Autor Thema: Psychodrugs !!!!!!! Ein Angriff auf die Menschenwürde !!!!!  (Gelesen 1836 mal)

scalpell

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 236
  • ERRARE HUMANUM EST Irren ist menschlich
Psychopharmaka – ein Angriff auf die Menschenwürde



Teil 1: Antidepressiva
Der „Enthüllungsjournalist“ Robert Whitaker, Autor des bahnbrechenden Buchs Mad In America (‚Verrückt in Amerika’), betreibt mittlerweile faszinierende Studien darüber, wie Pharmakonzerne die amerikanische Bevölkerung gefährden, indem sie vertuschen, wie ihre in gigantischer Zahl verordneten Psychopharmaka (Antidepressiva und Neuroleptika) Leid, Qualen und Krankheiten in unermesslichem Ausmaß verursacht haben. Die gewaltigen Lügen und Vertuschungen, die das Arzneimittelzulassungsverfahren der FDA (der amerikanischen Arzneimittelbehörde, Anm. d. Übs.) korrumpiert haben, deckt Whitaker ebenso auf wie die zurechtfrisierten Forschungsergebnisse von Medikamentenstudien und das Verschweigen der gefährlichen und manchmal sogar tödlichen Nebenwirkungen von Arzneien wie Prozac (in Deutschland Fluctin, Anm. d. Übs.), Zoloft, Paxil (in Deutschland Seroxat, Anm. d. Übs.) und Zyprexa.

Die Geschichte wird noch beängstigender, wenn man erfährt, mit welch aggressiven Methoden die Pharmakonzerne prominente Kritiker durch Diffamierung in den Medien zum Schweigen bringen und mithilfe von Geld und Macht die Entlassung angesehener Wissenschaftler und bedeutender medizinischer Forscher herbeiführen, die es wagen, darauf hinzuweisen, dass diese Arzneien zu Selbstmord und vorzeitigem Tod führen können. Whitaker beginnt damit, dass er die Wirksamkeit dieser mit aller Macht beworbenen Wundermittel infrage stellt, seien es nun Antidepressiva wie Prozac (Fluctin), Zoloft und Paxil (Seroxat) oder neue Atypische Neuroleptika wie Zyprexa. Seine Studien zeigen, dass diese Medikamente trotz der in allen großen Medien zu vernehmenden Lobeshymnen bei der Behandlung von Psychosen und Depressionen häufig kaum wirksamer sind als Placebos. Schließlich zieht Whitaker die beängstigende Schlussfolgerung, dass diese neuen Psychopharmaka direkt für eine besorgniserregende neue Epidemie arzneimittelinduzierter psychischer Erkrankungen verantwortlich sind. Die gleichen Mittel, die von Ärzten zur Stabilisierung bei psychischen Störungen verschrieben werden, führen zu pathologischen Veränderungen in der Hirnchemie und lösen dadurch Selbstmorde, Manien, Psychosen, epileptische Anfälle, Gewalttätigkeit, Diabetes, Bauchspeicheldrüsenversagen, Veränderungen im Stoffwechsel und vorzeitigen Tod aus.

Whitaker war ursprünglich hoch angesehener Medizinjournalist bei der Albany Times Union und schrieb auch immer wieder für den Boston Globe. 1998 gelangte seine im Boston Globe veröffentlichte Reportagenserie über Recherchen zu Schädigungen durch Psychiatrie in die Endauswahl für den Pulitzer-Preis. Als er seine Untersuchungen auf dem Gebiet der Psychiatrie begann, glaubte er selbst noch an die Mär vom wissenschaftlichen Fortschritt, die die Psychiatrie seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit verbreitete. „Ich war fest von der vorherrschenden Meinung überzeugt“, berichtete Whitaker, „der zufolge Psychopharmaka wirklich Verbesserungen gebracht und eine Revolution in der Behandlung von Schizophrenie“ bewirkt hatten. Früher hatte man diese Menschen für immer weggesperrt. Heute, so dachte ich, gehe es ihnen viel besser, auch wenn natürlich nicht alles perfekt sei. Dennoch war es in meinen Augen ein medizinischer Fortschritt. Dieser medizinische Fortschritt war jedoch eine Lügenmär, wie Whitaker herausfand, als er aus seinen Studien neue Erkenntnisse erlangte über qualvolle psychiatrische Behandlungsmethoden wie Elektroschocks, Lobotomie, Insulinkoma und Neuroleptika.

Der Öffentlichkeit machten die Psychiater weis, solche Verfahren würden Psychosen heilen, indem sie die Hirnchemie ins Gleichgewicht bringen. Was all diesen therapeutischen Methoden in Wirklichkeit jedoch gemein ist, war der Versuch, psychische Erkrankungen durch die gezielte Schädigung höher entwickelter Gehirnfunktionen zu unterdrücken. Hinter verschlossenen Türen bezeichnete das psychiatrische Establishment solche Verfahren sogar selbst als „hirnschädigende Therapien.“ Die erste Generation antipsychotischer Medikamente verursachte durch Blockieren des Hirnbotenstoffs Dopamin und Abschalten vieler höherer Hirnfunktionen eine arzneimittelinduzierte Hirnpathologie. Nach der Markteinführung von Neuroleptika wie Chlorpromazin und Haldol sprachen die Psychiater selbst davon, die Wirkung dieser Medikamente sei praktisch eine Art „chemischer Lobotomie“. In neuerer Zeit verkündeten die Medien die Entwicklung sogenannter Designer-Medikamente wie Prozac (Fluctin), Paxil (Seroxat) und Zyprexa. Diesen wurde nachgesagt, sie seien den alten trizyklischen Antidepressiva und der ersten Neuroleptika-Generation überlegen und hätten auch weniger Nebenwirkungen als jene. Millionen von Amerikanern glaubten an diese Geschichte und füllten die Taschen von Firmen wie Eli Lilly, indem sie Milliarden von Dollars für den Kauf dieser neuen Arzneimittel ausgaben.

Whitakers Forschungen zu tragischen Fällen, in denen Menschen an diesen Medikamenten litten, schwer erkrankten oder vorzeitig verstarben, beweisen, dass Millionen von Verbrauchern durch eine gewaltige Kampagne voller Lügen, Verharmlosungen und gekaufte Arzneimittelstudien irregeführt worden sind. Herausragende Mediziner, die vor den Gefahren dieser neuen Medikamente warnen wollten, sind eingeschüchtert, diffamiert und zum Schweigen gebracht worden. Gleichzeitig wurde die amerikanische Arzneimittelbehörde vom Wachhund zum Schoßhund der multinationalen Pharmakonzerne. Street Spirit befragte Robert Whitaker zu dieser neuen „Epidemie“ psychischer Störungen und dazu, wie die Pharma-Multis mit dem Verkauf von krankmachenden Arzneien Profite scheffeln. Street Spirit: Ihre neuen Nachforschungen zeigen, dass psychische Krankheiten in den Vereinigten Staaten in gewaltigem Maße zunehmen, trotz der scheinbaren Fortschritte durch die neue Generation von Psychopharmaka. Wie kommen Sie darauf, diesen Anstieg als Epidemie zu bezeichnen?

Selbst viele Psychiater sind dieser Meinung wie etwa E. Fuller Torrey, der vor kurzem ein Buch veröffentlichte, in dem er schrieb, in Amerika gebe es eine Epidemie psychischer Erkrankungen. Das Ansteigen der Zahl psychisch kranker Menschen wird aus den Zahlen ersichtlich, die das National Institute of Mental Health (das Nationale Institut für psychische Gesundheit, Anm. d. Übs.) veröffentlicht. Einigen neueren Berichten zufolge sind inzwischen 20 Prozent aller Amerikaner psychisch krank. Ich wollte genauer untersuchen, wie dramatisch dieser Anstieg seelischer Störungen, vor allem schwerer psychischer Erkrankungen, wirklich ist. Zum Teil ist diese Zunahme der Zahl psychisch Kranker auf die Definition zurückzuführen. Heutzutage steckt man einen sehr großen Bereich ab und ordnet alle möglichen Menschen in die Kategorie „psychisch krank“ ein. Kinder z. B., die im Klassenzimmer nicht brav genug sitzen, haben nun ein Aufmerksamkeits- Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS). Genauso schuf man eine neue Störung namens „Soziale Phobie“. Street Spirit: Was man früher also einfach Schüchternheit oder Angst vor Menschen nannte, gilt nun als psychische Störung, die mit einem Antidepressivum wie Paxil (Seroxat) zu behandeln ist.

RW: Ganz genau, und für ADHS braucht man nun ein Stimulantium wie Ritalin. Street Spirit: Dies liefert den Psychiatern neue Patienten. Vergrößert es nicht auch die Zahl der Menschen, denen die Pharmamultis ihre Psychopharmaka verkaufen können? RW: Ganz bestimmt. Ein Teil von dem, was heute zu sehen ist, ist nichts anderes als die Schaffung größerer Absatzmärkte für Medikamente. Je größer der Bereich dessen, was als psychisch krank gilt, abgesteckt wird, desto mehr Patienten hat die Psychiatrie und desto mehr Arzneimittel werden verkauft. Es gibt also einen inhärenten wirtschaftlichen Anreiz, psychische Krankheit so weit gefasst wie möglich zu definieren und ganz gewöhnliche, mit Leid verbundene Gefühle und Verhaltensweisen, die manche Menschen vielleicht lästig finden, als psychische Störung einzustufen. Street Spirit: Ihre Studien zeigen aber auch, dass es einen realen Anstieg bei der Zahl von Menschen mit schweren psychischen Störungen gibt. Stimmt es, dass Sie glauben, ein großer Teil dieses Anstiegs sei durch die übermäßige Einnahme von Psychopharmaka der neuen Generation verursacht?

