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Handel & Dienstleistung => Transport & Verkehr => Brief- und Paketdienste => Thema gestartet von: ManOfConstantSorrow am 18:06:58 Do. 18.März 2004

Titel: Hermes
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:06:58 Do. 18.März 2004
Ich habe in einem Gespräch mit Bekannten nur flüchtig aufgeschnappt, beim HERMES-Versand gibt es einen Lohn von 5-7€ die Stunde, dafür muß man auch den eigenen PKW (oder Lieferwagen) benutzen.

Ich kannte den Namen HERMES bisher nur durch E-Bay. Alles nur ein Gerücht oder tatsächlich ein gnadenloser Ausbeuter?

Wer weiß mehr?
Titel: Hermes
Beitrag von: Niederer_sachse am 05:44:52 So. 28.März 2004
Kann das, aus Erzählungen eines ehemaligen Arbeitskollegen, nur bestätigen.
Titel: Hermes
Beitrag von: merlinxlm am 10:15:18 Mi. 26.Mai 2004
Moment mal, die wollen 44 Cent pro ausgelieferter Sendung zahlen ???

Das Ganze setzt eine eigenes Auto voraus .............

Angenommen ich fahre 100 Sendungen aus, verbrauche dabei für 15 Euro Treibstoff (incl. Hin- und Rückweg) und benötige 5 Stunden Zeit  (pro Sendung immerhn 3 Minuten....) dann verdiene ich 44,- Euro (minus 15,- Euro f. Sprit = 29,- Euro in 5h = 5,80 Euro brutto pro Stunde !!!!!!!!!!

Ich lach mich tot !!!!!
Titel: Hermes
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:46:37 Sa. 17.Juli 2004
Zitat
Original von kn-online

Ein Fünftel der Kurierfahrer arbeiten schwarz

Köln (dpa) - Ein Fünftel der bei einer bundesweiten Aktion kontrollierten Kurierfahrer arbeiten vermutlich schwarz. Bei einer zweitägigen Schwerpunktkontrolle an 500 Stellen in mehr als 100 Städten wurden seit Dienstag insgesamt etwa 11 000 Fahrer kontrolliert.

Bei gut 2100 von ihnen ergaben sich Anhaltspunkte für Schwarzarbeit, wie die Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Köln mitteilte. Bei den Kontrollen wurden vor allem Verstöße gegen die Anmeldepflicht zur Sozialversicherung festgestellt.

dpa/ecoline vom 15.07.2004


Es ist ein typisches Beispiel für die herrschende Normalität.
Die Konditionen für diese Fahrerjobs sind derart beschissen, daß man nur davon leben kann, wenn man sie schwarz macht und auch noch die "Stütze" mitnimmt. (Kuriere sind da sicherlich nicht die einzigen, bei mobilen sozialen Diensten oder im kulturellen Bereich kenn ich unzählige ähnliche Geschichten.)

Die Auftraggeber haben sich abgesichert, sie vergeben die Aufträge mit Verträgen wo sich der Betreffende verpflichtet sich selbst zu versichern.

Die Leute, die so weit unten sind, daß sie miese Jobs machen müssen haben nicht nur ausbeuterische Auftraggeber sondern auch noch staatliche Zollbullen gegen sich.

Ich halte es für absolut unerträglich, daß die Gewerkschaft der Bauarbeiter sogar noch polizeistatliche Aktionen gegen Schwarzarbeiter unterstützt! Obiges Beispiel zeigt doch, daß die Auftraggeber ungeschoren bleiben und daß die Armen Schweine die einzigen sind, die unter diesen Aktionen zu leiden haben.
Titel: Hermes
Beitrag von: backup am 15:20:28 So. 05.Dezember 2004
Ein Beitrag ausm IE cache [tid=644]:


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socke



Anmeldungsdatum: 26.10.2004
Beiträge: 1
Wohnort: Bad Wörishofen
 Verfasst am: 26.10.04 um 20:01    Titel:    

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Die größere Abzocke ist noch, wenn man für ein "selbständiges" Depot fährt. Ich bin 4 Wochen für "Hermes-Türkheim-Bayern" gefahren, für 2 Wochen hab ich 128 Euro bekommen (für Zustellung und Sprit)  für die anderen 2 Wochen noch nichts - seit August, jetzt ist Ende Oktober - angeblich ist eine Sendung nicht zugestellt worden. Wer bei diesem "Verein" auf 7 Euro in der Stunde kommt ist genial, ich habs mir ausgerechnet, waren so 2 - 2,50 Euro pro Stunde!!! Der Nepp läßt grüßen!
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Kuddel am 19:17:41 Di. 10.Mai 2011
Zitat
Ohne Überstunden reicht es nicht
Leiharbeit und Lohndumping bei Versandzentrum Hermes an der Tagesordnung

Von Susan Bonath

Das weltweit größte Versandhandelsunternehmen OTTO hat in den 90ern dringend benötigte Arbeitsplätze in die sachsen-anhaltische 19000-Einwohner-Stadt Haldensleben gebracht. Mittlerweile sind es rund 3000 Stellen. Allerdings gliederte der Konzern das Haldenslebener Versandzentrum zwischenzeitlich in seine Logistik-Tochter »Hermes Fulfilment« aus und senkte damit die Löhne drastisch. Zudem läßt Hermes heute einen großen Teil der Arbeit von Zeitarbeitern erledigen. Neues Personal, vorrangig für die Kommissionierung im Schichtbetrieb, aber auch für die Führungsaufgaben, wird fast ausschließlich über das Zeitarbeitsunternehmen »Randstad« rekrutiert. Die Löhne der Leiharbeiter sind so niedrig, daß viele sie vom Jobcenter aufstocken lassen müssen. Zusätzlich kursiert das Gerücht, daß Hermes 120 bis 150 polnische Leiharbeiter in die Hallen holen will, weil die Zeitarbeitsfirma zu wenig Arbeitskräfte zu Verfügung hat.

