. Wenn sie oder Sohn Simon heute krank werden, geht Klinkenberg jetzt sofort in die Apotheke. Denn für ihre Medikamente muss sie dort nur noch die Hälfte zahlen. Möglich macht das die Dülmener Tafel, die Bedürftige seit Jahren mit Lebensmitteln versorgt. Seit Oktober erhalten Tafel-Kunden mit einem entsprechenden Ausweis auch rezeptfreie Medikamente in allen zehn Apotheken der Stadt zum halben Preis. Die andere Hälfte zahlt ein privater Sponsor. Ein Konzept, das so ähnlich in Deutschland nur noch von einer Tafel in Stuttgart angeboten wird und abseits der heftigen Debatte um die Neuregelung der Hartz-IV-Sätze zeigt, wie mit Bürger-Engagement auch Hilfsbedürftige notwendige Medikamente bekommen können.

«Der Bedarf ist seit 2004 groß», sagt die Dülmener Apothekerin Bettina Schmitt. Damals hatte die rot-grüne Bundesregierung die Gesundheitsreform beschlossen. Krankenversicherte müssen seitdem Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, selbst bezahlen. Für Schmitt steht außer Frage: «Viele Menschen können sich die Medikamente nicht leisten.» Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung scheint ihr Recht zu geben. 20 Prozent der befragten Empfänger von Hartz IV berichteten darin, dass sie rezeptfreie Medikamente nicht mehr bezahlen können.

Simone Klinkenberg bekommt im Monat rund 714 Euro Rente vom Staat. Mit Wohn- und Kindergeld stehen ihr rund 1000 Euro zur Verfügung. «Davon muss ich Miete, Strom, Heizung, Versicherung, das Telefon, Kleidung und Essen für mich und meinen Sohn zahlen.» Für Medikamente sieht ihr Regelsatz zwar monatlich 15 Euro vor. «Das geht aber immer für anderes drauf.» Für Apothekerin Schmitt ein nicht hinnehmbarer Zustand. «Die Politiker haben damals anscheinend nicht darüber nachgedacht, dass der Verzicht auf diese Medikamente dramatische Entwicklungen nach sich ziehen kann.» Eine Erkältung könne sich, wenn sich die Verschleimung nicht löst, zur Lungenentzündung entwickeln.

Vorbild für Dülmen war das Stuttgarter Modell, wie Yvonne Redmann, Vorsitzende der Dülmener Tafel, sagt. Dort können Bedürftige seit 2007 rezeptfreie Medikamente mit 25 Prozent Rabatt beziehen, nachdem man gemerkt hatte, dass immer mehr Tafel-Kunden an Lungenentzündungen erkrankten. «Wir haben uns dann in Dülmen mit Apothekern und Ärzten zusammengesetzt und eine Medikamentenliste erstellt, für die wir die Kosten übernehmen wollen», sagt Redmann. Rund 50 Medikamente sind bisher erfasst, darunter Fieber- und Schmerzmittel, sowie Präparate gegen Pilzerkrankungen, Kopfläuse oder Heuschnupfen.

Etwa 60 Menschen haben das Angebot bereits in Anspruch genommen. «Dafür müssen sie zunächst ihre Bedürftigkeit nachweisen», sagt Redmann. Wer im Krankheitsfall von einem Hausarzt ein Privatrezept bekommt - ein Rezept also, das von den Krankenkassen nicht erstattet wird - kann damit zur Tafel gehen und es sich abstempeln lassen. «In der Apotheke zahlen sie bei Vorlage dann nur noch den halben Preis.»