RW: Ja, genau. Ich betrachtete die Zahl der Betroffenen, die als psychisch schwer behindert gelten – Menschen, die aufgrund psychischer Erkrankungen erwerbsunfähig oder in ihrem täglichen Leben irgendwie eingeschränkt sind. Ich wollte nun den als psychisch krank und behindert geltenden Prozentsatz der Bevölkerung im Verlauf der Geschichte ermitteln und auswerten. 1903 war etwa einer von 500 Amerikanern wegen einer psychischen Störung im Krankenhaus. Als 1955 die ersten modernen Psychopharmaka auf den Markt gekommen waren, war einer von 300 Bürgern aus psychischen Gründen erwerbsunfähig. Ab 1987 kam dann die zweite, die moderne Generation von Psychopharmaka auf den Markt. Zwischen 1955 und 1987, also zur Zeit der ersten Psychopharmaka-Generation, als man Mittel einsetzte wie Chlorpromazin, Haldol und trizyklische Antidepressiva, vervierfachte sich die Zahl erwerbsunfähiger seelisch Kranker, bis am Ende etwa einer von 75 Amerikanern aus psychischen Gründen arbeitsunfähig war. Zwischen 1955 und 1987 gab es zudem eine Veränderung in der Art und Weise, wie man psychisch Kranke behandelte. 1955 kamen sie in die Psychiatrie. In den dreißig Jahren danach fanden dann gesellschaftliche Veränderungen statt. Heute werden solche Menschen ambulant versorgt oder kommen in Asyle und Pflegeheime und erhalten Erwerbsunfähigkeitsrente oder Sozialhilfe.

1987 kam die angeblich bessere zweite Generation von Psychopharmaka auf den Markt, erst mit Medikamenten wie Prozac (Fluctin) und den anderen Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme- Hemmern (SSRI) und dann mit den neuen Atypischen Neuroleptika wie Zyprexa (Olanzapin), Clozapin (Leponex) und Risperdal. Was ist nun seit 1987 geschehen? Nun, die Erwerbsunfähigkeitsquote ist weiter gestiegen und betrifft heute jeden 50. Amerikaner. Denken Sie einmal darüber nach: Jeder fünfzigste Amerikaner ist heute wegen einer psychischen Erkrankung erwerbsunfähig, und die Rate steigt weiter. Seit 1987 nimmt die Zahl der arbeitsunfähigen psychisch Kranken in den Vereinigten Staaten jedes Jahr um 150.000 Menschen zu. Das heißt, dass in den vergangenen siebzehn Jahren jeden Tag weitere 410 Menschen wegen einer seelischen Störung als erwerbsunfähig eingestuft wurden. Street Spirit: Dann liegt die Frage nahe: Wenn die Psychiatrie jetzt über sogenannte Wundermittel wir Prozac, Zoloft und Zyprexa verfügt, wieso steigt dann die Zahl psychischer Erkrankungen so dramatisch an?

RW: Genau darum geht es. Dies ist eine wissenschaftliche Fragestellung. Wir haben eine Patientenversorgung, bei der diese Medikamente immer häufiger eingesetzt werden, wir haben angeblich viel bessere Arzneien als früher, die die Grundlage der psychiatrischen Therapie sind. Also sollte man erwarten, dass der Anteil der erwerbsunfähigen Menschen sinkt. Stattdessen ist die Zahl der aus psychischen Gründen Erwerbsunfähigen in den Vereinigten Staaten seit 1987 von 3,3 Millionen auf 5,7 Millionen gestiegen. Im gleichen Zeitraum haben die Ausgaben für Psychopharmaka in gewaltigem Maße zugenommen. 1986 wurden etwa 500 Millionen Dollar für Antidepressiva und Neuroleptika ausgegeben, 2004 waren es fast 20 Milliarden. Da stellt sich also zwangsläufig die Frage: Beeinflusst der Einsatz dieser Medikamente in irgendeiner Weise den Anstieg der Zahl psychisch bedingter Fälle von Erwerbsunfähigkeit? Betrachtet man die Ergebnisse der Untersuchungen, so findet man bei all diesen Medikamenten ein eindeutiges Muster von Befunden – bei den Neuroleptika, den Antidepressiva, den Anxiolytika (Tranquilizern) und den Stimulantien wie Ritalin zur Behandlung von ADHS. All diese Arzneien dämpfen für einen kurzen Zeitraum, vielleicht sechs Wochen, ein Zielsymptom ein klein wenig wirksamer als ein Placebo. Ein Antidepressivum lindert also die depressiven Symptome für kurze Zeit besser als ein Placebo. Langfristig gesehen jedoch verschlimmert jede dieser Psychopharmaka-Kategorien im Vergleich zu Placebos Zielsymptome wie Depressionen, Psychosen und Angstzustände. Die Folge sind eine Chronifizierung und Verschlimmerung der Zielsymptome. Bei einem großen Prozentsatz der Patienten werden sogar neue und schwerere psychiatrische Symptome durch die Medikamente selbst hervorgerufen. Street Spirit: ...neue psychiatrische Symptome hervorgerufen durch die gleichen Medikamente, die den Betroffenen helfen sollen, gesund zu werden?

RW: Ganz genau. Am offensichtlichsten ist dies bei den Antidepressiva. Ein bestimmter Prozentsatz von Patienten, die wegen irgendeiner Form von Depression mit Serotonin-Wiederaufnahme- Hemmern behandelt werden, bekommt eine Manie oder eine Psychose – hervorgerufen durch das Medikament. Dies ist weithin bekannt. Behandelte man anfänglich eine Depression, behandelt man nun manische oder psychotische Symptome. Was geschieht dann, wenn jemand eine Arzneimittel- induzierte manische Episode hat? Er landet in der Notaufnahme und erhält eine neue Diagnose. Nun ist derjenige bipolar und bekommt zu dem Antidepressivum noch ein Neuroleptikum dazu. Spätestens diesem Punkt hat der soziale Abstieg zur chronischen Erwerbsunfähigkeit begonnen. Street Spirit: Die moderne Psychiatrie behauptet, diese Psychopharmaka korrigierten eine pathologische Hirnchemie. Gibt es irgendwelche Belege für die Behauptung, eine gestörte Hirnchemie sei für Psychosen und Depressionen verantwortlich?

RW: Genau das ist die entscheidende Frage, die es zu klären gilt. Die Antwort darauf lüftet das Geheimnis um die gefährlichen Langzeitfolgen dieser Medikamente. Beginnen wir bei der Schizophrenie. Der psychiatrischen Hypothese zufolge wirken diese Arzneien, indem sie ein Ungleichgewicht des Hirnbotenstoffs Dopamin korrigieren. Die Theorie besagte, Schizophrene hätten eine überaktives Dopamin-System, und diese Medikamente korrigierten das chemische Ungleichgewicht, indem sie das Dopamin im Gehirn blockieren. So entstand die Metapher, Neuroleptika seien wie Insulin bei Diabetes, sie korrigierten eine Anomalie. Bei Depressionen wiederum hieß es, Depressive hätten einen zu niedrigen Serotonin-Spiegel, und die Medikamente brächten die Hirnchemie wieder ins Gleichgewicht, indem sie das Serotonin im Gehirn vermehrten. Bei diesen Theorien handelte es sich jedoch keinesfalls um Schlussfolgerungen aus Forschungsbefunden darüber, was mit den Betroffenen tatsächlich geschah. Vielmehr hatte man herausgefunden, dass Neuroleptika das Dopamin blockieren, und daraus zog man dann den Schluss, die Patienten hätten ein überaktives Dopamin-System. Man hatte entdeckt, dass Antidepressiva den Serotonin-Spiegel anheben, und stellte nun die Theorie auf, Depressive müssten logischerweise zu wenig Serotonin im Gehirn haben. Es gibt jedoch eine Tatsache, die jeder Amerikaner kennen und die die Psychiatrie endlich eingestehen sollte: Man hat bis heute nichts gefunden, was bestätigt, dass Schizophrene ein überaktives Dopamin- und Depressive ein zu wenig aktives Serotonin-System hätten. Man hat bis heute keine eindeutigen Beweise, dass diese Erkrankungen in irgendeinem Zusammenhang mit einem chemischen Ungleichgewicht im Gehirn stehen. Die Behauptung, bei psychisch Kranken bestehe erwiesenermaßen ein chemisches Ungleichgewicht ist eine Lüge. Man weiß das überhaupt nicht. Man sagt das, um den Absatz dieser Medikamente zu steigern und rechtfertigt es mit einem biologischen Erklärungsmodell für psychische Krankheiten. Der entscheidende Punkt ist also folgender: Man weiß in der Tat, dass diese Medikamente die Funktion der chemischen Botenstoffe im Gehirn beeinflussen. Menschen, denen eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde, haben keine nachweisbare Störung ihrer Hirnbotenstoffsysteme, doch diese Arzneien stören die normale Funktion der Hirnbotenstoffe. Street Spirit: Statt also ein chemisches Ungleichgewicht zu korrigieren, stören diese in großer Zahl verschriebenen Medikamente selbst die Hirnchemie und führen eine Krankheit herbei?

