Autor Thema: Die Tafeln  (Gelesen 74621 mal)

Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #105 am: 08:10:28 So. 21.November 2010 »
Soso, REWE hat sich - pünktlich zu Weihnachten - was Neues einfallen lassen: WIR Kunden sollen jetzt zusätzliche Produkte einkaufen ( Vorgabe sind ausgerechnet Gewürzgurken, Zucker, Weissmehl und ganz viel Pasta...^^) und diese gleich im Laden für die örtliche Tafel spenden.

Zitat

Kauf eins mehr für die Tafeln.
Die große Spendenaktion von REWE. Sie spenden und REWE spendet. Zugunsten der lokalen Tafel.
Helfen Sie helfen

Kauf eins mehr für die Tafeln, so lautet das Motto der großen REWE Spendenaktion! Die Tafeln unterstützen Bedürftige in Ihrer Region mit wichtigen Lebensmitteln für das tägliche Leben. Die Idee ist ganz einfach: Kaufen Sie ein und spenden Sie die Waren direkt in Ihrem REWE Markt. Einfach einen oder auch gerne mehrere Artikel – zum Beispiel eine der fertig gepackten REWE Tafel-Tüten mit ja! Produkten – zusammen mit Ihren normalen Einkäufen bezahlen und anschließend die Spende an der Sammelstelle hinter den Kassen abgeben. Bitte helfen Sie mit!

http://www.rewe.de/index.php?id=rewe-deutsche-tafeln



Echt das Letzte, ich finde es unglaublich und dann noch dieser abfällige Film!

Warum kann REWE sich z.B. nicht in seinem neuen Marketing "Gesellschaftl. Engagement"  ::) für höhere Regelsätze stark machen, damit sich jeder Arme ausreichende Lebensmittel seiner Wahl wieder selbst kaufen kann?

Oder wird, wie auch in den Discountern, gerade mit H4 so wunderbar Kasse gemacht?


Alex22

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Re:Die Tafeln
« Antwort #106 am: 14:18:14 Mo. 22.November 2010 »
Nun werde ich nach KIK und Schlecker auch mal gegen REWE
das Geschütz der Aufklärung auffahren:
http://www.lag-hartziv-muss-weg.de/pages/posts/bei-rewe-fuer-die-tafen-spenden90.php

Der Bäcker im Baumarkt ( und anders wo hat der auch Filialen) wirbst mit seinem Einsatz für die Tafeln.
Ich und meine Freunde sind dort keine Kunden mehr. Rechtzeitig zu Weihnachten werde ich dem Bäcker das auch mitteilen.


matten

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Re:Die Tafeln
« Antwort #107 am: 06:21:28 Fr. 26.November 2010 »
moin Alex22


finde Ich eine.. Gute Idee..
mache Ich auch so

zu Rewe..habe das gestern diesen Stand am Eingang auch gesehen
und war doch etwas sprachlos.
Gehe dort sicher nicht mehr hin und werde in meinem Umfeld das auch
klar sagen und Stimmung machen.

matten

Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #108 am: 16:56:02 Mo. 13.Dezember 2010 »
Zitat
Hartz4-Plattform: Weihnachts-Wunschzettel an Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, DIE LINKE

Brigitte Vallenthin hofft auf Ausstieg der HartzIV-muss-weg-Partei-Vertreterin aus dem Kuratorium der Berliner Tafel Stiftung und stattdessen auf ihre Unterstützung beim Umbau der Tafeln in Arbeitslosen-Hand

„Adventszeit ist Weihnachts-Wunsch-Zeit. Und da wünschen wir uns von der Bundestagsvizepräsidentin der HartzIV-muss-Weg-Partei, dass sie uns ganz konkret bei der Umwandlung eines Tafel-Prototyps in Erwerbs-Arbeitsplätze für Arbeitslose und Armutsstempel-freie Nutzung von Rest-Lebensmitteln des Handels unterstützt,“ beschreibt Hartz IV-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin ihren Wunschzettel zum dritten Advent gegenüber dem Sozialticker.

