NSA, GCHQ, PRISM: Lauschangriff 2.0

Begonnen von cyberactivist, 15:35:21 So. 30.Juni 2013

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schwarzrot

Da es ja immer wieder mal leute hier gibt, die glauben, die NSA würde ihre ganzen daten gar nicht nutzen können, weil darin in 'Stasi-manier' 'ersaufen':
ZitatNSA-Überwachung
,,Wollen wir das wirklich?"

Yvonne Hofstetter entwirft Algorithmen. Für private Konzerne oder Rüstungsfirmen. Ein Gespräch über die wachsende Macht der Maschinen.


taz: Frau Hofstetter, Geheimdienste sammeln gigantische Datenmengen. Gibt es überhaupt Programme, die all das verarbeiten können? Oder ersäuft die NSA in der Datenflut?

Yvonne Hofstetter: Mein Team macht seit 18 Jahren Datenanalyse. Es ist ein Irrglaube, anzunehmen, dass sich mit solch großen Mengen von Informationen nichts anfangen lässt.

Was lässt sich damit anfangen?

Grundsätzlich gibt es drei Stufen der sogenannten Datenfusion. Auf der ersten Stufe werden Daten gesammelt und in Hochleistungsdatenbanken neuester Generation hineingepumpt. Ich spekuliere mal, dass die NSA vor allem das macht. Aus diesen Sammlungen können Sie mit einer intelligenten Suchmaschine entsprechende Informationen auslesen. Solche Systeme wurden schon vor Jahrzehnten fürs Militär entwickelt.

...
Zu den argumenten von 'fake'-accounts (wird gerne von fratzenbuch-nutzern gebracht):
ZitatUnd was ist mit Fake-Accounts, also zum Beispiel E-Mail-Accounts, die man unter falschem Namen anlegt?

Algorithmen können solche Fake-Accounts ziemlich leicht enttarnen. Wenn Sie zwei, drei falsche E-Mail-Konten haben, werden Sie sich nicht jedes Mal von einem Internetcafé aus einloggen. Sondern von zu Hause. Und das war's: Dann hat der Algorithmus Ihre IP-Adresse. Und merkt später, dass jemand unter derselben IP-Adresse drei oder vier E-Mail-Accounts bedient – darunter auch den mit Klarnamen. Ab dem Zeitpunkt haben Sie keine Fake-Accounts mehr. Das ist genau das, was Behörden machen: Verbindungsdaten sammeln und untersuchen.

...
http://taz.de/NSA-Ueberwachung/!122769/
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

schwarzrot

Und bevor das nun wieder ganz schnell aus der öffentlichkeit 'verschwindet':
ZitatCyber-Angriffe: So gefährdet die NSA die Internetsicherheit
(blödes Bild-babysprech und verharmlosend: Die schlagzeile müsste lauten 'NSA verwandelt eure computer in bot-netze!')


Umstrittene Methoden, aber ein gutes Ziel: Lange galt die NSA in der Technologiebranche als Kämpfer für sichere Infrastruktur. Das war ein Irrglaube. Die neusten Snowden-Enthüllungen zeigen: Die NSA gefährdet die Sicherheit, wenn es ihren Zielen dient.


Der US-Geheimdienst NSA hat bislang einen merkwürdigen, aber gar nicht so schlechten Ruf in der Technologiebranche. Es gibt wenig grundsätzliche Ablehnung, die NSA-Entwickler gelten als fähig, ihre Motivation und die übergeordneten Ziele ihres Dienstes sieht kaum jemand als grundlegend böse an. Konsens war bis heute: Auch wenn man über einige Aktionen streiten kann, grundsätzlich will die NSA dasselbe wie westliche IT-Firmen und die Nutzer: ein sicheres Netz, eine geschützte Infrastruktur.

Deshalb arbeiten NSA-Mitarbeiter seit Jahren an der Infrastruktur der digitalen Gesellschaft mit, ohne dass jemand die Rolle ihrer Behörde dabei in Frage stellt. Ihr Rat, ihre Expertise und ihr Code sind geschätzt:

-    Als Google vor drei Jahren angeblich von chinesischen Hackern angegriffen wurde, holte sich der Konzern Hilfe bei der NSA.

