Bodenpersonal

Begonnen von Kuddel, 11:14:34 Do. 27.Mai 2010

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Kuddel

Arbeitskämpfe jenseits des DGB sind möglich. Es sind die spannendsten.

ZitatSeit Monaten protestieren die Arbeiter:innen des  Dienstleistungsunternehmens ,,WISAG" am Frankfurter Flughafen gegen Entlassungen und Outsourcing. Im Interview berichten Ertulug Kurnaz und Habip Bektas von den seit Monaten laufenden Protesten der Arbeiter:innen am Frankfurter Flughafen.

Nach einem Jahr Kurzarbeit hat die WISAG Ende 2020 zu Weihnachten 230 Bodenarbeiter:innen entlassen und durch Leiharbeiter:innen ersetzt. Zudem wurde 30 Busfahrer:innen, die sich der Versetzung in eine neue Tochter-GmbH verweigert hatten, sechs Monate lang der Lohn vorenthalten.

ZitatZu einer eurer Aktionsformen gehörte auch das Ablegen eines Trauerkranzes vor der ver.di-Zentrale in Frankfurt. (...)
Habip: Die ver.di-Spitze wurde von unserer Seite mehrmals eingeladen, sich an den Protesten zu beteiligen. Sie sind zu keiner Demo oder Kundgebung erschienen. Auch die Vorschläge, einen Dialog aufzubauen, wurde von ihrer Seite abgelehnt.
https://perspektive-online.net/2021/05/je-mehr-arbeiterinnen-sich-uns-anschliessen-desto-staerker-koennen-wir-insgesamt-werden/

Fritz Linow







Zitat29.6.21
Klage von Wisag-Mitarbeitern vor Gericht

Die Arbeiter, die mit der heutigen Klage ihre Stimme im Gerichtssaal erhoben haben, beendeten die Aktion mit der Erklärung, dass sie ihren Kampf von nun an fortsetzen werden.

Wisag-Beschäftigte, die seit Monaten gegen die massenhafte Abschlachtung von Arbeitern und die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz kämpfen, haben am Dienstag, 29. Juni, diesmal vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt Klage erhoben.

Klagen der Arbeiter gegen die Wisag-Chefs wurden vor dem Arbeitsgericht verhandelt. In den heutigen Anhörungen wurden die Klagen von rund 20 Arbeitern verhandelt, die während ihrer Tätigkeit als Busfahrer entlassen wurden. Während des Prozesses versammelten sich andere Arbeiter draußen, um ihre Freunde zu unterstützen und gegen die Ungerechtigkeit und Gesetzlosigkeit zu protestieren.

Die Arbeiter, die mit Trommeln, Pfeifen und Parolen durch das Gerichtsgebäude marschieren wollten, wurden auf halbem Weg von der Drohung des Gerichtspräsidenten bedroht. Der Gerichtspräsident drohte mit der Drohung, den heutigen Prozess zu beenden, wenn die Arbeiter weiter protestieren und Lärm machen.

Die Arbeiter reagierten, indem sie erklärten, dass dies eine willkürliche Praxis sei, um das Recht auf Demonstrationen und Demonstrationen zu verhindern. Trotz der Drohung gingen die Arbeiter mit Demonstrationsreden und Parolen zur Eingangstür. In den hier gehaltenen Reden wurde angegeben, dass der Hauptgrund für die Entlassung der Chefs darin bestand, Arbeiter billiger zu beschäftigen und die Zulieferungen zwecks Gewinnsteigerung auszubauen, und es wurde noch einmal daran erinnert, dass ihre Forderung darin bestand, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren und arbeite weiter.

Die Arbeiter, die mit der heutigen Klage ihre Stimmen im Gerichtssaal erhoben haben, beendeten die Aktion mit der Erklärung, dass sie ihren Kampf von nun an fortsetzen werden. Wenn die Entscheidung des ersten Gerichts von den Arbeitnehmern nicht akzeptiert wird, wird der Fall an ein höheres Gericht weitergeleitet.

Mitarbeiter von Gate Gourmet und ASG, Bir-Kar und TKP unterstützten die Aktion ebenfalls.
https://kizilbayrak51.net/ana-sayfa/haber/dunya/wisag-iscilerinden-mahkeme-onunde-eylem

Kuddel

Wow. Was für ein Durchhaltevermögen!
Davon sollten sich die DGB Gewerkschaften mal eine Scheibe von abschneiden.
Die gehen nur mal kurz zu Tarifauseinandersetzungen mit Fahnen und Trillerpfeifen vor's Tor, und dann wieder husch-husch, zurück an die Arbeit!
Neuerdings unterschreiben sie sogar Tarifverträge mit mehrjäriger Laufzeit, also einem mehrjährigen Streikverbot.
Welch Armutszeugnis.