Die Jobs im Versandzentrum waren früher beliebt, aber das hat sich gründlich geändert. Eine langjährige Mitarbeiterin, die in der Warenkommissionierung arbeitet, berichtet: »Heute nimmt der Streß überhand.« Sechs-Tage-Wochen seien nicht selten. »Die Arbeit ist mehr geworden, der Lohn allerdings nicht.« Sie habe zwar einen Vertrag über 130 Stunden im Monat, arbeite aber meist Vollzeit. Bei den vielen Leiharbeitern »kriegt man Angst um den eigenen Job«, sagt sie. Ständig seien neue Leute da. Wundern tut sie das nicht: »Für den Hungerlohn würde ich diese Arbeit auch nicht machen.«

Der 22jährige Sebastian K. (Name von der Redaktion geändert) ist seit einem halben Jahr einer dieser Hungerlöhner. Für seine Arbeit in der Kommissionierung erhalte er durchschnittlich 750 bis 850 Euro netto von »Randstad«. Sein Stundenlohn lag anfangs bei 6,65 Euro. Seit dem 1. Mai bekommt er 6,89 Euro. Auch er ist für 130 Stunden eingestellt und schiebt regelmäßig Acht-Stunden-Schichten, oft auch sonnabends. Das sei aber auch nötig: »Sonst käme ich vielleicht auf 500 Euro, davon kann ich ja nicht leben.« Die ersten Monate sei er kaum klargekommen, da die Überstunden zunächst auf ein Zeitkonto geflossen und nicht ausbezahlt worden seien.

Hermes-Pressesprecher Martin Frommhold hielt sich auf Nachfrage von junge Welt bedeckt. »Über die Zusammensetzung der Belegschaft vor Ort sowie Unternehmen, mit denen wir kooperieren beziehungsweise Vertragsbeziehungen unterhalten, machen wir grundsätzlich keine Angaben. Selbstverständlich arbeiten wir aber immer wieder auch mit Leiharbeitsfirmen zusammen, um zusätzliche Kräfte bei Auftragsspitzen einsetzen zu können«, teilte er schriftlich mit. Zur Frage, wieviel Prozent der Leiharbeiter denn auf eine Übernahme durch das Unternehmen hoffen können, machte er keinerlei Angaben. Auch der Frage nach dem im Unternehmen kursierenden Gerücht, daß Hermes plane, polnische Leiharbeiter zu beschäftigen, wich er aus. Er schrieb: »Im Versandzentrum Haldensleben sind keine Leiharbeitskräfte einer Zeitarbeitsfirma aus Polen tätig. Wenn Hermes Fulfilment zur Abfederung von Auftragsspitzen auf Leiharbeiter zurückgreift, dann werden diese von spezialisierten Leiharbeitsfirmen aus der Region vermittelt. Die Bezahlung erfolgt nach dem Tarif, auf den sich der Bundesverband Zeitarbeit mit den Gewerkschaften geeinigt hat.«
http://www.jungewelt.de/2011/05-09/043.php (http://www.jungewelt.de/2011/05-09/043.php)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Eivisskat am 14:32:56 Do. 04.August 2011
Gestern in der ARD, ganz schlimm: http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,l8vm4f69tijmjbea~cm.asp (http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,l8vm4f69tijmjbea~cm.asp)

Video in Mediathek

Zitat
Zwei deutsche Existenzen: Der Hermes-Paketbote Peter und der Milliardär Michael Otto.
Peter arbeitet für 60 Cent pro Paket, nach einem 10 Stunden Tag hat er etwa 60 Euro verdient. Fast die Hälfte davon geht für Sprit und Auto drauf.

Der andere ist einer der reichsten Männer Deutschlands: der Milliardär Michael Otto, Mehrheitsaktionär und langjähriger Vorstandsvorsitzender der Otto Group und bis heute deren Aufsichtsratsvorsitzender. Otto ist ein Vorzeigeunternehmer, hoch gelobt für sein soziales und ökologisches Engagement, für seine Bereitschaft, "gesamt-gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen". Dafür bekam er sogar das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.

O-Ton Auslieferer "Lieber 3 €/Std. als auf der Couch mit H4"

Na denn, schön blöd und politisch fatal... ::)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Judy am 14:59:17 Do. 04.August 2011
Dass man als Hartzer auch andere Sachen tun kann, als auf der Couch zu liegen, ist wohl noch nicht so ganz angekommen, beim deutschen Michel. Zum Beispiel sich zu engagieren, um diese Mißstände abzuschaffen usw.
Ebenso ist beim deutschen Michel immer noch nicht wirklich angekommen, dass sie es sind, die solchen widerlichen Ausbeutern einen Teil der Löhne für ihre unterbezahlten Mitarbeiter über ihre Steuern blechen müssen. Die zahlen das doch aus ihrer eigenen Tasche mit, wenn Leuten nur Hungerlöhne gezahlt werden, die noch aufgestockt werden müssen.

Bei DHL soll es ja wohl ähnlich sein, da wird glaub ich auch nur nach Stückzahl bezahlt, was die Hektik der Leute erklärt (keine Zeit mehr fürs Schwätzchen) und auch die Tatsache, dass so viele Sachen einfach im Treppenhaus abgelegt werden.
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Alex22 am 18:50:55 Do. 04.August 2011
Hauptsache Arbeit!


Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Judy am 11:00:07 Fr. 05.August 2011
Im Umkehrschluß heißt das aber auch, dass es in etwa doppelt so hohe Porto-Gebühren wären, wenn vernünftige Löhne bezahlt würden...
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Eivisskat am 13:45:21 Fr. 05.August 2011
Nein, das heisst NUR, dass Hermes, DHL usw. dann nicht ganz so enorme Gewinne hätten, wie z. B. in diesem Jahr. Und davon würde die Welt dann auch nicht untergehen...

DHL hat dieses Jahr ungefähr verdreifacht, warum wohl?
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Judy am 16:53:20 Fr. 05.August 2011
Wie kommt es dann, dass einige Zusteller jetzt Leiharbeiter beschäftigen? Die kriegen dann ja mit ihren 7,60 noch wesentlich mehr als diese max. 5 Euro bei Hermes oder DHL oder wie wenig das auch immer ist? Oder kriegen die Leihsklaven, die Post austragen sogar noch weniger als die 5 Euro bei Hermes?

Fällt das denn nicht alles unter das Lohndumpinggesetz? Das kann ja wohl nicht wahr sein. Umsatzverdreifachung und die Arbeiter gehen mit weniger als 5 Euro Stundenlohn nach Hause.