RW: Ganz genau. Stephen Hyman, ein sehr bekannter Neurowissenschaftler und früherer Direktor des National Institute of Mental Health (Nationales Institut für seelische Gesundheit), veröffentlichte 1996 ein Papier, in dem er schilderte, wie Psychopharmaka das Gehirn beeinflussen. All diese Medikamente, schrieb er, verursachen Störungen in der Funktion der Hirnbotenstoffe. Ihm zufolge reagiert das Gehirn auf die chemische Manipulation von außen, indem es seine normalen Funktionen verändert und sich an die Psychopharmakawirkung anpasst. Anders gesagt, das Gehirn passt sich an die Blockade der normalen Dopamin-Funktionen durch die Neuroleptika an. Im Falle der Antidepressiva wiederum versucht das Gehirn, die Blockade der normalen Serotonin-Wiederaufnahme auszugleichen. Es tut dies, indem es sich in umgekehrter Richtung verändert. Blockiert man also das Dopamin, versucht das Gehirn, den Dopamin-Spiegel wieder zu erhöhen und vermehrt dabei die Zahl der Dopamin-Rezeptoren. Dies bedeutet, dass jemand, der mit einem Neuroleptikum behandelt wird, schließlich eine anormal große Zahl von Dopamin-Rezeptoren im Gehirn hat. Gibt man jemandem ein Antidepressivum, das den Serotonin-Spiegel künstlich erhöht, reagiert das Gehirn wiederum entgegengesetzt. Es verringert den Serotonin-Ausstoß und vermindert die Zahl der Serotonin-Rezeptoren. Wer ein Antidepressivum einnimmt, hat am Ende also eine anormal niedrige Zahl von Serotonin-Rezeptoren im Gehirn. Aus all dem zog Hyman den folgenden Schluss: Nach diesen Veränderungen funktioniere das Gehirn des Patienten in einer Weise, die sich „qualitativ wie quantitativ“ von seinem Normalzustand unterscheide. Stephen Hyman, der frühere Leiter unserer Behörde für seelische Gesundheit, zeigte also, wie diese Arzneimittel einen krankhaften Zustand im Gehirn herbeiführen. Street Spirit: Das Paradoxe ist also: Es gibt keinen Beweis für die Behauptung der modernen Psychiatrie, seelische Krankheiten würden durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn verursacht, doch wenn man Betroffene mit diesen neuen Wundermitteln behandelt, entsteht ein solches krankhaftes Ungleichgewicht?

RW: Ja, diese Medikamente stören die normale Hirnchemie. Das ist das wirklich Paradoxe daran. Die wahre Tragödie ist die, dass beim Einsatz dieser Medikamente genau das Gegenteil von einem Ausgleich der Hirnchemie geschieht. Man nimmt ein Gehirn, das keine anormale Hirnchemie hat, und stört diese normal funktionierende Chemie mit Psychopharmaka. Was mit jemandem geschieht, der ein SSRI-Antidepressivum einnimmt, beschreibt Barry Jacobs, ein Neurowissenschaftler aus Princeton, wie folgt: Diese Medikamente veränderten die Übertragungsrate an den Synapsen über den unter normalen biologischen Bedingungen bestehenden physiologischen Rahmen hinaus. Die dadurch erzielten Veränderungen im Organismus und im Verhalten seien deshalb eher als krankhaft zu betrachten als eine Reaktion im Rahmen der normalen biologischen Funktion des Serotonins. Street Spirit: Eines der SSRI-Antidepressiva, das weithin als Wundermittel gilt, ist Prozac (Fluctin). Ihre Studien haben jedoch gezeigt, dass die Arzneimittelbehörde FDA für Prozac mehr Meldungen zu Nebenwirkungen erhielt, als für jedes andere Medikament. Über welche Nebenwirkungen wurde da berichtet?

RW: Zuerst muss man einmal darauf hinweisen, dass die Wirksamkeit von Prozac und allen späteren SSRIs immer recht gering war. In allen klinischen Studien ging es etwa 41 Prozent aller Patienten mit SSRI-Antidepressiva besser, im Vergleich zu 31 Prozent bei Placebos. Verwendet man in solchen Studien jedoch ein aktives Placebo – d. h., ein Placebo, das physiologische Veränderungen ohne irgendeinen Nutzen hervorbringt, also nur sog. Nebenwirkungen, wie etwa Mundtrockenheit –, dann gibt es praktisch keinen Unterschied mehr in der Wirksamkeit von SSRI-Antidepressiva und (aktiven) Placebos. Street Spirit: War es nicht so, dass Prozac in den ersten Erprobungsstudien so wenig Wirksamkeit zeigte, dass man die Testergebnisse manipulieren musste, um die Marktzulassung durch die FDA zu erhalten?

 RW: Die Geschichte von Prozac ist faszinierend. Von Anfang an stellte man im Vergleich zu Placebos nur eine ganz gering erhöhte Wirksamkeit fest. Gleichzeitig bemerkte man jedoch, dass die Selbstmordneigung unter Prozac höher war, als unter Placebos. Anders gesagt, das Mittel machte Menschen, die noch nie an Selbstmord gedacht hatten, unruhig, aufgeregt und suizidal. Genauso gab es manische Reaktionen bei Menschen, die noch nie eine Manie gehabt hatten, und psychotische Episoden bei Menschen, die noch nie psychotisch gewesen waren. Man bemerkte also diese problematischen Nebenwirkungen, während man gleichzeitig bei der Behandlung von Depressionen eine im Vergleich zu Placebos nur bescheiden verbesserte Wirksamkeit feststellte. Was also Eli Lilly, der Hersteller von Prozac, im Wesentlichen tun musste, war, psychotische und manische Nebenwirkungen zu vertuschen, um so die FDA-Zulassung zu erhalten. Ein FDA- Mitarbeiter bemerkte sogar warnend, Prozac scheine doch recht gefährlich zu sein. Dennoch wurde dieses Mittel schließlich zugelassen. Es scheint so, als komme dies erst jetzt alles ans Tageslicht. „Oh, Prozac kann Menschen zum Selbstmord treiben, alle diese neuen SSRIs können das Selbstmordrisiko erhöhen!“ Dies ist jedoch überhaupt nichts Neues. Die entsprechenden Daten lagen seit der allerersten Studie vor. Auch in Deutschland z. B. gab es Stimmen, die Prozac für gefährlich hielten. Street Spirit: Schon Ende der 80er Jahre wusste man das?

RW: Noch früher sogar – Anfang der 80er Jahre, noch bevor Prozac die Zulassung erhielt. Wie gesagt, was Eli Lilly im wesentlichen tat, war, das Manie- und Psychose-Risiko ebenso zu vertuschen wie die Tatsache, dass manche Menschen von Prozac so nervös und unruhig wurden, dass sie an Selbstmord dachten. Nur dadurch erhielt man die Zulassung. Es gab verschiedene Wege, diese Risiken zu vertuschen. Zum einen entfernte man einfach Meldungen über psychotische Reaktionen aus den Daten der Studien. Zum anderen wurden die Testbefunde zum Teil umbenannt. Zeigte jemand z. B. eine manische oder psychotische Reaktion, so wurde diese nicht als solche vermerkt, sondern man hielt es als Rückfall in die Depression oder so ähnlich fest. Von Anfang an bestand die Notwendigkeit, diese Nebenwirkungen zu vertuschen, und genau das hat Eli Lilly getan. 1987 kam Prozac schließlich mit einer unglaublichen Werbekampagne auf den Markt. Das neue Medikament fand sich z. B. auf der Titelseite als „Pille des Jahres“ in so mancher Zeitschrift wieder, [lacht]. Das neue Mittel sei so viel sicherer und nebenwirkungsärmer, ein wahres Wundermittel. Es gab Ärzte, die sagten: „Das wirkliche Problem bei diesem Mittel ist, dass wir damit die Fähigkeit haben, jede gewünschte Persönlichkeit zu erzeugen. Dieses Medikament gibt einem die Möglichkeit, rund um die Uhr glücklich zu sein. Man muss nur seine Pille schlucken!“  Das war völliger Blödsinn. Bei der Linderung depressiver Symptome waren diese Medikamente, kurzfristig gesehen, kaum wirksamer als Placebos. Man hatte alle die Nebenwirkungen, und dennoch wurde für diese Mittel geworben, indem man sagte: „Oh, die Psychiatrie hat eine solche Macht, dass sie jeden gewünschten Gemütszustand herstellen kann – eine Designer- Persönlichkeit!“ Das war geradezu schamlos. Die Realität sah so aus: Über welches Medikament in Amerika gingen nach seiner Marktzulassung die meisten Meldungen über Nebenwirkungen ein? Prozac! Street Spirit: In welchem Ausmaß wurden Nebenwirkungen nach der Markteinführung von Prozac gemeldet?

