11.1. 19°° Antikriegsveranstaltung in Kiel

Begonnen von Kuddel, 16:19:56 Sa. 10.Januar 2026

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Kuddel


Onkel Tom

Das ist doch ein sehr gut gelungendes Aufrufplakat und ich wünsche dieser
Infoveranstaltung gutes und aufklärerisches Gelingen.

Das Foto auf dem Plakat beweist, wo Liebe herrscht, kann sich kein Krieg
entfalten. Ich hoffe der abgebildeten Familie geht es gut und berichte bitte,
wie diese Veranstaltung läuft/lief ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

Mit rund 30 Teilnehmer:innen war die Veranstaltung bei fiesem Winterwetter besser besucht als erwartet. Vom Alter her recht gemischt, aber die älteren waren in der Mehrheit.

Die Kriegssituation nimmt die Menschen mit. Die Möglichkeit eines Krieges nähert sich, von der Musterungspflicht ist der Weg zur Wehrpflicht nicht weit.

In den letzten Jahren wurden viele immer gereizter. Und einige haben sich in der krisengeschüttelten Welt ein paar Glaubenssätze angeeignet (oft irgendwo im Internet gefunden), an denen man sich festhält. Davon bekamen wir an diesem Abend die eine oder andere Kostprobe.

Die Einladung sagte bereits, daß wir es mit einem Kenner der Situation auf beiden Seiten der Front zu tun haben würden, um von den Debatten und Kämpfen der Menschen zu berichten, die weder an dem Krieg teilnehmen wollen, noch an die herrschende Propaganda glauben. Eine seltene Chance, solche Infos zu hören, die man in unseren Medien nicht findet. Doch es waren einige an dem Abend  wenig an diesen Informationen interessiert, sie zogen es vor, selbst zu referieren und ihr Weltbild zum Besten gaben.

Da gab es zwei Positionen: Das "Gut" und "Böse" war klar verteilt. Für die einen war die Nato der einzige Schuldige, der Putin in diesen Krieg gezwungen hat und mit dem Abbruch der Istanbulverhandlungen die Rückkehr zum Frieden verhindert haben. Für die anderen war Putin der Bösewicht, der gerade seine genozidalen Phantasien auslebt, der Ukrainer versklaven und das Land, die Kultur, die Sprache und die Menschen auslöschen will.

Erklärend sei dazu angemerkt, daß die mit diabolischen Putinbild Antideutsche waren. Etwas befremdlich, wenn Antideutsche erst versucht haben, die Werbung für die Veranstaltung zu unterbinden, um dann selbst auf dieser Veranstaltung aufzuschlagen.

Diejenigen, die der Meinung waren, Putin sei der Krieg vom Westen aufgezwungen worden, kamen eher aus der alten Friedensbewegung, einer outete sich als Gewerkschafter.

Ewgeniy Kasakow war ja bereits angekündigt als jemand, der weder die Position der Nato noch Putins rechtfertigt. Sein Punkt ist, daß es sich um einen Konkurenzkampf zwischen kapitalistischen Staaten handelt und beide Seiten ihre Interessen haben und nicht irgendwelche Werte verteidigen. Kapitalistische Wirtschaftssysteme brauchen Wachstum und wenn wirtschaftliche Druckmittel nicht ausreichend funktionieren, werden auch militärische Mittel genutzt.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung hat Ewgeniy Kasakow erklärt, daß er sich ein Ende des Burgfriedens wünscht. Wir sollten aufhören den Gürtel immer enger zu schnallen, was angeblich nur unserer Sicherheit dient. Wir müssen gegen soziale Angriffe und gegen die Militarisierung der Gesellschaft gemeinsam vorgehen und uns nicht von irgendwelchen Feindbildern davon abhalten lassen.

Die Veranstaltung und die Informationen wurden vom Publikum ausdrücklich gelobt, obwohl ein paar Wenige versucht haben, die Diskussion zu dominieren und die Stimmung phasenweise versaut haben. Es gab ein paar Eingriffe, damit die Diskussion nicht entgleitet, uns fehlte jedoch eine Diskussionsleitung.

Ewgeniy ist souverän damit umgegangen und ließ sich weder provozieren, noch in die Ecke drängen. Er konnte souverän und fundiert die wilden Theorien über die Kriegsparteien widerlegen. Wir müssen in Zukunft an eine Diskussionsleitung denken.

Es war eine erfolgreiche Veranstaltung trotz der Wermuthstropfen.

Onkel Tom

Vielen Dank für deine Berichterstattung.  :D

Zitat von: Kuddel am 17:13:50 Di. 13.Januar 2026Doch es waren einige an dem Abend  wenig an diesen Informationen interessiert, sie zogen es vor, selbst zu referieren und ihr Weltbild zum Besten gaben.
Sprich es taten sich wohl Barrieren darin auf, zu einem gemeinsamen Konsens zu kommen ?

Zitat von: Kuddel am 17:13:50 Di. 13.Januar 2026Erklärend sei dazu angemerkt, daß die mit diabolischen Putinbild Antideutsche waren. Etwas befremdlich, wenn Antideutsche erst versucht haben, die Werbung für die Veranstaltung zu unterbinden, um dann selbst auf dieser Veranstaltung aufzuschlagen.
Igitt, habe es ja schon befürchtet, aber schön, das dem Paroli geboten werden konnte.  ;)

Zitat von: Kuddel am 17:13:50 Di. 13.Januar 2026Die Veranstaltung und die Informationen wurden vom Publikum ausdrücklich gelobt, obwohl ein paar Wenige versucht haben, die Diskussion zu dominieren und die Stimmung phasenweise versaut haben. Es gab ein paar Eingriffe, damit die Diskussion nicht entgleitet, uns fehlte jedoch eine Diskussionsleitung.
Okay aber ich glaube kaum, das sich "gefestigte Meinungen zum Thema" davon hätten abhalten können,
wenn ein Moderator die Infoveranstaltung unterstützt hätte. Da hängt wohl zu viel "Absolution" dran,
die wir den einschlägigen Medien zu verdanken haben.

Aber töffte, das das Thema Millitarisierung und kapitalistische Ausbeutungsinteressen die Runde
machte, denn genau an diesen Punkten lässt sich ja erkennen, um was es beim Ukraine-Krieg wirklich
geht.

Ich finde, das es bei solch wichtigen Info-Veranstaltungen auch Videoaufzeichnungen gemacht werden sollten,
damit sich Zaungäste oder die, die nicht daran teilnehmen konnten auch neues Gedankenfutter bekommen,
die Umstände künftig realitätsnah bewerten zu können..

Gerade dann, wenn Experten zum Thema zu Gast sind.  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

Ich hatte das Gefühl, die friedensbewegten Rentner mußten sich erstmal Luft machen und der tagtäglichen Propaganda über Putin etwas entgegensetzen.

Daß sie aber Gegenwind bekamen mit linken Argumenten, gegen den von ihnen verteidigten Putin, hat ihnen durchaus zugesetzt. Ich habe den Eindruck, daß sie darüber noch nachdenken werden, vielleicht hatten sie sogar eine schlaflose Nacht.

Bei den Antideutschen sehe ich keine Tendenzen zur Selbstkritik. Bei ihnen ist es ein sektenmäßiger Zusammenhalt mit einem festen Weltbild, daran kann niemand rütteln. Bei ihnen ist, meiner Meinung nach, Hopfen und Malz verloren.

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