Da muss es doch Tariflöhne geben.
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Eivisskat am 17:07:23 Fr. 05.August 2011
Zitat
Umsatzverdreifachung und die Arbeiter gehen mit weniger als 5 Euro Stundenlohn nach Hause.

Na, deswegen doch!

Tarife gibts sicher nicht, bei Hermes sind die Ausfahrer alle "selbstständige Unternehmer" und bei DHL weiss ich es nicht, aber vermutlich auch nicht.

http://www.dgap.de/news/corporateall/dp-dhl-erzielt-deutlichen-gewinnanstieg-zweiten-quartal-verbesserte-ergebnisprognose-fuer_126_682940.htm (http://www.dgap.de/news/corporateall/dp-dhl-erzielt-deutlichen-gewinnanstieg-zweiten-quartal-verbesserte-ergebnisprognose-fuer_126_682940.htm)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Troll am 09:21:14 Sa. 06.August 2011
Bei den Kurierdiensten ist das Subunternehmertum der Normalzustand, kaum einer beschäftigt die Kurierfahrer noch direkt bzw. hält einen eigenen Fuhrpark vor, weil zu teuer. Die Subunternehmen geben sich dabei die Klinke in die Hand, immer der nächste Mini-Sub glaubt er kann es besser als seine zig Vorgänger und verdient sich dumm und dämlich, als ob die Muttergesellschaften allesamt zu doof wären Geld zu verdienen.
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: unkraut am 22:45:57 Sa. 06.August 2011
Bei meiner Frau kommen 2 x täglich Hermes und Co . Ab und an auch mal nen Schwatz ( trotz des Zeitdrucks ) .
Und es ist schon so wie diese Woche im Fernsehen zu sehen war . War es Montag im ARD ?
Letztendlich hat der Subunternehmer die Arschkarte . Es reicht oft nicht mal um das Fahrzeug ordentlich am laufen zu halten .
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Sir Vival am 13:34:55 So. 07.August 2011
Zitat
O-Ton Auslieferer "Lieber 3 €/Std. als auf der Couch mit H4"

Na denn, schön blöd und politisch fatal... Roll Eyes

Ich habe das auch gesehen.......1 Woche vorher kam ähnliches über GLS.

Ich habe mich tierisch aufgeregt.
- Über diesen menschenverachtenden Schmarotzer Otto, der zu 10000% weiss, wie der Laden (SEIN Laden) läuft. HERMES ist ja eine 100%ige Tochter von OTTO.
- Über die allgemeinen Zustände in dieser und in anderen Branchen. VON DER POLITIK so eingefädelt über Gesetze
- Über dieses Arschloch von HERMES Fahrer mit dieser Couch-Aussage! ER sollte es besser wissen. ER hat das doch selber erlebt! Ich denke nämlich, ER war auf der Couch gesessen und hat einen Hass auf das System, fühlt sich momentan evtl. sogar als Gewinner (er hat ja Arbeit..
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Alex22 am 19:33:42 So. 07.August 2011
Ich akzeptiere nur Lieferung per Post

Bei diesem "Lohn" bringen die Sklaven ja noch Geld mit. Ihren Wagen und die Kosten für den Wagen zahlen sie davon selber.
Da zahlt man drauf und das geht nur mit einem geringen IQ oder in größter Not.
Hartz IV enteignet nicht nur selbst, sondern hilft noch dabei.
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Judy am 19:42:00 So. 07.August 2011
Es wird wohl dasselbe sein wie bei ZAF, machen meistens Leute mit Partner, der auch verdient und sonst zur Bedarfsgemeinschaft dazuzahlen müßte.
Das ist meine Vermutung. Damit sie sich dann besser fühlen mit ihrem Minilohn gegenüber den Hartzern, kommen dann solche Sprüche. Man guckt halt so gerne nach unten, und fühlt sich dann als was Besseres.
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: antonov am 15:36:49 Mo. 08.August 2011
---> Silly - Puppe Otto (http://www.youtube.com/watch?v=kJCMCvN9n7k#)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Judy am 20:13:04 Mo. 08.August 2011
Das Video funzt nicht.
Was mir noch eingefallen ist, wie sind diese so schlecht verdienenden Subunternehmer denn krankenversichert?
Davon kann man sich doch als Selbständiger gar keine Versicherung mehr leisten, von dem Lohn!
Eventuell sind es solche Leute mit Wohneigentum, da braucht man ja dann nicht mehr für die Miete zu ackern, die ja doch ziemlich der größte Ausgabenposten ist normalerweise. Denke ich mal.
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: antonov am 07:03:57 Di. 09.August 2011
ich dachte das lied passt da gut rein :)

---> Silly - Puppe Otto (1983) (http://www.youtube-mp3.org/#v=kJCMCvN9n7k)

Titel: Re:Hermes
Beitrag von: vampyrella am 13:45:42 Mi. 17.August 2011
Bei DHL werden die Angstellten gut bezahlt, ist alles tariflich geregelt. Wie und ob es Subunternehmer bei DHL ergeht weiss ich nicht, aber die direkt Angstellten habens echt gut.
Deswegen kostet ja ein Paket auch 7 Euro und nicht 3,90 euro.
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Alex22 am 21:32:29 Mi. 17.August 2011
In D ist jeder Einwohner zwangsversichert. Wer nicht zahlen kann, verschuldet sich.
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Judy am 22:21:56 Mi. 17.August 2011
Na prima, man arbeitet, um sich damit in die roten Zahlen zu bringen, also man bezahlt dafür, dass man arbeitet?
Bei den richtiges Selbständigen seh ichs ja noch ein, der Preis für die Freiheit vom Amt sozusagen, aber wenn man dann auch nicht mal sein eigener Chef sein darf???
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Sir Vival am 17:04:51 So. 21.August 2011
Letzte Woche war ein DPD-Fahrer bei uns in der Firma. Ich habe die Pakete angenommen und den Fahrer gefragt, ob´s bei ihnen auch so zugeht wie bei GLS teils und bei Hermes. Er grinste und sagte, er hat das auch gesehen im TV. Aber bei DPD sei alles gut geregelt. Eine bestimmte Paketanzahl pro Tag. Kommt auf die Tour drauf an........ und wird wohl alles vom Disponenten geregelt und errechnent.
Die haben wohl geschnallt, dass Leistung und Motivation nur bei guter Bezahlung und entspr. Arbeitsbedingungen kommen.

Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Kuddel am 20:45:36 Fr. 05.April 2013
Paketdienst Hermes
Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Zusteller

In kaum einer Branche herrschen so schlechte Zustände für Arbeiter, wie bei den Paketdiensten. Nach einem sternTV-Bericht versprach ein Hermes-Vertreter Verbesserungen. Was hat sich getan?
http://www.stern.de/tv/paketdienst-hermes-die-unmenschlichen-arbeitsbedingungen-der-zusteller-1992782.html (http://www.stern.de/tv/paketdienst-hermes-die-unmenschlichen-arbeitsbedingungen-der-zusteller-1992782.html)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Troll am 14:44:44 Mi. 30.Oktober 2013
Zitat
Hermes-Subunternehmer macht sich aus dem Staub

Nach der abrupten Schließung eines Hermes-Depots bei Emmendingen kommen neue Details ans Licht: Der Subunternehmer hat sich abgesetzt, ohne seine Mitarbeiter zu bezahlen. Tausende Pakete blieben liegen.
....
....
Hermes-Sprecher: "Das sind nicht unsere Leute"

Die Mitarbeiter waren bei ihm angestellt, nicht bei Hermes – der Logistikkonzern arbeitet häufiger mit Subunternehmern zusammen. "Das sind nicht unsere Leute", sagt Hermes-Sprecher Martin Frommhold. "Wir sind den Verpflichtungen aus unserem Vertragsverhältnis nachgekommen", sagt er. Das bedeute zum Beispiel, dass sein Unternehmen für den September einen sechsstelligen Betrag an den Subunternehmer überwiesen habe – Geld, von dem üblicherweise die Gehälter bezahlt werden.
....


Quelle: Badische Zeitung (http://www.badische-zeitung.de/emmendingen/hermes-subunternehmer-macht-sich-aus-dem-staub--76297349.html)
Zitat
Das SAT wurde erst vor wenigen Wochen mit 100 von 100 Punkten als bestes SAT Deutschlands zertifiziert.

https://hermespaketfahrer.wordpress.com/ (https://hermespaketfahrer.wordpress.com/)

Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Tiefrot am 14:46:47 Mi. 30.Oktober 2013
Hmtja, was der Subbi da veranstaltet hat, ist absolut keine Hermes-Reklame.
Hoffentlich wird der etwas klüger daraus.  ::)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Troll am 16:56:19 Mi. 30.Oktober 2013
Dieses Geschwätz ist unerträglich, "Das sind nicht unsere Leute", überall nur noch Floskeln, am Ende können wir ja mal wieder boykottieren, denn nur durch die Kunden kann so etwas entstehen, vielleicht sind aber auch die betrogenen Fahrer an ihrer Ausbeutung selbst Schuld, es gibt sooo viele möglich Schuldige, nur der Leistungsträger "Hermes" kanns nicht sein.
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Kuddel am 16:05:41 Do. 29.Juni 2017
Zitat
Streiks bei Hermes

Im Einzel- und Versandhandel in Haldensleben und im Raum Dresden wird Dienstag die Arbeit niedergelegt.


Dresden/Haldensleben (dpa) l Mitarbeiter im Einzel- und Versandhandel legen am Dienstagmorgen im Raum Dresden und im sachsen-anhaltischen Haldensleben (Landkreis Börde) die Arbeit nieder. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, streiken Mitarbeiter des Onlinehändlers Hermes in Haldensleben seit vier Uhr. Rund um Dresden wollen Mitarbeiter von Kaufland, Ikea, H&M, Esprit und fünf Obi-Baumärkten um sieben Uhr mit dem Streik beginnen.

Während im Raum Dresden am Dienstag bereits der sechste Tag in Folge gestreikt wird, ist es für die Mitarbeiter in Haldensleben der erste Tag. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne und Ausbildungsvergütungen. Außerdem sollen Tarifverträge für alle Beschäftigten gelten und für ein Jahr abgeschlossen werden. Am kommenden Montag sollen die nächsten Verhandlungen stattfinden. Am vergangenen Montag und Samstag hatten Mitarbeiter des Onlineversandhandels Amazon in Leipzig die Arbeit niedergelegt. An dem Streik am Dienstag sind sie nach Verdi-Angaben nicht beteiligt.
https://www.volksstimme.de/deutschland-welt/wirtschaft/arbeitsniederlegung-streiks-bei-hermes (https://www.volksstimme.de/deutschland-welt/wirtschaft/arbeitsniederlegung-streiks-bei-hermes)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Kuddel am 20:17:01 So. 26.November 2017
Zitat
Streik bei Hermes in Friedewald

(https://abload.de/img/streik-hermesfcsnn.jpg) (http://abload.de/image.php?img=streik-hermesfcsnn.jpg)

Friedewald. Nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi haben Mitarbeiter des Zentralumschlags des Logistikers Hermes in Friedewald am Freitag schichtübergreifend für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt.

Die Tarifverhandlungen im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe waren Anfang November abgebrochen worden.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine lineare Erhöhung der Löhne um 6,5 Prozent, die Einführung von Erfahrungsstufen und eines 13. Monatsgehalts sowie die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro.
https://www.hersfelder-zeitung.de/lokales/schenklengsfeld-friedewald/friedewald-ort746901/streik-bei-hermes-in-friedewald-9372144.html (https://www.hersfelder-zeitung.de/lokales/schenklengsfeld-friedewald/friedewald-ort746901/streik-bei-hermes-in-friedewald-9372144.html)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Kuddel am 14:39:16 Do. 30.November 2017
Zitat
Erneut Streik bei Hermes in Friedewald

30.11.17

Freidewald. Vor der dritten Verhandlungsrunde im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe in Hessen erhöht die Gewerkschaft Verdi nochmals den Druck.

Warnstreiks gibt es am Donnerstag unter anderem beim Logistiker Hermes in Friedewald. Die Gewerkschaft fordert in der Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von 12 Monaten, die Einführung eines 13. Monatsgehalts, ebenso die Einführung von Erfahrungsstufen für langjährig Beschäftigte sowie 150 Euro mehr Ausbildungsvergütung je Ausbildungsjahr.

