Proletarier, Kommunist, Staatsfeind Vor 130 Jahren wurde Ernst Thälmann geboren.

Begonnen von Rappelkistenrebell, 18:41:21 Fr. 15.April 2016

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Rappelkistenrebell

Aus: Ausgabe vom 16.04.2016, Seite 12 / Thema

Proletarier, Kommunist, Staatsfeind
Vor 130 Jahren wurde Ernst Thälmann geboren. Der Transportarbeiter aus Hamburg stand an der Spitze der KPD, bevor er von den Faschisten eingekerkert und nach elf Jahren Einzelhaft ermordet wurde



Unversöhnlich gegen die Kapitalisten der Weimarer Republik. Ernst Thälmann spricht 1928 in seiner Funktion als Vorsitzender des Roten Frontkämpferbundes im Berliner Lustgarten
Foto: picture alliance / akg-images

Ernst Thälmann, Transportarbeiter, Hamburg«, das steht auf dem Stimmzettel zur Reichspräsidentenwahl 1932. Mehr nicht. Die dürre Information ist dennoch vielsagend. Wer seine Kontrahenten in dieser Abstimmung waren und welche gesellschaftliche Position sie einnahmen, lässt auch ohne genauere Kenntnis der politischen Verhältnisse der damaligen Zeit den Zustand und die Klassenlage in der Spätphase der Weimarer Republik erkennen: »Paul von Hindenburg, Reichspräsident, Generalfeldmarschall, Berlin«, »Adolf Hitler, Regierungsrat im braunschweigischen Staatsdienst, München«. Ein Jahr später besiegelten der General und der Gefreite per Händedruck das terroristische und kriegerische Bündnis von Militär, Monopolkapital und faschistischer Massenpartei. Da saß der Transportarbeiter bereits seit einigen Wochen hinter Kerkermauern, die er lebend nicht mehr verlassen sollte. Thälmann wurde im August 1944, nach über elf Jahren Einzelhaft, von den Nazis im KZ Buchenwald erschossen. Der Völkische Beobachter verbreitete die Lüge, er sei »bei einem Terrorangriff auf die Umgebung von Weimar« ums Leben gekommen.

Der ungelernte Arbeiter, geboren am 16. April 1886, war ein geschworener Todfeind einer gesellschaftlichen Ordnung, deren Leitmaxime Ausbeutung und Gewinn heißen und die dafür täglich über Leichen geht. Ohne theoretische Ausbildung brachte es der Autodidakt Thälmann 1925 an die Spitze der Kommunistischen Partei. Unter seiner Führung entwickelte sie sich zu einer Massenorganisation, die als einzige die kapitalistischen Verhältnisse der Weimarer Republik ernsthaft in Frage stellte – die SPD hatte da mit ihnen schon längst ihren Frieden gemacht.

Die beiden Arbeiterparteien waren einander spinnefeind. Wie sehr, zeigen die Reichspräsidentenwahlen von 1932. Um den Faschisten zu verhindern, riefen die Sozialdemokraten zur Wahl des Monarchisten auf. Die KPD hielt dem warnend entgegen: »Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler. Wer Hitler wählt, wählt Krieg.« Sie sollte recht behalten.

Thälmann wahrte auch als Parteivorsitzender in Berlin stets Kontakt zu seiner Heimatstadt und zu den dortigen Proleten. Als Zehnjähriger hatte er den erbittert geführten Hamburger Hafenarbeiterstreik von November 1896 bis Februar 1897 erlebt. Seiner Tochter schrieb er rückschauend aus dem Gefängnis , dass »der große Hafenarbeiterstreik in Hamburg vor dem Kriege, [...] der erste sozialpolitische Kampf« gewesen sei, »der sich für immer in [...] (sein) Herz« eingeprägt habe.

30 Jahre später verweigerten sich die Hamburger Hafenarbeiter erneut. Für Thälmann war dieser Ausstand ein Signal der Solidarität mit den englischen Bergarbeitern, die seit dem 1. Mai 1926 streikten. In Erinnerung an den Transportarbeiter und Kommunisten Ernst Thälmann dokumentiert die jW-Redaktion seinen Artikel »Die Lehren des Hamburger Streiks«. Umrahmt wird dieser Text von drei kleinen Anekdoten über den KPD-Chef, die dem von Eberhard Czichon und Heinz Mahron verfassten »Thälmann-Report« entnommen sind. jW dankt dem Verlag Wiljo Heinen für die freundliche Genehmigung des Abdrucks. (jW)

Es war im Januar 1926, als der KPD bekannt wurde, dass in Berlin-Neukölln einer der Mörder von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in der Gelbgießerei Weichbrod & Friedrich arbeitete. Ernst Thälmann sprach mit dem Leiter der 14. Abteilung (Neukölln-Britz) des Rotfrontkämpferundes (RFB), Fritz Lange, und vereinbarte mit ihm, Otto Runge (der unter dem Namen »Rabold« arbeitete) öffentlich zu züchtigen. Thälmann betonte in diesem Gespräch, dass die KPD und auch der RFB zwar keine Anhänger des individuellen Terrors seien, dass es aber nicht schaden könnte, zum Auftakt der Demonstration der Berliner Arbeiter zum Gedenken an die ermordeten KPD-Führer einem der Mörder einen demonstrativen Denkzettel zu erteilen. Es dürfe aber auf keinen Fall zu einem Totschlag kommen, und die ganze Aktion müsse illegal ablaufen.

Der Plan sah vor, Runge vor dem Fabriktor abzufangen und ihn ordentlich zu verprügeln. Zu dieser Zeit hatte der sozialdemokratische Polizeipräsident von Berlin, Karl Zörgiebel, ein beschränktes Demonstrationsverbot erlassen, das hieß, ohne eine polizeiliche Anmeldung durften keine öffentlichen Kundgebungen stattfinden. Dieses Verbot ausnutzend, wurde die 6. Abteilung des RFB (Berlin-Kreuzberg) mobilisiert. Sie marschierte in einer Nebenstraße mit Pauken und Trompeten in voller Uniform und mit flatternden Fahnen auf und lenkte die Schutzpolizei von Kreuzberg und Neukölln auf diesen »ungeheuren Verstoß« gegen Zörgiebels Demonstrationsverbot.

Die RFB-Genossen der Abteilung 14 verteilten sich inzwischen in Zivil unauffällig am Kottbusser Damm und warteten auf das Signal, wenn Otto Runge-Rabold auftauchen würde, den Fritz Lang identifizieren musste. Das war eine heikle Angelegenheit, weil kein brauchbares Foto zur Hand war. Als nach Arbeitsschluss der Gelbgießerei der Strom der Arbeiter abgeflaut war und alle Beteiligten bereits nervös fragten, wo der Gesuchte geblieben sei, kam plötzlich ein einsamer Nachzügler mit einem hochgeschlagenen Mantelkragen und einer schäbigen Aktentasche. Lange ging auf ihn zu und fragte ihn: »Heißt du Runge?« Der Angesprochene zuckte zusammen und erwiderte: »Nee, ick heiße Rabold.« Jetzt gab Fritz Lange ihm eine ordentliche Ohrfeige. Das war das vereinbarte Signal für die RFB-Kameraden, die ihn mit kräftigen Fäusten tüchtig verprügelten. Mit Mühe konnte sich der Mörder Rosa Luxemburgs in einen nahen Konfektionsladen flüchten, von dem aus die Polizei benachrichtigt wurde. Als der Überfallwagen kam, waren die »Tatbeteiligten« in alle möglichen Seitenstraßen entwichen. Runge wurde ins Urban-Krankenhaus eingeliefert, doch dort hatten KPD-Mitglieder bereits verlauten lassen, wer Rabold eigentlich sei. Es kam unter Patienten und Angestellten, Schwestern und Pflegern, zu heftigen Reaktionen: Sie wollten nicht mit einem Mörder unter einem Dach leben. Rabold musste in ein Krankenhaus nach Berlin-Charlottenburg verlegt werden.