-    Bei renommierten Sicherheitskonferenzen wie der Black Hat traten NSA-Mitarbeiter als Redner und Gäste auf.

-    NSA-Angestellte arbeiten bei der Internetstandardisierung der Internet Engineering Task Force mit.

-    Ein bei der NSA entwickelter Code ist Teil einer Sicherheitserweiterung des Linux-Kernels.

-    Von der NSA entwickelte Sicherheitsfunktionen sind inzwischen Teil von Googles Android-System.

(locker bleiben, Linux/android ist open-source: unwahrscheinlich, dass die an dieser stelle bugs einprogrammieren, die dann jeder finden kann, aber sie kennen sich zumindest damit aus)


All diese NSA-Entwicklungen haben die Sicherheit der Systeme wahrscheinlich wirklich verbessert. Doch angesichts der neuesten Snowden-Enthüllungen über die Angriffe der NSA auf grundlegende Netz-Infrastruktur muss man die Rolle des Geheimdienstes neu bewerten. Die NSA macht das Netz insgesamt nicht sicherer, im Gegenteil.

1. Die NSA kauft Sicherheitslücken für Angriffe, statt sie zu veröffentlichen.


Laut "Washington Post" kauft die NSA verdeckt auf dem Graumarkt Sicherheitslücken für ihre Angriffe auf Computersysteme. Mehr als 25 Millionen Dollar sollen in diesem Jahr dafür ausgegeben werden. Dieser Handel mit bislang unbekannten Sicherheitslücken ist in vielerlei Hinsicht problematisch.

Hier gibt es einen Interessenkonflikt: Die NSA kauft sich einen Informationsvorsprung, wenn sie als erster Käufer von bislang unbekannten Lücken in weit verbreiteter Software erfährt. Wenn die NSA dagegen unmittelbar die Hersteller und die Fachwelt warnt, verliert sie ihren Informationsvorsprung.

Es wird kaum im Sinne der NSA sein, dass die Lücken gestopft werden, bevor der Geheimdienst sie für Angriffe ausgenutzt und verwundbare Systeme übernommen hat. Hier gibt es einen Widerspruch zwischen mehr Sicherheit im Netz und dem Interesse der US-Regierung an erfolgreichen Cyberangriffen der NSA.

2. NSA infiziert weltweit Infrastruktur mit Schläferprogrammen, statt sie zu schützen.


Ende dieses Jahres sollen weltweit mindestens 85.000 Systeme mit NSA-Trojanern infiziert sein, das sieht ein geheimer Haushaltsplan vor, den die "Washington Post" zitiert. Welche Systeme die NSA dabei genau im Visier hat, verrät das Dokument nicht. Aber es dürften kaum einfache Heimrechner sein, die Rede ist von Computersystemen, über die man Zugang zu größeren "Netzwerken" hat. Das könnten Server in Firmennetzen sein, Teile der Internet-Infrastruktur in anderen Staaten oder sogar staatliche Systeme. Auf diesen Computern richten die NSA-Angreifer Hintertüren ein, die sie später einmal ausnutzen können.

Hier geht es nicht um gezielte Überwachung bestimmter Systeme wegen eines konkreten Verdachts, hier werden Systeme ohne konkreten Anlass unsicherer gemacht. Statt die Betreiber vor Sicherheitslücken zu warnen, nutzt die NSA die Lücken aus, um irgendwann später einmal auf diesen Rechner zuzugreifen.

So gehen auch Cyberkriminelle vor, die sich ein Bot-Netz zusammenstellen. Rechner mit Hintertüren in wichtigen Netzen senken die Sicherheit. Derart infizierte Maschinen lassen sich nicht nur für das Abhören nutzen, mit den so erlangten Rechten kann man die Systeme auch sabotieren. Und ein Netzwerk von Zehntausenden Rechnern mit Hintertüren könnte auch ein talentierter krimineller Hacker übernehmen.

3. Die NSA attackiert Verschlüsselungsstandards, statt sie zu stärken.


Fast elf Milliarden Dollar gibt die US-Regierung jährlich für Programme zum Knacken von Verschlüsselungsstandards aus, berichtet die "Washington Post". 35.000 Angestellte sollen daran arbeiten.