Das Angebot der Arbeitgeber aus der zweiten Runde vom vergangenen Freitag sieht laut Pressemitteilung vor allem einen Nullmonat weniger vor. So solle es zwei statt drei Monate ohne Gehaltserhöhung geben. Die Einführung eines 13. Monatsentgeltes lehnen die die Arbeitgeber laut Verdi weiterhin ab.

Zum privaten Verkehrs- und Transportgewerbe in Hessen zählen auch Betriebe der Logistik, Lagerei, Möbeltransporte, Zulieferbetriebe und Speditionen. Nach Schätzungen von Verdi sind in der Branche hessenweit circa 50 000 Menschen beschäftigt.
https://www.hersfelder-zeitung.de/lokales/schenklengsfeld-friedewald/friedewald-ort746901/erneut-streik-bei-hermes-in-friedewald-9409167.html (https://www.hersfelder-zeitung.de/lokales/schenklengsfeld-friedewald/friedewald-ort746901/erneut-streik-bei-hermes-in-friedewald-9409167.html)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Fritz Linow am 18:52:44 Do. 30.November 2017
Zitat
29.11.17
Ermittlungen gegen Hermes-Servicepartner

Großrazzia bei Servicepartnern des Paketdiensts Hermes: Mehr als 300 Mitarbeiter von Zoll und Bundespolizei haben Anfang vergangener Woche in Nordrhein-Westfalen 24 Geschäftsräume und Wohnungen leitender Mitarbeiter durchsucht und dabei nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln umfangreiche Unterlagen sichergestellt.(...)
https://www.eurotransport.de/news/grossrazzia-von-zoll-und-bundespolizei-ermittlungen-gegen-hermes-servicepartner-9826698.html (https://www.eurotransport.de/news/grossrazzia-von-zoll-und-bundespolizei-ermittlungen-gegen-hermes-servicepartner-9826698.html)

Kleiner Auszug aus den Ehrungen für Michael Otto:
Zitat
Am 30. November 2006 erhielt er auf Vorschlag des Bundespräsidenten Horst Köhler das Große Verdienstkreuz mit Stern. Damit wurde seine Bereitschaft geehrt, gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, sowie sein persönliches Engagement im ökologischen und sozialen Bereich.
https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Otto (https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Otto)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Kuddel am 14:35:54 Di. 12.Juni 2018
Wenn man das Wort "Hermes" googelt, versinkt man sofort in einem kriminellen Sumpf...

2017:
Zitat
WDR Ermittlungen gegen Hermes-Subunternehmer nach WDR-Recherchen

 Andreas Mossyrsch, Vorstand von Camion Pro recherchiert Undercover mit dem WDR: Dreihundert Einsatzkräfte von Polizisten, Zoll und Kripo gehen gegen Hermes-Subunternehmer vor. Hausdurchsuchungen und Festnahmen an über 24 Objekten. Die Bundespolizei in Nordrhein-Westfalen hat 24 Objekte durchsucht und 13 osteuropäische Paketfahrer, die für Subunternehmer des Logistikkonzerns tätig waren, vorübergehend festgenommen. Die Polizei hatte die Ermittlungen aufgrund eines Hinweis eines Fernsehjournalisten aufgenommen. Der Autor, der für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) eigentlich nur eine Dokumentation über die Arbeitsbedingungen bei deutschen Paketdiensten drehen wollen. Holte sich Hilfe beim Berufsverband Camion Pro
https://www.camionpro.de/camionpro-de/index.php/news/pressespiegel/86-wdr-29-11-2017 (https://www.camionpro.de/camionpro-de/index.php/news/pressespiegel/86-wdr-29-11-2017)

WDR Bericht: https://www1.wdr.de/nachrichten/razzia-paketdienste-100.html (https://www1.wdr.de/nachrichten/razzia-paketdienste-100.html)

Zitat
Warenstrom außer Kontrolle
DHL, Hermes und Co. im Zustellchaos

Die Anzahl an versendeten Paketen steigt ins Extreme - gerade zur Weihnachtszeit. Das trifft nicht nur die Zusteller, sondern vor allem die Empfänger.


Der WDR berichtete nach einer groß angelegten verdeckten Recherche vor Kurzem sogar von illegalen Praktiken mit osteuropäischen Kräften mit Bezahlung weit unter Mindestlohn im Umfeld von Subunternehmen und löste damit eine Groß-Razzia von Zoll und Polizei aus. Die Gewerkschaft Verdi fordert schon länger, die Zahlung von Sozialbeiträgen auch in Sub-Unternehmen durch eine gesetzliche Haftungsvorschrift zu sichern.

Viel Ärger über die Paketboten – allerdings rät die Verbraucherzentrale dazu, beide Seiten des Problems zu sehen: Einerseits regten Kunden sich zu Recht über zerquetschte Pakete auf und kritisierten Sendungen, die so spät ankommen, dass etwa ein Blumenstrauß längst verdorrt ist. Andererseits kämpfen manche Zusteller um das wirtschaftliche Überleben
https://www.weser-kurier.de/deutschland-welt/deutschland-welt-wirtschaft_artikel,-dhl-hermes-und-co-im-zustellchaos-_arid,1676341.html (https://www.weser-kurier.de/deutschland-welt/deutschland-welt-wirtschaft_artikel,-dhl-hermes-und-co-im-zustellchaos-_arid,1676341.html)

Zitat
Illegale Paketboten für Hermes - Netzwerk fliegt bei Razzia in Thüringen auf

(https://www.thueringen24.de/img/thueringen/crop211974155/7783834538-w960-cv16_9-q85/Razzia-bei-Hermes-Zustellern-im-Kreis-Gotha-.jpg)

Bei einer Razzia im Kreis Gotha hat die Polizei ein Netzwerk illegal eingewanderter Paketboten auffliegen lassen. Rund 160 Beamte der Bundespolizei hatten seit Dienstagmorgen in Gierstädt (Kreis Gotha) einen Wohnkomplex durchsucht. Dabei fassten sie 35 Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten.