Der Sozialwissenschaftler Peter Grottian von der Freien Universität Berlin sieht in dem Angebot aber kein Modell, das nach dem Vorbild der 860 Lebensmittel-Tafeln eine Versorgung der Ärmsten mit rezeptfreien Medikamenten in Deutschland gewährleisten kann. «Hier läuft in jedem Fall etwas schief. Menschen, die offenkundig krank sind, können die notwendigen Medikamente nicht bekommen.» So ein Angebot könne nur eine Ersatzlösung sein, sagt Grottian. «Hier ist aber eigentlich der Gesetzgeber gefragt.»

http://de.news.yahoo.com/26/20100225/thl-medikamenten-tafel-hilft-hartz-iv-em-b930478.html

Pinnswin

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Medikamententafel in Dülmen:
« Antwort #102 am: 13:51:35 Sa. 27.Februar 2010 »
... 115 Rezepte in drei Monaten
http://www.mv-online.de/home/homepage_thema_3/1252084_Medikamententafel_in_Duelmen_115_Rezepte_in_drei_Monaten.html

Zitat
... „Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen“, so Tafel-Vorsitzende Yvonne Redmann. „Die Medikamententafel ist ganz toll angenommen worden.“... Die Dülmener Tafel ist erst die zweite in Deutschland, die eine Medikamententafel anbietet. Nun haben sich weitere Tafel erkundigt. „Wir geben unsere Erfahrungen gerne weiter“, sagte Redmann, die beim überregionalen Tafeltreffen im März von dem Projekt berichten wird... Kunden können sich beim Arzt ein so genanntes grünes Rezept ausstellen lassen. Dieses lassen sie bei der Tafel abstempeln, und gehen dann in die Apotheke.
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milly

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medikamententafeln - es gab mal einen sozialstaat...
« Antwort #103 am: 08:21:43 Mi. 12.Mai 2010 »
...arme müssen dann in der apotheke "nur noch die hälfte" zahlen mit einem gutschein der dülmener tafel, welche sich an spenden dumm und fett verdient...

edit: meine (unbegründete) unterstellung der habgier nehme ich zurück, im gegenteil erstmal respekt vor der dame aus dülmen! meine wut richtet sich gegen den missstand als solchen!

5 eu für ein kopfläusemedikament ist für arme ebenso unerschwinglich wie 10.-! das ist an zynismus nicht mehr zu überbieten!!!

der folgende videobeitrag ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, aber ich finde ihn unbedingt sehenswert:

http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/0225/tafel.php5

Monitor Nr. 603 vom 25.02.2010
Die Medikamententafel
Medizinische Grundversorgung von Armen in Gefahr

Zitat
Bericht: Eva Müller

Sonia Seymour Mikich: "Hallo, und ganz richtig bei MONITOR. Eine Frage: Wo gibt es für die Ärmsten vielleicht zu wenig Hilfe vom Staat und wo zu viel? Was ist das Existenz-Minimum für Hartz-IV-Familien, für bitterarme Rentnerinnen, Niedrigstlöhner? Was ist das ‚gesundheitliche Existenzminimum’? In Dülmen hat eine Gruppe Ehrenämtler eine Medikamententafel für Arme eingerichtet. Eine Medikamententafel, weil Hustensaft zum finanziellen Problem wird. Aber darf Gesundheit ein Almosen sein? Eva Müller zeigt, wie es dazu kommt."

Natürlich haben auch Anke Irma und zwei ihrer vier Kinder Grippe - wie die halbe Republik - nur sie kann sich das eigentlich nicht leisten. Ihr Mann braucht auch noch regelmäßig eine teure Salbe. Deshalb geht sie heute hierhin - zur Medikamententafel.

Nicht Kleiderkammer, nicht Lebensmittelhilfe. Nein, hier bekommen bedürftige Menschen die Hälfte von verschreibungsfreier Medizin mit privaten Spenden finanziert. Anke Irma hat, bevor es das hier gab, daran gespart. Mit dieser Hilfe muss sie nun in der Apotheke nur noch die Hälfte zahlen.


Anke Irma

Anke Irma: "Ja, da musste ich dann überlegen, ob ich meinem Mann die Beine cremen konnte, ob wir uns ein Nasenspray gekauft haben oder halt Schmerzmittel. Dann wurde halt versucht, rumzudoktern, ob wir es alleine hinkriegen und dann halt nur im äußersten Notfall gekauft. Ganze einfach. Weil wir es uns oftmals nicht leisten konnten."