Wenige Wochen später sprach ein Schupo des zuständigen Polizeireviers Fritz Lange an: »Denkste denn, wir wissen nicht, wer den Runge verdroschen hat?« Als Lange sich als völlig unbeteiligt ausgab, erzählte der Polizist, dass die Politische Polizei schon im Revier aufgetaucht war und meinte: »Kannst aber ganz ruhig sein, wir haben jedenfalls nischt verraten. Im übrigen habt ihr es gut gemacht, und der Kerl hat es auch gar nicht anders verdient«. Es war ein Sozialdemokrat.
Agitation auf dem Land

Die Kommunistische Partei gewann in den industriellen Ballungszentren an Einfluss, wie die Mitgliederzahlen und auch die Wahlergebnisse auswiesen. So hoch dieser Erfolg auch zu bewerten war, so täuschten diese Gewinne nicht darüber hinweg, wie gering der Einfluss der KPD auf dem Lande war. Das war schon beim Volksentscheid über die Fürstenenteignung deutlich geworden.

Im Zentralkomitee der KPD gab es eine Abteilung Land, die verantwortlich für die Agitation unter den Landarbeitern, Tagelöhnern, Knechten und Kleinstbauern war und die eine politische Massenarbeit auf dem Lande entfalten sollte. Lange Jahre leitete die Abteilung der Landtagsabgeordnete Heinrich Rau. Im Rahmen einer von der Abteilung organisierten Kampagne fuhr auch Ernst Thälmann auf ein Dorf bei Großbeeren (bei Zossen), um in einer Versammlung vor Landarbeitern zu sprechen. Vor der angesagten Versammlung saß Thälmann mit seinen Begleitern im Wirtshaus des Ortes und unterhielt sich mit den Gästen. Der Gutsbesitzer war informiert worden, dass kommunistische Agitatoren im Dorf waren, und erschien mit einer Reitpeitsche im Dorfkrug. Ein Zeitzeuge berichtet: »Er fauchte Thälmann an: Wer sind Sie, und was suchen Sie hier? Thälmann erwiderte ruhig: Wer gibt Ihnen das Recht, wissen zu wollen, wer ich bin? Es wäre doch angebracht gewesen, erst einmal zu grüßen, wenn man eine Gaststätte betritt. Der Zurechtgewiesene verlor die Fassung. Hochrot und zitternd vor Wut schrie er Thälmann ins Gesicht: Was erlauben Sie sich, Sie frecher Patron, können Sie nicht sehen, wer ich bin? Ich bin der Gutsbesitzer und Gemeinderat. Hier hat sich niemand aufzuhalten ohne meine Zustimmung! Merken Sie sich das!«

Thälmann lächelte, erfasste das Reitgertchen, mit dem der Gutsbesitzer herumfuchtelte, schleuderte sie in eine Ecke der Gaststube und erwiderte: »Hier scheint es noch üblich zu sein, Reitgerten gegen Landarbeiter zu erheben, aber einen Gast aus Berlin damit zu bedrohen, ist nun doch zu stark.« Der Gutsbesitzer forderte in seiner Wut, diesen frechen Lümmel hinauszuwerfen, doch der Wirt kam dieser Aufforderung nicht nach. Als durch das Geschrei des Gutsbesitzers sein Verwalter erschien und den Befehl des Herrn ausführen wollte, bekam er einen Faustschlag eines Begleiters Thälmanns, ging zu Boden und suchte unter dem Gelächter der Landarbeiter den Ausgang. Der Gutsbesitzer schrie: »Holt die Gendarmen«, und zu Thälmann gewandt: »Sie sind verhaftet, ich verhafte Sie.« Alle lachten, als der Gutsbesitzer schimpfend den Raum verließ. Einer der Landarbeiter sagte nachdenklich: Der wird seine Wut an uns auslassen. Da erschien der gesuchte Gendarm, gefolgt vom Gutsbesitzer, und erklärte Thälmann für verhaftet. Von Thälmann nach dem Grund für die Verhaftung befragt, argumentierte der Polizist: Beleidigung des Gutsbesitzers, Körperverletzung des Verwalters und Hausfriedensbruch. In der nun folgenden Diskussion kam dem Gendarm doch noch die Idee, die Personalie des renitenten Fremden festzustellen. Als Thälmann ihm seinen Reichstagsausweis zeigte, fragte er treuherzig: Sie sind Thälmann, der Reichstagsabgeordnete? Gab den Ausweis zurück, verbeugte sich und verließ zusammen mit seinem Herren den Schankraum.

Die Versammlung am späten Nachmittag war überfüllt. Der Gutsbesitzer war eingeladen worden, kam aber nicht. Doch in einem Brief an Thälmann entschuldigte er sich. Der Brief wurde als Flugblatt im Dorf verteilt.

Ein Hamburger Begleiter Thälmanns schreibt: »Hamburg hatte mehr als 120.000 Arbeitslose. Viele nutzten die freie Zeit, zur kargen Erwerbslosen- und Wohlfahrtsunterstützung noch eine Fischmahlzeit zu erangeln. Herauszufinden, wie diese Menschen dachten, war für Thälmann besonders interessant. ... Da saßen sie nun mit ihrer Angel, genannt ›Hungerpeitsche‹. Thälmann suchte eine Stelle aus, wo sie relativ dicht beieinander waren, setzte sich ins Gras. Er begann, Zigaretten zu drehen, verteilte sie links und rechts. Fragte, wie die Fische beißen, stellte nach einigen Minuten die Frage nach dem Beruf, nach der Familie, wie lange schon gestempelt wurde. Allmählich taute der eine oder andere auf, kam auf die Lage zu sprechen. Thälmann warf dann ein: ›Jo, wie soll dat blos anners warn. Dat kann doch nich so wiedergohn.‹ Und schon bissen einige an und sagten ihre Meinung: ›De Bonzen dor oben.‹ Diese Charakterisierung wurde von ihnen für die Regierung in Berlin und im Hamburger Rathaus immer wieder abfällig geäußert. Thälmann stellte dann vorsichtig Fragen, was sich da täte, wie die Chancen seien, was sich ändern müsste. Allmählich kamen sie in Fahrt und begannen zu erzählen, darzustellen, wie man die Dinge anpacken und ändern könnte. Wenn er die Menschen soweit hatte, machte er seinerseits Vorschläge, wies darauf hin, wo die Ursachen der Misere zu suchen sind. Aber immer noch anonym ... Dieses Spiel trieb er so eine Stunde lang. Immer mehr Angler und solche, die den Anglern zuschauten, sammelten sich um die Gruppe, und die Diskussion pro und contra wurde immer heftiger ... Übrigens musste ich stets im Hintergrund bleiben und für Thälmann die wichtigsten Argumente aufschreiben.«

Anekdoten entnommen aus: Eberhard Czichon und Heinz Marohn: Thälmann. Ein Report, Verlag Wiljo Heinen, Berlin 2010, Band 1, S. 328–333. Auch im jW-Shop erhältlich.
Die Lehren des Hamburger Streiks

»Das Unternehmerkapital kann sich rühmen, den ›Machtstreit‹, den es aus diesem großen Streik gemacht hatte, siegreich beendet zu haben. Es kann nunmehr seinen Triumphgesang anstimmen, vorausgesetzt, dass er ihm nicht in der Kehle steckenbleibt. Und bis jetzt gewinnt es fast den Anschein, als ob er ihm in der Kehle steckenbleiben wollte ...