Razzia bei Hermes-Zustellern - Fotos vom Einsatz der Polizei:
(https://www.thueringen24.de/img/incoming/crop211974097/1954636141-cv4_3-q85/MAS20170919-001.jpg)

Paketboten für Hermes


Sie sollen aus Moldawien, der Ukraine und Weißrussland stammen. Nach bisherigen Erkenntnissen waren sie mit gefälschten rumänischen Ausweisen eingereist. In Deutschland angekommen, sollten sie als Paketkuriere für einen Subunternehmer des Logistikdienstleisters Hermes arbeiten, wie die Polizei auf Thüringen24-Anfrage mitteilte. Welche Orte sie anfuhren, ist derzeit noch nicht klar.

35 Festnahmen in Gierstädt


Die 35 Beschuldigten wurden vorläufig festgenommen. Sie müssen sich jetzt wegen unerlaubter Einreise und Aufenthalts sowie zum Teil auch wegen Urkundenfälschung verantworten. Polizei, Staatsanwaltschaft Erfurt und Ausländerbehörde Gotha prüfen jetzt, ob sie abgeschoben werden. Die Arbeitgeber müssen sich außerdem auf Ermittlungen „wegen unerlaubter Beschäftigung von Ausländern ohne Aufenthaltstitel“ einstellen.

Beweismittel bei Razzia sichergestellt


Zu den Hintermännern ist noch wenig bekannt. Die beschlagnahmten Beweismittel sollen dabei helfen, sie ausfindig zu machen.
Fahnder aus Halle ermitteln in mehreren Bundesländern

Die Ermittlungen gehen auf die Bundespolizei in Halle zurück, die das Netzwerk in mehreren Bundesländern verfolgte. So rückte auch ein Wohnheimkomplex mit etwa 60 Zimmern in Gierstädt ins Visier der Fahnder. Auch in Mitteldeutschland floriere die illegale Beschäftigung, berichtete der zuständige Polizeiführer Markus Pfau. Er verwies darauf, dass den Sozialkassen und den gesetzestreuen Unternehmen dadurch hoher Schaden entstehe.

Logistikunternehmen Hermes

Das Logistikunternehmen Hermes hat nach eigenen Angaben weltweit etwa 12.000 Beschäftigte und stellt jedes Jahr rund 500 Millionen Sendungen in Europa zu. Es gehört zu den größten Paketzustellern Europas.
https://www.thueringen24.de/thueringen/article211972877/Illegale-Paketboten-fuer-Hermes-Netzwerk-fliegt-bei-Razzia-in-Thueringen-auf.html (https://www.thueringen24.de/thueringen/article211972877/Illegale-Paketboten-fuer-Hermes-Netzwerk-fliegt-bei-Razzia-in-Thueringen-auf.html)

Es ist nicht allein "Hermes". Die geben sich nichts, die Paketdienstleister:

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Razzia bei Paketzusteller GLS: Der hohe Preis der billigen Pakete

(https://www.aachener-nachrichten.de/polopoly_fs/1.1782273.1513164691!/image/image.jpg_gen/derivatives/zva_quer_540/image.jpg)
Die Einsatzkräfte kontrollierten fast 90 Fahrzeuge und überprüften mehr als 100 Mitarbeiter. Foto: Hauptzollamt Aachen

Als die Beamten um 8 Uhr bei GLS in Alsdorf auf den Hof fuhren, war ihnen klar, dass sie keine Überraschungen erleben würden. Sie wussten, wie sie vorgehen mussten, sie wussten auch, welche Dolmetscher sie brauchen würden. Sie wussten, wann die Zusteller vom Hof fahren würden und sie ahnten, welche Verstöße bei den Kontrollen festgestellt werden würden. Der Zoll hatte nichts dem Zufall überlassen. Bevor die 70 Beamten am Dienstagmorgen bei GLS auf den Hof fuhr, war dort verdeckt ermittelt worden.

Der Aachener Zoll, die Polizei und das Ausländeramt haben am Alsdorfer Standort des Paketzustellers GLS im Rahmen einer Razzia mindestens 26 Verstöße festgestellt, es geht um Sozialversicherungsbetrug, Urkundenfälschung, Einhaltung der Arbeitszeitbestimmungen, Einhaltung des Mindestlohnes und illegalen Aufenthalt. Mark Gerner, Sprecher des Hauptzollamts Aachen, erklärte am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung, dass sich die Vorwürfe zunächst nicht gegen GLS selbst richteten, sondern gegen diverse Subunternehmer.

Wer sich mit den Arbeitsbedingungen vieler der großen Logistikkonzerne beschäftigt, taucht ein in eine Welt, deren Strukturen mafiös anmuten. Der Journalist Günter Wallraff, der vor einigen Jahren bei GLS recherchierte, sagte hinterher: „Es ist ein System, das eine Form von moderner Sklaverei mitten in Deutschland darstellt“, es handele sich um „Menschenschinderei mit System“.

Wie dieses System funktioniert, hat auch Bernd Lind erfahren, er ist Gewerkschaftssekretär bei Verdi und zwischen Aachen und Köln zuständig für Postdienste und Speditionen. Von den großen in Deutschland tätigen Paketzustellern, Hermes, DPD, DHL, UPS und GLS, sei DHL der einzige, dessen Paketzusteller sämtlich fest angestellt seien und nach Tarif bezahlt würden, sagt Lind. DHL, das muss man in diesem Zusammenhang wissen, gehört zur Deutschen Post, die bis in die 90er Jahre eine staatliche Behörde war, an der der Bund bis heute beteiligt ist.

Bei den übrigen Konzernen, Hermes, DPD, UPS und GLS, gebe es „überall Probleme mit illegaler Beschäftigung“, sagt Lind. Statt Paketzusteller fest anzustellen, würden Subunternehmer beschäftigt, also Firmen, deren Mitarbeiter die für die Auftraggeber die Paketzustellung übernehmen. Immer wieder stoße der Zoll wie am Dienstag in Alsdorf auf illegale Beschäftigte, auf massive Arbeitszeitgesetzverstöße und die systematische Umgehung des Mindestlohns.

72 Stunden in der Woche

Die Subunternehmer würden oft illegal eingereiste Menschen beschäftigen, die überhaupt nicht wissen, dass sie Anspruch auf einen Mindestlohn haben. Lind spricht von Paketzustellern, die an sechs Tagen in der Woche arbeiten, oft zwölf Stunden am Tag und mehr. Viele dieser Zusteller würden keinen festen Lohn erhalten, sondern würden pro ausgeliefertem Paket bezahlt.