„Die ersten Gedanken für diesen Wunsch hatte ich auf einer Podiumsdiskussion, auf der Sabine Werth, die Mutter der Tafeln in Deutschland, davon berichtete, die Unternehmensberatung McKinsey habe ihr ein Tafel-Handbuch geschrieben habe und sei auch im Beirat der „Berliner Tafel Stiftung“, deren Vorstandsvorsitzende sie ist, beratend vertreten.

Als ich nun bei der Recherche zu dieser Stiftung darauf stieß, dass Petra Pau in deren Kuratorium sitzt,
gab es zwingend nur eine einzige Ergänzung für den Weihnachtswunsch unserer Hartz IV-Bürgerinitiative – nämlich die Bitte, dieses Organ zur Unterstützung der Armuts-Industrie sofort zu verlassen.“

Die „Berliner Tafel Stiftung“ (http://www.berliner-tafel-stiftung.de/01_geschichte.php) ist – soweit ihre Homepage darüber Auskunft gibt, eine Geld-Sammel-Organisation für die „Berliner Tafel e.V.“ (http://www.berliner-tafel.de/01_geschichte.php) Vereinsvorsitzende der Berliner Tafel und Vorstandsvorsitzende der Stiftung ist Sabine Werth, Inhaberin eines Familienpflege-Dienstes.

Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stiftung ist Gisela Pfeifer-Mellar, Geschäftsführerin der „Goldnetz gGmbH“ (http://www.goldnetz-berlin.org/index.php?id=7). Dieses Unternehmen präsentiert sich im Internet als „arbeitsmarktpolitischer Dienstleister“ mit einem breiten Rundum-Paket und „bietet“ von hochmodern aufwändig designten Räumen seines Büros „die Entwicklung und Umsetzung von Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten im Rahmen der Arbeitsförderungs-, Bildungs- und Sozialpolitik an.

Im Wesentlichen sind das die Instrumente und Programme des SGB II“ - kurz alles, was mehr als „Fordern“ denn als „Fördern“ mittels so genannter Eingliederungsvereinbarung Druck macht. Ansonsten ist die Tafel Stiftung mit öffentlicher Transparenz sehr zurückhaltend: eine Satzung fehlt ebenso wie ein Hinweis auf Stifter. Und zur Seite des Beirats gibt es zwar einen Link. Der führt aber zu einem weißen Blatt.

Dass wir in dieser Gesellschaft eine Links-Partei-Abgeordnete finden (http://www.berliner-tafel-stiftung.de/02_kuratorium.php), hätten wir nicht erwartet – schon gar nicht die mit Direktmandat und mit üppigen 47,6 % im Berliner Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf gewählte Bundestagsabgeordnete Petra Pau.


„Wo ein starker Wirtschaftsmarkt ist, ist meistens auch McKinsey“ (http://www.mckinsey.de/html/profil/index.asp) - heißt es auf der Deutschen Seite des internationalen Beratungs-Konzerns“ - „aber doch bitte nicht ein prominentes Mitglied einer Anti-Hartz-Partei“, wünscht sich Brigitte Vallenthin.

„Da bleibt uns nur zu hoffen“ schließt Brigitte Vallenthin gegenüber dem Sozialticker ihren Weihnachts-Wunschzettel ab, „dass sich diese Funktion von Petra Pau als Irrtum erweist und sie sich noch bis zum Fest des weihnachtlichen Schenkens für ein Geschenk an uns entscheidet, diesen Job hinzuschmeißen und mit uns zusammen den Aufbau einer neuen, Sinn- und Arbeitsplatz-stiftenden Lebensmittel-Verwertung zu starten.“



bei http://www.scharf-links.de/

Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #109 am: 08:36:42 Di. 18.Januar 2011 »
Ich hatte es ja schon geahnt... :-X


Zitat
Tafeln "profitieren" vom Dioxin-Skandal

Sie kümmern sich um das, was woanders übrig bleibt oder was niemand haben will: Die Tafeln für bedürftige Menschen verteilen überschüssige Lebensmittel aus dem Einzelhandel - und profitieren in Niedersachsen offenbar ausgerechnet vom Dioxin-Skandal: "In etlichen Tafeln bekommen wir von den Geschäften erheblich mehr Eier und abgepackte Wurstwaren gespendet als sonst", sagte die Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbandes, Edeltraut Graeßner. Eine Tafel habe berichtet, dass sie in der vergangenen Woche sogar die 15-fache Menge an Eiern erhalten habe als sonst üblich.