Ein heldenmütiger Kampf, der ohne Schwanken und Wanken von der Arbeiterklasse in einer Weise durchgeführt wurde, wie ihn irgendeine andere Klasse der bürgerlichen Gesellschaft auch nicht entfernt durchführen könnte, ist an sich schon ein moralischer Erfolg von der höchsten Bedeutung, den nur eine sehr einseitig-schematische Auffassung moderner Klassenkämpfe verkennen könnte.«

Diese Sätze schrieb Franz Mehring in der Neuen Zeit nach dem Abbruch des großen historischen Hamburger Hafenarbeiterstreiks von 1896/1897. Sie gelten auch für den jetzigen Kampf. Der Hamburger Streik von 1926 war – um es mit einem kurzen Wort zu sagen – die erste größere Kampfprobe in Deutschland gegen die kapitalistische Rationalisierung. Seit den Streiks des Winters 1924, die nur die letzten Ausläufer der Oktoberereignisse und die Begleiterscheinungen der Markstabilisierung waren, ist zum ersten Male wieder ein ernster Waffengang zwischen Arbeitermassen und Bourgeoisie ausgefochten worden. Man darf den Streik nicht nur nach der Tatsache messen, dass 18 000 Arbeiter gegen den Willen der Gewerkschaftsführer fünf Tage lang gekämpft haben. Seine politische Bedeutung ist viel größer.

In dieser ersten Kampfprobe wurden von beiden Seiten neue Methoden angewandt. Die Unternehmer fühlten sich von vornherein zu schwach, um die Hafenarbeiter mit gewöhnlichen »demokratischen« Mitteln niederzuwerfen. Darum setzten sie schon im ersten Augenblick die stärkste Waffe ein, die ihnen zur Verfügung steht: Durch die schamlose Verbindlichkeitserklärung des Reichsarbeitsministers Brauns wurde die ganze Schwerkraft des bürgerlichen Staatsapparats in die Waagschale geworfen. Andererseits stellten sich die sozialdemokratischen Führer des Deutschen Verkehrsbundes und des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer mit einer Skrupellosigkeit ohnegleichen auf die Seite des Hafenkapitals. Während sie zu Beginn unter dem Druck der erbitterten Massen so tun mussten, als würden sie den Streik auch nach der Verbindlichkeitserklärung indirekt anerkennen und finanzieren, erklärten sie ihn sofort nach ihrem Ausspruch für »rechtswidrig«, verweigerten mit Hohnlachen jeden Pfennig Unterstützung, erließen täglich Aufrufe zur Wiederaufnahme der Arbeit und begingen den Schandstreich, im sozialdemokratischen Hamburger Echo, mitten im vollsten Kampf, ein bezahltes Inserat des Unternehmerverbandes für die Wiederaufnahme der Arbeit abzudrucken. So stand den Arbeitern von Beginn an ein geschlossener Dreibund von Regierung, Kapitalisten und sozialdemokratischen Gewerkschaftsführern gegenüber.

Auch die kämpfende Arbeiterschaft und die Kommunistische Partei wandten im Verlauf der Bewegung neue Methoden an. Zähe Entschlossenheit, zielbewusste Kampfdisziplin, hohes Klassenbewusstsein – das waren die Merkmale dieses Streiks. So konnten die Hafenarbeiter unter Ausnutzung der für sie objektiv sehr günstigen Situation, verraten und verlassen von den Reformisten, fünf Tage lang ausharren und allein dadurch den Feinden die schwersten Schäden zufügen. Die Hafengewaltigen verloren Millionen und Abermillionen an Profiten durch die Lahmlegung des gesamten Hafenbetriebs, durch die Unterbrechung des englischen Kohlengeschäfts, durch die Umlenkung zahlreicher Dampfer der internationalen Schiffahrtsgesellschaften in ausländische Häfen.

Die Kommunistische Partei wandte im Streik die Einheitsfronttaktik im besten Sinne des Wortes an: als Methode der revolutionären Agitation und Mobilisierung der Massen. Es kam ihr dabei zugute, dass unsere Hamburger Mitgliedschaft sich (...) mit überwältigender Mehrheit hinter die Parteilinie gestellt und alle antibolschewistischen Strömungen zur völligen Einflusslosigkeit verurteilt hatte. Daher besaß die Organisation im Moment des Kampfes volle Schlagkraft. Die Handlungen der Partei gingen davon aus, ein Höchstmaß an Kampfkraft der Massen gegen Unternehmer, Regierung und die sabotierenden Gewerkschaftsführer zu entfalten und zugleich den Massen ein Höchstmaß an Vertrauen in die Kommunistische Partei einzuflößen. Der Streik war keine »kommunistische Mache«, denn selbst die beste kommunistische Partei kann keinen Streik aus der Luft hervorzaubern, wenn die Arbeiterschaft ihn nicht will. Dagegen befand sich die politische und geistige Führung des ­Kampfes ohne Zweifel vollkommen in den Händen der Kommunisten. Schon vor vier Monaten hatte die Partei durch ihre Tarifkündigungskampagne die Hafenarbeiter eindringlich zum Widerstand aufgefordert. Nicht durch agitatorische Phrasen und radikale Thesen, sondern in der wirklichen Aktion gewannen die Massen während des Streiks die Überzeugung, dass die Kommunistische Partei die einzige Führerin des proletarischen Kampfes ist.

Die Partei wies sofort auf den politischen Inhalt des Kampfes hin. Nicht nur um zwanzigprozentige Lohnerhöhung, achtstündigen Arbeitstag und fünftägigen Garantielohn – die Existenzforderungen der Hafenarbeiter – ging der Streik, sondern er richtete sich vor allem gegen den von der Regierung und den Unternehmern seit langem geplanten Raub des Streik- und Koalitionsrechts der ganzen Arbeiterklasse.

Das begriffen die Hafenarbeiter, und deshalb verbanden sie ihre Existenzforderungen mit den Losungen des Kampfes gegen den bürgerlichen Staat und die kapitalistische Regierung. So entstand unter dem bewussten Einfluss der Kommunisten im Hamburger Streik jene eigenartige Verbindung von politischen und wirtschaftlichen Forderungen, die das Kennzeichen der in nächster Zukunft einsetzenden Massenkämpfe gegen die kapitalistische Rationalisierung in ganz Deutschland sein wird. Die Kommunisten zerstörten den Keim jeder Illusion über die Haltung der reformistischen Gewerkschaftsführer und der Sozialdemokratie. Sie geißelten rücksichtslos den schmählichen Verrat der Verbandsführer, die schmutzige Streikbrecherrolle ihres sozialdemokratischen Blattes, und sie kritisierten täglich mit ganzer Schärfe die schwankende, zum Schluß die offen streikfeindliche Haltung der aus Sozialdemokraten bestehenden Dreiviertelmehrheit der Streikleitung.