Medikamente als Spenden? Yvonne Redmann war es, die neben der Lebensmittelausgabe auch die Medikamententafel ehrenamtlich gegründet hat. Ihr fiel auf, dass ihre Kunden es einfach nicht schaffen, all die Medikamente selbst zu bezahlen, die nach und nach aus der Erstattung der Krankenkassen gefallen sind.


Yvonne Redmann

Yvonne Redmann, Gründerin der Medikamententafel: "Also die Grundversorgung ist natürlich dadurch überhaupt nicht mehr gewährleistet. Für Schmerzen, Fieber für Kinder und Erwachsene, Grippemittel, Schleimlöser, Halsschmerzen, Kopfläuse, Schnupfen, Lippenherpes, Magen- und Darm-Erkrankungen. Das sind also Sachen, ich weiß nicht, ob man da so sagen kann, oh, das ist alles halb so schlimm. Das glaub ich ganz und gar nicht."

Aufgefallen ist das Problem zuerst in den Arztpraxen. Bei Dr. Holger Kruck zum Beispiel. Er merkte, dass seine Patienten die verschreibungsfreien Medikamente einfach nicht kauften, die er ihnen empfahl. Auch Simone Klinkenberg ... die heute wegen einer Bronchitis hier ist. Sie und ihr Sohn leben von einer kleinen Berufsunfähigkeitsrente und vom Kindergeld.


Simone Klinkenberg

Simone Klinkenberg: "Am Anfang des Monats habe ich meine 200,- Euro, die hole ich von der Kasse ab. Das hab ich zur Verfügung, das andere geht alles für die Lebenshaltungskosten drauf, ob Miete, Strom, etc. Und dann ist da nichts mehr drin."

Das Mittel gegen die Bronchitis, Schmerzmittel, Antiallergika, aber auch der Zahnersatz, die Brillengläser - es geht um einfache, aber eben notwendige Dinge. All das wird seit der Gesundheitsreform nicht mehr erstattet. Für gut gestellte Patienten ist das kein Problem. Aber für manchen Rentner, für Arbeitslose, Geringverdiener - ein Grund hier zu sparen.


Dr. Holger Kruck, Allgemeinmediziner

Dr. Holger Kruck, Allgemeinmediziner: "Zum Beispiel ein Durchfallmittel - bei Durchfallmitteln ist man sehr eingeschränkt, die sind fast alle nicht mehr verordnungspflichtig. Selbst was in den Kliniken, wie Peentereol - ein gängiges Durchfallmittel - wird sehr häufig in Deutschland eingesetzt. Nichtsdestotrotz sagte mit letztens ein Patient, dann müssen sie das Rezept leider behalten, das kann ich mir nicht leisten. Und das ist natürlich auch für mich als Arzt schon ne Situation, die sehr unbefriedigend ist. Man möchte ihm dann ja helfen, letztlich sagt er aber, er hat das Geld nicht."

Auch Simone Klinkenberg geht direkt von der Arztpraxis zur Medikamententafel. Dadurch muss sie für die Medizin nur noch die Hälfte zahlen. Sie hat Glück, dass es gerade in Dülmen dieses besondere Angebot gibt. Arzneimittel für Bedürftige aus Privatspenden finanziert. Kann das ein Modell sein?


Dr. Bernd Schulte

Dr. Bernd Schulte, Max-Planck-Institut für Sozialrecht: "Es gibt nicht überall diese Medikamententafel und es wird nicht jedermann auch bereit sein, sich dahin zu begeben, weil da in der Tat sozusagen so der Geruch von Almosen, usw. eine gewisse Rolle spielt. Also insofern ... vor allen Dingen eben, es besteht kein Anspruch auf diese Leistung. Insofern ist das keine Alternative zum Sozialstaat."

Die Folgen für die, die nicht zur Tafel gehen, beobachtet Dr. Holger Kruck in seiner Praxis: die Patienten kommen später noch kränker - zum Beispiel mit Lungenentzündung - hierhin zurück. Oder sie bitten direkt um ein stärkeres Mittel, Hauptsache verschreibungspflichtig, Hauptsache, sie müssen es nicht bezahlen.