RW: Hier in Amerika gibt es Medwatch, ein Meldesystem, das unerwünschte Nebenwirkungen von Psychopharmaka an die FDA weiterleitet. Die FDA hält solche Meldungen übrigens geheim. Statt sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit jeder die Risiken eines Medikaments kennt, macht die FDA es einem sehr schwer, an diese Berichte zu gelangen. Innerhalb eines Jahrzehnts kam es bei Prozac zu 39.000 Hinweisen auf Nebenwirkungen, die bei Medwatch eingingen. Man nimmt jedoch an, dass nur etwa 1 Prozent aller tatsächlich aufgetretenen Fälle von Nebenwirkungen überhaupt an Medwatch gelangen. Bei 39.000 derartigen Meldungen an Medwatch muss man also davon ausgehen, dass die Zahl der Menschen, die auf Prozac mit unerwünschten Nebenwirkungen reagieren, etwa hundertmal größer ist. Das ergibt, grob gesagt, vier Millionen Menschen. Prozac ist so das Medikament, über das in Amerika mit Abstand die meisten Meldungen über Nebenwirkungen vorliegen. Schon in den ersten beiden Jahren nach seiner Markteinführung gab es mehr derartige Berichte über Prozac als über das meistverwendete trizyklische Antidepressivum in 20 Jahren. Vergessen Sie nicht: Prozac wird der amerikanischen Öffentlichkeit als wunderbar sicheres Medikament angepriesen – und worüber klagen die, die es einnehmen? Manien, psychotische Depressionen, Nervosität, Ängstlichkeit, Unruhe, Aggressivität, Halluzinationen, Gedächtnisausfälle, Tremor, Impotenz, epileptische Anfälle, Schlafstörungen, Übelkeit, Selbstmordneigungen – eine gewaltige Bandbreite ernster Symptome. Das gilt nicht nur für Prozac. Als um 1994 andere SSRIs auf den Markt kamen, wie Zoloft und Paxil (Seroxat), waren unter den 20 Medikamenten, zu denen die meisten Meldungen über Nebenwirkungen bei Medwatch eingingen, vier SSRI-Antidepressiva. Anders ausgedrückt, jedes dieser auf den Markt gekommenen Medikamente löste die gleiche Bandbreite unerwünschter Nebenwirkungen aus. Wir sprechen hier nicht von harmlosen Beschwerden. Manien, Halluzinationen und psychotische Depressionen sind schwerwiegende Erkrankungen. Der FDA war dies alles durchaus bewusst. Die Behörde hatte eine Flut von Meldungen über Nebenwirkungen erhalten, doch wurden diese länger geheim gehalten als bei jedem anderen Medikament. Es dauerte ein Jahrzehnt, bis die FDA erstmals zugab, dass diese Arzneien bei manchen Menschen eine Neigung zu Selbstmord und gewalttätigen Handlungen hervorrufen. Dies zeigt, wie die FDA die amerikanische Öffentlichkeit belogen hat. Statt ihrer Verantwortung nachzukommen, die Bürger vor den Gefahren von Medikamenten zu schützen, vertuschte die FDA die Risiken der neuen Antidepressiva. Street Spirit: Was denken Sie angesichts dieses Versagens bei der Warnung der Öffentlichkeit vor Prozac über das fahrlässige Verhalten der FDA bezgl. des kürzlich bekannt gewordenen Problems einer erhöhten Suizidneigung von Kindern, die Antidepressiva wie Paxil (Seroxat) erhielten? Waren die englischen Gesundheitsbehörden nicht weitaus schneller als ihr amerikanisches Gegenstück, die FDA, als es darum ging, vor der erhöhten Neigung zu Selbstmordversuchen bei mit Antidepressiva behandelten Jugendlichen zu warnen?

RW: Ja. Die Geschichte dieser Kinder ist unglaublich tragisch. Es ist eine wirklich schmutzige Geschichte. Betrachten wir einmal, wie es dazu gekommen ist, dass Kinder mit Antidepressiva behandelt werden: 1987 kam Prozac auf den Markt. Anfang der 90er Jahre sagten die Hersteller von SSRI-Antidepressiva: “Wie lässt sich der Markt für diese Pharmaka erweitern?” Dies ist schließlich das, was Pharmaunternehmen tun – sie wollen eine immer größere Zahl von Kunden. Also entdeckte man in Kindern einen noch unerschlossenen Absatzmarkt und begann, diese Medikamente auch für Kinder zu empfehlen. Man hatte Erfolg damit. Seit 1990 hat sich die Zahl der Kinder, die mit Antidepressiva behandelt werden, versiebenfacht. In allen an Kindern durchgeführten Studien über Antidepressiva hatte man jedoch festgestellt, dass diese Mittel bei der Behandlung des Zielsymptoms Depression nicht wirksamer sind als Placebos. Bei Antidepressiva-Tests an Kindern wurde immer wieder der gleiche Befund erzielt. Das bedeutet, dass es keine vernünftigen therapeutischen Gründe gibt, Kinder mit Medikamenten zu behandeln, die die Zielsymptome nicht besser lindern als Placebos, aber alle möglichen unerwünschten Nebenwirkungen nach sich ziehen. In einer Testreihe z. B. litten 75 Prozent der mit Antidepressiva behandelten Jugendlichen an irgendeiner unerwünschten Nebenwirkung. In einer Studie der Universität Pittsburgh entwickelten 23 Prozent der SSRI- behandelten Kinder eine Manie oder manie- ähnliche Symptome, bei weiteren 10 Prozent kam es zu arzneimittelinduziertem aggressivem Verhalten. Diese klinischen Befunde besagten also ganz eindeutig, dass diese Medikamente Kindern mit Depressionen nicht helfen, dass sie aber zu allen möglichen schweren Problemen führen – Manien, Aggressivität, Psychosen und sogar Selbstmord. Man hätte diese Mittel bei Kindern also nie einsetzen dürfen, nicht wahr? Stattdessen wurde dies alles vertuscht. Street Spirit: Wie wurde es vertuscht?

 RW: Es gab Psychiater – einige von ihnen hatten offenbar Geld von den Pharmafirmen erhalten –, die behaupteten, Kinder seien psychiatrisch unterversorgt und darum häufig selbstmordgefährdet. Man könne diese Kinder nicht ohne Medikamente lassen, es führe zu einer Tragödie, wenn man die neuen Antidepressiva hier nicht einsetze. Schließlich begann ein bekannter englischer Forscher, David Healy, mit eigenen Studien zu der Frage, ob diese Medikamente die Selbstmordneigung verstärken können. Es gelang ihm, Zugang zu bekommen zu einem Teil der Testbefunde, und er reagierte. Er tat dies erst in England, wo er die Daten den Gesundheitsbehörden vorlegte. Die Verantwortlichen sahen, dass diese Medikamente das Selbstmordrisiko offenbar erhöhten und bei der Behandlung des Zielsymptoms Depression nicht wirklich von Nutzen waren. Folglich begann man in England, die Ärzte vor einer Verschreibung dieser Arzneimittel an Jugendliche zu warnen. Was geschah nun in den Vereinigten Staaten? Erst, nachdem eine Menge Druck auf die FDA ausgeübt worden war, hielt die Behörde eine Anhörung ab. Die FDA spielte die Risiken dieser Medikamente herunter und zögerte sogar, Verpackungen und Beipackzettel mit einer entsprechenden Warnung zu versehen. Warum? Ist das Leben amerikanischer Kinder nicht schützenswert? Sollte man vor Medikamenten, bei denen eine Erhöhung des Selbstmordrisikos wissenschaftlich nachgewiesen wurde, nicht wenigstens warnen? Die FDA beharrte jedoch auf ihrem Standpunkt, diese Arzneien mit einer entsprechenden Warnung zu versehen, sei nicht nötig. Street Spirit: Wie kommt es, dass diese Antidepressiva noch immer als Wundermittel gegen Depressionen gelten, wenn über kein Medikament so viele Nebenwirkungen vermeldet wurden, wie über Prozac, und wenn Paxil die Selbstmordneigung bei Jugendlichen nachgewiesenermaßen erhöht? Und wieso hat die FDA die Öffentlichkeit vor Paxil und Prozac so lange nicht gewarnt?

RW: Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Die Finanzierung der FDA wurde in den 90er Jahren geändert. Durch ein neues Gesetz, Prescription Drug User Fee Act, übertrug man die Finanzierung der FDA zum großen Teil der Pharmaindustrie. Dies sieht im Wesentlichen so aus, dass eine Pharmafirma, die die Zulassung eines Medikaments beantragt, eine Gebühr bezahlen muss. Aus dieser Gebühr werden Arzneimittelzulassungsverfahren der FDA zum großen Teil finanziert. Von heute auf morgen also kamen die FDA-Geldmittel von der Pharmaindustrie und nicht mehr von den Bürgern. Als dann eine Neufassung des Gesetzes anstand, sagte die Pharmalobby, Aufgabe der FDA solle es künftig sein, Medikamente nicht mehr, wie bisher, kritisch zu überprüfen, sondern sie möglichst schnell zuzulassen. Dies haben wir der Politik von Newt Gingrich zu verdanken (von 1995 bis 1999 Sprecher des Repräsentantenhauses. Mit ihm wird die "Republican Revolution" verknüpft, die in der Wahl zum Kongress 1994 erstmals seit Jahrzehnten zu einer republikanischen Mehrheit geführt hat. Anm. d. Übs., übernommen von Wikipedia). Euer Job ist es jetzt, Medikamente zu vermarkten, also arbeitet mit der Pharmaindustrie zusammen und erleichtert die Entwicklung neuer Arzneimittel. Die Idee von der FDA als einer Aufsichtsbehörde ging verloren. Darüber hinaus wechselten viele FDA-Mitarbeiter zu Pharmafirmen über. Die FDA wird gern ironisch als Trittbrett zur Karriere in der Pharmaindustrie bezeichnet. Man geht zur FDA und arbeitet eine Weile dort, bis man schließlich ein Jobangebot eines Pharmaunternehmens erhält. Wenn dies der normale Gang der Dinge ist, dann wird ein FDA-Mitarbeiter, der dabei ist, Kontakte für seine weitere Karriere zu knüpfen, die Pharmakonzerne wohl eher mit Samthandschuhen anfassen. Dies alles geschah in den 90er Jahren. Die FDA erhielt einen neuen Marschbefehl, und der lautete: „Vereinfacht die Marktzulassung von Medikamenten und seid nicht zu kritisch. Wenn ihr eure Geldmittel, die jetzt von der Pharmaindustrie kommen, nicht verlieren wollt, dann haltet euch an diese Vorgabe.“ Street Spirit: Die Pharmakonzerne besitzen also die enorme Macht, die Befunde von Arzneimittelstudien zu frisieren und sich die beteiligten Wissenschaftler und sogar die FDA gefügig zu machen?

