Autor Thema: Prävention: Der missbrauchte Begriff  (Gelesen 1361 mal)

scalpell

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Prävention: Der missbrauchte Begriff
« am: 21:59:22 Fr. 11.Mai 2007 »
Präventiv: Das missbrauchte Wort

Man spricht und hört immer häufiger von Präventionsmaßnahmen und so manche Politiker erzählen uns seit langem dass diese für alles und jenes ausreichend wären. Ich möchte nur einmal ein Beispiel aufzeigen. Beipackzettel bei Medikamenten in Verbindung mit der notwendigen Sensibilisierung der Ärzte und des Klinikpersonals wären geeignete Maßnahmen um der Medikamentenabhängigkeit entgegen zu wirken. Aber für Prävention braucht man Geld das einfach nicht vorhanden ist.
http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/Doc~ED96635B6C9784A90B8317BC090AD73EF~ATpl~Ecommon~Scontent.html
 
Was will man uns also hier für einen Bären aufbinden. Die Hersteller verfolgen rein betriebswirtschaftliche Interessen und haben mit Präventivmaßnahmen nichts am Hut. Damit wäre die reine Aufklärung dieser viel beworbenen Produkte nicht oder wenig zu benutzen die einzige Möglichkeit. Dass auch das meist sinnlos ist kann man bei den Rauchern sehen. Wenn jemand rauchen will so wird er es tun. Ich sehe nicht dass weniger geraucht oder getrunken wird. Es wird nur behauptet dass es angeblich so sein soll. Das ist wie mit den Arbeitslosenzahlen man sagt immer dass es weniger werden aber die Globalisierung spricht eigentlich eine andere Sprache.  
 
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/artikel/909/111798/?page=2
Wie man an diesem Bericht sieht sind  Präventionsmassnahmen für die man ohnehin kein Geld hat eigentlich sinnlos. Sinnvolle Prävention müsste permanent betrieben werden und im Kleinkindalter beginnen. Wenn man heute damit beginnen würde könnte man in 20 Jahren erst erkennen ob sie wirklich sinnvoll waren.

Wer könnte im "Gesundheitswesen" Interesse an Präventivmaßnahmen haben??

Also wenn ich ein Pillenhersteller oder Allgemeinmediziner wäre dann würde ich mir nicht wünschen dass es keine Krankheiten mehr geben würde. Ich hätte es auch lieber wenn sich die Leute nicht gesund ernähren und sich nicht ausreichend bewegen. Ich würde betriebswirtschaftlich gesehen alles dafür tun damit Krankheiten erhalten bzw. neue auf den Markt kommen, denn davon lebe ich schließendlich. Ob dies der Realität entspricht mag jeder Einzelne  selbst kritisch hinterfragen.

Aber die Pharmazeutischen Unternehmen möchten dem Endverbraucher suggerieren dass ihre  Produkte die sie herstellen Aussicht auf Heilung haben könnten und eine geschickt gemachte Werbung lässt diese Produkte auf den ersten Blick auch sehr harmlos erscheinen.  In den USA darf auch für rezeptpflichtige Medikamente geworben werden, was dann in etwa so rüberkommt
http://www.cymbalta.com/depression/understand/real_stories.jsp?reqNavId=1.7  Wäre dies auch hier erlaubt dann würde man es auch nützen. Man möchte deshalb auf den ersten Blick gar nicht als Pharmaprodukt erkannt werden, deshalb werden dies Produkte auch sehr gut von Marketingprofis präsentiert.
http://www.newperformance.de/  Warum bedient man sich solcher Methoden?? Man sollte dabei auch jenes nicht verdrängen:
Auch völlig harmlos anmutende Medikamente wie harntreibende und Abführmittel, Hustensäfte und Nasensprays können in der Sucht enden.
http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/134544.html
 