Dr. Holger Kruck, Allgemeinmediziner: "Es ist halt schwierig für mich als Arzt, weil die Patienten manchmal danach fragen. Weil sie sagen, ich hab jetzt Husten, Schnupfen, ich brauch jetzt ein Antibiotikum, weil sie wissen, das ist verschreibungsfähig, oder die Patienten einen anbetteln, dass man irgendwas tut. Aber da muss man als Arzt dann auch hart sein, weil man muss dann wirklich den Patienten davon überzeugen, dass es für ihn ja ne falsche Therapie in diesem Fall wäre."


Das ist ein deutschlandweites Problem. Seit der Gesundheitsreform 2004 stieg der Marktanteil der verschreibungspflichtigen Medikamente deutlich an, während der Anteil rezeptfreier Medikamente zurückging. Statt Geld zu sparen, wurde es für die Krankenkassen sogar noch teurer. Anke Irmas Problem ist nicht nur die Grippewelle. Sie geht heute auch für ihren Mann in die Apotheke. Er war mal Metzger, dann bekam er Diabetes und eine schwere Wundrose am Bein. Für die braucht er regelmäßig Salben, die aber auch nicht erstattet werden. Die sechsköpfige Familie lebt von Hartz-IV. Das heißt, pro Elternteil pauschal 14 Euro im Monat für Praxisgebühren und alle Medikamente.

Anke Irma: "Ja, natürlich hab ich alles versucht, auf jeden Fall. Aber es geht nicht. Und ich kann nicht zu meinem Mann sagen, du darfst dein Bein nur noch alle 14 Tage einmal cremen, für mehr reicht das Geld nicht."

Vor zwei Wochen hat das Bundesverfassungsgericht das Problem immerhin benannt. Besser soll es jetzt aber nur für Härtefälle werden. Wer einer ist, entscheidet aber nicht der Arzt, sondern die Arbeitsagentur. Heute will Anke Irma dort den Antrag stellen. Ihr Mann kann nicht selbst kommen, aber sie hat Fotos vom Problem dabei.

Anke Irma: "Er kann sich kaum bewegen vor Schmerzen, ihm fehlt ein Stück von der Wade. Ihm fehlt Muskeln, und von daher, das sind schon Schmerzen, die er da hat. Und die Haut ist so empfindlich geworden, dass sie keine Feuchtigkeit mehr hält und er aufgrund dessen diese Creme braucht."

Ob ihr Mann ein Härtefall ist, kann ihr heute noch keiner sagen, sie muss abwarten. Und mit ihr Tausende, die in den nächsten Wochen zum Amt gehen werden.


Joachim Rock

Joachim Rock, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband: "Die aktuelle Härtefallregelung reicht aus unserer Sicht überhaupt nicht aus. Sie umfasst nicht alle notwendigen Medikamente, die da in Rede stehen könnten. Sie ist insofern nicht ausreichend. Und: Sie betrifft auch nur diese Menschen, die im Leistungsbezug sind. Nicht aber all die Geringverdiener, die gerade noch nicht im Leistungsbezug sind, aber genauso Schwierigkeiten haben, sich die medizinische Versorgung mit Medikamenten zu leisten. Deshalb brauchen wir eine grundsätzliche Lösung dafür im System der gesetzlichen Krankenversicherung."

Und solange hängt die medizinische Grundversorgung von Familie Irma von Spenden ab! Auf Anfrage heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium knapp:

"In diesem Bereich zurzeit keine Änderungen geplant."

Sonia Seymour Mikich: " Es ist schon dreist, dass genau die Parteien, die heute regieren, vor Jahren genau diese fatale Gesetzeslücke schwer kritisiert haben. Aber da waren sie ja auch noch Opposition."

Tante Maria

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Re:Die Tafeln
« Antwort #104 am: 23:57:18 Do. 13.Mai 2010 »
Soweit sind wir schon. Wo würd das noch hinführen? Das wir uns gegenseitig die Zähne auf der Straße reparieren. Selber Zahnärzte spielen?Wie in indien? >:(