RW: Der Handlungsspielraum der FDA wurde Anfang der 90er Jahre drastisch eingeschränkt, und das Ergebnis sehen wir bei den Psychopharmaka. Die FDA wurde vom Wachhund zum Schoßhund der Pharmaindustrie. Dies ist der amerikanischen Öffentlichkeit erst heute bewusst geworden. Jetzt veröffentlicht Marcia Angell, die frühere Chefredakteurin des New England Journal of Medicine, ein Buch, in dem sie die FDA als Schoßhund der Pharmaindustrie bezeichnet. Als ehemalige Chefredakteurin der bedeutendsten medizinischen Fachzeitschrift Amerikas ist Marcia Angell eine wichtige Persönlichkeit in der amerikanischen Medizin – und sie kam zu dem Schluss, die FDA habe die Öffentlichkeit getäuscht. Wegen ihrer Kritik an der Pharmaindustrie hat sie schließlich ihren Job beim New England Journal of Medicine verloren. Ende der 90er Jahre war sie Chefredakteurin dieser Zeitschrift und arbeitete mit einem Arzt namens Thomas Bodenheimer zusammen. Dieser hatte beschlossen, in einem Artikel darauf hinzuweisen, dass man sich wegen der zurechtredigierten Befunde medizinischer Studien nicht einmal mehr auf medizinische Fachzeitschriften verlassen könne. Die beiden stellten also Nachforschungen darüber an, wie die Pharmaunternehmen die Forschung finanzieren und die Befunde in ihrem Sinne für die Öffentlichkeit bearbeiten. Sie wiesen darauf hin, dass man aus diesem Grunde nicht einmal mehr dem vertrauen kann, was in wissenschaftlichen Zeitschriften zu lesen ist und berichteten, dass es ihnen auf der Suche nach einem Fachmann für die Auswertung wissenschaftlicher Veröffentlichungen über Antidepressiva nicht gelungen war, jemanden zu finden, der kein Geld von der Pharmaindustrie erhielt. Das New England Journal of Medicine wiederum wird von der Massachusetts Medical Society herausgegeben, die noch eine Reihe weiterer Zeitschriften in ihrem Programm hat und sich zum großen Teil durch pharmazeutische Werbung finanziert. Was geschah nun, als der Artikel von Thomas Bodenheimer und Marcia Angell über den beklagenswerten Zustand der amerikanischen Medizin erschienen war? Beide verloren ihren Job! Sie wurde gefeuert, und Thomas Bodenheimer ebenso. Denken Sie einmal darüber nach: Die führende medizinische Fachzeitschrift des Landes entlässt Mitarbeiter, weil sie es gewagt haben, die unlauteren Praktiken in der amerikanischen Medizin zu kritisieren, die die wissenschaftliche Literatur vergiften. Wir haben so eine Arzneimittelzulassungsbehörde, die das Schoßhündchen spielt und eine medizinische Fachliteratur, der man nicht trauen kann. Dies alles zeigt, dass die amerikanische Öffentlichkeit belogen wurde, nichts über die Probleme mit diesen Medikamenten erfuhr und nichts darüber, warum diese Probleme geheim gehalten wurden. Dies hat mit Geld zu tun, mit Prestige und mit Beziehungen zu beiderseitigem Nutzen. Street Spirit: Es geht auch darum; Kritiker mundtot zu machen. Eli Lilly benutzt die Medien, um die Vorteile von Prozac anzupreisen, lockt Ärzte mit allerlei Zuwendungen auf Konferenzen, wo über die Vorzüge des Medikaments berichtet wird, und kauft ganz einfach die Forscher. Setzt die Pharmaindustrie ihr Geld und ihre Macht nicht auch dazu ein, Kritiker zum Schweigen zu bringen?

RW: Ein Beispiel dafür ist Dr. Joseph Glenmullen, ein Psychiater, der auch für die Harvard University tätig ist und der unter dem Titel Prozac Backlash („Der Prozac-Rückschlag“) ein Buch veröffentlicht hat, in dem er vor den Gefahren von Prozac warnt. Er hatte herausgefunden, dass dieses Medikament in viel zu oft verschrieben werde und schwere Nebenwirkungen habe. Er warf sogar Fragen nach Gedächtnisstörungen und anderen kognitiven Problemen bei langfristiger Einnahme dieser Arzneien auf. Prompt versuchte Eli Lilly, ihn mit einer öffentlichen Kampagne zu diffamieren. Man schickte Hinweise an die Medien, in denen seine Zugehörigkeit zur Harvard Medical School (die angesehenste medizinische Fakultät der USA. Anm. d. Übs.) infrage gestellt wurde usf. Es ging nur darum, einen Kritiker mundtot zu machen. Singt man das Lied der Pharmaindustrie, bekommt man eine Menge Geld, um durch die Welt zu jetten und überall Vorträge über die Wunderwirkungen bestimmter Medikamente zu halten. Und die, die sich diese Vorträge anhören, ohne kritische Fragen zu stellen, erhalten für ihre Teilnahme an der Informationsveranstaltung ein Gala-Diner und vielleicht auch ein Honorar. Wenn man absahnen will, so ist dies kein Problem. Man preist die Wunderwirkungen des Medikaments in den höchsten Tönen, verschweigt die scheußlichen Nebenwirkungen und bekommt dann ein schönes Honorar als Gastredner und Experte auf dem Gebiet. Gehört man jedoch zu denen, die fragen: „Und was ist mit den Manien und den Psychosen?“ – dann bringen sie dich zum Schweigen. David Healy ist das beste Beispiel dafür. Als Wissenschaftler war er in England hoch angesehen. Er hatte mehrere Bücher zur Geschichte der Psychopharmakologie veröffentlicht und war so etwas wie der ehemalige Vorsitzende der Psychopharmakologischen Vereinigung. Schließlich bot ihm die Universität Toronto die Stelle des Leiters der dortigen psychiatrischen Abteilung an, eine Aufgabe, die er gerne übernommen hätte. Also flog er nach Toronto und hielt einen Vortrag über die erhöhte Selbstmordgefahr unter Prozac und anderen SSRI- Antidepressiva. Als er nach Hause zurückkehrte, hatte die Universität Toronto ihr Angebot zurückgezogen. Fließen Gelder von Eli Lilly an die Universität Toronto? Aber natürlich. Die Antwort auf Ihre Frage ist also: Ja, Eli Lilly macht Andersdenkende mundtot. Street Spirit: Was verbirgt sich hinter der Geschichte von der heimlichen Einigung zwischen Eli Lilly und den Überlebenden, die die Pharmafirma verklagt hatten, nachdem Joseph Wesbecker unter dem Einfluss von Prozac 20 ihrer Kollegen erschossen hatte?

RW: Im Verlauf des Verfahrens gegen Eli Lilly wollte der Richter Beweismaterial zulassen, das das Fehlverhalten von Eli Lilly in einem anderen Fall bezeugt hätte. Der Richter sagte: „In Ordnung, legen Sie dieses Material vor.“ Und was geschah dann? Die Kläger hatten auf einmal kein Interesse mehr daran, Beweise vorzulegen, die ihre Klage gestützt hätten. Der Richter fragte sich natürlich, warum die Kläger plötzlich ihr bestes Material nicht mehr präsentieren wollten, und er roch den Braten. Es dämmerte ihm, dass Eli Lilly sich heimlich mit den Klägern geeinigt hatte, und dass ein Teil dieser Übereinkunft darin bestand, das Verfahren zur Farce zu machen, damit Eli Lilly von den Vorwürfen freigesprochen würde. Dann hätte Eli Lilly sagen können: „Nun ist bewiesen, dass unser Medikament die Menschen nicht gewalttätig macht!“ Und genau das war geschehen. Eli Lilly hatte gemerkt, dass der Prozess praktisch schon verloren war, und bot den Klägern darum eine Menge Geld an. Die beiden Parteien einigten sich auf diesem Weg, doch ließ man die Kläger das Verfahren fortsetzen. Nun kann Eli Lilly öffentlich verkünden, man habe den Prozess gewonnen und damit sei bewiesen, dass Prozac nicht gefährlich sei Street Spirit: Wie ist das Ganze dann ans Tageslicht gekommen?

RW: Man wüsste bis heute nichts davon, wenn nicht zwei Dinge geschehen wären. Zum einen, ob man es glaubt oder nicht: Der Richter erhob Einspruch gegen die Entscheidung seines eigenen Gerichts. Er sagte: „Da stimmt etwas nicht.“ Er fand heraus, dass es eine heimliche Einigung gegeben hatte und dass das weitere Gerichtsverfahren eine reine Farce gewesen war. Er nannte dies eine der schwersten Verletzungen der Integrität der Justiz, die er je erlebt habe. Zum anderen veröffentlichte der englische Journalist John Cornwell ein Buch mit dem Titel Power to Harm: Mind, Medicine, and Murder on Trial (“Die Macht, zu schädigen: Psyche, Medizin und ein Verfahren wegen Mord”). Er schrieb über diesen Fall, doch hörte man in Amerika kaum etwas über diese geheime Einigung und die ganze Rechtsbeugung, die darauf folgte. Es war ein englischer Journalist, der diese Geschichte aufgedeckt hatte. Was ich damit sagen will, ist Folgendes: Man bringt Menschen wie Marcia Angell zum Schweigen. Man biegt sich die wissenschaftliche Forschung so hin, wie man sie haben will. Man beugt das Recht. Man pervertiert das Arzneimittelzulassungsverfahren der FDA. Überall geht man so vor, und am Ende haben wir eine Gesellschaft, die an diese Psychopharmaka glaubt. Sie haben mich vor einer Weile gefragt, warum die meisten Menschen immer noch von Prozac überzeugt sind. Einer der Gründe ist der, dass die Mär von dem Wundermittel weiterhin aufrechterhalten wird. Sie wird öffentlich weiterverbreitet, weil jede Kritik nach diesem Schema zum Schweigen gebracht wird. Der andere Grund ist der, dass es manchen Menschen unter Prozac wirklich besser geht. Das stimmt einfach, genauso, wie es anderen mit Placebos besser geht. Und solche Berichte hört man dann immer wieder: „Ich nehme Prozac, und jetzt geht es mir gut.“ Es gibt ist diese spezielle Gruppe von Patienten. Ihre Geschichten werden in der Öffentlichkeit verbreitet. Aus diesen Gründen glauben die meisten Menschen, trotz aller gegenteiligen Erkenntnisse, die mittlerweile gewonnen und größtenteils vertuscht wurden, weiterhin an die Mär von den Wundermitteln, die so sicher und nebenwirkungsarm seien.