Als der Streik unter dem Dolchstoß der Reformisten abgebrochen wurde, verhinderten die Kommunisten den drohenden Massenaustritt aus den Gewerkschaften und riefen zur Fortsetzung des Kampfes in den Betrieben auf. Während der ganzen Aktion mobilisierte die Partei das gesamte Proletariat in Hamburg und in ganz Deutschland zur Solidarität und propagierte die revolutionären Losungen des Sturzes der Reichsregierung, des Kampfes für die Arbeiter- und Bauernregierung. Selbstverständlich zeigten sich auch Mängel der Partei, besonders auf organisatorischem Gebiet und in der Frage der Verbindung des Streiks mit einer gleichzeitigen Bewegung der übrigen noch im Betriebe befindlichen Arbeitergruppen. Diese Mängel erklären sich größtenteils aus der gesamten Schwäche unserer Gewerkschaftsarbeit, deren Bedeutung sich in diesem Streik überragender denn jemals zeigte.

Insgesamt lieferte die Haltung der Kommunisten den klaren Beweis, dass sie keinerlei »parteipolitische« Ziele außerhalb des proletarischen Klassenkampfes haben, sondern dass umgekehrt gerade ihre strategischen und taktischen Parteiziele genau und ausschließlich den Interessen des proletarischen Klassenkampfes entsprechen.

Die Erfüllung der unmittelbaren Streiklosung wurde nicht errungen, aber Gang und Ergebnis des gesamten Streiks bedeuten einen unzweifelhaften Erfolg der Arbeiterschaft. Für sie gelten in vollem Umfang die eingangs erwähnten Worte von Franz Mehring. Der Streik bewies vor allem, dass die Arbeiterschaft imstande ist, im heutigen Deutschland auch ohne und gegen die reformistischen Führer einen Kampf durchzuführen. Er zeigte seit langen Jahren zum ersten Male wieder den Durchbruch des Kampfwillens der proletarischen Massen gegen Unternehmerdiktatur und wirtschaftliches Elend. Die Reformisten vollführten durch ihren beispiellosen Verrat das schärfste Entlarvungsmanöver gegen sich selbst. Unter dem Druck dieser Tatsache entstehen innerhalb der Hamburger Sozialdemokratie die Spuren eines neuen Risses, der sich vertiefen muss. Die Hafenvertrauensleute der SPD nahmen eine Resolution gegen ihr Parteiblatt an. Auf den während des Streiks stattfindenden Bezirksabenden der SPD entstand in allen Stadtteilen unter stürmischen Auseinanderssetzungen eine erbitterte Arbeiteropposition. Dem scharfen Prestigeverlust der sozialdemokratischen Führer steht eine ebensolche Erhöhung des Ansehens der Kommunistischen Partei bei der Arbeiterschaft gegenüber.

Die wichtigsten Aufgaben, die sich aus dem Kampf ergeben, sind jetzt folgende:

1. Die Kommunistische Partei und die Arbeiterschaft müssen die Lehren aus dem Streik ziehen. Das durch die Kommunisten neu eroberte Vertrauen der Massen kann ebenso schnell wieder verlorengehen, wenn es nicht täglich durch harte Arbeit verwurzelt wird.

2. Der Kampf gegen das sogenannte System behördlicher Schiedssprüche, gegen die schamlosen Verbindlichkeitserklärungen, gegen den ganzen Schlichtungsschwindel muss auf breitester Front aufgenommen werden.

3. Nicht Flucht aus, sondern noch viel stärkere Arbeit in den Gewerkschaften, ihre Revolutionierung, die Ausschaltung der reformistischen Verräter, der Masseneintritt der Unorganisierten in die freien Verbände ist notwendig.

4. Für die Hafenarbeiter selbst ist zwar der Streik, aber nicht der Kampf beendet. Die Unterstützung der Gemaßregelten muss mit breiter Initiative durchgeführt, ihre restlose Wiedereinstellung erzwungen werden. Der Kampf für die Existenzforderungen der Hafenarbeiter, für ihr Koalitionsrecht, für die Zurücknahme des Schiedsspruchs und der Verbindlichkeitserklärung muss überall mit größter Energie fortgesetzt werden.

Aus der Hamburger Volkszeitung vom 8. Oktober 1926. Nachgedruckt in: Ernst Thälmann: Reden und Aufsätze zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Band 1, Berlin 1955, S. 391-396

16. April, 15.00 Uhr: Antifaschistische Aktion. Erfahrungen für heute. Veranstaltung in und vor der Gedenkstätte Ernst Thälmann. Tarpenbekstraße 66, 20251 Hamburg; 17. April 2016, 11.00 Uhr: 130 Jahre Ernst Thälmann. Für eine Welt ohne Hunger, Ausbeutung und Krieg, Polittbüro, Steindamm 45, 20099 Hamburg; 16. April, 14.00 Uhr Kundgebung am Ernst-Thälmann-Denkmal im Ernst-Thälmann-Park, Greifswalder Str., Berlin; 17. April 2016, 11.30 – 12.00 Uhr Kranzniederlegung in Ziegenhals vor dem Gelände der geschändeten und zertrümmerten Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals (Seestr. 27, Ziegenhals-Niederlehme)

Quelle

https://www.jungewelt.de/2016/04-16/055.php
Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de

Kuddel

ZitatDer Politiker hinter dem Mythos

Von Stalin protegiert, von Hitler ermordet: So klar Ernst Thälmanns Rolle als Opfer des Faschismus ist, so ambivalent ist die als Vorsitzender der KPD.



(...)

In Thälmanns Zeit als Parteivorsitzender fallen einige politische Erfolge der KPD: zum Beispiel die Reichstagswahl 1932, wo die Kommunisten mit 16,9 Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft werden. Oder auch der Volksentscheid zur Fürstenenteignung im Jahr 1926, den die KPD anstößt und gemeinsam mit Sozialdemokraten und Gewerkschaften durchführt. Diese Einheitsfrontkampagne scheitert zwar an formalen Hürden, gilt aber als riesiger Mobilisierungserfolg. Den linken Organisationen gelingt es, 14,4 Millionen Menschen für die entschädigungslose Enteignung des deutschen Adels zu mobilisieren. Das sind 4,8 Millionen Stimmen mehr, als SPD und KPD gemeinsam bei der Reichspräsidentenwahl im Jahr zuvor er­halten haben. Überhaupt gibt es keine einzige Wahl in der Geschichte der Weimarer Republik, wo die politische Linke zusammen so viele Wählerinnen und Wähler mobilisieren kann.

Stalinisierung der Partei

Aber diese Erfolge sind nur die eine Seite. Zum Gesamtbild gehört auch, dass Ernst Thälmann als KPD-Vorsitzender hauptverantwortlich ist für eine fundamentale Verwandlung seiner Partei.

Als die Nazis 1933 an die Macht kommen, ist die KPD nur noch eine Karikatur ihrer selbst. In den frühen 1920er Jahren – also in den ersten Jahren nach ihrer Gründung – handelt es sich noch um eine lebendige und diskussionsfreudige Partei. Breite innerparteiliche Demokratie ist eine Selbstverständlichkeit. Die kommunistische Presse steht unterschiedlichen, oft konträren Positionen offen, die Parteitage dieser Jahre sind gekennzeichnet von freien Diskussionen und solidarischen Auseinandersetzungen. Oppositionelle haben bei Versammlungen jederzeit die Möglichkeit, ihre Positionen in langen Koreferaten darzulegen.