Kuddel

ZitatDer Dienstleister Wisag fertigt etwa 15 Prozent des Gepäck-Aufkommens am größten deutschen Flughafen in Frankfurt* ab. Am Mittwoch muss deshalb mit Verspätungen und Engpässen gerechnet werden. Die weitreichenden Auswirkungen der Streiks hatten sich bereits in der Vergangenheit gezeigt. Bei einem ersten Warnstreik Ende Oktober waren dutzende Flüge ausgefallen*. Auf eine Kundgebung will Verdi dieses Mal angesichts der aktuellen Corona-Lage allerdings verzichten. Der Streik soll um 4.30 Uhr beginnen und gegen Mitternacht enden.

In den Verhandlungen fordert die Gewerkschaft eine um zweieinhalb Stunden verkürzte Arbeitszeit von 37,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Außerdem wollen die Gewerkschaftler eine Tabellenerhöhung von monatlich 90 Euro für die Beschäftigten am Flughafen Frankfurt ab dem kommenden Jahr erwirken. Die Wisag habe stattdessen für die kommenden drei Jahre Lohnsteigerungen von zusammen 18 Prozent angeboten, sagte Wisag-Verhandlungsführer Michael Richter. Er warf den Verdi-Verantwortlichen ,,Realitätsverlust" vor.
https://www.fnp.de/frankfurt/flughafen-frankfurt-streik-verdi-weihnachten-feiertage-hessen-airport-zr-91193053.html

ManOfConstantSorrow

ZitatFlughafenstreiks : Tarifabschluss am Flughafen

Frankfurt ⋅ Unabhängig von dem nach wie vor nicht beigelegten Tarifstreit in der Luftsicherheitssparte haben sich die Gewerkschaft Verdi und die Wisag Aviation Service Holding GmbH auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Er gilt für die rund 550 Beschäftigten, die die Wisag in Frankfurt in der Sparte der Flughafendienstleistungen beschäftigt. Darunter fallen Tätigkeiten wie das Be- und Entladen von Flugzeugen sowie das Rangieren der Maschinen mit Schleppern, aber auch die Passagierbetreuung bei Check-In und Boarding. In dem anderen, weiterhin ungelösten Tarifstreit, der in dieser Woche zu Streiks und Flugausfällen geführt hat, geht es dagegen um Entgelte der Beschäftigten der Sicherheitskontrollen für Passagiere und Gepäck.

Der neue Wisag-Vergütungstarifvertrag gilt den Angaben zufolge vom 1. April an und läuft bis 31. Dezember 2024. Unter anderem sollen die Entgelte in der Laufzeit von zwei Jahren einmal um sechs und einmal um sieben Prozent steigen. Zugleich ist eine schrittweise Arbeitszeitreduzierung bei vollem Lohnausgleich auf 37,5 Stunden in der Woche vereinbart. Die Tarifparteien haben den Angaben zufolge auch eine Öffnungsklausel für Krisenlagen vereinbart.
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/frankfurt-tarifabschluss-und-streik-am-flughafen-17902981.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Fritz Linow

Zitat23.4.22
Spontane Streiks behindern Verkehr auf Flughafen Schiphol massiv

Das Bodenpersonal der Fluggesellschaft KLM hat spontan am Amsterdamer Flughafen Schiphol gestreikt. Rund 150 Mitarbeitende haben sich dem Streik angeschlossen.
(...)
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/luftfahrt-spontane-streiks-behindern-verkehr-auf-flughafen-schiphol-massiv/28273494.html

Kuddel

Den Reisenden das Problem gut erklärt.



Tolles Transparent!

Nikita

Zitat von: Kuddel am 10:22:08 So. 24.Juli 2022
Den Reisenden das Problem gut erklärt.



Tolles Transparent!

Großartige Aktion !!!

Onkel Tom

Jo, deutlicher gehts nicht.. Daumendrück  :)
Lass Dich nicht verhartzen !