Sollte das stimmen, gibt es weltweit wohl niemanden, der mehr Geld dafür ausgibt, dass die sogenannte "Cryptopocalypse" bald eintritt, als die US-Regierung. So haben Sicherheitsforscher den Augenblick benannt, wenn die derzeit wichtigsten Verschlüsselungsstandards geknackt sind. Wenn das geschieht, werden heute genutzte Verfahren zum Absichern von E-Commerce, Bankgeschäften und Kommunikation obsolet.

So würde keine Organisation handeln, deren oberstes Ziel die Sicherheit der Infrastruktur einer digitalen Gesellschaft ist.  ::)
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/cyber-angriffe-so-gefaehrdet-die-nsa-die-internet-sicherheit-a-919759.html
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Rudolf Rocker

Das diese Datenmengen kein Problem sind beweist ja schon Google!
Die sind auch in der Lage riesige Datenmengen zu filtern.

Just B U

Mir fallen dabei immer die Matrix-Filme ein, der erste vor allem...

M. E. sind wir auf dem besten Wege in eine derartige oder ähnliche Welt/Gesellschaft (global), und schon halb da.....auf vielen Ebenen.... ::)



*grusel*
Die Dummheit der Einen ist die Macht der Anderen.
Je dümmer u. desinteressierter die Einen desto mächtiger die Anderen.

Hätte man den christlichen Klerus mit der gleichen Vehemenz verteidigt, wie Teile der Linken das heute mit dem islamischen tun, hätte die Aufklärung nie stattgefunden.
Seyran

Strombolli

Als alter Mann  ;D erinnere ich mich an Fassbinder's TV-Film "Welt am Draht" (1973) der TV-Umsetzung des Romans  "Simulacron-3" (1964) von Daniel F. Galouye. Dort wurde das Theme der Welt in der Welt in der Welt... auch schon thematisiert. Eine Fantasie, die wohl jeder schon mal im Fieberwahn hatte.
Sie würde so manches erklären.

Auch philosophische Grundüberlegungen zum Sein, der subjektiven Abbildung der Umgebung ...

All dies ändert nichts an meinem Bedürfnis "meine subjektive Abbildung" der Umgebung zu ändern. Aber eben nicht durch "meine berühmt berüchtigten" Pillen (Cipralex), sondern am liebsten durch "Faust in Fresse". (Sorry, ihr wisst ich bin so - besagte Pillen verhindern, dass ich bei Ausführung dieser Gelüste erschossen werde  ;D )
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig

admin

ZitatSchwarz-Gelb verhindert NSA-Debatte

Die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundestag lehnt die Anträge der Opposition ab, die NSA-Affäre auf die Tagesordnung zu setzen. Die Begründung: Es gebe "nicht einen Beleg für die massenhafte Ausspährung" von Bundesbürgern.
http://www.fr-online.de/politik/nsa-affaere-schwarz-gelb-verhindert-nsa-debatte,1472596,24202478.html

???    ???     ???

Troll

ZitatErinnert ihr euch noch daran, dass der Pofalla die NSA-Affäre für beendet erklärt hat? Weil er ihnen Dokumente abgerungen hatte, aus denen seiner Meinung nach klar hervorging, dass das alles nicht so schlimm ist? Ja?

Nun, Thomas Oppermann, der für die SPD im Geheimdienstkontrollgremium sitzt, hat mal ein Foto getweetet. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Quelle: Fefes Blog

Ein Beispiel für die Offenheit und Transparenz der westlichen Welt.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

ZitatDeutsche und internationale Firmen für Überwachungstechnik werben offenbar auch massiv in autoritären Staaten wie Turkmenistan, Oman oder Kasachstan.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/spyfiles-wikileaks-entbloesst-ueberwachungsindustrie-a-920417.html

Eivisskat

ZitatNSA knackt verschlüsselte Online-Kommunikation - Gängige Systeme kein Hindernis für Geheimdienste

Die britischen und US-Geheimdienste sind offenbar in der Lage, verschlüsselte Kommunikation im Internet zu knacken. Gängige Verschlüsselungstechniken zur Chiffrierung von E-Mails, Banküberweisungen oder Telekommunikation seien für die National Security Agency (NSA) und ihren britischen Partnerdienst GCHQ keine Hindernisse, berichten die Zeitungen "New York Times", "Guardian" und das stiftungsfinanzierte investigative US-Nachrichtenportal ProPublica. Die Angaben stammen demnach aus geheimen Unterlagen vom Informanten Edward Snowden, die an die Medien weitergegeben wurden.

http://de.nachrichten.yahoo.com/nsa-knackt-verschlüsselte-online-kommunikation-053516858.html


Das "Einloggen" und all die ganz speziell ausgedachten & gehorteten Paßwörter von E-Mail und Bankkonten kann ich mir also  sparen, denn das ist eh alles Augenwischerei und Phantasiewelt!?