Die gespendeten Waren seien nach menschlichem Ermessen unbedenklich, sagte Graeßner. Der Landesverband stehe in Kontakt mit der Lebensmittelkontrolle. Viele der spendenden Geschäfte hätten der Ware auch Unbedenklichkeits-Zertifikate beigelegt. "Aber gegen kriminelle Machenschaften sind wir genauso hilflos wie die Bauern, die im guten Glauben Futter eingekauft haben." Allerdings erhielten nicht alle Tafeln mehr Lebensmittel. Bei rund der Hälfte habe es keine Veränderungen gegeben, so das Ergebnis einer Umfrage.


Immer mehr Menschen wenden sich an Tafeln
In Niedersachsen gehören dem Landesverband 97 Tafeln an. Sie versorgen wöchentlich rund 110.000 Bedürftige mit überschüssigen Lebensmitteln aus dem Einzelhandel. Bundesweit wird Graeßner zufolge die Zahl der Tafel-Kunden auf rund eine Million geschätzt.

Nicht nur Arbeitslose
In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der Bedürftigen verdoppelt, sagte Graeßner. "Erschreckend ist der sprunghafte Anstieg derer, die trotz eines bezahlten Jobs auf die Hilfe unserer Tafeln angewiesen sind." Viele Tafel-Kunden berichteten, dass sie bei Zeitarbeitsfirmen zu sehr geringen Löhnen beschäftigt seien oder eine Aufstockung ihres Lohnes durch Hartz IV erhielten.


http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/dioxin429.html


inline

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Re:Die Tafeln
« Antwort #110 am: 13:48:43 Di. 18.Januar 2011 »
Zitat von: Eivisskat
Sie kümmern sich um das, was woanders übrig bleibt oder was niemand haben will: Die Tafeln für bedürftige Menschen verteilen überschüssige Lebensmittel aus dem Einzelhandel - und profitieren in Niedersachsen offenbar ausgerechnet vom Dioxin-Skandal: "In etlichen Tafeln bekommen wir von den Geschäften erheblich mehr Eier und abgepackte Wurstwaren gespendet als sonst", sagte die Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbandes, Edeltraut Graeßner. Eine Tafel habe berichtet, dass sie in der vergangenen Woche sogar die 15-fache Menge an Eiern erhalten habe als sonst üblich.

Hat was von Contergan an Entwicklungsländern verkaufen

Zu den Tafeln hätte ich kein Vertrauen,
Gedanken habe ich mir aber schon dazu gemacht, wenn es mal hart auf hart kommt...

so meine Gedanken dazu:
Dann würde ich mir alternativ was von den Leuten aus der Nachkriegszeit  abschauen.
Mur die Grundnahrungsmittel kaufen. Kartoffel, Reis, Mehl, Hefe ggf. Eier (die möglichst unbedenklich sind) , Gemüse u. Obst der Saison etc., selber kochen und backen, notfalls hamstern.

Alan Smithee

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Re:Die Tafeln
« Antwort #111 am: 16:14:27 Di. 18.Januar 2011 »
Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass es hier bei der Tafel oft auch angeschimmeltes Zeugs gibt...Kann auch nicht wirklich gesund sein. Gut, jetzt kommen dann auch noch die ganzen toxisch-belasteten Lebensmittel dazu. Super. Das nennt sich dann wohl Entsorgung auf beiden Seiten der Nahrungskette.

Die Reichen (oder die, die es sich noch leisten können) marschieren in die Bio-Läden, die finanziell weniger Begünstigten bekommen in den überprüften Supermärkten dann eine eher mittelfristige Lebensdauer zugestanden, während die Hartzies/Sozialhilfeempfänger und Rentner offensichtlich am schnellsten entsorgt werden sollen.)

Und die, die noch etwas robuster sind, und erst noch eine Weile dahinsiechen werden, bekommen dann von der Pharmaindustrie ganz großzügig gesponserte Medikamente. Erspart dann die Laborversuche....
...still dreaming of electric sheep...