Teil 2: Antipsychotika
Street Spirit: Lassen Sie uns von Antidepressiva wie Prozac nun übergehen zu einer anderen Gruppe angeblicher Wundermittel – den neuen Antipsychotika. Sie schrieben einmal, dass der Langzeitgebrauch von Antipsychotika – sowohl der alten Neuroleptika wie Thorazin und Haldol als auch der neueren Atypika wie Zyprexa und Risperdal – pathologische Hirnveränderungen erzeuge, die zu einer Verschlimmerung der Symptome von psychischer Krankheit führen können. Welche Veränderungen der Hirnchemie werden von Antipsychotika verursacht, und wie führt das zu dem am meisten beängstigenden Ergebnis, das Sie beschreiben – Verursachung chronischer psychischer Erkrankungen durch diese Mittel selbst?

RW: Dies ist ein Leitfaden, dem man über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren nachgehen kann. Das Problem der Chronifizierung von psychischen Erkrankungen kann man von Zeit zu Zeit immer wieder in der Forschungsliteratur finden. Der biologische Mechanismus wird inzwischen recht gut verstanden. Die Antipsychotika blockieren sehr wirksam 70-90 Prozent der Dopamin-Rezeptoren im Gehirn. Als Antwort darauf erzeugt das Gehirn um die 50 Prozent zusätzliche Dopamin- Rezeptoren. Es versucht, besonders empfindlich zu werden. Im Ergebnis haben Sie so ein Ungleichgewicht des Dopaminsystems im Gehirn. Das ist etwa so, als ob Sie aufs Gaspedal treten – so wirken sich die zusätzlichen Dopamin-Rezeptoren aus - und gleichzeitig auf die Bremse, was der blockenden Wirkung der Medikamente entspricht. Wenn man die Bremse nun loslässt, indem man die Medikamente abrupt absetzt, so hat man ein überaktives Dopaminsystem, man hat zu viele Dopamin-Rezeptoren. Und was passiert? Menschen, die die Medikamente plötzlich absetzen, bekommen ernste Rückfälle. Street Spirit: Stimmt es, dass Menschen, die mit diesen Antipsychotika behandelt wurden, zu einer erheblich höheren Rückfallquote neigen? Haben sie häufiger neue seelische Krisen im Vergleich zu Menschen, die anders und ohne solche Medikamente behandelt wurden?

RW: Ja, unbedingt, und man wusste seit 1979, dass man damit tatsächlich die zugrundeliegende biologische Vulnerabilität für Psychosen vergrößerte. Beiläufig entdeckte man dabei noch, dass man psychotische Symptome auch mit Amphetaminen auslösen kann, wenn man am Dopaminsystem herumpfuscht. Wenn Sie also jemandem genug Amphetamine geben, so steigern Sie sein Psychoserisiko. Das ist allgemein bekannt. Und was machen Amphetamine? Sie setzen Dopamin frei. Es gibt also eine biologische Erklärung dafür, dass das Psychoserisiko ansteigt, wenn man am Dopaminsystem herumpfuscht. Das ist die Quintessenz dessen, was Antipsychotika machen: Sie stören das Dopaminsystem.

Es gibt eine sehr aussagekräftige Studie dazu: Forscher der Universität Pittsburg untersuchten in den 90er Jahren Menschen, denen gerade neu eine Schizophrenie diagnostiziert wurde. Sie begannen damit, dass sie MRI-Bilder der Gehirne dieser Menschen machten. So haben wir ein Bild der Gehirne dieser Menschen zu Beginn der Diagnose. Danach machten sie weitere Aufnahmen in den folgenden 18 Monaten, um zu sehen, wie sich diese Gehirne veränderten. Während dieser Zeit bekamen sie Antipsychotika verschrieben, und was fanden die Forscher heraus? Sie berichten, dass die Medikamente während dieser 18 Monate eine Vergrößerung der basalen Ganglien erzeugten, eine Hirnregion, die mit Dopamin arbeitet. Mit anderen Worten, sie erzeugen eine sichtbare Veränderung der Morphologie, eine Veränderung der Größe einer Hirnregion, die anomal ist. Das ist das eine. Wir haben ein Antipsychotikum, das eine Hirnanomalie verursacht. Jetzt kommt aber der Knüller. Man fand heraus, dass sich während dieser Vergrößerung eine Verschlimmerung der Negativ-Symptome zeigte. Wir haben also ein mit modernster Technologie ermitteltes aussagekräftiges Ergebnis. Durch Fotos vom Gehirn ist dokumentiert, wie ein von außen zugeführtes Agens die normale Chemie ruiniert, eine anomale Vergrößerung der basalen Ganglien verursacht, und diese Vergrößerung wiederum verschlimmert die Symptome, die man zu behandeln glaubte. Nun, das ist genau die Geschichte eines pathologischen Vorgangs, ein äußeres Agens verursacht Anomalie, verursacht Symptome... Street Spirit: Das äußere Agens, das den Krankheitsprozess verstärkt, ist aber doch das angebliche Heilmittel für die Krankheit! Genaugenommen ist doch dann das psychiatrische Medikament das krankmachende Agens.

RW: Genauso ist es. Das ist ein erstaunliches, niederschmetterndes Ergebnis. Es ist die Art von Resultat, bei dem man ausrufen möchte: "Lieber Gott, wir müssen anders an die Sache herangehen.“ Wissen Sie, wofür diese Forscher neue Fördermittel bekamen, nachdem sie dies herausgefunden hatten? Street Spirit: Nein, keine Ahnung. Nun ja, man könnte vielleicht vorschlagen, diese Art Studien auf andere psychiatrische Medikamente auszuweiten.

RW: Sie bekamen Fördermittel, um ein Implantat zu entwickeln, ein Gehirnimplantat, das Medikamente wie Haldol kontinuierlich ins Gehirn abgibt! Einen Auftrag, ein Medikamente lieferndes Implantat zu entwickeln, das man Menschen mit Schizophrenie einsetzen kann. Die hätten dann nicht mehr die Möglichkeit, die Medikamenteneinnahme abzulehnen! Street Spirit: Unglaublich. Herstellung eines Implantats, das eine konstante Dosis eines Mittels abgibt, das man gerade als Verursacher einer Pathologie der Hirnchemie erkannt hatte?

RW: Genau. Gerade hatten sie herausgefunden, dass es die Symptome verschlimmert hatte! Also, warum wollen Sie dann fortfahren und ein Dauerimplantat entwickeln? Dafür gab es eben Geld. Und niemand wollte sich mehr mit diesem schrecklichen Befund auseinandersetzen, dass sich die basalen Ganglien aufgrund der Medikation vergrößerten und eine Verschlimmerung der Symptome damit einhergeht. Niemand wollte sich mit der Tatsache abgeben, dass man, wenn man Menschen mit Antipsychotika behandelt, eine beginnende Schrumpfung der Frontallappen beobachten kann. Niemand wollte mehr darüber reden. Sie stoppten diese Forschung. Street Spirit: Welche anderen Nebenwirkungen entstehen bei längerer Einnahme von Antipsychotika?
 RW: Oh, Sie bekommen Bewegungsstörungen, eine andauernde Fehlfunktion des Gehirns, und Akathisia, was eine unglaubliche nervöse Unruhe bedeutet. Du fühlst dich einfach nie mehr gut. Du möchtest dich hinsetzen, aber du kannst nicht sitzen bleiben. Es ist, als ob du aus deiner eigenen Haut herauskriechen willst. Und das Ganze ist verbunden mit Schmerzen, Aggressivität, Selbstmordgedanken und allen möglichen anderen schrecklichen Dingen. Street Spirit: Diese Arten von Nebenwirkungen werden typischerweise mit der ersten Generation der Antipsychotika verknüpft wie Thorazin, Haldol und Stelazin. Aber genauso wie bei Prozac fühlen sich viele Menschen hingezogen zu einer neuen Generation mit wunderbaren Eigenschaften, den Atypika – Zyprexa, Clorazil und Risperdal, die seelische Störungen bei erheblich weniger Nebenwirkungen kontrollierbar machen sollen. Stimmt das? Was haben sie dazu herausgefunden?