Warum nicht gleich hier bei CD damit anfangen, das ewige Ein- und Ausloggen abschaffen und Allen Zugang zu Allem geben?  >:D


Wieso bei einem so riesigen Ort wie der NSA (man denke an die Fotos der Anlage^^...) mit 1000den von Mitarbeitern diese Paßwörter dann nicht längst in den Händen von Dieben gelandet sind, die damit z.B. die Konten der Bespitzelten  leerräumen, erschließt sich mir allerdings nicht.

Was für krasse Zeiten...  ::)


Strombolli

Zitat von: Eivisskat am 08:32:25 Fr. 06.September 2013
Was für krasse Zeiten...  ::)

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei!

Computer können nicht zwischen den Zeilen lesen. Gut, normale BRD-Bürger auch nicht mehr, OK. - Wenn sich Organismen überfressen, werden sie zunächst krank und manchmal gehen sie auch gleich ganz räudig vor die Hunde.

Vielleicht fördert ja das Abhören von Allem wieder die vergessene Tugend in Fabeln zu sprechen.
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

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cyberactivist

Mich beruhigen die neuesten Enthüllungen.

Wenn man sich mit Kryptologie (Wissenschaft der Verschlüsselung) auskennt, weiß man, dass genau an dem Punkt die Schwachstellen liegen, an dem die NSA sie angreift.
Es bleibt aber die Erkenntnis, dass die NSA keinen Algorithmus an sich geknackt hat, der nicht bereits als schwach galt.

Die neuen Enthüllungen zeigen, dass die NSA z.B. Software-Firmen bezahlt oder erpresst,  damit sie Hintertüren einbauen, die die NSA nutzen kann. Wenn die Software-Hersteller keine direkten Hintertüren einbauen, nutzen sie z.T. Methoden, um aus einer eigentlich unknackbaren Verschlüsselung eine für die NSA "beherrschbare" zu machen.

Wie Snowden frei übersetzt sagte: Verschlüsselung funktioniert. Auf sorgfältig eingebaute, starke Verschlüsselung können wir uns weiter verlassen.

Ich verstehe nicht, warum viele Medien in den Dummy-Modus schalten, wenn es um Verschlüsselung geht.
Nur Exhibitionisten haben nichts zu verbergen.

schwarzrot

Danke Cyber, kann einen ja echt nerven, wie falsch die schlagzeilen gehäuft dazu titeln! Die schlagzeile:

ZitatNeue Snowden-Enthüllungen
Verschlüsselung geknackt

Geheimdienste können wohl einen Teil der verschlüsselten Netz-Verbindungen mitlesen. Auch SSL-Verschlüsselungen soll nicht mehr sicher sein.
..ist totaler quatsch. Es ist eben nicht so, dass 'verschlüsselungen geknackt sind', wer genau liesst (und ev. etwas vorwissen hat?) merkt, wie viel arbeit die NSA dazu verwendet, um eine wirkliche verschlüsselung herumzukommen.

Das geht bei SSL im internet (u.a. httpS://...) durch 'man in the middle'-attack, indem man router manipuliert, oder übernimmt, oder gleich die zertifikate klaut.
Durch windows-hintertüren (Microsaft arbeitet mit der NSA zusammen!).
Durch manipulierte nicht-open-source Software (wieder hauptsächlich windows und kommerzielle programme, acrobat-reader?, flash? adobe?,...)
Und durch dienstanbieter wie googlemail, yahoo, skype(microsaft!) etc., die die NSA direkt auf ihre server lassen:

Zitat
...

Ein Aufruf zum Abschied von Verschlüsselungstechnologien sind die Enthüllungen nicht. Edward Snowden hat bereits im Juni in einem Interview gesagt, dass sorgfältig entwickelte Verschlüsselungstechnologien für die Geheimdienste weiterhin ein Problem darstellen.