Alex22

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Re:Die Tafeln
« Antwort #112 am: 22:01:01 Di. 18.Januar 2011 »
inline
so ähnlich mache ich es. Weil mir der meiste "Mist" in den Supermärkten nicht bekommt, lasse ich ihn in den Regalen.
ich könnte in so einem laden verhungern, wenn ich an all die Info zu den Waren denke.
Erst heute hatte ich Onko Kaffee in der Hand, in dem nur 88% Kaffee war.
Dann die ganzen Joghurts mit den süßen Zutaten.
Es reicht normaler Joghurt und dann macht man Zucker oder Honig usw rein. Ist billiger und gesünder.
Dann wird auch weniger Müll produziert, wenn der Kunde nicht diese Vielfalt nachfragt.

Frisches Essen auf den Müll


Man sollte gemeinsam einkaufen und gemeinsam kochen.
Immer so im Wechsel, das schafft Gemeinschaft und stärkt die Widerstandskraft.
 :)

inline

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Re:Die Tafeln
« Antwort #113 am: 13:30:16 Mi. 19.Januar 2011 »
Genau, die Doku "Frisch auf dem Müll" habe ich auch im TV gesehen.
Deswegen meine ich ja auch "zurück zu den Grundnahrungsmitteln"  so als Terndwende, bzw. als Alternative zum Designer-Food, welches die Vielfalt vorgaukelt.

Außerdem, was sagt uns das Unwort des Jahres:
Die Tafeln sind wohl auch nicht alternativlos


Aloysius

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Re:Die Tafeln
« Antwort #114 am: 09:02:12 Do. 20.Januar 2011 »

Außerdem, was sagt uns das Unwort des Jahres:
Die Tafeln sind wohl auch nicht alternativlos



Diesmal ist wirklich mein absolutes Anti-Favorit Unwort geworden.
Reden wir drüber

Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #115 am: 09:57:33 So. 06.November 2011 »
Jetzt fängt REWE schon wieder an mit dieser unsäglichen Tafel-Aktion, die sie schon im letzten Jahr durchgezogen haben und zwingen die Tafelbenutzer ihre billige Kohlehydrats-Pampe zu essen.

http://www.rewe.de/nachhaltigkeit/listing/tafeln.html


Aber als ob das nicht schon schlimm genug wäre, will Rewe nun auch noch "älteren Menschen warm durch den Winter helfen" und startet zusammen mit dem DRK und irgendeinem Ekel-Getränk eine neue, ebenso unsägliche Aktion, die mich sehr stark ans 3. Reich oder die Nachkriegszeit erinnert, in der Frauen für Soldaten oder andere arme Frierende stricken sollten.

Nun hat es offensichtlich die armen Rentner D's getroffen, die sich wg. Altersarmut und steigender Nebenkosten inzwischen nicht mal mehr passende Winterkleidung leisten können.

http://www.rewe.de/besser-einkaufen/aktionen/stricken.html


Ich finde diese Marketing-Kacke wieder ganz unerträglich & völlig daneben  und ich würde mir wirklich einige begabte, unabhängige Journalisten (die sich hier bei CD immer gern mal ungucken...) wünschen, die diese gruselige Kampagne von Rewe mal öffentlich in die politisch richtige Position stellen.

Und sehr schön wäre es ja auch, wenn Rewe sich stattdessen für eine Erhöhung der Regelsätze und der Renten einsetzen würde, damit die Betroffenen sich ihre Lebensmittel & Winterklamotten wieder selbst kaufen können.



Nachtrag: Leider habe ich schon letztes Jahr gemerkt, wie schwer es ist vor Ort, die Kunden von der Absurdität dieser Kampagne zu überzeugen, die meisten haben es gar nicht verstanden...

 

Aloysius

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Re:Die Tafeln
« Antwort #116 am: 17:32:34 Mi. 16.November 2011 »
Tja, der Wunsch nach dem motivierten Journalisten, der sich auf solche Themen stürzt, der ist verständlich. Allerdings kümmern sie sich nicht einmal darum, wenn man sie darauf stößt.