Doch am Ende der Ära Thälmann ist die KPD eine weitgehend undemokratische und bürokratische Führerpartei. Diskussionen werden meist unterbunden, Konflikte nicht politisch, sondern organisatorisch, also durch Ausschlüsse und Repressalien »gelöst«. Kritiker belegt das Thälmann-ZK mit Redeverboten oder entfernt sie kurzerhand aus der Partei. Damit einher geht eine ideologische Erstarrung: Die politischen Positionen der KPD werden immer dogmatischer – oder wie es die Historikerin Sigrid Koch-Baumgarten ausdrückt: Die Sowjetunion wird »zum heiligen Land stilisiert, Marx, Engels, Lenin (...) wie Religionsstifter verehrt«.

Stalinismus in der Sowjetunion


Diesen Prozess bezeichnen Historiker als »Stalinisierung«. Seinen Ursprung hat er außerhalb Deutschlands, nämlich in der Sowjetunion. Dort setzt sich Mitte der 1920er Jahre Generalsekretär Stalin im Fraktionskampf innerhalb der Kommunistischen Partei durch. In der Folge führt er eine Politik durch, die allem widerspricht, wofür seine Partei in der Vergangenheit eingetreten ist. Stalin entmachtet die noch verbliebenen Arbeiterräte und legt die Leitung der Betriebe in die Hand von Managern. Auch Akkordarbeit wird eingeführt, die Freizügigkeit der Arbeiter massiv eingeschränkt und Streiks unter der Androhung der Todesstrafe verboten. Zudem nehmen Stalin und seine Genossen viele gesellschaftspolitische Errungenschaften aus der Revolution zurück, etwa verschiedene Frauenrechte: Scheidungen werden nun wieder erschwert, Abtreibungen verboten und stattdessen eine Mutterschaftsmedaille eingeführt. Homosexualität wird wieder unter Strafe gestellt. Und auch der Aufbruch in der Kunst aus den Jahren nach 1917 nimmt ein Ende: Kubismus, Expressionismus und Dadaismus müssen nun dem sozialistischen Realismus weichen.

Um diese Politik durchzusetzen und seine Macht zu sichern, muss Stalin jegliche sozialistische Tradition aus seiner Partei verbannen: Zunächst entfernt er führende Figuren, die nicht auf Linie sind, von ihren Posten. Später wird die alte Garde der Bolschewiki in Lager gesteckt oder ins Exil getrieben und den 1930er Jahren schließlich physisch vernichtet.
(...)
»Säuberung« der KPD
(...)
Ernst Thälmann fällt dabei eine besondere Rolle zu: Er wird zum langen Arm Stalins. Zu den unrühmlichen Kapiteln in seiner Biografie gehört es, dass er verschiedenen oppositionellen Strömungen aus der KPD drängt – erst seine ehemaligen Verbündeten auf dem linken Parteiflügel um Ruth Fischer, dann die »Rechten« um Heinrich Brandler und schließlich die »Versöhnler«. Zehntausende Kommunisten verlassen im Lauf der 1920er Jahre die Partei, etliche von ihnen werden ausgeschlossen, oft unter absurden Anschuldigungen. Von den 350.000 bis 400.000 Mitgliedern, die die KPD im Jahr 1920 hatte, sind sieben Jahre später (1927) nicht einmal mehr 40.000 in der Partei, obwohl die KPD trotzdem noch knapp 130.000 Mitglieder hat. Es findet also ein regelrechter Austausch der Mitgliederschaft statt.

Auch auf diese Weise wird die alte sozialistische Tradition ausgerottet...
https://www.freitag.de/autoren/marcelbois/thaelmann-der-politiker-hinter-dem-mythos

Rappelkistenrebell

Ernst Thälmann
Ernst Thälmann wurde am 16. April 1886 in Hamburg als Kind einfacher Leute geboren. Wie jedes Kind in der damaligen Zeit lernte Ernst sehr schnell die krasse Armut der unteren Schichten der Bevölkerung und den Gegensatz zum überfließenden Reichtum der an der Küste als Pfeffersäcke betitelten Kapitalisten kennen.


Die schwere Kindheit, der I.Weltkrieg und die Jahre vor und nach der deutschen Novemberrevolution von 1918 prägten seine politische Entwicklung.

Hamburger Junge

Zeitlebens war er seiner Vaterstadt Hamburg eng verbunden und brauchte in den Arbeitervierteln oder im Hamburger Hafen kein Hochdeutsch zu sprechen. Man snackte Platt und verstand sich auch ohne viele große Worte. Sein Elternhaus war durch die Tätigkeit der Eltern als arme Kaufleute kleinbürgerlich geprägt. Der Kapitalismus der freien Konkurrenz ging seinem Ende entgegen und er erlebte als Kind den Übergang in seine imperialistische Phase. Schon als Kind zog es den kleinen Ernst immer wieder in den Hafen zu den Seemännern mit ihren großen Pötten, wie auch heute die Schiffe aus aller Welt genannt werden.

Mitglied der revolutionären SPD

Ernst Thälmanns Wunsch, Handwerker oder Lehrer zu werden, konnte wegen der hohen Ausbildungskosten durch die Eltern nicht erfüllt werden. In der Zeit seiner Schulentlassung bekam er den ersten Kontakt zur noch revolutionären deutschen Sozialdemokratie und wurde später auch Mitglied der SPD. Der Verrat der revolutionären Ziele der Sozialdemokratie zu Beginn des I.Weltkrieges und der Verlauf des Krieges konnte seine politischen Überzeugungen nicht erschüttern. Über die USPD, deren linkem Flügel er angehörte, fand er später seine politische Heimat in der 1918/19 von Karl-Liebknecht und Rosa Luxemburg gegründeten KPD.

1925 Vorsitzender der KPD

Hier wurde Ernst Thälmann 1925 nach einer Zeit vieler nachrevolutionärer Klassenauseinandersetzungen zum Parteivorsitzenden gewählt. Diesen Vorsitz behielt er auch in der Zeit des Faschismus inne - konnte ihn allerdings während seiner Haft nicht ausüben. Ernst Thälmann war ein leidenschaftlicher Freund der sozialistischen Sowjetunion und sah darin ein Zukunftsmodell für die ganze Menschheit. Unter seiner Führung entwickelte sich die KPD zur stärksten kommunistischen Partei in Europa.

Von den Faschisten gehasst

Ernst Thälmann warnte rechtzeitig und weitsichtig vor dem Hitlerfaschismus und dem bevorstehenden II.Weltkrieg. Er zog den wütenden Hass aller Diener des Kapitals auf sich. Unter seiner Führung kam es aber auch zu sektiererischen und taktischen Fehlern der KPD, wie der verhängnisvollen ,,Sozialfaschismus-Theorie".Sie trennte die kommunistischen Arbeiter von den SPD-Anhängern, begünstigte die Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung. Nachdem die Hitlerfaschisten die Regierungsgeschäfte im Januar 1933 übernahmen, begann die blutigste Zeit der Kommunistenverfolgung in Deutschland. Schon im März 1933 wurde Ernst Thälmann von den Faschisten verhaftet und in verschiedenen Konzentrationslagern eingesperrt. Den II.Weltkrieg sah nicht nur er kommen. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion prägte er den berühmt gewordenen Satz ,,Stalin bricht Hitler das Genick". Wie die Völker der Sowjetunion im Bündnis mit den Armeen der Anti-Hitler-Koalition Hitler das Genick brachen und auch dem deutschen Volk die Chance für eine sozialistische Perspektive gaben, durfte er nicht mehr miterleben.