Die New York Times und der Guardian berichten, dass die Geheimdienste Druck auf die Zeitungen ausgeübt haben und versuchen wollten, die Veröffentlichung zu verhindern. Man habe sich trotzdem zur Veröffentlichung entschieden, aber einige entscheidende Details in der Berichterstattung weggelassen.

Bruce Schneier empfiehlt Nutzern, bei Verschlüsselungssoftware von großen Anbietern skeptisch zu sein und am besten auf Open Source-Software zurückzugreifen. Trotz der Vorwürfe gegen das NIST empfiehlt er weiterhin die Nutzung von offenen Standards und Verfahren wie SSL. Es liege nun an den Ingenieuren des Netzes, die Sicherheit wieder herzustellen, die durch die Geheimdienste kompromittiert wurde, so Schneier.
http://taz.de/Neue-Snowden-Enthuellungen/!123251/

Man kann sich schon fragen, warum diese meldungen so schlecht re­cher­chie­rt sind, oder ob absicht dahinter steckt, der allgemeinheit zu suggerieren, 'hat eh keinen zweck', 'versuchs erst gar nicht', 'hast ja nix zu verbergen'.   :(
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dagobert

"Sie haben die unglaubwürdige Kühnheit, sich mit Deutschland zu verwechseln! Wo doch vielleicht der Augenblick nicht fern ist, da dem deutschen Volke das Letzte daran gelegen sein wird, nicht mit ihnen verwechselt zu werden."
Thomas Mann, 1936

Nikita

Pofalla hat brutalstmögliche Aufklärung gegenüber der NSA betrieben und dies sind die Akten, die er von der NSA erhalten hat.
Wer glaubt, das ist ein Witz ... Pofalla meint das ernst.
Quelle:
https://twitter.com/ThomasOppermann/status/374966102788292609


dagobert

ZitatDatenschutzbeauftragter rügt Regierung in NSA-Affäre

Peter Schaar wirft dem Innenminister vor, ihn in der Geheimdienst-Affäre nicht ausreichend zu informieren. Es sei wahrscheinlich, dass Grundrechte verletzt würden.
Schaar sagte, er habe dem Innenressort in dem Fall zahlreiche Fragen zukommen lassen, das Ministerium verweigere aber die Auskunft.
Es sei ein einmaliger Vorgang, dass ein Ministerium so stark eine Prüfung durch den Datenschutzbeauftragten verhindere.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=18520#h02
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-09/datenschutzbeauftragte-schaar-nsa
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Strombolli

Zitat von: dagobert am 20:34:14 Fr. 06.September 2013
Zitat von: Strombolli am 08:56:51 Fr. 06.September 2013
Computer können nicht zwischen den Zeilen lesen. Gut, normale BRD-Bürger auch nicht mehr, OK.
;D
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=23502.msg284835#msg284835

Und wie lange ist das her? Wie lange "wissen wir es" schon? Haben wir gelernt, oder geändert? Kaum, nur einfach vor sich hin gelebt... im Wohlstandsglück.
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Eivisskat

ZitatHandy-Überwachung: Bundesbehörden verschickten 2012 über 300.000 "stille SMS"

Der Verfassungsschutz, das BKA, der Zoll und die Bundespolizei haben 2012 zusammengerechnet 328.572 "stille SMS" verschickt, um den Standort von Personen zu ermitteln oder ein Bewegungsprofil zu erstellen.

In der ersten Hälfte dieses Jahres sind laut einer Antwort auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko bisher 264.648 solcher Ortungsimpulse verschickt worden. Damit deutet sich an, dass dieses Jahr die Zahl der "stillen SMS" von Bundesbehörden gegenüber dem Vorjahr ansteigen kann.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Handy-Ueberwachung-Bundesbehoerden-verschickten-2012-ueber-300-000-stille-SMS-1951371.html


Zitat[...] Hunko weiter:

,,Die Kosten für die Anschaffung und den Betrieb von Überwachungsvorrichtungen wachsen ebenso. Das wurde mir vom Bundesinnenministerium nun bestätigt. Dies betrifft insbesondere den Einsatz von ,Stillen SMS' und ,IMSI-Catchern' zum Orten von Mobiltelefonen: Entsprechende Maßnahmen des Bundeskriminalamtes, der Bundespolizei und des Inlandsgeheimdienstes haben sich gegenüber 2012 verdoppelt.