ManOfConstantSorrow

Schön zu sehen: Auch prekär Beschäftigte können eine ganze Branche lahmlegen.
Zitat
So einen Totalstillstand habe er noch nie erlebt, sagt ein Vielflieger
https://www.welt.de/politik/deutschland/plus240150337/Streik-im-Frankfurter-Airport-So-einen-Totalstillstand-habe-er-nie-erlebt-sagt-ein-Vielflieger.html

Weiter so!

Solidarität!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Zitat von: Kuddel am 10:22:08 So. 24.Juli 2022
Den Reisenden das Problem gut erklärt.



Tolles Transparent!

Und noch einmal das Foto.
Ich freute mich darüber, daß endlich mal der eigentliche Konflikt aufgezeigt wird:
Auf der einen Seite die Arbeiter:innen, auf der anderen das Unternehmen (Management/Chefs).

Ich ärgere mich immer, wenn die Medien verbreiten "Verdi streikt".
Nein, eine Gewerkschaft kann einen Streik initiieren, vorbereiten, unterstützen und hinterher juristisch den Kopf hinhalten, aber streiken, das tun nur die Beschäftigten.

Es gibt gewerkschaftliche Streikaufrufe, die werden kaum befolgt und es gibt Streiks, die wollten die Gewerkschaften gar nicht.

Es sind immer die Arbeiter:innen, auf die es ankommt. Sie können sich entscheiden. Sie können sich bewegen. Sie haben die Macht.

Selbst eine begrenzte Zahl von Leuten, die Gepäck verladen, können eine große und mächtige Branche lahmlegen.

Fritz Linow

Läuft:

ZitatDie geplante Anwerbung von Flughafenpersonal aus der Türkei scheint kaum voranzukommen. Laut Auswärtigem Amt haben bis gestern nur 44 Menschen ein Arbeitsvisum beantragt - nur ein einziges Verfahren wurde den Angaben zufolge bis jetzt fertig bearbeitet. Geplant war, etwa 2.000 Fachkräfte aus der Türkei nach Deutschland zu holen, um das Chaos an den Flughäfen unter Kontrolle zu bekommen. Wegen zuwenig Personal müssen Reisende seit Wochen mit Flugabsagen, lange Wartezeiten und verlorenen Gepäckstücken rechnen.
https://www.ndr.de/nachrichten/info/meldungen/nachrichten313_con-22x08x03x16y20.html#meldung4

Nikita

Ist wohl auch nicht einfacher Billiglöhner ins Land zu holen, als die Mitarbeiter anständig zu bezahlen und ihnen gute Arbeitsbedingungen zu bieten. Weshalb der Staat diese Dumpingbranche Flugtourismus immer wieder hofiert, ist mir ein Rätsel.

counselor

Kapitalistisches  Chaos halt. Die kriegen nichts auf die Reihe.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Fritz Linow

Vielleicht wurde auch nur eine Drohkulisse aufgebaut, um streikwilliges Bodenpersonal zu demotivieren.

Kuddel

Unruhige Flughäfen. Heute: Heathrow:

ZitatDreihundertfünfzig Bodenabfertiger in Heathrow haben soeben einen dreitägigen Streik im Streit um die Bezahlung begonnen. Die Arbeitsniederlegung soll am Montag, dem 21. November, um 4 Uhr morgens enden.

Die Beschäftigten sind Mitglieder der Gewerkschaft Unite und arbeiten hauptsächlich beim Be- und Entladen von Gepäckstücken für die Bodenabfertigungsfirma Menzies Aviation.

Die Arbeitsniederlegung erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Fans von England und Wales auf ihren Flug nach Katar zur Fußballweltmeisterschaft vorbereiten, die am Sonntag, den 20. November beginnt.
https://www.independent.co.uk/travel/news-and-advice/heathrow-strike-airport-ground-handling-b2227761.html?amp

Einerseits gibt es (in Deutschland) UFO und Cockpit, die als Gewerkschaften jenseits des DGB relativ kämpferisch sind. Das Bodenpersonal gilt als schwer zu organisieren, weil es oftmals kaum deutsch spricht und ständig an anderen Arbeitsplätzen eingesetzt wird, damit sich kein Zusammenhalt entwickelt. Die Rechnung geht jedoch nicht auf. Die Leute haben auf diese Jobs keinen Bock. Sie haben keine Angst ihn zu verlieren. Es gibt inzwischen öfter Streiks im Verdi Rahmen. Kleine Aktionen, Sabotage und Wilde Streiks gibt es häufiger als bekannt. Das Flughafenchaos wird teilweise bewußt herbeigeführt. Gewußt wie!  ;D


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