Wie gesagt die Industrie ist am Umsatz und Gewinn orientiert und verhält sich auch entsprechend.[/COLOR]
https://ssl.sueddeutsche.de/gesundheit/artikel/845/111734/

Die Branche benutzt das Wort präventiv selbst wie man aus diesem Interview entnehmen kann. Köbele: Medikamente etwa verringern beispielsweise Krankenhauseinweisungen, Schlaganfälle oder auch Herzinfarkte. Sie wirken vorbeugend, und es ist allemal kostengünstiger, präventiv diese schweren, kostenträchtigen Erkrankungen zu verhindern als nachher die Folgeschäden zu reparieren.
Quelle: http://www.welt.de/print-welt/article356220/Wir_werden_Klage_einreichen.html?print=yes  Das heißt mit anderen Worten die Regierung hat kein Geld für Präventivmaßnahmen, der Verbraucher verhält sich falsch und die Industrie muss mit Medikamenten präventiv tätig werden damit der Patient nicht zu Tode kommt. Also ich habe noch nie gehört dass man mit Medikamenten vorbeugend arbeitet. Das hieße doch ich nehme jeden Tag eine Kopfschmerztablette und dann bekomme ich keine Kopfschmerzen. Ja man lernt eben nie aus.


Fazit:

Präventivmaßnahmen von denen die Regierung immer redet und für die eigentlich keine Gelder zur Verfügung stehen sind so sinnlos wie ein Fahrzeug für das kein Treibstoff vorhanden ist. Dieses ganze Präventionsgehabe dient den so genannten Volksvertretern nur dazu um sich wieder einmal ins Gespräch zu bringen um vor der eigenen Unfähigkeit abzulenken. Denn sie wissen genau dass sie in unserem Lande längst zu Vasallen des Großkapitals verkommen sind. So werden wir weiterhin von den “Politikern” in jedem zweiten Satz das Wort “Müssen” hören. Wir müssen usw.  Sie sollten nur noch hinzufügen dass sie aber nicht können da sie nicht die Macht dazu haben. Ihr ganzes Bestreben ist nur darauf bedacht ihren so schwer errungenen Status so lange wie möglich zu behalten und dazu sind solche Präventivmaßnahmen gut geeignet denn damit kommt mal schnell ins Gespräch. Siehe Horst Seehofer (Gammelfleisch, Vogelgrippe, Adipositas. Ich denke diese Herrschaften haben ganz vergessen was dort geschrieben steht
http://de.wikipedia.org/wiki/Artikel_20_GG  
 
ALLE MACHT GEHT VOM VOLKE AUS.
So steht es dort.

Was die ganze Sache aber noch in ein völlig anders Licht rückt ist dieser Schwur den die Herrschaften vor Amtsantritt geleistet haben:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen … und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“
Ein Staatsdiener soll dem Staate dienlich sein deshalb auch dieser Eid.

Der Eid lautet nicht:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des Kapitals und der Aktionäre widmen, deren Konten mehren, sie vor dem aufgebrachten Volk beschützen, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes mit Füßen treten werde
.


Genau das machen diese Herrschaften aber. Sie haben ganz vergessen dass sie unsere Angestellten sind. Volksdiener um es genau zu sagen.  Dem Kapital dienen ist eine  geeignete Präventivmaßnahme um ihre gut betuchten Posten behalten und missbrauchen zu dürfen. Deshalb ist es scheißegal wer diese Posten besetzt denn sie müssen und können nur das tun was  ihnen die wahren Herrscher dieser Republik auftragen.

Für was dieses Wort noch alles herhalten muss ist schon erstaunlich !!
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Atomwaffen/us-doktrin.html
Probiert es selber aus zu Prävention finden die Suchmaschinen in allen Variationen etwas. Deshalb mein Vorschlag dieses Wort als Unwort des Jahres zu küren.
scalpell
Die Plutokraten haben das Ruder in die Hand genommen
Die "Politiker" sind ihre Stimme