Eigenes Beispiel:

Ich habe die Mailadresse eines Redakteurs einer der führenden deutschen Nachrichtenbetriebe. Er hatte mich mal kontaktiert aufgrund eines meiner Kommentare zu einem seiner Artikel.

Nun war mir aufgefallen, daß der Pädophilie-Beauftragte von Papst Benedikt sich diverser englischer, amerikanischer und italienischer Zeitungsartikel nach bei einem marokkanischen Drogendealer in Rom 'Jungs aus schwierigen Familien, im Alter von etwa 14 Jahren bestellt hat' (Eigene Übersetzung).

KEIN deutscher Sender oder deutsches Blatt hat das thematisiert.

Ich habe auf meine Mail mit diversen Links zu Artikeln und Youtube-Videos dazu nicht mal eine Antwort bekommen.

Der Papst ist wohl heilig...

Und die Tafeln sind es wohl auch.
Reden wir drüber

Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #117 am: 09:54:29 Mo. 30.Januar 2012 »
Zitat
Kritik der Tafeln und Grundeinkommen & über die Armut der Seele
   
Der Soziologe und Tafelforscher Prof. Dr. Stefan Selke http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Selke, von der Hochschule Furtwangen University, übte am 9. Januar 2012 in einem viel beachteten Interview im Nordwest Radio heftige Kritik an den Tafeln und der „Vertafelung“ Deutschlands.

In der Radiosendung (ab Minute 5:30) begründet Selke darüber hinaus ausführlich, warum das Grundeinkommen eine gesellschaftspolitische Alternative zur Ausgrenzung von Menschen in unserer Gesellschaft und eine Antwort auf die Krise der Arbeitsgesellschaft ist.

>>> http://213.71.18.104/nordwestradio/sendungen/gespraechszeit/gzstefanselke100.html


Stefan Selke hielt bereits während der 4. Internationalen Woche des Grundeinkommens in Bremen  http://www.big-grundeinkommen.de/woche-des-bge-2010/programm-wdge-2011 einen Vortrag zum Thema „Lebensmitteltafeln als Reparaturbetrieb der Gesellschaft? Existenzunterstützende Freiwilligenangebote als Sackgasse der sozialen Frage“. Die anschließende Diskussion drehte sich um die Frage: „Kann das bedingungslose Grundeinkommen ein Ausweg sein?“

Auf dem Video-Kanal Grundeinkommen 1 http://www.youtube.com/user/Grundeinkommen1   findet sich dieser Vortrag von Stefan Selke. Außerdem sind dort weitere Videos von Vorträgen während der Woche des Grundeinkommens in Bremen mit Werner Rätz, Ronald Blaschke sowie einem Gottesdienst mit Abendmahl zum Thema „Genug für alle“ zu sehen.

In seinem Vortrag in Bremen setzte sich Stefan Selke ebenfalls kritisch mit den Lebensmitteltafeln und ähnlichen existenzunterstützenden Angeboten in Deutschland auseinander. Die Kritik lautet, dass durch die Tafeln – im Namen der Barmherzigkeit – Armut verstetigt und mit ihnen das Geschäft der privaten Fürsorge-Industrie größer wird. Die Analyse der Tafellandschaft und ihrer Entwicklung zeige, dass die soziale Absicherung vieler Menschen immer mehr aus dem Aufgabenbereich der Gesellschaft bzw. des Staates in den Bereich des Privaten und des Ehrenamts gedrängt wird.

Grundlage der Arbeit von Stefan Selke ist die Frage nach den Chancen und Risiken menschlicher, insbesondere menschenwürdiger Existenz unter den Bedingungen technologischen, medialen, kulturellen und gesellschaftlichen Wandels. Seine Sozialreportage über die Tafelbewegung, Fast ganz unten,  http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/754-6.html  löste einen lebhaften Diskurs über Effekte der Tafelbewegung aus. Dieser führte zu einem Paradigmenwechsel in der öffentlichen Wahrnehmung der Tafeln sowie zu einer umfassenden Kritik an der privatisierten Sozialindustrie.

Aktuell arbeitet Stefan Selke am Forschungsprojekt „Tafel-Monitor: Transformation der Lebensmitteltafeln und ähnlicher existenzunterstützender Angebote im institutionellen Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage“. Für dieses Projekt wurden auch in Bremen Interviews durchgeführt. Informationen finden sich auf der Website Tafelforum  http://www.tafelforum.de/ .