Auf Hitlers Befehl ermordet

Auf ausdrücklichen Befehl von Hitler wurde Ernst Thälmann in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar gebracht. In der Nacht zum 18.August 1944 wurde er dort ermordet. Niemand sollte davon erfahren und es wurde das Märchen vom Tod durch Bombenangriff in die Welt gesetzt. Hitler, Göring und ihre Mordbanden - sie konnten Ernst Thälmann nicht brechen. Lenin schrieb über solche Leute einmal: ,,Die Führer der Arbeiter sind keine Engel, keine Heiligen, keine Heroen, sondern Menschen wie alle." (1)

Von der revisionistischen SED missbraucht

In der DDR erkoren die Revisionisten Thälmann zu einer Art Gott-Ersatz. Heute ist Thälmann wieder unter uns, denn es gilt noch immer sein Anspruch, aus der Geschichte lernen, Schlussfolgerungen ziehen und kämpfen für die herrlichste Sache der Welt, eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Gesellschaft.

(1) Lenin, Werke, Band 18, S. 161



(Korrepondenz aus Rote Fahne 33/2004 anläßlich des 60. Jahretag der Ermordung Ernst Thälmanns)


Quelle

https://www.mlpd.de/themen/deutsche-arbeiterbewegung/ernst-thalmann
Gegen System und Kapital!


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Fritz Linow

Also mir reicht das jetzt erstmal mit diesem Stalindreck. Hast Du überhaupt den Beitrag davor gelesen, @rappel, oder bist Du aus Teflon? ;)

Rappelkistenrebell

Würdige Ehrung von Ernst Thälmann in Stralsund

Heute trafen sich gut über 50 Teilnehmer vom Freundschaftsbund "Ernst Thälmann, der Partei die Linke, KPD, DKP und MLPD sowie Mitglieder des Traditionsverbandes der NVA Soldaten für den Frieden als auch Nichtmitglieder von Parteien.In allen Reden wurde das Leben von Erst Thälmann als einen aufrechten Kommunisten gewürdigt. Eine Lehrerin berichtete über ihre Erfahrungen mit der Geschichte in der Schule und welche Kenntnisse die heranwachsenden Jugendlichen nicht haben. Jochen berichtete über die Aussenwirkung der linken Parteien in diesem Land. Eine kämpferische Rede wurde auch vom Vertreter der KPD gehalten. Soviel Kurz zum heutigen Tag.


Das Denkmal wurde zuvor von uns geschmückt.


Thälmann sein Geist ist mit uns


Mitglieder der DKP waren auch gekommen


Der Parteilose Arbeiter Jochen berichtete wie sich die Linken aus seiner Sicht darstellen und appellierte zum gemeinsamen Handeln


So soll es sein, Zusammenstehen.


Frische Blumen für unser Vorbild.

Gegen System und Kapital!


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Kuddel

Rappel in den Fußstapfen von Wilddieb Stülpner, der in früheren Forentagen sich auch gern resistent gegen Argumente und Fakten zeigte.

Rudolf Rocker


Rappelkistenrebell

Lieber Kuddel,
vielen Dank für das Posten des Freitag-Artikels. Es ist etwas einseitig in der Kritik,aber lesenswert und nicht alles falsch.

Lesenswert und durhaus fundierter zu dieser Thematkik ist dieses Werk


Gegen den Strom: Die Geschichte der KPD (Opposition) Taschenbuch – 1. Januar 2001
von Theodor Bergmann (Autor), Jochen Cerny (Autor)



Die KPD(O) steht für eine alternative Entwicklungsmöglichkeit der deutschen kommunistischen Bewegung in der Zwischenkriegszeit. Sie hat einen herausragenden Beitrag zu einer situationsgerechten marxistischen Theorie und Praxis in den 20er und 30er Jahren geleistet: die erste marxistische Faschismus-Analyse und den Kampf gegen das Führungsmonopol der KPdSU. Sie setzte sich für die Selbstständigkeit der KPD bei kritischer Solidarität mit der Sowjetunion ein und bemühte sich schon früh um eine Einheitsfront gegen den Faschismus. Diese Strategie hätte ein Beitrag dazu sein können, die große historische Niederlage der deutschen Arbeiterbewegung 1933 mit all ihren furchtbaren Folgen noch abzuwenden.

Die Neuauflage dieses Buches, erstmals 1987 erschienen, konnte dank der Öffnung vieler Archive in Osteuropa wesentlich erweitert werden. So können nun der frühe Kampf gegen die Moskauer Bevormundung (1922) und der Beitrag von KPD(O)-Mitgliedern in der DDR und deren Ausgrenzung und Verfolgung nach 1950 nachgezeichnet werden.

Die KPD(O) gehörte zu den klarsten und wichtigsten Alternativen zum Stalinismus in der kommunistischen Weltbewegung; diese war keineswegs monolithisch, sondern polyzentrisch. Die Weitsicht der KPD(O), der opferbereite Einsatz ihrer Mitglieder im Kampf gegen Faschismus und Krieg vor 1933 und im Widerstand nach 1933, die Verfolgung ihrer Anhänger in Hitlerdeutschland sind es wert, künftigen Generationen der Linken erhalten und überliefert zu werden.

aschenbuch: 700 Seiten
Verlag: VSA (1. Januar 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3879758360
ISBN-13: 978-3879758364

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Teddy war ein Mensch seiner Zeit und sicherlich nicht unfehlbar! Er war zugleich auch ein Vorbild und Vorkämpfer gegen Faschismus,Krieg und Kapitalismus! Er war selber unbestechlich und gab alles zur Befreiung des werktätigen Volkes vom Kapitalismus! Dieses kann ihn keiner streitig machen.
Über die Überhöhung in der DDR kann man gerne Diskutieren.
Teddy war ein Symbol für den Kampf gegen Faschismus und über die IAH- die Internationale Arbeiterhilfe, haben auch anarchistische Gruppen sich eingesetzt für die Befreiung Thälmanns und haben Solidaritätsarbeit geleistet. Ebenso auch in diesem Rahmen die IWW- Wobblies in den USA!
Es gibt also keinen Grund Teddy zu Verteufeln! Für mich persönlich ist er Inspiration und Vorbild zugleich.
Die DDR Filme von Kurt Mätzig waren sicherlich mit Epos gefüllt. Historisch verbürgt sind aber zB folgende Reden in den Youtubelinks.

Thälmanns Rede im Reichstag! Ausschnitt aus "Ernst Thälmann - Führer seiner Klasse"


https://www.youtube.com/watch?v=0_j67aJY7k0

Thälmann beim PCF Kongress in Paris


https://www.youtube.com/watch?v=gwg-xhfg68o

ebenfals protokollarisch historisch verbürgt!

Aufruf zum Streik! Ausschnitt aus "Ernst Thälmann - Führer seiner Klasse"


https://www.youtube.com/watch?v=Ih-Owo-4O1o

ebenfalls historisch verbürgt zum Thema "Streik in der Krise"

Persönlichkeiten wie Ernst Thälmann, die bräuchten wir Heute in der deutschen Linken. Wahrliche Söhne, Töchter und FührerInnen der gemeinsamen Klasse und seiner verbrüderten werktätigen Klassen und Schichten - der Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Freiheit und dem Frieden verbunden und zugewandt... das wäre es....

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de

Kuddel

Lieber Rappel,

du scheinst ja einen Haufen dröges Zeug zu lesen.