Es profitieren vor allem die Firmen rola Security, Utimaco, ATIS Uher, Syborg, Rohde & Schwarz und Secunet, mit deren Anwendungen beispielsweise der an BKA, Zoll und Geheimdienste ausgeleitete Internetverkehr durchleuchtet wird. Diese Entwicklung muss aufgehalten werden.

Ich fordere deshalb den Stop von Exporten durch die Unternehmen: Denn wie in Deutschland greifen die Technologien auch im Ausland tief in die Bürgerrechte ein. In den letzten drei Jahren wurden erneut zahlreiche Ausfuhrgenehmigungen für ,IMSI-Catcher' erteilt. Alle anderen Überwachungswerkzeuge können sogar ohne behördliche Erlaubnis verkauft werden.

Um das gestörte Vertrauen in das Fernmeldegeheimnis wieder herzustellen hatten wir in der Kleinen Anfrage die Veröffentlichung aller Suchbegriffe gefordert, mit denen Geheimdienste den Internetverkehr durchforsten. Dies wurde abgelehnt, da die Behörden sonst nicht unkontrolliert überwachen könnten.

http://www.andrej-hunko.de/presse/1701-keine-spionage-fuer-mobiltelefone-telekommunikationsueberwachung-endlich-offenlegen

Kuddel


Troll

ZitatInternetaktivist Appelbaum zur Spähaffäre
"Entscheidet euch dafür, frei zu sein"

Die Überwachung durch die Geheimdienste müsse mit starken politischen Konzepten und modernster Technologie bekämpft werden, sagt Internetaktivist Jacob Appelbaum im Interview mit der ARD. Doch auch jeder einzelne Bürger könne zu diesem Kampf beitragen.
....
....
ARD-Studio Brüssel: Welche Rat haben Sie für Bürger?

Appelbaum: Eines ist, über Risiko und Wahlmöglichkeiten nachzudenken. Da gibt es zum Beispiel dieses egoistische Argument: Ich habe nichts zu verbergen. Es mag ja sein, dass ich nicht krank oder blind bin. Aber trotzdem will ich in einer Welt mit Krankenhäusern leben und in Straßen, die auch für Blinde zugänglich sind. Und genauso möchte ich in einer Welt leben, in der jeder seine Privatsphäre hat und dadurch Unbescholtenheit, Vertraulichkeit und Würde im Alltag - ohne jemanden danach fragen zu müssen, ohne einen Herren danach zu bitten. Es könnte nämlich passieren, dass er dir das nicht zugesteht. Dann stellst du fest, dass du nicht frei bist.
....

Quelle: tagesschau
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Strombolli

Diese "Affaire" lässt dieses ganze Geblubbere von Freiheit als Lügenmärchen zusammenkrachen. Gauck müsste, wenn er denn wirklich an seiner Glaubwürdigkeit interessiert wäre, richtig "Trasch" machen und dagegen sprechen, den Bürger dazu aufrufen, die Demokratie zu retten.
Wenn dies weder Merkel noch Gauck tuen, entlarvt sich diese Schauspielertruppe als genau dies. UNWÄHLBAR von normalen Menschen!
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Troll

ZitatDer "Grüne" Hebel

Als ich dieses Livekabarett [via fefe] aus Österreich las, bestätigte sich einmal mehr der Verdacht, dass die rechtsstaatliche Fassade gar nicht so arg darauf angelegt war zu halten, wenn der Wind auffrischt. Was lernen wir aus dieser Szene? Nicht nur, dass die Ausweispflicht in Deutschland alles andere als selbstverständlich ist und der Michel als solcher auch durch hohe Tore ganz von selbst gebückt geht. Er fühlt sich daher schon deshalb nicht unterdrückt, weil er es gar nicht merken würde.
....

Quelle: Feynsinn

Rechtsstaat? Ja, davon hab ich schon irgendwo mal gehört. Können sie mir ein Beispiel nennen?
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Strombolli

Nette Doku auf dem ZDF (Mittwoch, 11.09.2013) seit 22:45 Uhr "World Wide War". - Was ist eigentlich mein datentechnischer Fußabdruck gegen die Trampelpfad, der großen Latschen der Spionagedienste? Jungs, ihr seid so blöd, zu glauben, dass ihr mit der Datenmenge ein neues 9/11 vorhersagen könnt? Aufstände? Einen Börsencrash? .... Ihr habt so ein Rad ab.