 RW: Nein, das ist völliger Unsinn. Ich glaube sogar, dass die neueren Mittel im Vergleich mit den alten vielleicht als noch gefährlicher angesehen werden müssen, wenn das überhaupt möglich ist. Wie man weiß, lösten die üblichen Neuroleptika wie Thorazin und Haldol eine ganze Reihe von Schädigungen aus wie die Bewegungsstörungen usw. Wenn wir die neuen Atypika bekämen, so sei das also bedeutend sicherer, hieß es. Mit den neuen Atypika bekommt man nun aber alle möglichen anderen Stoffwechselstörungen Reden wir nur mal über Zyprexa. Es hat ein anderes Profil. So mag es sein, dass es weniger Bewegungsstörungen macht. Es mag sein, dass es auch weniger Parkinson-Symptome verursacht. Dafür verursacht es eine ganze Reihe neuer Symptome. Z.B. vergrößert es das Diabetes-Risiko, es verschlimmert Störungen der Bauchspeichel- drüsenfunktion. Es kann zu Fettleibigkeit und zu Essstörungen führen. Tatsächlich berichteten Forscher aus Irland im Jahre 2003, dass sich seit der Einführung der Atypika die Sterberate bei Menschen mit Schizophrenie verdoppelt habe. Sie verglichen die Sterberate von Menschen, die mit den alten Neuroleptika behandelt wurden, mit der bei Menschen, die die neuen bekommen hatten, und sie war doppelt so hoch. Doppelt so hoch! Die Schäden sind also nicht geringer geworden. Tatsächlich starben in ihrer Studie 25 von 72 Patienten. Street Spirit: Welche Ursachen gab es für die Sterbefälle?

RW: Alle möglichen physiologischen Erkrankungen und das ist ein wichtiger Aspekt. Man hat Menschen mit Atemproblemen, Menschen mit einem unglaublich hohen Cholesterin-Spiegel, mit Herzproblemen, Diabetes. Mit Zyprexa bedroht man tatsächlich den Kern gesunder Stoffwechselfunktionen. Darum die enorme Gewichtszunahme, deshalb bekommt man Diabetes. Zyprexa zerstört die Grundfunktionen des Apparates, der die Nahrung verarbeitet und daraus Energie gewinnt. Diese Grundfunktion des menschlichen Körpers wird geschädigt. Man versteht, warum es die Pankreas-Probleme gibt, die Fehlregulation des Glucosespiegels, Diabetes usw. Es ist ein klares Zeichen dafür, dass man an sehr elementaren Lebensfunktionen herumpfuscht. Street Spirit: Man sagt, es gebe einen alarmierenden Anstieg der Diagnosen psychischer Störungen bei Kindern. Millionen diagnostiziert man eine Depression, bipolare oder psychotische Symptome, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und soziale Phobien. Ist dieser explosionsartige Anstieg von psychischen Erkrankungen unter Kindern ein tatsächlicher oder handelt es sich um eine Marketingkampagne der Pharmaindustrie, die eine Goldgrube für die Pharmafirmen schafft?

RW: Sie berühren damit einen Skandal, eine Tragödie größten Ausmaßes. Ich spreche manchmal vor Schulklassen im Psychologieunterricht. Sie können sich kaum vorstellen, wie vielen jungen Leuten man als Kindern erzählt hat, dass sie psychisch krank seien, dass etwas mit ihnen nicht stimme. Es ist einfach phänomenal. Es ist absolut schrecklich, Kindern zu erzählen, dass sie einen Gehirnschaden haben und eine seelische Krankheit. Hier geschieht zweierlei. Zum einen ist das natürlich kompletter Unsinn. Wenn Sie sich an ihre Kindheit erinnern, so wissen Sie, dass Sie als Kind sehr viel Energie haben, Sie benehmen sich gelegentlich in unüblicher Weise und Sie haben extreme emotionale Schwankungen, besonders im Teenageralter. Kinder und Teenager können sehr emotional sein. Man geht also hin, betrachtet kindliches Verhalten und fängt an, unerwünschtes Verhalten als krank zu definieren. Man definiert zunächst unangenehme Gefühle als pathologisch. Das ist ein Aspekt ihres Tuns, sie pathologisieren die Kindheit mit durchsichtigem Definitionsgeschwätz. Wir pathologisieren die Schwächen unserer Kinder. Nehmen wir mal ein Pflegekind, das vielleicht ein schlechtes Los in der Lotterie des Lebens gezogen hat. Es wird in ungünstige Familienverhältnisse hineingeboren und wächst nun in einem Pflegeheim auf. Haben Sie eine Vorstellung davon, was das heutzutage bedeutet? Es kann sehr schnell darauf hinauslaufen, dass es eine psychische Krankheit diagnostiziert bekommt, und es wird dann auf ein psychiatrisches Medikament gesetzt. 60-70 Prozent der Heimkinder in Massachusetts sind auf psychiatrische Medikamente gesetzt. Diese Kinder sind nicht psychisch krank! Sie wurden schlecht behandelt, landen in einem Fürsorgeheim, was nichts anderes bedeutet, als dass sie in schwierigen familiären Verhältnissen lebten, und was macht unsere Gesellschaft? Sie sagt: „Ihr habt einen Hirnschaden.“ Es liegt nicht daran, dass die Gesellschaft schlecht ist und du keine faire Chance bekommst. Nein, nein, das Kind hat einen defektes Gehirn und muss auf Medikamente gesetzt werden. Das ist absolut kriminell. Lassen Sie uns über bipolare Störungen bei Kindern reden. Ein Arzt sagt z.B., dass das sehr selten vorkommt, so selten, dass es so gut wie keine Rolle spielt. Aber erst jetzt übersehen wir die Sache. Bipolare Störungen explodieren regelrecht unter Kindern. Gut, in gewisser Weise kann man sagen, dass wir das öfters als Kinderei abgetan haben; aber da tut sich tatsächlich etwas. Ich will Ihnen sagen, was da geschieht: Sie nehmen Kinder und setzen sie auf Antidepressiva – was wir noch nie gemacht haben – oder Sie setzen sie auf ein Stimulansmittel wie Ritalin. Stimulantia können Manien verursachen; Stimulantia können Psychosen verursachen. Street Spirit: Und wie Sie gezeigt haben, können Antidepressiva ebenfalls Manien auslösen.

RW: Genau, so läuft es auf eine medikamenten- induzierte Manie oder Psychose bei Kindern hinaus. Haben Sie schon mal gehört, dass ein Arzt im Notfallraum sagt, "Oh, er leidet an einer medikamenteninduzierten Episode.“? Nein, er sagt, er sei bipolar. Street Spirit: Dann gibt man ihm ein neues Medikament gegen eine psychische Krankheit, die von dem ersten Medikament verursacht wurde...

RW: Ja, man gibt ihm ein Antipsychotikum; und ab sofort ist er auf einem Cocktail von Medikamenten und auf dem Weg zu einer lebenslangen Behinderung. Ein sicherer Weg, Kinder krank zu machen. Street Spirit: Es ist so, als wenn die Gesellschaft oder ihre Schulen versuchen die Kinder zu managen/sie manipulierbar zu machen, und es endet damit, dass man sie gegen ihre Willen auf ein schaukelndes chemisches Küstenboot setzt...

 RW: Genauso ist es. Street Spirit: Es gibt eine erstaunlich große Zahl von Kindern, denen man Ritalin gibt, um Überaktivität zu heilen. Aber welcher 10-jahre alte Junge in einer bedrückenden Schulatmosphäre ist nicht hyperaktiv? Sie schreiben, dass sich Ritalin auf das Dopaminsystem ähnlich auswirkt wie Kokain und Amphetamine. RW: Ritalin (Methylphenidat) beeinflusst das Gehirn in exakt derselben Weise wie Kokain. Beide blockieren sie ein Molekül, das an der Wiederaufnahme von Dopamin beteiligt ist. Street Spirit: Steigern also beide den Dopaminspiegel im Gehirn?
 RW: Genau, und sie tun es mit einer vergleichbaren Wirksamkeit. Methylphenidat ist Kokain recht ähnlich. Nun ja, einen Unterschied macht es, ob man es schnieft oder ob es in Pillen enthalten ist. Das wirkt sich z.T. darauf aus, wie schnell es abgebaut wird. Aber trotzdem beeinflusst es das Gehirn in der gleichen Weise. Methylphenidat wurde in Forschungsstudien verwendet, um allmählich Psychosen bei Schizophrenen anzuregen. Gibt man Methylphenidat einer Person mit der Neigung zu Psychosen, dann wird sie psychotisch. Das wusste man. Wir wissen auch, dass Amphetamine wie Methylphenidat Menschen psychotisch machen können, die vorher noch nie psychotisch waren. Lassen Sie sich das mal durch den Kopf gehen. Wir geben Kindern ein Medikament, von dem man weiß, dass es Psychosen auslösen kann. Und ein besonders wichtiger Punkt ist, dass Methylphenidat und Amphetamine bei Kindern eine unerwartete Wirkung machen. Was macht Speed mit Erwachsenen? Es macht sie nervös und hyperaktiv. Warum auch immer: Amphetamine beruhigen also die Bewegungen von Kindern; sie halten sie auf ihren Stühlen und machen sie konzentrierter. Sehen wir uns mal Kinder in langweiligen Schulen an. Die Jungen passen nicht auf, kriegen die Diagnose ADHD und werden auf ein Medikament gesetzt, von dem man weiß, dass es psychotisch macht. Außerdem weiß man, dass eine ganze Reihe von Kindern sich mit 15, 16, 17 nicht unbedingt konform verhalten. Einige Kinder berichteten uns, dass sie sich unter diesen Medikamenten wie Zombies fühlen. Sie spüren sich selbst nicht mehr. Street Spirit: Innerlich leer, abgestumpfte Gefühle... und das tut man Millionen von Kindern an?