Theo Bergmann ist ja gerade 100 Jahr alt geworden.
ZitatBergmann bezeichnet sich als ,,kritischen Kommunisten". Er ist ein scharfer Gegner des Stalinismus. Er hat sich sehr für die Rehabilitierung der Opfer von Stalins ,,Säuberungen" in der Sowjetunion (und von Maos ,,Kulturrevolution" in China) eingesetzt.
https://www.sozialismus.info/2016/03/zum-100-geburtstag-von-theodor-bergmann/


Seinen Bruder Josef ("Pepp") kannte ich recht gut. Der hat mich beeindruckt und von ihm habe ich auch einiges gelernt.
ZitatEr engagierte sich u.a. in der Friedensbewegung, gegen den NATO-Krieg gegen Jugoslawien, für den Erhalt der Hafenstraße und für die Freilassung der Gefangenen aus der RAF.
https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Bergmann_%28Gewerkschafter%29

Es lohnt sich, wenn man sich für linke Geschichte interessiert, die Broschüre zu lesen, die nach seinem Tod herausgegeben wurde:

http://www.arbeiterpolitik.de/Zeitungen/PDF/2005/arpo-3-2005-Beilage.pdf


Du weißt eigenlich eine Menge und bist nicht doof. Deshalb ist es mir ein Rätsel, wie du dich für Dinge begeisterst, die beim besten Willen nicht zusammenpassen. Dein Faible für die Wobblies, die historischen und die heute, insbesondere die Gruppe in Bremen... Die stehen in etwa für das Gegenteil von Stalinismus. Ich kenne die Bremer Wobbly Gruppe und arbeite denen gelegentlich zusammen (wir treffen uns in der kommenden Woche wieder).

Ich könnte eine Menge Dinge erzählen, die mir an deiner Partei mißfallen. Aber ich kenne MLPDler, die voll in Ordnung sind und dann sehe ich über einiges hinweg.

Aber für Stalinismus habe ich keinerlei Verständnis. Es ist nicht nur das menschliche Elend und all die Toten, die ich nicht einfach ignorieren kann, es ist das politische Desaster, das der Stalinismus erzeugt hat. Sozialismus wurde durch ihn mit Gewalt und Unterdrückung gleichgesetzt.

Fritz Linow

Wenn Du schon den Klappentext von ,,Gegen den Strom: Die Geschichte der KPD (Opposition)" zitierst, gehört vielleicht auch dazu, dass die KPD-O gerade in Gegensatz zu Thälmann und der Sozialfaschismusthese stand, die von der KPDSU gefordert und von Thälmann innerhalb der KPD durchgesetzt wurde. So alleine könnte man denken, dass Thälmann zur KPD-O gehört hätte.

ZitatEr war selber unbestechlich...

Im Gegensatz zu seinem alten Kumpel aus Hamburger Tagen, den er vetternwirtschaftlich eingesetzt hatte. Es gibt in der Tat schlimmeres.

ZitatEs gibt also keinen Grund Teddy zu Verteufeln!

Verteufeln ist ein starkes Wort. Es reicht, darauf hinzuweisen, dass seine inhaltliche Nähe zu Stalin unglücklich ist. Was ist im Freitag-Artikel historisch falsch, bzw. was ist richtig?

ZitatWahrliche Söhne, Töchter und FührerInnen der gemeinsamen Klasse und seiner verbrüderten werktätigen Klassen und Schichten

Geschwollener geht es kaum. Wieso brauchen wir Führer? Hier liegt ein wesentliches Missverständnis vor: Wir brauchen keine Führer, kein ,,Gold der Arbeiterklasse", keinen ,,Held der Barrikaden", keine Leute, die zu wissen meinen, wie der Hase läuft, keine Histomat- und Diamatdinosaurier.
Es ist traurig, wie sehr der stinknormale Wunsch der Menschen nach einer besseren Welt immer gleich in ein (wissenschaftliches) Glaubenssystem gezwängt wird, in dem es sich kaum noch atmen lässt.
Diese ganze Verklärung, -auch bei den Anarchisten mit ihrer blöden Revolution in Spanien-, geht mir auf den Keks. 

Rappelkistenrebell

Lieber Kuddel,
Danke für den Link.Den Text werde ich morgen in Ruhe durchlesen. Die Gruppe Arbeiterpolitik kenne ich recht gut

https://arbeiterpolitik.de/

sie sehen sich ja in der KPd-Opposition.

Wie Fritz Linow richtig erwähnte,waren die grundsätzlichen Meinungsunterschiede die Sozialfaschismusthese und die RGO Politik.Die KPD vertrat sie,die KPD-O lehnte diese ab. Nach 1945 bezeichnete die KPD die RGO und ie Sozialfaschismusthese als Fehler, bzw die Sozialfaschismushese wurde schon in der Weimarer Zeit korrigiert. Diverse KPD Ortsgruppen hielten trotzdem daran  fest.Von daher müßte die KPD-O nach 1945 rehabilitiert sein und es bestand keinen Grund weiterhin 2 Parteien zu haben.Aus meiner Sicht.Ich hätte mir ewünschst, die Rehabilitierung wäre öffentlich erfolgt...
Mein Faible für die Wobblies liegt in derer historischen Betrachtung und ihrem Kampfeswillen und evtl auch die revolutinäre Ungeduld.Gepaart mit dem Verrat des DGBs ,der selber Zeitarbeitsfirmen unterhält,in der Hartz Kommission war usw....ich konnte den Verrat nicht mehr ertragen und gab meinen IG Metallausweis zurück.Dafür erntete ich viel Kritik meiner Partei.Bein der IWW bin ich aber nur Beitragszahler,kenne da keinen von persönlich.
In jeder Organisation gib es Leute,mit denen man gut klar komm.Immerhin sind es immer Menschen und man muß auch mit unterschiedlichen Sichtweisen leben können.
Möge jeder seinen Weg gehen den er für richtig hält und sich der Organisation anschließen, in der er mi gutem Gewissen arbeiten kann. In meinem Falle ist das die MLPD. Was nicht ausschließt,daß ich mir auch andere Organisationen oder Möglichkeiten angucke. Allerdings sehe ich nur im Marxismus-Leninismus die Theorie und Praxis zur Befreiung.
Historischer und dialektischer Materialismus....nichts für Fritz Linow ;) Wer die Welt verändenr möchte,der muß diese erkennen. Das schließt auchSchöußfolgerungen aus Fehlern und Versäumnissen und Übertreibungen mit ein.

Gegen System und Kapital!


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Rappelkistenrebell

Thälmanns Geburtstag wurde in verschiedenen Ländern gedacht.Aus Osteuropa,aus Frankreich,Italien,Spanien ( dort in Verbindung mt der Thälmann Kolonne sehr populär) und selbst USA und Canada. Hier nur 2 Videos ,eins aus Hamburg,eins aus Rußland. Wer bestimmte Länder was sehen möchte,kann mich anschreiben und ich setze es hier rein....aus Deutschland in vielen Städten natürlich..


130. Geburtstag von Ernst Thälmann-HAMBURG

https://www.youtube.com/watch?v=flf8wHO9o5w


vom Moskauer Thälmann-Denkmal:

https://www.youtube.com/watch?v=UJeAYbU5ZLI

"Wir sagen nicht: Wählt Thälmann, dann habt ihr Brot und Freiheit. Wir sagen: um Brot und Freiheit müßt ihr kämpfen!"