Was macht ihr eigentlich, wenn falsche Fährten gelegt werden?
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Troll

Zitat"Kulturzeit extra - Die Lüge von der Freiheit" vom 11.09.2013

Der Abhörskandal erschüttert das Vertrauen in den Staat und weckt Angst vor der Kontrollgesellschaft. Welche Folgen hat das für unsere Demokratie? Am Jahrestag von 9/11 blickt Kulturzeit auf die USA. Ist der gläserne Mensch Wirklichkeit geworden?

Quelle: 3Sat


http://nrodl.zdf.de/none/3sat/13/09/130911_sendung_kuz_1456k_p13v11.mp4
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Troll

ZitatZusammenarbeit mit der NSA: Verfassungsschutz hat im letzten Jahr 864 Datensätze übermittelt, Pofalla sagte zwei

Quelle: netzpolitik.org

Peanuts?!
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dagobert

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Eivisskat

Zitat
Verfassungsschutz beliefert NSA


Mitarbeiter schicken Hunderte Datensätze in die USA, man trifft sich wöchentlich in Berlin. Ein vertrauliches Papier zeigt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz eng mit Amerikas Spionen kooperiert. Es liegt nahe, dass der Dienst Informationen über in Deutschland ausgespähte Menschen weitergibt.

Nicht nur der Bundesnachrichtendienst (BND), sondern auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) liefert regelmäßig vertrauliche Daten an den US- Geheimdienst National Security Agency (NSA). Das geht aus einem Geheimdokument der Bundesregierung hervor, das dem Norddeutschen Rundfunk und der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Laut dem Papier übermittelte das Bundesamt allein im vergangenen Jahr 864 Datensätze an die Amerikaner. Pikant daran: Der Verfassungsschutz ist ein Inlandsgeheimdienst, er spioniert nur auf deutschem Boden. Es liegt also nahe, dass der Dienst Informationen über in Deutschland ausgespähte Menschen weitergibt.

http://www.sueddeutsche.de/politik/spionage-in-deutschland-verfassungsschutz-beliefert-nsa-1.1770672

Strombolli

Es ist erschütternd, dass solche Leute wie, der weiter oben Beschriebene, in Deutschland in Machtpositionen gekommen sind. Oder ist das für Deutschland charakteristisch? - Ich kann sie doch, wenn ich nicht unter ihnen und ihrer Gesetze leben müsste, gar nicht ernst nehmen. Es sind doch alles irgendwie Karikaturen:
Merkel, Schröder, Kohl, Strauss, Westerwelle, Kiesinger, Erhard, Honecker, Ulbricht, Lübke, Adenauer, Hitler, Göbbels, Hindenburg ... und ihre nachgeordneten Helfershelfer und Mitläufer, Zubringer...  Der Einzige, den ich unter deutschen herausragenden Politikern mit Macht herausnehme, den ich lange Zeit ernst nahm (änderte sich mit der Zeit in bestimmten Fällen) ist Helmut Schmidt.  ...und selbst dem ist seine tolle Partei auf der Nase herumgetanzt.

Was seither als Politiker herumrennt ist doch nur die Karikatur ihrer selbst.
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Troll

Zitat von: Strombolli am 02:14:42 Sa. 14.September 2013
... Oder ist das für Deutschland charakteristisch? ....

Nö, daß ist globalisiert!


Nachtrag:
In der Politik hat sich geistige Armut breitgemacht, ohne Bewertung ihrer z.T. verbrecherischen Ansichten inkl. verbrecherischem handeln.

Schmidt, Genscher, Brandt, Kohl, usw., ja selbst Strauß haben etwas dargestellt in der Politik, man hatte nicht das Gefühl das hinter jedem ein Einflüsterer sitzt der ihnen den Arsch wischen mußte, ohne den sie keinen Satz gerade raus sagen konnten.