Die Zusteller bezahlen einen hohen Preis dafür, dass die Konzerne den Versand der Pakete billig anbieten können.

Die Logistikkonzerne würden in den Verträgen, in denen sie die Subunternehmer mit der Paketzustellung beauftragen, auf einer Selbstverpflichtung zur Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften bestehen. „Damit sind die Konzerne rechtlich gesehen aus allem raus“, sagt Lind. Verdi dringe seit Jahren darauf, dass diese Konzerne in Mithaftung genommen werden, wenn es zu systematischen Regelverstößen bei ihren Subunternehmern komme. Doch passiert ist bislang nichts.

Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte GLS am Mittwoch, man nehme die „Ergebnisse der Kontrollen sehr ernst“ und arbeite „eng mit dem Zoll zusammen“. Als „erste Maßnahmen finden Einzelgespräche mit den Transportpartnern statt, zudem wurde einigen Fahrern bereits Hausverbot erteilt“. In den vergangenen Jahren seien „kontinuierlich Prozesse und Abläufe verbessert“, seien „individuelle Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitszeiten der Fahrer umgesetzt“ worden. Ingesamt seien „in den letzten fünf Jahren über 50 Millionen Euro in die Systemoptimierung investiert“ worden, teilte GLS weiter mit.

Auf die Frage, warum GLS überhaupt mit Subunternehmern statt mit fest angestellten Paketzustellern arbeitet, antwortete das Unternehmen: „Unsere Transportpartner kennen ihren Markt und die Gegebenheiten vor Ort genau und disponieren direkt.“ Das „Prinzip der Arbeitsteilung“ werde „in vielen Branchen unserer Wirtschaft erfolgreich praktiziert“.

Trotz allem fanden Zoll und Polizei bei der Durchsuchung in Alsdorf einen Paketzusteller, der sich als Pole ausgab. Er hatte einen Ausweis dabei, in dem keine Angabe stimmte, auch der Ausweis selbst war eine Fälschung. Er gehörte zu denen, die die Polizei vorläufig festnahm.

Bevor die Beamten das GLS-Gelände in Alsdorf am Dienstag gegen 14 Uhr wieder verließen, fanden sie noch vier bis unters Dach mit Paketen beladene Transporter auf dem Gelände. Die Fahrzeuge waren abfahrbereit, doch vom den Fahrern fehlte jede Spur. „Wir müssen davon ausgehen, dass sich diese Fahrer durch Flucht der Kontrolle entzogen haben“, sagte Zoll-Sprecher Gerner am Mittwoch.

Die Ermittlungen haben gerade erst begonnen.
https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/region/razzia-bei-paketzusteller-gls-der-hohe-preis-der-billigen-pakete-1.1782159 (https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/region/razzia-bei-paketzusteller-gls-der-hohe-preis-der-billigen-pakete-1.1782159)
Titel: Re:Hermes
Beitrag von: Kuddel am 15:29:20 Di. 12.Juni 2018
Fortsetzung:

2018

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Razzia: Zoll kontrolliert beim Paketzusteller Hermes in Hückelhoven

(http://www.aachener-nachrichten.de/polopoly_fs/1.1810939.1516877237!/image/image.JPG_gen/derivatives/zva_quer_540/image.JPG)

Es sei zwar eine Menge Aufwand, 57 Zollbeamte und dazu all die Polizisten für eine solche Aktion zusammenzuziehen, dafür könne man dann aber auch sehr viele Arten von Vergehen ahnden.

Und trotzdem gibt es Fälle, bei denen die Beamten nicht sofort weiterwissen: Einige der Lieferwagen haben polnische Kennzeichen. Sie sollen einer deutschen Firma gehören, die sie in Polen mietet und damit in Hückelhoven Pakete ausliefert. Einige Stunden und einige Telefonate später geht der Zoll davon aus, dass die Firma die deutsche Kfz-Steuer für diese Autos hinterzogen hat. Eine harte Nuss, die man erst einmal knacken muss. Aber die Ermittlungen haben ja auch gerade erst begonnen.
http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/heinsberg/razzia-zoll-kontrolliert-beim-paketzusteller-hermes-in-hueckelhoven-1.1810937 (http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/heinsberg/razzia-zoll-kontrolliert-beim-paketzusteller-hermes-in-hueckelhoven-1.1810937)

Perkäre Arbeitsbeidngungen rentieren sich!

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Hermes investiert kräftig

Die Otto-Tochter hat das Geschäftsjahr 2017 erfolgreich abgeschlossen. Für die Zukunft will sich der Konzern unter anderem mit dem Ausbau seiner Infrastruktur rüsten.


Die Hermes-Gruppe ist im Geschäftsjahr 2017 erneut zweistellig gewachsen. So steigerte der in Hamburg ansässige Handels- und Logistikdienstleister seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2017 währungskursbereinigt um rund 12 Prozent auf 3,13 Milliarden EUR. Ausschlaggebend dafür sei die positive Entwicklung der Hermes Paket- und Zwei-Mann-Handling-Gesellschaften im In- und Ausland, auf die über 85 Prozent der Umsätze entfielen, teilte der Konzern mit. Sie transportierten 2017 die Rekordmenge von 766 Millionen Sendungen in Europa, was einem Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Zahl der Hermes-Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2017 stieg weltweit auf rund 15.300.

In den kommenden Jahren erwartet der zweitgrößte deutsche Paketdienst ein starkes Wachstum des Marktes und fährt deshalb seine Investitionen hoch. Bis 2020 werde das Tochterunternehmen des Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto Group rund 500 Millionen Euro zusätzlich investieren, kündigte Europa-Chefin Carole Walker am Mittwoch in Hamburg mit.
https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/hermes-investiert-kraeftig-2151497.html (https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/hermes-investiert-kraeftig-2151497.html)

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Razzia der Bundespolizei bei Logistik-Unternehmen

Geschäftsunterlagen, Mobiltelefone, Computer, gefälschte Ausweise, rund 30.000 Euro Bargeld sowie eine schussbereite Handfeuerwaffe und eine Schreckschusswaffe: Das haben Ermittler bei ihrer Razzia am Donnerstag in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sichergestellt. Sie hatten elf Wohnungen und Geschäftsräume eines Transportunternehmens durchsucht, das als Servicepartner für Hermes tätig ist. Schwerpunkt der Razzia war Schleswig-Holstein. Laut Bundespolizei wird nun gegen fünf Hauptbeschuldigte ermittelt - wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern sowie Urkundenfälschung und Verschaffens von amtlichen Ausweisen.