Wir gedenken und gratulieren heute dem Hamburger Arbeiterführer Ernst Thälmann, welcher heute vor 130 Jahren geboren wurde und 58 Jahre später nach langem politischen Kampf und 11 Jahren Einzelhaft im KZ Buchenwald von den Nationalsozialisten erschossen wurde.

Thälmann war Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands und Anführer des Roten Frontkämpferbundes, welcher die Partei als Schutz- und Wehrorganisation vor der Polizei und den Faschisten im Straßenkampf verteidigte.
Er organisierte den Hamburger Aufstand im Oktober 1923 nach Vorbild der russischen Oktoberrevolution mit, bei dem das deutsche Kapital durch einen bewaffneten Umsturz entmachtet und die KPD die Regierung der Weimarer Republik übernehmen wollte. Es sollte ein Aufbruchssignal für eine Mitteleuropäische Revolution sein und die kommunistische Weltrevolution einleiten. Am 25. Oktober 1923 wurde der Aufstand niedergeschlagen.
Wir sollten nicht vergessen was andere KommunistInnen in der Vergangenheit für Erfolge erreicht und Niederlagen erlitten haben.
Wir müssen daraus lernen, uns neu formieren und diesen Staat zum zittern bringen!

Es ist an uns eine revolutionäre Bewegung auf die Straße zu bringen, welche die Widersprüche und Missstände in unser Gesellschaft erkennt, sich organisiert und den antifaschistischen Selbstschutz stellen, sowie eine Kommunistische Partei aufbauen kann.

Für einen roten Aufbau! Faust Hoch! Rotfront!
Gegen System und Kapital!


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counselor

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

ZitatVOR 90 JAHREN - Thälmann spricht in Paris gegen den imperialistischen Krieg

In der 1929 ausgebrochenen Weltwirtschaftskrise nahm auch in Deutschland der Klassenkampf bis 1932 schärfste Formen an. Um die fortschreitende Revolutionierung der Arbeiterklasse zu unterdrücken, schlug das Monopolkapital den Kurs auf die Errichtung einer faschistischen Diktatur ein.

Quelle: https://www.rf-news.de/2022/kw43/thaelmann-spricht-in-paris-gegen-den-imperialistischen-krieg
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Hartzhetzer

ZitatAber für Stalinismus habe ich keinerlei Verständnis. Es ist nicht nur das menschliche Elend und all die Toten, die ich nicht einfach ignorieren kann, es ist das politische Desaster, das der Stalinismus erzeugt hat. Sozialismus wurde durch ihn mit Gewalt und Unterdrückung gleichgesetzt.

Der Stalinismus hat doch auch mit den Grundstein für den heutigen starken Kapitalismus und der moralischen Rechtfertigung für dessen alternativlose Neoliberale Revolution gelegt. Faschistisch reaktionären Bewegungen/ Strömungen im Bürgertum hat er das Rückgrat gestärkt, während die Linke Bewegung außerhalb der bürgerlich-opportunistischen-marktkonformen Linksliberalen Parlamentarischen Kräfte immer macht und bedeutungsloser wird.

Zu Thälmann seinem Abtriften in den Stalinismus. Ich habe das noch nicht gewusst und danke an der Stelle für die Interessanten Beiträge. Ich gehe davon aus das dieser Weg der KPD unter Thälmann auch aus dem damaligen Zeitgeist heraus eingeschlagen wurde. Denn die Sowjetunion war ja der einzige Staat der es geschafft hatte eine erfolgreiche Sozialistische Revolution durchzuführen und daher auch als einziger Sozialistischer Arbeiter und Bauernstaat weltweit galt. Natürlich muss diese Sowjetunion damals vielen Sozialisten/ Kommunisten in Ländern in dem es nie eine sozialistische Revolution gegeben hat oder in denen sie Misslungen war als Vorbild und erstrebenswertes Ziel erschienen sein, so das dann bestimmt auch vieles von dort völlig kritiklos, mit rosaroter Brille auf die eigenen Organisationen/ Parteien übernommen wurden ist. Anderseits gab es auch in der Sowjetunion unter Stalin Komintern Schulen, dort wurden beispielsweise die späteren Führungskräfte der DDR, insbesondere Ulbricht und Honecker ausgebildet. Inwiefern es das jetzt 1929 schon gab und inwiefern die Sowjetunion in jener Zeit geschulte Spezialisten in sozialistische und kommunistische Organisationen außerhalb der damaligen Sowjetunion eingeschleust hat weiß ich nicht.

ZitatAls die Nazis 1933 an die Macht kommen, ist die KPD nur noch eine Karikatur ihrer selbst. In den frühen 1920er Jahren – also in den ersten Jahren nach ihrer Gründung – handelt es sich noch um eine lebendige und diskussionsfreudige Partei. Breite innerparteiliche Demokratie ist eine Selbstverständlichkeit. Die kommunistische Presse steht unterschiedlichen, oft konträren Positionen offen, die Parteitage dieser Jahre sind gekennzeichnet von freien Diskussionen und solidarischen Auseinandersetzungen. Oppositionelle haben bei Versammlungen jederzeit die Möglichkeit, ihre Positionen in langen Koreferaten darzulegen.

Doch am Ende der Ära Thälmann ist die KPD eine weitgehend undemokratische und bürokratische Führerpartei. Diskussionen werden meist unterbunden, Konflikte nicht politisch, sondern organisatorisch, also durch Ausschlüsse und Repressalien »gelöst«. Kritiker belegt das Thälmann-ZK mit Redeverboten oder entfernt sie kurzerhand aus der Partei. Damit einher geht eine ideologische Erstarrung: Die politischen Positionen der KPD werden immer dogmatischer

Das ist aber auch eine Beobachtung die man in heutigen Linken Parteien machen kann, siehe die Entwicklung der Grünen wo heute alles linke gemieden wird was nicht Kapitalismuskonform und auf offizieller bürgerlicher Linie ist, siehe den ganzen flame in der Linkspartei rund um Sahra Wagenknecht.
Selbst hier im Forum gibt es Idealbilder wie in wirklich Linker links zu sein hat. Da reicht es zum Beispiel aus an die Corona Diskussionen zurückzudenken. Wie schnell galten User als Querfront Spinner und Schwurbler wenn sie nicht zu 100% mit der null Covid Politik auf Linie waren.

Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

counselor

ZitatHALLE UND BUCHENWALD - Ehrende Gedenkveranstaltungen für Ernst Thälmann - Kritik an Antikommunismus notwendig

Am 18. August 1944 wurde Ernst Thälmann, Vorsitzender der revolutionären KPD und unbeugsamer kommunistischer Arbeiterführer, im KZ Buchenwald von den Hitlerfaschisten ermordet. Aus Anlass dieses Jahrestags fanden in Halle an der Saale und in Buchenwald würdige Gedenkveranstaltungen statt.

Quelle: https://www.rf-news.de/2023/kw33/ehrende-gedenkveranstaltungen-fuer-ernst-thaelmann
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

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140 Jahre Ernst Thälmann – Marxistische Abendschule

Im Rahmen der marxistischen Abendschule erinnerten wir uns an Ernst Thälmann, einen unbeugsamen Kämpfer der Arbeiterklasse und Vorsitzenden der Kommunistische Partei Deutschlands. Sein Leben steht für konsequenten Widerstand gegen Faschismus, Ausbeutung und Krieg – und für die Kraft organisierter Arbeiterpolitik.
Anlässlich seines 140sten Geburtstags widmen wir uns im Rahmen der MASCH ihm und seinem tun um Rahmen eines Vortrages.

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

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