Wer sich weiter informieren möchte, dem werden auch die kritischen Tafel-Sammelbände  http://www.vs-verlag.de/Autor/a_20649/Selke.html  empfohlen.

scharf-links.de vom 29.01.12
 

 

Eivisskat

  • Gast
Re:Die Tafeln
« Antwort #118 am: 20:11:38 Sa. 14.April 2012 »
Zitat
Mit einer „hartzbitteren" Tafel-Schokolade aus fair gehandelter Schokolade machen die Trierer Sozialfüchse auf die strukturelle Ausnutzung der Armut durch Lebensmitteldiscounter und Politik aufmerksam.

Mit einem „Tafel-Denk-Zettel" präsentieren die Sozialfüchse die Ergebnisse des „Alternativen Sozialreports". Als Füchse sind die Teilnehmer des Projektes den Dingen auf den Grund gegangen, haben hinter die Kulissen geschaut, Missstände und Widersprüche aufgedeckt.

Sie wollen Arme nicht mit Almosen abspeisen. Sie wollen Gerechtigkeit statt purer Barmherzigkeit! (Quelle: KAB- „Impuls“ 2/2012 – Magazin der Bewegung für Soziale Gerechtigkeit (darin auch ein Interview mit R. Hickel).

Mehr Kritisches zum Thema auch: www.tafelforum.de


http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-und-tafel-hartzbittere-tafel-schokolade-900679.php


Eivisskat

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Re:Die Tafeln
« Antwort #119 am: 11:07:51 So. 22.April 2012 »
Es sollte auch nicht vergessen werden - bei allem Verständnis für die H4-Bezieher - dass bei den Tafeln auch SEHR viele Rentner & andere Arme essen MÜSSEN, weil auch deren Einkommen nicht reicht, manche sehr arme RentnerInnen häufig noch nicht einmal "aufstockende" Grusi zu ihrer Rente haben.

Zitat
Austrittserklärung Schwalbacher Tafel — Weil mein Gewissen es mir befiehlt

Ein offener Brandbrief an alle Verantwortlichen – mit der (Ohn)Macht des Wortes. Von Herbert Ochs "Armutsnetzwerk"

Sehr geehrte Bundes­kanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, sehr geehrte Familienministerin, Frau Dr. Kristina Schröder, sehr geehrte Arbeitsministerin, Frau Dr. Ursula von der Leyen, sehr geehrter Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Tafel, Herr Gerd Häuser, sehr geehrte Damen und Herren der evangelischen Famili­enbildung Main-​Taunus,

mit diesem Brief erkläre ich meinen offiziellen Aus­tritt aus dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. und somit als aktives Mit­glied der Schwalbacher Tafel in meiner Kommune.

Ich tue dies insbesondere hier mit Fingerzeig auf die Bundesregierung bei gleichzeitiger Information an die Öffentlichkeit, weil ich mit meiner nachfol­genden Begründung das Tafelgeschäft für eine des Menschen unwürdige Ein­richtung halte, und die Tätigkeit darüber hinaus für mich persönlich seelisch nicht verkraftbar ist.

Es ist mit meinem Gewissen nicht länger vereinbar, einen aus wirtschaftspolitisch subversiven Energien erzeugten Mangel zu unterstützen.

Es ist absolut nicht einzusehen, dass die TafelhelferInnen darüber richten (sollen), wem wie viel zusteht. Damit wird die Verantwortung von der Politik einfach an die – zu allem Überdruss – auch noch ehrenamtlich Arbeitenden abgegeben.

Ebenso viel Verantwortung wünscht man sich auch einmal, wenn es um wichtige Entscheidungen für das Land geht (z.B. bundesweiter Volksent­scheid, über die Einführung des Euro oder die Wahl des Bundespräsidenten durch das Volk – sofern dieses Amt überhaupt noch gerechtfertigt ist).

weiter:
http://www.meinpolitikblog.de/austrittserklrung-schwalbacher-tafel-weil-mein-gewissen-es-mir-befiehlt