RW: Millionen von Kindern! Man bedenke, was wir da machen. Wir rauben den Kindern ihr Recht Kinder zu sein, ihr Recht zu wachsen, ihr Recht Erfahrungen mit ihrem ganzen Spektrum von Gefühlen zu machen, ihr Recht, die Welt in der Fülle ihrer Farbtöne zu erfahren. Nichts anderes bedeutet es heranzuwachsen, lebendig zu sein! Wir rauben Kindern ihr Existenzrecht. Das ist absolut kriminell. Wir sprechen über Millionen von Kindern, mit denen man in dieser Weise verfährt. Es gibt Schulen, in denen 40-50 Prozent der Kinder mit einer psychiatrischen Verschreibung ankommen. Street Spirit: Das sieht nach einem riesigen sozialen Kontrollmechanismus aus. Die Gesellschaft gibt Kindern Ritalin und Antidepressiva, um sie zu unterwerfen und anzupassen. Einerseits geht es also um soziale Kontrolle und Konformität. Andererseits bringt es einen riesigen kommerziellen Gewinn.

RW: Damit haben sie Recht, man schafft so Konsumenten für Medikamente, hofft auf lebenslange Konsumenten. Sagt man ihnen das? Man sagt ihnen, dass sie ein Lebenlang Medikamente brauchen. Und dann weiß man, dass sie auf zwei oder drei davon angewiesen sind. Aus kapitalistischer Sicht eine brilliante Idee. Sie dient einer gewissen sozialen Kontrolle, und man hat Kinder, aus denen man – so kann man hoffen - lebenslange Konsumenten macht. Eine glänzende Idee. Wir geben inzwischen mehr Geld für Antidepressiva aus als es dem Gros des Nationaleinkommens mittelgroßer Staaten wie z.B. Jordanien entspricht. Das sind ganz hübsche Summen. Der Betrag, den wir für psychiatrische Medikamente in diesem Land ausgeben, ist höher als das Nationaleinkommen von zwei Dritteln der Staaten dieser Welt. Es ist dieses unglaublich lukrative Paradigma, dass man mit diesen Stoffen ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn ausgleichen könne. Aus geschäftlicher Sicht funktioniert das sehr gut für Eli Lilly. Als Prozac auf den Markt kam, lag der Wert von Eli Lilly an der Wall Street, die Kapitalisierung, bei 2 Milliarden Dollar. Im Jahre 2000, als Prozac ihre neue Nummer 1 am Markt wurde, erreichte die Kapitalisierung 80 Milliarden Dollar, ein Anstieg auf das Vierzigfache. Das muss man im Blick haben, wenn man verstehen will, warum Pharmaunternehmen ihre Visionen mit solcher Bestimmtheit vertreten. Sie bringen Milliardenzuwächse beim Stammkapital für Manager und Eigentümer dieser Firmen. Auch für das psychiatrische Establishment, das hinter diesen Produkten steht, rentiert sich das. Es profitiert davon. Es fließt sehr viel Geld zu Leuten, die sich mit diese Art von Versorgung arrangieren. Man macht große Werbekampagnen in den Medien. Das Ganze ist eine große profitable Veranstaltung. Unglücklicherweise bedeutet das einen Verlust der Glaubwürdigkeit der wissenschaftlichen Literatur, die Korruption der FDA, schlimme Schäden für Kinder dieses Landes, die da hineingezogen werden und einen Anstieg der Zahl behinderter Menschen um 150.000 pro Jahr in den Vereinigten Staaten, betrachtet über einen Zeitraum von 17 Jahren. Ein unglaublicher Rekord beim Zufügen von Schäden. Street Spirit: Alle werden reich dabei, die Pharmaunternehmen, die Psychiater, die Forscher, die Werbeagenturen, nur die Klienten nicht. Die werden um ihren Verstand gebracht und tragen lebenslange Schäden davon.

RW: Und wissen Sie, was das Interessanteste daran ist? Niemand behauptet, dass die Gesundheit der Amerikaner besser wird. Stattdessen sagt eigentlich jeder, dass wir diese wachsenden Probleme haben. Man schiebt es auf den zunehmenden Stress eines modernen Lebens oder etwas ähnliches. Und man weigert sich der Tatsache ins Gesicht zu schauen, dass wir psychische Krankheiten selbst verursachen.

Quelle: http://mut-zum-anderssein.de/PDF/PsychopharmakaWhitaker.pdf


Scalpell    
Wenn von alledem nur 50% stimmen sollte ist es ein Skandal sondersgleichen. Aber scheinbar sind Eltern beruhigt wenn das "Koks" vom Arzt verschrieben wird. Unglaubliche Zustände sind das und da soll ich noch an die angepriesenen Präventionsmaßnahmen dieser Politiker glauben. Da gaube ich eher das
Die Plutokraten haben das Ruder in die Hand genommen
Die "Politiker" sind ihre Stimme

scalpell

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 236
  • ERRARE HUMANUM EST Irren ist menschlich
Psychodrugs !!!!!!! Ein Angriff auf die Menschenwürde !!!!!
« Antwort #1 am: 05:01:23 Fr. 27.April 2007 »
HIRNDOPING

"Dahinter stehen Milliardenmärkte"
Von Jochen Bölsche
Zum Frühstück drei Psychopillen - das ist keine spinnerte Zukunftsvision. Schon heute greifen Schüler und Studenten wie selbstverständlich zu allerlei Mitteln gegen Prüfungsangst oder Müdigkeit, um ihre Leistungen zu steigern.
Zurück zum Hauptartikel
Stimulanzien wie Ritalin, das Millionen von Zappelphilipp-Kindern verordnet wird und das angeblich auch das räumliche Vorstellungs- und das Lernvermögen verbessert, schluckt schon heute vor Prüfungen jeder 14. US-Student. Für deutsche Kinder, deren Ritalin-Konsum sich binnen eines Jahrzehnts verzwanzigfacht hat, gehören Psychopharmaka mittlerweile "fast zur Schulspeisung", so die Wochenzeitung "Die Zeit".

Studenten greifen zunehmend zu Mitteln wie dem Herzmedikament Propanolol (gegen Prüfungsangst) oder dem Wirkstoff Modafinil (gegen Müdigkeit). Und das alles scheint nur der Beginn eines Booms. Bald würden auch Pillen zur Verfügung stehen, "die selektiv die Fähigkeit verstärken, bestimmte Inhalte ins Langzeitgedächtnis einzuspeisen", prophezeit der Magdeburger Neurobiologe Professor Henning Scheich: "Vielleicht müssen sie den Lernstoff dann nicht mehr ganz so oft wiederholen wie heute."
Präparate zum Hirn-Doping würden in zehn oder zwanzig Jahren ebenso propagiert und konsumiert werden "wie heute Vitaminpillen", meint Scheich: "Das kann man klar vorhersagen. Dahinter stehen Milliardenmärkte." Der US-Nobelpreisträger Eric Kandel, der an Präparaten zum Brain-Doping arbeitet, glaubt sogar, die Möglichkeit zum Eingriff ins menschliche Gehirn werde "die Geschichte genauso stark prägen wie die industrielle Revolution oder die Genetik". Ein ethisches Problem sehen viele Hirnforscher darin nicht.
Gerade in der Ära der Globalisierung könnten Lernpillen, wie die "Wirtschaftswoche" ganz unironisch kommentierte, der Bundesrepublik helfen, "im internationalen Standortwettbewerb besser zu bestehen: Deutschland ist arm an Bodenschätzen, umso wichtiger für die Volkswirtschaft ist die geistige Leistungsfähigkeit der Nation".


Quelle:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,464131,00.html

Anmerkung:
Deutschland ist arm an Bodenschätzen  deshalb müssen Kinder in Deutschland mit Hilfe von Drogen (man sagt bei den Herstellern lieber Psychopillen dazu) aufgepeppt werden um deren geistige Leistungsfähigkeit zum Wohle der Volkswirtschaft sicherstellen. Aber Hallo aber sonst sind wir gesund.  Und da wagen es Politiker und sonstige Spezies noch von Präventivmaßnahmen zu sprechen Gerade erst ist am 23.04.07 eine Fachtagung  zu dem Thema Medikamentenabhängigkeit abgehalten worden.  Habe heute beim DHS nachgefragt und man sagte mir man könne nächste Woche unter http://www.dhs.de  die Ergebnisse dieser Tagung nachlesen. Wie passt das alles zusammen???? Dazu sollte sich mal unsere Gesundheitsministerin samt ihrer schweigenden Drogenbeauftragten Bätzing einmal äußern.  Hier ist doch irgendetwas oberfaul.!!!
Hier noch eine kleine Zugabe http://www.3sat.de/3sat.php?[URL]http://www.3sat.de/delta/75050/index.html[/URL]

scalpell
Die Plutokraten haben das Ruder in die Hand genommen
Die "Politiker" sind ihre Stimme

regenwurm

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3536
  • Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.
Psychodrugs !!!!!!! Ein Angriff auf die Menschenwürde !!!!!
« Antwort #2 am: 06:19:05 Fr. 27.April 2007 »
...scalpell bemerkte treffend:
Zitat
Deutschland ist arm an Bodenschätzen deshalb müssen Kinder in Deutschland mit Hilfe von Drogen (man sagt bei den Herstellern lieber Psychopillen dazu) aufgepeppt werden um deren geistige Leistungsfähigkeit zum Wohle der Volkswirtschaft sicherstellen.

Wie "Wolfgang Neuss" (Kabarattist,verstorben) schon früh erkannte:
"Die Apotheke ist der Supermarkt im Jahre 2000 !"

Gespräch:
"Du als  Kind-Jugendlicher, es ist wie ein Pokerspiel, wenn deine Eltern ihre Verantwortung ernst nehmen und ihre Kritikfähigkeit an der Pharmaindustrie/Ärzte haben, haste Glück gehabt.
Sollten deine Eltern eher den Ärzten vertrauen und Du mußt "Pillen" schlucken" haste Pech gehabt."
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.