(https://www.ndr.de/fernsehen/screenshot525522_v-contentxl.jpg)

Fahrer mit falschen Papieren

"Osteuropäische Staatsangehörige, die nicht EU-Staatsangehörige sind, wurden mit falschen Dokumenten eingeschleust", sagte der Pressesprecher der Bundespolizei, Matthias Menge. Unter anderem aus Russland seien diese Menschen gekommen - und mit gefälschten Papieren aus Rumänien ausgestattet worden. So sollen sie dann für das Unternehmen als Fahrer gearbeitet haben.

Paketzusteller Hermes will Aufklärungsprozess unterstützen

"Es ist für uns ein neues Phänomen, dass ein Unternehmen Fahrer im Ausland rekrutiert und dann hier einschleust", sagte Menge. Der Paketzusteller Hermes teilte in einer Stellungnahme mit, er unterstütze "den Aufklärungsprozess in enger Kooperation mit den zuständigen Behörden vollumfänglich". Hermes erwarte von den Servicepartnern, dass sie sich an gesetzliche Vorgaben halten. Sollten im konkreten Fall gesetzliche Vorgaben umgangen worden sein, werde der Dienstleister umgehend Konsequenzen ergreifen. Die mit Hermes assoziierten Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen könne das Unternehmen nicht bestätigen, hieß es.

Monatelange Ermittlungen


Insgesamt durchsuchte die Bundespolizei Immobilien des Hermes-Servicepartners an neun Standorten in Schleswig-Holstein - in Kaltenkirchen, Ellerau (beide Kreis Segeberg), Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Neumünster, Flensburg und Harrislee. Mit den Razzien in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen waren insgesamt 280 Beamte im Einsatz. Grundlage für die Aktion sind nach Informationen der Bundespolizei monatelange Ermittlungen nach entsprechenden Hinweisen.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Razzia-der-Bundespolizei-bei-Logistik-Unternehmen,einsatz142.html (https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Razzia-der-Bundespolizei-bei-Logistik-Unternehmen,einsatz142.html)

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Schon seit 2017 läuft ein Verfahren der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Rostock mit dem Hauptzollamt Itzehoe im Auftrag der Staatsanwaltschaft Flensburg. Die Ermittler nehmen an, dass die aus Aserbaidschan und Rumänien stammenden Haupttäter überwiegend Moldauer mit gefälschten EU-Dokumenten ausgestattet haben. Sie sollten nach Deutschland einreisen, um hier anschließend unselbstständig und illegal als Paketzusteller zu arbeiten, so Menge. „Uns ging es heute um weitere Beweismittel, die wir sicherstellen wollten.“Neben diversen Geschäftsunterlagen, Mobiltelefonen und Computern gehörten dazu gefälschte Ausweise, rund 30000 Euro Bargeld sowie in Neumünster eine schussbereite Handfeuerwaffe und eine Schreckschusswaffe, so Menge.

Insgesamt 280 Beamte von Bundespolizei und Zoll waren auch in Krefeld (Nordrhein-Westfalen) und Salzgitter (Niedersachsen) im Einsatz.
https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/panorama/landesweite-grossrazzia-gegen-paketdienst-hermes-id20063272.html (https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/panorama/landesweite-grossrazzia-gegen-paketdienst-hermes-id20063272.html)

Zitat
Hermes arbeitet deutschlandweit mit rund 400 Servicepartnern zusammen. Die Otto-Tochter stellt in der Stellungnahme klar, dass es sich bei den Partnern um „100 Prozent selbständige Logistikunternehmen“ handle, die sich auf die von Hermes ausgeschriebenen Transportdienstleistungen bewerben bzw. diese nach Auftragsvergabe durchführen. Dabei betont Hermes, dass man von den Partnern erwarte, dass sich diese „vollumfänglich an gesetzliche Vorgaben halten und auch darüber hinaus hohe Sozialstandards für ihre Mitarbeiter sicherstellen.“

Auch Bertram stellt noch einmal deutlich heraus, dass es „für uns in keiner Weise tragbar ist, wenn Partner von uns Recht und Gesetz unterlaufen“. Hermes wird umgehend Konsequenzen ergreifen, wenn die Ermittlungen ebendies ergeben.

Hermes scheint dabei immer wieder Probleme mit seinen Servicepartnern zu haben. Erst im Dezember 2017 wurde bekannt, dass zwei der Unternehmen, mit denen der Logistiker zusammenarbeitet, im Visier behördlicher Ermittlungen stehen (wir berichteten). Hermes kündigte daraufhin an, dass man seine Partner „noch genauer überprüfen“ wolle.
https://www.logistik-watchblog.de/unternehmen/1597-razzia-bundespolizei-durchsucht-bueroraeume-hermes-partner.html (https://www.logistik-watchblog.de/unternehmen/1597-razzia-bundespolizei-durchsucht-bueroraeume-hermes-partner.html)
Titel: Re: Hermes
Beitrag von: Kuddel am 10:16:22 Do. 20.Juni 2019
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Streik bei Hermes in Haldensleben gestartet

Die Beschäftigten von Hermes in Haldensleben sind in einen Warnstreik getreten. Sie fordern mehr Lohn.

 
Wie Torsten Furgol von der Gewerkschaft Verdi am Donnerstagmorgen mitteilte, begann der Warnstreik Mittwochabend um 22 Uhr. Die Arbeitsniederlegung soll bis in die Nacht um 1.30 Uhr andauern. Nach Angaben des Gewerkschaftssekretärs ist die Beteiligung gut. Furgol: „Von der Frühschicht streiken etwa 150 Kollegen. Aus der Spätschicht sind Mittwochabend 50 Mitarbeiter aus dem laufenden Betrieb heraus in den Streik getreten."
https://www.volksstimme.de/lokal/haldensleben/arbeitskampf-streik-bei-hermes-in-haldensleben-gestartet