Nochmal, mir geht es hier nicht um die jeweiligen politischen Ansichten sondern um die Unfähigkeit eigenständigen handelns und denkens heutiger Politikmarionetten.
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Dieter Hildebrandt
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Nikita

Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) hat in einer von ihm verbreiteten Softwarel knackbare Verschlüsselung untergeschoben:
http://janschejbal.wordpress.com/2013/09/11/advisory-unsichere-verschluesselung-bei-gstool/

ManOfConstantSorrow

ZitatProteste gegen Überwachungsstaat
,,Ein historischer Angriff"

Juli Zeh und andere deutsche Schriftsteller protestieren mit einem Brief gegen den Umgang mit der NSA-Affäre. Bei der Übergabe musste die Presse draußen bleiben.



Juli Zeh verließt mit Kollegen einen Protestbrief vor dem Kanzleramt.

BERLIN taz | Die Bundesregierung mag keine Öffentlichkeit. Als am Mittwoch bekannte deutsche Schriftsteller einen Brief an Angela Merkel im Bundespresseamt abgeben, muss die Presse draußen bleiben. Über 68.000 Menschen haben den Brief im Internet mitunterzeichnet.

,,Absurde Situation", so Michael Kumpfmüller, Buchautor und Mitveranstalter der Demonstration. Es sei lächerlich, dass die Presse nicht rein dürfe, sagt auch Juli Zeh. Über die Internetplattform change.org hatten die Bestsellerautorin gemeinsam mit Kollegen einen Brief an Angela Merkel veröffentlicht, der den Umgang der Regierung mit der NSA-Affäre kritisiert. ,,Wir erleben einen historischen Angriff auf unseren demokratischen Rechtsstaat," schreiben die Autoren. Deutschland sei entgegen der Behauptung der Bundeskanzlerin ein Überwachungsstaat.

Am Nachmittag trafen sich die Schriftsteller vor dem Bundeskanzleramt in Berlin, um den Brief im Chor vorzulesen. Die Kameras der Fotografen klicken, aber nur wenige Passanten verfolgen die Aktion. ,,Diese Geschichte ist viel zu global, um sie zu verstehen", sagt Klaus Jungnickel aus Chemnitz. Er ist mit seiner Frau zum Urlaub in Berlin und zufällig an der Demonstration vorbei gekommen.

,,Um ehrlich zu sein", sagt der Tourist, ,,mir ist diese Sache egal." Genau hier sieht Juli Zeh das Problem: ,,Es ist ein Missverständnis zu glauben, das gehe uns nichts an." Auch die aus London stammende Autorin Priya Basil beklagt, dass die deutsche Öffentlichkeit nicht stärker protestiert. Doch so lange nicht klar sei, was genau passiert, rege sich auch kein Protest. ,,Wahrscheinlich ist es auch deshalb so ruhig", sagt die Autorin.

Blamables Verhalten

Der Autor Ingo Schulze kritisiert die defensive Haltung der Bundesregierung bei der NSA-Affäre: ,,Eine funktionierende Demokratie muss Einfluss nehmen." Für ihn sei es eine Blamage, dass keine klare Reaktion auf Schnüffelaktionenen der US-amerikansischen und britischen Geheimdienste folge. Nach der Aktion von dem Bundeskanzleramt gehen die Autoren, begleitet von zahlreichen Journalisten, zu Fuß zum nur wenige hundert Meter entfernten Bundespresseamt.

Anders als von den Organisatoren erhofft, müssen die Journalisten im Foyer warten, während die Autoren den Brief übergeben. Die Übergabe von Briefen sei generell nicht öffentlich, sagt ein Mitarbeiter des Amtes. ,,Da machen wir hier keine Ausnahme".

Als Juli Zeh nach wenigen Minuten wieder auf die Straße tritt, beschreibt sie die Stimmung im Gebäude als ,,unterkühlt und sehr offiziell." Es sei abzusehen gewesen, dass die Übergabe nicht vor der Presse stattfinden konnte, so die Autorin. Bislang ist unklar, ob sich die Bundeskanzlerin überhaupt mit der Botschaft auseinandersetzen wird. Doch für Juli Zeh hat sich die Aktion gelohnt: ,,Es ist ein wichtiges Signal, nicht nur für den Kulturbetrieb." Es sei endlich an der Zeit, die Stimme zu erheben.
http://www.taz.de/Proteste-gegen-Ueberwachungsstaat/!124001/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

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